Charlotte Link – Die Entscheidung

die-entscheidungBeschreibung
Was, wenn du im falschen Moment die falsche Entscheidung triffst?

Simon will in der Provence ein ruhiges Weihnachtsfest feiern, doch dann begegnet er Nathalie, einer jungen, verwahrlosten Frau. Er bietet ihr seine Hilfe an – und wird in eine mörderische Geschichte hineingezogen, deren Anfänge in Bulgarien liegen: bei Selina, einem jungen Mädchen, das ein besseres Leben suchte und in die Hände skrupelloser Verbrecher geriet. Selina gelingt die Flucht, doch damit löst sie eine Kette von Ereignissen aus, die Simon und Nathalie zum Verhängnis werden…

Friederike Kempter entführt die Hörer in die Abgründe der menschlichen Seele.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Friederike Kempter

Länge
15 h 53 m

Meine Meinung
Zu dieser Geschichte sollte man anfangs sehr viel Geduld mitbringen. Denn hier werden verschiedene Erzählstränge völlig zusammenhanglos voneinander erzählt – man ist zunächst recht verwirrt. Aber wenn man sich darauf einlässt, dann hat man ab ca. der zweiten Hälften jede Menge Anhaltspunkte, die sich nach und nach im Kopf zu Verknüpfungspunkten zusammenfügen und die am Ende als Gesamtbild zu einer erschreckenden aber durchaus logisch nachvollziehbaren Geschichte führen.

Vom Aufbau der Geschichte war ich also schon mal ziemlich beeindruckt.

Die vielen Personen, die hier agieren und wichtige Rollen in ihren jeweiligen Erzählsträngen spielen, fand ich auch durchaus gut und nachvollziehbar beschrieben. Manchmal schüttelte ich zwar schon etwas ungläubig den Kopf über manch eine naive Handlung. Aber wer kann schon von sich selbst behaupten, dass man immer besonnen und logisch denkend handelt, wenn man in einer absoluten Notsituation steckt. Und in Not waren hier so einige der Protagonisten.

Doch die beiden Hauptakteure der Szenerie bildeten natürlich der viel zu gutmütige Simon und die etwas schwierige, aber durchaus nicht dumme junge Nathalie. Simon hilft der bis dato ihm völlig fremden Nathalie aus einer Notsituation heraus und wird sie fortan nicht mehr los. Doch nicht nur, dass er sie nicht mehr los wird, nein, sie zieht ihn immer tiefer in ihren eigenen Sumpf hinein, von dem sie selbst auch nicht weiß, woraus dieser Sumpf eigentlich besteht. Recht schnell wird ihnen aber klar, dass dieser Sumpf tödlich ist und dass er bereits heftig an ihren eigenen Körpern zieht, um auch sie restlos zu verschlingen.

Das Ende fand ich persönlich etwas „lieblos“ gestaltet. Da baute Charlotte Link über 15 Stunden lang eine Geschichte auf, die sich erst ganz zum Schluß zu einem Bild zusammenfügt, doch anstatt die aufgebaute Spannung mit einem Paukenschlag zu beenden, wird in eine andere Szene gewechselt und der eigentliche Showdown nur noch in rückblickenden Gesprächen erzählt. Hm. Das fand ich enttäuschend und ich hätte mir hier wirklich für die vorher aufgebrachte Geduld ein furioseres Ende gewünscht.

Doch davon einmal abgesehen – und die Gestaltung des Endes ist ja nun wirklich absolut Geschmackssache – ist „Die Entscheidung“ eine wirklich gute Story, die zwar nicht furchtbar an den Nerven zerrt, doch trotzdem einiges an Tempo beibehält, gerade in der zweiten Hälfte. Ich würde meinen, es lohnt sich, diese Geschichte anzuhören, wenn man gerne nach und nach eins und eins zusammen zählt. Für solche Hörer ist diese Geschichte bestens geeignet. Wer Action von Anfang bis Ende sucht, der wird hier nicht so glücklich werden. Denn dazu gibt es einfach zu viele Charakterbeschreibungen, die mir wiederum sehr gut gefallen haben.

Die Sprecherin fand ich insgesamt gut. Ich kannte sie bisher noch nicht. Jedoch hat sie nicht alle Personen wirklich überzeugend und für meine Ohren glaubhaft gesprochen. Witzig fand ich ihre Art, wie sie „irgendwie“ oder „irgendwann“ oder „irgendwo“ aussprach. Das kam in meinen Ohren immer wie „ürgendwie“ und „ürgendwann“ und „ürgendwo“ an. Anfangs fand ich das furchtbar – später nicht mehr. Später fand ich das „ürgendwie“ nur noch witzig.

s4g4

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Charlotte Link – Die Entscheidung

Siehe auch:

 

Rainer Löffler – Blutdämmerung

BlutdämmerungBeschreibung
Niemand kann sich so gut in die Gedanken von Mördern hineinversetzen wie der Stuttgarter Fallanalytiker Abel. Erneut wird er deshalb nach Köln gerufen. Taucher haben dort Leichen im See entdeckt – junge Frauen, gekleidet wie für eine Hochzeit. Mit verstörenden Details, die niemals publik werden dürfen. Schon bald verschwindet ein weiteres Mädchen…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Martin Umbach

Länge
12 h 28 m

Meine Meinung
Leider habe ich mit meinem Höreindruck zu lange gewartet, so dass ich jetzt nur noch wenig darüber sagen kann. Nur soviel dazu: Es geht um Anorexie, um abgehackte Füße, um Eifersucht und um hergerichtete Frauen für ihren Hochzeitstag. Und es geht auch viel um das Privatleben von Martin Abel, dem Fallanalytiker, welches auch nicht ganz leicht zu verdauen ist.

Ich habe die gesamte Geschichte über gezittert und gebibbert und war gebannt von Anfang bis Ende.

Martin Umbach erzählt ein wenig wie ein Märchenopa und das liegt im krassen Gegensatz zu der furchtbaren Story. Doch gerade dieser Widerspruch hat mir sehr gut gefallen.

s5g5

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Rainer Löffler – Blutdämmerung

Siehe auch:

Christine Fehér – Dann bin ich eben weg. Geschichte einer Magersucht

Dann bin ich eben wegBeschreibung
Obwohl Sina nicht dick ist, passt sie in die geile Jeans von Melli nicht rein. Als sie eines Tages die Butter aus dem üppig belegten Käsebrot ihrer Mutter hervor quellen sieht, überkommt sie der Totalekel. So dick und frustriert will sie nicht werden! Sina beginnt eine Diät. Bald passt sie in die Jeans – und endlich beachtet sie auch ihr heimlicher Schwarm Fabio. Doch irgendwann kann Sina nicht mehr aufhören mit dem Kalorienzählen. Als die anderen merken, was mit ihr los ist, ist sie schon viel zu dünn…
.

Authentische Geschichte, die Mut macht, dem Schlankheitswahn zu trotzen

Seiten
187

Verlag
cbt

Meine Meinung
Magersucht ist eine Krankheit, die man als gesunder Mensch ohne Hintergrundinformationen nur schwer nachvollziehen kann. Den Klappentext fand ich recht interessant und auch, dass es eine authentische Geschichte ist, ließen mich das Buch kaufen.

Heute habe ich damit angefangen, heute habe ich es beendet.

Das Buch hat mich nicht von Anfang an gefesselt. Es war mir zunächst viel zu flach. Das typische Klischee: die eine Freundin ist gertenschlank und wunderhübsch, alle Jungs stehen auf sie und die andere ist auch sehr hübsch, nicht so schlank, aber auch nicht dick – sie fühlt sich eben nur so. Auf einer Familienfeier kommt ihr ihr schwabbeliger Onkel in angetrunkenem Zustand zu nahe – Sina war entsetzt. Klar. Aber das hat mich alles nicht wirklich gepackt – es klang alles so klischeehaft. Trotzdem las ich weiter.

Die Kapitel beginnen immer mit dem aktuellen Gewicht der Protagonistin und was sie an dem Tag gegessen hatte. Die Gewichtsangaben und die Essensmengen wurden immer weniger. Ich wurde immer schockierter! Wie konnte man von so wenig noch Energie haben? Das spitzte sich immer mehr zu bis zu einem Drittel Salzstängchen morgens, einem weiteren Drittel mittags und dem letzten Drittel Salzstängchen abends. Doch wie kann man da noch von Essen sprechen? Und wie konnte man dann noch Sport betreiben? Für mich unvorstellbar, die Protagonistin hat das knallhart durchgezogen.  Eigentlich wollte sie gar nichts mehr essen. Sie ekelte sich richtig vor Essen. Selbst vom Salat wurde sorgfältig das Öl geschabt, bevor sie ein kleines Stück von einem Salatblatt abbiss und das ihr Abendessen darstellte.

Es kam wie es kommen musste, ihr Zustand wurde lebensbedrohlich und sie wurde nach einem Kreislaufkollaps in eine Klinik eingeliefert. Sie schwebte in Lebensgefahr. Von dort ging es in die geschlossene Psychiatrie, wieder zuhause, machte sie mit ihrem Schema wieder weiter – Rückfall. Schließlich kommt sie in eine Wohngemeinschaft, in der ausschließlich Magersüchtige leben – unter psychologischer Betreuung. Erst hier kann ihr wirklich geholfen werden.

Und da liegt in meinen Augen das große Manko an diesem Buch. Es wird nur recht wenig Zeit darauf verwendet, was die wahren Ursachen für ihre Magersucht sind und wie man es therapieren kann. Von den Therapiestunden werden nur 3 Berichte erzählt. Und plötzlich ist Sina sich ihres Lebenswillens wieder bewusst und lebt fortan glücklich und geht Pizza essen! Da hätte ich mir doch weitere mindestens 100  Seiten gewünscht, die sich näher mit der Hilfe, mit der Therapie beschäftigt hätten. So erwuchs der Eindruck, dass wenn man erstmal in die richtige Einrichtung kommt, nach kurzer Zeit alles wieder gut ist. Das wäre zwar wünschenswert, ist aber absolut unrealistisch.

Trotzdem möchte ich dieses Buch nicht verteufeln. Denn es gibt durchaus einen sehr guten Einblick in die Gefühlswelt eines Magersüchtigen. Den Ekel vor Essen, die Angst – ja gar Panik – vor jeder Kalorie, die man zu sich nimmt. Jede Kalorie muss wieder hart abtrainiert werden. Schlimm, unter welchem Druck sie leiden. Von Lebensfreude kann da keine Rede mehr sein. Der einzige Lebensinhalt: am Tag mehr Kalorien zu verbrauchen, als man zu sich nimmt. Ein tödlicher Wettkampf, wenn der Betroffene nicht rechtzeitig qualifizierte Hilfe bekommt.

Somit finde ich das Buch empfehlenswert, um mehr über die Gefühlswelt eines Magersüchtigen zu erfahren. Aber wer sich hier gute Anreize erhofft, wie er einem Magersüchtigen innerhalb der Familie helfen kann, wird hier maßlos enttäuscht werden.

Fazitstars_3