Gil Ribeiro – Weiße Fracht (Lost in Fuseta 3)

Beschreibung
Der große Rausch: Leander Losts dritter Fall. Kann es tatsächlich sein, dass sie ihn liebt? Ihn? Einen mit Asperger-Syndrom? Der Kuss von Soraia Rosado am Flughafen von Faro hat den Hamburger Kommissar Leander Lost in große Verwirrung gestürzt. Verstärkt wird Losts Gefühlschaos noch dadurch, dass bald seine Rückkehr nach Deutschland droht.

Dann werden kurz hintereinander zwei Morde an der Algarve verübt. Für Leander Lost und seine Kollegen von der portugiesischen Polícia Judiciária scheinen die beiden Opfer auch auf den zweiten Blick nicht miteinander in Verbindung zu stehen. Bis im benachbarten Spanien ein ehemaliger Drogenboss aus dem Gefängnis entlassen wird …

Sprecher
Andreas Pietschmann

Länge
10 h 50 m

Meine Meinung
Leander Losts Rückkehr nach Deutschland steht kurz bevor. Doch so wirklich zurück will der sympathische Asperger gar nicht, sind ihm seine portugiesischen Kollegen mittlerweile doch sehr ans Herz gewachsen. Doch nicht nur seine Kollegen. Ständig muss er an Soraia denken – aber warum? Für Lost ist das gar nicht so einfach einzuordnen.

Doch dann überschlagen sich erst einmal die beruflichen Ereignisse. Drogen werden geschmuggelt und Menschen ermordet. Bald stellt sich heraus, dass hier ein perfider Racheplan verfolgt wird. Für Lost und seine Kollegen ist dieser Fall eine echte Herausforderung. Und sehr schnell befinden sie sich selbst im Visier des Killers.

Das ist nun schon der dritte Teil der Reihe „Lost in Fuseta“ und ich finde, sie wird immer besser – falls das überhaupt möglich ist. Schon der erste Teil hatte ja die volle Punktzahl von mir erhalten. Vermutlich liegt meine Begeisterung daran, dass man ja mittlerweile die Protagonisten sehr gut kennt und sich bei ihnen wie zuhause fühlt. Auch dieser Kriminalfall hatte es wieder in sich und wurde spannend und kurzweilig erzählt. Auch die Situationskomik kam hier wieder nicht zu kurz und auch die Beschreibung, wie Leander Lost die Liebe etwas zu verstehen beginnt, fand ich sehr schön erzählt.

Insgesamt fand ich „Weiße Fracht“ sehr kurzweilig, humorvoll unterhaltsam und stellenweise richtig spannend. Die perfekte Krimi-Lektüre für sonnige Tage.

Weitere Informationen
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Andreas Winkelmann – Das Haus der Mädchen

Beschreibung
Schweig, um zu leben. Leni kommt nach Hamburg, um dort ein Praktikum zu machen. Über eine Zimmervermittlung mietet sie sich in einer Villa am Kanal ein. Schnell freundet sie sich mit ihrer Zimmernachbarin an – aber die ist am nächsten Morgen spurlos verschwunden. Weil ihr das merkwürdig vorkommt, sucht sie nach ihr. Freddy Förster, früher erfolgreicher Geschäftsmann, ist inzwischen auf der Straße gelandet. Zufällig beobachtet er, wie jemand einen Mann am Steuer seines Autos erschießt. Um nicht zum nächsten Opfer zu werden, sucht er den Mörder. Bis er auf Leni trifft, die das Verschwinden ihrer neuen Freundin nicht hinnehmen will. Bald begreifen die beiden, dass ihre beiden Fälle mehr miteinander zu tun haben, als ihnen lieb ist – und dass sie in großer Gefahr schweben…

Sprecher
Simon Jäger

Länge
9 h 55 m

Meine Meinung
Dieser Thriller hat mich köstlich amüsiert. Das lag aber weniger an der Story als vielmehr am Sprecher Simon Jäger, der diesen Psychothriller eher wie eine Komödie gelesen hat, als wie einen spannenden Killerroman. Fand ich das gut? Naja, ich fand es lustig, aber nicht passend. Denn immerhin kommen hier einige Personen auf grausame Weise um.

Aber zurück zur Story. Das Landei Leni kommt nach Hamburg, um ein Praktikum als Lektorin in einem Verlag anzutreten. Ziemlich zu Beginn lernt sie eine Urlauberin kennen, die nach Hamburg gekommen ist, um sich einen Millionär zu angeln. Nun, unterschiedlicher könnten die beiden jungen Frauen kaum sein. Doch wie sich herausstellt, wohnen sie in der gleichen Wohnung, die beide über eine der modernen Zimmervermittlungsagenturen gemietet haben. Nach einem furchtbaren Abend für Leni und einem supertollen Abend im gleichen angesagten Hamburger Club, ist die Freundin am nächsten Tag spurlos verschwunden. Und schon macht sich unser Landei Sorgen. Parallel dazu beobachtet der kürzlich erst wohnungslos gewordene Freddy einen grausamen Mord in einem Auto. Und so kreuzen sich die Wege von Leni und Freddy und beide gehen der Sache genauer auf den Grund. Natürlich geraten sie dabei selbst in Lebensgefahr.

Es ist sicherlich eine nette Idee, allerdings fand ich vieles an den Haaren herbeigezogen und sehr klischeehaft dargestellt. Aber trotzdem war die Story spannend und ziemlich temporeich. Aber wirklich vom Hocker gerissen hat sie mich nicht. Und dies in Verbindung mit der komödienartigen Präsentation von Simon Jäger lässt mich dem Hörbuch insgesamt nur 4,0 Punkte geben. Naja, was heißt nur, 4,0 von 5,0 ist auch noch ganz schön gut.

Für Fans von Fitzek und Co. ist dieses Hörbuch sicherlich ein Muss. Ja, ich dachte eigentlich öfters, dass dies sehr Fitzeks Schreibe gleicht. Winkelmann kannte ich bisher anders.

Weitere Informationen
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Ranga Yogeshwar – Nächste Ausfahrt Zukunft: Geschichten aus einer Welt im Wandel

Beschreibung
Ein neuer und frischer Blick auf unsere Welt im Wandel: Für Ranga Yogeshwar ist die eigene unmittelbare Erfahrung entscheidend. Aus dieser Sicht blickt der bekannte Wissenschaftsjournalist auf eine zunehmend globalere Welt, die digitalen Umbrüche oder die Veränderungen der Medien, betrachtet die neue Rolle der Frau oder den Wert alter Kulturgüter. In dieser Welt des Umbruchs gibt es durchaus besorgniserregende Entwicklungen.

In einigen Bereichen wird es dringend Zeit, dass wir den momentan eingeschlagenen Kurs überdenken und ändern. Doch ein reflektierter Fortschritt birgt auch eine großartige Chance: Zum ersten Mal in der Geschichte ist es uns möglich, die eigene Welt auf direkte Weise zu verändern.

Ein informatives, aber auch sehr unterhaltsames Hörbuch.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Ranga Yogeshwar

Länge
12 h 17 m

Meine Meinung
In diesem sehr interessanten Buch spricht Ranga Yogeshwar sehr viele Themen an. Diese hier nun alle auch nur kurz anzusprechen, wäre wirklich zu viel des Guten. Deshalb halte ich mich hier absolut kurz: Höre es dir an! Es ist sachlich fundiert, kurzweilig und interessant geschrieben und auch gesprochen und es bleibt einem wirklich lange im Gedächtnis. Es rüttelt einen wach für einige Entwicklungen in unserer Welt, die man normalerweise einfach nur registriert, aber sich vielleicht nicht weiter Gedanken darüber macht. Ranga Yogeshwar greift hier viele (natürlich lange nicht alle – wie auch) solcher Themen auf und rüttelt an unserem Verstand.

Eine klare Hörempfehlung von mir.

Seiner Stimme lausche ich auch sehr gerne. Sehr kultiviert, deutlich und sehr sympathisch finde ich seine Art, zu sprechen. Was ich witzig fand: Ich weiß nicht, wie du „Qu“ aussprichst. Also bei mir klingt das dann  ausgesprochen wie ein „Kw“. Doch er spricht es wirklich wie ein „Qu“ aus. Doch dies ist nur etwas, das mir aufgefallen ist. Es ist keineswegs eine Kritik.

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Mechtild Borrmann – Trümmerkind

Beschreibung
Der kleine Hanno Dietz schlägt sich mit seiner Mutter im Hamburg der Nachkriegsjahre durch. Steine klopfen, Altmetall suchen, Schwarzhandel – das ist sein Alltag. Eines Tages entdeckt er in den Trümmern eine Tote – und etwas abseits einen etwa dreijährigen Jungen, der erstaunlich gut gekleidet ist. Das Kind spricht kein Wort, Verwandte sind nicht auffindbar. Und so wächst das Findelkind bei den Dietzens auf. Jahre später kommt das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur, das auf fatale Weise mit seiner Familie verknüpft ist…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Vera Teltz

Länge
7 h 45 m

Meine Meinung
Ach herrjeh, auch hier habe ich aus absolutem Zeitmangel zu lange mit meiner Rezension gewartet. Doch hier sind mir etliche Szenen noch sehr gut im Ohr! Es war wieder ein eindringliches Werk von Mechtild Borrmann. Und bestimmt war dieses auch nicht mein letztes Hörbuch von ihr.

Ich weiß noch, dass mir – wie auch schon bei Der Geiger – der historische Part etwas besser als der aktuelle Bezug gefallen hat. Doch insgesamt war es wieder ein sehr eindringliches Hörbuch über den 2. Weltkrieg und was er mit den Menschen gemacht hat. Als Schneiderstochter habe ich natürlich noch die Szenen mit dem Knopf und den Näharbeiten im Kopf. Doch, dieses Hörbuch fand ich toll und kann es ruhigen Gewissens weiterempfehlen.

Selbst Vera Teltz hat mir sehr gut gefallen.

Weitere Informationen
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Siehe auch:

Arno Strobel / Ursula Poznanski – Anonym

anonymBeschreibung
Du verabscheust deinen Nachbarn? Du wünschst deinem Chef den Tod? Dann setze ihn auf die Liste und warte, ob die anderen User für ihn voten. Aber überlege es dir gut, denn manchmal werden Wünsche wahr…

Es ist der erste gemeinsame Fall von Kommissar Daniel Buchholz und seiner Kollegin Nina Salomon und er führt sie auf die Spur des geheimnisvollen Internetforums Morituri. Dort können die Mitglieder Kandidaten aufstellen und dann für sie abstimmen. Dem Gewinner winkt ein grausamer Tod. Die User sind nur schwer zu fassen, der Tod aber ist ausgesprochen real. Und er ist näher, als Buchholz und Salomon glauben.

Sprecher
Sascha Rotermund, Christiane Marx, Richard Barenberg

Länge
11 h 21 m

Meine Meinung
Dieses Hörbuch sollte man unbedingt zum Anfang eines Wochenendes beginnen! Unter der Woche geht das definitiv nur unter größten Qualen. Denn unterbrechen kann man es nur sehr, sehr schwer.

Zugegeben, anfangs hat mir die Protagonistin Nina wirklich schwer zu schaffen gemacht. Nicht nur, dass sie einen eckigen und borstigen Charakter hat, den ich einfach nur als Extrem-Zicke bezeichnen konnte. Zusätzlich erschwerte mir die kindliche und viel zu hohe Stimme von Christiane Marx das Zuhören, da die Stimme in meinen Ohren einfach nicht zu der toughen Protagonistin passen wollte. Nach einer Stunde schaltete ich das Hörbuch ab. Wenn mich ein Buch aggressiv macht, will ich es nicht hören. Doch meine Freundin beharrte darauf, dass es besser werden würde, dass ich doch noch etwas durchhalten solle. Nun, ich hörte erst ein anderes Buch, dann gab ich „Anonym“ eine 2. Chance.

Was für ein Glück! Denn kaum hatte ich das Hörbuch wieder eingeschaltet, hatte es mich auch schon fest in seinen Krallen. Die Sprecherin fand ich zwar immer noch sehr unpassend, aber das drängte ich nach und nach in den Hintergrund ob des äußerst spannenden Inhalts! Ich konnte die Stöpsel kaum noch aus den Ohren nehmen und heute Morgen stand ich extra früh auf, damit ich die verbleibenden 2 Stunden noch vor der Arbeit fertig hören konnte.

Was für ein Krimi, kann ich nur sagen! Selten einen derart stramm gestrafften Spannungsbogen erlebt. Nicht selten saß ich fassungslos da und stellte mir vor, dass würde nun in Wirklichkeit passieren. Ist so etwas im realen Leben auch möglich? Na, ich hoffe es mal nicht. Andererseits, wenn man sich manchmal anschaut, was im Netz so abgeht, ist es vielleicht doch gar nicht so abwegig.

Die Protagonistin Nina fand ich, wie oben bereits erwähnt, sehr gewöhnungsbedürftig. Als liebenswürdig kann man sie wohl nur in sehr seltenen Momenten bezeichnen. Ok, sie hat ihr Päckchen zu tragen. Aber muss man deshalb ausnahmslos allen Menschen in der Umgebung vor den Kopf stoßen? Na, ich weiß ja nicht.

Daniel ist nun auch nicht gerade ein Super-Sympath. Jedoch empfand ich ihn wesentlich schneller als angenehm, als Nina. Ich finde, Strobel und Poznanski haben mit diesen beiden zwei echte Charakterköpfe erschaffen, die beide ihre Ecken und Kanten haben. Und zum Ende der Geschichte, war ich dann doch mit beiden versöhnt.

Der Plot ist äußerst perfide. Aber auch einfach genial! Die beiden Autoren haben die Hilflosigkeit der Polizei in solch einer Situation sehr gut in Szene gesetzt, wie ich meine. Denn viele Ansatzpunkte hatten sie ja wirklich nicht. Und auch wenn Nina sich über alle Regeln hinwegsetzt, (und ich mich stellenweise wirklich über ihr Handeln aufgeregt habe) so konnte ich ihre Verzweiflung doch auch wieder verstehen.

Ich habe schon lange kein Hörbuch mehr gehört, das mich emotional so derart tief in seinen Bann gezogen hat, bei dem ich derart bibbernd und zitternd mit den Protagonisten mitfieberte und – hört, hört – ich meine über alles geliebte Schlafenszeit um einige Stunden dezimiert habe. Freiwillig. Weil ich einfach weiterhören wollte / musste!

War ich von Fremd, ihrem ersten gemeinsamen Werk, ziemlich enttäuscht, so bin ich von diesem Hörbuch äußerst begeistert. Eigentlich hätte die Story es auch auf meine Bestenliste geschafft, da mir aber hauptsächlich die Sprecherin überhaupt nicht zu dieser Geschichte gefiel und ich auch die männlichen Stimmen nicht hunderprozentig passend gewählt fand, bleibt es bei sehr guten 4,8 Pingu-Punkten.

Und wie es im Klappentext steht, darf man hoffen, dass es auch einen zweiten Fall für Nina Salomon und Daniel Buchholz geben wird. Ich freue mich schon darauf!

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Anmerkung:
Ich habe von Christiane Marx schon etliche Hörbücher gehört.  Und in den meisten Hörbüchern fand ich sie auch absolut klasse. Aber hier passte sie meiner Meinung nach einfach nicht zum Charakter.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Arno Strobel / Ursula Poznanski – Anonym

Siehe auch:

 

Melanie Raabe – Die Wahrheit

Die WahrheitBeschreibung
Er ist eine Bedrohung. Keiner will ihr glauben.

Vor sieben Jahren ist der reiche Geschäftsmann Philipp Petersen während einer Südamerikareise spurlos verschwunden. Seither zieht seine Frau Sarah den gemeinsamen Sohn alleine groß. Doch dann erhält Sarah wie aus heiterem Himmel die Nachricht, dass Philipp am Leben ist. Seine Rückkehr löst ein gewaltiges Medieninteresse aus. Sarah hat zwiespältige Gefühle: Was wird werden? Gibt es noch eine gemeinsame Zukunft?
Sie ist auf alles vorbereitet, nur auf das eine nicht: Der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist nicht ihr Ehemann. Es ist ein Fremder – und er droht Sarah. Wenn sie ihn jetzt bloßstelle, werde sie alles verlieren: ihren Mann, ihr Kind, ihr ganzes Leben…

Gelesen von den prominenten Schauspielern Nina Kunzendorf, Andreas Pietschmann und Devid Striesow.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Nina Kunzendorf, Andreas Pietschmann, Devid Striesow

Länge
9 h 24 m

Meine Meinung
Nachdem ich von „Die Falle“ von Melanie Raabe sehr begeistert war, freute ich mich auf das neuste Werk aus ihrer Feder. Kaum war es als Hörbuch erschienen, schon hatte ich es auf den Ohren. Heute habe ich es nun beendet.

Wenn ich an einem Samstagabend 40 Minuten vor dem Ende ein Hörbuch ausschalte, kann es mich nicht wirklich in seinen Bann gezogen haben. Jedoch hätte ich das anfangs ganz und gar nicht vermutet. Denn es fängt äußerst spannend an. Da kommt ihr in Südamerika entführter Ehemann nach 7 Jahren endlich wieder nach Hause und dann muss Sarah erkennen, dass es gar nicht ihr Ehemann ist, sondern ein ihr völlig fremder Mann. Wenn das mal nicht eine gruselige Vorstellung ist. Und dann zieht er auch direkt wieder in ihrem Haus ein. Eine noch gruseligere Vorstellung. Dadurch war ich natürlich direkt von der Story gefesselt und hörte die erste Hälfte schier in einem Rutsch durch. Doch ab der zweiten Hälfte tat ich mich zunehmend schwerer mit dieser Geschichte. Und vom Ende war ich dann gänzlich enttäuscht.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Perspektive von Sarah erzählt. Manchmal, zum Ende hin etwas mehr, erhält man auch einen Einblick in die Perspektive des Mannes. Alles wird somit in der Ich-Form geschildert. Kurze Aussagesätze, maschinengewehrartig aneinander gereiht. Das beschreibt die jeweilige Situation zwar sehr gut, ist aber auf die Dauer in der Hörbuchform auch etwas anstrengend. Denn Nina Kunzendorf hat diese  Sätze sehr schnell gesprochen, kaum bekommt man mal etwas Luft zum Verschnaufen. Das ist als Buch sicherlich besser, als als Hörbuch. Im Buch kann man die Sätze dann im eigenen Tempo lesen. Mich hat es ab der zweiten Hälfte zunehmend genervt. Ich stehe nicht gerne unter Dauerbeschuss. Doch das Tempo wird fast über die gesamte Länge aufrecht erhalten.

Nachdem ich dann also durch die erste wirklich sehr spannende Hälfte gehetzt wurde, legte ich in der zweiten Hälfte öfters Pausen ein. Denn als es in Richtung Auflösung der Geschichte kam, war für mich zunehmend die Luft raus. Ich hoffte noch lange auf eine gravierende Wendung in der Story, doch diese kam nicht. Ja, so schaue ich nun zwar auf eine sehr gute erste Hälfte zurück, doch im Gesamteindruck bleibe ich doch enttäuscht zurück.

Es gibt sicherlich immer mehrere Möglichkeiten, wie man eine Story enden lassen kann. Doch die von Melanie Raabe gewählte, war für die mich am wenigsten interessante Variante.

Auch finde ich, dass insbesondere der Mann nur selten logisch handelte in Anbetracht der Auflösung. Natürlich hat nur so die Geschichte überhaupt funktioniert, aber gut finde ich es deshalb noch lange nicht.

Mit den Sprecherstimmen bin ich durchaus einverstanden. Doch Nina Kunzendorf hätte sich für meinen Geschmack durchaus etwas mehr Zeit nehmen dürfen. Doch das habe ich schon weiter oben ausgeführt.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Melanie Raabe – Die Wahrheit

Siehe auch:

M. C. Poets – Mordswald

MordswaldBeschreibung
Im Wald wird die Leiche des 34-jährigen Informatikers Philip Birkner aufgefunden. Die Spuren am Tatort weisen auf mehrere Täter hin. Lina Svenson und Max Berg von der Hamburger Mordkommission ermitteln und stoßen bald auf mehr als nur ein dunkles Geheimnis in der Vergangenheit des Toten.

Sprecher
Vanida Karun

Länge
11 h 25 m

Meine Meinung
Ich muss gestehen, sehr hoch waren meine Erwartungen nicht, als ich gestern mit diesem Hörbuch anfing. Den Titel finde ich ziemlich plump, die kurze Beschreibung oben kann alles oder nichts bedeuten. Doch mir war nach einem Krimi von einem mir noch unbekannten Autor. Und da mir M. C. Poets bis dato noch nicht über den Weg gelaufen war, bot sich dieser Titel natürlich an. Vor gut 2 Stunden habe ich das Hörbuch nun fertig gehört. Was soll ich sagen: Ich bin begeistert! Solch einen tollen Krimi hatte ich nun wirklich nicht erwartet.

Die Story
Lina Svenson und Max Berg müssen sich in dieser Geschichte nicht nur mit den aktuellen Beweisen vor Ort beschäftigen, sondern viele Fakten liegen auch in der Vergangenheit des Ermordeten verborgen. Denkt man zunächst noch, dass das Opfer Philip Birkner ein äußerst sympathischer Zeitgenosse war, dem alle wohlgesinnt waren, häufen sich nach und nach die Hinweise, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.

Den Aufbau der Story fand ich äußerst clever und spannend gemacht. Nicht nur einmal wird mal total in die Irre geführt, nur um dann viel später festzustellen, dass man sich hier ja wohl komplett vertan hat. Stück für Stück wird hier der Charakter nicht nur von einer Person völlig enthäutet um am Ende ein gänzlich anderes Bild zu präsentieren, als man zunächst vermutete. Durch diesen steten Aufbau nahm die Spannung immer weiter zu, bis sie in einem wirklich tollen Ende alles offenbart, was zunächst unvorstellbar schien.

Menschen wie du und ich
Auch bei der Personenbeschreibung bin ich voll des Lobes. Abgesehen von den beiden Ermittlern Lina und Max werden alle Personen in diesem Krimi äußerst lebensecht beschrieben. Bei keinem hat man den Eindruck, dass er nur kurz eingeschoben wurde, und deshalb keiner genaueren Beschreibung bedarf. Im Gegenteil, hier wurde jede Person derart präzise beschrieben, dass es schwer vorstellbar ist, er sei nur eine Erfindung der Autorin. Das hat mich sehr fasziniert. Und besonders gut gefallen hat mir natürlich die Beschreibung von Lina und Max, die mir während der Story sehr ans Herz gewachsen sind.

Die Sprecherin
Vanida Karun war eine sehr gute Wahl für dieses Hörbuch. Sie hat eine sehr angenehme Stimme und hat die Story ebenso natürlich und menschlich vorgetragen, wie es dieser tolle Krimi auch brauchte.

Fazit
Kurzum, mit „Mordswald“ wurde ich für elfeinhalb Stunden in eine spannende Kriminalwelt entführt, in der ich viele neue sympathische und natürlich auch unsympathische Menschen kennenlernen durfte. Ein Krimi der alles andere als bluttriefend ist, der aber durch seine besondere sprachliche und inhaltliche Intensität von der ersten bis zur letzten Minute fesselt. So gefällt mir das.

Ich würde mich sehr freuen, wenn M. C. Poets noch weitere Bücher mit den beiden Ermittlern Lina und Max schreiben würde. Ich würde sie mir garantiert alle zulegen!

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Weitere Informationen
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Thomas Finn – Der Funke des Chronos: Ein Zeitreise-Roman

Der Funke des ChronosBeschreibung
Den Zeitreisenden Tobias verschlägt es aus dem 21. Jahrhundert ins Jahr 1842. Im alten Hamburg kommt er einer teuflischen Verschwörung auf die Spur. Ein unheimlicher Serienkiller schleicht durch die dunklen Gassen der Hafenstadt. Freimaurer, Alchimisten und Erfinder knüpfen ein bedrohliches Netz um den jungen Mann aus der Zukunft. Tobias‘ Suche nach seiner verlorenen Zeitmaschine wird zu einer Achterbahnfahrt voll tödlicher Überraschungen – bis sich mit einem gewaltigen Feuer die Pforten der Hölle öffnen. Wird Tobias den Verlauf der Geschichte ändern können?

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Oliver Rohrbeck

Länge
12 h 23 m (ungekürzt)

Meine Meinung
Bisher war ich zwar noch nie in Hamburg, aber dank dieses Hörbuches fühle ich mich nun so, als sei ich doch schon einmal dort gewesen, zwar im Hamburg in einer vergangenen Zeit, aber in Hamburg.

Thomas Finn hat eine herrlich skurrile, spannende und phantastische Geschichte rund um den Hamburger Brand von 1842 ersonnen. Tobias gerät – nicht ganz freiwillig – in diese Zeit. Während er verzweifelt seine Zeitmaschine sucht, um von dort wieder wegzukommen, wird er in Angelegenheiten verwickelt, mit denen er überhaupt nichts zu tun haben will. Doch es stellt sich schnell heraus, dass er nur wieder zurück in seine Zeit kommen kann, wenn er hilft, die Serienmorde aufzuklären. Dabei begegnet er nicht nur seiner großen Liebe sondern auch so bekannten Größen wie Heinrich Heine und anderen.

Ich fand diese Reise in die Vergangenheit sehr genial ausgedacht. Denn Thomas Finn lässt alle damaligen Hamburger „Größen“ lebendig werden und äußerst glaubhaft agieren. Heraus kam eine sehr spannende Geschichte, die das Hamburg von damals plastisch vor dem inneren Auge erscheinen lässt. Auch der Brand, der in Hamburg damals 4 Tage lang loderte und große Teile der Stadt in Schutt und Asche legte, wurde grandios in Szene gesetzt.

Oliver Rohrbeck als Sprecher fand ich genial. Er hat die Geschichte über weite Strecken in Hamburger Platt gesprochen – zumindest hat es sich für meine „hessischen Ohren“ original angehört. Wie das ein echter Hamburger empfindet, vermag ich nicht zu beurteilen.

Fazitstars_5 absolut empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Thomas Finn – Der Funke des Chronos: Ein Zeitreise-Roman

Siehe auch: