Leo Tolstoi – Der Schneesturm

Beschreibung
In der Erzählung „Der Schneesturm“ geht es um eine Reise durch das winterliche, frostige Russland, die ins Ungewisse zu führen scheint: Der hereinbrechende Schneesturm überrascht den Fuhrmann des Ich-Erzählers und erschwert die Weiterfahrt erheblich; schließlich lässt das Schneetreiben keine Orientierung mehr zu. Glücklicherweise treffen die Reisenden auf eine Postkutsche, auf deren Spur sie ihrem Ziel zunächst näher kommen. Doch dann scheint es so, als ob auch deren Kutscher sich in der nächtlichen weißen Wildnis verfahren hat …

Sprecher
Andreas Herrler

Länge
67 Minuten

Meine Meinung
»Herr und Knecht« in zweiter Ausgabe? Oder welches Buch hat er zuerst geschrieben? Ich weiß es nicht. Jedenfalls hat mich »Der Schneesturm« sehr an »Herr und Knecht« erinnert, verirren sich in beiden Büchern doch die Herrschaften in einem Schneesturm. Da ich aber »Herr und Knecht« ausgefeilter fand, denke ich mal, dass er zunächst den »Schneesturm« schrieb und »Herr und Knecht« dann feiner ausarbeitete.

Es ist sehr eindeutig, dass Tolstoi ein Russe war und sich wohl des Öfteren in Schneestürmen aufhielt bzw. von ihnen überrascht wurde. Denn er beschreibt das unendliche Weiß derart detailliert, das könnte keiner, der nicht ständig von Schnee umgeben ist.

Eigentlich ist »Der Schneesturm« eine einzige Irrfahrt, nicht einmal der Kutscher weiß noch, wo der Weg ist. Ob die beiden Reisenden letztendlich überleben oder doch erfrieren, wird hier natürlich nicht verraten. Aber wem es im Sommer einmal zu heiß sein sollte, dem empfehle ich »Der Schneesturm«. Während des Hörens wird man sich eine Heizdecke wünschen 😉

Andreas Herrler als Sprecher war absolut ok.

Fazit: ganz nett

Dieses Hörbuch wird neben 22 anderen Hörbüchern bis zum 31.12.2012 als Gratisdownload in der Hörbuchbibel 2012 angeboten.

Siehe auch:

Leo Tolstoi – Herr und Knecht

Beschreibung
Der neureiche Kaufmann Wasilij Andrejitsch verirrt sich auf einer Geschäftsreise mit seinem Knecht Nikita in einem Schneesturm. Schließlich stecken Herr und Knecht mit dem Wagen im Schnee fest und die Nacht bricht herein. Es beginnt ein Kampf gegen die Elemente auf Leben und Tod…

Sprecher:
Boris Aljinovic

Länge
122 Minuten

Meine Meinung
Eine sehr kurze aber dennoch sehr gute und kurzweilig erzählte Geschichte. Die Charaktere sind anschaulich beschrieben, so dass man sich in sie sehr gut hinein versetzen kann. Und am Ende siegt meiner Meinung nach wenigstens einmal die Gerechtigkeit 😉 Doch, diese Erzählung fand ich jetzt zwar nicht meisterhaft (dazu ist sie ja auch einfach zu kurz) aber dennoch empfehlenswert.

Fazit: empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de

Siehe auch:

Leo Tolstoi – Die Kreutzersonate

Beschreibung
Dieses durch autobiographisches Erleben wie durch authentische Begebenheiten angeregte Alterswerk stellt einen Gipfel im Schaffen Tolstois (1828-1910) dar. Der Kern der Erzählung ist in eine Rahmenhandlung eingebaut. Zwischen einigen zufällig zusammen Reisenden eines Eisenbahnabteils entwickelt sich ein Gespräch über Liebe, Ehe, Scheidung u.s.w. Als nach einigen Stationen die meisten Reisenden das Abteil verlassen haben, legt Vasilij Pozdnysev, sichtlich aufgewühlt durch die vorangegangenen Gespräche, einem jüngeren Mitreisenden gegenüber seine Lebensbeichte ab.

Sprecher
Reiner Unglaub

Länge
213 Minuen

Meine Meinung
Bevor man mit diesem Buch anfängt sollte man unbedingt klarstellen, dass man 3 1/2 Stunden am Stück Zeit hat. Denn hat man einmal damit angefangen, kann man nicht mehr aufhören. Dieses Hörbuch zieht einen vom ersten Moment an derart in seinen Bann, dass man sich ihm einfach nicht entziehen kann.

Diese Erzählung wurde 1890 geschrieben. Und doch finde ich, dass es auch für heute noch verdammt viele nachdenkenswürdige Ansichten beinhaltet, die meiner Meinung nach nicht wirklich antiquiert sind! Sehr faszinierend.

Der Sprecher Reiner Unglaub hat auch hier wieder einen verdammt guten Job gemacht. Ich kannte ihn als Sprecher bereits von „Schuld und Sühne“ von F. M. Dostojewski – und freute mich sehr als ich sah, dass er auch dieses Hörbuch spricht. Und natürlich hat er mich auch hier nicht enttäuscht. 😉 Reiner Unglaub ist von Geburt an blind und liest die Bücher in Braille! Er gehört meiner Meinung nach zu den besten Sprechern, die es gibt.

Und nun noch etwas zu den russischen Schriftstellern im Allgemeinen. Ein Freund erzählte mir kürzlich, dass seine russische Kollegin meinte, dass man in Russland entweder Dostojewski oder Tolstoi mag. Beide gleichzeitig geht gar nicht. Also ich für meinen Teil kann dies nicht bejahen. Von Dostojewski habe ich nun schon 6 Hörbücher gehört und ich finde ihn toll! Von Tolstoi war dies nun das erste Werk. Es wird ganz sicher nicht das letzte bleiben 😉

Fazit: absolut empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de

Siehe auch: