Hanya Yanagihara – Das Volk der Bäume

Beschreibung
Ein geradezu durchtrieben gut komponierter Roman von Hanya Yanagihara

Was als packende Expedition in der Dschungelwelt Mikronesiens beginnt, wird zur Begegnung mit den Abgründen des Menschlichen. In ihrem Roman erkundet Hanya Yanagihara, wie Neugier in Gier umschlägt – nach Ruhm, nach Liebe – und wie weit wir dafür zu gehen bereit sind. Der junge Arzt Norton Perina kehrt mit einer unfassbaren Entdeckung von der Insel Ivu’ivu zurück: Hat er wirklich ein Mittel gegen die Sterblichkeit gefunden? Eine uralte Schildkrötenart soll die Formel des ewigen Lebens bergen. So kometenhaft er damit zur Spitze der Wissenschaft aufsteigt, so rasant vollzieht sich die Kolonisierung und Zerstörung der Insel.

Mit gnadenloser Verführungskraft zieht Hanya Yanagihara uns hinein in den Forscherrausch im Urwald und lässt uns auch dann nicht entkommen, als Perina dort eine weitere Entdeckung macht: seine fatale Liebe zu Kindern. Wie betrachten wir eine Lebensleistung, wenn sich das Genie als Monster entpuppt? Das ist die Frage in diesem brillant geschriebenen, gefährlichen Dschungel von einem Roman.

Sprecher
Matthias Bundschuh, Gunter Schoß, Thomas Hollaender, Joachim Schönfeld

Länge
17 h 57 m

Meine Meinung
Viele Stunden lang erfährt man sehr viel über die Insel Ivu’ivu, über die Bewohner und deren Sitten und Gebräuche, deren Tiere, Pflanzen etc. Zunächst geht es eigentlich nur um die Expedition nach Mikronesien. Hierdurch bekommt man ein recht gutes Bild des Wissenschaftlers. So meint man zumindest. Denn der Bericht wurde von Norton selbst verfasst und von seinem besten Freund und größten Bewunderer immer wieder genauer beschrieben und mit Fakten untermauert.

Was man so über das Leben im Dschungel erfährt polarisiert… Doch vielmehr polarisiert natürlich das beschriebene Ende, welches man ja eigentlich schon ganz zu Beginn des Hörbuches erfährt.

Ich fand diese Story genial aufgebaut. Man lauscht und lauscht und ist ständig am Rätseln, ob die anfangs erhobenen Vorwürfe wohl stimmen könnten.

Vermutlich gibt es bei diesem Hörbuch nur 2 Meinungen. Entweder man findet es toll, oder aber nicht. Ich glaube, ein Mittelding wird es hier kaum geben. Mir jedenfalls hat es so gut gefallen, dass ich es gleich zweimal hintereinander gehört habe.

Weitere Informationen
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Karl Olsberg – Das KALA-Experiment

Beschreibung
Der Physiker Hans Ichting wird nur wenige Tage, nachdem die Videobloggerin Nina Bornholm ihn interviewt hat, tot aufgefunden. Nina zweifelt an der offiziellen Darstellung eines Selbstmords und beginnt zu recherchieren. Bald wird klar, dass Ichting in den USA an einem streng geheimen Projekt mitgearbeitet hat. Doch jemand will um jeden Preis verhindern, dass die Wahrheit über das KALA-Experiment ans Licht kommt. Während sich überall auf der Welt unerklärliche Ereignisse häufen, wird immer deutlicher, dass die Zukunft der Menschheit auf dem Spiel steht. Doch wie kann man ein zukünftiges Ereignis verhindern, dessen verheerende Auswirkungen bereits jetzt spürbar sind?

Sprecher
Wolfgang Wagner

Länge
10 h 25 m

Meine Meinung
Das war mal wieder ein Hörbuch genau nach meinem Geschmack. Man konnte sich bei den Ereignissen so richtig schön das Hirn verknoten. Beispiel gefällig? Eine Frau schuftet in ihrer Kneipe. Ihr Mann ist ihr mal wieder so gar keine Hilfe. Dann liegt er da plötzlich vor ihr. Tot! Ach du Schreck! Und dann kommt eben diese Frau nach Hause und da hört sie ihren Mann schon vom Flur aus im Schlafzimmer schnarchen. Wie kann denn das sein? Solche Ereignisse kommen hier häufig vor, immer mal wieder in die Story eingestreut.

Doch den roten Faden durch die Geschichte zieht eigentlich die Bloggerin Nina, die einen berühmten Physiker interviewte, der kurz darauf Selbstmord verübte. Dies kann die Bloggerin nicht glauben und macht sich auf die Suche nach der Wahrheit. Doch ihre Neugierde ist nicht ganz ungefährlich für sie.

Dass sie hier natürlich irgendwann auf das KALA-Experiment stößt, dürfte klar sein. Doch was sich hinter diesem mysteriösen Namen verbirgt, werde ich hier natürlich  nicht verraten. Will ja keinem die Spannung nehmen.

Mir hat die Story jedenfalls wieder richtig gut gefallen, die sich Olsberg hier wieder hat einfallen lassen. Über weite Strecken sehr rätselhaft und stets gleichbleibend spannend. Das Ende ist vielleicht etwas kurz und abrupt geraten, fand ich aber nicht so dramatisch.

Wolfgang Wagner als Sprecher hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.

Weitere Informationen
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Bernhard Kegel – Ein tiefer Fall

Beschreibung
Korruption und Machtgier in der Wissenschaft.

Als der Kieler Biologieprofessor Hermann Pauli spät am Abend den Campus verlassen will, locken ihn eigentümliche Geräusche ins Reich des gefeierten Evolutionswissenschaftlers Frank Moebus. Zwischen zappelnden Fischen, Kröten und zahllosen Glasscherben liegt ein Mann, dessen Kopf in einem zerbrochenen Aquarium steckt. Wenig später findet die von Pauli gerufene Polizei einen zweiten Toten unter dem offenen Fenster – auch er ein Mitglied der Arbeitsgruppe von Moebus.

Kriminalhauptkommissarin Anne Detlefsen steht vor einem Rätsel. Geht es um die kostbaren Urzellen, auf die Moebus in der Tiefsee gestoßen ist? Bewegung kommt in den Fall, als eine Gruppe prominenter Forscher aus aller Welt Moebus vorwirft, ihren Labors trotz mehrfacher Bitten keine Zellen zu überlassen. In Hermann Pauli keimt ein unheimlicher Verdacht auf.

Bernhard Kegel, Jahrgang 1953, ist promovierter Biologe, leidenschaftlicher Jazzgitarrist und vielfach ausgezeichneter Autor von Romanen und Sachbüchern. Zuletzt erschien sein Roman „Abgrund“. Bernhard Kegels Bücher wurden mit mehreren Publizistikpreisen ausgezeichnet.

Sprecher
Bert Stevens

Länge
15 h 16 m

Meine Meinung
Diesen Krimi fand ich äußerst amüsant. Schon die Beschreibung am Anfang, als die ganzen Aquarien kaputt gingen und die verschiedensten Lebewesen auf dem Boden liegen fand ich witzig, auch wenn das natürlich für die Fische alles andere als witzig war. Viel zu meiner Erheiterung hat auch der Sprecher beigetragen. Ihn könnte ich mir auch gut als Sprecher von Karl-May-Büchern vorstellen.

Doch eigentlich ist „Ein tiefer Fall“ ein wissenschaftlicher Krimi, bei dem es um Forschung, Ruhm und Ehre geht. Auch wenn man ca. ab der Mitte ahnt, worauf das alles hinauslaufen wird, so fand ich die Story insgesamt doch wirklich unterhaltsam und – wie gesagt – sehr amüsant. Einzig das Ende fand ich etwas einfallslos. Hier hätte ich mir dann doch etwas mehr „Pauken und Trompeten“ gewünscht.

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Karl Olsberg – Enter

EnterBeschreibung
Der Stromausfall in ganz Berlin ist Auftakt einer Anschlagserie der radikalen Aktivistengruppe NTR. Hauptkommissar Eisenberg und seine Sonderermittlungsgruppe Internet sollen das Landeskriminalamt unterstützen, doch der zuständige Fahndungsleiter hält wenig von der SEGI und ihren ungewöhnlichen Methoden. Als dann ein führender Computerwissenschaftler ermordet wird, verbittet er sich jede Einmischung. Und während weitere Anschläge geschehen und die Hintergründe des Mordes immer mysteriöser werden, fällt ein dunkler Schatten auf das SEGI-Team…

Internetterror, künstliche Intelligenz und der Verlust der Privatsphäre sind die hochaktuellen Themen, die Olsberg in seinem neuen Thriller einmal mehr zur packenden Story verwebt.

Sprecher
Rainer Fritzsche

Länge
10 h 31 m

Meine Meinung
Die Sondereinheit SEGI ist aus ziemlich ungleichen Typen zusammengewürfelt, die sich untereinander nicht wirklich gut verstehen, aber ein hervorragendes Team bilden, wenn es ums Ganze geht. Leider wird die SEGI vom Fahndungsleiter nicht sonderlich geschätzt, was ihnen ihre Arbeit zusätzlich erschwert. Sie erhalten kaum Details zum Terroranschlag und müssen sich mit winzigen Informationsfetzen zufrieden geben. Doch das hindert sie nicht daran, Zusammenhänge zu finden und die betroffenen Personen damit in die Enge zu treiben.

Mir hat die Story sehr gut gefallen. Natürlich war es akribische Kleinarbeit für die SEGI, so dass vlt. der Eindruck entstehen könnte, dass die Spannung auf der Strecke bleibt. Das fand ich jedoch gar nicht. Denn Polizeiarbeit ist sicherlich nicht immer so spannend, wie sie in den meisten Krimis dargestellt wird. Vielmehr ist es doch immer ein sehr großes Puzzle, bei dem zunächst die einzelnen Puzzleteile gefunden und dann auch noch richtig zusammengesetzt werden müssen. Ich fand die Schlussfolgerungen aus den minimalen Stückchen genial und war fast über die ganze Zeit sehr gefesselt von der Story. Was natürlich nicht zuletzt auch an dem mich sehr faszinierenden Thema Künstliche Intelligenz liegt.

Olsberg versteht es hier gut, die Chancen aber auch die Gefahren der KI zu beleuchten.

Die Charaktere – insbesondere der SEGI-Mitglieder – fand ich auch wieder sehr gut herausgearbeitet.

Auch der Sprecher hat mir sehr gut gefallen. Somit kann ich an diesem Buch nichts finden, was ich auszusetzen hätte. Ich fühlte mich über die 10 Stunden bestens unterhalten und dachte am Ende: Ja, das ist eine tolle Geschichte.

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Weitere Informationen
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Laurence Gonzales – Lucy

LucyBeschreibung
Das Mädchen Lucy wächst im afrikanischen Regenwald bei ihrem Vater, einem englischen Naturforscher, in völliger Abgeschiedenheit auf. Sie ist vierzehn, als er stirbt. Durch Zufall findet die amerikanische Wissenschaftlerin Jenny sie und nimmt sie mit nach Amerika. Lucy ist hübsch und sehr begabt. Was niemand ahnt: Sie ist das Ergebnis eines unglaublichen Experiments, ihr Erbgut eine Kreuzung zwischen dem von Mensch und Menschenaffe. Irgendwann lässt sich das nicht mehr geheimhalten – woraufhin Medien, Militär und Wissenschaftler eine erbarmungslose Jagd auf Lucy beginnen…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Nadja Schulz-Berlinghoff

Länge
12 h 04 m

Meine Meinung
Manchmal stößt man durch Zufall auf ein tolles Hörbuch. Ich hatte bei Facebook einen Trailer zu dem Film „Lucy“ gesehen. Das Thema fand ich interessant. Ich wollte mir aber nicht den Film ansehen sondern es als Hörbuch hören. Somit stieß ich auf „Lucy“ von Laurence Gonzales. Ist zwar ein anderes Thema, aber das fand ich noch viel verlockender als das Filmthema. Und schon war es meins.

Das Hörbuch fängt sehr spannend an. Jenny – eine Primatenforscherin im Kongo – muss Hals über Kopf ihr Camp im Dschungel verlassen, da der Bürgerkrieg nun auch ihr Gebiet erreicht hat. Sie flüchtet zunächst zu dem Camp des Wissenschaftlers Stone. Doch dieser wurde bereits ermordet. Im Camp entdeckt sie Stones Tochter Lucy, 14 Jahre, die sie unüberlegt einfach mit sich nimmt. Nur weg, weg von den Schüssen, weg vom Kriegsgebiet. Ihnen gelingt die Flucht zunächst nach London und dann weiter in die USA, wo Jenny herkommt. In London hatte Jenny vergeblich versucht, Verwandte von Lucy aufzutreiben. Doch ihre Aussage war richtig – sie hat keine. Mittlerweile haben sich die beiden richtig aneinander gewöhnt und Jenny möchte Lucy adoptieren.

Zu diesem Zeitpunkt weiß Jenny bereits, dass Lucy „anders“ ist. Sie hat die Aufzeichnungen von Stone – die sie bei ihrer Flucht aus dem Dschungel mitgenommen hat – gelesen. Lucy ist das Produkt eines wahnwitzigen Experiments. Stone wollte die Menschheit verbessern! Deshalb hat er eine Bonobo-Dame mit seinem eigenen Samen befruchtet: Lucy ist das „Ergebnis“ dieses Versuchs. Lucy ist ein tolles Mädchen. Sie sieht aus wie ein Mensch, sie kann reden, ist gebildet – nur mit den amerikanischen Gepflogenheiten kennt sie sich nicht aus. Wie auch. Sie wuchs ja ausschließlich im Dschungel auf. Doch sie lernt schnell und passt ihr Verhalten sehr flink an. Auch mit der Unterstützung von Amanda, ihrer Freundin, die sie in der Schule kennengelernt hat.

Doch Lucy kann noch einiges mehr. So hat sie z. B. enorme Kräfte und kann mit den Tieren „im großen Strom“ kommunizieren. Ihr Instinkt ist äußerst ausgesprägt, sie spürt Gefahr viel früher als ein „normaler“ Mensch.

Jenny und Lucy haben beschlossen, dass ihr Geheimnis niemals an die Öffentlichkeit dringen darf. Denn dann wäre sie in größter Gefahr. Doch wie es natürlich kommen musste, wird Lucy krank. Sie muss ins Krankenhaus. Dort wird sie behandelt – natürlich wird ihr Blut abgenommen. Und schon sind die ersten Zweifel da. Wie kann sich ein Mensch mit einem Virus anstecken, der ausschließlich für Tiere ansteckend ist, nicht aber für den Menschen? Das Virus hat sich jedenfalls nicht verändert.

Jenny, Lucy und Amanda beschließen, dass sie der Gerüchteküche der Medien etc. zuvorkommen wollen. Lucy outet sich über das Internet. Von da an beginnt eine Jagd auf Leben und Tod.

„Lucy“ war eine Story so richtig nach meinem Geschmack. Stellen sich hier doch gleich ganz viele Fragen nach Moral, nach Vorurteilen, nach „muss man wirklich alles austesten, was möglich ist“, nach Gerechtigkeit, nach: Was bedeutet es, Mensch zu sein und was macht den Menschen eigentlich aus, darf man anders sein, wie reagiert die Gesellschaft, wer ist Freund, wer ist Feind u. v. m? Man könnte diese Frageliste noch immens erweitern.

Lucy schwebt in einer gesetzlosen Zone. Denn zu was zählt sie nun? Zu den Menschen? Oder doch zu den Tieren? Sie ist ja nunmal zu 50 % Mensch und zu 50 % Menschenaffe.

Die Protagonisten fand ich sehr gut gezeichnet. Jenny war anfangs ziemlich blauäugig – ok, für meinen Geschmack etwas zu blauäugig für eine Wissenschaftlerin, die sich seit Jahren mit Bonobos beschäftigt. Doch sie hat sich während der Story sehr gut entwickelt und wurde dann zu einer Figur, die ich auch sehr glaubhaft fand. Lucy war von Anfang an sehr sympathisch dargestellt. Auch ihre unbeholfene und teils altbackene Ausdrucksweise fand ich sehr charmant. Ihren Lernprozess fand ich ebenfalls sehr gut dargestellt. Amanda, Lucys Freundin, ist eine Freundin, wie man sie sich wünscht. Sie steht immer hinter Lucy – egal was passiert. Natürlich gibt es noch viele weitere Personen in dem Plot, doch bei den Dreien möchte ich es belassen.

Und nun zum Thema Spannung. Die Flucht aus dem Dschungel und die Entdeckung von Lucy fand ich klasse. Somit war der Einstieg toll, spannend, sehr nach meinem Geschmack. Doch dann flachte die Spannung ab. Mir fehlte der Aufbau eines Spannungsbogens. Das gab es im ersten Drittel nach meiner Empfindung kaum. Es passierte zwar schon einiges, aber das dann eher Knall auf Fall. Also völlig unvermittelt. Das kann zwar mal die richtige Wahl sein, aber auf die Dauer fand ich das etwas ermüdend. Die Story plätschert vor sich hin, dann Wumm – na, wieder wach? Und dann weiter im Geplätscher… bis zum nächsten Wumm. Doch das war nur im ersten Drittel so. Danach änderte sich. Ein Glück! In den letzten zwei Dritteln wurde der Spannungsbogen hochgeschraubt und blieb auch konstant auf hohem Niveau. Hier flog die Zeit und die Story nur so dahin.

Bei diesem Hörbuch geht es übrigens nicht nur erschreckend zu. Es gibt natürlich sehr viele Momente, bei denen man weinen und schreien und ausrasten möchte. Aber der Humor kommt auf jeden Fall auch nicht zu kurz. Es gibt auch einiges zu Lachen.

Die Sprecherin kannte ich bisher noch nicht. Sie hat mir aber mit ihrer etwas distanzierten Art sehr gut gefallen. Mir ist es sehr leicht gefallen, ihr zuzuhören. Die Story an sich ist schon prall genug, so dass die Sprecherin mit ihrer zurückhaltenden Art meiner Meinung nach alles richtig gemacht hat. Ihre Art der Betonung und ihre Stimme fand ich auch sehr schön.

Gestern, als ich das Hörbuch beendet hatte, dachte ich: Ok, die Story kann nicht die vollen Pingu-Punkte bekommen, da das erste Drittel einfach zu langatmig war. Heute habe ich mir dann nochmals Gedanken gemacht, die Story nochmals Revue passieren lassen und habe meine Meinung revidiert. Die Story verdient nichts anderes als glatte 5,0 Pingu-Punkte. Über den Spannungsmangel im ersten Drittel kann ich locker hinweg sehen. Denn sowohl die Protagonisten als auch die Spannung haben sich während der Geschichte enorm entwickelt und gesteigert. Und so soll es doch sein, oder?!

Dieses Hörbuch kommt auf meine Bestenliste.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Laurence Gonzales – Lucy

Kyle Mills – Die Unvergänglichen

Die UnvergänglichenBeschreibung
Dr. Richard Draman versucht verzweifelt ein Heilmittel für eine seltene, genetische Krankheit zu finden, die Kinder extrem schnell altern lässt. Die Krankheit, an der auch seine Tochter sterben wird. Als der Ehemann einer Kollegin, die kürzlich durch einen mysteriösen Selbstmord starb, ihm heimlich eine Kopie der Studie übergibt, an der seine Frau zuletzt gearbeitet hatte, sieht Draman schließlich einen Hoffnungsschimmer. Die Forschungsergebnisse sind atemberaubend und enthalten die Möglichkeit, nicht nur den Bereich der Biologie auf den Kopf zu stellen, sondern auch die Welt selbst umzuformen. Bald jedoch befindet er sich auf der Flucht, unerbittlich von einer scheinbar allmächtigen Gruppe verfolgt, die alles tut, um ihn zum Schweigen zu bringen.

Sprecher
Reinhart von Stolzmann

Länge
9 h 50 m

Meine Meinung
Bei diesem Buch reizte mich das Thema. Progerie ist ja nun wirklich eine schreckliche Krankheit und ich wollte mehr darüber erfahren.

Den Anfang der Story fand ich schrecklich. Also schrecklich gut. Sie beginnt mit einem kaltblütigen Mord, der herzloser kaum sein könnte. Ich war gespannt, wie es denn nun weitergehen würde. Dr. Draman versucht, wie schon oben beschrieben, seine Tochter, die an Progerie leidet, zu retten, in dem er ein Heilmittel sucht, das ihr helfen kann. Doch die Geldnot lässt ihn in seinen Forschungen nicht so recht voran kommen. Als er dann die Forschungsergebnisse einer Biologin erhält – nämlich genau der Biologin, die am Anfang der Story ermordet wird – schöpft er neue Hoffnung. Doch statt dessen verwandelt sich sein Leben und das seiner Familie zu einem wahren Albtraum.

Bis ungefähr zur Mitte des Buches fand ich die Story mächtig spannend und ich war mit all meinen Sinnen voll in der Geschichte. Doch dann war für mich die Spannung plötzlich raus. Die Story nahm eine Wendung, die zwar logisch war, die aber in eine Richtung ging, die mir nicht mehr so gut gefiel. Ich ertappte mich, wie ich bei ganzen Passagen nicht mehr aufmerksam genug zuhörte und musste von da an vieles erneut hören, um weiter der Story folgen zu können. Doch auch beim zweiten Hören, fesselten mich die Passagen nicht derart, wie im ersten Teil. Das fand ich äußerst bedauerlich.

Doch insgesamt war die Geschichte wirklich gut. Warum für mich im zweiten Teil plötzlich so die Luft raus war, kann ich gar nicht wirklich in Worte fassen, denn die Story ging ja durchaus spannend und mit vielen Wendungen weiter. Vermutlich war es einfach dieses typische „Wer das Geld hat, hat die Macht“-Gehabe, das mich hier einfach nicht mehr richtig bei der Stange halten konnte. Wer zum Schluss dann „gewonnen“ hat, werde ich nicht verraten.

An den Sprecher musste ich mich erst gewöhnen. Doch nach einiger Zeit hatte ich mich mit seiner Stimme und seiner monotonen Art dann doch anfreunden können.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Kyle Mills – Die Unvergänglichen

Elizabeth Gilbert – Das Wesen der Dinge und der Liebe

Das WesenBeschreibung
Nach ihrem Weltbestseller »Eat, Pray, Love« meldet sich Elizabeth Gilbert mit einem großen Roman zurück. »Das Wesen der Dinge und der Liebe« erzählt die Geschichte von Alma Whittaker, einer Frau, die sich den Pflanzen verschrieb, die Naturgesetze erforschte und versuchte, das Wesen der Liebe zu ergründen.

Am Ende ihres Lebens wird Alma auf ein großes Jahrhundert zurückblicken. Sie wird in die Aufbruchsphase Amerikas geboren, die Welt wird erforscht und erobert, Altes durch Neues abgelöst. Ihr umtriebiger Vater ist mit Pflanzenhandel reich geworden und der jungen Alma wird es an nichts fehlen, auch nicht an Bildung. Und so wächst sie zwischen den Pflanzen der prächtigsten Gewächshäuser heran. Ihre ganze Leidenschaft gilt der Natur, und während ihrer Studien, die sie ihr ganzes Leben begleiten, gelingen ihr ähnlich revolutionäre Einsichten, wie sie dann Charles Darwin der Welt vorführen wird. Doch Alma selbst zweifelt an ihren Erkenntnissen. Warum sehnt sich der Mensch nach Liebe? Was ist Liebe? Warum sind wir selbstlos und uneigennützig, wie ihre Adoptivschwester Prudence, die sich schon früh für die Befreiung der Sklaven einsetzt? Alma wird Antworten finden, ebenso wie die Liebe.

Sprecher
Suzanne von Borsody

Länge
25 h 15 m

Meine Meinung
Selten ist es mir so schwer gefallen, zu einem tollen Buch eine Rezension zu schreiben, wie bei diesem. Ich habe schon etliche Male angefangen und doch habe ich letztendlich alles wieder über Bord geworfen, da es einfach nicht gut genug für dieses wunderbare Buch war. Entweder ich hatte eine Nacherzählung verfasst – die natürlich viel zu lange und zu ausführlich ausfiel, oder ich reihte viel zu herzlos Fakten aneinander, oder, oder, oder. Ich habe keine Ahnung, woran es liegt, dass mir bei diesem Buch die Rezension so schwer fällt, habe ich doch immerhin ganze drei Seiten Notizen gemacht. Vermutlich liegt darin die Krux, dass ich einfach viel zu viel Erwähnenswert finde und ich mich deshalb immer wieder verzettele.

Also hier nun mein nächster Versuch, dieses Buch zu beschreiben. Ich will mit dem Titel beginnen. „Das Wesen der Dinge und der Liebe“ trifft den Inhalt des Buches exakt.

Worum geht es? Es geht um Pflanzen, um Liebe, um Wissenschaft, um Familie, um Forschung, um Geld, um Macht, um Beziehungen, um Krankheit und um Tod. Und noch so manches mehr. Dieses Buch ist äußerst vielschichtig. So wie eine Geschichte, die über ca. 100 Jahre spielt, eben auch sein sollte, damit sie spannend und interessant bleibt.

Spannungsgeladen ist dieses Buch nun nicht gerade, aber es ist ausgesprochen interessant! Ich fand jede Unterbrechung die ich einlegen musste, äußerst bedauernswert, denn ich hätte der Story sehr gerne in einem Rutsch gelauscht. Doch bei 25 Stunden ist das ja leider nicht machbar. Dennoch lauschte ich in jeder freien Minute. Direkt nach dem Aufstehen, in der Mittagspause und abends natürlich auch gleich wieder. Und was soll ich sagen, ich hätte noch weitere 25 Stunden gebannt zuhören wollen, so kurzweilig fand ich den Stil und die durchaus auch humorvolle Art, wie das Buch verfasst ist.

Die Protagonisten, allen voran Alma, um die es hauptsächlich geht, und deren Vater wurden hervorragend ausgearbeitet, so dass ich sie bald schon selbst einschätzen konnte und auch vor Augen hatte. Doch nicht nur die zwei „Hauptpersonen“ wurden toll beschrieben, auch alle anderen Charaktere wurden liebevoll gezeichnet und ich hatte jederzeit ein klares Bild von allen. Über die 25 Stunden wurde ich Teil ihres Lebens, durfte alles mitfühlen, miterleben und fühlte mich richtig wohl dabei.

Und auch das Ende fand ich äußerst genial. Kurz: „Das Wesen der Dinge und der Liebe“ ist ein wundervolles Buch, um sich in eine andere Zeit und in eine ganz andere Welt entführen zu lassen. Ich habe mitgeweint und mitgelacht und fühlte mich komplett in die Geschichte integriert  – selbst in der Bindekammer 😉

Suzanne von Borsody kannte ich bisher als Hörbuchsprecherin noch nicht – nur als Schauspielerin. Und als Schauspielerin finde ich sie toll. Doch als Hörbuchsprecherin habe ich sie lieben gelernt. Sie passte ganz hervorragend zu dieser Geschichte, die Höhen und Tiefen beinhaltet, die eben alle Facetten eines Lebens aufzeigt. Suzanne von Borsody hat all diese Gefühle hervorragend gesprochen, so dass es ein wahrer Genuss war, ihr zuzuhören.

Klarer Fall, dass es dieses Hörbuch auf meine Bestenliste geschafft hat.

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Herzlichen Dank an den “Audio-Verlag” für das Rezensionsexemplar. 

Und hier gibt es weitere sehr tolle Informationen zum Hörbuch: Das Wesen der Dinge und der Liebe

Liv Winterberg – Vom anderen Ende der Welt

Vom anderen Ende der WeltBeschreibung
England, spätes 18. Jahrhundert: Mary Linley hat nach dem Tod ihres Vaters nur ein Ziel. Sie will es ihm gleichtun und als Botanikerin die weite Welt erforschen. Doch ihre Tante hat andere Pläne. Mary soll heiraten und eine anständige Ehefrau werden.

Als Frau bleibt ihr die Forschung und die Seefahrt verwehrt! Und so wird aus Mary Linley Marc Middleton. Sie heuert als Zeichner auf der „Sailing Queen“ an. Als Mann – so ihre Hoffnung – will sie an das andere Ende der Welt reisen.

Neben der ersehnten Arbeit als Botanikerin trifft sie jedoch auch auf das Abenteuer Leben, lernt die Liebe, aber auch die unbarmherzige Gewalt der Natur kennen. Wie weit wird Mary gehen, um Ihren Traum zu verwirklichen?

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Gabriele Blum

Länge
11 h 58 m

Meine Meinung
„Vom anderen Ende der Welt“ ist eine wunderschöne Geschichte um eine junge Frau, die sich den gesellschaftlichen Zwängen und Konventionen der damaligen Zeit nicht unterwerfen will sondern alles tut, um ihren Traum zu verwirklichen. Sehr zum Missfallen ihrer Tante, die sie – wie es sich nun einmal gehört – unter die Haube bringen will.

Doch Mary denkt gar nicht daran, sich dem zu fügen. Sie ist Dank ihres leider verstorbenen Vaters Wissenschaftlerin mit Leib und Seele und will ans andere Ende der Welt segeln. Da sie dies als Frau aber nicht tun kann, verwandelt sie sich in einen Mann und heuert als Maler auf einem Schiff an, welches eine wissenschaftliche Expedition startet. Dies gelang ihr leichter, als sie in ihren kühnsten Träumen zu hoffen gewagt hatte.

Dass sie dort unter all den Seemännern des öfteren in brenzlige Situationen gerät, kann man sich gut vorstellen.

Liv Winterberg erzählt diese Geschichte sehr flüssig, sehr einfühlsam aber auch ebenso roh, wie das Leben damals auf einem Schiff eben war. Viele Abenteuer, viel Glück aber auch viel Leid widerfährt der männlichen „Mary“, die sich aber durch keinen Vorfall entmutigen lässt und tapfer immer weiter kämpft.

Mir hat diese Geschichte sehr gut gefallen. Sie ist äußerst unterhaltsam, sehr lehrreich und sehr glaubhaft zugleich. Von mir gibt es ein klares „Daumen hoch“ dafür.

Gabriele Blum als Sprecherin hat dieses Hörbuch wunderbar gesprochen. Durch ihre zurückhaltende Art kam die Geschichte voll und ganz zur Geltung.

Fazitstars_5 absolut empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Liv Winterberg – Vom anderen Ende der Welt

Siehe auch: