Herman Koch – Sehr geehrter Herr M.

Sehr geehrter Herr MBeschreibung
Seine Triumphe sind schon lange her, sein schriftstellerischer Stern ist am Sinken. Noch immer zehrt M. von seinem größten Erfolgsroman, der auf einer wahren Begebenheit beruht: Das aufsehenerregende Verschwinden des Lehrers Jan Landzaat, das landesweit Schlagzeilen machte. Landzaat hatte eine Affäre mit einer Schülerin und wurde kurz vor seinem Verschwinden vor dem Ferienhaus ihres neuen Freundes gesehen.

Für Herrn M. bedeutete diese boulevardeske Geschichte den internationalen Durchbruch. Doch nun tauchen Briefe auf, die danach fragen, was er mit dem Verschwinden des Mannes zu tun haben könnte. Und auch ein geheimnisvoller Nachbar beginnt sich brennend für M. zu interessieren – was führt er im Schilde?

Sprecher
Johannes Steck

Länge
7 h 26 m

Meine Meinung
Herman Koch und ich – hm, irgendwie scheinen wir uns nicht so gut zu vertragen. Nach „Angerichtet“ wollte ich eigentlich nichts mehr von ihm hören. Doch der Titel und die Beschreibung weckte dann doch mein Interesse. Der Anfang hat mir auch gut gefallen. Mysteriös fand ich die Briefe und war gespannt, wie es weitergehen würde. Doch je weiter die Story fortschritt, umso weniger fesselte sie mich. Über die gesamte restliche Länge konnte mich das Hörbuch einfach nicht packen, ich kam nicht wirklich hinein und mein Interesse wurde von Stunde zu Stunde geringer.

Ok, ich fand es besser als „Angerichtet“. Ein paar Dinge haben mir auch richtig gut gefallen. Z. B. dass Herr M. in einem Interview sagt, dass man den Namen Landzaat niemals in einem Roman verwenden könnte. Oder auch, dass in einem Buch zwei Personen niemals den gleichen Namen haben dürften. Interessant fand ich auch die Meinung von Herrn M., dass man bei Jugendlichen am Besten die Neugierde für Literatur wecken würde, indem man ihnen das Lesen ausredete.

D. h. nun, dass ich diverse Gedankengänge und verschiedenen Ansichten durchaus interessant fand, aber die Story an sich mich trotzdem nicht richtig fesseln konnte.

Johannes Steck fand ich wieder sehr gut. Ihm kann man einfach ewig zuhören, auch wenn die Story nicht ganz so packend ist, wie in diesem Fall hier.

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Weitere Informationen
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Siehe auch:

Herman Koch – Angerichtet

Beschreibung
Der preisgekrönte Bestseller aus den Niederlanden erzählt ein Familiendrama, das um die Fragen kreist: Wie weit darf Elternliebe gehen? Was darf man tun, um seine Kinder zu beschützen? Zwei Ehepaare – zwei Brüder und ihre Frauen – haben sich zum Essen in einem Spitzenrestaurant verabredet. Sie müssen über ihre Söhne sprechen, Michel und Rick. Die beiden Fünfzehnjährigen haben etwas getan, was ihr Leben für immer ruinieren kann. Mit unglaublicher Raffinesse und großem Sprachwitz erzählt Herman Koch eine Geschichte von bedingungsloser Liebe, Gewalt und Verrat. Nach und nach nur werden die wahren Abgründe und Motive der Personen sichtbar, ständig wird der Leser herausgefordert, sein moralisches Urteil neu zu fällen. „Angerichtet“ ist ein aufwühlender Roman, der lange nachhallt.

Sprecher
Joachim Król

Länge
466 Minuten

Meine Meinung
Recht lange hatte ich dieses Hörbuch schon im Visier – es war mir bisher immer zu teuer. Dann wurde es bei Amazon reduziert und schon war es mir. Sehr gespannt fing ich also gestern morgen auf dem Weg zur Arbeit damit an. Ok, aufgrund anderer Rezensionen war ich darauf vorbereitet, dass es anfangs etwas langatmig ist. Gut, ich würde sagen, das ich leicht untertrieben. Es ist die ersten 2 CDs todlangweilig. Ab der 3. CD wird es zwar spannender, aber was da für eine Geschichte erzählt wurde, das überraschte mich dann doch. Eigentlich waren mir alle Personen unsympathisch. Das finde ich schon mal schwierig, da dann noch bei der Stange zu bleiben. Dann wurden hier viel zu viele Themen in die Geschichte gepackt. Um ein paar aufzuzählen: Gewalt, Rassismus, Geringschätzung von Menschenleben, Geisteskrankheit, Selbstjustiz… Und dann natürlich die Frage, wie weit gehen Eltern, um ihre Sprösslinge vor Strafe zu schützen. Teilweise war es ein moderner Abklatsch von „Schuld und Sühne“ von Fjodor Dostojewski, wo es ja auch u. a. um die Frage geht: hat ein geistig oder finanziell schlechter gestellter Mensch ein Recht auf Leben? Nur bei Dostojewski war das klasse gemacht! Bei Herman Koch fand ich das nicht wirklich gut umgesetzt. Und dass die Eltern so reagieren würden, wie sie es zum Schluss taten, war auch ziemlich schnell klar, so dass ich für mich die Spannung von der alle redeten, nicht wirklich spürte. Einzig die Frage des Wie war noch offen.

Den Schreibstil fand ich auch nicht wirklich ansprechend. Zum Einen wurden viele Sätze eins zu eins oftmals wiederholt. Anfangs war das ja auch noch ok, doch irgendwann nervte es mich. Und die Geschichte an sich wurde auch sehr durcheinander erzählt, ständig gab es Rückblicke und immer dann wenn man wissen wollte, was dahinter steckte, wurde nur gesagt: das wird hier nicht erzählt. Tut nichts zur Sache oder so ähnlich. War der gute Mann einfach zu faul sich auch für die Vergangenheit der Protagonisten eine glaubhafte Story auszudenken? Das kam meiner Meinung nach viel zu oft vor.

Joachim Król als Sprecher fand ich auch nicht gut. Anfangs, als die Story noch total lahm war, passte er auch seine Lesegeschwindigkeit an, puh, das war echt einschläfernd. Das besserte sich allerdings. Was ich aber wirklich furchtbar für die Ohren fand, war seine Aussprache von den Namen der Protagonisten. Die hatte er so dermaßen hart ausgesprochen, das tat mir in den Ohren weh. Und die Namen der Protagonisten wurden verdammt oft ausgesprochen…

Insgesamt war die Story einfach nur düster und deprimierend von Anfang bis zum Ende. Paul ging mir mit seinem „Jedes Wort lege ich grundsätzlich auf die Waagschale“-Gehabe tierisch auf die Nerven und das Ende fand ich auch alles andere als überraschend. Ich bin eigentlich nur froh, dass ich es nun fertig habe. Dass ich es überhaupt fertig gehört habe, liegt eigentlich nur an den anderen Rezensionen, in denen es so begeistert hieß: fängt lahm an, wird aber super – lohnt sich auf alle Fälle. Hm, das sehe ich dann doch anders. Das wird sicher kein Buch, das ich weiter empfehlen würde, weil es bei mir einen so tiefen Eindruck hinterlassen hätte.

Fazit: naja

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Herman Koch – Angerichtet

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