Kristina Moninger – Hundert kalte Winter

Beschreibung
Eine Geschichte über die Bedeutung von Verlust und den unschätzbaren Wert von Freundschaft und Liebe von Bestsellerautorin Kristina Moninger.

Wenige Sekunden sind genug, um einem anderen Menschen Hoffnung zu geben und die eigene für immer zu begraben. Sekunden, nach denen für Sandra und ihre Familie nichts mehr ist, wie es früher war, und sie die schwerste Entscheidung ihres Lebens getroffen hat: Sie muss ihren Sohn Jonah loslassen, damit ein anderes Kind weiterleben darf.

Katharina bangt um ihre jüngste Tochter Mila. Das Kind hat einen schweren Herzfehler und lebt nach mehreren erfolglosen Operationen mit einem externen Kunstherz. Das einzige, was Mila retten kann ist eine Herztransplantation.

Zwei Frauen, die sich vermutlich nie begegnet wären, wenn das Schicksal ihre Wege nicht zusammengeführt hätte. Zwei Familien, deren Lebens- und Liebesglück auf dem Spiel steht. Denn was geschieht, wenn Sandra das Kind kennenlernt, in dem Jonahs Herz schlägt?

Sprecher
Tanja Fornaro

Länge
9 h 48 m

Meine Meinung
Dieses Hörbuch habe ich von einer Freundin empfohlen bekommen. Keine Beschreibung – nur: „Das ist toll“.  Ohne die Beschreibung zu lesen, habe ich damit angefangen und wollte mich einfach mal überraschen lassen, um was es denn überhaupt geht.

Ich habe mit vielem gerechnet, aber nicht, dass es sich um eine derart emotionale Geschichte handelt. Es fing zwar etwas langatmig an, aber nachdem man alle Personen erst einmal kennengelernt hatte, wurde es richtig gut. Es wurde derart gut, dass ich es in einem Rutsch durchgehört hatte. Und das war dann mitten in der Nacht. Und da mich die Geschichte derart berührt hatte, habe ich in der Nacht dann auch noch davon geträumt.

Die Protagonisten wurden sehr gut und glaubwürdig beschrieben. Auch die Handlungen der Beteiligten fand ich überzeugend und jederzeit nachvollziehbar. Man könnte sagen, es menschelt hier sehr. Denn alles könnte sich genauso im echten Leben zutragen. Solche Geschichten mag ich sehr gerne, die so nachvollziehbar und echt beschrieben sind. Voller Emotionen, Entscheidungen und Fehlentscheidungen, Wut und Vergebung. Hier war so ziemlich jede emotionale Gefühlsregung dabei.

Tanja Fornaro als Sprecherin fand ich auch absolut klasse. Sie hat jeder Person die richtige eigene Stimme verliehen.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Kristina Moninger – Hundert kalte Winter

Serotonin – Das Blausteintuch. Ein Renaissance-Roadmovie

Das BlausteintuchBeschreibung
Dieses Buch ist eine Odyssee, ein Abenteuerroman, eine mittelalterliche Saga und ein Renaissance-Roadmovie, es erzählt die gefahrvolle Reise des Carlos Karge Dinarese, die vom Balkan über das Osmanische Reich bis nach Venedig führt. Spätmittelalter in Rumelien, Schlachtfeld der osmanischen Invasion gen Westen, Heere und Kulturen prallen aufeinander.

Karge, ein Bauernsohn und Außenseiter, fällt eines Tages der „Knabenlese“ zum Opfer und wird aus seiner Heimat gen Osten verschleppt. Doch das Unglück entpuppt sich als Segen, denn für Karge beginnt eine Reise in ein gänzlich anderes Leben: Er schließt echte Freundschaften, sieht sein erstes Kamel, lernt die wunderbaren Gärten jener Feinde kennen, die ihn raubten. Er hat Glück mit seinem neuen Herren und findet in dessen Haus den Zugang zu Büchern und Bildung.

Selbst die neuerliche Vertreibung aus Bursa und seine Flucht über das Meer nach Venedig können den jungen Mann nicht aufhalten. Als Karge jedoch seine Chance ergreift, die fest gefügte Ordnung der Serenissima mit seinen neuen Ideen zu durchbrechen, ruft er den Zorn der Kirche und des Adels auf sich. Ein tödliches Spiel beginnt…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Stefan Kaminsky

Länge
16 h 05 m

Meine Meinung
Lange schlich ich um dieses Hörbuch herum. Warum ich nicht sofort zugriff, ist mir im Nachhinein eigentlich schleierhaft. Denn sowohl das Cover als auch die Beschreibung finde ich sehr verlockend.

Wie sich dann – nach dem Kauf – endlich herausstellte, wurde ich mit meiner Erwartungshaltung auch nicht enttäuscht. Im Gegenteil! Ich wurde positiv überrascht, ob der spritzigen, spannenden Geschichte.

Ich möchte hier nichts über den Inhalt erzählen, das würde komplett ausufern. Denn mit zwei, drei Absätzen ist das nicht getan. So einiges widerfährt dem jungen und sympathischen Karge. Er ist auch durchaus etwas einfältig. Doch dies liegt vermutlich an seinem einfach zu guten Herzen. Er kann sich einfach nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die anders gestrickt sind – ja, die einfach böse sind. Und so hat er mit einigen Schicksalsschlägen zu kämpfen. Doch immer macht er tapfer weiter, findet wieder und wieder einen Ausweg aus seiner misslichen Lage.

Doch was mir wirklich ein wenig fehlte, war die Entwicklung des Karge. Er liest zwar viele Bücher und wird dadurch immer schlauer. Aber cleverer wird er im Umgang mit den Menschen nicht. Eigentlich reagiert er immer nur, er agiert nur selten. Aber wie schon oben gesagt, liegt das vermutlich an seiner fehlenden Vorstellungskraft, dass andere Menschen andere Dinge im Schilde führen.

Hätte der Protagonist also in dieser Hinsicht etwas mehr Entwicklung durchgemacht, so wäre dieses Hörbuch auf meiner Bestenliste gelandet. So jedoch nicht.

Allerdings schmälerte das meinen Hörgenuss in keinster Weise. Die Geschichte ist rasant, spannend, sehr abwechslungsreich und niemals langweilig. Auch habe ich Karge sofort in mein Herz geschlossen, was natürlich eine der besten Voraussetzungen dafür ist, mit jemanden mitzuzittern. Für mich war die Geschichte also rundum gelungen. Auf eine Fortsetzung darf man sich wohl auch schon freuen. Ich jedenfalls warte schon gespannt darauf.

Das i-Tüpfelchen war natürlich der kongeniale Sprecher Stefan Kaminski. Er hat die Geschichte derart mit Lebendigkeit gefüllt, dass man sich stellenweise direkt neben Karge wähnte und in die Story eingesogen fühlte.

s5g5

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Serotonin – Das Blausteintuch. Ein Renaissance-Roadmovie

Siehe auch:

Owen Sheers – I saw a man

I saw a manBeschreibung
Der Moment, der dein Leben verändert.

Nach dem Verlust seiner Frau Caroline zieht Michael Turner nach London, in den idyllischen Stadtteil Hampstead Heath, wo er sich bald mit den Nachbarn anfreundet. Die Nelsons und ihre beiden Töchter repräsentieren ein Leben voller Geborgenheit, Stabilität und Nähe, genau das, was Michael verloren hat.

Aber ein Samstagnachmittag verändert schlagartig alles: Als Michael unangekündigt das Haus der Nelsons betritt, scheint niemand zu Hause. Ein fataler Irrtum…

Ein Drama, das zeigt, was mit einer Freundschaft passiert, wenn Geheimnisse und Lügen ihre heimtückische Natur entfalten.

Sprecher
Devid Striesow

Länge
9 h 25 m

Meine Meinung
„I saw a man“ ist ein Roman, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Angelockt von dem wirklich sehr ansprechend gestalteten Cover und dann verführt durch die Rezension von Astrolibrium spielte ich mir das Hörbuch sofort auf meinen Player. Und los ging es.

Michael leidet sehr unter dem Tod seiner geliebten Frau Caroline. Sie war Kriegsjournalistin und somit immer am Ort des Geschehens. Bei einem ihrer Einsätze wurde sie getötet. Michael arbeitet als Schriftsteller. Jedoch ist er nicht so gut im Geschichten erfinden, er hört anderen Menschen viel lieber zu und schreibt dann deren Geschichte nieder. Mit dieser Methode hatte er bislang einmal richtig guten Erfolg. Doch der Tod seiner Frau macht ihm sehr schwer zu schaffen.

Von einem Freund bekommt er das Angebot, doch aus dem Haus auszuziehen, um nicht ständig an die nicht mehr vorhandene Zweisamkeit erinnert zu werden. Ihm wird eine Wohnung in London angeboten. Michael nimmt dieses Angebot an, sieht es jedoch nur als Interimslösung an. Kaum angekommen, lernt er seinen neuen Nachbarn Josh kennen. Schnell entwickelt sich eine Art Freundschaft zwischen Michael und Joshs Familie. Bald ist er ständig zu Gast bei Josh,  Samantha und den beiden Töchtern, die Michael auch sehr ins Herz geschlossen haben.

Fortan gehen Michael und Josh täglich zusammen joggen. Viele Gemeinsamkeiten haben sie eigentlich nicht, trotzdem verbringen sie derart viel Zeit miteinander, so dass man meinen könnte, sie würden sich bereits Jahre kennen und nicht erst ein paar Monate.

Michael tut die Nähe der Familie sehr gut. Hilft sie ihm doch, über den Verlust von Caroline besser hinweg zu kommen – nicht mehr länger an den Verlust zu denken, als vielmehr an die schönen Zeiten mit Caroline zusammen. Dies alles wird in vielen Rückblenden erzählt.

Ein zweiter Erzählstrang ist die des Soldaten, der in den USA den Knopf zum Abschuss der Drohne betätigte, die letztendlich Caroline tötete. Als dieser Soldat von der Armee deshalb entlassen wird, fühlt er sich betrogen und ausgenutzt. Er zieht sich immer mehr in sich zurück und beschließt dann, Michael einen Brief zu schreiben, in dem er erklärt, wie es dazu gekommen ist.

Michael ist zunächst sprachlos ob des Briefes, zeigt ihn Josh. Dieser ist sofort aufgebracht, was dieser Kerl sich nur denkt, er würde ihn… Michael beginnt einen Briefwechsel mit dem Soldaten.

Dann kommt es zu der Szene, die auf dem Cover sehr schön in Szene gesetzt wurde. Michael will sich bei Josh nur kurz seinen Schraubenzieher zurückholen, den er ihm ein paar Tage zuvor ausgeliehen hat, doch es scheint niemand da zu sein. Doch seltsam, die Hintertür steht offen. Ob da jemand eingebrochen ist? Michael geht ins Haus und weiter werde ich hier nicht erzählen.

Dieser Roman ist so spannend wie ein Thriller. Ich verfluchte den Abend, da es immer später wurde und ich leider das Hörbuch ausschalten musste. Dann am nächsten Tag auch noch arbeiten! Endlich war der Feierabend da, sofort hörte ich weiter.

Jedoch ist dieses Buch in keinster Weise reißerisch, ganz im Gegenteil. Es ist eine sehr ruhige Geschichte, in dem die Gefühle und Gefühlsregungen, die Gedanken und alle Beschreibungen sehr sorgfältig ausgearbeitet sind. Sehr schnell fühlte ich mich den Protagonisten sehr nahe. Ich hatte auch sehr viel Verständnis für Michaels Handeln als er in Joshs Haus war. Als Zuhörer ist es ja immer leicht zu sagen: Oh Michael, ob das nun so clever war? Doch dann hält man gleich inne und denkt: Wie hättest du in dieser Situation gehandelt? Urteile nicht zu voreilig!

Owen Sheers hat hier sehr detailliert die Zerrissenheit beschrieben, in die man ungewollt hinein geraten kann. Was ist die richtige Entscheidung? Eine Entscheidung muss getroffen werden und wie lebt es sich danach damit weiter? Ich finde, das hat er wirklich ganz hervorragend beschrieben. Wahrheit, Lüge, was ist besser für alle Beteiligten und kann man mit der getroffenen Entscheidung gut weiter leben?

Am Ende gab es noch eine kleine Verwirrung in meinem Kopf und ich musste die Stelle sage und schreibe dreimal hören, um diesen einen Satz endlich richtig zu verstehen. Und als diese Hürde gepackt war, war ich vollkommen verzückt und begeistert von diesem Buch.

Die Geschichte geht einem tief unter die Haut und bleibt da auch eine ganze Weile haften.

Devid Striesow als Sprecher hat mir wieder sehr gut gefallen. Jedoch hätte ich eine Winzigkeit anzumerken, die mir auch schon bei „Der Sündenfall von Wilmslow“ aufgefallen ist. Er neigt etwas dazu, wenn er verschiedene Stimmen sprechen soll, diese dann ein wenig zu schreien. Also nicht wirklich laut, aber es wirkt so. Das finde ich nicht ganz so gelungen. Aber davon abgesehen – es ist ja auch wirklich nur eine Winzigkeit – hat er einen ganz prima Job gemacht.

Ja, und da ich nun so voller Begeisterung bin, kommt dieses Hörbuch natürlich auf meine Bestenliste.

s5g5h

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Owen Sheers – I saw a man

Jocelyne Saucier – Ein Leben mehr

Ein Leben mehrBeschreibung
Dies ist die Geschichte von drei alten Männern, die sich in die nordkanadischen Wälder zurückgezogen haben. Von drei Männern, die die Freiheit lieben. Eines Tages aber ist es mit ihrer Einsiedelei vorbei. Zuerst stößt eine Fotografin zu ihnen, sie sucht nach einem der letzten Überlebenden der Großen Brände, einem gewissen Boychuck.
Kurze Zeit später taucht Marie-Desneiges auf, eine eigensinnige, zierliche Dame von achtzig Jahren. Die Frauen bleiben. Und während sie dem Rätsel um Boychucks Überleben nachgehen, entsteht etwas unter diesen Menschen, das niemand für möglich gehalten hätte.

„Ein Leben mehr“ ist ein wundersam beseelter und berührender Roman, eine leidenschaftliche Hommage an die Liebe, die Freiheit und die Natur. Ein Roman wie das Leben selbst: traurig und schön.

Sprecher
Beate Rysopp, Wolfgang Berger, André Eckner

Länge
5 h 18 m

Meine Meinung
Bei diesem Hörbuch war es eindeutig das Cover, das mich zum Kauf inspirierte. Das Gesicht des Mannes deutet auf viel Lebenserfahrung hin und eben auch darauf, dass ihn so schnell nichts aus Ruhe bringen kann. Er kennt das Leben mit all seinen Facetten.

Und so geht es den Männern, die sich in Nordkanada in eine Einsiedelei zurückgezogen haben und ihr Leben nach ihrem Gusto gestalten. Nicht wie es ein Altenheim will. Sie kommen gut miteinander aus – sind keine Männer der großen Worte und doch ist nie einer von ihnen einsam, auch wenn er gerade alleine ist.

Doch dann kommt eine junge Fotografin daher und würfelt ihr geruhsames Leben mächtig durcheinander. Sie ist auf der Suche nach Boychuck, der einer der letzten Überlebenden der großen Brände sein soll. Doch leider müssen ihr die Männer mitteilen, dass sie ihn gerade vor kurzem erst beerdigen mussten, zeigen ihr sein Grab. Zunächst etwas misstrauisch findet sie doch schnell Gefallen an den drei Männern im Wald, die ihr Leben in der Wildnis und absoluter Freiheit genießen. Sie verspricht wieder zu kommen, um ihnen die Bilder zu zeigen, die sie von ihnen und der Einsiedelei gemacht hatte.

Doch schnell ward sie vergessen, als eine äußerst zerbrechlich wirkende 80 jährige Dame bei ihnen eintrifft, um ihr dort Schutz zu gewähren. Denn Marie-Desneiges war seit ihrem 16. Lebensjahr in einer psychiatrischen Klinik eingesperrt und hatte bis dato kein eigenes Leben führen können. Schnell werden Pläne geschmiedet, wie man der kleinen, äußerst netten und charmanten Dame helfen könnte. Ein Haus soll für sie gebaut werden. Kaum sind die Pläne fertig, beginnen die 2 Männer mit den Bauarbeiten für das schmucke Häuschen, das natürlich wesentlich mehr Komfort aufweisen muss, als ihre Holzhütten. Mit Eifer und Fleiß sind sie dabei, als die Fotografin wieder auftaucht.

Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft zwischen den 4 Menschen, die alle ihre Eigenheiten und Besonderheiten haben. Die gegenseitige vollkommene Akzeptanz aller Charaktere bildet die Basis für diese außergewöhnliche Konstellation. Es ist ein wahrer Genuss den Gesprächen am Frühstückstisch oder auch eingehüllt in den Bärenfellen lauschen zu dürfen. Und auch die Liebe kommt nicht zu kurz, was wirklich ganz wunderbar beschrieben wurde.

Zum Ende hin gibt es eine tragische Wende in dem kleinen Idyll und ich zitterte wirklich um meine mir mittlerweile sehr lieb gewonnenen Freunde.

Kurzum, ich hatte eine schöne Geschichte erwartet und wurde mit einer zutiefst menschlichen und vor Kraft und Lebenswillen nur so strotzenden Story äußerst positiv überrascht.

Die Sprecher fand ich auch sehr passend. Beate Rysopp fungierte hier als Ich-Erzählerin und somit aus der Sicht der Fotografin, die Sprecher übernahmen die männlichen Episoden. Das gab der ohnehin schon sehr lebhaften und nie langatmig werdenden Geschichte noch einen Extra-Schuss Abwechslung.

s5g5

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Jocelyne Saucier – Ein Leben mehr

Carla Buckley – Mondscheinjunge

MondscheinjungeBeschreibung
Tylor Lattimore feiert seinen vierzehnten Geburtstag, aber er weiß nicht, wie sich die Strahlen der Sonne auf seiner Haut anfühlen. Tylor kann nur leben, wenn es dunkel ist, Licht fügt ihm unerträgliche Schmerzen zu. Seine Tage verbringt er in einem geschlossenen Zimmer, nur nachts wagt er sich nach draußen. Seine größte Leidenschaft ist seine Kamera, mit der er durch die Dunkelheit streift.

Als Amy, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, plötzlich spurlos verschwindet, gerät Tylors Leben in Aufruhr. Seiner Mutter scheint der Vorfall sehr nahezugehen. Ausgerechnet Tylor sieht jetzt klarer als irgendjemand sonst und entdeckt eine Spur, die geradewegs ins Unheil führt…

Sprecher
Mark Bremer

Länge
12 h 35 m

Meine Meinung
Von der sogenannten „Mondscheinkrankheit“ (Xeroderma pigmentosum – kurz: XP) hatte ich schon einmal gehört, jedoch hatte ich mir dahin gehend nur Gedanken gemacht, dass es ja furchtbar sein muss, niemals die Welt bei strahlendem Sonnenschein bewundern zu dürfen. Der Titel und die Beschreibung weisen natürlich darauf hin, dass Tylor an XP leidet. Die Problematik fand ich somit  schon mal interessant und recht bald hatte ich das Hörbuch auch auf den Ohren.

Die Geschichte fängt bei der Geburtstagsparty von Tylor an. Mit dieser Beschreibung bekommt man schon einen recht guten Eindruck, wie Tylors Leben in der Dunkelheit aussieht. Freunde sind spärlich gesät, da er ja nur per Computer von zuhause am Unterricht teilnehmen kann. Auch kann ihn – mit Ausnahme seines besten Freundes – niemand tagsüber besuchen. Und abends müssen die Kids ja normalerweise daheim sein. Immerhin sprechen wir hier von Jungs im Alter von ca. 14 Jahren.

Die Nachbarschaft ist über die Krankheit des Jungen informiert und somit lebt die ganze Sackgasse ohne Straßenbeleuchtung, da diese Tylor gefährden würde. Auch müssen die Autoscheinwerfer ausgeschaltet werden, wenn sie nachts nach Hause kommen, da auch diese für Tylor lebensbedrohlich sind. In der Nachbarschaft wohnt auch die beste Freundin von Tylors Mutter. Charlotte hat eine 11-jährige Tochter, die vernarrt ist in Tylor und somit viel Zeit bei ihnen verbringt. Als sie plötzlich spurlos verschwindet, wandelt sich die bis dato so vor sich hin dümpelnde Geschichte zu einem Psychothriller. Hier kam dann erstmals Spannung auf. Doch das wurde dann derart absurd, dass ich ziemlich schnell nur noch den Kopf schüttelte. Und das Endkonstrukt – anders kann ich es kaum benennen – fand ich schon mehr als an den Haaren herbeigezogen – und das mit einem kurzen, schmerzhaften Ruck.

Gut gefallen hat mir die Beschreibung der Einschränkungen in Tylors Leben. Man bekam einen recht guten Eindruck, was diese schlimme Krankheit mit dem Leben nicht nur des direkt Betroffenen sondern auch mit dessen Umfeld macht.

Die typisch amerikanische Art, mit der Sensation eines verschwundenen Kindes umzugehen (Reportermassen im Vorgarten und Dauerreportagen im Fernsehen etc.) wurde sehr glaubhaft umgesetzt.

Was mir aber nicht gefallen hat, ist diese absurde Abwärtsspirale, in der sich zum Schluss alle gegenseitig verdächtigt haben. Das fand ich derart überspitzt, dass es wirklich nicht mehr gut war. Und was Carla Buckley einem dann als Auflösung des Falles präsentierte – nun das war ein Konstrukt, das seinesgleichen sucht. Von der pathetischen Charlotte am Ende ganz zu schweigen.

Wäre da nicht der sehr gute Sprecher Mark Bremer, den ich bis dato noch nicht kannte, gewesen, so hätte ich das Hörbuch spätestens nach dem zweiten Drittel in die Ecke gepfeffert.

Wer gerne so richtig typisch amerikanische Geschichten hört, der mag vielleicht etwas mehr Spaß an diesem Hörbuch haben. Für meinen Geschmack war es leider nichts.

Ich habe nun lange überlegt, wie ich dieses Hörbuch bewerten soll. Mein erster Gedanke war: 2 Pingu-Punkte. Dann schwankte ich, ob nicht vielleicht 3 Pps angemessener wären, da man ja doch recht viel über das Leben als „Mondscheinjunge“ erfährt. Da aber der medizinische Aspekt quasi vollkommen außer Acht gelassen wurde, bleibe ich nun bei den 2 Pps für die Story. Der Sprecher, der mich über die zwölfeinhalb Stunden überhaupt bei der Stange gehalten hat, bekommt hingegen die vollen 5 Pingu-Punkte.

s5g2

Herzlichen Dank an den Rubikon Audioverlag für das Rezensionsexemplar!

Weitere Informationen
Hier geht es zur Facebook-Seite des Rubikon Audioverlags.

Bei Audible.de. kann man es natürlich auch herunterladen: Hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Carla Buckley – Mondscheinjunge

Britta Sabbag – Stolperherz

StolperherzBeschreibung
Sanny kann ihr Glück kaum fassen: Ausgerechnet Greg, der coole Bassist der Schulband Crystal, lädt sie ein, bei der letzten Probe vor den Sommerferien dabei zu sein. Doch es kommt noch besser: Die Jungs fragen sie, ob sie Lust hat, die Band auf ihrer Tour zu begleiten.

Bisher war Sanny immer nur das unscheinbare Mädchen mit dem Stolperherzen, so genannt, weil sie mit einem Herzfehler geboren wurde. Doch Sanny zögert nicht lange – tischt ihrer Mutter kurzerhand eine Lüge auf und steht am nächsten Morgen pünktlich am Treffpunkt. Und einmal unterwegs beginnt für Sanny die aufregendste Zeit ihres Lebens …

Sprecher
Uta Dänekamp

Länge
6 h 7 m

Meine Meinung
Jugendbücher sind was für Jugendliche. Lange Zeit dachte ich so und interessierte mich kaum für Jugendbücher. Ein paar Mal wurde ich bereits eines Besseren belehrt. Und so auch hier. Stolperherz ist ein tolles Buch für Jung und Alt gleichermaßen.

Sanny ist ein unscheinbares Mädchen. Durch ihren angeborenen Herzfehler kann sie die meisten Dinge, die Jugendliche tun, eben nicht tun. Kein Wunder, dass sie ihr Leben in ziemlicher Einsamkeit verbringt und von Arzttermin zu Arzttermin und von einem Krankenhausaufenthalt zum nächsten lebt. Selbstvertrauen ist für sie ein Fremdwort, sie wird schon rot, wenn sie nur angesprochen wird. Alle wissen von ihrer Krankheit, alle nehmen Rücksicht, aber niemand sieht Sanny, den Menschen. Ein Mädchen, dessen Leben vor lauter Achtsamkeit aufs Überleben nicht gelebt, lediglich überlebt wird. Als sie einen ersten für sie äußerst wagemutigen Schritt tut und sich die Haare rot färbt, ändert sich ihr Leben schlagartig. Greg, der coolste Junge der Schule und gleichzeitig auch Bassist der angesagten Schulband Crystal, nimmt sie plötzlich wahr, nennt sie Red und lädt sie zur Probe ein. Sie kann ihr Glück kaum fassen, ist völlig verunsichert, wie sie sich denn bei der Probe verhalten soll. Als sich dann herausstellt, dass ihr Keyboarder kurzfristig bei der anstehenden Tour ausfällt, kann sie der Band aus der Patsche helfen, indem sie ihren Nachbarn vorschlägt, der von morgens bis abends nicht anderes tut, als Keyboard zu spielen. Sie ruft ihn an, er kommt zur Probe und die Band akzeptiert ihn als Ersatzkeyboarder. Und dann passiert das Unfassbare: Die Band fragt sie, ob sie mit auf Tour gehen will! Start morgen früh um 5:00 Uhr. Sie stimmt spontan zu und hat nun ein Problem. Ein großes Problem! Ihre Eltern werden ihr das nie erlauben und eigentlich sollte sie am nächsten Morgen zu einem 3-wöchigen Kuraufenthalt aufbrechen. Sie muss sich nun schnell entscheiden: 3 Wochen in die Kur, in die sie eh nicht will, in die sie ihre Eltern einfach angemeldet haben, oder aber mit der coolsten Band auf Tour gehen und ihr Gesicht vor Greg bewahren! Also tut sie etwas, das sie noch nie getan hatte. Die Eltern sind der Meinung, sie reist ab in die Kur, doch in Wirklichkeit trifft sie sich mit der Band und bricht auf in ihr größtes Abenteuer.

Auf dieser Tour lernt Sanny sich erstmals selbst kennen, erlebt die höchsten Höhen und die tiefsten Tiefen in ihrem bisher allzu behüteten Leben.

Diese Geschichte ist derart herzerfrischend und lebensecht geschrieben, dass ich sie in einem Rutsch durchgehört habe. Ich konnte nicht unterbrechen, viel zu spannend und zu aufregend waren die Erlebnisse, die Sanny mit der Gruppe und den beiden anderen Mädels, die die Band begleiteten, durchmachte. Die Sprache ist angemessen jugendlich und angepasst an die jungen Leute, die sich zwischen Kindheit und Erwachsensein zurechtfinden müssen. Sanny lernt auf dieser Tour mehr über das wahre Leben als in den ganzen Jahren zuvor. Und sie fasst ihre Erkenntnisse immer sehr treffend zu Lebensweisheiten zusammen. Das hat mir sehr gut gefallen. Sie erlebt die Dinge nicht einfach, sie fasst sie auch in Worte und macht sie dadurch greifbarer.

Die Protagonisten fand ich durch die Bank weg sehr gut beschrieben. Ich hatte von allen Bandmitgliedern, den Eltern und den beiden anderen Mädels sehr schnell ein klares Bild vor Augen, was die Geschichte vor meinem inneren Auge als Film ablaufen ließ. Schade fand ich lediglich, als das Hörbuch zu Ende war. Doch das war in diesem Fall nicht tragisch, da der zweite Band bereits darauf wartete, gehört zu werden. Das tat ich direkt im Anschluss. Doch dazu mehr in meiner nächsten Rezension „Herzriss“.

Die Sprecherin Uta Dänekamp kannte ich bisher noch nicht. Doch sie hat mir mit ihrer frechen und flotten Stimme sehr gut gefallen und sie passte auch ganz hervorragend zu Sanny, unserer liebenswerten Protagonistin.

s5g5

Herzlichen Dank an den Rubikon Audioverlag für das Rezensionsexemplar!

Weitere Informationen
Hier geht es zur Facebook-Seite des Rubikon Audioverlags. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Britta Sabbag – Stolperherz

Siehe auch:

David William Wilson – Als alles begann

Als alles begannBeschreibung
Eigentlich hat Alan diesen Sommer Wichtigeres zu tun, als durch die brennenden Rocky Mountains zu fahren. Doch als sein Großvater „Gramps“ einen Herzinfarkt erleidet, kann er ihm seinen letzten Wunsch nicht abschlagen. Er möchte noch einmal seinen Sohn Jack sehen, Alans Vater, der sich vor dreißig Jahren aus dem Staub gemacht hat. Also steigt Alan in den rostigen Ranger und macht sich zusammen mit Gramps Freund Archer auf die Suche. Was sie finden, reißt uralte Wunden auf.

Eine Geschichte über Freundschaft, über Hoffen und Verzeihen und über Männer, die um große Gefühle nicht viele Worte machen.

Sprecher
Johannes Raspe, Lutz Riedel

Länge
8 h 20 m

Meine Meinung
Leider habe ich hier mit meiner Bewertung zu lange gewartet. Ich weiß aber noch, dass es im Großen und Ganzen keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat. Ich fand die meisten Personen nicht sonderlich sympathisch, was mir das Hören ziemlich erschwert hat. Ein Glück hatte ich aber meine Bewertung notiert.

s5g3

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: David William Wilson – Als alles begann

 

John Katzenbach – Das Tribunal

Das TribunalBeschreibung
1942 wird das Flugzeug des jungen amerikanischen Navigators Thomas Hart über Italien abgeschossen. Er überlebt als einziger den Absturz und wird im bayerischen Gefangenenlager Stalag 13 inhaftiert. Als ein Mitgefangener ermordet wird, fällt der Verdacht sofort auf den schwarzen Piloten Lincoln Scott. Hart, der Jura studiert hat, wird als dessen Verteidiger vor einem provisorischen Kriegsgericht einberufen. Im harten Lageralltag muss er nicht nur gegen die Nazis, sondern auch gegen Rassisten aus seiner eigenen Truppe für Gerechtigkeit eintreten…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
20 h 20 m

Meine Meinung
Vor lauter Begeisterung fällt es mir hier wirklich schwer, eine Rezension zu schreiben, die auch wirklich das transportiert, was ich sagen will. Eigentlich sollte reichen: Hör es dir an! Denn es wird dir gefallen. Da bin ich mir 100 % sicher. Aber gut. So einfach komme ich hier wohl nicht davon.

Was Katzenbach aus obiger Kurzbeschreibung für eine Geschichte gemacht hat, ist wirklich einzigartig gut. Amerikaner und Engländer, alle gefangen in Stalag 13. Alles Flieger, die abgeschossen und von den Nazis festgenommen wurden. Thomas Hart hatte vor dem Krieg Jura studiert. Er war noch nicht fertig mit seinem Studium, als er sich zum Kriegsdienst meldete. Doch Jura begeistert ihn nach wie vor und er nutzt im Gefangenenlager jede Möglichkeit, sich in dieser Richtung weiterzubilden. Angeregten Diskussionen kann er sich hier mit einem ehemaligen Richter hingeben, die Möglichkeit, sich Bücher auszuleihen, nutzt er, so oft er nur kann.

Ein weiterer Gefangener ist ein „Meister-Dealer“. Er kann jedem alles besorgen, es hat nur eben seinen Preis. Und als dieser Dealer eines Morgens ermordet aufgefunden wird, fällt der Verdacht schnell auf Lincoln Scott, den einzigen farbigen Gefangenen unter den Häftlingen. Es wird ein provisorisches Kriegsgericht einberufen, bei dem Thomas Hart als Verteidiger fungieren soll.  Es geht um Leben und Tod. Denn sollte Lincoln Scott schuldig gesprochen werden, wird er hingerichtet.

Thomas Hart versucht beharrlich, das Vertrauen von Scott zu gewinnen. Doch dieser kann ihm einfach nicht vertrauen. Ihm ist aufgrund seiner Erfahrungen mit dem ewig währenden Rassismus das Wort Freundschaft fremd. So ist es auch für den unerfahrenen Strafverteidiger Thomas Hart mehr als schwierig, Scotts Unschuld zu beweisen. Denn er kämpft nicht nur gegen das Misstrauen seines Mandanten, sondern auch gegen die Anfeindungen und Intrigen aus den eigenen Reihen. Ganz zu schweigen von den Nazis…

Katzenbach ist es im Handumdrehen gelungen, mich in das Jahr 1942 in das bayerische Gefangenenlager Stalag 13 zu katapultieren. Er beschreibt das Lager, die Menschen und die Vorkommnisse dort derart bildlich, dass ich mich wirklich in dieser Welt mitgefangen fühlte. Die Emotionen, die Intrigen, die Überlegungen, die Bemühungen, die Verzweiflung, die Wut und auch die immer währende Angst – alles spürte ich quasi am eigenen Leib. Toll. Das war Ohrenkino in 3D. Wenn ich nur an die Beschreibungen und die Luftnot im Tunnel denke, bekomme ich schon wieder Beklemmungen und Atemnot.

Auch die Weiterentwicklung der Protagonisten hat mir sehr gut gefallen. Der unerfahrene Thomas Hart, der über sich selbst hinaus wächst und Lincoln Scott – ach, das will ich hier aber gar nicht verraten.

Manch einer wird das Ende als zu theatralisch, zu schnulzig betiteln. Ich aber sage: Das war der perfekte Abschluss dieser emotional voll gepackten Geschichte und ich habe geheult wie ein Schlosshund.

Zu Uve Teschner muss ich wohl nicht mehr viel sagen. Er ist einfach verdammt gut. Und ich muss sagen, dass Duo Katzenbach/Teschner in Kombination war ein Hörgenuss der Spitzenklasse. Klar, dass es dieses Hörbuch auf meine Bestenliste geschafft hat.

s5g5h

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: John Katzenbach – Das Tribunal

Siehe auch:

Robert Seethaler – Der Trafikant

Der TrafikantBeschreibung
Österreich 1937: Der 17-jährige Franz Huchel verlässt sein Heimatdorf, um in Wien als Lehrling in einer Trafik – einem Tabak- und Zeitungsgeschäft – sein Glück zu suchen. Dort begegnet er dem Stammkunden Sigmund Freud und ist sofort fasziniert von dessen Ausstrahlung. Als sich Franz kurz darauf Hals über Kopf in die Varietétänzerin Anezka verliebt und in eine tiefe Verunsicherung stürzt, sucht er bei Professor Freud Rat.

.

Sprecher
Robert Seethaler

Länge
6 h 22 m

Meine Meinung
Dieses Hörbuch gehört für mich in die Kategorie: Du brauchst sechseinhalb Stunden am Stück Zeit, denn du wirst es nicht mehr aus den Ohren nehmen wollen. Nicht weil es so außergewöhnlich ist, sondern vielmehr weil es – trotz der schrecklichen Zeit, in der es spielt – so herzlich, so humorvoll und berührend daherkommt.

Ich will von dieser kurzen Geschichte nicht allzu viel verraten. Nur soviel: Franz ist ein junger Mann, der das Leben noch nicht kennt, den seine erste Erfahrung mit einer Frau in eine völlige Verwirrung versetzt und der die Nazis ganz und gar nicht verstehen kann und auch nicht will.

Die Geschichte wird aus der Sicht des Franz erzählt, der die Welt um sich herum beobachtet und sie immer weniger versteht und der immer wieder das Gespräch mit Prof. Freud sucht. Doch bald scheint es Franz, dass sein ganzes Leben aus Abschied nehmen besteht.

„Der Trafikant“ ist für mich ein kleines Juwel in der Literatur. Es ist wunderbar geschrieben und beschreibt die Anfänge des 2. Weltkrieges durch die Augen des noch sehr jungen Franz, der eine ganz andere Erwartung an sein Leben hatte.

Dass Robert Seethaler die Geschichte selbst liest, hat mir sehr gut gefallen, da es durch die Wiener Aussprache sehr authentisch daherkommt. Zwar sind Autorenlesungen nicht immer die beste Wahl, aber hier hat es mir sehr gut gefallen. Seethaler kann nicht nur schreiben, er kann auch sehr gut vortragen.

Dieses Hörbuch kommt auf meine Bestenliste.

s5g5h

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Robert Seethaler – Der Trafikant

Siehe auch

Fredrik Backman – Ein Mann namens Ove

Ein Mann namens OveBeschreibung
Ove ist der Nachbar aus der Hölle: Jeden Morgen macht er seine Kontrollrunde, schreibt Falschparker auf, räumt Fahrräder an ihren Platz und prüft die Mülltrennung. Aber hinter seinem Gegrummel verbergen sich ein viel zu großes Herz und eine berührende Geschichte. Seit Oves geliebte Frau Sonja gestorben ist und man ihn vorzeitig in Rente geschickt hat, sieht er keinen Sinn mehr in seinem Leben. Doch als nebenan eine junge Familie einzieht, die als Erstes mal Oves Briefkasten umnietet, beginnt eine so komische wie herzerwärmende Geschichte über Freundschaft, Liebe, das richtige Werkzeug und was sonst noch wirklich zählt im Leben.

Sprecher
Heikko Deutschmann

Länge
10 hh 38 m

Meine Meinung
Ein neues Hörbuch für meine Bestenliste. Der Mann namens Ove ist so ein liebenswerter Knochen, ich muss schon wieder schmunzeln, wenn ich an ihn denke. Ove ist der Mann, der im Viertel für Ordnung sorgt. Es gibt strikte Regeln, an die sich jeder zu halten hat. Wenn nicht, wird er zurecht gestutzt. Auf seinem vermeintlich letzten morgendlichen Kontrollgang durchs Viertel räumt er alles an seinen vorgesehenen Platz. Und dann will er sich einfach nur noch umbringen.

Doch dann nieten ihm seine neuen Nachbarn beim Einparkversuch seinen Briefkasten um! Ja ist es denn die Möglichkeit! Natürlich muss er gleich raus und den neuen Nachbarn kräftig den Kopf waschen! Denn erstens darf man im Viertel kein Auto fahren und zweitens darf man auch nicht die Briefkästen seiner Nachbarn umfahren! Und so beginnt eine herrliche Freundschaft, die zunächst nur einseitig ist. Denn die neue Familie schließt den alten Griesgram sehr schnell in ihr Herz und lässt ihn einfach nicht in Ruhe. Immer wieder „stören“ sie ihn bei seinen erneuten Versuchen, sich das Leben zu nehmen. Als er dann auch noch ungewollt zu einem Katzenbesitzer wird, konnte ich mich nicht mehr einkriegen vor lachen. Die Szenen, wie er von nun an mit der Katze seine Kontrollgänge macht, sind einfach herrlich beschrieben.

Die ganze Geschichte ist äußerst kurzweilig und unterhaltsam. Ständig passiert etwas anderes. Überhaupt ist das ganze Hörbuch eine Wonne für die Seele und macht einfach nur unheimlich viel Spaß, zuzuhören.

Heikko Deutschmann als Sprecher passte mit seiner dunklen Stimme sehr gut zur Geschichte.

s5g5h

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Fredrik Backman – Ein Mann namens Ove

Siehe auch: