Martin Lassberg – Steinroller: Der Steinzeitkommissar

SteinrollerBeschreibung
Ein ziemlich platt gewalzter Mann liegt in der Steppe. War’s ein Mammut oder hat da ein Jäger mit der Keule zugeschlagen? Für Kommissar Steinroller sieht die Sache nach Mord aus. Doch wer glaubt schon einem Sippenmitglied, das lieber seinen Höhlenmalereien nachgeht, als zu jagen, und das zudem mit Grips gesegnet ist? Zumindest für Weichhaar, die smarte Frau an seiner Seite, ist Intelligenz sexy. Und so macht sich Steinroller mit ihr und seinem grobschlächtigen Assistenten daran, herauszufinden, wer den eigenen Stamm bedroht.

Die urkomische Aufklärung des ersten Mordfalls der Menschheitsgeschichte – gelesen von Star-Sprecher Boris Aljinovic.

Sprecher
Boris Aljinovic

Länge
7 h 10 m

Meine Meinung
Na, dieses Hörbuch ist mal ein großer Spaß! Hier darf man Zeuge der ersten Mordermittlung der Menschheit werden. Steinroller, seine Frau Weichhaar und sein Assistent Otterfang bilden ein herrlich skurriles Team, das den Mörder immer weiter in die Enge treibt.

Auch wenn die Story an sich sehr humorvoll geschrieben ist, so hat die kriminalistische Ermittlungsarbeit doch Hand und Fuß und bleibt bis zum Schluss spannend.

Besonders gut hat mir hier die Beschreibung der Menschen, der Dinge und der Situationen gefallen. Alles war äußerst fantasievoll geschildert. Man darf hier Zeuge vieler Erfindungen werden, selbst solcher, die heute noch ihre Anwendung finden.

Ich kann dieses Hörbuch jedem empfehlen, der gerne einmal einen etwas außergewöhnlichen Krimi mit einer völlig anderen Kulisse hören möchte.

Boris Aljinovic hat mir als Sprecher auch sehr gut gefallen. Er passte perfekt zu dieser Story.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es u. a. bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Martin Lassberg – Steinroller: Der Steinzeitkommissar

Pascal Mercier – Der Klavierstimmer

Der KlavierstimmerBeschreibung
Mord in der Berliner Staatsoper: der berühmte italienische Tenor Malfitano wird im dritten Akt von Puccinis Tosca erschossen. Der Täter: ein stadtbekannter Klavierstimmer und Meister seines Fachs, der schon in Karajans Diensten stand. Wie konnte es zu diesem unfassbaren Geschehen kommen? Die Kinder des „Mörders“, die Zwillinge Patrice und Patricia, reisen überstürzt nach Berlin. Jahre zuvor waren sie vor ihrer inzestuösen Liebe an verschiedene Enden der Welt geflohen. Ihr Wiedersehen und die unbegreifliche Schuld des Vaters führen zu einer radikalen Umkehr. Während sie schreibend ergründen, was ihren Vater, der eigentlich ein glückloser Opernkomponist war, zur Waffe greifen ließ, begegnen sie einander in einem befreienden Akt des Erinnerns.

Spannend wie in einem Krimi lotet Mercier in dieser Familientragödie einmal mehr das Psychodrama radikalen Scheiterns aus.

Sprecher
Boris Aljinovic, Marlen Diekhoff, Ulrike Grote

Länge
7 h 58 m

Meine Meinung
Eine weitere Meisterleistung von meinem „Liebling“ Pascal Mercier. Wieder geht es um gescheiterte Existenzen, um das Reden oder besser Nichtreden – also das Unausgesprochene, das Verborgene im Menschen. Pascal Mercier versteht es wie kein anderer, menschliche Schicksale zu schildern.

Eine ganz normale Familie wie es scheint: ein Vater, eine Mutter und zwei Kinder – Zwillinge, Patrice und Patricia. Letztere reisen geschockt zurück nach Berlin, nachdem sie erfahren haben, dass ihr Vater wegen Mordes im Gefängnis sitzt. Ihr Vater! Das kann doch nicht sein!

Die Geschichte wird in einer wundervollen Sprache aus der Perspektive der vier Protagonisten erzählt. Und was sich einem hier Stück für Stück offenbart, ist so abgründig, so verstörend und so verständlich zugleich, dass es mir wirklich schwer fällt, die richtigen Worte zu finden. Vielleicht trifft es diese Redewendung am Besten: „Es menschelt sehr“!

Dieses Hörbuch sollte man an einem Vormittag beginnen. Denn – wirklich – man kann es nicht mehr aus den Ohren nehmen, bis man das Ende gehört hat. Und selbst dann begleitet es einen weiter und weiter und lässt einen so schnell nicht wieder los.

Pascal Mercier vermag es, seinen Geschichten eine einzigartige Intensität zu geben. Jeder Satz sitzt, jedes Wort ist genauestens ausgewählt, die Sprache ist wortgewaltig und überwältigend präzise. Das ist für mich Literatur vom Feinsten. Das liebe ich.

Die Sprecher waren auch wunderbar ausgewählt. Jeder passte sehr gut in seine Rolle und transportierte die Gefühle entsprechend sorgsam.

Fazitstars_5 absolut empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Pascal Mercier – Der Klavierstimmer

Siehe auch:

Ake Edwardson – Zimmer Nr. 10

Beschreibung
In einem verrufenen Hotel mitten in Göteborg wird eine junge Frau tot aufgefunden: sie wurde erhängt. Ihre mit weißer Farbe bemalte Hand gibt Erik Winter Rätsel auf. Weitere Morde geschehen, und plötzlich gerät Winter selbst in Gefahr.
Eine Reise in die Abgründe der menschlichen Seele.

Sprecher
Boris Aljinovic

Länge
399 Minuten

Meine Meinung
Meist hat es einen Grund, wenn ein Hörbuch schon lange bei mir herum liegt und nicht gehört wird. Dieses Hörbuch habe ich schon seit 3 Jahren zuhause, schon ein paar Mal hineingehört – aber nie bis zum Schluss. Jetzt wollte ich es aber doch endlich mal wissen. Also lud ich es mir gestern wieder auf den Player.

Durch die erste Hälfte musste ich mich wieder quälen – irgendwie empfand ich das als unheimlich langatmig. In der zweiten Hälfte wurde es dann besser und auch spannend. Aber irgendwie ging das alles so langsam voran, was natürlich durch den Schreibstil von Edwardson (z. B. Winter überlegte „ja“, „nein“, „ja“, „nein“, „ja“, „nein“) nicht gerade beschleunigt wurde.

Manchmal war ich auch etwas verwirrt, von welchem Fall er denn jetzt gerade spricht, denn es gibt Parallelen zu einem Fall von vor 20 Jahren, Kommissar Winters erster Fall -> ungelöst. Und diese Zeitsprünge wurden meiner Meinung nach nicht immer klar angezeigt und durch die Story („Bäumchen wechsle dich“) an sich war ich dann manchmal leicht verwirrt. Aber vielleicht lag das auch daran, dass das Hörbuch gekürzt war, ich weiß es nicht.

Insgesamt war die Geschichte zwar ganz interessant, aber sie hat mich jetzt nicht völlig begeistert.

Boris Aljinovic als Sprecher war mal wieder super gut! Ich mag einfach seine Stimme und seine Art, die Texte zu vertonen.

Fazit: stars_3 ganz nett

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Ake Edwardson – Zimmer Nr. 10

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Markus Zusak – Die Bücherdiebin

Beschreibung
Den Tod muss man nicht fürchten. Er ist nämlich, wie er als Ich-Erzähler von sich selbst in einer Vorbemerkung sagt, „bemüht, dieser ganzen Angelegenheit eine fröhliche Seite zu verleihen“. Nur hätten die meisten Menschen „einen tief sitzenden Widerwillen, der es ihnen unmöglich macht, mir zu glauben, so sehr ich auch versuche, sie davon zu überzeugen“. Mit einem weiteren Vorurteil räumt der Tod gleich zu Beginn auf, dass ihm nämlich die Menschen gleichgültig seien. Im Gegenteil. Ab und zu, so erfahren wir, braucht er sogar eine Auszeit, um sich abzulenken. „Ihr wollt wissen“, fragt er, „wovon ich mich ablenken muss? (…) Es sind die übrig gebliebenen Menschen. / Die Überlebenden.“ Eine solche Überlebende, „eine Expertin im Zurückbleiben“ ist die neunjährige Liesel Memminger. Von ihr handelt dieses wunderbare Buch. Zum ersten Mal begegnet der Tod der neunjährigen Liesel 1939 am Grab ihres kleinen Bruders, wo sie auch ihre Karriere als Bücherdiebin beginnt: Mit Hilfe des Handbuchs für Totengräber lernt sie das Lesen und muss fortan immer wieder Bücher stehlen. Sie „rettet“ auch welche — vor den Flammen der Nazis. Und hin und wieder bekommt sie auch welche geschenkt. Ihre Liebe zu Büchern muss es sein, die den Tod, der sich selbst hier als großer Erzähler erweist, die Liesel lieb gewinnen lässt. Während um sie herum Bombenhagel alles in Schutt und Asche legen, findet sie Schutz im Keller – und in ihren Büchern. Der Tod, den der Autor uns hier präsentiert, muss man in der Tat nicht fürchten. Er ist weder böse noch kaltblütig. Und er hat eine Schwäche für Menschen, die lesen und die Bücher lieben. Ist das nicht beruhigend? Und er kann obendrein — zumindest in der Fantasie Markus Zusaks — wunderbar erzählen.
(Beschreibung von Andreas Vierecke auf Amazon.de)

Sprecher
Boris Aljinovic

Länge
459 Minuten

Meine Meinung
Dieses Buch gehört zu 100 % in die Kategorie: Bücher die man gehört/gelesen haben sollte, bevor man stirbt!

Noch nie wurde ich von einem Buch so in seinen Bann gezogen wie hier. Ich habe mein eigenes Herz pochen gehört als ich mitfieberte, ich habe geheult wie ein Schlosshund und ich habe herzhaft lachen müssen. Und das bei einem Buch, das in der Nazi-Zeit spielt. Eigentlich wollte ich solche Bücher nicht mehr hören, ich wollte mich nicht mehr mit dem Thema beschäftigen, da ich das schon sehr ausgiebig früher gemacht habe – und irgendwann soll es ja auch mal gut sein… Aber dieses Buch wurde mir von einem lieben Freund empfohlen. Auf seine Tipps kann ich mich immer verlassen. Und klar, auch dieses Mal war sein Tipp Gold wert!

Ich habe jetzt – da ich das Hörbuch gerade zu Ende gehört habe – noch alle Charaktere vor Augen – wie sie, wo sie und mit welchen Gedanken und Gefühlen sie lebten. Der Autor hat hier die Menschen aus der Himmelstraße derart lebensecht, realistisch und menschlich dargestellt, dass man den Eindruck hat, man kannte sie selbst. Und natürlich gehen einem dann die Schicksale der Einzelnen sehr unter die Haut. Und ich bin davon überzeugt, dass ich dieses Buch und deren Charaktere so schnell nicht vergessen werde.

„Die Bücherdiebin“ ist ein Buch, das einen direkt in die Zeit des 2. Weltkriegs versetzt und ihn aus einer ganz anderen Perspektive betrachten lässt. Zum Einen erzählt der sympathische Tod das Ganze und zum Anderen sieht man es aus der Sicht des Kindes Liesel. Dies eröffnet einen völlig neuen Blickwinkel – und dieser ist sehr einfühlsam, sehr einprägend.

Zu guter Letzt darf man hier natürlich auch nicht die kongeniale Leistung des Sprechers Boris Aljinovic außer Acht lassen. Er und das Buch passten einfach perfekt zusammen. Er trug die Geschichte wie immer sehr zurückhaltend und doch immer – und zwar wirklich immer – sehr passend vor. Besser hätte man es nicht machen können.

Das einzige „Buh“ gebe ich hier an Audible. Aber das ist ein Ding, das mich eh schon immer nervt ohne Ende. Der letzte Satz des Buches wurde gesprochen, man möchte ihn noch in sich klingen lassen, doch so schnell kann man den Player gar nicht abstellen wie schon wieder die schreckliche Werbung von Audible ertönt: Audible und … blablabla… argh. Das nervt echt! Am Anfang eines Hörbuches – ok, meinetwegen… aber bitte nicht am Ende!!!

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Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de

Siehe auch:

Val McDermid – Schlussblende

Beschreibung
Es gibt nichts Schrecklicheres, als die Wahrheit zu kennen, und niemand hört zu. Shaz Bowman ist Mitglied eines Elite-Polizeiteams, das das Verschwinden von 7  Mädchen aufklären soll. Als sie einen berühmten TV-Star verdächtigt, wird sie ausgelacht – und wenig später ermordet. Für den Profiler Tony Hill beginnt ein persönlicher Rachefeldzug, bei dem nicht klar ist, wer Jäger und wer Gejagter ist.

.

Sprecher
Diverse (-> Hörspiel)
u. a. Heikko Deutschmann, Boris Aljinovic, Florentine Lahme u. v. m.

Länge
119 Minuten

Meine Meinung
Nicht schlecht! In der kurzen Zeit hat es Val McDermid wirklich geschafft, einen wahrhaft spannenden Thriller zu präsentieren! Ein Thriller, der 2 Stunden dauert: echt klasse.

Auch die Machart des Hörspiels hat mir sehr gut gefallen. 2 Erzähler und natürlich dann die „Live-Sequenzen“, schön untermalt an den richtigen Stellen mit der richtigen Musik.

Zusammenfassend sage ich zu diesem Hörspiel: Klasse Story, klasse Umsetzung.

Fazit: absolut empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de

Siehe auch:

 

Ake Edwardson – Rotes Meer

Beschreibung
Es ist Mittsommer in Göteborg und Kommissar Erik Winter steht vor drei Leichen und einem Meer aus Blut. Der einzige Zeuge der Morde, ein kleiner Junge, versteckt sich vor dem Kommissar. Winter kommt mit seinen Ermittlungen in einem Milieu am Rande der Gesellschaft, in dem der Kampf ums Überleben zusammenschweißt, nur mühsam voran. Seine einzige Hoffnung ist es, den Jungen zu finden.

Einfühlsam, poetisch und mit großer erzählerischer Kraft schreibt Ake Edwardson in seinem achten Roman um Kommissar Winter über die, die im Schatten unserer Gesellschaft leben.

Sprecher
Ulrike Grote und Boris Aljinovic

Länge
4 CDs

Meine Meinung
Ein guter und spannender Krimi. Was aber im Klappentext als „große erzählerische Kraft“ geschildert wird, fand ich stellenweise eintönig. Denn, ok, es ist sicherlich ein ganz eigener Stil, der hier in diesem (Hör-)buch verwendet wird, aber z. B. folgender Wortwechsel – also der Text stimmt jetzt nicht, aber es soll ja nur ein Beispiel sein:

„Hat der Mann eine Pistole in der Hand gehabt?“
Der Junge nickte.
„Hat der Mann die Pistole auf Hassan gerichtet?“
Der Junge nickte.
„Hat der Mann geschossen?“
Der Junge nickte.
„Hat der Mann auf Hassan geschossen?“
Der Junge nickte…

Usw… 10 bis 15 Mal hintereinander „Der Junge nickte“… Zunächst fand ich das ja mal einen etwas anderen Stil, der mir anfangs noch gefiel. Aber solche „Dialoge“ kommen sehr häufig in dem Buch vor und zum Schluss fand ich es einfach nur noch einfallslos und ziemlich nervig.

Aber nichtsdestotrotz ist die Story gut und klug konstruiert. Sie gibt genug Spielraum für eigene Spekulationen und sorgt somit dafür, dass man das Hörbuch nicht aus „den Ohren nehmen“ möchte, bevor man die Auflösung kennt. Schön gemacht fand ich auch die Geschichte des Mädchens (gesprochen von Ulrike Grote) die zwischendurch immer weiter erzählt wird. Erst ganz zum Schluss klärt sich auf, welche Geschichte hier eigentlich erzählt wird.

Fazit: stars_4 empfehlenswert

Siehe auch:

Leo Tolstoi – Herr und Knecht

Beschreibung
Der neureiche Kaufmann Wasilij Andrejitsch verirrt sich auf einer Geschäftsreise mit seinem Knecht Nikita in einem Schneesturm. Schließlich stecken Herr und Knecht mit dem Wagen im Schnee fest und die Nacht bricht herein. Es beginnt ein Kampf gegen die Elemente auf Leben und Tod…

Sprecher:
Boris Aljinovic

Länge
122 Minuten

Meine Meinung
Eine sehr kurze aber dennoch sehr gute und kurzweilig erzählte Geschichte. Die Charaktere sind anschaulich beschrieben, so dass man sich in sie sehr gut hinein versetzen kann. Und am Ende siegt meiner Meinung nach wenigstens einmal die Gerechtigkeit 😉 Doch, diese Erzählung fand ich jetzt zwar nicht meisterhaft (dazu ist sie ja auch einfach zu kurz) aber dennoch empfehlenswert.

Fazit: empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de

Siehe auch: