Oliver Plaschka – Marco Polo: Bis ans Ende der Welt

marco-poloBeschreibung
Ein heldenhafter Abenteurer? Ein geistreicher Berater der Mächtigen? Oder doch nur ein einfacher Betrüger?

Die einzige Romanbiografie über eine der schillernsten Figuren des Mittelalters: Marco Polo. Ist dieser Mann ein Held, ein Genie oder nur ein Lügner? Diese Fragen gehen dem Geschichtenerzähler Rustichello durch den Kopf, als er der Erzählung seines Mitgefangenen Marco Polo lauscht. Hat dieser Marco es wirklich bis an den Hof des Kublai Khan geschafft? Doch diese Fragen verblassen mehr und mehr, je stärker der geschickte Geschichtenerzähler Marco seinen Zuhörer mit seinen Schilderungen gefangen nimmt. Und so reist Rustichello mit Marco zurück in die Vergangenheit, bestaunt mit ihm die Wunder Asiens, hört von dem Geschick, mit dem der Venezianer alle kulturellen Gräben überwinden und zu einem der wichtigsten Männer Chinas aufsteigen konnte.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Wolfgang Wagner

Länge
25 h 23 m

Meine Meinung
Über die Vergangenheit und die wirklichen Erlebnisse des Marco Polo herrschen bis heute große Zweifel.
Oliver Plaschka hat sich für diese Zweifelsfälle eine tolle Grundidee einfallen lassen. Denn erzählt wird die Geschichte zwar aus der Perspektive des Marco Polo. Doch dieser sitzt im Kerker, in der Zelle nebenan der Geschichtenerzähler Rustichello. Ihm erzählt er nach und nach seine Abenteuer im Fernen Osten.

Bald sind auch die Kerkermeister von den Geschichten des Marco Polo fasziniert und ihre Lage verbessert sich – jedoch nur geringfügig. Erst als es eine evtl. zukünftige Braut für Marco Polo gibt, verbessert sich ihre Lage wesentlich. Doch gefangen sind beide immer noch. Allerdings geht die Geschichtenerzählerei weiter. Mit immer mehr Publikum.

Das Gerüst ist zwar sehr interessant gestaltet, doch der eigentliche und spannende Part dieses Hörbuch sind die wirklich faszinierenden Erlebnisse, von denen Marco Polo zu berichten weiß. Und man weiß nie, ob er nun übertreibt, erfindet und dichtet oder ob er all die geschilderten Begebenheiten wirklich erlebt hat. Glaubhaft klingen sie allemal.

Doch da niemand weiß, was nun wahr und was Dichtung ist, bleibt diese Romanbiographie nah an dem, was man weiß und was gemunkelt wird. Doch egal wie: Sehr spannend und vor allem sehr interessant sind alle diese Geschichten auf jeden Fall.

Ich habe dieses über 25 Stunden lange Hörbuch nicht am Stück gehört. Doch es eignet sich perfekt  dafür, es über mehrere Etappen zu hören. Denn so wird ja auch die gesamte Geschichte erzählt.

Wolfgang Wagner als Sprecher kannte ich bisher noch nicht. Doch er hat mich sehr fasziniert. Er hat sowohl Marco Polo als auch Rustichello eine perfekte eigene Stimme verliehen. Er war in seiner Rolle als Sprecher meiner Meinung nach wirklich grandios.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Oliver Plaschka – Marco Polo: Bis ans Ende der Welt

J. R. Moehringer – Tender Bar

Tender BarBeschreibung
Eine Kindheit in Long Island in einer verrauchten Bar voller liebenswürdiger Gestalten, eine Mutter, die mit lebensklugen Lügen die Moral aufrecht erhält, und mittendrin der kleine Junge J.R., der lernt, dass zwischen Bier und Whiskey manchmal Welten liegen.

Eine abwechselnd bewegende und urkomische Geschichte über tapfere Kinder, mitfühlende Männer, starke Mütter und die Kraft von Träumen.
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Sprecher
Ulrich Noethen

Länge
6 h 51 m

Meine Meinung
Nachdem mir „Knapp am Herz vorbei“ von Moehringer gut gefallen hatte, wollte ich ein weiteres Hörbuch von ihm hören. So stieß ich auf „Tender Bar“. Tender Bar ist zwar auch nicht spannend, aber ein wunderschöner Roman. Oder sollte ich es besser eine Autobiographie nennen?

JR erzählt von seiner Kindheit, in der er ohne einen Vater aufwachsen musste. Der Vater lebte zwar noch, zeigte aber keinerlei Interesse an seinem Sohn. Aus Geldnot lebten er und seine Mutter bei Opa in einem sehr heruntergekommenen Haus mit einem 200-jährigen Sofa. Doch nicht nur sie fanden dort immer wieder Unterschlupf, auch viele seiner Verwandten. So war das Haus immer prall gefüllt mit Menschen und Oma kochte. Sie konnte zwar nicht kochen, sie tat es trotzdem.

Sein Onkel Stephen arbeitete in der Bar namens „Publicans“. Viele skurrile aber herzliche Typen trieben sich dort herum. Sie hatten alle eins gemeinsam: Ihre Liebe zu Wörtern. Als Stephen JR noch als Kind mit in die Bar nimmt, wird sie bald zu seiner „zweiten Heimat“. Er suchte sich diese meist liebevollen Kerle als „Vaterersatz“, als Vorbilder aus. Und so entdeckte er schon sehr früh seine eigene Liebe zu Wörtern und den Geschichten, die man damit erzählen konnte.

JR schien zwar aufgrund seiner Herkunft nicht wirklich viele Chancen im Leben zu haben, doch ermutigt durch seine Mutter und auch durch zwei recht außergewöhnliche Buchhändler, für die er als Schuljunge jobbte, bewarb er sich nach der HighSchool in Yale und wurde tatsächlich aufgenommen. Hier wurde ihm seine „Andersartigkeit“, nämlich Armut und sein gänzlich anderer Status wieder sehr bewusst. Doch er kämpfte sich durch, bis ihm eine Frau den Kopf verdrehte..

Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte ist die „Tender Bar“, zu der er sich immer wieder hingezogen fühlt und natürlich auch hingeht. Nicht selten haben ihm hier seine Freunde wieder neuen Mut gemacht, so dass er wieder in die Spur fand. Was aus JR dann letztendlich geworden ist, nun das ist in den Regalen der Buchläden zu finden.

Dieser Roman ist wunderschön geschrieben. Man merkt hier wirklich seine große Leidenschaft zu Wörtern und Sätzen, die nachwirken. Einige habe ich mir notiert, da sie einfach zu schön sind, um direkt wieder in Vergessenheit zu geraten.

Man könnte sagen: ok, es ist die typische amerikanische Erfolgsstory – vom Tellerwäscher zum Millionär. Doch das wäre viel zu abgedroschen und trifft es auch nicht wirklich. Klar, er kam quasi aus der Gosse und ist bei der Times gelandet. Das muss man ihm erstmal nachmachen. Ich finde das äußerst bewundernswert und will es nicht in solch ein Klischee quetschen.

Im Vergleich hat mir „Tender Bar“ noch besser besser gefallen, als „Knapp am Herz vorbei“. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass mir die durchweg sehr gut beschriebenen Personen in dem Buch einfach viel mehr zusagten und ich die meisten viel lieber hatte als bei „Knapp am Herz vorbei“. Klar gab es auch hier „Stinkstiefel“, es ist ja schließlich ein Buch, das aus dem Leben erzählt. Aber es war eine gesunde Mischung, in der ich mich richtig heimisch fühlen konnte.

Ulrich Noethen als Sprecher für dieses Hörbuch auszuwählen, war die beste Entscheidung, die getroffen werden konnte. Seine Stimme und seine besondere Art, Geschichten zu sprechen, passte einfach perfekt.

Kurzum, mit „Tender Bar“ habe ich ein Buch gehört, das voll und ganz meinem Geschmack entspricht und mich über die knapp sieben Stunden wunderbar unterhalten hat. Ich hätte gerne noch länger zugehört, aber leider gibt es dieses Hörbuch nur in gekürzter Form. Mir sind jetzt aber die Stellen, an denen gekürzt wurde, nicht aufgefallen, so dass ich es hier nicht schlimm fand. Nur schade um die vermutlich vielen weiteren tollen Sätze, die ich somit nicht gehört habe.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: J. R. Moehringer – Tender Bar

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