Frank Kodiak – Nummer 25

Beschreibung
Psychopath gegen Psychopath: ein nervenzerrender Thriller, ein unerbittliches Duell auf Leben und Tod.

Der Schriftsteller Andreas Zordan ist Dauergast auf den Bestsellerlisten. Die riesige Fangemeinde kann nicht genug kriegen von seinen Thrillern. Nichts bereitet Zordan mehr Freude als das detailgenaue Beschreiben ausgefallener Tötungsmethoden. Das gelingt dem Einzelgänger nur, weil er sich selbst für einen Psychopathen hält. Er ist kontaktscheu, meidet andere Menschen und lebt einsam in einem ehemaligen Forsthaus im Wald. Er weiß: Würde er nicht in seinen Büchern töten, müsste er auf die Realität ausweichen.

Als er eines Morgens im Garten die übel zugerichtete Leiche eines Mädchens im Teenageralter findet, meldet er es nicht der Polizei, sondern lässt sich auf ein Psychoduell mit einem Mörder ein, der ihn offenbar herausfordert. Und muss erkennen, dass er selbst weit entfernt ist von dessen kaltblütiger Grausamkeit.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Richard Barenberg

Länge
11 h 10 m

Meine Meinung
Ich hatte Lust auf einen richtig spannenden Thriller. Dazu hatte ich mir „Nummer 25“ ausgesucht. Wie sich im Nachhinein herausstellte, war dies genau die richtige Wahl. Es passiert hier sehr viel, immer wieder wurde ich überrascht und über die ganze Geschichte konnte ich gebannt miträtseln, wer denn nun dieser Psychopath wohl sein mag.

Besonders gut hat mir hier die Erzählweise gefallen. Denn Frank Kodiak wechselte ohne spürbaren Übergang von der „Wirklichkeit“ in eine Geschichte, ich lauschte, wurde immer entsetzter und dann kam doch wieder die überraschende Erkenntnis, dass dies nur wieder ein Auszug aus einem Buch war. Nicht selten atmete ich dann sehr erleichtert auf.

Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen. Da wähnt man sich endlich in Sicherheit, denkt alles ist nun gut und jetzt kommt nur noch der Abspann und dann kommt der Hammer. Fand ich klasse.

Richard Barenberg als Sprecher hat mir auch hier wieder sehr gut gefallen. Je mehr Hörbücher ich mit ihm als Sprecher als höre, umso besser gefällt er mir.

Insgesamt fand ich „Nummer 25“ eine kurzweilige und sehr spannende Story, die mir richtig gut gefallen hat.

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
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David Eagleman – The Brain: Die Geschichte von dir

Beschreibung
Die Hirnforschung macht rasante Fortschritte, aber nur selten treten wir einen Schritt zurück und fragen uns, was es heißt, ein Lebewesen und Mensch zu sein. Der renommierte Neurowissenschaftler David Eagleman nimmt uns mit auf die Reise durch das Gewirr aus Milliarden von Hirnzellen und Billionen von Synapsen – und zu uns selbst.

Sprecher
Helge Heynold

Länge
5 h 12 m

Meine Meinung
Klasse! Dieses Sachbuch hat mir so richtig gut gefallen. Der Autor berichtet hier von vielen Tests, die erstaunliche Ergebnisse zu Tage bringen. Ok,  den ein oder anderen Test kannte ich schon aus anderen Büchern. Aber trotzdem ist es immer wieder faszinierend, den Testergebnissen zu lauschen. Unglaublich, was man damit alles herausfinden kann.

Es kommt nicht von ungefähr, wenn gesagt wird, dass das Umfeld durchaus für die Entwicklung eines Kindes sehr beeinflussend ist. Auch das ist leicht verständlich und sehr einleuchtend beschrieben, erklärt und anhand von Beispielen belegt.

Dieses Hörbuch kann ich nur empfehlen. Denn es ist für jeden verständlich geschrieben und dem Sprecher Helge Heynold kann man auch sehr gut zuhören. Und der Inhalt ist einfach äußerst interessant.

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Arno Frank – So, und jetzt kommst du

Beschreibung
Wenn der Held deiner Kindheit ein Betrüger ist.

Der Autoverkäufer Jürgen lebt mit seiner Frau und drei Kindern in kleinbürgerlichen Verhältnissen in der pfälzischen Provinz der Achtzigerjahre. Bis plötzlich das „große Geld“ da ist und die Familie fluchtartig nach Südfrankreich auswandert. Es folgt ein paradiesisches Leben im Luxus – doch die Eltern benehmen sich zunehmend seltsam. Bis herauskommt, dass der Vater ein Hochstapler ist und hohe Summen unterschlagen hat. Im letzten Moment entflieht die Familie dem Zugriff der Behörden und eine Jagd durch Europa beginnt. Es ist ein freier Fall auf Kosten der Kinder, bis es unweigerlich zum Aufprall kommt…

Devid Striesow macht facettenreiche Persönlichkeiten und gebrochene Charaktere hörbar wie kein Zweiter.

Sprecher
Devid Striesow

Länge
9 h 58 m

Meine Meinung
Ein Kartenhaus fällt zusammen. So könnte man die Geschichte kurz beschreiben.

Ein völlig verantwortungsloser Vater, der alle anderen Menschen für dumm hält – sein Lieblingsspruch: „Jeden Tag steht ein Dummer auf“ – ist davon überzeugt, dass er nicht arbeiten muss, dass er irgendwann den ganz großen Deal machen wird. Doch zunächst lässt dieser Deal auf sich warten. Als er ihm dann vermeintlich gelingt, ist dieser weitab vom legalen und fortan lebt die Familie auf der Flucht. Sehr zum Leidwesen der Kinder, die keine Freundschaften schließen können, meist an der Armutsgrenze leben und kein funktionierendes Familienleben erfahren.

Diese Geschichte fand ich erschreckend gut, vor allem, da sie auf einer wahren Geschichte beruht. Stellenweise lauschte ich wirklich fassungslos, was sich der Vater wieder hatte einfallen lassen, um an das ganz große Geld heranzukommen.

Die armen Kinder kann man da nur sagen. Vor allem finde ich schlimm, dass diese Geschichte zu jeder Zeit glaubhaft daherkommt, da es ja durchaus solche Tagträumer gibt. Solange sie keine Familie haben – meinetwegen, solange sie nur alleine die Konsequenzen ihres Handelns tragen müssen. Aber in dem Moment, da Kinder ins Spiel kommen, wird es tragisch.

Devid Striesow hat hier wieder einen tollen Job gemacht.

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Nathan Hill – Geister

geisterBeschreibung
Ein Anruf der Anwaltskanzlei Rogers & Rogers verändert schlagartig das Leben des Literaturprofessors Samuel Anderson. Er, der als kleines Kind von seiner Mutter verlassen wurde, soll nun für sie bürgen: Nach ihrem tätlichen Angriff auf einen republikanischen Präsidentschaftskandidaten verlangt man von ihm, die Integrität einer Frau zu bezeugen, die er seit mehr als zwanzig Jahren nicht gesehen hat. Ein Gedanke, der ihm zunächst völlig abwegig erscheint. Doch Samuel will auch endlich begreifen, was damals wirklich geschehen ist.

Ein allumfassender, mitreißender Roman über Liebe, Unabhängigkeit, Verrat und die lebenslange Hoffnung auf Erlösung, ein Familienroman und zugleich eine pointierte Gesellschaftsgeschichte von den Chicagoer Aufständen 1968 bis zu Occupy Wall Street.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
23 h 48 m

Meine Meinung
Nun ist es schon so lange her, dass ich dieses tolle Hörbuch gehört habe, dass ich keine Rezension mehr dazu schreiben kann. Meine damaligen Notizen: Erinnert vom Stil her an „Die Geschichte der Baltimores“ von Joel Dicker. Er erzählt und erzählt und man hört gerne zu, es wird nie langweilig. Man ist überrascht und verblüfft, was hier alles ans Tageslicht kommt.

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Charlotte Link – Die Entscheidung

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Was, wenn du im falschen Moment die falsche Entscheidung triffst?

Simon will in der Provence ein ruhiges Weihnachtsfest feiern, doch dann begegnet er Nathalie, einer jungen, verwahrlosten Frau. Er bietet ihr seine Hilfe an – und wird in eine mörderische Geschichte hineingezogen, deren Anfänge in Bulgarien liegen: bei Selina, einem jungen Mädchen, das ein besseres Leben suchte und in die Hände skrupelloser Verbrecher geriet. Selina gelingt die Flucht, doch damit löst sie eine Kette von Ereignissen aus, die Simon und Nathalie zum Verhängnis werden…

Friederike Kempter entführt die Hörer in die Abgründe der menschlichen Seele.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Friederike Kempter

Länge
15 h 53 m

Meine Meinung
Zu dieser Geschichte sollte man anfangs sehr viel Geduld mitbringen. Denn hier werden verschiedene Erzählstränge völlig zusammenhanglos voneinander erzählt – man ist zunächst recht verwirrt. Aber wenn man sich darauf einlässt, dann hat man ab ca. der zweiten Hälften jede Menge Anhaltspunkte, die sich nach und nach im Kopf zu Verknüpfungspunkten zusammenfügen und die am Ende als Gesamtbild zu einer erschreckenden aber durchaus logisch nachvollziehbaren Geschichte führen.

Vom Aufbau der Geschichte war ich also schon mal ziemlich beeindruckt.

Die vielen Personen, die hier agieren und wichtige Rollen in ihren jeweiligen Erzählsträngen spielen, fand ich auch durchaus gut und nachvollziehbar beschrieben. Manchmal schüttelte ich zwar schon etwas ungläubig den Kopf über manch eine naive Handlung. Aber wer kann schon von sich selbst behaupten, dass man immer besonnen und logisch denkend handelt, wenn man in einer absoluten Notsituation steckt. Und in Not waren hier so einige der Protagonisten.

Doch die beiden Hauptakteure der Szenerie bildeten natürlich der viel zu gutmütige Simon und die etwas schwierige, aber durchaus nicht dumme junge Nathalie. Simon hilft der bis dato ihm völlig fremden Nathalie aus einer Notsituation heraus und wird sie fortan nicht mehr los. Doch nicht nur, dass er sie nicht mehr los wird, nein, sie zieht ihn immer tiefer in ihren eigenen Sumpf hinein, von dem sie selbst auch nicht weiß, woraus dieser Sumpf eigentlich besteht. Recht schnell wird ihnen aber klar, dass dieser Sumpf tödlich ist und dass er bereits heftig an ihren eigenen Körpern zieht, um auch sie restlos zu verschlingen.

Das Ende fand ich persönlich etwas „lieblos“ gestaltet. Da baute Charlotte Link über 15 Stunden lang eine Geschichte auf, die sich erst ganz zum Schluß zu einem Bild zusammenfügt, doch anstatt die aufgebaute Spannung mit einem Paukenschlag zu beenden, wird in eine andere Szene gewechselt und der eigentliche Showdown nur noch in rückblickenden Gesprächen erzählt. Hm. Das fand ich enttäuschend und ich hätte mir hier wirklich für die vorher aufgebrachte Geduld ein furioseres Ende gewünscht.

Doch davon einmal abgesehen – und die Gestaltung des Endes ist ja nun wirklich absolut Geschmackssache – ist „Die Entscheidung“ eine wirklich gute Story, die zwar nicht furchtbar an den Nerven zerrt, doch trotzdem einiges an Tempo beibehält, gerade in der zweiten Hälfte. Ich würde meinen, es lohnt sich, diese Geschichte anzuhören, wenn man gerne nach und nach eins und eins zusammen zählt. Für solche Hörer ist diese Geschichte bestens geeignet. Wer Action von Anfang bis Ende sucht, der wird hier nicht so glücklich werden. Denn dazu gibt es einfach zu viele Charakterbeschreibungen, die mir wiederum sehr gut gefallen haben.

Die Sprecherin fand ich insgesamt gut. Ich kannte sie bisher noch nicht. Jedoch hat sie nicht alle Personen wirklich überzeugend und für meine Ohren glaubhaft gesprochen. Witzig fand ich ihre Art, wie sie „irgendwie“ oder „irgendwann“ oder „irgendwo“ aussprach. Das kam in meinen Ohren immer wie „ürgendwie“ und „ürgendwann“ und „ürgendwo“ an. Anfangs fand ich das furchtbar – später nicht mehr. Später fand ich das „ürgendwie“ nur noch witzig.

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Ashlee Vance, Elon Musk – Wie Elon Musk die Welt verändert – Die Biografie

 Elon MuskBeschreibung
Elon Musk ist der da Vinci des 21. Jahrhunderts. Seine Firmengründungen lesen sich wie das Who’s who der zukunftsträchtigsten Unternehmen der Welt. Alles, was dieser Mann anfasst, scheint zu Gold zu werden. Mit PayPal revolutionierte er das Zahlen im Internet, mit Tesla schreckte er die Autoindustrie auf und sein Raumfahrtunternehmen SpaceX ist aktuell das weltweit einzige Unternehmen, das ein Raumschiff mit großer Nutzlast wieder auf die Erde zurückbringen kann.

Dies ist die persönliche Geschichte hinter einem der größten Unternehmer seit Thomas Edison, Henry Ford oder Howard Hughes. Das Buch erzählt seinen kometenhaften Aufstieg von seiner Flucht aus Südafrika mit 17 Jahren bis heute. Elon Musk gilt als der „Real Iron Man“ – in Anlehnung an einen der erfolgreichsten Comichelden der Welt. Es ist die gleichsam inspirierende, persönliche und spannende Geschichte eines der erfolgreichsten Querdenker der Welt. In einem Umfang wie noch kein Journalist zuvor hatte Ashlee Vance für diese Biografie exklusiven und direkten Zugang zu Elon Musk, seinem familiären Umfeld und persönlichen Freunden.

Sprecher
Michael J. Diekmann

Länge
13 h 07 m

Meine Meinung
Elon Musk. Bis vor kurzem sagte mir dieser Namen rein gar nichts. Letztens hörte ich in den Nachrichten, dass der neue Tesla reihenweise Vorbestellungen erhielt, obwohl das Auto noch gar nicht fertig sei. Das war das erste, was ich über Tesla hörte. Ein ganz außergewöhnliches Elektroauto sollte das sein. Ich fragte mich, wer dieser Tesla ist, suchte danach und dachte, nee, der ist ja schon lange tot. Dann vergaß ich diese Radiomeldung wieder. Ein paar Tage später stolperte ich über diese Biografie bei Audible. Tesla, PayPal und SpaceX. Tesla war also ein Auto, PayPal kennt man auch, SpaceX hatte ich ebenso schon mal gehört. Aber Elon Musk? Ich wollte es genauer wissen.

Elon Musk: Ein Mann mit Visionen. Doch er hat nicht nur Visionen, er setzt sie auch um. Und das derart zielstrebig und knallhart, dass ich aus dem Staunen nicht mehr herauskam.

In dieser Biografie wird sein Charakter sehr genau durchleuchtet. Es wird detailliert beschrieben, wie er arbeitet, was er von seinen Mitarbeitern erwartet und wie er auf die Umsetzung seiner Vorstellungen pocht. Es ist sicherlich kein Zuckerschlecken, für ihn zu arbeiten. Aber inspirierend wird es allemal sein.

Er hat nicht gerade den umgänglichsten Charakter. Ich könnte jetzt nicht behaupten, dass er mir irre sympathisch wurde. Aber ich finde diesen Mann äußerst faszinierend. Unglaublich was er in seinem bisherigen Leben alles erreicht hat. Und er hat eine weitere Vision: Die Besiedelung des Mars und das alles mit dem hehren Ziel, die Menschheit zu retten.

Elon Musk ist für mich ein Entrepreneur wie er im Buche steht! Und auch wenn er nicht meine volle Sympathie gewinnen konnte, so werde ich in Zukunft doch sehr genau verfolgen, was er noch so alles revolutionieren wird. Denn eines ist sicher: Das wird er. Und ich bin schon jetzt sehr gespannt darauf.

Diese Biografie ist sehr interessant geschrieben. Ich fand sie keine Minute langweilig oder langatmig. Elon Musk wird hier nicht nur als Arbeitstier beschrieben, auch seine private Seite wird beleuchtet, die mir dann doch etwas sympathischer ist.

Dass Ashlee Vance direkten Draht zu Elon Musk und seinem näheren Umfeld hatte, wird hier sehr deutlich. Somit ist dies keine oberflächliche Biografie, die aus Gelesenem zusammengesetzt wurde. Sie hat Hand und Fuß und gerade das macht sie so hörenswert.

Den Sprecher Michael J. Diekmann fand ich auch sehr gut. Gerade Biografien können ja schon trocken herüber kommen, wenn sie langweilig vorgetragen werden. Doch das war hier gar nicht Fall. Ich glaube, Herr Diekmann ist auch sehr fasziniert von dem Menschen Elon Musk.

Dieses Hörbuch gehört auf meine Bestenliste.

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Jan Weiler – Kühn hat zu tun

Kühn hat zu tunBeschreibung
Martin Kühn ist 44, verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt in einer Neubausiedlung nahe München. Er hat sich damit abgefunden, dass er, obwohl ihn alle für brillant halten, bei der Polizei wohl keinen weiteren Karriereschritt mehr machen wird. Dass sein pubertierender Sohn ihm langsam entgleitet. Dass seine rothaarige Nachbarin seine sexuelle Fantasie entfacht, er sich aber niemals trauen würde, fremdzugehen. Dass von seinem Gehalt nach allen Abzügen ein verschwindend geringer Betrag zum Leben bleibt.

Eines Tages wird Kühn von einem Kollegen zu einem Tatort gerufen: Es gibt eine Leiche, Tötungsdelikt, Kühn soll sich sofort auf den Weg machen. Er kann zu Fuß gehen. Das Opfer liegt gleich hinter seinem Garten in der Böschung. Keine 30 Meter von Kühns Gartentor entfernt…

Sprecher
Jan Weiler

Länge
8 h 27 m

Meine Meinung
Bisher kannte ich Jan Weiler nur von „Maria, ihm schmeckt’s nicht“. Das fand ich damals einen herrlichen Klamauk und in diese Schiene hatte ich Weiler eingeordnet. Somit war ich nun sehr überrascht, als ich diesem Kriminalroman lauschte. Denn mit „Kühn hat zu tun“ hat Weiler zwar auch einen recht humorvollen Roman geschrieben, jedoch hat dieser wesentlich mehr Tiefgang.

Feines Gespür
Sehr gut gefallen hat mir der psychologische Tiefgang, den diesen Roman durchzieht. Kühn ist am Ende seiner Kräfte. Sein Leben scheint ihm gänzlich zu entgleiten. Er kämpft und kämpft und doch wird alles immer schlimmer. Nicht zuletzt dank seiner sich immer mehr in den Abgrund drehenden eigenen Gedanken. „Nebenbei“ gibt es dann noch einen ziemlich rätselhaften Mordfall aufzuklären, der auch immer komplizierter wird.

Auch die Beobachtungsgabe von Weiler, die Schilderung einer typischen Kleinstadt, in der alles seine deutsche Ordentlichkeit haben muss, fand ich toll beschrieben. Er bringt das Kleinbürgertum wunderbar und humorvoll auf den Punkt.

Fazit
Somit war „Kühn hat zu tun“ für mich eine kurzweilige, amüsante und doch tiefgehende Unterhaltung, die mir sehr gut gefallen hat. Nicht zuletzt durch die auch sehr gute Leistung von Jan Weiler selbst als Sprecher. Er ist einer der seltenen Autoren, die ihren Text wirklich brillant selbst vortragen können. Eigentlich bin ich ja nicht so der Fan von Autorenlesungen, aber das passte hier wirklich perfekt.

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Weitere Informationen
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Siehe auch:

Christina Baker Kline – Der Zug der Waisen

Der Zug der WaisenBeschreibung
New York, 1929: Mit neun Jahren verliert Vivian Daly, Tochter irischer Einwanderer, bei einem Wohnungsbrand ihre gesamte Familie. Gemeinsam mit anderen Waisenkindern wird sie kurzerhand in einen Zug verfrachtet und in den Mittleren Westen geschickt, wo die Kinder auf dem Land ein neues Zuhause finden sollen. Doch nur die wenigsten erwartet ein liebevolles Heim. Stattdessen müssen sie als billige Landarbeiter, Haushaltshilfen oder Näherinnen harte Knochenarbeit leisten.

Auch Vivian stehen schwere Bewährungsproben bevor, bis es ihr nach entbehrungsreichen Jahren endlich gelingt, einen Ort der Geborgenheit zu finden und ihrem Leben eine neue Richtung zu geben. Aber erst Jahrzehnte später vermag sie, durch die überraschende Freundschaft zu einem rebellischen jungen Mädchen, das wie sie seine Eltern verloren hat, das Schweigen zu brechen und wahren Frieden zu finden.

Sprecher
Beate Himmelstoß, Susanne Schroeder

Länge
10 h 22 m

Meine Meinung
Dieser Roman hat mich sehr berührt. Von dem „Zug der Waisen“ hatte ich zuvor noch nicht gehört. Der Zug brachte Waisenkinder in den Mittleren Westen, um dort von Familien adoptiert werden zu können. Manche Kinder hatten Glück und fanden liebevolle Familien, die sie wirklich wie ihre eigenen Kinder aufzogen. Andere hatten nicht so viel Glück und wurden als „Arbeitstiere“ ausgebeutet.

Vivian Daly verlor ihr Familie. Ganz auf sich alleine gestellt, wurde sie von den Behörden in einen solchen Waisenzug gesteckt und musste auf ihr Glück hoffen. Doch leider war sie schon ein wenig zu alt, man konnte sie bereits zum Arbeiten gebrauchen. Fortan begann für sie eine Odysee der unmenschlichen Art.

Molly lebt in einer Pflegefamilie. Sie muss Sozialstunden abarbeiten. Sie wird zu Vivian Daly geschickt, die mittlerweile über 90 Jahre alt ist. Die alte Dame will ihren Dachstuhl entrümpeln und benötigt hierzu Unterstützung.

Die Story hat zwei Handlungsstränge, einen in der Vergangenheit und einen in der Gegenwart. Durch die alten Gegenstände auf dem Dach wird Vivian an ihre Kindheit erinnert und sie erzählt Molly (und dem Hörer) ein Stück ihrer Lebensgeschichte.

Einmal angefangen, hat mich diese Geschichte nicht mehr losgelassen. Die Erfahrungen, die Vivian in ihrer Kindheit gemacht hat, werden sehr intensiv und glaubhaft erzählt. Die Unterbrechungen, in denen man in die heutige Zeit zurückkehrt, sprich, in denen von Molly erzählt wird, kamen immer genau zur richtigen Zeit. Die Protagonisten wurden ebenfalls sehr gut gezeichnet, so dass ich ein klares Bild von ihnen vor Augen hatte.

Mich hat „Der Zug der Waisen“ sehr begeistert. Es ist ein sehr intensiver und gefühlvoller Roman, dessen Ende mir ebenfalls sehr gut gefallen hat.

Auch die beiden Sprecherinnen fand ich sehr passend. Kurz, das Hörbuch hat mir sehr gut gefallen und erhält somit die vollen Pingu-Punkte.

s5g5

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