Noah Hawley – Vor dem Fall

vor-dem-fallBeschreibung

Ein Privatflugzeug stürzt ab, nur zwei Menschen überleben: der Maler Scott und ein kleiner Junge namens JJ. „Vor dem Fall“ von Noah Hawley beginnt als Katastrophenthriller, vorangetrieben durch die Frage nach der Ursache des Absturzes.Die Medien stürzen sich gierig auf den Fall, entfalten eigene Spekulationen und manipulieren die Fakten. Vielleicht hat ja auch Scott selbst etwas damit zu tun, ist vielleicht mehr als ein unschuldiges Opfer. Auch den kleinen JJ umgibt ein Geheimnis. So hat jeder Passagier an Bord seine eigene Geschichte und könnte zu diesem Unglück beigetragen haben.

Der Thriller „Vor dem Fall“ bietet überraschende Wendungen, die sich aus dem Leben der Passagiere ergeben. Matthias Koeberlin lässt als Sprecher des ungekürzten Hörbuchs von Noah Hawley einen großen und realitätsnahen Thriller entstehen, der sich nach und nach in eine packende und bewegende Tragödie verwandelt. Das Hörbuch offenbart, was keine Blackbox enthüllen kann: die wahren Ereignisse vor dem Fall.

Sprecher
Matthias Koeberlin

Länge
13 h 07 m

Meine Meinung
Diese Geschichte fängt sehr dramatisch an, nämlich mit dem Absturz eines Privat-Jets. Sehr schnell richtet sich das Augenmerk auf zwei Überlebende: einen Maler und einen kleinen Jungen. Der Maler, der durch ein beeindruckendes Ereignis in seiner Kindheit, seine Leidenschaft zum Schwimmen entdeckt hat, bindet den kleinen Jungen kurzerhand an sich selbst fest und beginnt, mit ihm an Land zu schwimmen – bei völliger Dunkelheit und nur einem Hauch einer Ahnung, wo sich überhaupt Land befindet.

Diese Szene fesselt einen natürlich sofort. Danach geht es unaufgeregter weiter. Der restliche Teil der Geschichte ist der Ermittlung gewidmet, wie und warum das Flugzeug überhaupt abgestürzt ist.

Die Charaktere fand ich sehr gut dargestellt. Besonders der Maler hat mir mit seinen klaren und strukturierten Gedanken sehr gut gefallen. Wäre schön, wenn wir mehr solcher Maler auf der  Welt hätten.

Die Presse wurde natürlich auch dargestellt, wie sie nun mal größtenteils ist: schäbig und menschenverachtend, alles unter dem Deckmäntelchen, dass die Menschheit ein Recht darauf hätte, die Wahrheit zu erfahren – auch wenn sie alles andere als die Wahrheit berichtet.

Dieser wirklich extreme Gegensatz hat mir sehr gut gefallen.

Eigentlich eine wirklich gute Geschichte mit einem eigenwilligen, interessanten Stil. Doch derart öde vom Sprecher vorgetragen! Fast jeder Satz hatte die gleiche Melodie, fing etwas höher an und endete etwas tiefer. Ich fand das schier zum Davonlaufen! Besonders in den Passagen, in denen im Präsenz berichtet wurde.

Eigentlich mag ich Matthias Koeberlin als Sprecher sehr gern, aber hier hat er mich beim ersten Hörversuch wirklich dazu gebracht, das Hörbuch abzubrechen. Beim zweiten Versuch habe ich dann aber ein Glück durchgehalten, auch wenn es mich nicht weniger störte. Aber ich wollte unbedingt wissen, wie die Story ausgeht. Und es hat sich wirklich gelohnt.

Man sollte sich von meiner Sprecherbeurteilung auch nicht allzu sehr beeinflussen lassen. Denn so wie es aussieht, stehe ich damit ziemlich alleine auf weiter Flur. Doch unerwähnt wollte ich es nicht lassen.

Sich die Story „Vor dem Fall“ anzuhören, lohnt sich „in jedem Fall“. 😉

Warum die Story nun keine 5 Pingus von mir bekommen hat? Stellenweise hat sie sich schon etwas gezogen. Ich mag zwar sehr detaillierte Beschreibungen sehr gerne, doch hier waren es für meinen Geschmack ein paar zu viele Details. Na, dafür gibt es aber auch eine gekürzte Version. Vielleicht hätte ich mich hier ausnahmsweise für diese entscheiden sollen.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Noah Hawley – Vor dem Fall 

Herman Koch – Sehr geehrter Herr M.

Sehr geehrter Herr MBeschreibung
Seine Triumphe sind schon lange her, sein schriftstellerischer Stern ist am Sinken. Noch immer zehrt M. von seinem größten Erfolgsroman, der auf einer wahren Begebenheit beruht: Das aufsehenerregende Verschwinden des Lehrers Jan Landzaat, das landesweit Schlagzeilen machte. Landzaat hatte eine Affäre mit einer Schülerin und wurde kurz vor seinem Verschwinden vor dem Ferienhaus ihres neuen Freundes gesehen.

Für Herrn M. bedeutete diese boulevardeske Geschichte den internationalen Durchbruch. Doch nun tauchen Briefe auf, die danach fragen, was er mit dem Verschwinden des Mannes zu tun haben könnte. Und auch ein geheimnisvoller Nachbar beginnt sich brennend für M. zu interessieren – was führt er im Schilde?

Sprecher
Johannes Steck

Länge
7 h 26 m

Meine Meinung
Herman Koch und ich – hm, irgendwie scheinen wir uns nicht so gut zu vertragen. Nach „Angerichtet“ wollte ich eigentlich nichts mehr von ihm hören. Doch der Titel und die Beschreibung weckte dann doch mein Interesse. Der Anfang hat mir auch gut gefallen. Mysteriös fand ich die Briefe und war gespannt, wie es weitergehen würde. Doch je weiter die Story fortschritt, umso weniger fesselte sie mich. Über die gesamte restliche Länge konnte mich das Hörbuch einfach nicht packen, ich kam nicht wirklich hinein und mein Interesse wurde von Stunde zu Stunde geringer.

Ok, ich fand es besser als „Angerichtet“. Ein paar Dinge haben mir auch richtig gut gefallen. Z. B. dass Herr M. in einem Interview sagt, dass man den Namen Landzaat niemals in einem Roman verwenden könnte. Oder auch, dass in einem Buch zwei Personen niemals den gleichen Namen haben dürften. Interessant fand ich auch die Meinung von Herrn M., dass man bei Jugendlichen am Besten die Neugierde für Literatur wecken würde, indem man ihnen das Lesen ausredete.

D. h. nun, dass ich diverse Gedankengänge und verschiedenen Ansichten durchaus interessant fand, aber die Story an sich mich trotzdem nicht richtig fesseln konnte.

Johannes Steck fand ich wieder sehr gut. Ihm kann man einfach ewig zuhören, auch wenn die Story nicht ganz so packend ist, wie in diesem Fall hier.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Herman Koch – Sehr geehrter Herr M.

Siehe auch:

Dietrich Schwanitz – Bildung. Alles, was man wissen muss – Literatur

Beschreibung
Literatur ist Geschichtsschreibung in der Form persönlicher Erlebnisse und Erfahrungen – und sie bietet den besten Zugang zum Verständnis der eigenen Kultur. Dietrich Schwanitz analysiert Formen und Gattungen, beschreibt Entwicklungen und Höhepunkte, knüpft überraschende Verbindungen zu sozialer, kultureller, wirtschaftlicher und religiöser Praxis, und nennt und zitiert die Bücher, die man kennen muss.
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Sprecher
Matthias Ponnier

Länge
2 CDs

Fazit: stars_5 absolut empfehlenswert

Gehört vor dem 31.12.2008

Siehe auch: