Margaret Atwood – Das Herz kommt zuletzt

Beschreibung
Wer wohnt schon gern in seinem Auto? Zumal, wenn marodierende Banden die Stadt beherrschen? Stan und Charmaine, ein nettes, normales Paar, durch die Wirtschaftskrise in Not geraten, werden immer verzweifelter. Eine Anzeige verspricht Rettung: das Positron Project, ein „soziales Experiment“ verspricht ein Leben in Sicherheit und geregelten Verhältnissen. Hastig unterschreiben sie, obwohl die Bedingungen eigenwillig sind – alle Bewohner der streng abgeschiedenen Stadt Consilience wechseln im Monatsturnus zwischen dem Status eines Gefangenen und dem eines Freien.

Zunächst läuft alles bestens – auch wenn Charmaine und Stan, ohne dass der jeweils andere davon weiß, eine sexuelle Obsession für ihre Hauspartner entwickeln – also jene Leute, die ihr schmuckes Heim bewohnen, wenn sie selbst ihren Gefängnismonat absolvieren. Doch dann finden sich Charmaine und Stan durch einen „Buchungsfehler“ in verschiedenen Zyklen wieder, und bald ist viel mehr gefährdet als nur ihre Ehe…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Nils Nelleßen

Länge
12 h 05 m

Meine Meinung
Bisher haben mir die Geschichten von Margaret Atwood ja immer sehr gut gefallen. Doch hier bin ich etwas anderer Meinung. Der Plot an sich ist zwar wieder sehr interessant, die Idee gar genial. Doch trotzdem konnte mich diese Geschichte nicht so wirklich in seinen Bann ziehen. Irgendwie wollte der Funke einfach nicht so richtig überspringen.

Das liegt vermutlich daran, dass ich die Story über Strecken als ziemlich langatmig empfand. Auch fand ich die Protagonistin Charmaine ziemlich naiv und nervig. Ihren Mann empfand ich zwar als einen interessanteren Charakter, doch auch hier wollte die Sympathie nicht so richtig Fahrt aufnehmen.

Die Idee der Geschichte fand ich allerdings schon skurril und durchaus interessant. Man bekommt ein Haus für einen Monat, im nächsten Monat muss man ins Gefängnis und als Gefangene/r sein Leben fristen. Dies im steten  Wechsel, so dass alle Bewohner die Hälfte in Freiheit und die andere Hälfte ihres Lebens in Gefangenschaft verbringen mussten. Das sparte Wohnraum und löste weitere gesellschaftliche Probleme auf einen Schlag. Die totale Überwachung … wenn denn alle nach den Regeln spielen… doch man hätte es ja nicht mit Menschen zu tun, wenn dem eben nicht so ist.

Wie oben bereits erwähnt, ist die Story durchaus interessant, doch mich hat sie leider nicht in Gänze gepackt. Der Sprecher hingegen hat mir sehr gut gefallen.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Margaret Atwood – Das Herz kommt zuletzt

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Ian McGuire – Nordwasser

Beschreibung
Henry Drax kennt kein Gewissen. Er ist Harpunierer auf der Volunteer, einem Walfangschiff, das von England Kurs auf die arktischen Gewässer der Baffinbucht nimmt. Ebenfalls an Bord ist Patrick Sumner, ein Arzt von zweifelhaftem Ruf, der glaubt, schon alles gesehen zu haben – nicht ahnend, dass seine größte Prüfung noch bevorsteht, nachdem er Drax einer ungeheuerlichen Tat überführt hat. Während sich der Konflikt zwischen den beiden Männern zuspitzt, wird auch der eigentliche Sinn der verhängnisvollen Expedition zunehmend klar…

Sprecher
Wolfram Koch

Länge
9 h 43 m

Meine Meinung
Dieses HB ist gleichzeitig irgendwie abstoßend und doch auch enorm anziehend! Die Zeit, in der es spielt, war sicherlich nicht allzu pingelig – unter den harten Männern der Walfangschiffe ging es natürlich dementsprechend derb zu. Es mangelt hier nicht an derben Begriffen und üblen Beschimpfungen. Und doch zieht einem die Geschichte derart in seinen Bann, dass man kaum aufhören kann zu hören. Denn der Plot ist äußerst interessant.

Abgesehen von den qualvollen Walfangmethoden geht es hier hauptsächlich um einen Versicherungsbetrug. Keine Bange, ich habe damit jetzt nicht gespoilert, denn dies wird schon sehr früh in der Story mitgeteilt. Nach und nach merken die Männer, dass ihr Kapitän nicht sonderlich viel Wert auf ihr Überleben legt. Als dann durch den Arzt ein übles Verbrechen ans Licht kommt, eskaliert die Sache und es wird zunehmend ein immer härterer Kampf ums Überleben.

Wolfram Koch als Sprecher fand ich klasse! Generell finde ich ihn als Hörbuchsprecher erste Sahne und freue mich immer, wenn er als Sprecher in einer Geschichte eingesetzt wurde.

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Axel Hacke – Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen

Beschreibung
Ein kurzes, hoch aktuelles Hörbuch über die alte, immer wieder neu zu stellende Frage: Wie lebt man richtig, mit sich selbst und mit anderen?

Sprecher
Axel Hacke

Länge
4 h 06 m

Meine Meinung in Kürze
Axel Hacke spricht hier Themen an, die wirklich momentan sehr im Argen liegen und die dringend überdacht und auch ausgesprochen werden müssen, damit immer mehr Menschen wachgerüttelt werden und vielleicht doch mal anfangen, selbst nachzudenken und nicht immer nur „nachplappern“, was ihnen vorgesetzt wird.

Dieses Hörbuch ist eine schonungslose Bestandsaufnahme, wie weit es mittlerweile mit Werten wie Respekt, Wertschätzung und Anstand gekommen ist und stellt damit klar, in welchem desolaten Zustand unser menschlicher Umgang momentan ist. So gebündelt am Stück angehört, denkt man sich: In solch einer Welt will ich nicht leben! Und im nächsten Moment denkt man: Verdammt, in genau dieser Welt lebe ich!

Meiner Meinung nach ist dieses Hörbuch wirklich eine wichtige Ist-Darstellung, was Menschen sich gegenseitig antun, wenn Werte wie Anstand und Respekt als antiquiert angesehen werden und somit kaum noch Beachtung finden.

Ich muss aber auch zugeben, dass ich nicht in allen Punkten mit Axel Hacke übereinstimme. Denn Zensur finde ich nicht den richtigen Weg, um Probleme aus der Welt zu schaffen.

Insgesamt aber hat mir dieses Hörbuch sehr gut gefallen und es wäre wirklich wünschenswert, dass es sich ganz viele Leute anhören.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Axel Hacke – Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen

Siehe auch:

Kazuo Ishiguro – Was vom Tage übrig blieb

Beschreibung
Ausgezeichnet mit dem Nobelpreis für Literatur 2017

Seit Jahrzehnten dient Stevens als Butler auf Darlington Hall. Er sorgt für einen tadellosen Haushalt und ist die Verschwiegenheit in Person: Er hat sein Leben voll und ganz in den Dienst seines Herrn gestellt, niemals würde er auch nur ein Wort über die merkwürdigen Vorgänge im Herrenhaus verlieren. Jetzt bricht er zum ersten Mal aus seiner gewohnten Welt aus, um seine ehemalige Kollegin, Miss Stenton, in Cornwall zu besuchen. Die Fahrt wird für Stevens zu einer Reise in die Vergangenheit und schließlich auch zu einer Reise zu sich selbst.

Das kritische Portrait einer von Klasse und Hierarchien geprägten Gesellschaft und eine bittersüße Liebesgeschichte, erzählt von einem, der seinen Stand nie hinterfragt und der nie auch nur geahnt hat, dass er liebte.

Sprecher
Gert Heidenreich

Länge
8 h 49 m

Meine Meinung
„Was vom Tage übrig blieb“ – man könnte auch sagen: „Was vom Leben übrig blieb“. Denn Stevens, der zeitlebens als Butler auf Darlington Hall arbeitete, verbringt sein ganzes Leben damit, seinem Herren zu dienen, stets alles zu geben und niemals irgendwelche Geheimnisse preiszugeben. Er steht zu 100 % hinter seinem Chef, hinterfragt nicht, arbeitet und stellt seine eigenen Bedürfnisse hinten an. Er geht sogar soweit, dass er seine eigenen Bedürfnisse gar nicht wahrnimmt.

Als er die Möglichkeit bekommt, mit dem Ford seinen Herrn eine Urlaubsreise anzutreten, führt ihn diese Reise nicht nur an wunderbare Orte, die er zuvor niemals gesehen hatte und von denen er auch rein gar nichts ahnte – war er doch immer nur auf Darlington Hall gewesen. Nein, diese Reise führt ihn auch zu seiner ehemaligen Arbeitskollegin, die ihn damals geliebt hatte und er vor lauter Ehrgeiz nicht den leisesten Schimmer davon hatte.

Mit jedem weiteren Kilometer führt ihn diese Reise auch zu sich selbst, er reflektiert sein Leben, sein Handeln, seine Intention und kommt damit zu der Erkenntnis, was vom Tage übrig blieb. Oder auch – wie ich schon geschrieben habe – was von seinem Leben übrig blieb.

„Was vom Tage übrig blieb“ ist ein geruhsames Resumé auf ein Leben, das geprägt von Pflichtbewusstsein und Fleiß gänzlich am Protagonisten vorüber ging.

Gert Heidenreich als Sprecher war auch bei diesem Hörbuch wieder sehr, sehr gut. Ich mag einfach seine Stimme und seine Art.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es z. B. bei Audible.de und bei Random House Audio. Hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Kazuo Ishiguro – Was vom Tage übrig blieb

Herzlichen Dank an Random House Audio für das Rezensionsexemplar.

Karin Slaughter – Die gute Tochter

Beschreibung
„Lauf!“, fleht ihre große Schwester Samantha. Mit vorgehaltener Waffe treiben zwei maskierte Männer Charlotte und sie an den Waldrand. „Lauf weg!“ Und Charlie läuft. An diesem Tag. Und danach ihr ganzes Leben. Sie ist getrieben von den Erinnerungen an jene grauenvolle Attacke in ihrer Kindheit. Die blutigen Knochen ihrer erschossenen Mutter. Die Todesangst ihrer Schwester. Das Keuchen ihres Verfolgers.

Als Töchter eines berüchtigten Anwalts waren sie stets die Verstoßenen, die Gehetzten. 28 Jahre später ist Charlie selbst erfolgreiche Anwältin. Als sie Zeugin einer weiteren brutalen Bluttat wird, holt ihre Geschichte sie ganz ungeahnt ein.

„Die gute Tochter“ ist ein Meisterwerk psychologischer Spannung. Nie ist es Karin Slaughter besser gelungen, ihren Figuren bis tief in die Seele zu schauen und jede Einzelne mit Schuld und Leid gleichermaßen zu belegen.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Nina Petri

Länge
18 h 43 m

Meine Meinung
Die gute Tochter ist ein recht interessanter Thriller, der sich allerdings etwas zieht. Hauptsächlich aufgrund der Erzählweise aus verschiedenen Perspektiven, sprich, das gleiche Geschehen wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Allerdings beginnt das Geschehen immer wieder sehr weit vorne, so dass man vieles bereits genau so gehört hat, nur eben aus der anderen Erlebniswelt. Bis sich die Ereignisse dann unterscheiden, dauert etwas.

Die Story ist vollgepackt mit menschlichen Tragödien, was ich auf die Dauer auch etwas anstrengend fand. Jedoch werden diese sehr eindrücklich beschrieben. Manchmal für meinen Geschmack allerdings etwas zu detailliert.

Die äußerliche Personenbeschreibung hingegen fiel recht knapp aus, hier wurde wesentlich mehr Wert auf deren Handeln gelegt. So war ich doch recht überrascht, als ich ziemlich am Ende erfuhr, das eine der Protagonistinnen kurze graue Haare hatte. Ich hatte über die gesamte Story eine Brünette mit langen Haaren in meiner Vorstellung. Gut, das ist nun nicht dramatisch, aber doch ungewöhnlich.

Das Ende der Geschichte hatte mich dann doch überrascht. Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. Ich hatte die ganze Zeit eine andere Person in Verdacht.

Insgesamt fand ich die Geschichte zu lange, zu zäh und zu voll mit Dramen. So richtig konnte mich keine der Personen wirklich packen. Ohne das doch wirklich sehr überraschende Ende hätte die Story nicht viel vorzuweisen. Schade eigentlich.

Die Sprecherin Nina Petri hingegen hat ihre Sache gut gemacht. Ohne sie hätte ich vermutlich irgendwann aufgegeben.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Karin Slaughter – Die gute Tochter

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Gregory David Roberts – Shantaram

Beschreibung von Audible
Interpol, Indien und das innere Ich: „Shantaram“ von Gregory David Roberts

Was zählt im Leben und wie finden wir uns wieder? Dass dies nur zwei Aspekte sind, denen Gregory David Robert in „Shantaram“ nachgeht, deutet auf die Vielseitigkeit der Geschichte vor der atemberaubenden exotischen Kulisse Indiens.

In „Shantaram“ spricht Jürgen Holdorf die spannende Geschichte des Australiers Lindsay, der nach zwei Jahren Gefängnis auf der Flucht vor Interpol ist. Er taucht in Bombay unter und trifft dort auf Prabaker, einen jungen Inder, der ihm die Metropole und die Möglichkeiten zeigt, die eigene innere Mitte wiederzufinden. Als Lindsay sich an der Seite der Armen in Sicherheit glaubt, macht ihm die Bekanntschaft einer jungen Frau einen Strich durch die Rechnung.

Dieses Hörbuch lädt Sie ein, das faszinierende Indien kennenzulernen und gleichzeitig einer spannenden Geschichte über den Sinn des Lebens zu lauschen.

Inhaltsangabe
Eine ebenso tollkühne wie bewegende Reise ohne Rückfahrkarte in das Indien abseits der touristischen Routen.

Als der Australier Lindsay mit falschen Papieren in Bombay strandet, hat er einen spektakulären Ausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis hinter sich und ist auf der Flucht vor Interpol. Ohne Sprachkenntnisse und Kontakte ist das Überleben in der chaotischen Metropole jedoch schwer. Zu seinem Glück begegnet Lindsay dem jungen Inder Prabaker, der in den Slums lebt und ihn unter seine Fittiche nimmt.

Auf ihren Streifzügen durch die exotische, schillernde, aber auch zutiefst brutale und gnadenlose Stadt schließen die beiden eine innige Freundschaft. Von Prabaker lernt Lindsay nicht nur die Landessprache, sondern auch, mit sich ins Reine zu kommen und Verantwortung zu übernehmen: Als „Shantaram“, als „Mann des Friedens“ wird er zum Anwalt der Armen und kämpft fortan mutig und aufopferungsvoll für eine menschenwürdigere Welt.

Sprecher
Jürgen Holdorf

Länge
45 h 16 m

Meine Meinung
Shantaram ist eine wundervolle Geschichte mit philosophierenden Gangstern und jeder Menge Gefühle. Stinkig, wohlduftend, elendig, berauschend, gefühlsduselig und schockierend – alles ist vorhanden in diesem 45-Stunden-Werk von Gregory David Roberts, der hier eine halbautobiografische Geschichte zu Papier gebracht hat.

Ich war noch nie in Bombay. Doch jetzt nach diesem Hörbuch habe ich das Gefühl, dass ich den Herzschlag der Stadt kenne, dass ich all die schönen Plätze doch mehr noch die schmutzigen und verwegenen Orte der Stadt kenne. Und fast hatte ich den Eindruck, dass „Prabakers Slum“ der schönste Ort der Welt sein muss… Okay, zurück in die Realtität.

Beim Kauf des Hörbuches dachte ich mir: 45 Stunden, hm, das ist lang, aber ich kann ja zwischendurch etwas anderes hören, wenn es mir gerade zu langatmig wird. Tja, jetzt kann ich berichten, dass ich in jeder freien Minute dieses Hörbuch gehört habe und im Traum nicht auf die Idee kam, es zu unterbrechen. Denn ist absolut spannend. Nicht nur aufgrund der vielen Geschehnisse, die den Protagonisten ereilen, auch von den örtlichen Beschreibungen und von den vielen, vielen Gedankengängen her ist es einfach nie langweilig. Und man merkt wirklich, dass der Autor vieles davon tatsächlich selbst erlebt hat.

Im letzten Fünftel des Hörbuches muss ich allerdings gestehen, dass ich über die immer mehr überbordenden blumigen Metaphern meist nur noch lachen musste. Bollywood hat wohl doch sehr auf ihn und seine Gefühlswelt eingewirkt. Doch es schadet der Gesamtstory ganz und gar nicht. Höhen und Tiefen durchlebt Lin, der Protagonist, mehr als genug, wobei sich die Tiefen eindeutig häufen und die Höhen eher verschwindend gering sind. Doch einer meiner persönlichen Highlights war immer wieder der Auftritt des kleinen immer strahlenden Inders Prabaker, oder auch Prabo, wenn man ein Freund von ihm war. Dieser kleine herzensgute Mensch hat es mir so richtig angetan, ihn habe ich wirklich lieben gelernt. Ein Lieblingsausdruck von ihm: „Viel prima gut“. Hach, das wird mir noch lange in den Ohren klingen. Vor allem da Jürgen Holdorf ihn so genial gesprochen hat. Doch nicht nur ihn, auch alle anderen Personen, und davon gab es verdammt viele – ich fand seine Leistung wirklich bombastisch gut und würde ihm gerne noch ein paar mehr Pingus geben.

Die Geschichte mit der dressierten Maus – nur ein kleiner Absatz in diesem Hörbuch – hat mir sehr zugesetzt. Es geht hier um eine kleine Maus und ich kämpfte mit den Tränen.

Zur Entwicklung des Protagonisten möchte ich sagen, dass ich ihn anfangs sehr bewunderte, wie er seine zunächst wirklich fatale Lage gemeistert hat. Doch im weiteren Verlauf der Story, hätte ich ihm gerne öfter mal in den Allerwertesten getreten, doch bitte nicht immer so blauäugig den Menschen zu vertrauen. Doch ganz am Ende, nach viel Leid und Enttäuschung hat selbst er einiges über das Leben gelernt. Doch da er vermutlich kein Unikat auf dieser Welt ist, der erst ganz harte Prüfungen hinter sich bringen muss, um zu begreifen, will ich das gerne verzeihen.

Sehr köstlich hingegen fand ich die „philosophierenden Debattierstunden“ der Gangster, um nicht zu sagen Schwerverbrecher. Es war immer wieder interessant, diesen Diskussionen und Gedankengängen zu lauschen.

Insgesamt ist Shantaram ein wahrhaft berauschendes Hörbuch, das an Spannung nicht spart, das durch detaillierte Beschreibungen lebhaft und glaubhaft wird und einen leichten Hauch von Bollywood aufzeigt. Letzteres ist auf die gewählte oftmals übertrieben blumige Ausdrucksweise des Autors bezogen – insbesondere, wenn es um seine große Liebe Karla ging. Ich konnte diese Frau – bei mir war sie von Anfang an nur: „Miss Superschlau“ – nicht leiden. Was der Protagonist an ihr so toll fand, war für mich dementsprechend schwer nachvollziehbar. Aber – wo die Liebe hinfällt.

Ich kann dieses Hörbuch also besten Gewissens allen empfehlen, die gerne Spannung, fremde Länder und Erfahrungen und natürlich philosophische Gedanken lieben. Ein Mann auf der Suche nach sich selbst und dem Sinn des Lebens. Eine geniale Mischung von allem bietet diese Geschichte. Von der Länge des Hörbuches sollte man sich wirklich nicht abschrecken lassen. Denn fast jede Minute ist äußerst hörenswert.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Gregory David Roberts – Shantaram

Bertolt Brecht – Leben des Galilei

leben-des-galileiBeschreibung
Bertolt Brecht – Leben des Galilei ist eines seiner bedeutendsten Werke. Die Frage nach moralischer Verantwortung von Wissenschaftlern für die Resultate ihrer Arbeit ist hochaktuell.

Mit Beginn der kriegerischen und friedlichen Nutzung von Kernenergie müssen sich Forscher immer stärker mit dem Resultat ihrer Arbeit auseinandersetzen. Egal, ob es sich um Atommüll, Genmais oder Internet-Trojaner handelt. Bertolt Brecht (1898-1956) verwebt in Leben des Galilei meisterhaft die Konfliktfelder moderner Wissenschaften mit der Geschichte des Naturwissenschaftlers Galileo Galilei (1564-1642).

Das Leben des Galilei spielt in Italien im 17. Jahrhundert und umfasst einen Zeitraum von 28 Jahren. Der Physiker Galileo Galilei steht exemplarisch für den gesellschaftlichen Aufbruch dieser Zeit. Um sein städtisches Gehalt aufzubessern, bemächtigt er sich fremder Erfindungen. Mit einem neuartigen Teleskop bestätigt er, dass keineswegs die Erde im Mittelpunkt des Universums steht. Ein Konflikt mit der katholischen Kirche lässt nicht lange auf sich warten. Galileo wird als Ketzer verfolgt und mit Folter bedroht. Als alter Mann im eigenen Haus eingesperrt, verzweifelt Galileo darüber, seine wissenschaftlichen Prinzipien verraten und sich der Inquisition gebeugt zu haben. Brecht schuf verschiedene Überarbeitungen des Stücks und stellte unter dem Eindruck der Atombombenabwürfe am Ende des Zweiten Weltkriegs die moralische Verantwortung der Wissenschaftler für ihr Handeln heraus. Das Leitthema kirchlicher Allmacht schwächte er hingegen ab.

Die Werke Bertolt Brechts erscheinen im Suhrkamp Verlag. www.suhrkamp.de

Galileo, der Song des Balladensängers mit dem Text von Bertolt Brecht und der Musik von Hanns Eisler, stammt aus einer Koproduktion des Staatsschauspiels Dresden und des Maxim Gorki Theaters Berlin in der Regie von Armin Petras. www.staatsschauspiel-dresden.de | www.gorki.de

Sprecher
Christian Bergmann, Anna-Maria Böhm, Frank Casali, Macel Eid, Silke Franz, Antje Hamer, Aischa Lina Löbbert, Malte Müller, Marvin Thiede, Isabel Vollmer, Alexander Weikmann, Tobias Wollschläger, Luca Zamperoni, Jonas Baeck, Wolfgang Michalek und anderen – mit Musik von Hanns Eisler

Länge
3 CDs

Meine Meinung
Um was es in diesem Hörbuch geht, wird oben ja bereits umfangreich beschrieben. Deshalb möchte ich mich hier mehr der Machart des Hörbuchs widmen. Es ist ein Schauspiel als Hörspiel. Es gibt Szenenauftritte, einen Erzähler und ganz viele Stimmen, die ein Hörspiel aus dem Ganzen machen. Auch gibt es hier und da Gesangseinlagen, die zwar inhaltlich perfekt passten, mir persönlich aber nicht so gut gefallen haben.

Dieses Hörbuch ist völlig anders, als alles andere was ich bisher gehört habe. Ich konnte mir zunächst nicht so recht vorstellen, dass ein Schauspiel derart gut als Hörbuch/Hörspiel umgesetzt werden kann. Doch ich wurde eines besseren belehrt. Ein Glück. Denn es ist äußerst informativ, lehrreich und trotzdem sehr kurzweilig gestaltet. Ich habe es in einem Rutsch durchgehört.

Die Sprecher fand ich alle in ihren jeweiligen Rollen sehr gut. Sie waren durch die Bank weg äußerst engagiert und stimmlich passend.

Warum nun keine vollen 5 Pingus? Weil mir die Gesangseinlagen einfach nicht gefallen haben. Alles andere hat die volle Pingu-Punktzahl verdient.

Doch wie so oft ist alles Ansichtssache. Ein anderer findet vielleicht gerade die Gesangseinlagen ganz hervorragend. Deshalb gilt auch hier – wie immer – höre es dir selbst an.

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Herzlichen Dank an den AMOR-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Harald Lesch – Sind wir allein im Universum?

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Prof. Dr. Harald Lesch lehrt theoretische Astrophysik an der Ludwig-Maximilians-Universität, München. Seine Hauptforschungsgebiete sind: Schwarze Löcher, Neutronensterne und Plasmaphysik. Im Bayerischen Fernsehen ist er der Star der SPACENIGHT.

Teil 1:
Warum ist nicht nichts? Woher kommen die Bausteine des Lebens? Sind die Naturgesetze im Universum überall gleich?

Teil 2:
Was ist Leben? Was sind die Voraussetzungen für Leben auf einem Planeten? Sind interstellare Reisen möglich? Was wäre wenn?

Sprecher
Harald Lesch

Länge
2 h 23 m

Meine Meinung
Jetzt weiß ich endlich, warum Außerirdische immer grün sind, wenn sie bei uns auf der Erde landen. 🙂

Harald Lesch ist ein wahrer Profi darin, komplizierte Zusammenhänge einfach verständlich für jedermann zu erklären. Zwar ist hier viel von Neutronen, Protonen, Atomen, Gasen und Druck etc. die Rede. Doch man muss wirklich kein Physik- oder Chemiegenie sein, um dem Gesagten folgen zu können und die Botschaft zu verstehen. Sicher, selbst erklären könnte ich das nun nicht, muss ich aber auch nicht, das macht ja Harald Lesch auf ganz hervorragende Art und Weise. Deshalb sollte man diesem Hörbuch lauschen und nicht mir. Man sollte einzig auf meine Empfehlung hören und sich dieses Hörbuch anhören. Denn es ist nicht nur äußerst informativ, es ist sogar hier und da durchaus sehr humorvoll erzählt.

Und eins ist es immer: mit äußerster Faszination für das Thema vorgetragen. Harald Lesch legt hier ein „Affentempo“ im Erzählen an den Tag, man sollte sich schon wirklich auf das Hörbuch konzentrieren. Denn ohne Konzentration wird man sehr schnell aus dem „magischen Kosmos“ hinausgeschleudert und wird wenig Spaß an dem Hörbuch haben.

Einzig seine manchmal durch die Geschwindigkeit schludrige Aussprache hat mir nicht so gut gefallen. Aber letztendlich versteht man natürlich jedes Wort. Es ist eben eher ein Vortrag als eine Lesung. Aber eben genau das macht seine eigene enorme Begeisterung für das Thema bestens erkennbar. Es macht einfach Spaß, diesem Mann zu lauschen.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Harald Lesch – Sind wir allein im Universum?

Siehe auch:

Michael Bordt – Die Kunst, sich selbst zu verstehen

01_CD_Bordt.indd Den Weg ins eigene Leben finden

Beschreibung
Michael Bordt liest „Die Kunst, sich selbst zu verstehen“

Sich selbst verstehen zu lernen ist eines der spannendsten Projekte, denen wir uns im Leben widmen können. Der Philosoph Michael Bordt zeigt in seinem neuen Hörbuch einen Weg dazu auf und lenkt sein Augenmerk auf das zuweilen schwer zu lösende Knäuel unserer Gefühle, Gedanken und Wünsche. Was löst in uns Glücksgefühle aus, was Enttäuschung oder Verletzung? Mit seinem „philosophischen Plädoyer“ hilft er uns, Klarheit über unsere diversen Emotionen zu gewinnen. Ihm geht es dabei vor allem um die richtige Haltung zu uns selbst, denn nur so bewahren wir auch in schwierigen Phasen das Gespür für uns und unsere Entscheidungen.

Michael Bordt führt den Hörer über zwei Wege an sich selbst heran: über Emotionen und Gedanken. Denn sowohl die Gefühle als auch die Ratio bestimmen unsere Entscheidungen und Handlungen. Durch die genaue Analyse beider anscheinend konträren Spuren erfahren wir mehr über uns selbst und warum wir wie handeln. Diese Selbstanalyse und Erkenntnis hilft uns dabei, ein glückliches und gelungenes Leben zu führen, das wir trotz aller Spannungen und Konflikte, trotz Leid und Trauer bejahen können.

Der Philosoph fragt sich und den Hörer aber auch, worüber man nachdenken sollte, wenn man sich selbst verstehen möchte. Er verdeutlicht, was es überhaupt heißt, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Er zeigt unterschiedliche Arten von Freundschaft und Liebe auf und erklärt, welche Rolle die Arbeit spielt. Letztlich zeigt Michael Bordt, wie wir mit Krisen und Scheitern umgehen können, was unserem Leben Sinn gibt und wie es von uns als gut und gelungen empfunden werden kann.

Der Autor und Sprecher, Michael Bordt, ist Jesuit und Professor an der Hochschule für Philosophie in München, deren Präsident er 2005 bis 2011 war. Er studierte Theologie und Philosophie, wurde in Oxford promoviert und an der Université de Fribourg habilitiert. Als Vorstand des Instituts für Philosophie und Leadership veranstaltet er u. a. Workshops für Führungskräfte im Topmanagement großer Konzerne und für Familienunternehmen. Er ist Autor zahlreicher Publikationen und Sprecher von Hörbüchern, darunter der Bestseller „Die Kunst, sich selbst auszuhalten“.

Sprecher
Michael Bordt (Autorenlesung)

Länge
380 m

Meine Meinung
Fand ich schon die beiden Vorgängerbände von Michael Bordt Die Kunst, sich selbst auszuhalten und Was in Krisen zählt sehr beeindruckend, so muss ich sagen, dass mir dieses Hörbuch aus der Reihe bisher am besten gefällt. Ich kann gar nicht genau sagen, warum, aber dieser Text hat mich außerordentlich beeindruckt. Oft saß ich nickend da und dachte mir: Genau so ist das. Nur war ich bisher nicht in der Lage, dies auch in Worte zu fassen.

Die Themen, die in diesem Hörbuch behandelt werden, sind durchweg äußerst interessant, denn wir durchleben sie alle tagtäglich. Doch Bordt lüpft hier ein wenig  den Vorhang und schaut, wie und warum wir uns in welchen Situationen so verhalten, wie wir uns eben verhalten. Und er hat Erklärungen dafür parat. Und diese Erklärungen haben Hand und Fuß und führen durchaus zu einem besseren Verständnis des eigenen Verhaltens, über das man sich ja manchmal schon selbst wundert. Oder?  😉

Doch damit nicht genug. Er zeigt auch Wege auf, wie man seinen eigenen starren Verhaltensmustern durch kleine Änderungen in den Gedanken entkommen kann einen besseren, für sich zufriedenstellenderen Weg finden kann, mit unangenehmen oder schlimmen Situationen umzugehen.

Bordt zitiert hier viel von den alten Philosophen. Doch bemerkenswert fand ich hier, dass er die „altbekannten“ Zitate oftmals in einen für mich neuen Zusammenhang brachte und sich somit meine Sichtweise durchaus nochmals veränderte.

Dieses Hörbuch hat mich nochmals in meiner Meinung bestärkt, dass der Menschheit ein größeres philosophisches Verständnis durchaus gut tun würde.

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Herzlichen Dank an den Bonnevoice Hörbuchverlag für das Rezensionsexemplar!

Siehe auch:

Jens Lubbadeh – Unsterblich

UnsterblichBeschreibung
Der Traum der Menschheit vom ewigen Leben ist Wirklichkeit geworden: Dank Virtual-Reality-Implantaten können die Menschen als perfekte Kopien für immer weiterleben. Auch Marlene Dietrich ist als Star wiederauferstanden und wird weltweit gefeiert – bis sie eines Tages spurlos verschwindet. Eigentlich unmöglich! Für den Versicherungsagenten Benjamin Kari wird aus der Suche nach ihrem digitalen Klon ein mörderisches Katz-und-Maus-Spiel.

Sprecher
Mark Bremer

Länge
12 h 27 m

Meine Meinung
Marlene Dietrich ist verschwunden! Na, wenn das mal nicht nach einer spannenden Story riecht. Und so war es dann auch. Mir hat die Idee der Geschichte sehr gut gefallen. Es gibt Unsterbliche, die aufgrund gesammelter Daten während ihres Lebens für immer weiterleben können. Und dann gibt es noch Avatare, mit dessen Hilfe man noch als Lebender z. B. reisen oder sonstige Abenteuer erleben kann. Man kann ihn auch zur Arbeit schicken – was für eine tolle Vorstellung 😉

Doch was ist, wenn solch ein Unsterblicher plötzlich spurlos verschwindet? Wie kann denn das passieren? Ben Kari wird beauftragt, dies herauszufinden. Und schon bald muss er feststellen, dass die Big Bosses kein wirkliches Interesse daran haben, den Fall tatsächlich aufzuklären. Vielmehr muss er bald um sein eigenes Leben bangen, je näher er der Wahrheit kommt. Spannend, spannend kann ich da nur sagen und mit einem Showdown, wie ich ihn so noch nie gehört habe.

Die handelnden Personen wurden durchweg sehr gut beschrieben, mit all ihren Gedanken und teilweise auch naiven Vorstellungen der Realität. Umso besser konnte man natürlich die Empörung verstehen, die sich dann zunehmend bei ihnen manifestierte.

Diese Geschichte finde ich ein rundum gelungenes Werk, welches in der nahen Zukunft spielt.

Mark Bremer als Sprecher hat seine Sache wieder wunderbar gemacht.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Jens Lubbadeh – Unsterblich