Christina Dalcher – VOX

Beschreibung
Ihr könnt uns die Wörter nehmen, aber zum Schweigen bringt ihr uns nicht! Als die neue Regierung anordnet, dass Frauen ab sofort nicht mehr als einhundert Wörter am Tag sprechen dürfen, will Jean McClellan diese wahnwitzige Nachricht nicht wahrhaben – das kann nicht passieren. Nicht im 21. Jahrhundert. Nicht in Amerika. Nicht ihr. Schon bald jedoch kann Jean ihren Beruf als Wissenschaftlerin nicht länger ausüben. Schon bald wird ihrer Tochter Sonia in der Schule nicht länger Lesen und Schreiben beigebracht. Sie und alle Mädchen und Frauen werden ihres Stimmrechts, ihres Lebensmutes, ihrer Träume beraubt. Für Sonia und alle entmündigten Frauen will Jean sich ihre Stimme zurückerkämpfen und erhält eine Gelegenheit…

Ich habe „VOX“ als Warnung geschrieben, als Warnruf gegen eine Politik der Geschlechtertrennung, aber auch, um zu zeigen, wie sehr unsere Persönlichkeit und Menschlichkeit von unserer Sprache abhängt. Ich habe mir selbst die schreckliche Frage gestellt: „Was wäre, uns würde dieses Vermögen genommen?“

Sprecher
Andrea Sawatzki

Länge
9 h 47 m

Meine Meinung
Als ich die Beschreibung las, war ich zunächst schockiert und dann wollte ich es natürlich sofort hören. Denn dieser Gedanke, dass Frauen nur noch 100 Wörter am Tag sprechen dürfen, ist ja nun mehr als schockierend. Was sind schon 100 Wörter?

Doch leider finde ich, dass hier einiges an Potenzial verschenkt wurde. Denn der Grundgedanke ist ja ohne Frage unglaublich gut. (Ich will hier gar nicht ins Interpretieren kommen.) Doch die Umsetzung fand ich stellenweise wirklich etwas schwierig nachvollziehbar. Der Plot an sich war zwar klar, doch es gab hier einige (für meinen Geschmack zu viele) Stellen, die meiner Meinung nach nicht wirklich gut ausgearbeitet waren.

Insgesamt fand ich die Geschichte als Mahnung zwar unheimlich wichtig und lohnend, doch ich hatte mir wirklich mehr davon erhofft.

Dennoch möchte ich es allen empfehlen. Denn die Botschaft dahinter ist ohne Frage unglaublich wichtig.

Andrea Sawatzki war natürlich unglaublich gut.

PS: Diese kurze Rezension umfasst ohne diesen Satz hier 147 Wörter.

Weitere Informationen
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Willi Achten – Nichts bleibt

Beschreibung
Franz Mathys ist Kriegsfotograf. Eines seiner Fotos wurde mit dem World Press Photo Award ausgezeichnet. Doch er hat tiefe Zweifel und Schuldgefühle, denn er profitiert von dem Leid anderer. Mathys spürt, dass sein Leben ihm mehr und mehr entgleitet. Er zieht sich auf einen abgeschiedenen Hof im Wald zurück. Lebt dort mit seinem Vater und seinem Sohn, kommt zur Ruhe und verliebt sich. Doch die Idylle trügt.

Eines Nachts schlagen zwei Männer seinen Vater brutal nieder und er muss schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Mathys will die Täter finden. Der immer stärker werdende Wunsch nach Rache und die Suche nach den Männern entfremden ihn von den Menschen, die er liebt. Wird er nun alles verlieren? In einem zerklüfteten Tal in den Alpen trifft er eine einsame Entscheidung, die sein Leben kosten kann. Willi Achten lotet die Abgründe der menschlichen Psyche aus.

Sprecher
Atilla Akinci

Länge
9 h 35 m

Meine Meinung
Dieses Hörbuch habe ich gleich zweimal hintereinander gehört. Und doch fällt es mir verdammt schwer, hierzu eine Rezension zu verfassen. Denn es hat mich mehr oder weniger sprachlos zurückgelassen.

„Nichts bleibt“ ist ein Hörbuch, das einen mit seinem eiskalten Händchen packt und in die Eiseskälte eines zugefrorenen Sees zieht. Warm wird es einem nicht mehr, wenn man mit diesem Hörbuch begonnen hat. Und doch spürt man unterschwellig die Herzenswärme des Protagonisten, die eigentlich in ihm strahlt. Doch all seine Erlebnisse lassen sein Herz zunehmend erkalten.

Ich habe lange versucht, mich in den Protagonisten hineinzuversetzen. Doch dies war für mich ein unmögliches Unterfangen, denn ich habe ein Glück nicht erlebt, was er alles erlebt hat.

In Rückblicken wird man immer wieder mitten in die schrecklichsten Kriegsverbrechen geschickt, die der Protagonist in diesem Moment mit dem Hörer teilt. Und das natürlich immer hautnah. Denn „ist es kein gutes Foto, warst du nicht nah genug dran“. Er war ein erfolgreicher Kriegsfotograf.

Doch nicht nur seine Erlebnisse in den verschiedenen Kriegsgebieten sind hier das Schlimme. Auch sein jetziges Leben ist ein wahres Drama, das zunehmend immer schlimmer wird. Wie er damit umgeht, ist – denke ich – menschlich nachvollziehbar, wenn auch nicht unbedingt der beste Lösungsweg. Doch das kann man als Außenstehender leicht sagen. Da kann man leicht richten über richtig oder falsch. Ich sage nur: Walking in my shoes… Da sieht die Welt dann plötzlich ganz anders aus.

Also wenn ich ja mittlerweile nicht wirklich hätte einsehen müssen, dass die Menschen einfach unendlich grausam sein können, würde ich sagen: Völlig übertrieben. Doch halt! Ich glaube nicht, dass hier viel erfunden wurde. Denn die Taten, ob im Krieg oder in seinem eigentlich beschaulichen Wald und sonstigen Umfeld, sind einfach zu schlimm, um sie sich auszudenken. Das Leben/der Mensch kann viel grausamer sein, als jede Fantasie eines Autors.

So, das klingt nun alles ganz furchtbar und abschreckend. Und ganz sicher ist das auch keine Lektüre für einen begeisterten „Liebesroman-Hörer“. Aber trotzdem möchte ich es allen Hörern, die gerne tiefgründigere Literatur hören, absolut empfehlen. Denn trotz aller Düsternis ging es mir doch sehr zu Herzen, ist der Protagonist doch eigentlich ein liebenswerter Mensch, den das Leben einfach verdammt schwer gebeutelt hat.

Atilla Akinci hat dieses Hörbuch grandios gelesen! Ok, mir es war einen Ticken zu langsam, aber mit einer Geschwindigkeit von 1,25 war es perfekt für mich. Und seine grandiosen Pausen kamen immer noch punktgenau an den richtigen Stellen. Eigentlich ist es wirklich schwer, seine Art des Vortrags zu beschreiben. Auch das war einzigartig gut und passend für diese Geschichte.

Weitere Informationen
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Sam Feuerbach – Der Verräter (Die Krosann-Saga – Königsweg 3)

Beschreibung
Ihre Vergangenheit – ein einziger Albtraum. Ein Blick in ihre Zukunft zeigt: Es geht noch schlimmer. Sie setzt alles dran, um diese zu verändern. Der Prinz hat seinen Vater, seine Heimatburg, sein Land verloren. Reich ist er nur an Feinden. König Schohtars Übermacht stürmt die letzte Mauer. Dagegen helfen diesmal kein Artefakt und keine Magie. Bolkan Katerron findet sich dort wieder, von wo er einst geflohen ist: mitten im Spiel von Mord, Macht und Verrat.

Sprecher
Robert Frank

Länge
11 h 52 m

Meine Meinung
Welch ein fulminantes Ende für diese grandiose Reihe! Wie Sam Feuerbach alle Stränge hier hat zusammenlaufen lassen, ist schon wirklich mehr als klasse. Und er gibt einem gleich mehr als eine klare Botschaft mit auf den Weg. Ich fand das wirklich absolut klasse. Doch zu diesem letzten Band will ich inhaltlich überhaupt kein Wort verlieren. Hier soll man sich wirklich von vorne bis hinten überraschen lassen. Jedes Wort meinerseits wäre hier zu viel.

Nur soviel will ich verraten: Nach dem Beenden der Reihe fühlte ich mich eine ganze Weile ganz schön einsam und alleine gelassen. Mir haben die Protagonisten so richtig gefehlt, so sehr sind sie mir im Laufe der Geschichte ans Herz gewachsen.

Jetzt, da ich die komplette Reihe fertig gehört habe, habe ich beschlossen, dass die komplette Krosann-Saga auf meine Bestenliste gehört. Wenn nicht diese, welche dann?

Und nun wünsche ich spannende Unterhaltung mit der letzten Folge der Krosann-Saga.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Sam Feuerbach – Der Verräter (Die Krosann-Saga – Königsweg 3)

Siehe auch:

Stephen King, Owen King – Sleeping Beauties

Beschreibung
Alle Frauen im Dornröschenschlaf – und der Männeralbtraum beginnt.

Die Welt sieht sich einem faszinierenden Phänomen gegenüber. Sobald Frauen einschlafen, umhüllt sie am ganzen Körper ein spinnwebartiger Kokon. Wenn man sie weckt oder das unheimliche Gewebe entfernen will, werden sie zu barbarischen Bestien. Sind sie im Schlaf etwa an einem schöneren Ort? Die zurückgebliebenen Männer überlassen sich zunehmend ihren primitiven Instinkten.

Eine Frau allerdings, die mysteriöse Evie, scheint gegenüber der Pandemie immun zu sein. Ist sie eine genetische Anomalie, die sich zu Versuchszwecken eignet? Oder ist sie ein Dämon, der abgeschlachtet gehört? Schauplatz und Brennpunkt ist ein kleines Städtchen in den Appalachen, wo ein Frauengefängnis den größten Arbeitgeber stellt.

Sprecher
David Nathan

Länge
27 h 40 m

Meine Meinung
Was habe ich mich auf dieses Hörbuch gehört. Und was bin ich nun enttäuscht, da ich es nach „gefühlt 100 Stunden“ endlich fertig gehört habe.

Doch eins nach dem anderen.

Den Einstieg in diese Geschichte fand ich schon außergewöhnlich schwierig. Meistens bin ich von Kings Geschichten sofort gefesselt und fühle mich mittendrin im Geschehen. Doch hier fiel mir schon der Einstieg sehr schwer. Es wird geredet und geredet und passiert: Nichts. Okay, dachte ich, dauert dieses Mal halt etwas länger, bis du in die Story findest. Kann ja vorkommen. Ich hörte also weiter.

Kurz vor dem Ende des ersten Drittels (!) empfand ich die Geschichte dann etwas besser, jetzt passierte auch endlich die ein oder andere Begebenheit. Doch die Spannung war immer noch nicht spürbar. Zumindest war aber schon mal meine  Neugierde gekitzelt.

Also weiter mit dem zweiten Drittel. Hier wurde es dann echt strange. Ok, das ist ja nichts ungewöhnliches bei King, strange sind seine Bücher ja alle. Eben das macht seine Geschichten ja auch so außergewöhnlich. Doch zunehmend wurden die Männer immer primitiver, entwickelten sich in Windeseile zurück in eine Entwicklungsstufe, die schon etliche 1000 Jahre zurückliegen dürfte und ergaben sich dem Suff. Ausnahmen bestätigten natürlich die Regel – aber die meisten waren einfach nur noch betrunken und dumm.

Bei den Frauen war es nicht der Alkohol, hier waren es andere Drogen aller Art, insbesondere Aufputschmittel, um bloß nicht einzuschlafen.

Was soll ich denn davon halten? Die eine Hälfte der Menschheit betrunken, die andere auf irgendeinem Trip unterwegs. Gut letzteres wurde nicht ganz so exzessiv beschrieben, wie der männliche Part, doch sehr viel Vernünftiges brachten die völlig übermüdeten und erschöpften Frauen auch nicht mehr zustande – also die wenigen, die überhaupt noch wach waren.

Einzig Evie gab einem Rätsel auf. Denn sie konnte einschlafen und aufwachen wie immer, hatte magische Kräfte, wusste alles – wirklich alles. Da wollte ich schon wissen, was es denn mit ihr auf sich hat. Doch auch hier wurde ich letztendlich enttäuscht – wie ich insgesamt diese Geschichte eine ziemliche Enttäuschung fand.

Diese überbordende Fülle an Klischees fand ich wirklich äußerst anstrengend, die unzähligen Wiederholungen waren mehr als nervig und mit über 27 Stunden war dieses Werk eindeutig um mindestens die Hälfte zu lang.

Ich finde es wirklich sehr, sehr schade. Denn das gewählte Thema hatte sehr viel Potential, um eine wirklich interessante Story daraus zu machen. Stattdessen verpufft hier alles in Staub und Asche und zurück bleibt einzig der Gedanke: Diese über 27 Stunden hätte ich besser nutzen können.

David Nathan war natürlich wieder grandios. Er war der einzige Grund, warum ich dieses „Drama“ überhaupt durchhielt. Ohne ihn hätte ich vermutlich nach der Hälfte resigniert und das Hörbuch gedanklich in den Tiefen der Appalachen begraben.

Und nun komme ich wirklich zum schwierigsten Teil. Wie bewerte ich dieses Hörbuch denn nun? David Nathan bekommt fünf Punkte – keine Frage. Doch die Story? Bei der Geschichte schwanke ich nun zwischen einem und zwei Punkten. Und das kam ja wirklich seit Urzeiten nicht mehr bei mir vor, dass ich einer Geschichte eine derart schlechte Note gab.

Da ich das Thema an sich wirklich gut fand, entscheide ich mich nun letztendlich für zwei Punkte. Sehr schwache zwar, aber doch zwei Punkte. Was für eine Schande. Doch es gab schon früher die eine oder andere Geschichte, dir mir von King nicht gefiel. Das ist zwar eher selten, aber kam schon vor.

Schade finde ich, dass dies die erste Geschichte ist, die Vater und Sohn zusammen geschrieben haben. Owen King schreibt normalerweise unter dem Pseudonym Joe Hill.  Fireman, was ich bis jetzt vom ihm hörte, hatte mir sehr gut gefallen.

Abschließende Gedanken: Wie immer, gilt auch bei diesem Hörbuch, sich seine eigene Meinung zu bilden. Denn ich habe auch durchaus sehr positive Rezensionen dazu gelesen. Mir persönlich ist zwar ein Rätsel, wie diese zustande gekommen sind, aber die Geschmäcker sind verschieden. Und das ist auch gut so.

Mein herzlicher Dank geht an Random House für das Rezensionsexemplar!

Siehe auch:

Leigh Russell – Wer auf bösen Wegen wandelt

Wer auf bösen Wegen wandeltBeschreibung
Nach der Trennung von ihrem Lebensgefährten wagt Detective Inspector Geraldine Steel den beruflichen Neuanfang in Woolsmarsh, einer beschaulichen Kleinstadt im Herzen Englands. Doch auch hier lauert das Verbrechen, denn bereits kurz nach Geraldines Ankunft geschieht ein furchtbarer Mord: Im Stadtpark wurde eine junge Frau erwürgt. Alle Spuren, die Geraldine und ihr Team verfolgen, führen ins Nichts. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn Geraldine weiß: Dieser Mörder wird nicht aufhören, zu töten, bis ihn jemand aufhält…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Ulrike Hübschmann

Länge
10 h 48 m

Meine Meinung
Soeben habe ich diesen Krimi fertig gehört. Hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen. Was ich nicht ganz so gut gemacht fand, war der absolut klar strukturierte Aufbau.  Es passiert ein Mord. Die Polizei fängt an zu ermitteln. Dann wird eine bisher noch nicht erwähnte Frau eingeführt und schwups ist sie das nächste Opfer. Dann wieder eine neue Person… na, was mit ihr passieren wird, ist dann schon mehr als klar. Somit barg dieser Krimi nicht besonders viele Überraschungsmomente. Doch trotzdem gelang es Leigh Russell, einen recht guten Spannungsbogen aufzubauen. Besonders die letzten beiden Stunden fand ich sehr fesselnd.

Die Beschreibung von DI Geraldine Steel hat mir gut gefallen. Sie hat es nicht nur beruflich, sondern auch in ihrem Privatleben nicht gerade leicht. Sie wurde vor kurzem erst von ihrem Lebensgefährten verlassen, was für sie völlig überraschend kam. So etwas muss erst einmal verdaut werden. Die anderen Personen wurden zwar auch beschrieben, jedoch fielen diese Beschreibungen eher oberflächlich aus. Vom Täter hingegen konnte man sich recht schnell ein gutes Bild zeichnen, wenn auch mehr von seinem Geisteszustand als von seiner Statur her.

Ulrike Hübschmann, die ich mittlerweile als Sprecherin sehr zu schätzen gelernt habe, hat mir auch in diesem Hörbuch wieder sehr gut gefallen.

Somit war „Wer auf bösen Wegen wandelt“ eine gute und recht kurzweilige Krimiunterhaltung. Durch etwas mehr „Geschick“ im Aufbau hätte es auch ein wirklich toller Krimi werden können.

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Weitere Informationen
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Sue Monk Kidd – Die Erfindung der Flügel

Die Erfindung der FlügelBeschreibung
Zu ihrem elften Geburtstag erhält Sarah, Tochter reicher Gutsbesitzer, ein ungewöhnliches Geschenk: die zehnjährige Sklavin Hetty, die ihr als Dienstmädchen zur Verfügung stehen soll. Doch Sarah geht das gegen den Strich, und stattdessen bringt sie dem Mädchen Lesen und Schreiben bei – obwohl das streng verboten ist. Gemeinsam kämpfen sie fortan einen schwierigen und mutigen Kampf gegen Zwänge und Konventionen ihrer Zeit – über mehr als dreißig Jahre hinweg. Dabei geht es nicht nur um die Rechte als Frau oder gar als Mensch, um herbe Verluste, unnachgiebige Intriganten und das ein oder andere unerwartete Geheimnis, sondern vor allem um die Kraft der Freundschaft.

Der neue Roman von Bestsellerautorin Sue Monk Kidd („Die Bienenhüterin“) über Frauen, die die Welt verändern.

Sprecher
Inka Friedrich, Bibiana Beglau

Länge
13 h 34 m

Meine Meinung
In meiner Jugend hatte mich die Fernsehserie „Roots“ schon sehr berührt. Ähnlich ging es mir bei diesem Hörbuch. Denn auch hier geht es um das unfassbar grausame Thema Sklaverei. Sarah bekommt zu ihrem elften Geburtstag eine Sklavin – selbst ein zehnjähriges Kind – geschenkt! Das alleine fand ich schon schockierend genug. Doch Sarah tickt anders als ihre Eltern. Ist ja nichts Neues, dass Kinder viel besser zwischen Recht und Unrecht unterscheiden können, als Erwachsene. Doch Sarah bewahrt sich ihre Vehemenz gegen die Sklaverei bis ins Erwachsenenleben hinein – auch wenn ihr Leben dadurch nicht gerade bequem wird. Sie kämpft für ihre Überzeugung und gerät immer wieder an Grenzen, stellt Zweifel an, wird hoffnungs- und mutlos – doch letztendlich weist ihr ihr Herz doch immer wieder den rechten Weg. Der ist zwar steinig, doch sie beschreitet ihn tapfer und zielstrebig.

Unterdessen muss natürlich auch Hetty, die eigentlich Handful heißt, ihr hartes Leben als Sklavin bestreiten. Und dass das natürlich alles andere als ein schönes Leben ist, kann man sich lebhaft vorstellen. Doch sie hat eine starke, eine wirklich toughe Moma, die ihr immer wieder Kraft schenkt. Was auch sonst. Sie haben ja nichts. Absolut nichts. Sie sind der Besitz der reichen Leute und ihnen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Doch sie sind auch einfallsreich, um sich hier und da ein klitze kleines Stück Selbstwertgefühl zu erhalten.

Mich hat diese Geschichte tief berührt. Es geht hier fast ausschließlich um starke Frauen, die für ihre Überzeugungen kämpfen, aber sie stehen für all die armen Sklaven, die nie ein anderes Leben kannten, die nie eine Chance bekamen und deren Leben einfach als unwürdig angesehen und vergessen wurden.

Eine Leichte Kost war dieses Hörbuch für mich nicht. Aber das ist auch gut so. Denn ein seichtes Allerlei findet man leider nur all zu oft. Dieses Hörbuch ist das Gegenteil. Gut so.

Ich fand es sehr gut, dass dieses Hörbuch von zwei Sprechern gesprochen wurde. Eine Stimme war Sarah, die andere Handful. Die Stimme von Sarah fand ich durchweg sehr gut, die Stimme von Handful – also Hetty – fand ich nicht immer angenehm. Diese Stimme ist zwar besonders, aber eben für meinen Geschmack manchmal etwas zu besonders. Doch möchte ich dafür keinen Punkt abziehen, denn insgesamt haben beide Sprecherinnen eine fantastische Leistung gebracht und die Geschichte bildlich erscheinen lassen.

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Robert Seethaler – Der Trafikant

Der TrafikantBeschreibung
Österreich 1937: Der 17-jährige Franz Huchel verlässt sein Heimatdorf, um in Wien als Lehrling in einer Trafik – einem Tabak- und Zeitungsgeschäft – sein Glück zu suchen. Dort begegnet er dem Stammkunden Sigmund Freud und ist sofort fasziniert von dessen Ausstrahlung. Als sich Franz kurz darauf Hals über Kopf in die Varietétänzerin Anezka verliebt und in eine tiefe Verunsicherung stürzt, sucht er bei Professor Freud Rat.

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Sprecher
Robert Seethaler

Länge
6 h 22 m

Meine Meinung
Dieses Hörbuch gehört für mich in die Kategorie: Du brauchst sechseinhalb Stunden am Stück Zeit, denn du wirst es nicht mehr aus den Ohren nehmen wollen. Nicht weil es so außergewöhnlich ist, sondern vielmehr weil es – trotz der schrecklichen Zeit, in der es spielt – so herzlich, so humorvoll und berührend daherkommt.

Ich will von dieser kurzen Geschichte nicht allzu viel verraten. Nur soviel: Franz ist ein junger Mann, der das Leben noch nicht kennt, den seine erste Erfahrung mit einer Frau in eine völlige Verwirrung versetzt und der die Nazis ganz und gar nicht verstehen kann und auch nicht will.

Die Geschichte wird aus der Sicht des Franz erzählt, der die Welt um sich herum beobachtet und sie immer weniger versteht und der immer wieder das Gespräch mit Prof. Freud sucht. Doch bald scheint es Franz, dass sein ganzes Leben aus Abschied nehmen besteht.

„Der Trafikant“ ist für mich ein kleines Juwel in der Literatur. Es ist wunderbar geschrieben und beschreibt die Anfänge des 2. Weltkrieges durch die Augen des noch sehr jungen Franz, der eine ganz andere Erwartung an sein Leben hatte.

Dass Robert Seethaler die Geschichte selbst liest, hat mir sehr gut gefallen, da es durch die Wiener Aussprache sehr authentisch daherkommt. Zwar sind Autorenlesungen nicht immer die beste Wahl, aber hier hat es mir sehr gut gefallen. Seethaler kann nicht nur schreiben, er kann auch sehr gut vortragen.

Dieses Hörbuch kommt auf meine Bestenliste.

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Weitere Informationen
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Siehe auch