Tom Rob Smith – Agent 6

Agent 6Beschreibung
Moskau 1950. Geheimagent Leo Demidow soll dem schwarzen amerikanischen Sänger Jesse Austin ein perfektes kommunistisches Russland vorgaukeln. Austin droht das abgekartete Spiel zu durchschauen, und in letzter Minute kann Demidow einen Eklat verhindern. 15 Jahre später reist Demidows Ehefrau mit den beiden Töchtern zu einem Versöhnungskonzert sowjetischer und amerikanischer Schüler in die USA. Doch am Ende des Abends gibt es mehrere Tote, und nur einer weiß, was wirklich geschah: Agent 6. Und nur einer kann ihn finden: Leo Demidow.

Dietmar Bär gibt in seiner Lesung Leo Demidows brillianter Mischung aus eiskalter Präzision und unkonventionellen Ermittlungsmethoden eine Stimme.

Sprecher
Dietmar Bär

Länge
9 h 20 m (gekürzt)

Meine Meinung
„Agent 6“ ist der letzte Teil der Trilogie. Und eines ist gewiss: Wenn man die Vorgänger-Bücher nicht kennt, dann wird man an diesem Hörbuch keinen Spaß haben.

Der Protagonist ist wieder Leo Demidow, in diesem Band ist auch seine ganze Familie involviert. Die Story an sich fand ich wieder sehr interessant, man erfuhr wieder so einiges über die Machenschaften des damaligen Stalin-Russland. Doch hier geht Demidow und auch seine Familie über die Grenzen hinweg bis nach Amerika.

Zum einen spielt dieser Roman über viele Jahre, zum anderen in vielen verschiedenen Ländern. Ich fand, dass man hier leider gemerkt hat, dass es eine gekürzte Version ist, denn so ab und an dachte ich: Nanu, wie ist er denn jetzt dahin gekommen? Mir hat hier des Öfteren die schlüssige Verbindung zur Vergangenheit gefehlt. Doch wenn man davon absieht, war es wieder eine sehr interessante Geschichte, die mich Stunde um Stunde gebannt lauschen ließ. Es ist zwar nicht wirklich super spannend, aber äußerst interessant.

Dietmar Bär als Sprecher hat mir als Sprecher sehr gut gefallen. Die beiden Vorgänger-Bände wurden zwar von Bernd Michael Lade gesprochen, doch da es bei mir schon ein Weilchen her ist, dass ich diese gehört hatte, störte mich der Sprecherwechsel nicht. Im Gegenteil. Ich liebe Dietmar Bär als Sprecher.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Tom Rob Smith – Agent 6

Siehe auch:

Elena Gorokhova – Goodbye Leningrad

Goodbye LeningradBeschreibung
Lena wächst in einem typisch sowjetischen Wohnblock auf: Die Fassade bröckelt, die Mülltonnen im Hof quellen über, in der Wohnung trocknen neben der Wäsche auch die im Wald gesammelten Pilze. Schon im Kindergarten begreift sie, dass das „So tun, als ob“ eine lebensnotwendige Disziplin ist. Vor allem wenn man sich wie Lena in die Sprache des Klassenfeindes verliebt: In einem grauen Alltag, in dem nichts auf die offiziell propagierte, kurz bevorstehende leuchtende Zukunft hindeutet, wird der Englischunterricht zum Fenster in eine andere Welt und Lenas persönlicher Weg zu innerer Freiheit. Nach ihrem Studium unterrichtet sie ausländische Studenten. Einer von ihnen ist der Amerikaner Robert, sein Heiratsantrag ermöglicht Lena die Ausreise: Mit 20 Kilo Gepäck checkt sie ein in ein neues Leben.

Die Autorin
Elena Gorokhova, geboren 1955 in Leningrad, dem heutigen Sankt Petersburg, studierte Englisch an der Staatlichen Universität Leningrad, bevor sie 1980 die damalige Sowjetunion verließ. In den USA promovierte sie über Sprachvermittlung und unterrichtete an verschiedenen Colleges Englisch als Zweitsprache, Linguistik und Russisch. Elena Gorokhova lebt in New Jersey.

Sprecher
Anne Weber

Länge
11 h 36 m

Meine Meinung
Diese Biographie hat mich sehr fasziniert. Zuvor hatte ich von Elena Gorokhova noch nie etwas gehört. Doch wie sich herausgestellt hat, sind das oft die besten und interessantesten Geschichten. Sie beschreibt in „Goodbye Leningrad“ auf faszinierende Art und Weise ihre Kindheit und Jugendzeit in der damaligen Sowjetunion. Ich muss gestehen, ich hatte nur eine vage Vorstellung vom Leben dort. Wenn man das aber derart bildhaft und greifbar erzählt bekommt, dann ist man entsetzt und weiß seine eigene Freiheit gleich nochmals doppelt zu schätzen. Für einen „Westler“ ist solch ein Leben einfach unvorstellbar.

Mit ihrer Mutter hatte sie es nicht einfach. Sie war eine treue Anhängerin der Staatspolitik, was Elena immer verschlossener werden ließ. Ihre Oma hatte ihr einen Satz mit ins Leben gegeben: „Was du in dir hast, kann dir niemand nehmen.“ An diesen Satz klammert sie sich immer wieder, wenn sie kurz vorm Verzweifeln ist.

Elena Gorokhova versteht es auf wunderbare Art und Weise ihre wirklich schwere Kindheit trotz allem humorvoll und kurzweilig zu erzählen. Ich hatte mich keine Sekunde gelangweilt. Sie kann wirklich wunderbar erfrischend erzählen. Deshalb will ich mir auch unbedingt die Fortsetzung ihrer Biographie „Russisches Tattoo“ anhören. Hier berichtet sie von ihrem Leben in den USA. Mit ihrer Ausreise dahin endet „Goodbye Leningrad“.

Anne Weber als Sprecherin fand ich sehr passend für dieses Hörbuch. Ich hörte ihr sehr gerne über die elfeinhalb Stunden zu.

Dieses Hörbuch hat es auf meine Bestenliste geschafft.

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Mein herzlicher Dank für das Rezensionsexemplar geht an den BONNEVOICE Hörbuchverlag.

Siehe auch: