Peter Wohlleben – Das Seelenleben der Tiere: Liebe, Trauer, Mitgefühl

Erstaunliche Einblicke in eine verborgene Welt

Das Seelenleben der TiereBeschreibung
Erstaunliches aus dem Tierreich.

Fürsorge bei Eichhörnchen, treue Liebe bei Kolkraben, Mitgefühl bei Waldmäusen und Trauer bei Hirschkühen – sind das nicht Gefühle, die allein dem Menschen vorbehalten sind? Der passionierte Förster und Bestsellerautor Peter Wohlleben lehrt uns das Staunen über die ungeahnte Gefühlswelt der Tiere. Anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und anschaulicher Geschichten nimmt er uns mit in eine kaum ergründete Welt, zeigt die komplexen Verhaltensweisen der Tiere im Wald und auf dem Hof, ihr emotionales und bewusstes Leben. Und wir begreifen: Tiere sind uns näher, als wir je gedacht hätten.

Fundiert vorgetragen von dem renommierten Hörbuchsprecher Peter Kaempfe.

Sprecher
Peter Kaempfe

Länge
6 h 47 m

Meine Meinung
Hast du dich auch schon öfter einmal gefragt, was wohl gerade im Köpfchen deines Haustieres vorgeht? Also ich bin ja immer fasziniert, was meine Katze alles versteht und wie sie mich mal wieder um den Finger wickelt.

Doch hier geht es eigentlich weniger um Haustiere, obwohl es hier auch viele Beispiele aus dem eigenen Erfahrungsbereich des Försters Peter Wohlleben gibt. Doch vielmehr geht es um die wild lebenden Tiere. Klar, dass er als Förster viele Gelegenheiten hat, diese Tiere zu beobachten. Doch er berichtet nicht nur von seinen subjektiven Beobachtungen. Er belegt seine Gedanken auch mit vielen wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen. Und was hier alles ans Tageslicht rückt, fand ich mehr als faszinierend.

Wenn man nach der Lektüre dieses Buches immer noch meint, dass Tiere eben nur Tiere sind und dass sie keine Gefühle haben, dem ist dann wohl nicht mehr helfen. Denn es gibt im Tierreich sehr wohl auch Liebe, Trauer und Mitgefühl. Und es wird auch geschummelt, um einen eigenen Vorteil für sich herauszuholen. Ein schönes Beispiel möchte hier anbringen. Leider weiß ich gerade nicht mehr, bei welcher Vogelart das beobachtet wurde. Doch es geht darum: Die Vögel warnen sich gegenseitig, wenn ein Feind gesichtet wird. Dann fliegen alle auf und davon. Doch manchmal ertönt dieser Warnruf auch ohne Gefahr in Verzug. Nämlich dann, wenn der warnende Vogel besonders fette Beute erspäht hat und in Ruhe fressen möchte. Frech? Ja, das ist frech finde ich und bin begeistert von der List. Oder ein Kolkrabe, der seine gerade gefundene Beute vor dem Förster versteckt, da er vom Förster immer zu fressen bekommt und er Angst hat, dass diese Futtergabe ausbleibt, wenn er sieht, dass er bereits versorgt ist. Wie kann man dann noch daran zweifeln, dass Tiere sehr wohl denken können?

Ich fand dieses Hörbuch äußerst interessant. Hätte gestern Abend nicht Deutschland gegen Italien gespielt, hätte ich es in einem Rutsch durchgehört. Denn langweilig wird diese spannende Lektüre in keiner Minute.

Auch Peter Kaempfe als Sprecher hat mir sehr gut gefallen. Er hat eine angenehme Stimme der man stundenlang problemlos zuhören kann. Und durch seine eher zurückhaltende Vortragsweise, kam der Inhalt der gesprochenen Worte richtig gut zur Geltung. Klar, dass dieses Hörbuch auf meine Bestenliste kommt.

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Weitere Informationen
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Ayelet Gundar-Goshen – Löwen wecken

Löwen weckenBeschreibung
Ein Neurochirurg überfährt einen illegalen Einwanderer. Es gibt keine Zeugen, und der Mann wird ohnehin sterben – warum also die Karriere gefährden und den Unfall melden? Doch tags darauf steht die Frau des Opfers vor der Haustür des Arztes und macht ihm einen Vorschlag, der sein geordnetes Leben komplett aus der Bahn wirft. Wie hätte man selbst in einer solchen Situation gehandelt? Diese Frage schwebt über dem Roman, der die Grenzen zwischen Liebe und Hass, Schuld und Vergebung und Gut und Böse meisterhaft auslotet.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
11 h 25 m

Meine Meinung
Dieses Hörbuch empfand ich in zweierlei Hinsicht als ziemlich überraschend. Erstens hatte ich es aufgrund des Klappentextes wie selbstverständlich nach Deutschland verortet. Der Name der Autorin sagte mir nichts. Denn wenn ich sie bereits gekannt hätte, wäre mir klar gewesen, dass diese Geschichte vermutlich eher in Israel und eben nicht in Deutschland spielt. Zweitens fand ich den Sprachstil außergewöhnlich bildhaft, mit Metaphern, die meinen europäischen Ohren ziemlich fremd und doch zugleich sehr faszinierend vorkamen.

Der Inhalt ist oben schon kurz angerissen. Ein klein wenig weiter ausholen möchte ich hier dann doch. Denn die Entscheidung, die Etan in dieser verhängnisvollen Nacht trifft, nämlich den von ihm „überrollten“ Mann – der ein illegal eingewanderter Eritreer ist und dem man aufgrund der schweren Verletzungen sowieso nicht mehr helfen kann – seinem Schicksal zu überlassen und ihn einfach sterbend liegenzulassen, verändert sein Leben vermutlich mehr, als es eine Unfallmeldung je getan hätte. Doch die Folgen treten erst nach und nach immer deutlicher ins Rampenlicht, lassen Etan immer mehr mit seinem Gewissen hadern und letztendlich rudert er mit jeder weiteren Entscheidung, die er im Nachhinein trifft, immer tiefer hinein in einen Morast aus Lügen und Betrug. Doch nicht nur seiner Familie gegenüber, auch sich selbst betrachtet er im Verlauf der Geschichte mit immer größeren Zweifeln, was für ein Mensch er wirklich ist und was für ein Mensch er eigentlich immer sein wollte – und auch jahrelang tatsächlich zu sein glaubte.

Diese innere Zerrissenheit und die Ohnmacht, mit der jetzigen Situation klar zu kommen, treibt ihn schier ans Ende seiner Kraft.

Die zweite sehr wichtige Person in diesem Roman ist Sirkit. Sie ist die Frau des Opfers, die unbemerkt Zeugin des Unglücks wird und ihr der Zufall zu Hilfe kommt, als Etan seine Geldbörse am Unfallort verliert. Sie steht am nächsten Tag mit dem Geldbeutel vor Etans Tür und sagt ihm, dass er diesen wohl verloren habe. Sofort wird Etan klar, dass sie ihn erpressen will. Er soll sich am Abend in einer Autowerkstatt einfinden. Etan überreicht ihr viel Geld, obwohl sie gar nicht nach Geld verlangt hatte. Sirkit nimmt das Geld, doch eigentlich hat sie ganz andere Pläne mit ihm. Denn er ist Arzt, wie sie dank seiner Papiere weiß, und einen Arzt benötigen die illegalen Einwanderer noch dringender als Geld.

Sehr gut hat mir hier die Entwicklung der Geschichte an sich und der beiden Protagonisten gefallen. Z. B. kämpfte jeder seinen eigenen Kampf, gegen das System, gegen sich selbst, doch auch gegen den fremdartigen, gar abstoßenden Anderen, die doch eh alle gleich aussehen. Sowohl Sirkit als auch Etan hatten Probleme, den jeweils Anderen zu erkennen und auch wiederzuerkennen. Denn die gewohnten Erkennungsmerkmale fielen aufgrund der Andersartigkeit in ein dunkles, verschwommenes Loch, in dem alle Eritreer und alle Israelis für den jeweils Anderen gleich aussahen. Dachte ich anfangs noch, dass Sirkit einzig Hilfe für ihr eigenes geschundenes Volk will, so verändert sich diese Sichtweise im Laufe der Geschichte. Auch Etan macht eine glaubhafte Entwicklung durch, immer darauf bedacht, möglichst heil wieder aus dieser vertrackten Situation herauszukommen. Beide winden sich, sträuben sich. Ein turbulentes Magnetspiel, bei dem sich die Pole mal kraftvoll anziehen und sich dann wieder mit voller Wucht abstoßen. Wer hier meint, auf klare Gefühle und  Meinungen zu treffen, der irrt. Und gerade das macht diese Geschichte so glaubhaft und zutiefst menschlich.

Doch auch die Rolle der Ehefrau von Etan hat mir gut gefallen. Denn sie ist Polizistin. Und ausgerechnet sie soll den Unfall mit der Fahrerflucht aufklären. Dass es hier zu Spannungen kommt, kann man sich nur unschwer vorstellen. Doch seine Frau Lait ist auf einer völlig falschen Spur, die aber menschlich und auch von der Handlung her wiederum sehr gut zu verstehen ist. Auch wenn man als Hörer natürlich weiß, wie sich das mit dem Unfall verhielt, so konnte man ihre Schlußfolgerungen letztendlich doch auch verstehen.

Und nun komme ich zum Highlight der Geschichte. Keine Angst, es folgt kein Spoiler. Denn ich will hier einzig von dem grandiosen Sprachstil reden. Ich lauschte hier wirklich gebannt jedem einzelnen Wort. Die Metaphern und Beschreibungen – und davon gab es sehr viele – waren mal blumig, fast schwülstig, dann wieder staubtrocken wie die Wüste, die unseren Schauplatz Be’er Schewa umgibt, dann plötzlich vulgär bis wirklich abstoßend. Hier wurde die ganze Bandbreite der Gefühle und Stimmungen bildlich und sprachlich nuanciert herausgearbeitet. Auch der Satzbau war stellenweise völlig anders, als in den meisten Romanen. Da stockte einem schon aufgrund der einzigartigen Aneinanderreihung der Worte der Atem.

Uve Teschner als Sprecher hat diese sprachlichen Feinheiten mit einem exzellenten  Gespür für Betonung, Dramatik und Satzmelodie gesprochen, dass sich manches Mal bei mir eine leichte Gänsehaut bildete. Einfach genial. Ich möchte fast so weit gehen zu sagen, dass dies bisher die beste Leistung Teschners war – und ich habe schon viele Hörbücher mit ihm als Sprecher gehört.

Wem könnte diese Geschichte gefallen? Nun, da kommt mir doch direkt „I saw a man“ von Owen Sheers in den Sinn. Ähnliche Thematik: Entscheidung ist getroffen, wie lebt man nun damit.

Dieses Hörbuch gehört jedenfalls auf meine Bestenliste.

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James Siegel – Derailed

DerailedBeschreibung
Every day Charles Schine rides the 8:43 to do the job he has done for over a decade in a New York advertising agency. With a wife and an ill child who depend on him, Charles is not a man who likes changes or takes risks…until he is later for his regular train, and sits down across from the woman of his dreams.

Her name is Lucinda. Like Charles, she is married. Like Charles, she takes the train every day to work in New York City. Her train is the 9:05, and tomorrow she will be on it again, and so will Charles. For there is something about Lucinda, the flash of thigh beneath her short skirt, the way every man on the train is eyeing her, something about this time of the morning that will make Charles take a chance he shouldn’t take, break a vow he shouldn’t break, and enter a room he should never enter.

In a matter of days, a flirtation turns to a passion, and Charles and Lucinda are drawn into the dark side of the American Dream. In a matter of weeks, Charles’s life is in shambles. A man is dead. A small fortune is stolen. Charles’s home is violated and everything violently spirals out of control.

But Charles is about to discover that once you leave the straight and narrow, getting back on track is the most perilous journey of all. And for Charles, that journey – of lies, terror, and deception – has just begun.

Sprecher
Gregory Harrison

Länge
6 h 11 m

Meine Meinung
Gerade habe ich diesen schon etwas älteren Thriller fertig gehört und bin begeistert!

Die Story beginnt völlig harmlos. Charlie vergisst vor lauter Eile, Geld zu holen und kann so sein Bahnticket nicht bezahlen. Eine sehr schöne Frau hilft ihm aus der Patsche und zahlt für ihn. Er besteht darauf, ihr das Geld wiederzugeben. Als sie sich im Zug wiedertreffen, prickelt es schon allgewaltig. Schnell landen sie in einem Hotelzimmer, was Charlie noch nie getan hatte. Doch dieses Techtelmechtel im Hotelzimmer endet fatal! Denn sie werden überfallen, die Frau mehrfach vor seinen Augen vergewaltigt und er kann nichts dagegen tun. Doch als sei dies nicht schon schlimm genug, so werden beide anschließend auch noch erpresst. Denn sowohl Charlie als auch Lucinda, so der Name der  Frau, sind verheiratet und haben je ein Kind. Damit nicht alles an Licht kommt, zahlt Charlie. Doch damit endet die Erpressung nicht. Fortan nehmen die Geschehnisse derart rasant Fahrt auf, dass man das Hörbuch kaum noch ausschalten kann.

Bis zum Schluss gibt es sehr viele überraschende Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Jedoch waren diese alle durchaus nachvollziehbar und auch glaubhaft. Sehr gut gefallen hat mir, wie es Charlie langsam aber sicher dämmerte, in welches perfide Spiel er hier geraten war. Stück für Stück setzt er die Einzelheiten zusammen und wächst dann über sich selbst hinaus. Seine persönliche Entwicklung hat mir sehr gut gefallen.

Die Idee des Buches fand ich auch außergewöhnlich gut. So etwas muss einem erst einmal einfallen.

Den Sprecher Gregory Harrison kannte ich bisher noch nicht. Wie auch, war dieses Buch doch mein erster Thriller, den ich in Originalsprache gehört habe. Harrison fand ich grandios. Denn er hat jede Stimmung und jeder Person eine eigene unverkennbare Klangfarbe verliehen. Es war somit nicht schwer zu erkennen, wer denn nun gerade sprach.

Klare Sache, dass dieses Hörbuch auf meine Bestenliste gesetzt wird.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es u. a. bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: James Siegel – Derailed

John Katzenbach – Das Tribunal

Das TribunalBeschreibung
1942 wird das Flugzeug des jungen amerikanischen Navigators Thomas Hart über Italien abgeschossen. Er überlebt als einziger den Absturz und wird im bayerischen Gefangenenlager Stalag 13 inhaftiert. Als ein Mitgefangener ermordet wird, fällt der Verdacht sofort auf den schwarzen Piloten Lincoln Scott. Hart, der Jura studiert hat, wird als dessen Verteidiger vor einem provisorischen Kriegsgericht einberufen. Im harten Lageralltag muss er nicht nur gegen die Nazis, sondern auch gegen Rassisten aus seiner eigenen Truppe für Gerechtigkeit eintreten…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
20 h 20 m

Meine Meinung
Vor lauter Begeisterung fällt es mir hier wirklich schwer, eine Rezension zu schreiben, die auch wirklich das transportiert, was ich sagen will. Eigentlich sollte reichen: Hör es dir an! Denn es wird dir gefallen. Da bin ich mir 100 % sicher. Aber gut. So einfach komme ich hier wohl nicht davon.

Was Katzenbach aus obiger Kurzbeschreibung für eine Geschichte gemacht hat, ist wirklich einzigartig gut. Amerikaner und Engländer, alle gefangen in Stalag 13. Alles Flieger, die abgeschossen und von den Nazis festgenommen wurden. Thomas Hart hatte vor dem Krieg Jura studiert. Er war noch nicht fertig mit seinem Studium, als er sich zum Kriegsdienst meldete. Doch Jura begeistert ihn nach wie vor und er nutzt im Gefangenenlager jede Möglichkeit, sich in dieser Richtung weiterzubilden. Angeregten Diskussionen kann er sich hier mit einem ehemaligen Richter hingeben, die Möglichkeit, sich Bücher auszuleihen, nutzt er, so oft er nur kann.

Ein weiterer Gefangener ist ein „Meister-Dealer“. Er kann jedem alles besorgen, es hat nur eben seinen Preis. Und als dieser Dealer eines Morgens ermordet aufgefunden wird, fällt der Verdacht schnell auf Lincoln Scott, den einzigen farbigen Gefangenen unter den Häftlingen. Es wird ein provisorisches Kriegsgericht einberufen, bei dem Thomas Hart als Verteidiger fungieren soll.  Es geht um Leben und Tod. Denn sollte Lincoln Scott schuldig gesprochen werden, wird er hingerichtet.

Thomas Hart versucht beharrlich, das Vertrauen von Scott zu gewinnen. Doch dieser kann ihm einfach nicht vertrauen. Ihm ist aufgrund seiner Erfahrungen mit dem ewig währenden Rassismus das Wort Freundschaft fremd. So ist es auch für den unerfahrenen Strafverteidiger Thomas Hart mehr als schwierig, Scotts Unschuld zu beweisen. Denn er kämpft nicht nur gegen das Misstrauen seines Mandanten, sondern auch gegen die Anfeindungen und Intrigen aus den eigenen Reihen. Ganz zu schweigen von den Nazis…

Katzenbach ist es im Handumdrehen gelungen, mich in das Jahr 1942 in das bayerische Gefangenenlager Stalag 13 zu katapultieren. Er beschreibt das Lager, die Menschen und die Vorkommnisse dort derart bildlich, dass ich mich wirklich in dieser Welt mitgefangen fühlte. Die Emotionen, die Intrigen, die Überlegungen, die Bemühungen, die Verzweiflung, die Wut und auch die immer währende Angst – alles spürte ich quasi am eigenen Leib. Toll. Das war Ohrenkino in 3D. Wenn ich nur an die Beschreibungen und die Luftnot im Tunnel denke, bekomme ich schon wieder Beklemmungen und Atemnot.

Auch die Weiterentwicklung der Protagonisten hat mir sehr gut gefallen. Der unerfahrene Thomas Hart, der über sich selbst hinaus wächst und Lincoln Scott – ach, das will ich hier aber gar nicht verraten.

Manch einer wird das Ende als zu theatralisch, zu schnulzig betiteln. Ich aber sage: Das war der perfekte Abschluss dieser emotional voll gepackten Geschichte und ich habe geheult wie ein Schlosshund.

Zu Uve Teschner muss ich wohl nicht mehr viel sagen. Er ist einfach verdammt gut. Und ich muss sagen, dass Duo Katzenbach/Teschner in Kombination war ein Hörgenuss der Spitzenklasse. Klar, dass es dieses Hörbuch auf meine Bestenliste geschafft hat.

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Siehe auch:

Sophie McKenzie – Du musst mir vertrauen

Du musst mir vertrauenBeschreibung
Livy und ihr Mann Will führen eine solide Ehe – wäre da nicht Wills Affäre mit einer Kollegin vor einigen Jahren gewesen. Will ist gerade auf Dienstreise, als Livys glamouröse Freundin Julia tot aufgefunden wird. Livy entdeckt, dass Julia eine Agentur beauftragt hatte, die mithilfe weiblicher Agenten testet, ob ein Mann seiner Frau treu ist. Gegenstand der Recherche war Will. Hatte Julia den Verdacht, dass Will erneut untreu war? Oder war sie selbst in eine Affäre mit ihm verwickelt? Während Livy diesen Fragen nachgeht, gerät sie in große Gefahr…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Britta Steffenhagen

Länge
12 h 39 m

Meine Meinung
Für diese Geschichte braucht man viel Geduld. Es wird sehr ausführlich beschrieben, wie Livy selbst nach vielen Jahren noch mit dem einmaligen Fehltritt ihres Mannes hadert. Da reicht manchmal schon ein kleiner Funke, um das neu gewonnene Vertrauen wieder komplett zu zerstören. Als dann auch noch ihre beste Freundin tot aufgefunden und dies als Selbstmord dargestellt wird, bricht für Livy ihre Welt komplett zusammen. Betrügt sie ihr Mann erneut? Und hat Julia wirklich Selbstmord begangen! Als Hörer tappt man mit Livy sehr lange im Dunkeln. Die Einzelheiten, die sie zusammen mit Julias Freund herausfindet, verwirren manchmal mehr, als dass sie zur Klarheit beitragen könnten. Und so hatte ich im Lauf der Story sehr viele verdächtige Personen. Auch war ich mal überzeugt, dass ihr Mann sie wieder betrügt, dann dachte ich wieder, nee, das tut er nicht. Wer also gerne miträtselt, kommt hier voll und ganz auf seine Kosten. Und mit dem Ende hätte ich so nun überhaupt nicht gerechnet. Jedoch fand ich die Auflösung auch nicht wirklich sehr glaubhaft. Eher ziemlich konstruiert.

An ein, zwei Stellen muss man auch echt hart im Nehmen sein. Ich sage nur: Katze! Jedoch halten sich solche Szenen ein Glück in Grenzen.

Die Sprecherin Britta Steffenhagen fand ich von der Stimme her etwas zu jung. Doch im Großen und Ganzen hat sie einen guten Job gemacht. Somit wurde ich mit „Du musst mir vertrauen“ über knapp 13 Stunden gut unterhalten.

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Siehe auch:

Philip Roth – Der menschliche Makel

Der menschliche MakelBeschreibung
Ein paar harmlose Worte – böswillig als diskriminierende Bemerkung ausgelegt – kosten Coleman Silk Stellung und Ruf. Eine junge Kollegin versucht ihn als sexistischen alten Lüstling zu entlarven, der Exmann seiner Geliebten bedroht ihn, seine Kinder wenden sich von ihm ab. Der wahre Skandal jedoch ist ein anderer: 50 Jahre lang hütete Coleman sein großes Geheimnis selbst vor seiner Frau und nun, da es offenbar wird, steht sein ganzes Leben in einem völlig anderen Licht da.

Sprecher
Michael Mendl, Jürgen Hentsch, Sophie Rois und andere

Länge
2 h 22 m

Meine Meinung
Der menschliche Makel – vor Jahren hatte ich mal den Film gesehen. Den Film fand ich damals sehr gut. Ich schaute nicht genau, als mir „Der menschliche Makel“ bei Audible über den Weg lief. Und schwupp hatte ich ein Hörspiel gekauft. Das wollte ich eigentlich nicht. Ich bin ja nicht der größte Hörspielfan. Aber gut. Nun hatte ich es, also hörte ich es auch an. Und was soll ich sagen: Es hat mir richtig gut gefallen. Durch die Kürze hat es die Dinge und Geschehnisse exakt auf den Punkt gebracht. Und was die Geschichte letztendlich offenbart ist genial und schockierend zugleich. Auch wenn man die Story schon kennt, so ist man zum Schluss doch immer wieder sprachlos. So ging es mir jedenfalls.

Die Sprecher fand ich durch die Bank weg alle sehr gut. Auch war das Hörspiel recht ruhig gestaltet. So hatten über lange Phasen immer die gleichen Sprecher ihren Part, so dass es nicht so hektisch wie manch andere Hörspiele daher kommt.

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Weitere Informationen
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Siehe auch: