Gil Ribeiro – Lost in Fuseta

Beschreibung
Das Septemberlicht an der Algarve ist von betörender Weichheit. Am Flughafen von Faro nehmen die Sub-Inspektoren Graciana Rosado und Carlos Esteves einen schlaksigen Kerl in schwarzem Anzug in Empfang: Leander Lost, Kriminalkommissar aus Hamburg, für ein Jahr in Diensten der Polícia Judiciária. Eine Teambildung der besonderen Art beginnt, denn der deutsche Kommissar gibt mit seinem ungewöhnlichen Verhalten seinen portugiesischen Kollegen so einige Rätsel auf. Allerdings entpuppt er sich bei der Lösung eines Mordfalls immer mehr als kriminalistischer Gewinn.

Sprecher
Andreas Pietschmann

Länge
10 h 11 m

Meine Meinung
Lost ist anders. Lost ist gut. Herrliche Situationskomik, die sehr gut vorstellbar beschrieben ist.

Im Zuge eines Austauschprogramms kommt der Hamburger Lost für die Dauer von einem Jahr an die Küste Portugals.  Blass und stocksteif erscheint Lost in seinem schwarzen Anzug mit weißem Hemd den portugiesischen Polizisten, die ihn am Flughafen abholen. Doch erst die einfühlsame Schwester der Kommissarin erkennt, dass Lost anders ist, als andere Menschen. Und dass dies nicht die typisch deutsche Verklemmtheit ist, sondern dass er ein Aspi ist, also das Asperger-Syndrom hat.

Er hat ein fotografisches Gedächtnis und kann auch sonst mit seinen Kombinationsfähigkeiten sehr hilfreich im aktuellen wirklich sehr interessanten Fall mitwirken.

Eine kurzweilige Geschichte, die ein wenig von der Küste Portugals träumen lässt. Ein empfehlenswerter Sommerkrimi, der einfach gute Laune macht.

Den Sprecher fand ich auch sehr gut. Er hat – soweit ich das beurteilen kann – die portugiesischen Begriffe sehr gut ausgesprochen. Doch auch sonst hat er mir sehr gut gefallen und er hat gut zu der Story gepasst.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Gil Ribeiro – Lost in Fuseta

Siehe auch:

David Lagercrantz – Verschwörung (Millennium 4)

VerschwörungBeschreibung
Salander und Blomkvist sind zurück.

Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist haben Millionen Leser begeistert. Weltweit erstürmte die Millennium-Trilogie die Bestsellerlisten und sprengte mit mehr als 80 Millionen verkauften Exemplaren alle Dimensionen. Ein Welterfolg, der seinesgleichen sucht. Nun geht die Geschichte weiter.

Grandios gelesen von Dietmar Bär, DER Stimme der Millennium-Trilogie.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Vier Fragen an David Lagercrantz (von Amazon.de)

Wie kam es, dass Sie den Auftrag annahmen, Millennium 4 zu schreiben? Ich konnte einfach nicht widerstehen. Seit meinem Zlatan-Buch („Ich bin Zlatan Ibrahimović“) erhielt ich immer wieder Anfragen, konnte mich aber für kaum eine begeistern. Doch als diese Idee an mich herangetragen wurde und ich mich von dem ersten Schreck erholt hatte, bin ich regelrecht losgeprescht wie ein Rennpferd.

Was war das Schwierigste bzw. das Beste an diesem Projekt? Am schwierigsten war definitiv der Plotaufbau. Stieg Larsson hat es meisterhaft verstanden, komplexe Geschichten mit zahlreichen Handlungssträngen zu komponieren, und dem wollte ich natürlich gerecht werden. Andererseits war genau das aber auch das Beste an diesem Projekt: Die Erzählung herauszuarbeiten und zu spüren, wie einzelne Komponenten perfekt zusammenpassten, war ein fantastisches Erlebnis.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach Stieg Larssons Erzählstil aus? Er ist sachlich und ungekünstelt, hat allerdings auch einen deutlich journalistischen Einschlag. Mir war schnell klar, dass ich mich blamieren würde, wenn ich lediglich versuchte, seinen Stil zu kopieren. Insofern habe ich meinen eigenen Erzählstil beibehalten.

Tauchen die Figuren aus Stieg Larssons Büchern wieder auf? Oh ja! Zuvorderst natürlich Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander – aber auch Erika Berger, Jan Bublanski und seine engste Mitarbeiterin Sonja Modig. Dann gibt es aufseiten der Ermittler noch den unverbesserlichen Hans Faste, Plague aus der Hacker Republic und viele andere mehr. Aber es tauchen auch neue Figuren auf: Ed the Ned beispielsweise, der für die Datensicherheit der NSA in Maryland zuständig ist, Frans Balder, ein schwedischer Informatikprofessor, der aus dem Silicon Valley zurückkehrt, sowie Gabriella Grane, ein scharfsinniges Oberschichtentöchterchen, die bei der Säpo gelandet ist.

Länge
16 h 01 m

Sprecher
Dietmar Bär

Meine Meinung
Was passiert mit den Figuren eines Buches, wenn der Autor stirbt? Sterben sie gleich mit? Eindeutig nicht, denn sonst wären die Figuren der Klassiker nicht bis heute lebendig und  würden uns nicht weiterhin derart faszinieren. Und überhaupt, was das für ein Massensterben wäre… Unvorstellbar.

In „Verschwörung“ hat Lagercrantz nicht das bereits weitestgehend fertig gestellte Manuskript von Larsson übernommen. Er hat aber die Figuren Lisbeth und Mikael weiterleben und -agieren lassen und hat eine spannende Episode zu Papier gebracht.

Wir treffen hier alte Bekannte wieder, aber wir lernen auch neue Personen kennen. Nette und nicht so nette Menschen.

Zu den netten gehört ein Wissenschaftler, der eine Form KI (Künstliche Intelligenz) entwickelt hat. Dieser will aber nur Forschung damit betreiben, er will kein Geld damit verdienen. Denn er weiß um die Gefahr, die diese künstliche Intelligenz birgt. Sie kann hilfreich sein, doch wenn sie in die falschen Hände gerät, kann sie auch zu einer tödlichen Waffe werden. Und was passiert, wenn die Maschinen schlauer sind/werden, als die Menschen?

So soll der Wissenschaftler also eliminiert und die Daten gestohlen werden. Was der beauftragte Killer nicht wusste ist, dass der Wissenschaftler seinen Sohn bei sich hatte. Dieser Sohn – August sein Name – beobachtete den Mord. Doch der Killer unterschätzte den Jungen und ließ ihn am Leben.

August ist Autist. Und er ist auch ein Savant. Und als i-Tüpfelchen ist August gleich nochmals so außergewöhnlich, da er gleich zwei Inselbegabungen hat. Er hat ein fotografisches Gedächtnis und kann diese Bilder auch perfekt zeichnen und er ist ein Mathematik-Genie, besonders im Bereich Primzahlen. Bzw. dieser Bereich wird besonders bei ihm gefördert.

Der Killer wird somit beauftragt, auch das Kind umzubringen. Doch der Killer hat seine Rechnung ohne Lisbeth gemacht…

Millenium steht wieder einmal kurz vor dem Ruin, sie brauchen unbedingt eine Story, die ihnen wieder mehr Unabhängigkeit bringt. Derweil hackt sich Lisbeth bei der NSA ein und kann so einen Skandal aufdecken. Sie findet heraus, dass… das wird hier natürlich nicht verraten.

Im Zusammenhang mit der Beschreibung der KI wurde auch Ray Kurzweil erwähnt! Das fand ich sehr treffend. Denn immer wenn es um KI geht, denke ich automatisch an Kurzweil und sein Buch „Homo s@piens – Das Leben im 21. Jahrhundert“, welches mich schon vor Jahren faszinierte. Kurzweil hatte damals jedoch eine rosarote Zukunft gezeichnet. Bei ihm wurde die KI nur zu Gunsten der Menschheit eingesetzt, nicht zu deren Schaden.

In Verschwörung gibt es natürlich auch wieder einige Gewaltszenen, jedoch waren diese etwas dezenter als in den drei Teilen zuvor. Mir war das sehr recht, war die Gewaltbeschreibung von Larsson doch schon sehr extrem und grenzwertig ertragbar.

Lisebeth betreibt wie üblich Selbstjustiz in einer sehr ausgeprägten Art und Weise. Und natürlich wird ihr wieder nach dem Leben getrachtet. Dieses Mal nicht von ihrem Vater, nein, dieses Mal ist es ihre Schwester, die eine erbitterte Jagd auf Lisbeth veranstaltet.

Es gibt in „Verschwörung“ einige Wiederholungen aus den Vorgängerbänden. Ich war dafür sehr dankbar, diente sie mir doch als Gedächtnisauffrischung. Ist ja schon ein paar Jährchen her mit der Trilogie.

In Verschwörung kam für mich keine Langeweile auf. Den Spannungsbogen empfand ich als konstant hoch, jedoch war er nicht ganz so dramatisch stramm angezogen, wie bei Larsson. Ich fühlte mich jedenfalls bestens unterhalten und bin auch der Meinung: Lagercrantz kann verdammt gut schreiben.

Und dem Ende nach zu urteilen, könnte es auch eine Fortsetzung geben. Ich würde mich jedenfalls freuen.

Dietmar Bär hat die Story wieder sehr toll gesprochen. Er ist ein Muss für die Lisbeth-und-Mikael-Storys.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: David Lagercrantz – Verschwörung (Millennium 4)

Siehe auch:

Axel Brauns – Buntschatten und Fledermäuse

Beschreibung
Buntschatten und Fledermäuse, so unterscheidet Axel Brauns die Menschen in seiner Umgebung. Buntschatten verhalten sich ruhiger und lassen ihm die Chance, Kontakt mit ihnen aufzunehmen. Fledermäuse hingegen flattern wild um ihn herum, und in ihrer Gegenwart fühlt er sich nicht wohl. Axel ist Autist und lebt in einer anderen Welt. Sein Buch gewährt uns einen tiefen Einblick in diese abgegrenzte, auf einer eigenen Ordnung beruhenden Welt, in der sich Axel wohl fühlt, die er aber gezwungenermaßen verlassen muss, um in unserer Gesellschaft nicht unter die Räder zu kommen.

Im Alter von zwei Jahren bricht die Krankheit aus: Axels Wahrnehmung verblasst, er verliert die Fähigkeit, seine Mitmenschen zu erkennen und zu verstehen, sein Sprachvermögen versiegt. Doch die Eltern kämpfen unermüdlich dagegen an, dass ihr Sohn in der sozialen Isolation versinkt. Mit viel Mühe, Geduld sowie einigen Tricksereien gelingt es, Axel so „normal“ wie möglich aufwachsen zu lassen. Er kommt in den Kindergarten, wird eingeschult und wechselt später sogar auf das „Geräusch“ — das Wort „Gymnasium“ hat für Axel keinen Klang, und klanglose Worte sind für ihn nur „Geräusche“. Doch trotz der vermittelten Normalität verbringt er die meiste Zeit in seiner Welt, weil dort vieles einfacher ist („Es gibt Dinge, die man versteht, und es gibt Dinge, die man nicht versteht. Buntschatten gehörten zu den Dingen, die man nicht versteht.“)

Axel besteht das Abitur und beginnt ein BWL-Studium. Er hat dem System ein Schnippchen geschlagen: „Die einen bleiben sitzen, die anderen werden versetzt. Ich gehörte zu keiner der beiden Arten, ich hatte es geschafft, bereits vor der ersten Klasse sitzen zu bleiben, ohne dass es ein Lehrer gemerkt hatte.“ Trotz seines Arrangements mit der Normalität bleibt eine gewisse Tragik spürbar, denn die Gefühlswelt der Buntschatten bleibt Axel verschlossen. Die Bedeutung von Liebe, Tod, Mitleid und Humor erschließt sich ihm nur ansatzweise. Und dieses Unvermögen macht Axel wohl am meisten zu schaffen, wenn er am Ende bekennt: „Alle Jugendlichen spazierten mit Siebenmeilenstiefeln in das Leben hinaus. Niemals würde ich ihnen folgen können.“ Vielleicht gelingt es uns Buntschatten mithilfe dieses bewegenden Buches, Axel Brauns Welt ein bisschen besser zu verstehen.

Pressestimmen
»Das Leben im Autismus ist eine miserable Vorbereitung für das Leben in einer Welt ohne Autismus. Die Höflichkeit hat viele Näpfchen aufgestellt, in die man treten kann. Autisten sind Meister darin, keines auszulassen.«
(Axel Brauns )

»Die langsame Eroberung der Außenwelt berührt, … Brauns hat die Lächler auf seiner Seite, weil er den Alltag verfremdet und Schwächen entlarvt.«
(Neue Zürcher Zeitung )

»Ein wunderbares Debüt voll wortschöpferischem Sprachwitz und Poesie…, geschrieben wie aus der Perspektive eines Wesens vom anderen Stern.«
(NDR )

Sprecher
Marek Harloff

Länge
3 CDs

Meine Meinung
Vor ca. 3 Wochen sah ich ein Interview mit Axel Brauns. Es ging um das Thema Freundschaft und wie man Freundschaften pflegt. Sehr interessant fand ich das, da Axel Brauns Autist ist und mit dem Begriff Freundschaft eigentlich nichts anfangen kann. Aber er geht raus in die Welt und will alles kennenlernen, was »Nicht-Autisten« auch tun. Er lud also 3 Bekannte zu einem Spieleabend ein. Anschließend wurde er befragt. Er meinte, er wisse zwar immer noch nicht, was Freundschaft bedeutet, aber er wisse, dass ihm dieser Abend besser gefallen hat, als wenn er ihn alleine verbracht hätte.

In diesem Interview erfuhr ich auch von diesem Hörbuch. Es war eine gute Entscheidung, mir dieses Hörbuch anzuhören. Denn wer kann schon nachvollziehen, wie Autisten empfinden und wie sie ihr Umfeld wahrnehmen.

Axel Brauns gelingt es sehr gut, »Außenstehenden« seine Welt in den buntesten und herrlichsten Farben zu beschreiben. Seine Welt ist so anders, dass sie sogar eigene Wörter braucht (z. B. lichteln, wischeln etc.). Das führte dann zu sehr lebhaften und teilweise auch wirklich sehr lustigen Beschreibungen, wie er Situationen beurteilt/sieht/empfindet. Axel Brauns ist eine Kämpfernatur, von ihm könnte sich manch einer eine Scheibe abschneiden.

Ich fand dieses Hörbuch ausgesprochen interessant, äußerst erfrischend und sehr informativ. Der Sprecher passte gut, er trug dieses Buch wahrlich lebhaft vor.

Fazit: absolut empfehlenswert