Mariana Leky – Was man von hier aus sehen kann

Beschreibung

Von der unbedingten Anwesenheitspflicht im eigenen Leben.

Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen, verschwinden lassen oder in Ordnung bringen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman – und natürlich noch viel mehr. Was man von hier aus sehen kann ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe im Modus der Abwesenheit.

Sprecher
Sandra Hüller

Länge
8 h 01 m

Meine Meinung
Was selten vorkommt: Dass ich ein Hörbuch nach dem Beenden direkt nochmals von vorne anfange. Ja, bei diesem Hörbuch war das so. Nicht, weil es so kompliziert, sondern weil es einfach so schön war und ich mich auch an der Sprecherin einfach nicht satt hören konnte. Sie hat eine wunderbare Stimme und eine ganz eigentümliche Art, die Sätze zu betonen. Das hat mir sehr, sehr gut gefallen.

Überhaupt habe ich das ganze Dorf in mein Herz geschlossen. All diese Leute mit ihren sehr detailliert beschriebenen Eigenarten. Selbst die „Stinkstiefel“ hat man einfach gern. Es gibt in diesem Roman derart viele tolle Szenen, dass man ab liebsten umziehen möchte. In eben genau dieses Dorf im Westerwald. Denn dort scheinen auch die schlimmsten Erlebnisse mit viel Liebe und Mitgefühl überwindbar zu sein.

Die Botschaft der Geschichte – nämlich die unbedingte Anwesenheitspflicht im Leben – wurde auf so herrliche Art und Weise beschrieben, dass man ins Grübeln kommt, ob man eigentlich selbst wirklich anwesend in seinem eigenen Leben ist.

Diesem Roman zu lauschen ist wie eine leichte Sommerbrise mit einem heftigen Gewitter mittendrin. Ich kann dieses Hörbuch uneingeschränkt jedem empfehlen, der einfach mal etwas Balsam für die Seele braucht. Und wer braucht das heutzutage nicht?

Dieses Buch bereichert ab sofort meine Bestenliste.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Mariana Leky – Was man von hier aus sehen kann

Ramez Naam – Nexus: Das Internet im Kopf

NexusBeschreibung
Die Nano-Droge ermöglicht es einem, sich mental mit anderen Menschen und mit den Datenströmen des Internets zu verbinden. Der US-Behörde ERD ist Nexus jedoch ein Dorn im Auge.Sie zwingen den jungen Programmierer Kaden Lane, einen der Miterfinder von Nexus, sich bei einer skrupellosen chinesischen Wissenschaftlerin einzuschleusen. Sie plant, die gesamte Menschheit zu unterwerfen. Doch auch die Behörden gehen für Nexus über Leichen.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
15 h 09 m

Meine Meinung
„Nexus“, so wird die Nano-Droge genannt, mit der man sich u. a. mental mit anderen Menschen unterhalten kann. Tolle Zukunftsvision oder Horrorszenario? Nun, ich denke, es ist ein wenig von beidem. Jedenfalls finde ich die Vorstellung grandios – solange Nexus „richtig“ eingesetzt wird. Doch wie mit allen großen Erfindungen, birgt es natürlich auch Gefahren, wenn die Erfindung z. B. zur Machterhaltung oder zu Kriegszwecken eingesetzt wird.

Ramez Naam hat sich mit „Nexus“ eine tolle Story einfallen lassen, die eben diese Gratwanderung zwischen Gut und Böse beschreibt. In diesem Szenario wurde Nexus entwickelt, um Patienten die z. B. einen Arm verloren hatten und die nun mit einer Prothese versorgt wurden, lebensechte Bewegungsabläufe mittels Gedanken zu ermöglichen. Dass sie nicht nur einen Gegenstand greifen, sondern auch kleine, filigrane Arbeiten damit verrichten konnten. Eben Feinmotorik statt nur Grobmotorik. Doch die Regierungen sahen auch direkt ihre Chancen, was sie mit Nexus alles anstellen könnten. Nämlich das Volk komplett zu manipulieren und zu unterwerfen. Borg-ähnliche Zustände mit kollektivem Bewusstsein. Das kann gut sein, das kann übelst sein – je nach dem, wer die Führung hat.

Naam hat dies in eine spannende Geschichte gepackt, in der es an Kampfszenen nicht mangelt. Leider waren diese Kampfszenen zu oft, zu detailliert und zu lange für meinen Geschmack. Kürzere Beschreibungen hätten mir da vollkommen ausgereicht. Doch sonst war die Story wirklich irre spannend und sehr nahe an einer vorstellbaren Zukunft. Denn so abwegig ist diese Idee ganz und gar nicht mehr.

In dem äußerst interessanten Nachwort erklärt Ramez Naam, wie er zu der Idee von Nexus kam – auf welchen heute bereits vorhandenen Technologien er aufgesetzt hat. So wurde z. B. auch das Cochlear Implantat erwähnt und erklärt, welches meine Nichte z. B. hat. Sie wurde mit an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit geboren. Mit knapp zwei Jahren hat sie das erste CI (kurz für Cochlear Implantat) bekommen, mit sechs Jahren das zweite. Dank dieser Implantate kann sie hören und sprechen. Gäbe es diese Technologie nicht, könnte sie nichts hören und wir könnten nur mittels Gebärdensprache mit ihr kommunizieren. Gerade heute Abend ist sie auf einem Musikfestival. Das wäre sie als taubes Mädchen sicherlich nicht.

Kurzum, Nexus ist ein geniales, äußerst interessantes Zukunftsszenario, das zwar meiner Meinung nach einige Längen (siehe Kampfszenen) hat, dafür aber mit vielen glaubhaften und vorstellbaren Ideen brilliert.

Warum im Titel allerdings der Zusatz „Das Internet im Kopf“ zu finden ist, leuchtet mir nicht ganz ein. Denn damit hat es nicht sonderlich viel zu tun. Vermutlich steht das da nur, um die Leser/Hörer zu locken.

Uve Teschner bei diesem Hörbuch als Sprecher einzusetzen, war natürlich ebenfalls eine sehr gute Entscheidung. Er war mal wieder perfekt in seiner Rolle.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Ramez Naam – Nexus: Das Internet im Kopf

Siehe auch:

David Michie – Die Katze des Dalai Lama

Die Katze des Dalai LamaBeschreibung
Sympathischer Protagonist dieses Romans ist eine junge Himalaya-Katze, die im Laufe der Geschichte eine persönliche Wandlung erfährt. Als Straßenkatze wird sie von einem Mitarbeiter des Dalai Lama gerettet und erlebt hinter den Klostermauern in Dharamsala zahlreiche Abenteuer. His Holiness‘ Cat ist bei allen Unterweisungen und Gesprächen des Dalai Lama dabei. Und die Einsichten und Erkenntnisse, die sie dabei aufschnappt, gibt sie aus der Sicht einer Katze auf äußerst vergnügliche Art wieder. Sie stellt dadurch die buddhistische Lehre vom Kopf auf die Füße und vermittelt auf ganz anschauliche Weise, wie man in der turbulenten modernen Welt Glück und Sinn finden kann.

Sprecher
Ursula Beringhof

Länge
7 h 29 m

Meine Meinung
Dieses Hörbuch hat mir sehr gut gefallen. Die Story wird aus Sicht der Katze erzählt, die der buddhistischen Lehre des Dalai Lama immer äußerst interessiert lauscht und dann ihre eigenen Erfahrungen damit macht.

Der Autor hat den Charakter von Katzen sehr schön auf den Punkt gebracht. Ihre Eitelkeit, ihre Hochnäsigkeit aber auch ihre liebenswerte Art wurden hier äußerst gelungen beschrieben. Dies in Verbindung mit den Gesprächen des Dalai Lama haben mir über die komplette Zeit ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert, nicht selten musste ich laut lachen ob der Situationskomik, die sehr gut ausgearbeitet wurde.

Sehr schön fand ich auch die geschilderte Entwicklung des Kneipers Frank, der erst so nach und nach begriff, was Buddhismus eigentlich bedeutet.

Ursula Berlinghof als Sprecherin passte mehr als perfekt zu dieser Geschichte. Sie hatte jederzeit die richtige Betonung für jeden der Personen und machte dieses Hörbuch durch ihre sympathische Art zu einem wahren Hörerlebnis.

Von mir gibt es eine klare Hörempfehlung. Auch, da man dieses Hörbuch immer wieder hören kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einmal langweilig werden könnte.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: David Michie – Die Katze des Dalai Lama