Mark Sullivan – Unter blutrotem Himmel

Beschreibung
Der Weltbestseller aus den USA, basierend auf einer wahren Geschichte.

„Unter blutrotem Himmel“ ist die wahre Geschichte eines vergessenen Helden und zugleich die unfassbare Erzählung über einen jungen Mann und seine Tapferkeit in einem der dunkelsten Kapitel der Geschichte. Pino Lella will eigentlich nichts mit dem Krieg oder den Nazis zu tun haben – er ist ein normaler italienischer Jugendlicher, der sich für Musik, Essen und Mädchen interessiert. Dann schafft ein Bombenangriff in seiner Heimatstadt Mailand eine Wirklichkeit, die den jungen Mann über Nacht erwachsen werden lässt. Pino schließt sich einer Untergrundorganisation an, die Juden bei der Flucht über die Alpen hilft, und beginnt für die Alliierten zu spionieren. Dabei verliebt er sich unsterblich in die sechs Jahre ältere Anna. Doch kann ihre Liebe Bestand haben in einer Welt, in der nichts so sicher ist wie die Veränderung? Zurzeit wird das Buch verfilmt.

Sprecher
Frank Arnold

Länge
17 h 21 m

Meine Meinung
Bisher habe ich Geschichten, die vom 2. Weltkrieg berichten, meist aus deutscher Sicht gehört. Diese Geschichte spielt nicht in Deutschland, sondern in Mailand. Die Nazis sind dort und bombardieren die Stadt, natürlich finden dort auch alle anderen Massaker statt.

Pino, unser Protagonist, ist gerade einmal 17 Jahre jung, als die erste Bombe einschlägt. Von seinen Eltern wird er in eine Art Klosterschule in den Alpen geschickt, damit er raus aus der Stadt und somit fern der Gefahr ist. Doch dort angekommen, sind seine Lektionen alles andere als rein schulischer Form. Er wird auf immer wieder verschiedene Strecken in die Alpen zum Wandern und Klettern geschickt. Als der junge Pino die Alpen wie seine Westentasche kennt, ändern sich seine Aufgaben. Er soll Juden über die Alpen „schmuggeln“, damit sie in der sicheren Schweiz Schutz finden. Die Beschreibungen dieser Fluchten sind verdammt spannend beschrieben.

Kurz vor seinem 18ten Geburtstag wird er von seinen Eltern zurückgeholt. Denn die Gefahr, dass er eingezogen und als Kanonenfutter nach Russland geschickt wird, erscheint den Eltern zu groß. Sie zwingen ihn, sich den Nazis und hier speziell der Organisation Todt anzuschließen, die rein für Baumaßnahmen zuständig ist. Die Eltern meinen, somit sei er außer Gefahr. Widerwillig beugt Pino sich dem Willen seiner Eltern. Durch seinen Onkel, der dem Widerstand angehört, bekommt er die Aufgabe, als Spion für die Alliierten zu arbeiten. Denn er ist durch seinen Chef näher am Geschehen, als jeder andere.

Was Pino in der Ausübung als Fahrer und Übersetzer alles erfährt und mit ansehen muss, ist wirklich furchtbar. Doch er spielt seine Rolle sehr überzeugend, so dass sich selbst seine dicksten Freunde angeekelt von ihm abwenden.

Diese Geschichte hat mich sehr berührt. Sie zeigt die Grausamkeiten der Nazis aus einem anderen Blickwinkel. Die Personen sind alle sehr überzeugend, glaubhaft und lebensecht dargestellt, allen voran natürlich Pino, unser Hauptdarsteller. Wenn man bedenkt, dass diese Geschichte auf wahren Begebenheiten basiert, wird sie nochmals umso erschreckender.

Am Ende erzählt der Schriftsteller, wie er zu seinen Informationen gekommen und was aus den verschiedenen Personen geworden ist. Auch das fand ich äußerst interessant.

Frank Arnold hat mir als Sprecher sehr gut gefallen. Er hat diese Geschichte sehr eindrücklich wenn auch recht zurückhaltend gesprochen. Und eben dieser Stil war perfekt für die äußerst ausdrucksvolle Erzählweise.

„Unter blutrotem Himmel“ hat einen Platz auf meiner Bestenliste verdient.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Mark Sullivan – Unter blutrotem Himmel

Charles Lewinsky – Melnitz

Beschreibung
Als 1871 nachts ein entfernter Verwandter an die Tür der Meijers klopft, ahnt keiner in der Familie, wie radikal sich ihr Leben ändern wird. Janki Meijer, aus der französischen Armee entflohen, mischt die Familie des Viehhändlers Solomon Meijer, der im Judendorf Endingen für Ehrlichkeit steht, gehörig auf.
Wie sich die Geschichte dieser weit verzweigten jüdischen Familie bis ins Jahr 1945 entwickelt, erzählt Lewinsky mit einer solchen Gestaltungskraft, dass der Leser unweigerlich zu einem bangenden und hoffenden Teil der Familie wird.

Sprecher
Charles Lewinsky (Autorenlesung)

Länge
30 h 35 m

Meine Meinung
Noch voller Begeisterung über diese Geschichte habe ich mich eben an den PC gesetzt und wollte sofort loslegen mit meiner Rezension. Doch das ist gar nicht so einfach. Wo fange ich an? Wie detailliert berichte ich von der Geschichte? Oder gehe ich doch lieber mehr auf die Charaktere ein? Wenn ich nun über alles berichten wollte, was mich an diesem jüdischen Familienroman begeistert hat, dann würde meine Rezension ungefähr genauso lang werden, wie die Geschichte selbst. Das wäre also wenig hilfreich. Ich will es also mal folgendermaßen versuchen.

Die Geschichte startet im Jahr 1871 am Esstisch der Familie Solomon Meijer. Hier taucht plötzlich ein entfernter Verwandter auf, der sichtlich ausgehungert und halb erfroren ist und eine Kopfbandage trägt, bei der sich das Blut schon durchdrückte. Dieser Mann ist Janki Meijer, er erzählt und isst und erzählt und isst und schließlich ist es schon spät und wo sollte Janki jetzt noch hin, also wird ihm ein Nachtlager oben auf dem Dachboden in einer kleinen Kammer eingerichtet. Am nächsten Tag ist Janki so krank, dass er das Bett nicht mehr verlassen kann. Also wird er zunächst gesund gepflegt. Die beiden Töchter des Hauses finden den neuen Mann in ihrem Haus äußerst interessant. Wobei eigentlich nur Mimi eine Tochter von Solomon und Golde ist, Hannele ist ein Adoptivkind, die ihre Eltern nie kennengelernt hat. Schwesterliche Liebe besteht zwischen den beiden nicht, sind sie doch auch sehr verschieden. Mimi verschlingt Romane, am liebsten Liebesromane und findet die französische Sprache äußerst reizvoll. Hannele hat sich mit ihrer Rolle als kostenlose Haushaltshilfe arrangiert.

Janki eröffnet ein Stoffgeschäft. Er hat ein großes Vorbild: Seinen damaligen Chef aus Paris, bei dem er im Stofflager gearbeitet hat. Nun will er ein eben solch ein nobles Geschäft im nahegelegenen Baden eröffnen. Doch kaum hat er seinen Laden eröffnet, erscheint ein Artikel in der Zeitung, dass seine Ware von Ratten verseucht sei. Pinchas, der Sohn des Metzgers, liebt Mimi. Doch Mimi liebt Janki. Pinchas hat dies schweren Herzens akzeptiert. Doch da er Mimi wirklich über alles liebt, hilft er ihr, dieses geschäftszerstörende Gerücht mit ebenfalls einem Zeitungsartikel zu entkräften und Janki obendrein noch als Kriegshelden dastehen zu lassen.

Und siehst du, nun ist es passiert. Ich erzähle viel zu ausführlich. Schluss damit.

Die Charaktere in diesem Familienepos sind alle sehr lebendig beschrieben. Man lernt alle Protagonisten – und davon gibt es einige in dieser Geschichte – sehr schnell sehr persönlich kennen und den ein oder anderen auch zu lieben. Auch fehlt es dieser Geschichte absolut nicht an Humor. Ich habe mich wirklich sehr oft sehr köstlich amüsiert. Was natürlich der erzählerischen Kunst und Gewandheit des Schriftstellers zu verdanken ist. Er hat ein sehr geschicktes Händchen, solche Situationen zu gestalten und dann auch noch toll zu erzählen.

Da es sich um eine jüdische Familiengeschichte handelt, wimmelt die Geschichte natürlich auch von jüdischen Begriffen. Doch davon sollte man sich keinesfalls abschrecken lassen. Denn auch als Nichtjude kann man der Story sehr gut folgen und lernt ganz nebenbei noch den jüdischen Glauben und deren Sitten und Gebräuche kennen. Unterstützend enthält das Booklet einen Stammbaum der Familie Meijer sowie ein Glossar über die meisten jüdischen Begriffe.

Da die Geschichte 1945 endet, kann man sich vorstellen, dass die zwei Weltkriege nicht spurlos an der Familie vorübergegangen sind. Doch sie lebten in Schweiz und hatten somit Glück, wenn auch nicht alle.

Bei Autorenlesungen bin ich ja immer etwas skeptisch. Meist sind die nicht so gut. Klar, es gibt Ausnahmen, aber die sucht man meist lange. So ging es mir auch mit Charles Lewinsky. Zunächst war ich auch wirklich nicht sonderlich begeistert von seiner Darbietung. Doch je länger ich zuhörte, umso besser hat er mir gefallen. Und jetzt, da ich die Geschichte fertig gehört habe, finde ich sogar, dass es kein anderer hätte besser machen können. Wenn ich mir die üblichen Top-Sprecher wie David Nathan, Simon Jäger, Detlef Bierstedt und Co. in Verbindung mit dieser Geschichte vorstelle: Nein, das hätte gar nicht funktioniert. Charles Lewinsky mit seiner leicht lispelnden Stimme war wirklich perfekt für Melnitz.

Apropos Melnitz. Sehr klasse fand ich auch die immer mal wieder überraschenden Auftritte von Onkel Melnitz. Dieser war schon lange tot, doch „immer wenn er gestorben ist, kam er wieder zurück“.

Damit will ich nun enden, doch nicht ohne diesem Hörbuch einen Platz auf meiner Bestenliste einzuräumen.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Hoerkultur und hier geht es direkt zum Shop:
Charles Lewinsky – Melnitz

Noch zu erwähnen sei, dass dieses Hörbuch von der hr2-Hörbuch-Bestenliste ausgezeichnet wurde.

Mein herzlicher Dank für das Rezensionsexemplar geht an Hoerkultur.

PS: Es gäbe hier noch so vieles zu erwähnen… (nicht wahr Arthur?)

Andreas Eschbach – NSA – Nationales Sicherheits-Amt

Beschreibung
Was wäre, wenn es im Dritten Reich schon Computer gegeben hätte, das Internet, E-Mails, Mobiltelefone und soziale Medien – und deren totale Überwachung?

Weimar 1942: Die Programmiererin Helene arbeitet im Nationalen Sicherheits-Amt und entwickelt dort Programme, mit deren Hilfe alle Bürger des Reichs überwacht werden. Erst als die Liebe ihres Lebens Fahnenflucht begeht und untertauchen muss, regen sich Zweifel in ihr. Mit ihren Versuchen, ihm zu helfen, gerät sie nicht nur in Konflikt mit dem Regime, sondern wird auch in die Machtspiele ihres Vorgesetzten Lettke verwickelt, der die perfekte Überwachungstechnik des Staates für ganz eigene Zwecke benutzt und dabei zunehmend jede Grenze überschreitet…

Sprecher
Laura Maire

Länge
22 h 14 m

Meine Meinung
Grandios! Schon alleine die Idee fand ich klasse. Klar, wird in einem Krieg – zu im 2. Weltkrieg – viel mit Überwachung gemacht. Doch was wäre gewesen, wenn man damals schon die Technik von heute gehabt hätte?

Mir hat dieses Gedankenspiel sehr gut gefallen. Vor allem auch in Hinsicht auf unsere Zukunft. Eschbach hat uns hier ganz deutlich vor Augen geführt, welche Gefahren unser heutige sehr unbedachte Umgang mit dem Internet birgt. Er hat hier Episoden angeführt, auf die man erst einmal kommen muss. Aber abwegig fand ich diese auf keinen Fall! Und oben drein, hat Eschbach hier nur einfachste „Strickmuster“ angeführt, die noch weit entfernt von den heute tatsächlichen Möglichkeiten sind.

Doch selbst wenn man sich vom Internet weitgehend fernhält, man ist durchsichtig, ob man will oder nicht.

Dazu war diese Geschichte keine Minute langweilig. Im Gegenteil, die über 22 Stunden vergingen wie im Flug, und ich hörte wirklich in jeder freien Minute, die ich erübrigen konnte.

Unsere Protagonistin Helene war mir auf Anhieb sehr sympathisch. Klasse fand ich auch ihre Berufsbezeichnung: Programmstrickerin. Denn das Programmieren war eine typische Frauenarbeit, wie das Kochen oder eben die Haus- und Handarbeit. Für Männer war das nichts, diese niedere Tätigkeit.

Nett fand ich auch seine Andeutung auf „Teufelsgold“.

Laura Maire als Sprecherin hat mir als Stimme zum Hörbuch auch äußerst gut gefallen. Ich bin nun kein ausgesprochener Fan von ihr, manchmal ist sie mir einen Tick zu schrill. Aber hier fand ich sie richtig klasse.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Andreas Eschbach – NSA – Nationales-Sicherheits-Amt

Siehe auch:

Ellinor Wohlfeil – Kein menschlicher Makel: Weder gestern noch heute

Beschreibung
„Kein menschlicher Makel“ von Ellinor Wohlfeil ist eine Geschichte, welche an Toleranz und Menschlichkeit plädiert. Die Protagonistin Ruth wächst als Halbjüdin im nationalsozialistischen Deutschland auf. Als solche erfährt sie viel Hass und Ausgrenzung. Alles, was sie möchte, ist dazugehören. Sie gibt nicht auf und kämpft sich durch alle Widrigkeiten während der Schulzeit, ihrer Ausbildung und auch später im Berufsleben.

Diese Geschichte hebt sich von anderer Literatur ab, welche die nationalsozialistische Zeit behandelt. Geht es doch auch um die Frage, wie bedeutend es ist, unsere Identität zu finden.

Das Hörbuch wurde hochqualitativ und liebevoll umgesetzt. Die klanglichen Untermalungen lassen eine intensive Atmosphäre entstehen. Schnitt und Audio-Bearbeitung, sowie Sound-Engineering wurde von Barbeq-Sound durchgeführt.

Sprecher
Birgit Arnold

Länge
2 h 11 m

Meine Meinung
Die Beschreibung oben ist in keinster Weise übertrieben. Ich habe wahrlich schon viele Hörbücher über die Nazizeit gehört, viele davon sind sehr gut. Doch dieses hier ist anders. Ellinor Wohlfeil erzählt hier, wie sie ihre Kindheit als Halbjüdin im Nazideutschland erlebt hat.

Ihre erlittenen Demütigungen und Ausgrenzungen verursachten mir immer wieder aufs Neue einen dicken Kloß im Hals. Unvorstellbar, was sie als Kind erleben musste und das alles, ohne wirkliche Erklärungen für das Verhalten „der anderen“ zu erhalten. Ihre Mutter war selbst zu verzweifelt, um ihrer Tochter alles erklären zu können. Naja, wie soll man solch einen Irrsinn auch erklären können. Auch ihre Lehrer halfen ihr nicht beim Verständnis. Einzig eine Lehrerin behandelte sie stets gleichberechtigt  den anderen gegenüber. Doch auch sie konnte dem System nicht entkommen und musste sich dem Wahnsinn weitestgehend beugen.

Die autobiografische Geschichte ist so aufgebaut, dass Ruth (so nennt sie sich im Hörbuch) einer Zuhörerin ihre Geschichte erzählt. Diese Intensität des Gesagten ist kaum zu übertreffen. Jeder Satz sitzt und man fragt sich, wie dieses junge, ständig gedemütigte junge Wesen diese Zeit überhaupt überstehen konnte. Sie hat sie nicht unbeschadet überstanden. Sie hat Träume und Pläne für ihr Leben und ihre Zukunft und immer und immer wieder werden ihr Steine in den Weg gelegt, kann und darf sie nicht das tun, wofür ihr Herz schlägt und was sie sich so innigst gewünscht und wofür sie so hart gearbeitet hat. Unvorstellbar. Dass sie daran noch heute zu knabbern hat, kann ich sehr gut nachvollziehen. Es ist immer leicht gesagt: Lass die Vergangenheit ruhen und blicke in die Zukunft. Nicht bei jeder Vergangenheit ist das so leicht zu bewältigen. Denn gerade die Kindheit prägt einen Menschen ja für sein ganzes Leben.

Die Sprecherin Birgit Arnold hat mir sehr gut gefallen. Ich kannte sie bisher noch nicht. Sie hat sich angenehm zurückgehalten und das Gesagte für sich wirken lassen. Das fand ich perfekt für diese Art von Hörbuch.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, war die stellenweise untermalende Musik, die – wie mir der Verlag verraten hat – eigens für dieses Hörbuch komponiert wurde. Die (meistens) Klaviermusik fand ich sehr passend. Sie hat die jeweilige Situation nochmals unterstrichen. Und – ganz wichtig – es war nicht zu oft oder zu aufdringlich. Dezent aber doch präsent. Das fand ich eine sehr gute Abmischung.

Gedanken zu diesem Thema
Wie ist das eigentlich heute? Man sollte sich hier wirklich mal fragen, wie es in unserer Demokratie mit unseren z. B. Flüchtlingen und deren Träume aussieht. Doch auch als deutsches Kind hat man ja je nach finanziellem Hintergrund der Eltern mehr oder weniger Chancen für die Verwirklichung der eigenen Träume.

Eines zeigt dieses eindrückliche Stück Literatur ganz deutlich auf: Wir sollten alle immer und immer wieder sehr darauf achten, wie wir mit unseren Mitmenschen umgehen. Egal woher sie kommen, welchen Background sie haben. Eins haben wir doch alle gemein: Wir alle sind auf der Suche nach der eigenen Identität,  wir alle haben Wünsche, Träume und Ziele. Und niemand, weder damals noch heute, sollte in diesem Bestreben behindert werden. Ganz im Gegenteil.

Dieses Hörbuch kommt auf meine Bestenliste. Denn eigentlich sollte dieses Hörbuch das Prädikat: Wertvoll! erhalten. Doch solch eine Rubrik habe ich hier leider nicht.

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Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Verlag 3.0.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es z. B. bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Ellinor Wohlfeil – Kein menschlicher Makel: Weder gestern noch heute

Alfred Bodenheimer – Kains Opfer

kains-opferBeschreibung
Als ein Mitglied seiner Gemeinde ermordet wird, ist Rabbi Klein bestürzt. Dann bittet ihn die Polizei um Übersetzung einiger hebräischer E-Mails des Toten. Dabei sollte er es bewenden lassen. Aber die Ungewissheit über den Täter, die Frage nach Schuld und Motiven und die Verantwortung für seine Gemeinde lassen den Rabbi nicht ruhen. Heimlich beginnt er zu ermitteln – ein unbeirrter Wahrheitssucher, dessen Mut den Hörer unweigerlich mitfiebern lässt.

Thomas Sarbacher zeigt in diesem Hörwerk unter der Regie von Franz Wassmer die ganze Breite seiner Sprechkunst. Ein Zürich-Krimi, der dem Verlagsmotto – Erlesenes Hören – mehr als gerecht wird.

Der erste garantiert koschere Lokalkrimi und die spannendste Art, das jüdische Zürich kennenzulernen – oder wiederzuerkennen.
(Charles Lewinsky)

Sprecher
Thomas Sarbacher

Länge
374 Minuten

Meine Meinung
Das Jahr 2017 ist noch jung und schon habe ich eine wirklich positive Überraschung zu vermelden! Dieses Hörbuch wurde mir netterweise als Rezensionsexemplar angeboten. Ich war zunächst skeptisch, da es doch in einer Welt spielt, die mir ziemlich fremd ist. Doch dann dachte ich, na eigentlich willst du doch genau das mit deinen vielen Hörbüchern erleben:  Andere „Welten“ und fremde Sitten kennenlernen. Und das alles in einen Krimi gekleidet – warum also nicht. Ich stimmte zu. Welch ein Glück kann ich im Nachhinein nur sagen.

Rabbi Klein ist bestürzt, wurde doch ein ihm wohlbekanntes und sehr geschätztes Mitglied seiner Gemeinde ermordet. Natürlich ist er der Polizei gerne behilflich, E-Mails, die in hebräischer Schrift verfasst wurden, zu übersetzen. Will er doch auch nichts sehnlicher, als dass der Mörder möglichst schnell gefasst wird.

Doch schon beim Durchlesen der ersten privaten Mails überkommen ihn starke Zweifel, ob er hier nicht zu sehr in die Privatsphäre des Toten eingreift – dass ihn das alles doch eigentlich gar nichts angeht. Hin- und hergerissen liest er weiter und findet einzig eine alarmierende E-Mail. Dass der Inhalt allerdings auf ein weiteres Mitglied seiner Gemeinde hinweist, lässt ihn schwer mit sich hadern, doch letztendlich beschließt er, die Polizei auf diese E-Mail hinzuweisen. Schließlich hat er versprochen, nach eben solchen E-Mails besonders zu schauen. Selbst kommt er sich dabei als übler Denunziant vor, fühlt sich dabei ganz und gar nicht wohl. Und prompt wird daraufhin eben dieses Gemeindemitglied inhaftiert. Doch dass ausgerechnet dieser Mann diese Tat begangen haben soll, kann er sich einfach nicht vorstellen.

Und hier beginnt das wahre Dilemma des Rabbi Klein, der immer nur das Richtige tun will, sich jedoch immer weiter in einen Sumpf verstrickt, der schwer an ihm zerrt. Denn hier eine kleine Lüge und da eine kleine Unwahrheit führen letztendlich zu einem Ende, dass… werde ich hier natürlich nicht verraten. Nur soviel: Auch das Ende hat mir richtig gut gefallen.

Rabbi Klein, ein wahrlich sympathischer Mensch, muss hier durch eine harte Prüfung gehen. Was ist richtig und was ist falsch? Was ist in welcher Situation wie zu bewerten? Er hat es mit dieser Aufgabe hier wirklich nicht leicht und das ist das schöne an diesem Krimi. Denn auf die ein oder andere Weise stecken wir ja auch oft genug in solch einem Dilemma. Das macht das ganze Verhalten des Rabbis äußerst glaubhaft und lebensnah.

Auch die weiteren Personen wurden sehr gut gezeichnet, es wurde – je nach Wichtigkeit – immer die richtige Dosis an Informationen gegeben, um sich die jeweilige Person lebhaft vorstellen zu können. Vielleicht weniger vom Aussehen her, dafür aber vom Charakter. Und das ist ja eh das Wesentliche an einem Menschen.

Sehr interessant fand ich auch die vielen Informationen zum Judentum. Man erfährt hier wirklich eine Menge über die Bräuche und das alles so ganz nebenbei. Und wenn man den ein oder anderen Begriff doch aus der Geschichte heraus vielleicht nicht ganz verstanden hat, so liefert das Booklet Abhilfe. Denn hier sind die wichtigsten Begriffe erklärt.

Thomas Sarbacher, den ich bisher nur als Schauspieler kannte, fand ich als Stimme auch sehr passend. Anfangs fand ich ihn ein wenig fade, doch je weiter die Geschichte fortschritt, umso mehr hat auch er sich in seine Rolle gefunden. Am Ende war ich sehr angetan von seiner Stimme und seiner Art.

Insgesamt ist „Kains Opfer“ ein wirklich spannender Krimi, der einem weniger des Mordes wegen als vielmehr durch den ermittelnden Rabbi Klein immer weiterhören lässt. Und bald schon fürchtet man das Ende. Denn dann ist das Buch ja leider schon fertig. Doch es gibt einen Lichtblick. Denn ein weiterer Band mit dem sympathischen Rabbi, der das „Ermitteln auf eigene Faust“ einfach nicht lassen kann, ist bereits bei Hörkultur erhältlich.

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Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es direkt beim Verlag Hörkultur.

Herzlichen Dank an Hörkultur für das Rezensionsexemplar.

Siehe auch: 

Verna B. Carleton – Zurück in Berlin

zurueck-in-berlinBeschreibung
1957: Eric Devon führt ein erfolgreiches Leben in London. Einzig seine Frau Nora weiß, dass er eigentlich Erich Dalburg heißt, aus Berlin stammt und als jüdischer Widerständler 1936 ins Exil gehen musste. Zehn Jahre nach Kriegsende stellt er sich endlich seiner verdrängten Vergangenheit und reist mit Nora und einer amerikanischen Journalistin nach Berlin. Kurze Zeit später stehen sie vor seinem Elternhaus. Bewohnt wird es von seiner Tante, der Eric die Mitschuld am Tod seines Vaters gibt. Doch bald muss er sein Bild der Geschehnisse revidieren und sich eigene Fehler eingestehen. Endlich scheint ein Neuanfang möglich, dort, wo er ihn am wenigsten erwartet hätte: in Berlin.

Sprecher
Leslie Malton

Länge
6 h 54 m

Meine Meinung
Wie im Klappentext bereits geschrieben, kehrt Eric Devon, eigentlich Erich Dalburg, im Jahr 1957 in seine Geburtsstadt Berlin auf eine kurze Reise zurück und setzt sich erstmals intensiv mit seiner Vergangenheit und der seiner ganzen Familie und Freunde auseinander. Denn als er Berlin fluchtartig verließ, herrschten die Nazis und hatten ihn, der im Widerstand kämpfte, bereits im Visier. Er flüchtete nach London und bekam einen englischen Pass. Fortan hat er seine deutsche und zugleich jüdische Vergangenheit erfolgreich verdrängt. Doch jetzt – nach all den Jahren – muss er feststellen, dass seine Sicht der Dinge damals nicht ganz der Realität entsprach. Jedoch muss er für diese Einsicht mit vielen Menschen reden, die ihm jeweils ihre Sicht der Dinge erzählen. Dass diese Gespräche nicht gerade einfach sind, kann man sich lebhaft vorstellen und bald scheint Eric daran zu zerbrechen.

Dieser Roman ist absolut keine leichte Kost. Die Nazis, aber auch insbesondere die Deutschen werden hier auf verschiedenste Weise „auseinander gepflückt“ in Hinblick dessen, wie es soweit kommen konnte, was den typischen Deutschen ausmacht  und wie sich der typische Deutsche in der Nachkriegszeit selbst sieht und verhält.

Weiterhin beschäftigt sich die Geschichte sehr intensiv mit der Frage der Langzeitfolgen dieses verheerenden Krieges, wie die Menschen, die den Krieg selbst miterlebten und wie die nachfolgende Generation jeweils damit umgehen.

Sehr geschickt werden hier die ganz verschiedenen Charaktere durch die jeweiligen Verwandten und Freunde verkörpert, so dass ein umfangreiches Bild entsteht.

Dieses Buch erschien erstmals 1962 und wurde jetzt erstmals als Hörbuch vertont. Es hätte kaum einen besseren Zeitpunkt geben können, um diese Geschichte zu reaktivieren. Denn nicht nur einmal wird in diesem Buch erwähnt, dass, wenn die Deutschen alle Hitlers „Mein Kampf“ gelesen hätten, es niemals soweit gekommen wäre. Man könnte hier durchaus Parallelen zur heutigen Situation sehen, in dem auch niemand das Parteiprogramm mancher erstarkenden Partei liest.

Leslie Malton als Sprecherin hat mir sehr gut gefallen. Sie hat ihre ganz eigene Art, Sätze zu betonen, die Satzmelodie ist etwas anders, als bei deutschen Sprechern. Ich fand das gerade für diese Geschichte sehr passend und erfrischend anders.

Ein wichtiges Buch – gerade jetzt.

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Herzlichen Dank an D>A<V für das Rezensionsexemplar.

Tess Gerritsen – Totenlied

TotenliedBeschreibung
Verstörend, tragisch, tödlich – der neue Thriller von Tess Gerritsen.

Von einer Italienreise bringt die Violinistin Julia Ansdell ein altes Notenbuch mit nach Hause. Es enthält eine bislang völlig unbekannte Walzerkomposition. Julia ist fasziniert von dem Stück, doch jedes Mal, wenn sie es spielt, geschehen merkwürdige Dinge. Etwas Bösartiges geht von dem Walzer aus, etwas, das das Wesen von Julias dreijähriger Tochter auf beunruhigende Weise zu verändern scheint. Weil niemand ihr glaubt, reist Julia heimlich nach Italien, um nach der Herkunft der mysteriösen Komposition zu forschen…

Inklusive Incendio, der Melodie aus dem Roman, komponiert von Tess Gerritsen.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Mechthild Großmann

Länge
9 h 22 m

Meine Meinung
Ich bin nun nicht der größte Fan von Tess Gerritsen. Eigentlich fand ich bisher nur „Die Chirurgin“ wirklich toll, doch dieses Buch hier hat mich dann doch sehr überrascht. Sehr positiv überrascht! Denn solch eine Geschichte hätte ich von Tess Gerritsen gar nicht erwartet.

Zunächst wähnt man sich in einem „normalen“ Thriller. Denn immer wenn ein bestimmtes Lied gespielt wird, passiert etwas seltsames, etwas schlimmes. Das klingt mysteriös, ist es auch. Julia sucht nach Erklärungen… und ab hier wird die Story wirklich toll! Denn sie trägt einen zurück nach Italien in die Zeit des zweiten Weltkriegs.

Ich möchte nun diese zwei Zeitebenen gerne getrennt betrachten:

Die Geschichte der aktuellen Zeit mit Julia, ihrem Mann und ihrer Tochter Lilli fand ich – wie soll ich sagen – etwas lau. Ich fand diesen Part recht typisch für Tess Gerritsen.

Doch die Geschichte aus Italien, mit den beiden Protagonisten Lorenzo und Laura, fand ich derart gut geschrieben, dass ich sehr oft mit Gänsehaut da saß und lauschte.  Lorenzo ist Jude, Laura nicht. Beide lieben die Musik, üben gemeinsam für einen Auftritt. Doch die politische Lage macht ihnen einen Strich durch die Rechnung.

Tess Gerritsen hat diesen Part der Geschichte äußerst einfühlsam und mit viel Wissen um die Geschehnisse damals geschrieben. Man zweifelt keine Minute an den Schilderungen, weiß man doch selbst, wie es unter der Nazi-Herrschaft damals zuging.

Eben dieser Aspekt, dass die Geschichte aus der Perspektive der beiden Jugendlichen Lorenzo und Laura erzählt wurde, machten die Story so extrem berührend. Mit hatte das unheimlich gut gefallen. Und müsste ich nur diesen Teil des Buches bewerten, so bekäme er 5 Pingus mit Herzchen – sprich, er käme auf meine Bestenliste.

Doch es gibt ja noch den Part aus der Gegenwart, den ich ja – wie bereits oben erwähnt – nicht so besonders fand. Doch ohne ihn hätte die ganze Geschichte ja nicht funktioniert. Vielleicht hätte man auch einen anderen, besseren Aufhänger finden können, aber Tess Gerritsen hat sich für diesen Weg entschieden. Und letztendlich waren die beiden Geschichten im Zusammenspiel dann auch wieder gut, so dass ich der Geschichte insgesamt gute 4 Pingu-Punkte geben kann.

Anders sieht es bei der Sprecherin aus. Mechthild Großmann finde ich als alleinige Sprecherin für ein Buch einfach immer eine Zumutung. Sie ist sicherlich ganz großartig in Hörspielen, in denen sie eine bestimmte Charakter-Rolle übernimmt. Aber dieser Frau über Stunden zuzuhören – also ich kann das ohne Nervenzusammenbruch nicht.

Auch hier hatte ich natürlich wieder meine Schwierigkeiten mit ihr. Doch mit 1,25-facher Abspielgeschwindigkeit war der Erzählfluss und die Stimme dann einigermaßen ok für meine Ohren.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Tess Gerritsen – Totenlied

Siehe auch:

Hans Fallada – Kleiner Mann – was nun?

Kleiner Mann - was nunBeschreibung
Hans Falladas Meisterwerk erschien in unsicheren Zeiten. Es wurde vor dem Druck 1932 gekürzt und verändert: Textstellen, an denen sich der Autor politisch differenziert äußerte, wurden geglättet oder gar in ihr Gegenteil verkehrt. Jetzt erscheint der Roman erstmals so, wie Fallada ihn gewollt hatte.

Johannes Pinneberg und seine Freundin Emma, genannt Lämmchen, erfahren, dass sie ein Kind erwarten. Kurzentschlossen heiratet das frisch verliebte Paar, auch wenn es mit wenig über die Runden kommen muss. Trotz Weltwirtschaftskrise und erstarkender Nazis glauben der kleine Berliner Verkäufer und seine junge Frau an das Glück. Als sich Pinneberg in das Millionenheer der Arbeitslosen einreihen muss, nimmt Lämmchen beherzt das Leben ihres verzweifelten Mannes in die Hand.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Frank Arnold

Länge
16 h 21 m

Meine Meinung
Fallada ist ein fantastischer „Menschenmaler“. Er kann die Gefühle und die Emotionen perfekt beschreiben – man kennt die Personen quasi persönlich und kann sich gut vorstellen, wie sie auf was reagieren. Toll, dass dieses Buch nun endlich unverändert zu haben ist.

Pinneberg und Lämmchen sind frisch verliebt und bald stellt Lämmchen fest, dass sie schwanger ist. Die beiden heiraten und ziehen in die Stadt, in der Pinneberg arbeitet. Die sogenannte Wohnung ist mehr als schäbig, von Privatsphäre kann keine Rede sein. Auch verheimlicht Pinneberg seinem Arbeitgeber, dass er verheiratet ist, denn sein Chef möchte, dass Pinneberg seine Tochter – die niemand haben will – heiratet. Doch der Schwindel fliegt auf, als Pinneberg und Lämmchen von der Familie des Chefs entdeckt werden. Es passieren noch viele weitere Dinge, auf die ich gar nicht näher eingehen möchte. Jedenfalls verschlägt es die beiden bald nach Berlin in die Wohnung von Pinnebergs Mutter. Dort haben sie ein Zimmer zur Verfügung, für das die Mutter auch noch eine immense Summe an Miete haben möchte. Die beiden können sich allerdings nicht sonderlich gut leiden – auch das ist also nicht das Leben, wie es sich Lämmchen erträumt hatte. In Berlin bekommt Pinneberg aufgrund von Vitamin B jedoch wieder eine Arbeitsstelle in einem Bekleidungsgeschäft. Währenddessen schreitet die Wirtschaftskrise immer weiter voran.

Lämmchen ist ein einfaches Mädchen, die aber für Pinneberg immer der Fels in der Brandung ist. Und Pinneberg ist ein wenig hilflos ohne sein Lämmchen. Sie baut ihn immer wieder auf. Pinneberg gerät oft in schwierige Situationen – und will doch immer nur das Richtige tun. Aber aus seiner Haut kann er halt auch nicht.

„Kleiner Mann – was nun“ ist eine sehr gefühlvolle und anschaulich beschriebene Geschichte über einfache Leute, die einfach nur leben wollen, denen aber die Wirtschaftskrise das Leben mehr als nur schwer macht.

Frank Arnold, egal ob Sachbuch oder Roman – er ist klasse. Hier hat er ein weiteres Mal bewiesen, dass er nicht nur Sachbücher hervorragend sprechen kann. Er beherrscht seinen Job in allen Genres und ich mag seine Stimme sehr.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Hans Fallada – Kleiner Mann – was nun?

Siehe auch:

Kristina Ohlsson – Papierjunge (Frederika Bergmann 5)

PapierjungeBeschreibung
In der Nacht erwacht er zum Leben, erwählt ein Kind und verschwindet mit seinem Opfer in der Dunkelheit. Der Papierjunge. Eigentlich glaubt niemand an die jüdische Sagengestalt – bis an einem eiskalten Wintertag in Stockholm eine Erzieherin vor den Augen von Schülern und Eltern erschossen wird. Als wenig später zwei Kinder verschwinden, fragen sich die Ermittler Frederika Bergman und Alex Recht, ob der Junge aus der Legende etwas mit den Vorfällen zu tun haben könnte. Die Ermittlungen führen Fredrika nach Israel, wo sie mit einem grausamen Verbrechen aus der Vergangenheit konfrontiert wird…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
13 h 24 m

Meine Meinung
Diesen Krimi fand ich ziemlich heftig, sind die Opfer doch mal wieder Kinder. Somit sollte man sich also gut überlegen, ob man sich diese Geschichte „antun“ will. Ich wollte und mir hat die Story auch gut gefallen. Zwar tappt man sehr lange im Dunkeln und möchte manchmal den beiden durchaus sympathischen Ermittlern gerne auf die Sprünge helfen – denn die eigentliche Zusammenführung der einzelnen Handlungsstränge findet wirklich erst ganz zum Schluss statt. Man braucht also durchaus Geduld, um dieser Story mit Spannung zu folgen. Doch im Großen und Ganzen lohnt es sich.

Gut gefallen haben mir hier die Personenbeschreibungen. Sehr ausführlich, manchmal zu detailliert, dass man kurzfristig völlig von der eigentlichen Handlung weggeführt wurde. Doch wenn man es nicht eilig hat, das Buch zu Ende zu hören, sondern sich einfach auf die Story einlässt, dann ergibt das einen durchaus gehaltvollen Roman.

Uve Teschner fand ich wieder sehr gut als Sprecher. Er hat die vielen verschiedenen Personen sehr gut stimmlich interpretiert, so dass es ein Genuss war, ihm zuzuhören.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Kristina Ohlsson – Papierjung (Frederika Bergmann 5)

Siehe auch: 

Frederik-Bergmann-Reihe:

Matin-Benner-Reihe (zweiteilige Serie):