Gregory David Roberts – Shantaram

Beschreibung von Audible
Interpol, Indien und das innere Ich: „Shantaram“ von Gregory David Roberts

Was zählt im Leben und wie finden wir uns wieder? Dass dies nur zwei Aspekte sind, denen Gregory David Robert in „Shantaram“ nachgeht, deutet auf die Vielseitigkeit der Geschichte vor der atemberaubenden exotischen Kulisse Indiens.

In „Shantaram“ spricht Jürgen Holdorf die spannende Geschichte des Australiers Lindsay, der nach zwei Jahren Gefängnis auf der Flucht vor Interpol ist. Er taucht in Bombay unter und trifft dort auf Prabaker, einen jungen Inder, der ihm die Metropole und die Möglichkeiten zeigt, die eigene innere Mitte wiederzufinden. Als Lindsay sich an der Seite der Armen in Sicherheit glaubt, macht ihm die Bekanntschaft einer jungen Frau einen Strich durch die Rechnung.

Dieses Hörbuch lädt Sie ein, das faszinierende Indien kennenzulernen und gleichzeitig einer spannenden Geschichte über den Sinn des Lebens zu lauschen.

Inhaltsangabe
Eine ebenso tollkühne wie bewegende Reise ohne Rückfahrkarte in das Indien abseits der touristischen Routen.

Als der Australier Lindsay mit falschen Papieren in Bombay strandet, hat er einen spektakulären Ausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis hinter sich und ist auf der Flucht vor Interpol. Ohne Sprachkenntnisse und Kontakte ist das Überleben in der chaotischen Metropole jedoch schwer. Zu seinem Glück begegnet Lindsay dem jungen Inder Prabaker, der in den Slums lebt und ihn unter seine Fittiche nimmt.

Auf ihren Streifzügen durch die exotische, schillernde, aber auch zutiefst brutale und gnadenlose Stadt schließen die beiden eine innige Freundschaft. Von Prabaker lernt Lindsay nicht nur die Landessprache, sondern auch, mit sich ins Reine zu kommen und Verantwortung zu übernehmen: Als „Shantaram“, als „Mann des Friedens“ wird er zum Anwalt der Armen und kämpft fortan mutig und aufopferungsvoll für eine menschenwürdigere Welt.

Sprecher
Jürgen Holdorf

Länge
45 h 16 m

Meine Meinung
Shantaram ist eine wundervolle Geschichte mit philosophierenden Gangstern und jeder Menge Gefühle. Stinkig, wohlduftend, elendig, berauschend, gefühlsduselig und schockierend – alles ist vorhanden in diesem 45-Stunden-Werk von Gregory David Roberts, der hier eine halbautobiografische Geschichte zu Papier gebracht hat.

Ich war noch nie in Bombay. Doch jetzt nach diesem Hörbuch habe ich das Gefühl, dass ich den Herzschlag der Stadt kenne, dass ich all die schönen Plätze doch mehr noch die schmutzigen und verwegenen Orte der Stadt kenne. Und fast hatte ich den Eindruck, dass „Prabakers Slum“ der schönste Ort der Welt sein muss… Okay, zurück in die Realtität.

Beim Kauf des Hörbuches dachte ich mir: 45 Stunden, hm, das ist lang, aber ich kann ja zwischendurch etwas anderes hören, wenn es mir gerade zu langatmig wird. Tja, jetzt kann ich berichten, dass ich in jeder freien Minute dieses Hörbuch gehört habe und im Traum nicht auf die Idee kam, es zu unterbrechen. Denn ist absolut spannend. Nicht nur aufgrund der vielen Geschehnisse, die den Protagonisten ereilen, auch von den örtlichen Beschreibungen und von den vielen, vielen Gedankengängen her ist es einfach nie langweilig. Und man merkt wirklich, dass der Autor vieles davon tatsächlich selbst erlebt hat.

Im letzten Fünftel des Hörbuches muss ich allerdings gestehen, dass ich über die immer mehr überbordenden blumigen Metaphern meist nur noch lachen musste. Bollywood hat wohl doch sehr auf ihn und seine Gefühlswelt eingewirkt. Doch es schadet der Gesamtstory ganz und gar nicht. Höhen und Tiefen durchlebt Lin, der Protagonist, mehr als genug, wobei sich die Tiefen eindeutig häufen und die Höhen eher verschwindend gering sind. Doch einer meiner persönlichen Highlights war immer wieder der Auftritt des kleinen immer strahlenden Inders Prabaker, oder auch Prabo, wenn man ein Freund von ihm war. Dieser kleine herzensgute Mensch hat es mir so richtig angetan, ihn habe ich wirklich lieben gelernt. Ein Lieblingsausdruck von ihm: „Viel prima gut“. Hach, das wird mir noch lange in den Ohren klingen. Vor allem da Jürgen Holdorf ihn so genial gesprochen hat. Doch nicht nur ihn, auch alle anderen Personen, und davon gab es verdammt viele – ich fand seine Leistung wirklich bombastisch gut und würde ihm gerne noch ein paar mehr Pingus geben.

Die Geschichte mit der dressierten Maus – nur ein kleiner Absatz in diesem Hörbuch – hat mir sehr zugesetzt. Es geht hier um eine kleine Maus und ich kämpfte mit den Tränen.

Zur Entwicklung des Protagonisten möchte ich sagen, dass ich ihn anfangs sehr bewunderte, wie er seine zunächst wirklich fatale Lage gemeistert hat. Doch im weiteren Verlauf der Story, hätte ich ihm gerne öfter mal in den Allerwertesten getreten, doch bitte nicht immer so blauäugig den Menschen zu vertrauen. Doch ganz am Ende, nach viel Leid und Enttäuschung hat selbst er einiges über das Leben gelernt. Doch da er vermutlich kein Unikat auf dieser Welt ist, der erst ganz harte Prüfungen hinter sich bringen muss, um zu begreifen, will ich das gerne verzeihen.

Sehr köstlich hingegen fand ich die „philosophierenden Debattierstunden“ der Gangster, um nicht zu sagen Schwerverbrecher. Es war immer wieder interessant, diesen Diskussionen und Gedankengängen zu lauschen.

Insgesamt ist Shantaram ein wahrhaft berauschendes Hörbuch, das an Spannung nicht spart, das durch detaillierte Beschreibungen lebhaft und glaubhaft wird und einen leichten Hauch von Bollywood aufzeigt. Letzteres ist auf die gewählte oftmals übertrieben blumige Ausdrucksweise des Autors bezogen – insbesondere, wenn es um seine große Liebe Karla ging. Ich konnte diese Frau – bei mir war sie von Anfang an nur: „Miss Superschlau“ – nicht leiden. Was der Protagonist an ihr so toll fand, war für mich dementsprechend schwer nachvollziehbar. Aber – wo die Liebe hinfällt.

Ich kann dieses Hörbuch also besten Gewissens allen empfehlen, die gerne Spannung, fremde Länder und Erfahrungen und natürlich philosophische Gedanken lieben. Ein Mann auf der Suche nach sich selbst und dem Sinn des Lebens. Eine geniale Mischung von allem bietet diese Geschichte. Von der Länge des Hörbuches sollte man sich wirklich nicht abschrecken lassen. Denn fast jede Minute ist äußerst hörenswert.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Gregory David Roberts – Shantaram

Nina George – Die Mondspielerin

Die MondspielerinBeschreibung
Schluss mit mir! Das ist Mariannes sehnlichster Wunsch, als sie sich in Paris in die Seine stürzt. Doch das Schicksal will es anders – sie wird gerettet. Die 60-jährige Deutsche, die kein Wort Französisch spricht, flüchtet vor ihrem lieblosen Mann bis in die Bretagne. Dort begegnet sie dem Maler Yann, und es gelingt ihr, mit neu erwachendem Mut und überraschender Zähigkeit ein neues Leben zu wagen. Ihr eigenes…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Richard Barenberg

Länge
8 h 18 m

Meine Meinung
„Die Mondspielerin“ ist für mich ein echtes Herzensbuch. Marianne ist 60 und des Lebens müde. Sie reist nach Paris, um sich in die Seine zu stürzen. Doch sie wird gerettet. Marianne ist davon wenig begeistert und haut aus dem Krankenhaus ab. Doch wohin soll sie nur? Ihr Weg führt sie in ein Kloster. Dort „findet“ sie eine kleine bemalte Fliese mit einer wunderschönen Landschaft. Sie beschließt, dahin will sie. Sie reist also weiter in die Bretagne zu dem kleinen Ort und wird dort sehr schnell in die kleine Gemeinde aufgenommen. Die Personen werden alle sehr gut beschrieben, jeder hat sein Päckchen zu tragen, meist hat ihr Leiden mit der Liebe zu tun. Und ist das nicht auch genau Mariannes Problem? Ihr liebloser Mann, von dem sie sich ihr Leben hat rauben lassen? 45 Jahre lang? Als sie dann dem Maler Yann begegnet, der vor vielen Jahren diese kleine Fliese bemalt hatte, die sie in diesen kleinen Ort geführt hatte, ist es um sie geschehen. Für die beiden ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch darf sie das? Sie ist ja schließlich verheiratet! Hin und her gerissen von Selbstzweifeln und Schuldgefühlen überrennt sie das Leben mit einer Wucht, der sie kaum stand halten kann.

„Ich habe den Tod gesucht, doch das Leben kam mir dazwischen“ ist einer der sehr schönen Sätze neben vielen anderen in diesem wundervollen Roman. Überhaupt ist diese Geschichte prallvoll von Gefühlen und Gedanken. Sie zeigt auf, auf was es im Leben wirklich ankommt und dass man nur glücklich werden kann, wenn man sein eigenes Leben lebt und nicht das eines anderen. Auch gibt es viele Ausflüge in die Sagen- und Mythenwelt insbesondere aus der Bretagne. Das fand ich sehr schön. Auch der philosophische Hauch hat mir gut gefallen. Ich fand das alles äußerst stimmig und passend.

Kurz es „menschelt“ sehr in diesem wundervollen Roman. Kein Wunder also, dass es dieses Buch auf meine Bestenliste geschafft hat.

Richard Barenberg fand ich für die Story genau passend. Auch wenn die Protagonistin eine Frau ist, hat er seine Sache sehr gut gemacht.

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Weitere Informationen
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Arthur Schnitzler – Später Ruhm

später ruhmBeschreibung
Späten Ruhm erfährt Eduard Saxberger in vorgerücktem Alter. Ein junger Mann sucht ihn auf und gibt sich als Leser der „Wanderungen“ zu erkennen, jenes Bandes, mit dem Saxberger einst für Furore sorgte; der Verehrer lädt ihn ein in den Schriftstellerverein „Begeisterung“, deren Mitgliedern er als Vorbild gilt. Zuerst beschämt, an das Vergangene erinnert zu werden, dann fasziniert von den hitzigen Debatten um die wahre Kunst, schließt sich Saxberger den jungen Literaten an. Er stimmt sogar zu, dass eine attraktive Schauspielerin seine Texte rezitiert. Noch einmal Neues zu schreiben, bemerkt er jedoch, schafft er nicht mehr.

Ein Jahr nach dem Erfolg von „Anatol“ und ein Jahr vor dem endgültigen Durchbruch mit „Liebelei“ werden in diesem frühen Porträt der literarischen Bohème die Ängste und Zweifel des 32-jährigen Arthur Schnitzler sichtbar.

Sprecher
Udo Samel

Länge
3 h 23 m

Meine Meinung
Habe ich schon erwähnt, dass ich Arthur Schnitzler genial finde? Nein? Na, jetzt ist es raus. Als ich vor kurzem dieses Hörbuch entdeckte, zögerte ich deshalb auch nicht lange.

Eduard Saxberger wird von einem jungen Mann aufgesucht. Dieser gibt sich als großer Verehrer von Saxberger zu erkennen. Er habe die „Wanderungen“ gelesen und halte dies für die ganz große Literatur. Saxberger ist natürlich gerührt. Denn niemand erinnert sich mehr an die „Wanderungen“, die er als junger Mann veröffentlichte. Er arbeitet seit Jahren im Amt und keiner seiner Freunde im Gasthaus, das er täglich nach der Arbeit aufsucht, weiß überhaupt, dass er jemals ein Büchlein veröffentlicht hat.

So bekommt er nun die späte Anerkennung von diesem jungen Mann, der ihn auch gleich dazu einlädt, ihn und seine gleichgesinnten Freunde im Caféhaus einmal zu besuchen. Zunächst ziert er sich etwas, ist aber doch auch sehr berührt. Durch Zufall trifft er eben diesen jungen Herrn ein paar Tage später auf der Straße, der ihn direkt überredet, nun gleich seine Freunde vom Schriftstellerverein „Begeisterung“ kennenzulernen. Als sie im Caféhaus eintreffen und Herr Maier Herrn Saxberger vorstellt, sind die jungen Leute voller Bewunderung und Ehrerbietung für den greisen grandiosen Schriftsteller. Hüte werden gelüpft, Verbeugungen getätigt, Stühle angeboten. Herr Saxberger ist perplex, verwundert und doch auch sehr gerührt von seinen jungen Verehren.

Es kommt, wie es kommen muss. Herr Saxberger fühlt sich bald in der Gesellschaft der jungen Leute wohler, als bei seinen alten Freunden im Gasthaus, die er gefühlsmäßig immer mehr zu Banausen und gewöhnlichen Menschen degradiert.

Bald plant die „Begeisterung“ eine Veranstaltung, bei der sie ihre Werke, die bisher niemanden interessierte, vorzustellen. Als Highlight soll auch aus Eduard Saxbergers neuestem Werk vorgetragen werden. Einzig Saxberger hat seit Jahren nicht mehr geschrieben! Und nun hat er zugestimmt, für diesen Leseabend ein neues Gedicht zu schreiben.

Mehr will ich an dieser Stelle aber nicht verraten.

„Später Ruhm“ ist ein weiteres Glanzstück aus Schnitzlers Feder. Ich kann es kaum fassen, dass er erst 32 Jahre alt war, als er dies geschrieben hat. Die Charaktere sind durchweg brillant ausgearbeitet. Aber natürlich insbesondere die Gefühlswelt des Eduard Saxberger hätte man nicht besser beschreiben können. Und das ist eben die Stärke an Schnitzler, die mir so wahnsinnig gut gefällt. Seine Beschreibungen sind jederzeit so echt, so wahr, dass man es einfach immer nachvollziehen kann. Da kommt kein Zweifel auf, denn man ist ja selbst ein Mensch mit einer Gefühlswelt und weiß, wie man selbst auf dies oder das reagiert. Der eine mehr, der andere weniger. Aber doch kennt es jeder von sich selbst.

Die Sprache ist ein weiteres Schmankerl, das dieses Hörbuch für mich zu einem Highlight gemacht hat. Fein, zurückhaltend und trotzdem sehr ausdrucksstark in Wort und Satzbildung. Eine Ausdrucksweise, die man in der heutigen Literatur nur noch selten findet. Leider. Und damit meine ich nicht die für heutige Begriffe etwas angestaubte Wortwahl, sondern vielmehr die Kunst, den perfekten Ausdruck zu finden. Nicht ein Wort, das in etwa das meint, was man eigentlich sagen will. Sondern eben genau das eine Wort, das die Empfindung ausdrückt, die man auch rüberbringen will.

Udo Samel als Sprecher war mir bis dato gänzlich unbekannt. Doch nachdem ich kurz die Hörprobe angehört hatte, war mir klar: der passt. Und genau so verhielt es sich dann auch. Samel hätte Saxberger und auch die gesamte Geschichte nicht besser sprechen können. Ich fand ihn wirklich grandios.

Und so habe ich endlich mal wieder ein Hörbuch für meine Lieblingsliste gefunden.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Arthur Schnitzler – Später Ruhm

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