Romy Hausmann – Liebes Kind

Beschreibung
Schockierend, berührend, unvorhersehbar: Ein Thriller-Debüt der Extraklasse.

Eine fensterlose Hütte im Wald. Lenas Leben und das ihrer zwei Kinder folgt strengen Regeln: Mahlzeiten, Toilettengänge, Lernzeiten werden minutiös eingehalten. Sauerstoff bekommen sie über einen „Zirkulationsapparat“. Der Vater versorgt seine Familie mit Lebensmitteln, er beschützt sie vor den Gefahren der Welt da draußen, er kümmert sich darum, dass seine Kinder immer eine Mutter haben. Doch eines Tages gelingt ihnen die Flucht – und der Alptraum geht weiter. Denn vieles deutet darauf hin, dass der Entführer sich nun zurückholen will, was ihm gehört.

Sprecher
Leonie Landa, Ulrike C. Tscharre, Heikko Deutschmann

Länge
12 h 39 m

Meine Meinung
Wow! Was für ein Thriller! Das konnte ich schon lange nicht mehr zu einem Thriller sagen. Aber dieser hier hebt sich wirklich von den anderen irgendwie immer gleich aufgebauten Thrillern um Klassen ab.

Von Anfang an ist man von dieser Geschichte gefesselt. Keine Minute ist langweilig, kein Wort überflüssig. Alles passt perfekt. Die vielen Wendungen in der Story bringen  zusätzlich enormes Tempo in die Story und sorgen immer wieder für unkontrollierbares Herzrasen.

Sehr gut fand ich auch die verschiedenen Sprecher. Zum einen passen sie stimmlich absolut perfekt und zum anderen erleichtern sie das Hören enorm, da man so immer genau weiß, wer gerade erzählt.

Ich bin von diesem Thriller wirklich restlos begeistert und kann ihn mit bestem Gewissen weiterempfehlen. Somit landet seit langer Zeit mal wieder ein Thriller auf meiner Bestenliste.

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Nell Leyshon – Der Wald

Beschreibung
Nell Leyshons neuer Roman nach dem Überraschungsbestseller „Die Farbe von Milch“.

Polen im Zweiten Weltkrieg: Der kleine Pawel wächst wohlbehütet in einem Haushalt gebildeter Frauen auf. Doch als der Krieg Warschau erreicht und sein Vater sich im Widerstand gegen die Nazis engagiert, ändert sich alles. Angst ist das alles bestimmende Gefühl, Überleben das Einzige, was zählt. Eines Nachts bringt der Vater einen schwer verwundeten englischen Kampfpiloten mit ins Haus, um ihn in Würde sterben zu lassen. Doch der Pilot überlebt und bringt damit die ganze Familie in höchste Gefahr – am Ende bleibt Mutter und Sohn nur die Flucht in den Wald…

Fesselnd und einfühlsam zugleich gelesen von Hörbuchpreisträgerin Laura Maire.

Sprecher
Laura Maire

Meine Meinung in Kürze
Nach „Die Farbe von Milch“ war ich natürlich sehr verwöhnt und wollte einen gleichwertig guten Roman hören. Doch dieser Roman konnte mich nicht gänzlich überzeugen. Er ist zwar vom Thema und von der Message her ebenso gut, doch die Umsetzung hat mich hier nicht überzeugt. Ich fand es ziemlich langatmig und stellenweise auch anstrengend. Letztendlich war ich einfach nur noch froh, als das Hörbuch fertig war.

Laura Maire war natürlich wieder hervorragend.

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Siehe auch:

Jesper Bugge Kold – Wintermänner

Beschreibung
In den 1930er-Jahren führen die Brüder Karl und Gerhard ein beschauliches Dasein in ihrer Geburtsstadt Hamburg. Doch dann geraten sie gegen ihren Willen in den Sog der Nazibewegung. Als der Zweite Weltkrieg beginnt, erlebt Karl als Offizier beim Nachschub das Grauen an der Front sowohl in Frankreich als auch in Russland aus nächster Nähe. Gerhard bleibt in Deutschland, ist mitverantwortlich für den Transport der Juden in Konzentrations- und Vernichtungslager und steigt schließlich zum Kommandanten eines Konzentrationslagers auf.

Sprecher
Oliver Wronka

Länge
15 h 02 m

Meine Meinung
Hier habe ich eindeutig zu lange mit der Rezension gewartet, als dass ich noch eine Rezension dazu schreiben könnte. Ich weiß aber noch, dass ich es äußerst schockierend und glaubhaft fand, wie zwei Brüder völlig ungewollt in die schlimmsten Zeiten ihres Lebens schlittern und daran zu zerbrechen drohen. Jedem, der sich dafür interessiert, wie man denn in solch einer Zeit ein Mitläufer sein konnte, empfehle ich dieses Hörbuch.

Meine notierte Wertung:

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Kristin Hannah – Liebe und Verderben

Beschreibung
Ich bin hier und werde niemals aufhören, auf Dich zu warten.

1974: Als Lenora Allbright mit ihren Eltern nach Alaska zieht, ist die Familie voller Hoffnung, das Trauma des Krieges, das der Vater in Vietnam davongetragen hat, hinter sich zu lassen. In Matthew, dem Sohn der Nachbarn, findet Leni einen engen Freund, und aus ihrer Vertrautheit entwickelt sich bald eine junge Liebe. Doch auf die Schönheit des Sommers in Alaska folgt unweigerlich die Finsternis des Winters, und je länger diese andauert, desto weniger vermag Lenis Vater die in ihm wohnenden Dämonen zu bändigen. Schon bald müssen die beiden jungen Liebenden um ihr Miteinander kämpfen – bis sie eines Tages auszubrechen versuchen…

Mit emotionaler Wucht erzählt Kristin Hannah eine große Geschichte über unsere Verletzlichkeit, wenn wir zum ersten Mal lieben, über die dunklen Seiten der Liebe und über die niemals endende Verbundenheit zwischen einer Mutter und ihrem Kind.

Sprecher
Eva Mattes

Länge
16 h 17 m

Meine Meinung
Bei der Auswahl dieses Hörbuches erhoffte ich mir eine Geschichte, die mich das Wochenende von Samstag bis Sonntag beschäftigt und begleitet. Ja, es war die richtige Wahl. Denn am Samstag habe ich damit begonnen, am Sonntag habe ich es beendet.

Am meisten begeistert haben mich hier die Beschreibungen von Alaska. Ein gnadenloses Land, das mit seiner bitteren Kälte in den langen Wintern und langanhaltenden Dunkelheit die Menschen an ihre Grenzen bringt. Wenn dann ein labiler Mensch mit seiner Familie dort hinzieht, um ein neues Leben zu beginnen, ahnt man schon, dass es zwar im Sommer sehr motivierend und bezaubernd sein kann, ja, dass es sogar den Anschein hat, dass sich die Schwierigkeiten der Familie, die aufgrund der Dämonen, mit denen sich der Vater aus dem Vietnamkrieg und damit auch seine Familie quält, sich in Luft auflösen könnten. Doch wie ein Damokles-Schwert droht der nahende bitterkalte und erbarmungslose Winter. Hinzu kommt ein Nachbar, mit dem der Vater gerne einen trinkt. Was Alkohol mit einem psychisch angegriffenen Mann anrichten kann, kann man sich vorstellen. Es kam wie es kommen musste. Der Vater wird zum prügelnden Ehemann, die Tochter verzweifelt zunehmends. Ihr einziger Halt ist ihr Schulkamerad Matthew. Schnell wird aus deren Kameradschaft mehr als Freundschaft.

Es folgen viele Jahre der Verzweiflung und der Hilflosigkeit. Manchmal fiel es mir wirklich schwer, die Liebe der Mutter zu ihrem brutalen Ehemann noch nachvollziehen zu können.  Auch der Tochter fiel es zunehmend schwerer. Sie wollte mit ihrer Mutter weg von ihm, doch ein Fluchtversuch endete hochdramatisch.

Von Kristin Hannah hatte ich bisher noch kein Hörbuch gehört. Ich weiß auch gar nicht genau, warum ich mir dieses Hörbuch aussuchte, vermutlich lag es an Alaska. Es war für mich einfach mal ein ganz anderer Handlungsort, der mich durchaus reizte.

Insgesamt fand ich die Geschichte klasse. Ich fand es durchweg sehr interessant, wenn es auch in der Mitte eine Länge aufwies, die sich wie eine Endlosschleife anfühlte, doch es passierte meist durchweg viel, und wenn nichts passierte, dann wurde man mit faszinierenden Landschaftsbeschreibungen belohnt. Außerdem ist es eine äußerst emotionale Geschichte!

Das Thema Liebe, welches den roten Faden in der Geschichte bildete, fand ich hier sehr gut und nachvollziehbar dargestellt. Es wurden hier eigentlich alle Facetten der Liebe aufgezeigt, ohne dass es aufgesetzt wirkte. Mir hat diese hochdramatische Geschichte jedenfalls sehr gut gefallen und ich war froh, dass es am Ende dann noch richtig schnulzig wurde. Eigentlich kann ich Schnulzigkeit überhaupt nicht leiden. Aber hier war es Balsam für meine Seele.

Eva Mattes war für diese Geschichte genau die richtige Sprecherin. Sie hat alle Personen – selbst die Männer – perfekt vertont. Es war für mich völlig mühelos, ihr über die 16 Stunden zuzuhören.

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Kristin Hannah – Liebe und Verderben

Karl Olsberg – Girl in a strange land

Beschreibung
Überall auf der Welt herrscht ein erbarmungsloser Krieg. Nur im Tal der Erweckten, das von der Außenwelt abgeschottet ist, können die Menschen noch in Sicherheit und Frieden leben. Das glaubt zumindest Sophia. Doch als ihr Freund Mirko verschwindet, beginnt Sophia ihre streng religiöse Gemeinde infrage zu stellen. Sie verlässt das Tal und findet anstelle eines Schlachtfeldes eine scheinbar perfekte, hoch technisierte Gesellschaft vor. Kann es sein, dass Sophias bisheriges Leben eine einzige Lüge war?

Nach seinem Jugendbuch-Debüt „Boy in a White Room“, das für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde, erschafft Bestsellerautor Karl Olsberg auch in der Fortsetzung „Girl in a Strange Land“ wieder ein erschreckendes Zukunftsszenario. Abermals konfrontiert er den Leser schonungslos mit philosophischen Fragen nach Realität und Selbstbestimmung – ein hochspannender Future-Thriller mit Tiefgang!

Sprecher
Julia Stoepel

Länge
8 h 12 m

Meine Meinung
Dies ist die Fortsetzung von „Boy in a white room“. Da mir der erste Band schon richtig gut gefallen hatte, freute ich mich natürlich auf den 2. Band.

Hier hat Olsberg wieder zwei fantastische Welten erfunden. Ein Tal der Erweckten, die nach altem religiösen Glauben lebten – eine Sekte also, aus der es kein Entkommen zu geben schien. Denn die Predigt lautete immer wieder,  dass der Rest der Welt in Schutt und Asche liege und dort  – wenn überhaupt – nur noch Verbrecher leben würden. Also ein Ort, an den man sich freiwillig wohl nicht begeben will. Doch natürlich gab es einen, der zweifelte und plötzlich war er weg. Das war der Freund unserer Protagonistin Sophia. Er hatte ihr Bücher gezeigt, die im Tal natürlich verboten waren. Heimlich las sie darin. Die Bücher waren keine Liebesromane, nein, es waren naturwissenschaftliche Werke, die Sophia immer mehr staunen ließen, wurde ihr ihr ganzes Leben lang doch etwas gänzlich anderes eingetrichtert. Von Neugierde und Sehnsucht nach ihrem Freund getrieben, machte sie sich also auf ins verbotene Land. Und hier erlebte sie eine enorme Überraschung.

Mir hat der krasse Gegensatz der zwei von Olsberg geschaffenen Welten sehr gut gefallen. Etwas unglaubwürdig fand ich zwar die äußerst schnelle Auffassungsgabe unserer Protagonistin, die im Nullkommanichts die neue Welt verstand. Aber gut, das Hörbuch hat nur acht Stunden, da bleibt keine Zeit für stundenlanges Hinterfragen und Fragezeichen über dem Kopf. Immerhin hat Olsberg in Ansätzen ihre anfängliche Verwirrung sehr gut dargestellt.

Insgesamt fand ich die Fortsetzung ebenso gelungen wie den ersten Teil. Es ist kurzweilig und rasant geschrieben und keine Minute langweilig. So soll es sein.

Julia Stoepel als Sprecherin hat mir auch sehr gut gefallen. Sie passte gut zum Charakter von Sophia.

Weitere Informationen
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Siehe auch:

Anja Jonuleit – Rabenfrauen

Beschreibung
Sommer 1959. Die Freundinnen Ruth und Christa verlieben sich in den jungen Freikirchler Erich. Als dieser nach Chile geht, um beim Aufbau einer christlichen Gemeinschaft, der Colonia Dignidad, zu helfen, folgt ihm die lebenshungrige Christa, während Ruth zurückbleibt. Was als Abenteuer beginnt, wird bald zum Albtraum. Noch Jahrzehnte später plagt Ruth das Schuldgefühl, die beiden nicht aufgehalten zu haben.

Eine berührende und erschütternde Geschichte über zwei außergewöhnliche Frauenschicksale und die zerstörerische Kraft der Colonia Dignidad.

Sprecher
Marion Mertienzen, Anja Jonuleit, Birte Schnöink

Länge
8 h 24 m

Meine Meinung
Rabenfrauen erzählt die Geschichte zweier Frauen, die in den Sog der Colognia Dignidad – einer üblen Sekte – gerieten. Christa mehr als Ruth, Christa geht mit nach Chile, Ruth zweifelt immer mehr an den Freikirchlern und bleibt alleine zurück.

Ich fand diese Geschichte wirklich toll aufgebaut und auch richtig klasse von den drei sehr passenden Sprecherinnen gesprochen. Ich konnte mir schon sehr gut vorstellen, wie Christa und Ruth von dem charmanten und gut aussehenden Erich fasziniert waren. Aufgrund ihrer verschiedenen Charaktere konnte ich auch ihre unterschiedlichen Entscheidungen nachvollziehen. Allerdings fiel mir das bei Ruth etwas schwerer. Doch vermutlich ahnte ich schon schlimmes, wie hätte das Ruth in ihrer Verliebtheit erkennen sollen? Ich glaube, ihre Entscheidung sollte man nicht leichthin als blauäugig abtun. War es damals doch alles neu und entwickelte sich ja erst zu dem, was es dann wurde.

Erzählt wird die Story in Rückblicken, somit setzt sich nur Stück für Stück das ganze Ausmaß dieser gnadenlosen Sekte zusammen. Ich hatte den Begriff Colognia Dignidad zwar schon mal gehört, konnte aber nicht wirklich etwas damit in Verbindung bringen. Ich staunte von Minute zu Minute mehr und konnte das Hörbuch nicht mehr ausschalten. Anschließend recherchierte ich zu dieser Sekte im Internet. Unglaublich.

Mich hat dieses Hörbuch jedenfalls sehr begeistert. Und ich bin fest davon überzeugt, dass es als Hörbuch mit diesen drei Stimmen noch eindrücklicher ist, als wenn man es selbst als Buch lesen würde. Denn dies ist keine reine Lesung. Dies ist Kopfkino pur.

Weitere Informationen
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Siehe auch:

Sabine Thiesler – Zeckenbiss

Beschreibung
Die Großstadt, ein Moloch, Brutstätte des Verbrechens. Faruk lernt von Kindesbeinen an, dass man als Krimineller am besten fährt. Er ist Mehrfach- und Intensivtäter, kommt aber immer wieder mit geringen Strafen davon. Bis irgendwann etwas Schreckliches geschieht. Wenig später mordet ein Mann scheinbar wahllos, sucht sich komplett unterschiedliche Opfer. Und erst allmählich wird klar, dass er mit all seinen Taten einen grausamen Plan verfolgt…

Sprecher
Sabine Thiesler

Länge
13 h 34 m

Meine Meinung
Grandios! Dieses Hörbuch hat mich sehr begeistert. Ich habe – bis auf eines – bisher alle Hörbücher von Sabine Thiesler mit 5 Punkten bewertet. Doch mit diesem hier hat sich Sabine Thiesler nochmals selbst übertroffen.

Sie nimmt hier kein Blatt vor den Mund und kritisiert recht ordentlich die deutsche Gesetzgebung und oftmals lasche Rechtsprechung. Dies hat sie sehr geschickt in eine äußerst spannende Geschichte eingewoben.

Die Geschichte bietet sehr viele Facetten und beleuchtet brisante Themen aus verschiedenen Blickwinkeln. Ich fand das wirklich grandios, wie sie dies alles in einen packenden Thriller gepackt hat.

Ich fand das so spannend, dass ich sogar kurz überlegte, ob ich das Fußballspiel Deutschland:Schweden sausen lasse und lieber die letzten 2 Stunden Hörbuch höre. Ok, Fußball hat dann doch gewonnen, aber meine Nacht wurde dann halt entsprechend länger. So habe ich das Hörbuch fast an einem Tag durchgehört. Denn es ist wirklich schier nicht möglich, hier mal eine Pause zu machen.

Sabine Thiesler hat das natürlich wieder äußerst genial gesprochen. Witzig fand ich, dass hier zwei Stellen im Hörbuch verblieben sind, an denen sie sich selbst korrigierte und nochmals einlas.

Klar, dass dieses Hörbuch auf meine Bestenliste kommt. Langsam wird es unheimlich, wie viele sehr tolle Hörbücher ich in letzter Zeit gehört habe. Aber so soll es sein, so gefällt es mir.

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Elisabeth Sandmann – Der gestohlene Klimt – Wie sich Maria Altmann die goldene Adele zurückholte

Beschreibung
Die wahre Geschichte einer unglaublichen Frau, die sich nicht beirren lässt und in einem fast aussichtslosen Kampf am Ende gewinnt und Gerechtigkeit erfährt.

Mitten im Ersten Weltkrieg wird Maria Altmann in Wien in eine wohlhabende jüdische Familie hineingeboren. Ihre Tante Adele Bloch-Bauer geht bei dem Maler Gustav Klimt ein und aus, der sie 1907 porträtiert: das berühmte Bildnis der Goldenen Adele! Mit dem Einmarsch der Nazis wird der gesamte Besitz geraubt und den Bloch-Bauers bleibt von der einstmals großen Kunstsammlung buchstäblich nichts. Als sich die Erben nach 1945 um eine Rückgabe bemühen, sehen sie sich konfrontiert mit Lügen und Intrigen, die sie in ihrem vollem Ausmaß erst 50 Jahre später erkennen. Maria Altmann beschließt mit fast 84 Jahren den Staat Österreich von den USA aus zu verklagen, um die gestohlenen Klimt-Bilder zurückzubekommen.

Elisabeth Sandmann, Verlegerin des gleichnamigen Verlags, beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema der gestohlenen Kunstwerke. Die ausgezeichnet recherchierte Geschichte wird von Lilly Forgách berührend und fesselnd gesprochen – spannend bis zur letzten Minute.

Sprecher
Lilly Forgách

Länge
153 m

Meine Meinung
Restitution, was bedeutet das eigentlich? Laut Wikipedia: „Unter Restitution versteht man die Rückerstattung geraubter, enteigneter und zwangsverkaufter Kulturgüter.“

Dass sich die Nazis im zweiten Weltkrieg mit großer Gier an die Besitztümer der Juden heranmachten und sich alles unter den Nagel rissen, was sie kriegen konnten, ist wohl weitläufig bekannt. Dass dies nicht rechtmäßig sein kann, versteht sich von selbst. Doch die Gesetzeslage sah dies lange Zeit nicht so.

In diesem äußerst interessanten Hörbuch erzählt Elisabeth Sandmann vom Kampf der Maria Altmann, deren jüdische Familie in Wien all ihrer Besitztümer beraubt wurde. Darunter auch ein Gemälde von Gustav Klimt, welches der Künstler von Marias Tante Adele Bloch-Bauer angefertigt hatte. Bekannt ist dieses Gemälde als „Die goldene Adele“. Eines der bedeutensten Werke von Klimt.

Sehr spannend werden hier die Anstregungen erzählt, die Maria aus den USA heraus unternimmt, um an eben dieses Gemälde zu gelangen. Österreich stellt sich jedoch quer, sieht sich als rechtmäßigen Besitzer des Gemäldes und Österreich spielt auf Zeit. Denn Maria ist natürlich schon recht betagt, als sie den Prozess anstrebt. Die ausschlaggebende Wende kommt durch das Testament Adeles ans Licht. Doch als dann letztendlich ein Schiedsgericht bestehend aus drei österreichischen Richtern besteht, dachte ich, nun sei alles verloren, alle Mühe vergebens gewesen. Doch manchmal siegt doch die Gerechtigkeit – auch wenn es über ein halbes Jahrhundert dauert.

Lilly Forgách als Sprecherin hat mir sehr gut gefallen.

Es gibt einen Film über eben dieses Thema. Er heißt „Die Frau in Gold“ und ist eine sehr gute Verfilmung, die sich fast 1:1 mit Hörbuch deckt. Natürlich bekommt man im Hörbuch noch mehr Details mitgeteilt, doch der Film ist auch durchaus sehr beeindruckend und empfehlenswert.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es beim Bonnevoice-Hörbuchverlag Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Elisabeth Sandmann – Der gestohlene Klimt – Wie sich Maria Altmann die goldene Adele zurückholte

Herzlichen Dank an den Bonnevoice-Hörbuchverlag für das Rezensionsexemplar!

Maria Braig – Nennen wir sie Eugenie

Beschreibung
Die junge Senegalesin Eugenie flüchtet aus ihrer Heimat, da ihr dort wegen ihrer Liebe zu einer Frau Gefängnis, Folter, und möglicherweise auch der Tod drohen. Sie sucht Schutz in Deutschland. Doch das Asylverfahren verläuft nicht wie erwartet. Perspektivlosigkeit, Langeweile und eine sie ständig begleitende Angst vor einer Abschiebung prägen ihren Alltag in der Flüchtlingsunterkunft.

Dieses Hörbuch basiert auf der Grundlage realer Schicksale. Einzelheiten wurden von der Autorin frei hinzugefügt. Eine Geschichte, wie sie heute in vielen Ländern von vielen Menschen durchlebt werden muss.

Sprecher
Birgit Arnold

Länge
3 h 51 m

Meine Meinung
Dieses Hörbuch erzählt die Geschichte einer Senegalesin, die nach Deutschland geflüchtet ist, da sie in ihrem Heimatland nicht länger bleiben kann. Der Grund: Ihre Liebe zu einer anderen Frau und die drohende Zwangsverheiratung mit einem ihr unbekannten Mann. Im Senegal wird homosexuelle Liebe nicht akzeptiert und unter drastische Strafe gestellt. Sehr schnell wenden sich alle ihre Freunde von ihr ab, sind gar bereit, sie an die Polizei zu verraten. Es bleibt ihr nichts anderes übrig, als Hals über Kopf das Land zu verlassen. Völlig planlos kommt sie also in Deutschland an und wird in ein Asylantenheim gesteckt. Die Menschen, die dort leben, könnten unterschiedlicher nicht sein. Kaum einer spricht die Sprache des anderen, somit ist eine Verständigung untereinander äußerst schwierig. Sie haben einzig gemeinsam, dass sie alle geflüchtet sind. Und das aus den verschiedensten Gründen und aus den verschiedensten Ländern. Und sie sind hier alle einsam und perspektivlos.

Eugenie ist äußerst unglücklich, nicht mehr im Senegal bei ihrer Freundin sein zu können. Denn alles was sie wollte, war ein glückliches Leben mit ihr. Sie nahm all die Umstände auf sich, die solch eine heimliche Liebe mit sich brachte, denn das war allemal besser, als nun in Deutschland zu sein und soweit weg von ihr. Doch sie hatte einfach keine andere Chance, als ihr Land zu verlassen, wenn sie nicht für den Rest ihres Lebens im Gefängnis verbringen wollte. Und das nur, weil sie eine Frau anstatt einen Mann liebt.

Ich fand die Erzählung, was Eugenie hier in Deutschland erlebte, wie sie sich bemühte und wie sie versuchte, mit ihrer Verzweiflung umzugehen, sehr zu Herzen gehend. Und ich finde es sehr wichtig, dass man einen Eindruck von eben solchen Erlebnissen erhält. Denn ohne solche persönlich geschilderten Eindrücke bleiben die Flüchtlinge eben einfach nur Flüchtlinge, „die doch froh sein sollten, dass sie hier sind.“  Der Aspekt Mensch mit Ängsten, Gefühlen, Nöten, Wünschen, Träumen etc. wird ja gerne allzu schnell vergessen.

Dieses Hörbuch öffnet einem die Augen, dass es durchaus auch andere lebensbedrohliche Situationen außer Krieg und Armut gibt, die einen Menschen dazu bringen können, seine geliebte Heimat zu verlassen und zu uns zu flüchten. Ich glaube, kaum einer hat die Hoffnung, dass er hier den Himmel auf Erden vorfindet, doch vermutlich hat jeder die Hoffnung, dass er hier zumindest eine reelle Chance aufs Überleben hat. Und das alleine sollte für uns, die wir einfach nur Glück hatten, in Deutschland geboren zu sein (denn nichts anderes ist es als Glück) Grund genug sein, um Flüchtlinge zu akzeptieren, auch wenn sie nicht gerade aus einem aktuell in den Nachrichten gezeigten Kriegsgebiet kommen. Es liegt so einiges im Argen in unserer Welt.

Birgit Arnold als Sprecherin fand ich wieder sehr gut. Ich mag ihre Stimme einfach und ihre Art, sich selbst zurückzuhalten und dem Text die volle Wirkung zu überlassen.

Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Verlag 3.0

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es z. B. bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Maria Braig – Nennen wir sie Eugenie

Ferdinand von Schirach – Verbrechen

Beschreibung
Der renommierte Strafverteidiger Ferdinand von Schirach kennt die Brüche der Welt. Der Umgang mit Schuld und Unschuld bestimmt seinen Alltag. Doch was ist Schuld eigentlich? Wer will richten über Täter, die zugleich auch Opfer sind?

Mit dem scharfen Blick eines begnadeten Analytikers erzählt Ferdinand von Schirach von menschlichen Dramen und vielfachem Scheitern, von seelischen Abgründen, die sich einer einfachen Bewertung entziehen.

Sprecher
Burghart Klaußner

Länge
3 h 28 m

Meine Meinung
Geschichten die das Leben schreibt.  Erzählt werden hier verschiedene Geschichten, die sich wohl alle so zugetragen haben und bei denen es nun wirklich nicht einfach ist, zu richten. Am besten haben mir die erste und die letzte Geschichte gefallen. Beide habe ich auch verfilmt gesehen. Auch die Filmfassung ist übrigens sehr gut! Ich glaube allerdings, dass alle Geschichten aus „Verbrechen“ verfilmt wurden.

Dass Ferdinand von Schirach mit solchen Schicksalen an die Öffentlichkeit geht, finde ich sehr gut. Denn allzu schnell wird doch verurteilt, ohne dass man die wahren Hintergründe weiß. Dass man etwas vorsichtig mit seinen Urteilen sein sollte, wird mit diesen Geschichten wieder einmal überdeutlich.

Burghart Klaußner als Sprecher gefiel mir ebenfalls sehr gut.

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Weitere Informationen
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Siehe auch: