Helen Fields – Die perfekte Unschuld

Beschreibung
Zwei Mordfälle in ein und derselben Nacht erschüttern Edinburgh: Zuerst wird inmitten eines Rockfestivals ein junger Besucher erstochen, und dem Täter gelingt es, in der Menge unterzutauchen. Dann wird nur wenige Stunden später die Leiche einer Krankenschwester entdeckt. Es gibt keine verwertbaren forensischen Spuren, doch eine Gemeinsamkeit: Beide Opfer werden von ihren Mitmenschen als „gute Seelen“ beschrieben – und beide mussten unter besonders grausamen Umständen sterben. Detective Callanach steht vor dem Beginn einer Mordserie, die ihm das Blut in den Adern gefrieren lässt…

Sprecher
Volker Niederfahrenhorst

Länge
15 h 51 m

Meine Meinung
Es bleibt nicht bei den oben beschriebenen zwei Morden. Nein, es wird weiter gemordet. Immer schlimmer werden die Mordmethoden. Man könnte fast meinen, dass hier ein Wettbewerb stattfindet. Wer nun glaubt, dass dies wohl ziemlich brutal und detailliert geschildert wird, dem kann ich nur zustimmen. Man sollte wirklich hart im Nehmen sein. Denn hier wird bezüglich der Morde nicht gekleckert, hier wird geklotzt. Wenn man solche Blutbäder mag, dann ist die Story sicherlich genial. Mir persönlich gefällt das nicht so sehr. Mir würde reichen, wenn die Opfer einfach tot aufgefunden werden würden. Aber das gibt es ja heutzutage nicht mehr.

Die Story ist sehr verzwickt. Lange tappt man im Dunkeln, was denn hier nur vor sich geht, nach welchen Kriterien die Opfer ausgewählt werden. Einiges geht hier schief, wodurch immer wieder Schwung in die Geschichte kommt. Auch gibt es einige Wendungen, mit denen man nicht rechnet, auch das sorgt für Abwechslung und Tempo. Die Anteile des Privatlebens der Protagonisten fand ich angemessen eingestreut und durchaus interessant. Es gab einem immer wieder ein wenig Zeit zum Verschnaufen zwischen all den Abscheulichkeiten.

Die Protagonisten fand ich interessant dargestellt. Sicherlich hätte ich auch für mehrere Personen echte Sympathie empfunden, wenn nicht der Sprecher alles zunichte gemacht hätte.

Der Sprecher hat meine Nerven wirklich äußerst strapaziert. Stellenweise hat er mich agressiv gemacht. Ich schaltete sogar öfters das Hörbuch aus, weil ich die Stimme einfach nicht mehr ertragen konnte. Frauenstimmen klangen irgendwie meist sehr schrill und vor allem laut und agressiv. Auch wenn die Szenen das gar nicht hergaben. Überhaupt fand ich seine Darbietung oftmals völlig daneben und übertrieben. Und andererseits konnte ich die verschiedenen Charaktere kaum voneinander unterscheiden, außer der Chefin, die erkannte ich sofort. Aber sonst war es einfach nur ein unbefriedigender Vortrag, der der Geschichte nicht gerade zuträglich war. Ich glaube, ich habe bisher nur wenige Sprecher gehört, die ich schlechter fand als Volker Niederfahrenhorst. Es tut mir ja wirklich leid, wenn ich so etwas sagen muss, aber es ist halt leider so.

Somit bekommt der Sprecher lediglich 2 Punkte und die Geschichte 4 Punkte von mir. Was eine Gesamtbewertung von 3,6 Punkten ergibt.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Helen Fields – Die perfekte Unschuld

Peter Swanson – Die Gerechte

die-gerechteBeschreibung
Eine verhängnisvolle Begegnung. Ein eiskalter Racheengel. Ein grausamer Plan. Nur sie entscheidet, wer den Tod verdient.

Eine Flughafenbar in London. Es ist Abend, und Ted Severson wartet auf seinen Rückflug nach Boston, als sich eine attraktive Frau neben ihn setzt. Kurz darauf vertraut er der geheimnisvollen Fremden an, dass seine Frau ihn betrogen hat. Mit ihrer Reaktion jedoch hat er nicht gerechnet: Sie bietet ihm Hilfe an – beim Mord an seiner Ehefrau. Ein Trick? Ein morbider Scherz? Oder ein finsteres Rachespiel, das nur ein böses Ende nehmen kann?

Sprecher
Christiane Marx, Oliver Brod, Britta Steffenhagen, Uve Teschner

Länge
11 h 06 m

Meine Meinung
„Die Gerechte“ war seit langem mal wieder ein Thriller, der mir so richtig gut gefallen hat. Denn als Hörer wird man von der ersten Sekunde an gefesselt, was denn diese Frau im Schilde führt und wohin das alles führen soll. Lange Zeit ist man völlig ahnungslos, jedoch bleibt man immer bei der Stange, da die Dinge die geschehen, einfach so anders sind, als man sie erwartet. Überhaupt passieren hier ganz erstaunliche Wendungen, mit denen man als Hörer überhaupt nicht rechnet. Und doch geschehen sie und alles sieht wieder ganz anders aus. Das macht die ganze Geschichte natürlich unheimlich spannend und nervenaufreibend. Und das zieht sich über die gesamte Story hin. Die Spannung bliebt wirklich bis zum letzten Satz erhalten! Überhaupt fand ich das Ende absolut grandios.

Sehr schön fand ich auch den Einsatz der vier verschiedenen Sprecher. Dadurch konnte man perfekt unterscheiden, aus wessen Perspektive die Geschichte gerade erzählt wird. Alle vier erzählen jeweils aus der Ich-Perspektive, was natürlich einen sehr guten Einblick in deren Seelenleben erlaubte.

Natürlich sind auch die gewählten Sprecher alle erste Sahne und keine Unbekannten auf dem Parkett der Hörbuchsprecher. Ich höre sie alle vier unheimlich gerne und auch hier haben sie wieder volle Leistung gebracht.

„Die Gerechte“ ist seit sehr langer Zeit einmal wieder ein Thriller, der es auf meine Bestenliste geschafft hat.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Peter Swanson – Die Gerechte

 

Sebastian Fitzek – Das Paket

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Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den „Friseur“ nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet. Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der „Friseur“ könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden.

In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen. Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Simon Jäger

Länge
7 h 29 m

Meine Meinung
Mittlerweile vergleiche ich ja Fitzeks Bücher mit dem blinden Kauf einer Pralinenschachtel. Man weiß nie, was man bekommt. Dementsprechend lange zögerte ich auch, bis ich mir seinen neuesten Thriller „Das Paket“ herunterlud.

Dieses Mal wurde ich relativ positiv überrascht. Zwar empfand ich auch dieses Hörbuch wieder als durch und durch konstruiert, aber es war recht spannend, hatte überraschende Wendungen, die ich – mit gutem Willem – nachvollziehen konnte und das Ende hätte ich so nun überhaupt nicht erwartet, weil es einfach – mal wieder – ein riesen großes Konstrukt war. Und natürlich gab es auch wieder völlig übertriebene Szenen. Aber das kennt man ja schon von Fitzek.

Aufgrund der Kürze der Geschichte hatte ich sie auch sehr schnell durch, was ich hier auch sehr schätzte, denn unterbrechen wollte ich sie ungern und viel länger hätte ich diesem „Drama“ auch nicht zuhören wollen. Bei der Stange hielten mich die Ereignisse, die sich schier übereinander stapelten. Also Tempo kann er, der Sebastian Fitzek.

Doch wie schon zuvor erwähnt, sind mir seine Bücher mittlerweile – und hier auch wieder – einfach einen Tick zu konstruiert. Man hat nicht den Eindruck, dass sich die Protagonisten während der Geschichte groß entwickeln dürfen. Jede Persönlichkeit scheint bei Fitzek zu Beginn des Schreibens schon fix und fertig gestylt und charakterisiert zu sein, deshalb gibt es in Sachen Persönlichkeitsentwicklung auch recht wenig zu vermelden. Da fehlt einfach – wie soll ich es ausdrücken – ein wenig die Seele, der Mensch an sich.

Simon Jäger fand ich hier sehr gut. Er hat die einzelnen Personen sehr glaubhaft gesprochen.

Insgesamt fand ich „Das Paket“ eine kurzweilige Unterhaltung, die nett für zwischendurch ist, aber schon morgen wieder aus meinem Gedächtnis verschwunden sein wird. Die Story bleibt nicht haften. Dafür ist sie einfach zu schwach, zu konstruiert und das Thema mittlerweile auch zu abgedroschen.

Vielleicht sollte man Sebastian Fitzek einfach mal wieder mehr Zeit gönnen, um wieder einen richtig guten Thriller schreiben zu können. Denn dass er das kann, hat er ja schon bewiesen. Nur eben die letzten Jahre, seit dem er so beliebt und berühmt geworden ist, nicht mehr. Mich würde es nicht wundern, wenn dies einfach dem zeitlichen Druck zu Schulden wäre, unter dem er höchstwahrscheinlich steht.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Sebastian Fitzek – Das Paket

Siehe auch:

Eva Almstädt – Ostseeblut (Pia Korittki 6)

OstseeblutBeschreibung
Bei einem Orientierungslauf an der Ostseeküste wird einer der Läufer aus dem Hinterhalt erschossen. War das Opfer nur zur falschen Zeit am falschen Ort oder steckt ein persönliches Motiv dahinter? Die Spur führt Pia Korittki zu einem ehemaligen Mädchenerziehungsheim, in dem vor vielen Jahren ein angeblicher Selbstmord nie ganz aufgeklärt wurde. Haben neben alten Freundschaften auch alte Feindschaften überdauert? Pia Korittki, die privat vor einer schweren Entscheidung steht, findet Hinweise, dass der Täter erneut zuschlagen wird…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Anne Moll

Länge
9 h 38 m

Meine Meinung
Wie der ein oder andere aufmerksame Leser meiner Rezensionen weiß, war ich letzt unterwegs an die Ostsee. Was lag da näher, als mir als Hörbuch für die lange Fahrt „Ostseeblut“ auf den Player zu laden. Na, es kam natürlich anders als vermutet, weder während der Fahrt noch im Urlaub kam ich dazu, Hörbuch zu hören. War aber nicht schlimm, ich war ja irgendwann auch wieder daheim und holte dieses Versäumnis dann sofort nach.

Dieser Fall gibt Pia Korittki eine wirklich harte Nuss zu knacken. Lange tappten wir zwei völlig im Dunkeln. Mir war das alles schleierhaft. Doch ein Glück ist Pia gewiefter als ich. Sie konnte nach langen Ermittlungen die Fakten Stück für Stück zusammensetzen. Und was dabei ans Licht kam, war – nun – furchtbar.

Diese Geschichte fand ich vom Aufbau her etwas langatmig. Es passiert zwar gleich am Anfang ein Mord, doch dann kommt man lange kaum ein Stück weiter. Da ich aber grundsätzlich die Schreibe von Eva Almstädt mag, störte mich das nun nicht so sehr. Ich ergab mich einfach den Geschehnissen und lauschte, wohin das alles führen würde.

Insgesamt gesehen ist „Ostseeblut“ ein wirklich guter Krimi.

So, und nun noch Wissen, das die Welt nicht braucht: „Ostseeblut“ ist ein hochprozentiges Getränk, welches es in sich hat, was man auch im Hörbuch erfährt. Laut dem XXL-Ostfriesen besteht es aus nur zwei Zutaten: Rote Johannisbeere und Birne. An der Ostseeküste machte meine Tischnachbarin Bekanntschaft mit „Küstennebel“. Das ist ein Schnaps und sieht auch aus wie Küstennebel. Schmeckt aber laut ihrer Aussage gar furchtbar.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Eva Almstädt – Ostseeblut (Pia Korittki 6)

Siehe auch: