Monika Czernin – Anna Sacher und ihr Hotel – Im Wien der Jahrhundertwende

anna-sacher-und-ihr-hotelBeschreibung
„Das Sacher – das bin ich!“ (Anna Sacher)

Berühmte Gäste und große Geschichte – vom Wien der Gründerzeit über das Fin de Siecle und den Ersten Weltkrieg bis in die 1930er Jahre.

Anna Sacher, selbstbewusste und legendäre Patronin des Hotel Sacher, leitete mehr als vier Jahrzehnte eines der führenden Hotels Europas. Ihre außergewöhnlichen Gäste und ihr unübertroffenes Gespür für die Wiener Gesellschaft haben sie weltberühmt gemacht. Sie inszenierte den Ort, an dem Geschichte geschrieben wurde.
In ihrem Hotel an der Wiener Ringstrasse trafen sich Menschen aus Hof und Hochadel, aus dem Geldadel und der aufstrebenden Industrie, Künstler, Schriftsteller und Ihre Musen. Das Hotel wird zur Bühne ihrer Begegnungen: Kaiserin Elisabeth, Kronprinz Rudolf, Arthur Schnitzler, Gustav Klimt, Gustav Mahler, die Rothschilds, die Wittgensteins – alles, was Rang und Namen hatte im Habsburgerreich.

Monika Czernin, deren Vorfahren selbst, ob als Außenminister oder Berater der Monarchie in dieser Zeit kräftig mitmischten, erzählt außerordentlich spannend und tief eintauchend in eine faszinierende Epoche die Lebensgeschichte einer außergewöhnlichen Frau.

Was das Adlon für Berlin und das Ritz für Paris, ist das Hotel Sacher für Wien.

Sprecher
Michael König

Länge
9 CDs

Meine Meinung
„Das Sacher – das bin ich!“ (Anna Sacher). „Begeistert von Anna Sacher und dem Hörbuch – das bin ich!“ (Ute Distel).

Die berühmte Sachertorte kennt wohl jeder – zumindest dem Namen nach. Doch was sich dahinter verbirgt, das hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet. Was für eine Frau – was für ein Hotel.

Über vier Jahrzehnte leitete sie – nach dem leider viel zu frühen Ableben ihres Gatten – das Hotel. Vier Jahrzehnte, in denen sie verdammt viel auf die Beine stellte, immer ein gutes Gespür für ihre Gäste und ihre Bedürfnisse hatte und natürlich ein offenes Ohr, was in Wien und im restlichen Europa so vor sich ging. Denn im Sacher verkehrte so allerhand Prominenz und nicht selten wurde hier Politik gemacht.

Doch wird in diesem Hörbuch nicht nur von Anna Sacher erzählt. Auch vom Zeitgeschehen wird hier wunderbar recherchiert und fundiert berichtet. Nicht umsonst trägt das Hörbuch den Zusatz „Im Wien der Jahrhundertwende“. Beides perfekt verwoben zu einem spannenden, lehrreichen und äußerst interessanten Hörbuch.

Michael König passte auch ganz hervorragend zu dieser Biografie. Denn er hat eine wunderbare Stimme und eine tolle Art, Sätze zu betonen. Ihm konnte ich wirklich stundenlang am Stück zuhören. Ein jüngerer Sprecher hätte hier auch einfach nicht gut gepasst – auch wenn er noch so gut wäre.

Monika Czernin hat sich mit diesem Werk wirklich sehr viel Mühe gemacht und äußerst genau recherchiert. Das merkt man in jedem Satz. Das Ergebnis ist eine sorgfältige Geschichte, die zu keiner Zeit Längen aufweist oder ins Belanglose abrutscht. Über ihre Quellen kann man einiges beim Bonnevoice-Verlag direkt nachlesen. Doch das Studium dieser Quellen empfehle ich erst im Anschluss an den Genuss des Hörens. Denn nicht selten war ich überrascht, wer so alles zu den Gästen des Hotel Sacher gehörte.  Und diese Überraschung sollte man sich doch nicht entgehen lassen.

Und noch eines habe ich in diesem Hörbuch wieder einmal bestätigt bekommen: „Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt“. (Mahatma Gandhi)

Und wenn ich von einem Hörbuch so ins Schwärmen gerate, dann hat diese Biografie mit seinen ganzen historischen Hintergrundinformationen natürlich einen Platz auf meiner Bestenliste verdient.

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Herzlichen Dank an den Bonnevoice Hörbuchverlag für das Rezensionsexemplar!

Bernard Minier – Kindertotenlied

KindertotenliedBeschreibung
Eine Professorin der Elite-Universität Marsac liegt ertrunken und grausam gefesselt in der Badewanne. In ihrem Rachen steckt eine Taschenlampe. Ohrenbetäubende Musik von Gustav Mahler schallt durch die Nacht. Kindertotenlieder. Beklemmung macht sich in Kommissar Martin Servaz breit. Ist Mahler doch der Lieblingskomponist des hochintelligenten und seit Monaten flüchtigen Serienmörders Julian Hirtmann. Hauptverdächtig ist jedoch ein Student: ausgerechnet der Sohn von Servaz‘ Jugendliebe. Für den Kommissar beginnt eine Reise in die Vergangenheit.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Johannes Steck

Länge 
18 h 39 m

Meine Meinung
Julian Hirtmann ist mir aus „Schwarzer Schmetterling“ noch gut in Erinnerung. Gemein und gnadenlos. Natürlich wollte ich wissen, wie es denn nun weiter geht mit ihm und natürlich auch mit dem netten Herrn Servaz.

Wie oben bereits beschrieben, wird eine Professorin tot in der Badewanne aufgefunden. In ihrem Hals steckt eine Taschenlampe. Das ganze Haus ist hell erleuchtet und im Garten sitzt ein apathisch wirkender Junge, ein Student der Professorin, im Swimming-Pool schwimmen zahlreiche Puppen. Eine irre Szenenbeschreibung wie ich finde. Natürlich wird der Junge verdächtigt und festgenommen. Doch Servaz will nicht recht an die Schuld des Jungen glauben. Denn die Musik von Gustav Mahler und etliche andere Indizien deuten doch sehr deutlich auf Julian Hirtmann als Täter hin. Die Ermittlungen gehen also los. Servaz will – nicht zuletzt, da der Junge der Sohn seiner Jugendliebe ist – beweisen, dass der Junge unschuldig ist. Doch von Hirtmann fehlt jede Spur.

Ganz am Anfang wird von einer jungen Frau erzählt, die offensichtlich entführt wurde und als Sexsklavin in einem Keller gefangen gehalten wird. Von dieser Frau hört man jedoch nur selten etwas. Die Geschichte holt weit, sehr weit aus – auch ist lange Zeit überhaupt keine Rede mehr von Julian Hirtmann. Aber trotzdem ist die Story über die gesamte Länge sehr spannend erzählt, obwohl man manchmal vergessen könnte, worum es eigentlich geht. Und ein klein wenig schwebt Julian Hirtmann doch immer als dunkle Bedrohung im Hintergrund mit – auch wenn eigentlich recht selten von ihm die Rede ist.

Besonders gut hat mir gefallen, dass die Story sehr komplex ist und doch keine Langeweile aufkommt oder man denkt, ‚jetzt ist es aber mal gut – komm mal auf den Punkt‘. Mir hat das Zuhören sehr viel Spaß gemacht und die Auflösung fand ich sehr gut. Damit hätte ich im Leben nicht gerechnet.

Weniger gut fand ich eine Anmerkung des Gerichtsmediziners der meinte, dass man Ertrinken nur sehr schwer erkennen könnte. Hm, entweder haben alle anderen Gerichtsmediziner in meinen bisher gehörten Thrillern und Krimis Blödsinn erzählt oder der gute Mann ist für seinen Job nicht sonderlich gut geeignet.

Insgesamt ist dieser Thriller hammerhart, auch für Martin Servaz persönlich, was seine menschliche Seite angeht. Ich kann diesen Thriller jedem Fan des Genres nur empfehlen.

Johannes Steck fand ich wieder wie gewohnt sehr gut. Ich kann ihm ohne Probleme über Stunden lauschen.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Bernard Minier – Kindertotenlied

Siehe auch: