Oscar Wilde – Das Bildnis des Dorian Gray

Beschreibung
Für den Maler Basil Hallward verkörpert Dorian Gray die unvergleichliche Muse, die ihm als Künstler zu voller Blüte verhilft und ihm Genialität einflößt. Lord Henry erscheint dieser anmutige Jüngling wie ein hohles Gefäß von vollendeter Form, das darauf wartet, geöffnet und von Leben erfüllt zu werden. Basil betet Dorian als den Inbegriff von Aufrichtigkeit, Tugend und vollendeter Schönheit an. Für Lord Henry ist er hauptsächlich ein sehr interessantes Experiment.

Von der Ausstrahlung seines jungen Freundes geblendet und ihm völlig ergeben, überschüttet Basil ihn mit einer Flut an Komplimenten. Scharfzüngig, mit herrlich extremen Aussagen und provozierenden Thesen, versetzt Lord Henry den noch schlummernden Geist Dorians mit seinen paradoxen Philosophien in Aufruhr. Basil, von Dorians scharlachroten Lippen, den goldenen Haarwellen und den weiten blauen Augen betört, versucht, seine einzigartige Schönheit in einem großen Kunstwerk zu verewigen. Lord Henry, von seiner Unwissenheit und Formbarkeit angetan, verhilft ihm mit messerscharfem Geist und hypnotischer Redegewandtheit zu einer zweifelhaften Bewusstheit.

Dorian Gray erschauert, als er sich auf dem fertiggestellten Gemälde erblickt, und in seinem Entzücken über sich selbst richtet er einen wahnwitzigen und folgenschweren Wunsch an das Universum: Möge er in Wirklichkeit immer so jung und schön bleiben wie auf diesem Porträt. Stattdessen solle das Bild für ihn altern. Sein Gebet wird auf mystische Weise erhört. Dorian, vergiftet durch den schlechten Einfluß von Lord Henry und eines Romans, den dieser ihm zu lesen gibt, gerät immer mehr zum Opfer seiner innersten Abgründe. Nach außen hin bleibt er makellos, doch sein Porträt, das er voller Furcht vor Entdeckung in einem verstaubten Zimmer auf dem Dachboden versteckt, offenbart ihm die Verfehlungen seiner Seele erbarmungslos und auf gräßlichste Weise.

Sprecher
Diverse (u. a. Jürgen Goslar, Gert Westphal, Friedrich Schönfelder) – > Hörspiel

Länge
65 Minuten

Radioaufnahme
Eine Produktion des hessischen Rundfunks aus dem Jahr 1955!

Meine Meinung
Wow! Dieses Hörspiel ist wirklich erste Sahne! Zu der Geschichte muss ich wohl nichts mehr sagen – sie ist hinreichend behandelt worden und somit bekannt. Geht es also einzig um die Hörspielfassung. Eigentlich sind mir Lesungen ja viel lieber als Hörspiele. Und ich hätte nicht gedacht, dass man dieses Buch in so kurzer Zeit so prägnant und spannend herüber bringen kann. Dieses Hörspiel ist faszinierend von der ersten bis zur letzten Minute – jeder Satz sitzt perfekt – trifft den Nagel auf den Kopf. Und nicht zuletzt durch die Auswahl der durchweg sehr guten Sprecher ist dieses Hörspiel ein wahrer Ohrenschmaus.

Fazit: absolut empfehlenswert

Siehe auch:

Theodor Storm – Der Schimmelreiter

Beschreibung
Hauke Haien ist ein begabter Autodidakt. Schon als Kind keimt in ihm der Gedanke, eines Tages einen neuartigen, flacheren Deich zu bauen, der dem Meer besser trotzen kann. Seine intellektuelle Überlegenheit hat indes eine Schattenseite: Hauke bleibt Außenseiter und wird gemieden. Er wird Kleinknecht des Deichgrafen und übernimmt das Amt schließlich selbst, als er die Tochter des verstorbenen Vorgängers heiratet. Nun endlich kann er sich seinen Lebenstraum erfüllen, den Neubau des Deichs. Mit dem ehrgeizigen Projekt wächst bei den Dörflern der Aberglaube. Nachts sehen sie auf einer Hallig einen gespenstischen Schimmel. Als Hauke eines Tages ein weißes Pferd erwirbt, verschwindet das nächtliche Phantom mit einem Mal. Von nun an sehen die Dörfler in Ross und Reiter die Verkörperung des Dämonischen. Als der Deich fertig gestellt wird, glaubt sich Hauke in seinem Werk verewigt. Doch er muss feststellen, dass der Rest des verbliebenen alten Deichs von Mäusen unterhöhlt ist. Er erkennt die Gefahr, handelt aber nicht, da er sich scheut, die Dorfgemeinschaft erneut zur Arbeit heranzuziehen. In einer stürmischen Nacht bricht der Deich genau an dieser Stelle. Alle Versuche, die Katastrophe zu verhindern, scheitern. Als Hauke mit ansehen muss, wie seine Frau und sein Kind in den Fluten untergehen, stürzt auch er sich samt Schimmel ins tosende Wasser. Was von ihm bleibt, ist der Deich – Wahrzeichen seines Genies und des Fortschritts – und sein Fortleben als gespenstischer Schimmelreiter im volkstümlichen Aberglauben.

Sprecher
Gert Westphal

Länge
4 CDs

Meine Meinung
Was für ein tolles Hörbuch! Eine tolle Sprache, ein toller Sprecher und schön mit Musik untermalt. Am Ende ist man mitten im Sturm.  Man erlebt es richtig mit. Doch, dieses Hörbuch ist wirklich klasse, was natürlich auch an der tollen Geschichte liegt, nicht nur an der Machart 😉

Fazit: stars_5 absolut empfehlenswert

Siehe auch: