Bridget Collins – Die verborgenen Stimmen der Bücher

Beschreibung
Emmett Farmer arbeitet auf dem Hof seiner Eltern, als ein Brief ihn erreicht. Er soll bei einer Buchbinderin in die Lehre gehen. Seine Eltern, die wie alle anderen Menschen Bücher aus ihrer Welt verbannt haben, lassen ihn ziehen – auch weil sie glauben, dass er nach einer schweren Krankheit die Arbeit auf dem Hof nicht leisten kann. Die Begegnung mit der alten Buchbinderin beeindruckt den Jungen, dabei lässt Seredith ihn nicht in das Gewölbe mit den kostbaren Büchern. Menschen von nah und fern kommen heimlich zu ihr. Emmett kommt ein dunkler Verdacht: Liegt ihre Gabe darin, den Menschen ihre Seele zu nehmen? Dann stirbt die alte Frau – und der Junge erkennt, welch Wohltäterin sie war – und in welche Gefahr er selbst geraten ist.

Sprecher
Frank Stieren

Länge
14 h 54 m

Meine Meinung in Kürze
Wer liebt sie nicht, die Bücher, in denen es um Bücher geht. Hier haben wir wieder solch ein Exemplar. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Anfangs fand ich sie zwar etwas befremdlich, doch je weiter die Story voran schritt, umso besser gefiel sie mir. Und am Ende war ich äußerst zufrieden mit dem gesamten Plot.

Vielleicht wurden hier etwas viele Themen aufgearbeitet, doch ich fand die drei verschiedenen Themen durchaus gut in die Story eingeflochten, so dass sie mir nicht überfüllt vorkam. Im Gegenteil, irgendwie gehörte es einfach alles zusammen.

Der Sprecher hat mir auch sehr gut gefallen.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Bridget Collins – Die verborgenen Stimmen der Bücher

Karl Olsberg – Girl in a strange land

Beschreibung
Überall auf der Welt herrscht ein erbarmungsloser Krieg. Nur im Tal der Erweckten, das von der Außenwelt abgeschottet ist, können die Menschen noch in Sicherheit und Frieden leben. Das glaubt zumindest Sophia. Doch als ihr Freund Mirko verschwindet, beginnt Sophia ihre streng religiöse Gemeinde infrage zu stellen. Sie verlässt das Tal und findet anstelle eines Schlachtfeldes eine scheinbar perfekte, hoch technisierte Gesellschaft vor. Kann es sein, dass Sophias bisheriges Leben eine einzige Lüge war?

Nach seinem Jugendbuch-Debüt „Boy in a White Room“, das für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde, erschafft Bestsellerautor Karl Olsberg auch in der Fortsetzung „Girl in a Strange Land“ wieder ein erschreckendes Zukunftsszenario. Abermals konfrontiert er den Leser schonungslos mit philosophischen Fragen nach Realität und Selbstbestimmung – ein hochspannender Future-Thriller mit Tiefgang!

Sprecher
Julia Stoepel

Länge
8 h 12 m

Meine Meinung
Dies ist die Fortsetzung von „Boy in a white room“. Da mir der erste Band schon richtig gut gefallen hatte, freute ich mich natürlich auf den 2. Band.

Hier hat Olsberg wieder zwei fantastische Welten erfunden. Ein Tal der Erweckten, die nach altem religiösen Glauben lebten – eine Sekte also, aus der es kein Entkommen zu geben schien. Denn die Predigt lautete immer wieder,  dass der Rest der Welt in Schutt und Asche liege und dort  – wenn überhaupt – nur noch Verbrecher leben würden. Also ein Ort, an den man sich freiwillig wohl nicht begeben will. Doch natürlich gab es einen, der zweifelte und plötzlich war er weg. Das war der Freund unserer Protagonistin Sophia. Er hatte ihr Bücher gezeigt, die im Tal natürlich verboten waren. Heimlich las sie darin. Die Bücher waren keine Liebesromane, nein, es waren naturwissenschaftliche Werke, die Sophia immer mehr staunen ließen, wurde ihr ihr ganzes Leben lang doch etwas gänzlich anderes eingetrichtert. Von Neugierde und Sehnsucht nach ihrem Freund getrieben, machte sie sich also auf ins verbotene Land. Und hier erlebte sie eine enorme Überraschung.

Mir hat der krasse Gegensatz der zwei von Olsberg geschaffenen Welten sehr gut gefallen. Etwas unglaubwürdig fand ich zwar die äußerst schnelle Auffassungsgabe unserer Protagonistin, die im Nullkommanichts die neue Welt verstand. Aber gut, das Hörbuch hat nur acht Stunden, da bleibt keine Zeit für stundenlanges Hinterfragen und Fragezeichen über dem Kopf. Immerhin hat Olsberg in Ansätzen ihre anfängliche Verwirrung sehr gut dargestellt.

Insgesamt fand ich die Fortsetzung ebenso gelungen wie den ersten Teil. Es ist kurzweilig und rasant geschrieben und keine Minute langweilig. So soll es sein.

Julia Stoepel als Sprecherin hat mir auch sehr gut gefallen. Sie passte gut zum Charakter von Sophia.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Karl Olsberg – Girl in a strange land

Siehe auch:

Serotonin – Das Blausteintuch. Ein Renaissance-Roadmovie

Das BlausteintuchBeschreibung
Dieses Buch ist eine Odyssee, ein Abenteuerroman, eine mittelalterliche Saga und ein Renaissance-Roadmovie, es erzählt die gefahrvolle Reise des Carlos Karge Dinarese, die vom Balkan über das Osmanische Reich bis nach Venedig führt. Spätmittelalter in Rumelien, Schlachtfeld der osmanischen Invasion gen Westen, Heere und Kulturen prallen aufeinander.

Karge, ein Bauernsohn und Außenseiter, fällt eines Tages der „Knabenlese“ zum Opfer und wird aus seiner Heimat gen Osten verschleppt. Doch das Unglück entpuppt sich als Segen, denn für Karge beginnt eine Reise in ein gänzlich anderes Leben: Er schließt echte Freundschaften, sieht sein erstes Kamel, lernt die wunderbaren Gärten jener Feinde kennen, die ihn raubten. Er hat Glück mit seinem neuen Herren und findet in dessen Haus den Zugang zu Büchern und Bildung.

Selbst die neuerliche Vertreibung aus Bursa und seine Flucht über das Meer nach Venedig können den jungen Mann nicht aufhalten. Als Karge jedoch seine Chance ergreift, die fest gefügte Ordnung der Serenissima mit seinen neuen Ideen zu durchbrechen, ruft er den Zorn der Kirche und des Adels auf sich. Ein tödliches Spiel beginnt…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Stefan Kaminsky

Länge
16 h 05 m

Meine Meinung
Lange schlich ich um dieses Hörbuch herum. Warum ich nicht sofort zugriff, ist mir im Nachhinein eigentlich schleierhaft. Denn sowohl das Cover als auch die Beschreibung finde ich sehr verlockend.

Wie sich dann – nach dem Kauf – endlich herausstellte, wurde ich mit meiner Erwartungshaltung auch nicht enttäuscht. Im Gegenteil! Ich wurde positiv überrascht, ob der spritzigen, spannenden Geschichte.

Ich möchte hier nichts über den Inhalt erzählen, das würde komplett ausufern. Denn mit zwei, drei Absätzen ist das nicht getan. So einiges widerfährt dem jungen und sympathischen Karge. Er ist auch durchaus etwas einfältig. Doch dies liegt vermutlich an seinem einfach zu guten Herzen. Er kann sich einfach nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die anders gestrickt sind – ja, die einfach böse sind. Und so hat er mit einigen Schicksalsschlägen zu kämpfen. Doch immer macht er tapfer weiter, findet wieder und wieder einen Ausweg aus seiner misslichen Lage.

Doch was mir wirklich ein wenig fehlte, war die Entwicklung des Karge. Er liest zwar viele Bücher und wird dadurch immer schlauer. Aber cleverer wird er im Umgang mit den Menschen nicht. Eigentlich reagiert er immer nur, er agiert nur selten. Aber wie schon oben gesagt, liegt das vermutlich an seiner fehlenden Vorstellungskraft, dass andere Menschen andere Dinge im Schilde führen.

Hätte der Protagonist also in dieser Hinsicht etwas mehr Entwicklung durchgemacht, so wäre dieses Hörbuch auf meiner Bestenliste gelandet. So jedoch nicht.

Allerdings schmälerte das meinen Hörgenuss in keinster Weise. Die Geschichte ist rasant, spannend, sehr abwechslungsreich und niemals langweilig. Auch habe ich Karge sofort in mein Herz geschlossen, was natürlich eine der besten Voraussetzungen dafür ist, mit jemanden mitzuzittern. Für mich war die Geschichte also rundum gelungen. Auf eine Fortsetzung darf man sich wohl auch schon freuen. Ich jedenfalls warte schon gespannt darauf.

Das i-Tüpfelchen war natürlich der kongeniale Sprecher Stefan Kaminski. Er hat die Geschichte derart mit Lebendigkeit gefüllt, dass man sich stellenweise direkt neben Karge wähnte und in die Story eingesogen fühlte.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Serotonin – Das Blausteintuch. Ein Renaissance-Roadmovie

Siehe auch:

Lissa Evans – Miss Vee oder wie man die Welt buchstabiert

Miss VeeBeschreibung
Es ist immer wichtig, einen guten Plan zu haben.

Nichts im Leben von Vera Sedge verläuft nach Plan. Die 36-Jährige stolpert von einem selbstverursachten Drama ins nächste. Vee ist notorisch pleite, und es ist ihr egal, wenn sie auch mal krumme Wege geht. Dann humpelt der zehnjährige Noel in ihr Leben. Er ist mit der Kinderlandverschickung ins St. Albans gekommen. Hochbegabt, altklug und ganz anders als alle Menschen, die Vee bisher kennengelernt hat, bringt er sie auf eine brillante Idee. Doch es sind Noels kühler Kopf und sein großes Herz, die aus der Idee erst einen Geldsegen machen. Auf sich allein gestellt, ist Vee eine Katastrophe. Zusammen mit Noel sind sie ein gutes Team. Die beiden verbindet eine ungewöhnliche Freundschaft, und gemeinsam entdecken sie, was ein echtes Zuhause bedeuten kann.

Sprecher
Cornelia Dörr

Länge
9 h 29 m

Meine Meinung
An dieses Buch musste ich mich erst gewöhnen. Denn sie ist schon sehr eigenwillig. Doch letztendlich auch sehr schön.

Es ist Krieg. Die Kinder werden aus London, das bombardiert wird, hinaus aufs Land gebracht in der Hoffnung, dass sie von den Landbewohnern aufgenommen werden. Noel, der an Kinderlähmung leidet, will natürlich niemand haben. Was soll man schon mit einem Krüppel anfangen. Doch Miss Vee sieht genau hierin ihre Chance. Nicht dass sie Mitleid mit dem Kleinen hätte. Nein, sie handelt hier intuitiv und eigennützig. Denkt, die anderen müssten dann mit ihr Mitleid haben, da sie einen Krüppel abbekommen hat und würden hoffentlich spendabel ihr gegenüber sein. Doch sie hat nicht damit gerechnet, was dieser kleine Bursche auf dem Kasten hat. Dumm ist er nämlich ganz und gar nicht. Und so bilden die beiden bald ein perfektes kleines „Gaunerpaar“, dass sich tapfer durchs Leben schlägt.

Man kann sich vorstellen, dass es hier einige brenzlige Situationen gibt. Doch diese sind so humorvoll und lebendig geschrieben, dass ich wirklich oft schmunzeln musste. Was also zunächst sehr makaber begann, entpuppte sich in meinen Ohren zu einem heiteren Roman, der trotz des Krieges und der fallenden Bomben schön anzuhören war.

Die Sprecherin passte ganz perfekt zu Miss Vee und hat mit ihrer frechen Stimme genau den richtigen Ton getroffen.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Lissa Evans – Miss Vee oder wie man die Welt buchstabiert

Ray Bradbury – Fahrenheit 451

Fahrenheit451Beschreibung
Bei 451 Grad Fahrenheit „fängt Bücherpapier Feuer und verbrennt“. In dem Staat, den Bradbury in eine nahe Zukunft projiziert, ist die Feuerwehr nicht mehr mit Wasserspritzen ausgerüstet, sondern mit Flammenwerfern, die genau diesen Hitzegrad erzeugen, um die letzten Zeugnisse individualistischen Denkens, die Bücher, zu vernichten. Da beginnt ein Feuerwehrmann, sich Fragen zu stellen …
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Sprecher
Hans Eckardt

Länge
353 Minuten (5 CDs)

Meine Meinung
Guy Montag ist Feuerwehrmann. Jedoch ist er Feuerwehrmann in einem Amerika der Zukunft. In dieser Zeit hat das Fernsehen die Oberhand, Bücher sind verboten. Die Folge: eine Masse von willenlosen Menschen, die nur noch auf die TV-Wände (es sind nicht mehr „nur“ Geräte, nein es sind gleich ganze TV-Wände) starren und sich berieseln lassen. Menschlichkeit, die Schönheit der Natur, all das zählt nicht mehr. Und der Beruf des Feuerwehrmanns hat sich auch gewandelt. Denn er bekämpft nicht mehr das Feuer, sondern er legt es. Ziel: Jedes Buch muss verbrannt werden.

Als Guy ein kleines Mädchen kennenlernt, die ihn auf die Schönheit der Welt hinweist, beginnt er langsam, an seiner Aufgabe als Feuerwehrmann zu zweifeln. Ist es wirklich richtig, was er da tut? Er kommt immer mehr zu dem Entschluss, dass er die Bücher nicht mehr verbrennen will. Er rettet somit einige Bücher aus Häusern, die niedergebrannt werden. Zuhause beginnt er zu lesen. Dann denunziert ihn seine eigene Frau… mehr will ich nicht zum Inhalt verraten. Will ja keinem die Spannung nehmen.

Mir hat „Fahrenheit 451“ gut gefallen. Für mich ist das eine unvorstellbare Welt, in der Bücher verboten sind. Die schrittweise Entwicklung, die Guy vom Bücherverbrenner zum Bücherretter an den Tag legt, fand ich sehr interessant und auch gut und glaubwürdig dargestellt.

Ich kann dieses Buch jedem ans Herz legen, der sich ein Leben ohne Bücher auch nicht vorstellen kann.

Den Sprecher Hans Eckardt fand ich passend und gut für dieses Hörbuch. Es gibt aber wohl mittlerweile eine neue Hörbuchausgabe mit Rufus Beck als Sprecher. Diese ist bestimmt auch sehr hörenswert.

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Petra Hammesfahr – Roberts Schwester

Beschreibung
Die Geschwister Mia und Robert sind unzertrennlich. Selbst ein von Robert verschuldeter Autounfall, der Mias Gesicht und ihre Bildhauer-Karriere zerstört, kann diese besondere Bindung nicht beenden. Doch dann heiratet Robert Isabell. Die Spannung zwischen den beiden Frauen wird unerträglich. Isabell oder Mia — Robert muss sich entscheiden. Und dann ist Robert tot.

Erschossen wird er an einsamer Stelle in seinem Auto gefunden. Für Mia ist der Fall klar: Ein Komplott zwischen Isabell und ihrem mysteriösen Ex-Geliebten, um Roberts Vermögen zu kassieren. Nur beweisen kann sie nichts, denn an die Mordnacht hat Mia keinerlei Erinnerung — zu viel Tabletten, zu viel Alkohol. Dafür findet sich am Tatort eine Öllache. Und sollte nicht Mias Auto wegen Ölverlust in die Werkstatt? Hatte Robert nicht gerade ein Haus für sich und Isabell gekauft und damit gedroht, Mia zu verlassen? Wer hat Robert tatsächlich auf dem Gewissen?

Seiten
254

Verlag
rororo

Meine Meinung
Die ersten ca. 100 Seiten musste ich mich etwas durch das Buch quälen… ich dachte die ganze Zeit: mein Gott, die (also Mia) ist doch irre – muss ich mir das wirklich geben? Aber dann, dann wurde es ein richtig guter Hammesfahr-Roman. Zwar immer noch sehr verwirrend – aber man konnte langsam echte Verdächtigungen hegen und pflegen – um sie dann doch wieder zu verwerfen. Das hat mir richtig gut gefallen. Die letzten Seiten vergingen wie im Flug und ich konnte gar nicht so schnell lesen, wie ich weiter kommen wollte in der Geschichte!

Doch, das war wieder ein Roman, der so richtig zu Herzen geht – wie so oft bei Petra Hammesfahr. Und die anfängliche Schwierigkeit, überhaupt in das Buch zu finden, kann ich nach dem Ende absolut verzeihen.

Fazit: absolut empfehlenswert

Siehe auch: