Dennis E. Taylor – Ich bin viele: Bobiverse 1

Beschreibung
Bob kann es nicht fassen. Eben hat er noch seine Software-Firma verkauft und einen Vertrag über das Einfrieren seines Körpers nach seinem Tod unterschrieben, da ist es auch schon vorbei mit ihm. Er wird beim Überqueren der Straße überfahren. Hundert Jahre später wacht Bob wieder auf, allerdings nicht als Mensch, sondern als Künstliche Intelligenz, die noch dazu Staatseigentum ist. Prompt bekommt er auch gleich seinen ersten Auftrag: Er soll neue bewohnbare Planeten finden. Versagt er, wird er abgeschaltet. Für Bob beginnt ein grandioses Abenteuer zwischen den Sternen – und ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit…

Sprecher
Simon Jäger

Länge
11 h 14 m

Meine Meinung in Kürze
„Ich bin viele“ ist ein humorvoller Science-Fiction-Roman. Die Story ist temporeich und hervorragend von Simon Jäger vorgetragen. Witzig fand ich die Idee, dass sich Bob selbst „reproduziert“ und jeder weitere Bob einen anderen Charakterzug vom Ursprungs-Bob innehatte.

Kurzweilige und witzige Unterhaltung mit einem hervorragenden Sprecher.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Dennis E. Taylor – Ich bin viele: Bobiverse 1

Tom Hillenbrand – Hologrammatica

Beschreibung
Wenn künstliche Intelligenz die Probleme der Welt lösen kann – sind wir dazu bereit, die Kontrolle abzugeben?

Ende des 21. Jahrhunderts arbeitet der Londoner Galahad Singh als Quästor. Sein Job ist es, verschwundene Personen wiederzufinden. Davon gibt es viele, denn der Klimawandel hat eine Völkerwanderung ausgelöst, neuartige Techniken wie Holonet und Mind Uploading ermöglichen es, die eigene Identität zu wechseln wie ein paar Schuhe.

Singh wird beauftragt, die Computerexpertin Juliette Perotte aufzuspüren, die Verschlüsselungen für sogenannte Cogits entwickelte – digitale Gehirne, mithilfe derer man sich in andere Körper hochladen kann. Bald stellt sich heraus, dass Perotte Kontakt zu einem brillanten Programmierer hatte. Gemeinsam waren sie einem großen Geheimnis auf der Spur. Der Programmierer scheint Perotte gekidnappt zu haben.

Je tiefer Singh in die Geschichte eintaucht, umso mehr zweifelt er daran, dass sein Gegenspieler ein Mensch ist…

Sprecher
Oliver Siebeck

Länge
16 h 31 m

Meine Meinung in Kürze
Eine Geschichte mit vielen Ideen, wie unser Leben in einigen Jahren aussehen könnte. Gefäße, Hohlköpfe, Quants, mehrere Körper und vieles mehr. Die Bäume z. B. waren reine Holooptik. Auch konnte man sich je nach Level, die schäbigsten Gegenden in bunt schillernde Straßenzüge umwandeln lassen. Alles nur Schein, selten Sein.

Ich fand die Story nur ab und an wirklich spannend, es gab durchaus einige Längen zu verzeichnen, aber insgesamt fand ich die Geschichte äußerst interessant und kann sie fast uneingeschränkt weiterempfehlen.

Oliver Siebeck als Sprecher hat mir auch sehr gut gefallen.

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Tom Hillenbrand – Hologrammatica

Frank Schätzing – Die Tyrannei des Schmetterlings

Beschreibung
Füllhorn der Wünsche? Oder Büchse der Pandora?

Frank Schätzing – der neue Thriller als Hörbuch.

Kalifornien, County Sierra, Goldgräberprovinz: Sheriff Luther Opoku hat mit Kleindelikten und illegalem Drogenanbau zu kämpfen. 300 Meilen westlich davon, im Silicon Valley, wetteifern IT Visionäre um die Erschaffung des ersten ultraintelligenten Computers mit dem Ziel, die großen Probleme der Menschheit zu lösen. Als eine Biologin in Sierra unter rätselhaften Umständen ums Leben kommt, muss Luther erkennen, dass sein verschlafenes Naturidyll längst Testgelände eigenwilliger Experimente geworden ist. Bald beginnt er an seinem Verstand zu zweifeln. Tote werden lebendig, die Zeit gerät aus den Fugen… der Anfang einer Odyssee über die Grenzen des Vorstellbaren hinaus.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Sascha Rotermund

Länge
23 h 49 m

Meine Meinung
Am 23.04.2018 schaute ich per Livestream die Buchvorstellung von Frank Schätzing. Ich war begeistert! Ich fand diese Buchpräsentation wirklich klasse und freute mich wie Bolle auf das neue Buch. Doch… ich hätte es besser bei der Präsentation belassen. Denn eigentlich wurde hier schon alles gesagt.

Zwei Tage später begann ich also voller Vorfreude das neueste Werk von Schätzing. Insgesamt finde ich dieses Hörbuch ja wirklich interessant. Denn es sind viele spannende Gedankenspiele darin enthalten. Und natürlich ist nicht alles komplett abwegig, was sich Schätzing in seinem neuesten Buch erdacht hat.

Doch die Umsetzung muss ich leider sehr bemängeln. Den Anfang fand ich ja noch sehr spannend, doch spätestens ab der Brücke (der Insider weiß, wovon ich rede) wurde die Story zunehmend wirrer und unverständlicher. Ich konnte mir die meisten Ortsbeschreibungen leider fast gar nicht vorstellen. Da halfen auch nicht seine mit Adjektiven überbordenden Endlossätze. Die Szenerie wurde mir persönlich dadurch nicht verständlicher. Somit blieben für mich dann nur vereinzelte Brocken, die ich durchaus sehr bemerkenswert fand. Denn ab und an hat er tatsächlich einen deutlichen Satz zu Papier gebracht, der die stundenlangen vorherigen wirren Sätze ganz einfach erklärte. Doch hauptsächlich fand ich es anstrengend und verwirrend, der Story weiter zu lauschen. Zwischendurch dachte ich sogar an Abbruch.

Insgesamt habe ich zwar kapiert, was der Plot der Story war, doch die Feinheiten, die er so ausgetüftelt zu erklären versuchte, blieben mir leider weitgehend verborgen. Vielleicht ging es ja nur mir so, doch ich möchte bezweifeln, dass sich jemand die Welt, die Schätzing hier beschreibt, wirklich in allen Details vorstellen konnte.

Auch hatte ich so meine liebe Mühe mit den ganzen Personen. Ich konnte – außer zu Luther – keinerlei Beziehungen aufbauen. Manchmal dachte ich sogar, ob er denn nun seine eigenen Protagonisten verwechselt hat? Doch vermutlich habe ich das nur in dem Chaos einfach nicht richtig verstanden.

Was mir persönlich sehr half, überhaupt durchzuhalten, war der Sprecher Sascha Rotermund. Man muss ihn hier wirklich sehr loben, wie er sich gekonnt durch dieses Weltenchaos manövrierte und diesem Werk wenigstens noch ein bisschen Verstand abringen konnte. Ohne ihn hätte ich wohl wirklich frühzeitig abgebrochen.

Tja, so bin ich nun ein weiteres Mal zu dem Schluss gekommen, dass mir „Tod und Teufel“ von Frank Schätzing bisher am besten gefallen hat. Den „Schwarm“ und „Limit“ fand ich zwar auch sehr gut, doch „Tod und Teufel“ ist mein persönlicher „Long-time-favorit“.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Frank Schätzing – Die Tyrannei des Schmetterlings

Siehe auch:

Karl Olsberg – Das System

das-systemBeschreibung
Eben noch Chef einer aufstrebenden Firma, steht Mark Helius plötzlich unter dringendem Mordverdacht. Was als ein harmloser Systemfehler begann, entwickelt sich schnell zu einer akuten Bedrohung, die sich nicht mehr aufhalten lässt.

Hans-Werner Meyer präsentiert diesen packend realistischen Thriller mit Hollywood-Qualität.

Sprecher
Hans-Werner Meyer

Länge
6 h 13 m

Meine Meinung
Klasse! Karl Olsberg beherrscht sein Handwerk, ein interessantes Thema in einen spannenden Plot zu packen und damit seine Hörer/Leser in seinen Bann zu ziehen.

Da die obige Beschreibung doch recht kurz ist, möchte ich kurz schildern, um was es geht. Mark hat mit seiner Firma ein System entwickelt, das selbstständig lernen kann. Eine sogenannte KI. Das Thema ist als Science-Fiction zwar nicht neu, aber hier wird sehr schön geschildert, was geschehen könnte, wenn diese KI sich selbst in Gefahr sieht und welche Möglichkeiten sie hat, sich selbst zu verteidigen. Spannend, spannend kann ich da nur sagen. Und – wie ich finde – gar nicht so weit hergeholt. So könnte unsere Zukunft tatsächlich aussehen. Besonders wenn man kurz zuvor das Hörbuch von Yuval Noah Harari – „Homo Deus – Eine Geschichte von Morgen“ gehört hat. (Die Rezension dazu folgt in Kürze auf diesem Blog).

Ich finde dieses leider gekürzte Hörbuch trotz der Kürzungen äußerst interessant und spannend. Vermutlich wird es allen gefallen, die sich gerne Gedanken um unsere Zukunft machen und wie diese aussehen könnte. Die technische Entwicklung – in diesem Hörbuch mit Evolution beschrieben (und auch schön erklärt, warum) –  ist jedenfalls nicht mehr zu stoppen. Eine der Möglichkeiten zeigt diese Story auf.

Auch Hans-Werner Meyer als Sprecher hat mir sehr gut gefallen. Er hat sie Story spannend und kurzweilig mit einer angenehm anzuhörenden Stimme gesprochen.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Karl Olsberg – Mirror

Siehe auch:

David Lagercrantz – Verschwörung (Millennium 4)

VerschwörungBeschreibung
Salander und Blomkvist sind zurück.

Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist haben Millionen Leser begeistert. Weltweit erstürmte die Millennium-Trilogie die Bestsellerlisten und sprengte mit mehr als 80 Millionen verkauften Exemplaren alle Dimensionen. Ein Welterfolg, der seinesgleichen sucht. Nun geht die Geschichte weiter.

Grandios gelesen von Dietmar Bär, DER Stimme der Millennium-Trilogie.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Vier Fragen an David Lagercrantz (von Amazon.de)

Wie kam es, dass Sie den Auftrag annahmen, Millennium 4 zu schreiben? Ich konnte einfach nicht widerstehen. Seit meinem Zlatan-Buch („Ich bin Zlatan Ibrahimović“) erhielt ich immer wieder Anfragen, konnte mich aber für kaum eine begeistern. Doch als diese Idee an mich herangetragen wurde und ich mich von dem ersten Schreck erholt hatte, bin ich regelrecht losgeprescht wie ein Rennpferd.

Was war das Schwierigste bzw. das Beste an diesem Projekt? Am schwierigsten war definitiv der Plotaufbau. Stieg Larsson hat es meisterhaft verstanden, komplexe Geschichten mit zahlreichen Handlungssträngen zu komponieren, und dem wollte ich natürlich gerecht werden. Andererseits war genau das aber auch das Beste an diesem Projekt: Die Erzählung herauszuarbeiten und zu spüren, wie einzelne Komponenten perfekt zusammenpassten, war ein fantastisches Erlebnis.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach Stieg Larssons Erzählstil aus? Er ist sachlich und ungekünstelt, hat allerdings auch einen deutlich journalistischen Einschlag. Mir war schnell klar, dass ich mich blamieren würde, wenn ich lediglich versuchte, seinen Stil zu kopieren. Insofern habe ich meinen eigenen Erzählstil beibehalten.

Tauchen die Figuren aus Stieg Larssons Büchern wieder auf? Oh ja! Zuvorderst natürlich Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander – aber auch Erika Berger, Jan Bublanski und seine engste Mitarbeiterin Sonja Modig. Dann gibt es aufseiten der Ermittler noch den unverbesserlichen Hans Faste, Plague aus der Hacker Republic und viele andere mehr. Aber es tauchen auch neue Figuren auf: Ed the Ned beispielsweise, der für die Datensicherheit der NSA in Maryland zuständig ist, Frans Balder, ein schwedischer Informatikprofessor, der aus dem Silicon Valley zurückkehrt, sowie Gabriella Grane, ein scharfsinniges Oberschichtentöchterchen, die bei der Säpo gelandet ist.

Länge
16 h 01 m

Sprecher
Dietmar Bär

Meine Meinung
Was passiert mit den Figuren eines Buches, wenn der Autor stirbt? Sterben sie gleich mit? Eindeutig nicht, denn sonst wären die Figuren der Klassiker nicht bis heute lebendig und  würden uns nicht weiterhin derart faszinieren. Und überhaupt, was das für ein Massensterben wäre… Unvorstellbar.

In „Verschwörung“ hat Lagercrantz nicht das bereits weitestgehend fertig gestellte Manuskript von Larsson übernommen. Er hat aber die Figuren Lisbeth und Mikael weiterleben und -agieren lassen und hat eine spannende Episode zu Papier gebracht.

Wir treffen hier alte Bekannte wieder, aber wir lernen auch neue Personen kennen. Nette und nicht so nette Menschen.

Zu den netten gehört ein Wissenschaftler, der eine Form KI (Künstliche Intelligenz) entwickelt hat. Dieser will aber nur Forschung damit betreiben, er will kein Geld damit verdienen. Denn er weiß um die Gefahr, die diese künstliche Intelligenz birgt. Sie kann hilfreich sein, doch wenn sie in die falschen Hände gerät, kann sie auch zu einer tödlichen Waffe werden. Und was passiert, wenn die Maschinen schlauer sind/werden, als die Menschen?

So soll der Wissenschaftler also eliminiert und die Daten gestohlen werden. Was der beauftragte Killer nicht wusste ist, dass der Wissenschaftler seinen Sohn bei sich hatte. Dieser Sohn – August sein Name – beobachtete den Mord. Doch der Killer unterschätzte den Jungen und ließ ihn am Leben.

August ist Autist. Und er ist auch ein Savant. Und als i-Tüpfelchen ist August gleich nochmals so außergewöhnlich, da er gleich zwei Inselbegabungen hat. Er hat ein fotografisches Gedächtnis und kann diese Bilder auch perfekt zeichnen und er ist ein Mathematik-Genie, besonders im Bereich Primzahlen. Bzw. dieser Bereich wird besonders bei ihm gefördert.

Der Killer wird somit beauftragt, auch das Kind umzubringen. Doch der Killer hat seine Rechnung ohne Lisbeth gemacht…

Millenium steht wieder einmal kurz vor dem Ruin, sie brauchen unbedingt eine Story, die ihnen wieder mehr Unabhängigkeit bringt. Derweil hackt sich Lisbeth bei der NSA ein und kann so einen Skandal aufdecken. Sie findet heraus, dass… das wird hier natürlich nicht verraten.

Im Zusammenhang mit der Beschreibung der KI wurde auch Ray Kurzweil erwähnt! Das fand ich sehr treffend. Denn immer wenn es um KI geht, denke ich automatisch an Kurzweil und sein Buch „Homo s@piens – Das Leben im 21. Jahrhundert“, welches mich schon vor Jahren faszinierte. Kurzweil hatte damals jedoch eine rosarote Zukunft gezeichnet. Bei ihm wurde die KI nur zu Gunsten der Menschheit eingesetzt, nicht zu deren Schaden.

In Verschwörung gibt es natürlich auch wieder einige Gewaltszenen, jedoch waren diese etwas dezenter als in den drei Teilen zuvor. Mir war das sehr recht, war die Gewaltbeschreibung von Larsson doch schon sehr extrem und grenzwertig ertragbar.

Lisebeth betreibt wie üblich Selbstjustiz in einer sehr ausgeprägten Art und Weise. Und natürlich wird ihr wieder nach dem Leben getrachtet. Dieses Mal nicht von ihrem Vater, nein, dieses Mal ist es ihre Schwester, die eine erbitterte Jagd auf Lisbeth veranstaltet.

Es gibt in „Verschwörung“ einige Wiederholungen aus den Vorgängerbänden. Ich war dafür sehr dankbar, diente sie mir doch als Gedächtnisauffrischung. Ist ja schon ein paar Jährchen her mit der Trilogie.

In Verschwörung kam für mich keine Langeweile auf. Den Spannungsbogen empfand ich als konstant hoch, jedoch war er nicht ganz so dramatisch stramm angezogen, wie bei Larsson. Ich fühlte mich jedenfalls bestens unterhalten und bin auch der Meinung: Lagercrantz kann verdammt gut schreiben.

Und dem Ende nach zu urteilen, könnte es auch eine Fortsetzung geben. Ich würde mich jedenfalls freuen.

Dietmar Bär hat die Story wieder sehr toll gesprochen. Er ist ein Muss für die Lisbeth-und-Mikael-Storys.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: David Lagercrantz – Verschwörung (Millennium 4)

Siehe auch: