Hannes Jaenicke – Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche: Warum wir dringend Helden brauchen

Beschreibung
Bequemlichkeit, Überbürokratisierung und Herdentrieb führen in Deutschland zu einem kleinkarierten Mittelmaß, das wirkliche politische und gesellschaftliche Veränderung blockiert und sabotiert. Alternative Erziehungs- und Lebensmodelle – Fehlanzeige. Echte Startups – nicht in Sicht. Ambitionierte Spezialisten und Forscher – wandern aus. Eine moralische Instanz – gibt es nicht.

Hannes Jaenicke fordert deshalb: Vergesst Eure Angst! Habt Mut zu Individualität und Eigensinn, zum Ausscheren aus dem System. Begegnet den kleinen und großen Helden des Alltags wertschätzend und motivierend und traut auch Euch zu, den Unterschied auszumachen.

Sprecher
Hannes  Jaenicke

Länge
5 h 26 m

Meine Meinung
Zugegeben, der Titel ist provozierend. Provozierend gut. Denn wie will man ein derartiges Thema, wie Hannes Jaenicke es in seinem Buch tut, auch sonst an den Mann bringen.

Ich persönlich bin sehr beeindruckt von diesem Hörbuch. Er stellt viele Fragen, gute Fragen, wie z. B.: Wer ist heutzutage dein Held/dein Vorbild? Da sind mir auf Anhieb viele eingefallen. Doch nein, er möchte bitte lebende Vorbilder genannt bekommen. Hm, ok, da wird es schon schwieriger. Aber ich habe welche. Ok, ich musste überlegen. Aber ja, doch, es gibt ein paar Lichtgestalten, die mich nachhaltig beeindrucken.

Er beschreibt hier sehr ausführlich, was in unserer heutigen Gesellschaft im Argen liegt. Dass immer öfter weg- statt hingeschaut wird. (Abgesehen von den Gaffern, die ja aber nun wirklich alles andere als hilfreich sind.) Zahlreiche Beispiele hat er hier angeführt. Von vielen wusste ich aus der Presse. Sie waren immer schockierend. Doch hier so gebündelt aufgezählt – unfassbar.

Ich schaue selten TV. Doch einmal habe ich einen Tatort gesehen. Da eilte ein Passant einem Mann zu Hilfe, der am Boden lag, offenbar ging es ihm sehr schlecht. Doch kaum kam der Helfer zu ihm, richtete sich der Mann auf und stach den Helfer nieder. Tja, Tatort schauen verdammt viele Menschen. Warum bitte macht man das? Man bekommt ja förmlich gezeigt: Lass ihn lieber liegen, er könnte Böses im Schilde führen. Vermutlich – nein, da bin ich mir ganz sicher – hat unsere Medienlandschaft sehr viel damit zu tun, warum immer mehr Menschen lieber weg- als hinschauen. Und helfen, das kann ein anderer/wird schon ein anderer tun.

Die vielen, vielen Beispiele, die er von stinknormalen Ottonormalverbrauchern berichtet hat, die zum Helden wurden und mit großen oder kleinen Taten einfach Gutes taten, sollte Ansporn genug sein, um zukünftig mit etwas offeneren Augen durch die Welt zu gehen. Und auch mutiger und selbstbewusster.

Sehr schön fand ich auch, dass er eines meiner Lieblingszitate in seinem Buch erwähnte: Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung ändern können. Das ist so treffend. Denn oft wurde ich von Freunden darauf angesprochen, dass ich vor einem Jahr noch ganz anders über ein Thema geredet hätte. Tja, kann ich da immer nur antworten, da wusste ich auch noch nicht, dass…

Hannes Jaenicke ist mit diesem Buch ein echtes Motivationsbuch gelungen. Er will aufrütteln, was unsere Gesellschaft wirklich dringend nötig hat, und er will Mut machen. Selbst die kleinsten Dinge können Großes bewirken.

Also, lasst uns die Ärmel hochkrempeln und endlich für das eintreten, was uns wirklich am Herzen liegt. Nächstenliebe kann so einfach sein, wenn man die Ellbogen einfach mal zuhause lässt.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Hannes Jaenicke – Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche: Warum wir dringend Helden brauchen

Sara Gruen – Das Affenhaus

Beschreibung
Sam, Bonzi, Lola, Mbongo, Jelani und Makena sind keine gewöhnlichen Affen: Die Bonobos beherrschen die Gebärdensprache, sind in der Lage, mit Menschen zu kommunizieren. Für die scheue Wissenschaftlerin Isabel Duncan sind die Tiere wie eine Familie. Als eine Explosion das Labor zerstört und ihr die Affen entreißt, bricht für sie eine Welt zusammen. Der ehrgeizige Journalist John Thigpen macht sich zusammen mit Isabel auf die Suche nach den verschwundenen Affen. Er ist nicht nur angetan von der attraktiven Forscherin, sondern wittert auch eine große Story. Dabei ahnt er nicht, wie sehr beides sein Leben verändern wird!

Sprecher
Hannes Jaenicke

Länge
434 Minuten

Anbieter
Random House Audio, Deutschland

Meine Meinung
Das war ein Hörbuch, das mir verdammt gut gefallen hat. Aber eins sei vorweg gesagt: Als Tierliebhaber musste ich des Öfteren schlucken, was mit den Affen – hier geht es ja um Bonobos – passierte. Und leider fand ich die Idee auch gar nicht so sonderlich weltfremd – ich glaube, denkbar wäre das schon – gerade in Amerika.

Was ich toll fand ist, dass man hier sehr viel über die Intelligenz, das Verhalten und das Leben der Bonobos erfährt. Ich staunte nicht schlecht, dass sie durchaus in der Lage sind, die amerikanische Gebärdensprache zu sprechen. Ein Affe konnte sogar etwas amerikanisch sprechen! Witzig fand ich, als sich die Affen per Computer alles bestellten, was sie wollten oder brauchten! Ich glaube zwar nicht, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, aber ich glaube, dass das Können der Bonobos sicherlich der Wahrheit entspricht und dass dies die eigentliche Intention von Sara Gruen war, diesen Roman zu schreiben.

Dieses Hörbuch habe ich in jeder freien Minute gehört, so spannend fand ich das. Denn es ist ja kein Sachbuch über Bonobos. Nein, es ist ein äußerst interessanter und sehr rasanter Roman mit einer tollen Story! Die Protagonisten kamen auch sehr sympathisch und lebensecht „rüber“, so dass es mir wirklich schwer fiel, das Hörbuch zu unterbrechen, um so nervigen Sachen wie Schlafen o. ä. nachzugehen.

Und nun zum Sprecher: Hannes Jaenicke mag ich nicht als Sprecher. Ich habe sogar schon einmal ein Hörbuch, das von der Story her echt gut war, abgebrochen, da ich ihm nicht länger zuhören konnte. Somit überlegte ich lange, ob ich das Hörbuch überhaupt kaufen sollte oder ob hier nicht die Buchversion die bessere Wahl wäre. Letztlich entschied ich mich dann doch für die Hörbuchversion. Und ich habe es nicht bereut. Er hat zwar auch hier wieder seinen furchtbar gekünstelten Ami-Kaugummi-Slang an den Tag gelegt (selbst John hat er schrecklich ausgesprochen!), aber insgesamt war es ganz ok. Es war lange nicht so störend wie bei dem Michael Crichton-Hörbuch. Und somit gibt es dieses Mal auch keinen Stern Abzug wg. des Sprechers.

Fazit: absolut empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Sara Gruen – Das Affenhaus

Siehe auch:

Bilder von Bonobos

Robert Harris – Angst

Beschreibung
Für die Öffentlichkeit ist er ein Unbekannter, aber in den geheimen inneren Zirkeln der Superreichen ist Alex Hoffmann eine lebende Legende – ein visionärer Wissenschaftler, der eine Software entwickelt hat, die an den Börsen der Welt Milliardengewinne erzielt. Nun hat es jemand auf ihn abgesehen, und es beginnt für ihn eine albtraumhafte Zeit aus Angst und Schrecken.

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Sprecher
Hannes Jaenicke

Länge
598 Minuten

Meine Meinung
Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, war es doch als „Super-Thriller“ in aller Munde. Lange hatte mich die Auswahl des Sprechers davon abgehalten, mir dieses Hörbuch letztlich wirklich zu holen. Doch irgendwann siegte die Neugier. Ich wollte wissen, was in dem Buch geschrieben steht. Alle sagten: danach weißt du, was ein Hedgefond ist.

Stimmt, das weiß ich jetzt. Aber ich war über den Inhalt leicht enttäuscht. Ich hätte gedacht, dass es viel mehr um die Börsenaktivitäten etc. geht und nicht so viel um private, gesundheitliche Probleme des Protagonisten. Ich habe das Hörbuch zwar sehr schnell durchgehört, sprich, es hat eigentlich kaum Längen, dafür aber „Kürzen“. Ich hätte mir wirklich gewünscht, dass die „Börsensachen“ wesentlich mehr beschrieben werden. Das kam meiner Meinung nach zu kurz, denn das war der Antrieb für mich, dieses Hörbuch zu kaufen. Aber eigentlich war es die Geschichte eines Supergenies, der eine super Software entwickelt hat und mit privaten Problemen kämpft. Letzteres war meinem Empfinden nach der Hauptschauplatz. Jedoch hatte ich erwartet, dass es mehr um den Aktienhandel etc. geht.

Ok, das war die Erwartung, mit der ich an dieses Buch heran ging. Lassen wir diese Erwartung mal außer Acht, so bleibt eine interessante Geschichte, die recht schnell durchschaubar war und die um Weiten besser hätte ausgearbeitet werden können. Vor ein paar Wochen sah ich ein Interview mit Robert Harris über „Angst“. Dort sagte er, dass er sich beeilen musste, da die tatsächlichen Ereignisse seine Schreibe überholten. Anscheinend hat er dann zu viel Tempo hingelegt und sein eigentliches Ziel etwas aus den Augen verloren.

Hannes Jaenicke als Sprecher finde ich – sorry – eine Katastrophe. Er hat mich schon dazu gebracht, wirklich sehr interessante Bücher abzuschalten. Sein gekünstelter amerikanischer Kaugummislang bringt mich regelmäßig zur Weißglut. Ich finde das kaum zu ertragen, wie er sich durch die Bücher nuschelt. Aber ok, in diesem Buch hat er sich ziemlich angestrengt und nur die Namen „amerikanisch“ ausgesprochen – meistens. Zumindest habe ich ihn dieses Mal einigermaßen gut überstanden, ohne meinen Küchenmesserblock komplett durchzuwetzen.

Insgesamt hatte ich wesentlich mehr von diesem Buch erwartet. Den Hype darum werde ich wohl nie ganz nachvollziehen können. Aber letztlich wurde ich über die ganze Zeit recht gut unterhalten.

Fazit: ganz nett

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Robert Harris – Angst

Siehe auch: