Ulrich Alexander Boschwitz – Der Reisende

Beschreibung
Berlin, 1938: Der Kaufmann Otto Silbermann findet sich nach den Novemberpogromen und seiner Flucht aus Berlin als rastloser Reisender in den Zügen der Deutschen Reichsbahn wieder. Verwandte und Freunde sind verhaftet oder verschwunden. Was ihm noch bleibt, ist eine Aktentasche voller Geld.

In den Waggons, auf Bahnsteigen und in Bahnhofsrestaurants, auf seinen Fahrten quer durchs Land trifft er auf andere Reisende, Flüchtlinge und Nazis, auf gute wie schlechte Menschen. Noch nie hat man mit so unmittelbarer Wucht nachempfinden können, wie lebensverändernd die Novemberpogrome für jeden einzelnen Menschen in Deutschland waren.

Sprecher
Torben Kessler

Länge
7 h 26 m

Meine Meinung
Otto Silbermann steckt mitten in Verhandlungen, um sein Haus zu verkaufen, als die Nazis seine Wohnung stürmen. Hals über Kopf verlässt er seine arische Frau und sein Heim, um seiner Verhaftung zu entkommen. Doch wo soll er hin? Sein Geschäftspartner sollte doch schon längst von den Verkaufsverhandlungen aus Hamburg zurück sein. Will er ihn etwa um sein Geld bringen? Becker, ein Arier, man weiß ja nicht mehr, wem man noch vertrauen soll. Kurzentschlossen reist er mit der Bahn nach Hamburg. Dort sieht er auch seinen Geschäftspartner zusammen mit Nazis an einem Tisch ausgiebig feiernd. Die Zweifel steigen, denn Becker ignoriert ihn komplett, so als würde er Silbermann überhaupt nicht kennen. Zuhause in Berlin treffen die beiden wieder aufeinander. Becker löst in einem höchst unerfreulichen Disput die Geschäftsbeziehung auf und zahlt Silbermann aus. Mit einem Koffer voller Geld steigt er in den nächsten Zug, denn er weiß nicht recht, wo er denn hin soll. Freunde und Verwandte wurden entweder verhaftet oder sind in der Partei. Fortan ist er auf Reisen, diverse Versuche, Deutschland zu verlassen, scheitern, so dass er immer weiter auf Reisen ist.

Hierbei lernt er verschiedene Menschen kennen, die Gespräche sind immer höchst interessant anzuhören. Auch Silbermanns Gedanken, wenn er alleine im Abteil sitzt sind zutiefst menschlich und nachvollziehbar und stellen sehr deutlich die innere Zerrissenheit der Juden dar. Denn was unterscheidet sie denn von den Goys? Und plötzlich wird er kurzzeitig gedanklich selbst zum jüdischen Antisemit und meint, all die anderen Juden seien an seinem Elend schuld.

Es ist wirklich unglaublich gut geschildert, welche Verzweiflung in Silbermanns Kopf Form annimmt. Ich fand diese Geschichte äußerst beklemmend und zutiefst menschlich erzählt. Er steht hier für viele Tausend anderer Juden, die im Nazideutschland gnadenlos verfolgt, verhaftet und ermordet wurden.

Wie man sich denken kann, ist diese Geschichte keine seichte oder leichte  Unterhaltung. Doch trotzdem oder gerade deshalb möchte ich dieses Hörbuch sehr empfehlen! Nicht zuletzt, da Torben Kessler als Sprecher wirklich eine grandiose Leistung hingelegt hat.

Weitere Informationen
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Christoph Keese – Disrupt yourself

Vom Abenteuer, sich in der digitalen Welt neu erfinden zu müssen

Beschreibung
Wie uns unser persönlicher digitaler Wandel gelingt:

Wir spüren alle, dass der Boden, auf dem wir stehen, zittert. Lähmt uns der Gedanke, dass rund die Hälfte aller Berufe aussterben wird? Oder elektrisiert uns die Aussicht auf eine glanzvolle digitale Zukunft?

Christoph Keese, einer der führenden Digitalisierungsexperten Deutschlands, ist immer am Puls der Veränderungen. Er fordert uns auf, unsere persönlichen Stärken zu erkennen und zu nutzen, um uns radikal neu zu erfinden. Zeigt, wie wir es schaffen, mit den Entwicklungen Schritt zu halten. In „Disrupt Yourself“ steckt ein Versprechen: Wir können alle zu Digitalisierungsgewinnern werden!

Sprecher
Frank Arnold

Länge
10 h 3 m

Meine Meinung
Christoph Keese beschreibt in diesem Hörbuch sehr strukturiert, welche Veränderungen die Digitalisierung mit sich bringen wird. Dass damit nicht nur viele Berufe gänzlich verschwinden werden, beschreibt er ebenso logisch, wie auch die Möglichkeiten die man hat, um selbst nicht als kompletter Digitalisierungsverlierer dazustehen. Nämlich mittels Disruption.

Er bringt hier sehr viele Beispiele, wo wir momentan stehen und wie es in Zukunft vermutlich aussehen wird. Auch zeigt er viele Beispiele auf, wo und wie die Digitalisierung schon erfolgreich umgesetzt wurde.

Ich finde dieses Buch sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber äußerst empfehlenswert. Denn wenn die Mehrheit der Unternehmen in Deutschland weiterhin den Veränderungen auf der Welt derart lethargisch begegnet, dann werden wir wohl schneller als wir es uns auch nur vorstellen können, nur noch der Zukunft hinterherhecheln und nicht mehr in vielen Bereichen Marktführer sein.

Dieses Buch ist jedoch kein trockenes Sachbuch. Ganz im Gegenteil. Ich habe selten solch ein motivierendes und inspirierendes Werk auf den Ohren gehabt.

Deshalb bekommt dieses Hörbuch einen Platz auf meiner Bestenliste.

Weitere Informationen
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Siehe auch:

Maria Braig – Nennen wir sie Eugenie

Beschreibung
Die junge Senegalesin Eugenie flüchtet aus ihrer Heimat, da ihr dort wegen ihrer Liebe zu einer Frau Gefängnis, Folter, und möglicherweise auch der Tod drohen. Sie sucht Schutz in Deutschland. Doch das Asylverfahren verläuft nicht wie erwartet. Perspektivlosigkeit, Langeweile und eine sie ständig begleitende Angst vor einer Abschiebung prägen ihren Alltag in der Flüchtlingsunterkunft.

Dieses Hörbuch basiert auf der Grundlage realer Schicksale. Einzelheiten wurden von der Autorin frei hinzugefügt. Eine Geschichte, wie sie heute in vielen Ländern von vielen Menschen durchlebt werden muss.

Sprecher
Birgit Arnold

Länge
3 h 51 m

Meine Meinung
Dieses Hörbuch erzählt die Geschichte einer Senegalesin, die nach Deutschland geflüchtet ist, da sie in ihrem Heimatland nicht länger bleiben kann. Der Grund: Ihre Liebe zu einer anderen Frau und die drohende Zwangsverheiratung mit einem ihr unbekannten Mann. Im Senegal wird homosexuelle Liebe nicht akzeptiert und unter drastische Strafe gestellt. Sehr schnell wenden sich alle ihre Freunde von ihr ab, sind gar bereit, sie an die Polizei zu verraten. Es bleibt ihr nichts anderes übrig, als Hals über Kopf das Land zu verlassen. Völlig planlos kommt sie also in Deutschland an und wird in ein Asylantenheim gesteckt. Die Menschen, die dort leben, könnten unterschiedlicher nicht sein. Kaum einer spricht die Sprache des anderen, somit ist eine Verständigung untereinander äußerst schwierig. Sie haben einzig gemeinsam, dass sie alle geflüchtet sind. Und das aus den verschiedensten Gründen und aus den verschiedensten Ländern. Und sie sind hier alle einsam und perspektivlos.

Eugenie ist äußerst unglücklich, nicht mehr im Senegal bei ihrer Freundin sein zu können. Denn alles was sie wollte, war ein glückliches Leben mit ihr. Sie nahm all die Umstände auf sich, die solch eine heimliche Liebe mit sich brachte, denn das war allemal besser, als nun in Deutschland zu sein und soweit weg von ihr. Doch sie hatte einfach keine andere Chance, als ihr Land zu verlassen, wenn sie nicht für den Rest ihres Lebens im Gefängnis verbringen wollte. Und das nur, weil sie eine Frau anstatt einen Mann liebt.

Ich fand die Erzählung, was Eugenie hier in Deutschland erlebte, wie sie sich bemühte und wie sie versuchte, mit ihrer Verzweiflung umzugehen, sehr zu Herzen gehend. Und ich finde es sehr wichtig, dass man einen Eindruck von eben solchen Erlebnissen erhält. Denn ohne solche persönlich geschilderten Eindrücke bleiben die Flüchtlinge eben einfach nur Flüchtlinge, „die doch froh sein sollten, dass sie hier sind.“  Der Aspekt Mensch mit Ängsten, Gefühlen, Nöten, Wünschen, Träumen etc. wird ja gerne allzu schnell vergessen.

Dieses Hörbuch öffnet einem die Augen, dass es durchaus auch andere lebensbedrohliche Situationen außer Krieg und Armut gibt, die einen Menschen dazu bringen können, seine geliebte Heimat zu verlassen und zu uns zu flüchten. Ich glaube, kaum einer hat die Hoffnung, dass er hier den Himmel auf Erden vorfindet, doch vermutlich hat jeder die Hoffnung, dass er hier zumindest eine reelle Chance aufs Überleben hat. Und das alleine sollte für uns, die wir einfach nur Glück hatten, in Deutschland geboren zu sein (denn nichts anderes ist es als Glück) Grund genug sein, um Flüchtlinge zu akzeptieren, auch wenn sie nicht gerade aus einem aktuell in den Nachrichten gezeigten Kriegsgebiet kommen. Es liegt so einiges im Argen in unserer Welt.

Birgit Arnold als Sprecherin fand ich wieder sehr gut. Ich mag ihre Stimme einfach und ihre Art, sich selbst zurückzuhalten und dem Text die volle Wirkung zu überlassen.

Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Verlag 3.0

Weitere Informationen
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Anthony Doerr – Alles Licht, das wir nicht sehen

alles-licht-das-wir-nicht-sehenBeschreibung
Frankreich im Zweiten Weltkrieg: Eine bildgewaltige Geschichte zweier Schicksale

„Alles Licht, das wir nicht sehen“ von Anthony Doerr ist ein Meisterwerk der Sprache. Mit seinen großen Worten und einprägsamen Bildern zieht der Pulitzer-Preisträger seine Zuhörer in diesem Hörbuch tief hinein in das Leben seiner Protagonisten.

Das sind die erblindete Marie-Laure LeBlanc aus Paris und der Deutsche Werner Hausner. Während Marie mit ihrem Vater, einem Museumsdirektor, aus der besetzten Hauptstadt fliehen muss, gerät Werner in die zerstörerische Maschinerie der Kriegsarmee. Ihre Schicksalswege kreuzen sich, als Werner Teil einer Spezialeinheit wird, die Widerstandskämpfer aufspüren soll. Sein Weg führt direkt nach Saint-Malo, wo sich Marie und ihr Vater versteckt halten.

Das ungekürzte, von Frank Arnold gelesene Hörbuch „Alles Licht, das wir nicht sehen“ von Anthony Doerr ist kein üblicher Kriegsroman. Es ist eine Ode an die Menschlichkeit, ein Kaleidoskop aus Hoffnung, Angst, Liebe und Wahrheit. Kurzum: eine Empfehlung für alle Fans von ergreifenden Geschichten mitten aus dem Leben.

Inhaltsangabe
Saint-Malo 1944: Marie-Laure, ein junges, blindes Mädchen, ist mit ihrem Vater, der am „Muséum National d’Histoire Naturelle“ arbeitet, aus dem besetzten Paris zu ihrem kauzigen Onkel in die Stadt am Meer geflohen. Einst hatte er ihr ein Modell der Pariser Nachbarschaft gebastelt, damit sie sich besser zurechtfinden kann. Nun ist in einem Modell Saint-Malos der vielleicht kostbarste Schatz aus dem Museum versteckt, den auch die Nazis jagen.

Werner Hausner, ein schmächtiger Waisenjunge aus dem Ruhrgebiet, wird wegen seiner technischen Begabung gefördert, auf eine Napola geschickt und dann in eine Wehrmachtseinheit gesteckt, die mit Peilgeräten Feindsender aufspürt, über die sich der Widerstand organisiert. Während Marie-Laures Vater von den Deutschen verschleppt und verhört wird, dringt Werners Einheit nach Saint-Malo vor, auf der Suche nach dem Sender, über den Etienne, Marie-Laures Onkel, die Résistance mit Daten versorgt…

Kunstvoll und spannend, mit einer wunderschönen Sprache und einem detaillierten Wissen um die Kriegsereignisse, den Einsatz des Radios, Widerstandscodes, Jules Verne und vieles andere erzählt Anthony Doerr mit einer Reihe unvergesslicher Figuren eine Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg, und vor allem die Geschichte von Marie-Laure und Werner, zwei Jugendlichen, deren Lebenswege sich für einen folgenreichen Augenblick kreuzen.

Gewinner des Pulitzer-Preises 2014, Finalist beim National Book Award 2014 sowie „Best Books of 2014“ der New York Times Book Review.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Frank Arnold

Länge
16 h 35 m

Meine Meinung
Diese Geschichte nimmt uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Direkt hinein in den zweiten Weltkrieg und spielt in Deutschland und Frankreich. Somit gibt es also zwei Haupterzählstränge. Einer erzählt uns die Geschichte von Werner und einer das Leben der blinden Marie-Laure. Die Erzählstränge sind immer nur sehr kurze Szenen, dann folgt wieder ein Wechsel zum anderen. Anfangs fand ich das etwas mühsam, jedoch gewöhnte ich mich daran, je mehr Form die ganze Geschichte annahm.

Die Protagonisten fand ich sehr gut beschrieben, so dass man von jeder wichtigen Person eine sehr genaue Vorstellung hatte. Dies führte dazu, dass man mit den Personen richtig mitfühlen konnte, dass man mit ihnen litt, sich mit ihnen freute, auch wenn es zu letzterem nur selten einen Anlass gab. Auch die Landschaften wurden toll beschrieben, so dass man fast das Salzwasser selbst in der Nase roch.

Sehr gut gefielen mir auch die Beschreibungen, wie sich die blinde Marie-Laure in ihrem Leben und dann auch noch in einer ihr völlig fremden Stadt zurecht fand. Sie war meine wahrhafte Heldin in dieser Geschichte.

Die Geschichte insgesamt hat mir richtig gut gefallen, wenn auch der allerletzte Funke zur Begeisterung nicht ganz übergesprungen ist. Aber es lohnt sich auf alle Fälle, sich dieses wirklich ergreifende Hörbuch anzuhören.

Frank Arnold, den ich als Sprecher von Sachbüchern sehr schätze, fand ich hier nicht so gut. Zumindest nicht, wenn es sich um Dialoge handelte. Denn diese sprach er größtenteils einfach nur lauter und heller, aber alle hatten irgendwie die gleiche Stimme.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Anthony Doerr – Alles Licht, das wir nicht sehen

Andreas Gruber – Todesmärchen (Sneijder & Nemez 3)

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Sneijder und Nemez sind zurück! In Bern wird die kunstvoll drapierte Leiche einer Frau gefunden, in deren Haut der Mörder ein geheimnisvolles Zeichen geritzt hat. Sie bleibt nicht sein einziges Opfer. Der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder und BKA-Kommissarin Sabine Nemez lassen sich auf eine blutige Schnitzeljagd ein – doch der Killer scheint ihnen immer einen Schritt voraus. Währenddessen trifft die junge Psychologin Hannah im norddeutschen Steinfels ein, einem Gefängnis für geistig abnorme Rechtsbrecher. Sie soll eine Therapiegruppe leiten, ist jedoch nur an einem einzelnen Häftling interessiert: Piet van Loon. Der wurde einst von Sneijder hinter Gitter gebracht. Und wird jetzt zur Schlüsselfigur in einem teuflischen Spiel…

Achim Buch, die Stimme von Andreas Gruber im Hörverlag, schneidert sich besonders die Rolle des Profilers Maarten S. Snejider mithilfe eines hinreißenden niederländischen Akzents auf den Leib.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Achim Buch

Länge
14 h 28 m

Meine Meinung
Dies ist der dritte Teil aus der Sneijder-und-Nemez-Reihe und was soll ich sagen, auch dieser strotzt nur so vor Spannung. Und auch hier wird an Brutalität nicht gespart. Wer also zart besaitet ist, sollte besser die Finger davon lassen.

Den Aufbau der Geschichte fand ich wieder sehr gut gelungen. Weiß man anfangs natürlich überhaupt nicht, wohin diese Geschichte steuert, so wird einem nach und nach immer klarer, mit welchem perfiden Aktionsplan man es hier zu tun hat. So eine Idee muss man sich erstmal einfallen lassen. Ich fand die Idee jedenfalls sehr gut.

Sneijder glänzte auch hier wieder mit seiner Schnoddrigkeit gegenüber seinen Mitmenschen und hält sich mit Beleidigungen nicht wirklich zurück. Einzig Sabine Nemez gegenüber zeigt er ein gewisses Maß an Respekt. Aber was soll ich sagen, mir ist dieser unfreundliche und ständig Joints rauchende Maarten S. Sneijder trotzdem sympathisch – irgendwie – auf seine ganz eigene Weise. Denn im Grunde gehört er ja eindeutig zu den Guten und hat nur die Aufklärung der Morde und das Stoppen der Mordserie im Sinn. Auch wenn sein persönliches Opfer dabei sehr groß ist, so zögert er nicht, dem Ganzen möglichst zielstrebig ein Ende zu setzen. Ob es ihm gelingt?

Sneijder und Nemez fand ich wieder sehr gut beschrieben und glaubwürdig handelnd. Doch auch die anderen Personen wurden für meinen Geschmack nachvollziehbar und logisch beschrieben.

Den Spannungsbogen empfand ich in dieser Geschichte fast von Anfang sehr straff gespannt. Doch zum Ende hin ward er schier zum Bersten straffgezogen. Man sollte für dieses Hörbuch also immer etliche Stunden Zeit am Stück einplanen, denn unterbrechen kann man dieses Hörbuch an nur sehr wenigen Stellen.

„Todesmärchen“ präsentiert sich für mich als eine äußerst gelungene Fortsetzung der Reihe. Besonders hervorheben möchte ich hier die sehr gute Leistung des Sprechers Achim Buch. Ich bin zwar sicherlich kein Experte dafür, wie Holländer deutsch reden, aber sein holländischer Akzent klang in meinen Ohren sehr echt. Doch auch die anderen Szenen des Buches hat er sehr glaubhaft und angenehm vorgetragen.

Wer also ein spannendes Hörbuch sucht und nicht allzu zimperlich ist, dem kann ich dieses Hörbuch sehr empfehlen.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Andreas Gruber – Todesmärchen

Siehe auch:

Rebecca Gablé – Jonah – Der Aufstieg (Der König der purpurnen Stadt 2)

Jonah2Beschreibung
London, um 1337. Jonah Durham ist zu einem der einflussreichsten Kaufmänner Englands aufgestiegen. Er ist Schiffseigner, Hoflieferant und Ritter der Königin. Außerdem ist er verliebt – und das ausgerechnet in Giselle, die Tochter seines größten Widersachers. Während König Edward drauf und dran ist, das Land durch einen Krieg gegen Frankreich in den Ruin zu treiben, schlägt Jonah seinem Konkurrenten William de la Pole einen Handel vor: Die Hand seiner Tochter gegen eine Geschäftsidee, um die finanziellen Probleme des Königs zu lösen. Doch dieser Handel erweist sich als folgenschwer. Und damit nicht genug: den finanziellen Bankrott vor Augen, verlangt auch noch König Edward nach ihm. Jonah soll an seiner Seite in den Krieg ziehen…

Mit „Jonah – Der Aufstieg“ präsentiert Audible Entertainment den zweiten Teil der ungekürzten Hörspiel-Trilogie des Bestsellers „Der König der purpurnen Stadt“. Die große Tuchhändler-Saga von Rebecca Gablé wurde als aufwändiges Hörspiel in 3 Teilen produziert und von Oliver Rohrbecks Lauscherlounge eindrucksvoll in Szene gesetzt.

Wie schon bei „Jonah – Die Lehrjahre“ ist auch im zweiten Teil die erste Riege der deutschen Sprecherszene vertreten: Neben Erzähler Detlef Bierstedt sind das u. a. Timmo Niesner (Jonah), Dorette Hugo (Giselle), Nicolas Artajo (Crispin), Marie-Isabel Walke (Annot), Ulrike Stürzbecher (Philippa), Norman Matt (Edward) und Stefan Kaminski (Waringham). Außerdem Oliver Siebeck, Vera Teltz, Uve Teschner, Elena Wilms, Reinhard Kuhnert, Greta Galisch, Erich Räuker, Robert Frank, Michael Iwannek und viele andere.

Diese ungekürzte Hörspiel-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
ganz viele (siehe oben)

Länge
10 h 15 m

Meine Meinung
Der zweite Teil um den strebsamen Jonah Durham geht genauso spannend weiter, wie der erste Teil endete. Kein Wunder also, dass ich auch diesen bereits beendet habe. Auch hier gibt es wieder aufregende Geschehnisse zu er- und überleben und nicht nur einmal denkt man: Oh oh, das war es nun. Doch Jonah wäre nicht Jonah, wenn ihm nicht zu jedem Problem eine Lösung einfallen würde. Wenn auch nicht immer ohne ein wenig Hilfe von außen. Aber, das ist ja durchaus legitim. Eine Hand wusch ja schließlich damals schon die andere. 

Mir hat der zweite Teil ebenso gut gefallen, wie der erste. Er ist spannend, kurzweilig und voller Wendungen. Somit fällt es mir nicht schwer, auch der Fortsetzung die volle Punktzahl zu geben. Und da die Sprecher ja wieder die gleichen wie im ersten Teil sind, bekommen sie natürlich auch 5 Pingus.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Rebecca Gablé – Jonah – Der Aufstieg (Der König der purpurnen Stadt 2)

Siehe auch:

 

Andreas Gruber – Todesurteil

TodesurteilBeschreibung
Die falsche Spur führt in den Abgrund…

In Wien verschwindet die zehnjährige Clara. Ein Jahr später taucht sie völlig verstört an einem nahen Waldrand wieder auf. Ihr gesamter Rücken ist mit Motiven aus Dantes „Inferno“ tätowiert – und sie spricht kein Wort. Indessen nimmt der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder an der Akademie des BKA für hochbegabten Nachwuchs mit seinen Studenten ungelöste Mordfälle durch. Seine beste Schülerin Sabine Nemez entdeckt einen Zusammenhang zwischen den Fällen – und das Werk des raffinierten Killers ist noch lange nicht beendet. Seine Spur führt nach Wien – wo Clara die einzige ist, die den Mörder je zu Gesicht bekommen hat…

Sprecher
Achim Buch

Länge
15 h 16 m

Meine Meinung
Das Hörbuch beginnt mit der Flucht von Clara aus ihrer Gefangenschaft. Gleich darauf: Szenenwechsel. Sabine Nemez ist auf dem Weg nach Wiesbaden. Kurzfristig wurde sie an der Akademie des BKA aufgenommen. Ihr Traum. Doch schon die Autofahrt dorthin ist mit Hindernissen gespickt. Es regnet Bindfäden und dann hat sie auch noch eine Reifenpanne. Endlich dort angekommen, wird schnell klar, dass Sabine den Seminarleiter und Profiler Maarten S. Snejder von früher kennt. Was aber nicht heißen muss, dass sie ihn besonders mag. Auch die anderen in ihrem Seminar finden schnell heraus, dass Sneijder nicht gerade der netteste Mensch auf Erden ist. Wörter wie Arsch etc… fallen während der Pausen. Denn Sneijder bringt sein Wissen auf seine Art „an den Mann“. Und die ist knallhart und schonungslos. Besonders gut haben mir die Informationen zu den verschiedenen Verhörtechniken gefallen, die während der Seminare erklärt werden. Das fand ich äußerst interessant und das Beispiel von Ford und Honda werde ich demnächst selbst ausprobieren… (Wenn du dir das Hörbuch anhörst, weißt du, wovon ich rede und willst es sicher auch probieren.)

Die Story wechselt oft zwischen Österreich und Deutschland hin und her. Das fand ich anfangs nicht ganz einfach, dies auseinander zu halten. Doch recht schnell wird einem das klar, so dass es zu keinen größeren Verwirrungen mehr führte. Sabine bekommt aufgrund ihrer regelmäßigen Verstöße gegen die Regeln einen Verweis, und soll die Akademie verlassen. Der Chef des BKA kann die junge, sehr eigenwillige Frau nämlich nicht besonders gut leiden und macht ihr das Leben nicht gerade leichter. Doch Sneijder steht hinter ihr – denn er weiß, dass er ihre Hilfe braucht, wenn er den Fall, den er sich vorgenommen hat, lösen will.

Es passiert sehr viel in den über 15 Stunden, so dass keine Minute Langeweile aufkommt. Irre spannend erzählt Andreas Gruber seine Geschichte mit den sehr charakterstarken Personen Sabine und Sneijder und wie sie sich in schwierige Situationen manövrieren, aber auch wieder herauskommen. Und durch die Kombinationsgabe von Sabine gelingt es den beiden tatsächlich, den wahren Übeltäter auch dingfest zu machen. Und dieses Ende überraschte mich dann doch sehr. Und es begeisterte mich auch sehr. Denn auf die Idee wäre ich im Leben nicht gekommen. Sehr gut.

Achim Buch als Sprecher fand ich ebenfalls sehr gut. Er hat die verschiedenen Dialekte – soweit ich das beurteilen kann – perfekt gesprochen, bis auf den kurzen Part hessisch. Aber gut, ich bin Hessin, da hört man natürlich jede Nuance. Aber das schmälert seine perfekte Leistung in keinster Weise.

Die Kombination aus äußerst spannender und anspruchsvoller Story und der genialen Lesung von Achim Buch hat natürlich volle 5 Pingu-Punkte verdient. Und das ganz ohne Auge zudrücken. Andreas Gruber als Autor werde ich mir merken. Da will ich noch mehr von hören.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Andreas Gruber – Todesurteil

Siehe auch: