Sy Montgomery – Rendezvous mit einem Oktopus

Beschreibung
Sie haben drei Herzen, acht Fangarme mit 1600 Saugnäpfen, der Mund gleich Schnabel sitzt in der Achselhöhle oder, bei anderer Betrachtungsweise, zwischen den Beinen. Ihr Biss kann giftig sein, sie können Tinte verspritzen und sich mit ihrem schlabberigen, knochenlosen Körper, der sich bis auf Autogröße ausstrecken kann, durch ein organgengroßes Loch zwängen. Das hört sich auf Anhieb nicht gerade nach einem sympathischen Zeitgenossen an. Und doch hat Sy Montgomery die Oktopoden Athena, Octavia und Kali rasch lieben gelernt. Und offenbar nicht nur sie, denn ihr preisgekröntes Buch „Rendezvous mit einem Oktopus“ eroberte weltweit die Bestsellerlisten. Bei Bonnevoice ist das Hörbuch erschienen, einfühlsam gelesen von Sophie von Kessel.

Vor über 500 Millionen Jahren haben sich die Abstammungslinie der Oktopoden und die des Menschen voneinander getrennt. Ihr Aussehen, ihr Körper könnten sich nicht grundlegender vom Menschen unterscheiden. Riesenkraken sind der Inbegriff der Andersartigkeit, und doch ist es möglich, eine Beziehung zu ihnen herzustellen. Die Naturforscherin Sy Montgomery tauchte regelrecht ein in die faszinierende Welt dieser schlauen Wunderwesen – erst nur mit den Armen ins Becken im Aquarium von New Hampshire, später mit dem ganzen Körper beim Tauchen im Golf von Mexiko.

Berührend, kenntnisreich und unterhaltsam erzählt die Autorin von ihren Begegnungen und Erlebnissen mit den heimlichen Stars der Meere und ihren engagierten Pflegern. Man erfährt, dass sich Oktopoden rasch langweilen, beschäftigt werden wollen und spielen, je nach Laune Farbe und Form ändern, Menschen unter anderem am Geschmack ihrer Haut erkennen, Zu- und Abneigung ausdrücken können. Sie lernen komplizierte, unterschiedliche Schraubverschlüsse zu öffnen, haben unglaubliche Kräfte und man muss bei Riesenkraken in Aquarien immer damit rechnen, dass sie unfassbar findig im Ausbüchsen sind. Letzteres kann ihnen mitunter zum Verhängnis werden.

Vielleicht geht man mit Skepsis an das Thema heran, ist in kurzer Zeit komplett abgetaucht und fasziniert, kann kaum glauben, was man da über diese klugen, fremden Lebewesen erfährt – und isst am Ende nie wieder Oktopussalat.

Sprecher
Sophie von Kessel

Länge
10 h 30 m

Meine Meinung
„Rendezvous mit einem Oktopus“ von Sy Montgomery ist kein rein wissenschaftliches Buch über das Verhalten von Oktopoden. Vielmehr ist es eine leidenschaftliche Geschichte darüber, wie sich Sy Montgomery mit verschiedenen Oktopoden sehr eng befreundete und welche Gefühlsregungen sowohl in ihr als auch in dem jeweiligen Oktopus vor sich gingen.

Äußerst interessant fand ich ihre Schilderungen, wenn sich die vielen Saugnäpfe der diversen Arme der Tiere um ihre Arme schlangen und wie sie ihre Zuneigung zeigten. Sehr lustig fand ich hingegen, wie sie den Menschen, die sie nicht mochten, ihre Abneigung zeigten. Es endet meist: Klatschnass.

Sehr interessant fand ich auch, dass Oktopoden gänzlich farbenblind sind, aber trotzdem auf äußerst spektakuläre Weise ihre Farbe ändern können. Sie können sich hervorragend an ihre Umgebung farblich anpassen. Es wird spekuliert, dass sie über ihre Haut „Farben sehen“ können. Doch das ist noch nicht belegt. Aber ganz sicher ist, dass sie durch ihre Farbwechsel auch Gefühle ausdrücken.

Sy Montgomery erzählt hier leidenschaftlich von vielen Begebenheiten, alle in Verbindung mit den intelligenten Tintenfischen. Ich fand das äußerst interessant und kurzweilig und kann es nur empfehlen.

Die Sprecherin passte auch sehr gut zum Inhalt. Kurz: Mir hat das Hörbuch richtig gut gefallen.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es beim Bonnevoice-Hörbuchverlag. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Sy Montgomery – Rendezvous mit einem Oktopus

Herzlichen Dank an den Bonnevoice-Hörbuchverlag für das Rezensionsexemplar.

Siehe auch:

Andreas Gruber – Todesurteil

TodesurteilBeschreibung
Die falsche Spur führt in den Abgrund…

In Wien verschwindet die zehnjährige Clara. Ein Jahr später taucht sie völlig verstört an einem nahen Waldrand wieder auf. Ihr gesamter Rücken ist mit Motiven aus Dantes „Inferno“ tätowiert – und sie spricht kein Wort. Indessen nimmt der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder an der Akademie des BKA für hochbegabten Nachwuchs mit seinen Studenten ungelöste Mordfälle durch. Seine beste Schülerin Sabine Nemez entdeckt einen Zusammenhang zwischen den Fällen – und das Werk des raffinierten Killers ist noch lange nicht beendet. Seine Spur führt nach Wien – wo Clara die einzige ist, die den Mörder je zu Gesicht bekommen hat…

Sprecher
Achim Buch

Länge
15 h 16 m

Meine Meinung
Das Hörbuch beginnt mit der Flucht von Clara aus ihrer Gefangenschaft. Gleich darauf: Szenenwechsel. Sabine Nemez ist auf dem Weg nach Wiesbaden. Kurzfristig wurde sie an der Akademie des BKA aufgenommen. Ihr Traum. Doch schon die Autofahrt dorthin ist mit Hindernissen gespickt. Es regnet Bindfäden und dann hat sie auch noch eine Reifenpanne. Endlich dort angekommen, wird schnell klar, dass Sabine den Seminarleiter und Profiler Maarten S. Snejder von früher kennt. Was aber nicht heißen muss, dass sie ihn besonders mag. Auch die anderen in ihrem Seminar finden schnell heraus, dass Sneijder nicht gerade der netteste Mensch auf Erden ist. Wörter wie Arsch etc… fallen während der Pausen. Denn Sneijder bringt sein Wissen auf seine Art „an den Mann“. Und die ist knallhart und schonungslos. Besonders gut haben mir die Informationen zu den verschiedenen Verhörtechniken gefallen, die während der Seminare erklärt werden. Das fand ich äußerst interessant und das Beispiel von Ford und Honda werde ich demnächst selbst ausprobieren… (Wenn du dir das Hörbuch anhörst, weißt du, wovon ich rede und willst es sicher auch probieren.)

Die Story wechselt oft zwischen Österreich und Deutschland hin und her. Das fand ich anfangs nicht ganz einfach, dies auseinander zu halten. Doch recht schnell wird einem das klar, so dass es zu keinen größeren Verwirrungen mehr führte. Sabine bekommt aufgrund ihrer regelmäßigen Verstöße gegen die Regeln einen Verweis, und soll die Akademie verlassen. Der Chef des BKA kann die junge, sehr eigenwillige Frau nämlich nicht besonders gut leiden und macht ihr das Leben nicht gerade leichter. Doch Sneijder steht hinter ihr – denn er weiß, dass er ihre Hilfe braucht, wenn er den Fall, den er sich vorgenommen hat, lösen will.

Es passiert sehr viel in den über 15 Stunden, so dass keine Minute Langeweile aufkommt. Irre spannend erzählt Andreas Gruber seine Geschichte mit den sehr charakterstarken Personen Sabine und Sneijder und wie sie sich in schwierige Situationen manövrieren, aber auch wieder herauskommen. Und durch die Kombinationsgabe von Sabine gelingt es den beiden tatsächlich, den wahren Übeltäter auch dingfest zu machen. Und dieses Ende überraschte mich dann doch sehr. Und es begeisterte mich auch sehr. Denn auf die Idee wäre ich im Leben nicht gekommen. Sehr gut.

Achim Buch als Sprecher fand ich ebenfalls sehr gut. Er hat die verschiedenen Dialekte – soweit ich das beurteilen kann – perfekt gesprochen, bis auf den kurzen Part hessisch. Aber gut, ich bin Hessin, da hört man natürlich jede Nuance. Aber das schmälert seine perfekte Leistung in keinster Weise.

Die Kombination aus äußerst spannender und anspruchsvoller Story und der genialen Lesung von Achim Buch hat natürlich volle 5 Pingu-Punkte verdient. Und das ganz ohne Auge zudrücken. Andreas Gruber als Autor werde ich mir merken. Da will ich noch mehr von hören.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Andreas Gruber – Todesurteil

Siehe auch:

 

Mo Hayder – Haut

Beschreibung
In der Nähe eines stillgelegten Steinbruchs wird die Leiche einer Frau gefunden. Alles deutet auf Selbstmord hin. Nur Inspector Caffery ist misstrauisch, denn einige Details passen nicht zueinander. Hat jemand den Suizid nur inszeniert? Tatsächlich bleibt es nicht bei einer Toten mit aufgeschnittenen Pulsadern. Caffery bittet Polizeitaucherin Flea Marley um Unterstützung. Doch die hat eigene Probleme, denn in ihrem Kofferraum findet sie eine Leiche – die Frau eines bekannten Fußballspielers, nach der die Polizei seit Tagen fieberhaft sucht…

Der bisher schwerste Fall von Inspector Caffery hält den Hörer bis zum Schluss in Atem. Mit der herausragenden Stimme von Wolfram Koch ist Gänsehaut garantiert.

Sprecher
Wolfram Koch

Länge
424 Minuten

Meine Meinung
Bei den einführenden Sätzen dachte ich: na, kenne ich das Buch etwa schon? Aber recht bald fiel mir ein, welches Buch auch mit einer Einführung über die Haut beginnt, nämlich „Leichenblässe“ von Simon Beckett. Gut, die erste Verwirrung hatte ich also gleich beseitigen können.

Ich lauschte also weiter – anfangs sehr gebannt ob der seltsamen Dinge, die sich da ereigneten. Aber mit Fortschreiten der Geschichte musste ich feststellen, dass das alles ziemlich konfus wurde, von afrikanischen Mythen und Gebräuchen war die Rede… sehr seltsam. Zunehmend stellte ich fest, dass ich immer öfter mit meinen Gedanken abschweifte, da die Geschichte immer wirrer wurde. Eine für mich stimmige und glaubwürdige Auflösung gab es auch nicht. Alles in allem kann ich dieses Buch von Mo Hayder nicht wirklich mit gutem Gewissen weiter empfehlen.

Insgesamt habe ich jetzt 3 Hörbücher von Mo Hayder gehört. Eines davon fand ich richtig gut: „Der Vogelmann„, das kann ich guten Gewissens empfehlen.

Wolfram Koch kannte ich schon von den Jussi Adler-Olsen Büchern. Und auch hier war seine Leistung durchaus sehr gut.

Fazit: stars_2 naja

Siehe auch: