John Williams – Augustus

Beschreibung von Audible
Ein wichtiges Kapitel der römischen Geschichte, mitreißend und lebendig erzählt

Der amerikanische Erfolgsautor John Williams erzählt in „Augustus“ die Ereignisse um Augustus‘ Machtergreifung in Form fiktiver Briefe und Senatsprotokolle. Er beleuchtet dabei sehr unterschiedliche Facetten und bietet einen faszinierenden Einblick in die antike römische Kultur.

Octavian ist gerade erst erwachsen geworden, als er durch die Ermordung seines Adoptivvaters Julius Caesar dessen Nachfolger wird. Seine schmächtige Gestalt und schwache körperliche Verfassung, seine Sensibilität, seine Vorliebe für die Wissenschaften – alles spricht gegen ihn, in den der mächtige Caesar so viel Hoffnung setzte. Aber Octavian nimmt das schwere Erbe an und führt als Augustus das Römische Reich in eine lange Zeit des inneren und äußeren Friedens.

Für das Hörbuch konnten die beliebten Schauspieler Christian Redl, Hanns Zischler, Corinna Kirchhoff, Jens Wawrczeck, Ulrich Noethen und Felix von Manteuffel als Sprecher für die unterschiedlichen Protagonisten gewonnen werden. Nicht zuletzt dadurch wird „Augustus“ von John Williams zu einem packenden und aufschlussreichen Hörerlebnis.

Inhaltsangabe
Das neue Meisterwerk von John Williams. Verbündete, Gegner, Feinde – ein Herrscherleben in all seinen Facetten

Octavian ist neunzehn, sensibel, wissbegierig und will Gelehrter werden. Doch als Großneffe und Adoptivsohn Julius Cäsars fällt ihm nach dessen Ermordung ein gewaltiges Erbe zu: Ihm, der von schwächlicher Konstitution, aber enormer Willenskraft ist, wird es durch Glück, List, Intelligenz und Entschlossenheit gelingen, das riesige Römische Reich in eine Epoche des Wohlstands und Friedens zu führen.

Die besten deutschsprachigen Schauspielerstimmen lassen in fiktiven Briefen, Erinnerungen und Senatsprotokollen die Person eines gottgleichen Herrschers lebendig werden. Am Ende aber, von Frau und Tochter entfremdet, sieht er dem Tod so ungeschützt entgegen wie jeder andere Mensch auch.

Sprecher
Christian Redl, Hanns Zischler, Corinna Kirchhoff, Jens Wawrczeck, Ulrich Noethen, Felix von Manteuffel

Länge
14 h 10 m

Meine Meinung
So viele Namen! Ich muss hier zugeben, dass ich mit den ganzen Namen, die meist ja nicht einfach aus einem Namen, sondern durchaus aus zwei oder drei Namen für eine einzige Person bestanden, ziemliche Probleme hatte. Das Buch heißt Augustus, da dachte ich, dass natürlich von Augustus gesprochen wird. Doch nein, es scheint ein gewisser Octavian die Hauptrolle zu spielen. Ich gestehe, ich bin ein absoluter Banause, was die römische Geschichte betrifft. Und so hat es einige Zeit gedauert, bis mir dämmerte, dass eben dieser Octavian Augustus ist. Auch fand ich die unglaublichen Zeitsprünge sehr verwirrend. Mal war 38 v. Chr. Als nächstes kam ein Brief von 4 n. Chr. Dann wieder 27 v. Chr. usw. Das alles fand ich zunächst äußerst mühsam, um der Geschichte folgen zu können. So habe ich dann auch irgendwann das Hörbuch unterbrochen und zunächst ein anderes Hörbuch gehört.

Als ich dann wieder mit Augustus weitermachte – denn interessiert hat es mich ja immer noch – konnte ich zunehmend die Zusammenhänge besser verstehen und das Hörbuch gefiel mir immer besser. Ab da unterbrach ich das Hörbuch nicht mehr und hörte es bis zum Ende durch.

Am Ende hat man einen sehr ausführlichen Überblick über die Geschehnisse damals bekommen. Rückblickend kann ich nun sagen, dass die gewählte Form der fiktiven Briefe eine sehr außergewöhnliche Erzählweise darstellt, die die geschichtlichen Ereignisse kurzweilig präsentiert und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

Somit wurde meine Erwartung hinsichtlich des Informationsgehalts dieses Hörbuches voll erfüllt. Wenn man also ähnlich ahnungslos wie ich dieses Hörbuch in Angriff nimmt, so kann ich nur sagen: Durchhalten! Die Vorhänge, die zunächst völlig blickdicht von der Bühne hängen, lüften sich nach und nach und am Ende präsentiert sich ein herrlicher Ausblick auf eine ganz erstaunliche Epoche der römischen Geschichte.

Aufgrund meiner anfänglichen Probleme, kann ich diesem Hörbuch aus meiner Sicht keine 5 Pingu-Punkte geben. Jeder, der nur etwas Ahnung hat, von wem John Williams hier spricht, sieht das sicherlich berechtigterweise anders. Doch ich kann ja nur für mich sprechen.

Die verschiedenen Sprecher dagegen fand ich durch die Bank weg richtig klasse. Jeder hat seine jeweiligen Rollen genial interpretiert und alle Stimmen fand ich äußerst angenehm im Ohr.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: John Williams – Augustus

Siehe auch:

John Williams – Butcher’s Crossing

Butchers CrossingBeschreibung
Kansas, 1870: Der Student Will Andrews kehrt Harvard den Rücken, um im Wilden Westen sein Glück zu finden. Er landet in Butcher’s Crossing, einem Ort mitten im Nirgendwo. Dort wimmelt es von rastlosen Männern, Huren und zwielichtigen Gestalten. Auf der Suche nach Geld und Abenteuern schließt sich Andrews einer Gruppe von Büffeljägern an. Nach einer strapaziösen Reise gelangen sie ans Ziel und geraten, besessen vom Töten der Büffel, in einen Blutrausch.

Bald holt der Winter sie ein. Erst im Frühjahr, halb wahnsinnig durch Hunger und Kälte, können sie heimkehren. Doch was sie erwartet, ist eine Welt, die sich genauso endgültig verändert hat wie sie selbst.

Sprecher
Johann von Bülow

Länge
8 h 57 m

Meine Meinung
Ein Western. Ich habe mir freiwillig einen Western angehört. Doch auch nur, weil er von John Williams verfasst wurde, dem Schriftsteller von „Stoner“, durch den ich ihn kennen und lieben gelernt habe. Natürlich war ich sehr neugierig, was für eine Geschichte er um Will Andrews erzählt. Meine Erwartungen waren entsprechend hoch.

Will ist auf der Suche nach sich selbst. Er kommt aus der Stadt, war Student an der Harvard University und hat begriffen, dass ihm dieses Leben nicht gefällt. Doch was ist das Richtige für ihn? Er sucht sein Glück in der Prärie. In Butcher’s Crossing angekommen, geht er zu einem Büffelfellhändler, den sein Vater kennt. Dieser möchte ihn gerne als Angestellten einstellen, um seine Papiere zu ordnen. Doch das ist nicht das, was Will sich vorgestellt hat. Er sucht das Abenteuer, die Gefahr, das Geld. So wird er zu Miller geschickt, der ein Büffeljäger ist. Letzterer träumt immer noch von der großen Büffeljagd, denn vor ca. 10 Jahren hat er auf einem einsamen Stück Land eine riesige Büffelherde gesehen. Und er ist davon überzeugt, dass es diese Herde dort immer noch gibt, auch wenn die meisten Büffelherden längst ausgerottet wurden. Miller trommelt also ein paar Leute zusammen und gemeinsam mit Will Andrews begeben sie sich auf die Suche nach dieser Büffelherde, nicht ohne dabei mehrmals ihr Leben zu riskieren.

Sehr toll beschreibt John Williams den Anblick und die Weite der Prärie. Ich hatte sozusagen, die wogenden Grasbüschel bildlich vor Augen, die farblichen Veränderungen, die sie je nach Sonneneinstrahlung annehmen, konnte ich ebenfalls klar sehen. Auch die unendliche Weite der Prärie beschreibt er ausgiebig und sehr detailliert. Nach vielen Hindernissen stoßen sie tatsächlich auf die Büffelherde, von der Miller immer geredet und keiner ihm geglaubt hatte. Und kaum haben sie sie erreicht, verfällt Miller in einen wahren Blutrausch. Selbst als sie schon so viele Felle haben, dass sie sie schon gar nicht mehr transportieren können, können die Männer ihn nicht davon abbringen, Tag für Tag weiter auf die Jagd die gehen und einen Büffel nach dem anderen zu erschießen. Bald liegen im ganzen Tal soweit das Auge reicht tote Büffel und verrotten unter der Sonne. Dadurch verzögert sich auch ihre Heimreise um einige Wochen, so dass sie plötzlich vom hereinbrechenden Winter überrascht werden und in den Bergen bei Eiseskälte gefangen sind. Sie haben keine Chance, die Rückkehr vor dem Frühjahr anzutreten. Fortan beginnt ein harter Überlebenskampf. Doch als sie im Frühjahr endlich nach Butcher’s Crossing zurückkehren können, erkennen sie die Welt nicht mehr wieder. Nichts ist mehr, wie es war.

Mit „Butchter’s Crossing“ hat mich John Williams zwar nicht so sehr begeistert, wie mit „Stoner“, doch trotzdem hatte er mich schnell wieder „am Wickel“, so dass ich das Hörbuch in zwei Schüben durchgehört habe. Unfassbar fand ich diese Gier nach Blut und dem Töten an sich, die Miller erfasste. Und doch wurde dies so glaubhaft geschildert, dass ich dem Ganzen durchaus meinen Glauben schenken konnte. Ich kann mir leider gut vorstellen, dass die Menschen damals in solch eine Raserei verfielen – hat sich bis heute ja schließlich nichts geändert. Die Landschaftsbeschreibungen fand ich ebenso faszinierend wie damals die Gefühlsbeschreibungen bei „Stoner“. Williams versteht es, Gefühle und Visuelles sehr detailliert zu beschreiben, so dass hunderprozentig klar ist, was genau er meint. Da bleiben keine Zweifel.

Ich kann „Butcher’s Crossing“ keine 5 Pingu-Punkte geben, da das Abschlachten der Büffel für mich doch viel zu schrecklich war und sicherlich auch nichts für zarte Gemüter ist. Sehr gut beschrieben war es aber allemal.

Johann von Bülow kannte ich bisher noch nicht und er kam mir zunächst etwas zu steif für den Text vor. Doch er besserte sich im Laufe des Hörbuchs. Ich weiß nun nicht, ob er schon viele andere Hörbücher gesprochen hat. Ich fand ihn gut jedoch nicht sehr gut.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: John Williams – Butcher’s Crossing

Siehe auch:

John Williams – Stoner

StonerBeschreibung
William Stoner wird 1891 als Sohn armer Farmer in Missouri geboren. Das Landwirtschaftsstudium lässt er ohne Reue hinter sich, als er seine Liebe zur Literatur entdeckt. Hart arbeitet er für seinen Aufstieg, bringt es bis zum Professor. Doch sonst ist sein Leben enttäuschungsreich: Seine Ehefrau entpuppt sich als gefühlskalte Intrigantin, die seine enge Beziehung zur Tochter zerstört, die leidenschaftliche Liebe zu einer Studentin muss er aufgeben. Und ein Widersacher an der Uni setzt alles daran, Stoners Reputation zu beschädigen. Ein großartiger Roman über einen Mann, der seine Würde durch alle Widernisse rettet.

Pressestimmen:
Dieses Buch hat mich durchgerüttelt und berührt und mein Herz umgedreht.
Elke Heidenreich

Es gibt Romane, die wirken noch lange über die Lektüre hinaus nach und wenn man sie ein zweites Mal liest, ist der Zauber nicht geringer. Im Gegenteil: Man entdeckt eigentlich erst jetzt, um welch kostbares Werk es sich handelt.
Luzia Stettler, SRF

Sprecher
Burghart Klaußner

Länge
10 h 02 m

Meine Meinung
Am liebsten würde ich das ganze Buch nacherzählen, so faszinierend fand ich jede einzelne Episode. Und so wichtig fand ich jedes einzelne Wort.

In diesem Buch wird die gesamte Lebensgeschichte von William Stoner chronologisch korrekt erzählt. Hm, denkt sich hier wohl der ein oder andere. Was soll daran so spannend sein? Spannend ist hier auch sicherlich nicht der richtige Ausdruck. Es ist interessant, sehr interessant. Die charakterliche Entwicklung des Protagonisten wird derart zurückhaltend und leise geschildert, dass ich nur zu dem Schluss kommen kann: William Stoner war ein bewundernswerter Mann.

In der heutigen Zeit würde man einen Menschen, der sein Leben so lebt wie Stoner es tat, vermutlich als Waschlappen oder Weichei bezeichnen. Jedoch liegt genau hierin meine Faszination für diesen Mann. Denn in unserer Ellbogen-Gesellschaft hätte ein Mann wie Stoner nicht die geringste Chance. Und natürlich war es auch damals nicht wesentlich einfacher, als zurückhaltender und reflektierter  Mensch seinen Platz in der Welt zu finden. Stoner hat es wahrlich nicht leicht.

Schritt für Schritt „erkämpft“ er sich sein Leben, doch immer wieder erleidet er herbe Rückschläge. Er nimmt sie hin und findet sich damit ab. An der ein oder anderen Sache hätte man sicherlich etwas ändern können, doch er arrangiert sich damit. Jedoch tut er das nicht aus Feigheit, sondern vielmehr aus Überzeugung, dass er das Richtige tut – nicht unbedingt für sich, aber für die Sache an sich. Manchmal auch aus Angst vor seiner eigenen Courage. Stellenweise hätte ich meinem lieb gewonnen Protagonisten gerne geholfen.

„Stoner“ ist kein Buch, das einem an Ende glücklich ob des Ausgangs der Geschichte zurücklässt. Vielmehr ist es ein Buch, das man am Ende zuklappt (oder in meinem Fall den Player abschaltet) und nachdenkt. Es ist ein Buch mit außergewöhnlichem Tiefgang und es wird noch sehr lange in mir nachwirken.

John Williams benutzt ausdrucksstarke Wörter, die die Dinge auf den Punkt bringen. Ich möchte sagen, er beschreibt nicht eine Situation, er bringt sie zum Ausdruck. Kurz und prägnant.

Burghart Klaußner als Sprecher für dieses Buch war ebenso grandios, wie die Geschichte selbst. Ich kann mir keinen anderen Sprecher vorstellen, der besser dazu gepasst hätte. Die perfekte Symbiose.

Mit „Stoner“, das ohne viel Action und Spannung daherkommt, habe ich ein neues Buch für meine Bestenliste gefunden. Es ist ein Buch, bei dem ich sage: Schade, dass es schon fertig ist. Ich hätte gerne noch viele weitere Stunden dem Leben Stoners gelauscht.

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Herzlichen Dank an den „Audio-Verlag“ für das Rezensionsexemplar. 

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