Alina Bronsky – Der Zopf meiner Großmutter

Beschreibung
„Ich kann mich genau an den Moment erinnern, als mein Großvater sich verliebte. Es war klar, dass die Großmutter nichts davon mitkriegen sollte. Sie hatte schon bei geringeren Anlässen gedroht, ihn umzubringen.“ Max‘ Großmutter hat im Flüchtlingswohnheim ein hart-herzliches Terrorregime errichtet. Wenn sie nicht gerade gegen das deutsche Schulsystem, die deutschen Süßigkeiten oder ihre Mitmenschen und deren Religionen wettert, beschützt sie ihren einzigen Enkel vor dem schädlichen Einfluss der neuen Welt. So bekommt sie als Letzte mit, dass ihr Mann sich verliebt hat. Doch dies bedeutet mitnichten das Ende der Familie, sondern den Anfang eines turbulenten Zusammenlebens unter neuen Vorzeichen.

Sprecher
Sophie Rois

Länge
5 h 17 m

Meine Meinung
Also die Geschichte, die hier erzählt wird, hat mir richtig gut gefallen. Sie ist tragisch, dramatisch und dabei urkomisch bis komplett witzig. Solch eine Mischung findet man selten. Mir hat das sehr gut gefallen.

Aber Sophie Rois fand ich eine echte Zumutung. Wenn ich nicht unbedingt wissen gewollte hätte, wie die Story ausgeht, hatte ich recht schnell das Hörbuch verworfen. Mal ganz davon abgesehen, dass der Ich-Erzähler ein Junge ist und somit eine männliche Stimme meiner Meinung nach viel besser gepasst hatte, ging mir ihre „Heiße-Kartoffel-im-Mund“-Stimme wirklich arg auf die Nerven. Aber das ist ganz sicher Geschmackssache. Vielen hat das laut den Bewertungen z. B. bei Audible sehr gut gefallen. Mich hat es echt gequält. Aber trotzdem habe ich durchgehalten, da mir die Story echt richtig gut gefallen hat.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Bookbeat. Und hier geht es direkt zum Hörbuch:
Alina Bronsky – Der Zopf meiner Großmutter

Anne von Canal – Der Grund

Der GrundBeschreibung
Ein reicher Stockholmer Vorort in den 60er Jahren: Laurits liebt vor allem die Klavierstunden bei Fräulein Andersson. Überall fühlt er sich wohler als in Gegenwart seiner überspannten Mutter und des dominanten Vaters, der für ihn eine Zukunft als Mediziner vorsieht. Doch als Laurits 18 wird, ist eine Karriere als Konzertpianist zum Greifen nah, und er spielt um sein Leben. Dann kommt alles anders. Laurits findet seine Bestimmung als Arzt – und mit seiner großen Liebe Silja und der gemeinsamen Tochter Liis das Glück. Bis er bei einem Familienfest erfahren muss, dass sein Leben auf Sand gebaut ist. Er trifft eine folgenschwere Entscheidung…

Sprecher
Heikko Deutschmann

Länge
8 h

Meine Meinung
Der Flügel auf dem Cover des Hörbuches hat es mir angetan. Denn ich liebe Klaviermusik! Na, und im Gegensatz zu mir kann Laurits (der Protagonist) dieses Instrument auch sehr gut spielen. Beste Voraussetzung also für ein Buch, das mir durchaus gefallen könnte. Kaum gesehen, landete es somit auf meinem Player.

Es fängt auch gleich mal mit ein paar Klaviertönen an. Ich mag das, den ein oder anderen mag es stören. Doch ich kann dir – lieber Leser/Hörer –  versichern, dass dies immer nur ganz kurze Einspielungen sind und man diese „Phasen“ durchaus überleben kann.

Laurits größter Wunsch ist es, Pianist zu werden. Sein Vater ist aber dagegen und möchte, dass er Arzt wird. Nach einem mächtigen Streit schlägt ihm der Vater einen Deal vor: Er kann zum Vorspielen gehen und wenn es nicht klappt, wird er sich ein für alle mal eine Karriere als Konzertpianist aus dem Kopf schlagen und Medizin studieren. Natürlich ist das Vorspielen hochdramatisch beschrieben und ich fieberte und zitterte heftig mit Laurits mit. Die Jury entscheidet, dass er zwar sehr gut war, aber nicht gut genug. Es sei mit 18 Jahren auch sicher noch etwas früh für dieses harte Vorspielen – er solle es in zwei oder drei Jahren nochmals versuchen. Doch diese Chance hat er nicht. Sein Vater würde sich darauf nie einlassen.

Laurits studiert also Medizin, wird ein guter Arzt, hat mittlerweile eine sehr liebe Frau geheiratet und die beiden haben eine kleine Tochter namens Liis. Alles scheint in Ordnung zu sein, Laurits hat sich seinem Schicksal ergeben und ist eigentlich sehr zufrieden mit seinem Leben.

Bei einer Familienfeier kommt allerdings eine Wahrheit zutage, die Laurits völlig aus der Fassung bringt. Daraufhin beschließt Laurits, mit seiner Frau und seiner Tochter nach Estland zu ziehen. Seine Frau kommt von dort und Laurits hat das unwiderstehliche Bedürfnis, zukünftig weit weg von seinen in Schweden lebenden Eltern zu wohnen.

Mehr will ich von der Story nicht erzählen, nur soviel sei noch gesagt: Es geht hochdramatisch weiter.

„Der Grund“ ist keine Geschichte, die schrill und laut erzählt wird. Ganz im Gegenteil. Sehr gut gefallen hat mir hier die klare und zurückhaltende Ausdrucksweise. Jeder Satz war wohl überlegt und brachte seine Wirkung. Dadurch fühlte ich mich mit Laurits sehr verbunden und konnte seine Empfindungen und Gedanken jederzeit nachvollziehen. Waren sie doch zutiefst menschlich.

Gerne würde ich hier ganz viel über Fremdbestimmung, Besserwisserei, Lebensträume, Wunschdenken, Schicksal, Enttäuschung und noch vieles mehr sprechen. Doch mir will es nicht recht gelingen, ohne zuviel damit zu verraten. Deshalb zügele ich meine Zunge (beziehungsweise halte ich meine Finger zurück) und werde hier zum Ende kommen.

Heikko Deutschmann fand ich als Sprecher sehr gut. Er hat den geschriebenen Worten jederzeit die richtige Betonung gegeben und ihnen auch mal Zeit gelassen, zu wirken. Sprich, er hetzte nicht durch das Hörbuch, sondern gab jedem Satz seinen benötigen Platz.

Somit ist „Der Grund“ sicherlich kein Buch, dass einem eine super rasante und äußerst spannende Story erzählt. Es ist vielmehr ein Buch mit Tiefgang, das viel über das Verhalten der Menschen untereinander und dessen Auswirkungen wiedergibt und hoffentlich den ein oder anderen zum Überdenken seiner Handlungen verleitet.

Dieses Hörbuch hat einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Anne von Canal – Der Grund