Ruth Ware – Woman in Cabin 10

Beschreibung
Die Journalistin Lo Blackwood nimmt an der Jungfernfahrt eines exklusiven Luxuskreuzfahrtschiffs an der norwegischen Küste teil. Ein wahrgewordener Traum. Doch in der ersten Nacht erwacht sie von einem Geräusch aus der Nachbarkabine. Sie hört, wie etwas ins Wasser geworfen wird. Etwas Schweres, ungefähr von der Größe eines menschlichen Körpers. Und die Reling ist blutverschmiert. Lo alarmiert den Sicherheitsoffizier: Die Kabine ist leer. Keine Kleider, kein Blut, und vor allem kein Eintrag ins Passagierregister. Die Frau aus Kabine 10, mit der Lo noch am Vortag gesprochen hat, scheint nie existiert zu haben…

Sprecher
Julia Nachtmann

Länge
11 h 02 m

Meine Meinung in Kürze
Es ist nun schon etwas her, dass ich dieses Hörbuch gehört habe. Eins vorneweg: Es hat mir besser gefallen, als „Im dunklen, dunklen Wald“. Ich fand die Story über weite Strecken sehr spannend, wenn es auch immer wieder sehr langatmige Szenen gab.

Was denn auf dem Kreuzfahrtschiff passiert ist, wollte ich wirklich wissen. Denn sehr seltsam erschienen die Ereignisse durchaus. Wie sich das dann alles entwickelte, hat mir ziemlich gut gefallen, auch wenn es einige Schwachstellen gibt. Insgesamt bin ich sehr zuversichtlich, dass das 3. Buch, welches Ruth Ware hoffentlich schreiben wird (oder schon geschrieben hat?) dann ein voller Erfolg werden wird. Denn eine Verbesserung vom 1. zum 2. Buch finde ich durchaus bemerkenswert.

Julia Nachtmann war wieder sehr gut. Ich mag ihre Stimme einfach und ihre Art, die Sätze zu sprechen.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei der D>A<V oder auch bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Ruth Ware – Woman in Cabin 10

Herzlichen Dank an D>A<V für das Rezensionsexemplar.

Siehe auch:

Kevin O’Brien – Und in dir die Finsternis

Beschreibung
Seattle in den USA. Megan hütet ein Geheimnis. Ein dunkles Geheimnis. Seit dem Tag vor 14 Jahren, als sie ihren Tod vortäuschte, um ihrem sadistischen Ehemann zu entkommen, und ein neues Leben unter neuem Namen begann. Josh, Megans 14-jähriger Sohn, weiß nichts von ihrer schrecklichen Vergangenheit. Doch jemand anderes schon.

Zuerst sind es nur anonyme E-Mails und Anrufe, die nach Lisa, ihrem richtigen Namen, fragen. Aber dann passiert das Unfassbare: Ein maskierter Mann bricht in ihr Zuhause ein und entführt Josh. Um ihren Sohn zu retten, bleibt Megan keine andere Wahl, als sich ihren Dämonen zu stellen.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Nils Nelleßen

Länge
18 h 43 m

Meine Meinung
Dieser Thriller hat mir richtig gut gefallen. Ich fand ihn – trotz der knapp 19 Stunden – keine Minute langweilig. Im Gegenteil, ich lauschte mit gespitzten Ohren jedem einzelnen Satz, jedem Wort. Die Spannung fand ich von Anfang bis Ende ziemlich gleichbleibend hoch, wobei sich der Bogen zum Ende hin natürlich nochmals extrem spannte.

Die Erzählweise fand ich auch sehr interessant gestaltet. Hauptsächlich wurde  in der Gegenwart erzählt, doch durch Rückblicke erfuhr man nach und nach die Vergangenheit, und warum sich was wie zugetragen hat und nun die Situation ist, wie sie ist. Ich fand die einzelnen Rückblicke sehr gekonnt an den jeweils richtigen Stellen eingestreut. Gerade wenn man dachte, das sei doch nun aber vielleicht etwas unlogisch oder übertrieben, wurde man eines Besseren belehrt. Und doch erschien es mir zu keiner Zeit konstruiert – ich fand dies alles zutiefst menschlich und verständlich. Was natürlich jedoch nur begrenzt auf den Antagonisten zutraf.

Lisa, bzw. Megan, wie sie sich seit ihrer Flucht nannte, und ihren Sohn hatte ich sofort in mein Herz geschlossen. Sie wurden natürlich auch entsprechend dargestellt. Aber nichts wurde hier übertrieben oder gar in rosarot gezeichnet. Man hatte ständig im Hinterkopf, dass eine große Gefahr lauert. Doch wie groß diese Gefahr wirklich war, das wird einem selbst und Lisa erst im Verlauf der Geschichte so richtig bewusst.

Psychologisch fand ich den gesamten Plot perfekt aufgebaut. Der Schrecken spitzte sich immer mehr zu und als Hörer war man über weite Strecken ebenso ratlos wie Lisa selbst. Einzig Josh, dem Sohn, hatte man als Hörer einiges an Wissen voraus.

Hatte ich bei „Der Feind in mir“ noch einige Längen zu bemängeln, so kann ich hier nur sagen, dass dieses Hörbuch gänzlich frei von langatmigen Szenen ist.

Auch den Sprecher Nils Nelleßen fand ich hier sehr gut! Er hat den verschiedenen Personen jeweils ihre eigenen Stimmen verpasst, und alle Stimmen passten sehr gut zu den einzelnen Charakteren.

Und schon habe ich wieder ein Hörbuch für meine Bestenliste.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Kevin O’Brien – Und in dir die Finsternis

Siehe auch:

 

 

Sebastian Fitzek – Das Paket

das-paketBeschreibung
Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den „Friseur“ nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet. Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der „Friseur“ könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden.

In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen. Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Simon Jäger

Länge
7 h 29 m

Meine Meinung
Mittlerweile vergleiche ich ja Fitzeks Bücher mit dem blinden Kauf einer Pralinenschachtel. Man weiß nie, was man bekommt. Dementsprechend lange zögerte ich auch, bis ich mir seinen neuesten Thriller „Das Paket“ herunterlud.

Dieses Mal wurde ich relativ positiv überrascht. Zwar empfand ich auch dieses Hörbuch wieder als durch und durch konstruiert, aber es war recht spannend, hatte überraschende Wendungen, die ich – mit gutem Willem – nachvollziehen konnte und das Ende hätte ich so nun überhaupt nicht erwartet, weil es einfach – mal wieder – ein riesen großes Konstrukt war. Und natürlich gab es auch wieder völlig übertriebene Szenen. Aber das kennt man ja schon von Fitzek.

Aufgrund der Kürze der Geschichte hatte ich sie auch sehr schnell durch, was ich hier auch sehr schätzte, denn unterbrechen wollte ich sie ungern und viel länger hätte ich diesem „Drama“ auch nicht zuhören wollen. Bei der Stange hielten mich die Ereignisse, die sich schier übereinander stapelten. Also Tempo kann er, der Sebastian Fitzek.

Doch wie schon zuvor erwähnt, sind mir seine Bücher mittlerweile – und hier auch wieder – einfach einen Tick zu konstruiert. Man hat nicht den Eindruck, dass sich die Protagonisten während der Geschichte groß entwickeln dürfen. Jede Persönlichkeit scheint bei Fitzek zu Beginn des Schreibens schon fix und fertig gestylt und charakterisiert zu sein, deshalb gibt es in Sachen Persönlichkeitsentwicklung auch recht wenig zu vermelden. Da fehlt einfach – wie soll ich es ausdrücken – ein wenig die Seele, der Mensch an sich.

Simon Jäger fand ich hier sehr gut. Er hat die einzelnen Personen sehr glaubhaft gesprochen.

Insgesamt fand ich „Das Paket“ eine kurzweilige Unterhaltung, die nett für zwischendurch ist, aber schon morgen wieder aus meinem Gedächtnis verschwunden sein wird. Die Story bleibt nicht haften. Dafür ist sie einfach zu schwach, zu konstruiert und das Thema mittlerweile auch zu abgedroschen.

Vielleicht sollte man Sebastian Fitzek einfach mal wieder mehr Zeit gönnen, um wieder einen richtig guten Thriller schreiben zu können. Denn dass er das kann, hat er ja schon bewiesen. Nur eben die letzten Jahre, seit dem er so beliebt und berühmt geworden ist, nicht mehr. Mich würde es nicht wundern, wenn dies einfach dem zeitlichen Druck zu Schulden wäre, unter dem er höchstwahrscheinlich steht.

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Weitere Informationen
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Siehe auch:

Oliver Welter / Michael Gantenberg – Lang sind die Schatten (Inka Luhmann 2)

Lang sind die SchattenBeschreibung
Schock beim Stock-Car-Rennen: im hohen Bogen fliegt beim Finish eine Leiche aus dem Kofferraum des Siegerautos. Der Tote war im Autoclub Hesborn sehr beliebt. Aber wie Kommissarin Inka Luhmann bald herausfindet, war er auch bekannt als Bordellbesitzer und Zuhälter. Und deswegen schon verurteilt. Damaliger Ermittler: Inkas Mann, Hauptkommissar Hendrik Luhmann, aktuell in Elternzeit. Auf Inkas Fragen antwortet ihr Mann ausweichend. Verschweigt er etwas? Was wissen seine alten Kollegen? Als ein weiterer Mord geschieht, muss sich Inka fragen, wem sie bei der Jagd nach dem Täter noch vertrauen kann…

Sprecher
Vera Teltz

Länge
10 h 55 m

Meine Meinung
„Lang sind die Schatten“ war ein Krimi genau nach meinem Geschmack. Was haben wir hier also: einen tollen Auftakt mit einem schockierenden Leichenfund, eine sympathische Kommissarin, deren Mann – ebenfalls Polizist jedoch in Elternzeit – gleichermaßen sympathisch ist, ein sehr gut beschriebenes und bunt gemischtes Ermittlerteam, jede Menge Spannung und einen Showdown, der seines Gleichen sucht.

Lange tappte ich mit Inka Luhmann und ihrem Team im Dunkeln, wer denn der Mörder des im Stock-Car aufgefundenen Toten ist. Als es dann noch einen Mord gibt und einiges auf den selben Mörder schließen lässt, anderes jedoch auch wieder nicht, steht man nun komplett ratlos da. Ist es ein Serientäter? Und wenn ja, was ist sein Motiv, nach welchen Kriterien sucht er seine Opfer aus? Und warum sind sie Morde und die Leichenfundorte doch so unterschiedlich?

Auch als einem die Lösung langsam dämmert, nimmt das kein bisschen die Spannung, da der Mörder ja schließlich erst noch gefasst werden muss. Und das erweist sich als gar nicht so einfach.

Ich fand die Mischung zwischen Ermittlungsarbeit und Familienleben der Luhmanns sehr gelungen. Es fügte sich alles wunderbar zusammen. Sehr gut fand ich auch, dass – als sie von einem Regelverstoß ihres Mannes erfuhr und völlig entsetzt darüber war – sie später selbst in eine Situation geriet, in der sie sich zwischen Regeln/Gesetze und Recht entscheiden musste.

Ganz zum Schluss klärt sich auch noch auf, warum der Titel „Lang sind die Schatten“ heißt.

Vera Teltz als Sprecherin fand ich auch sehr passend. Diesen Krimi möchte ich als beste Krimiunterhaltung bewerten. Denn ich lauschte den knapp 11 Stunden gebannt – und zwar in jeder Minute.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Oliver Welter / Michael Gantenberg – Lang sind die Schatten (Inka Luhmann 2)

Kyle Mills – Die Unvergänglichen

Die UnvergänglichenBeschreibung
Dr. Richard Draman versucht verzweifelt ein Heilmittel für eine seltene, genetische Krankheit zu finden, die Kinder extrem schnell altern lässt. Die Krankheit, an der auch seine Tochter sterben wird. Als der Ehemann einer Kollegin, die kürzlich durch einen mysteriösen Selbstmord starb, ihm heimlich eine Kopie der Studie übergibt, an der seine Frau zuletzt gearbeitet hatte, sieht Draman schließlich einen Hoffnungsschimmer. Die Forschungsergebnisse sind atemberaubend und enthalten die Möglichkeit, nicht nur den Bereich der Biologie auf den Kopf zu stellen, sondern auch die Welt selbst umzuformen. Bald jedoch befindet er sich auf der Flucht, unerbittlich von einer scheinbar allmächtigen Gruppe verfolgt, die alles tut, um ihn zum Schweigen zu bringen.

Sprecher
Reinhart von Stolzmann

Länge
9 h 50 m

Meine Meinung
Bei diesem Buch reizte mich das Thema. Progerie ist ja nun wirklich eine schreckliche Krankheit und ich wollte mehr darüber erfahren.

Den Anfang der Story fand ich schrecklich. Also schrecklich gut. Sie beginnt mit einem kaltblütigen Mord, der herzloser kaum sein könnte. Ich war gespannt, wie es denn nun weitergehen würde. Dr. Draman versucht, wie schon oben beschrieben, seine Tochter, die an Progerie leidet, zu retten, in dem er ein Heilmittel sucht, das ihr helfen kann. Doch die Geldnot lässt ihn in seinen Forschungen nicht so recht voran kommen. Als er dann die Forschungsergebnisse einer Biologin erhält – nämlich genau der Biologin, die am Anfang der Story ermordet wird – schöpft er neue Hoffnung. Doch statt dessen verwandelt sich sein Leben und das seiner Familie zu einem wahren Albtraum.

Bis ungefähr zur Mitte des Buches fand ich die Story mächtig spannend und ich war mit all meinen Sinnen voll in der Geschichte. Doch dann war für mich die Spannung plötzlich raus. Die Story nahm eine Wendung, die zwar logisch war, die aber in eine Richtung ging, die mir nicht mehr so gut gefiel. Ich ertappte mich, wie ich bei ganzen Passagen nicht mehr aufmerksam genug zuhörte und musste von da an vieles erneut hören, um weiter der Story folgen zu können. Doch auch beim zweiten Hören, fesselten mich die Passagen nicht derart, wie im ersten Teil. Das fand ich äußerst bedauerlich.

Doch insgesamt war die Geschichte wirklich gut. Warum für mich im zweiten Teil plötzlich so die Luft raus war, kann ich gar nicht wirklich in Worte fassen, denn die Story ging ja durchaus spannend und mit vielen Wendungen weiter. Vermutlich war es einfach dieses typische „Wer das Geld hat, hat die Macht“-Gehabe, das mich hier einfach nicht mehr richtig bei der Stange halten konnte. Wer zum Schluss dann „gewonnen“ hat, werde ich nicht verraten.

An den Sprecher musste ich mich erst gewöhnen. Doch nach einiger Zeit hatte ich mich mit seiner Stimme und seiner monotonen Art dann doch anfreunden können.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Kyle Mills – Die Unvergänglichen

Eric-Emmanuel Schmitt – Oskar und die Dame in Rosa

Beschreibung
Mit diesem Hörspiel ist ein kleines Kunststück gelungen: Stilsicher, ohne falsche Sentimentalität wird ein schwieriges, nahezu tabuisiertes Thema „philosophisch“ umkreist. Es ist das Sterben von Kindern aus der Sicht eines Kindes, das weiß, dass es nicht mehr lange leben wird. Vielleicht liegt es an der großartigen Gisela Trowe, die als Oma Rosa den kleinen Oskar bis zum Ende begleitet, vielleicht an Jannik Schümann in der Rolle des leukämiekranken Oskar, jedenfalls fühlt man sich am Ende des Hörspiels unerwartet leicht, zuversichtlich und kein bisschen bedrückt. Mehr noch, man hat einen anderen Blick auf den Tod bekommen.

Eingebettet in die Geschichte eines kleinen Jungen, der sterben wird, es weiß und in Briefen an Gott von seinen Erlebnissen erzählt, wird der philosophische Stoff des Todes inszeniert. Denn es ist wichtig, dass darüber gesprochen wird. Am Anfang leidet Oskar zwar unter seinem bevorstehenden Tod, mehr noch macht ihm aber das Verhalten seiner Eltern zu schaffen. Oskar spürt, wie sie sich abwenden, er fühlt ihre Lügen und kann das nur als Liebesentzug verstehen. Zu der unfassbaren, ungerechten Todesverurteilung kommt für ihn noch die Abwendung seiner Eltern.

In diesem verzweifelten Stadium hilft dem krebskranken Oskar Oma Rosa. Sie rät ihm, Briefe an den lieben Gott zu schreiben und sich vorzustellen, ab sofort jeden Tag zehn Jahre älter zu werden. Und Oskar lässt sich darauf ein, er durchlebt im Zeitraffer Pubertät, Liebe und Eifersucht, Midlife-Crisis und das Alter. Er feiert mit Oma Rosa und seinen Eltern noch ein wunderbares Weihnachtsfest und stirbt dann im Einklang mit sich und der Welt.

Eric-Emmanuel Schmitt zählt zu den international erfolgreichsten zeitgenössischen Dramatikern. Nach der inzwischen verfilmten, erfolgreichen Erzählung „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ wurde auch „Oskar und die Dame in Rosa“ ein Bestseller. Der Autor kannte selbst einen todkranken Jungen; seinen Vater, der als Physiotherapeut arbeitete, durfte er oft in die Klinik begleiten. Mit „Oskar und die Dame in Rosa“, im Februar 2002 als Bühnenstück in Paris uraufgeführt, schrieb der ehemalige Philosophiedozent eine wichtige Geschichte über Leben und Tod. Das Buch gehört zur „Trilogie des Unsichtbaren“. „Oskar und die Dame in Rosa“ thematisiert das Christentum, „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ widmet sich dem Sufismus, und „Milarepa“ beschäftigt sich mit dem Buddhismus.

Fazit: Regisseur Sven Stricker hat ein bewegendes Hörspiel geschaffen, ein wichtiges Thema beeindruckend inszeniert. Mit Weisheit, Humor und bar jeglicher Sentimentalität. Eine Produktion des Norddeutschen Rundfunk 2003.

Sprecher
Gisela Trowe (als die Dame in Rosa) und Jannik Schümann (als Oskar, den krebskranken Jungen)

Länge
88 Minuten

Meine Meinung
Was für eine schöne Erzählung! Schon allein der Mut, sich an solch ein Thema heranzuwagen, verdient ein Extrasternchen. Denn es ist wohl so ziemlich das schwierigste Thema überhaupt: wenn Kinder sterben müssen.
Eric-Emmanuel Schmitt hat mit seiner robusten Dame in Rosa eine starke Persönlichkeit erfunden, die Oskar immer wieder mit Rat und Tat beiseite steht und stets gute Tipps für ihn hat, wie er seine Gedanken positiver lenken kann.
So hatte ich hier ein Hörbuch vor mir, dass mit viel Charme, viel Ernsthaftigkeit aber auch mit sehr viel Witz recht leicht erzählt wird, auch wenn es eigentlich verdammt schwere Kost ist.
Selten habe ich gesehen, dass diese Gratwanderung bravouröser gemeistert wurde. Es ist kein bisschen kitschig, es rührt nicht (oder fast nie) zu Tränen und doch schwebt das Thema „Tod eines Kindes“ stets über dem Geschriebenen bzw. Gehörten. Denn einzig darum und wie man mit dem Wissen um den nahen Tod umgehen kann, geht es in diesem Hörspiel.

Die beiden Sprecher waren super! Keine Stimme hätte besser zu „Oma Rosa“ gepasst, keiner hätte den jungen Oskar besser vertonen können. Insgesamt war dieses Hörspiel sehr, sehr gut gemacht. Großes Lob an den Regisseur Sven Stricker.

Fazit: absolut empfehlenswert

Siehe auch: