Brandon Q. Morris – Mars Nation 1

Beschreibung
Endlich hat es die NASA geschafft: Der erste Mensch hat soeben seinen Fuß auf die Oberfläche unseres Nachbarplaneten gesetzt. Doch die vier Astronauten der Mars-Expedition scheinen von unverschuldetem Unheil verfolgt: das Raumschiff einer privaten Organisation, das kurz nach ihnen eintrifft, havariert im Orbit. Nur sie können jetzt noch helfen und versuchen, zwanzig Leben zu retten. Dabei ahnen sie nichts von der unvorstellbaren Katastrophe, die sich hinter ihrem Rücken anbahnt – und die ihre Existenz grundlegend in Frage stellt.

Sprecher
Mark Bremer

Länge
8 h 56 m

Meine Meinung
Eigentlich ist es eine echt interessante Idee. Kaum hat es die NASA endlich geschafft, auf dem Mars zu landen, kommt auch schon ein Raumschiff einer privaten Organisation mit 20 Personen an Bord in die Nähe vom Mars. Diese wollen allerdings nicht mehr zurück zur Erde, wie die vier Astronauten der NASA. Sie sind auf den Mars gereist, um dort eine neue Welt aufzubauen. Doch kurz vor ihrer Landung haben sie extreme Probleme und können nicht aus eigener Kraft landen. Nur die NASA-Leute können sie noch retten, was diese natürlich tun. Und damit fangen ihre Probleme an.

Was nun folgt ist eine nette Geschichte voller Intrigen und Machtspielchen – ergo nichts anderes, als es auch schon immer auf der Welt passiert. Hm, das fand ich nun nicht sonderlich einfallsreich. Es gab sehr interessante Szenen, doch es gab auch Szenen, bei denen ich wirklich nur noch an das Wort hanebüchen dachte.

Die Charakterzeichnungen fand ich sehr gut, auch haben mir die Schilderungen der Behinderungen durch die Raumanzüge sehr gut gefallen. Lästig,  lästig, wenn man immer nur in voller Montur vor die Tür kann.

Insgesamt hat mich Mars Nation 1 nur mäßig beeindruckt. Es ist sicherlich eine nette Unterhaltung, aber eine unbedingte Hörempfehlung kann ich hier nicht mit gutem Gewissen aussprechen. Dafür ist die Story einfach zu lapidar und gewöhnlich. (Außer dem Handlungsort natürlich.)

Mark Bremer als Sprecher hat sicherlich alles gegeben, doch auch er hat in meinen Ohren hier oftmals wirklich etwas steif geklungen. Habe ihn schon anders erlebt.

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Brandon Q. Morris – Mars Nation 1

Christian Tielmann – Die Weihnachtsmann-Verschwörung

die-weihnachtsmann-verschwoerung-kleinBeschreibung
Der Weihnachtsmann hat sein Gedächtnis verloren! Nachdem ihn ein Unbekannter von seinem Schlitten geschubst hat, landet er sehr unsanft auf der Erde und kurz darauf im Krankenhaus. Er kann sich nicht an den Vorfall erinnern – und noch viel schlimmer: Er weiß nicht mehr, wer er ist! Slalom und seine kleine Schwester Lykke beschließen, ihm zu helfen. Doch dazu müssen sie nicht nur den Täter entlarven, sondern auch rechtzeitig zum Fest den großen Sack voller Weihnachtsglücksgefühlpulver wiederfinden.

Sprecher
Mark Bremer, Uta Dänekamp

Länge
177 m

Meine Meinung
„Die Weihnachtsmann-Verschwörung“ ist eine kurzweilige, in 24 Kapitel aufgeteilte Kindergeschichte, die geschickt die heutige Zeit mit dem alten Märchen des Weihnachtsmanns verknüpft. Doch hier gerät der Weihnachtsmann in Not, denn er wird vom Schlitten geschubst und kann sich an nichts mehr erinnern. Seine Fracht ist weg und auch der Schlitten ist spurlos verschwunden. Sein Glück, dass er quasi vor die Füße von Slalom und Lykke plumpst. Denn die beiden erkennen sofort seine Notsituation und sind mit Feuereifer dabei, dem Weihnachtsmann zu helfen.

Doch nicht nur der Weihnachtsmann ist in Not, auch das Weihnachtsfest ist durch den Diebstahl in Gefahr. Denn es wurde schon der Nikolaustag vergessen! Das darf nicht auch noch mit Weihnachten passieren! Sie müssen also unbedingt den Sack mit dem Glückspulver wiederfinden und dem Weihnachtsmann übergeben, sonst fällt Weihnachten ins Wasser. Und das können sie auf keinen Fall zulassen.

So erleben sie manch spannende Abenteuer, lernen Wichtel und den bösen Knecht Ruprecht kennen und erfahren ganz nebenbei noch neue Rezepte für Weihnachtskekse, die besser schmecken, als alle die sie je zuvor gegessen haben.

Diese Geschichte ist kurzweilig, spannend, sehr lustig und natürlich auf Kinder zugeschnitten. Jedoch hatte ich als Erwachsene ebenso viel Spaß, wie ihn Kinder haben dürften.

Durch die Aufteilung in 24 Kapitel eignet sich die Geschichte natürlich hervorragend, um sie ab dem 1. Dezember bis zum 24. Dezember häppchenweise zu hören. Jedoch glaube ich kaum, dass man das durchhält, jeweils bis zum nächsten Tag zu warten. Ich habe die Geschichte jedenfalls in einem Rutsch durchgehört.

Die beiden Sprecher Mark Bremer und Uta Dänekamp haben hier wieder einen tollen Job gemacht. Besonders Mark Bremer hat mich in seiner Rolle als Santa Claus sehr beeindruckt. Wer seine Stimme aus anderen Hörbüchern kennt, wird verstehen, was ich meine. Er klingt ganz anders als sonst – aber eben genau so, wie Santa Claus klingen muss. Perfekt. Und Uta Dänekamp als Erzählerin und Stimme von den anderen Mitwirkenden hat mir auch sehr gut gefallen.

Ein Zitat, das mir besonders gut gefallen hat: Es wird viel zu viel geputzt vor Weihnachten!

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Herzlichen Dank an den Rubikon-Audioverlag für das Rezensionsexemplar.

Jens Lubbadeh – Unsterblich

UnsterblichBeschreibung
Der Traum der Menschheit vom ewigen Leben ist Wirklichkeit geworden: Dank Virtual-Reality-Implantaten können die Menschen als perfekte Kopien für immer weiterleben. Auch Marlene Dietrich ist als Star wiederauferstanden und wird weltweit gefeiert – bis sie eines Tages spurlos verschwindet. Eigentlich unmöglich! Für den Versicherungsagenten Benjamin Kari wird aus der Suche nach ihrem digitalen Klon ein mörderisches Katz-und-Maus-Spiel.

Sprecher
Mark Bremer

Länge
12 h 27 m

Meine Meinung
Marlene Dietrich ist verschwunden! Na, wenn das mal nicht nach einer spannenden Story riecht. Und so war es dann auch. Mir hat die Idee der Geschichte sehr gut gefallen. Es gibt Unsterbliche, die aufgrund gesammelter Daten während ihres Lebens für immer weiterleben können. Und dann gibt es noch Avatare, mit dessen Hilfe man noch als Lebender z. B. reisen oder sonstige Abenteuer erleben kann. Man kann ihn auch zur Arbeit schicken – was für eine tolle Vorstellung 😉

Doch was ist, wenn solch ein Unsterblicher plötzlich spurlos verschwindet? Wie kann denn das passieren? Ben Kari wird beauftragt, dies herauszufinden. Und schon bald muss er feststellen, dass die Big Bosses kein wirkliches Interesse daran haben, den Fall tatsächlich aufzuklären. Vielmehr muss er bald um sein eigenes Leben bangen, je näher er der Wahrheit kommt. Spannend, spannend kann ich da nur sagen und mit einem Showdown, wie ich ihn so noch nie gehört habe.

Die handelnden Personen wurden durchweg sehr gut beschrieben, mit all ihren Gedanken und teilweise auch naiven Vorstellungen der Realität. Umso besser konnte man natürlich die Empörung verstehen, die sich dann zunehmend bei ihnen manifestierte.

Diese Geschichte finde ich ein rundum gelungenes Werk, welches in der nahen Zukunft spielt.

Mark Bremer als Sprecher hat seine Sache wieder wunderbar gemacht.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Jens Lubbadeh – Unsterblich

 

Thomas Thiemeyer – Evolution – Die Stadt der Überlebenden

EvolutionBeschreibung
Ahnungslos reisen Lucie und Jem mit einer Austauschgruppe in die USA. Doch als ihr Flugzeug am Denver Airport notlandet, wird ihnen schnell klar: Die Welt, wie sie sie kennen, gibt es nicht mehr. Die Flugbahn überwuchert, das Terminal menschenverlassen, lauern überall Gefahren. Sogar die Tiere scheinen sich gegen sie verschworen zu haben: Wölfe, Bären, Vögel greifen die Jugendlichen immer wieder in großen Schwärmen an. Was ist bloß geschehen? Während ihrer gefahrvollen Reise durch die neue Welt erfahren sie von einem Kometeneinschlag. Und von ein paar letzten Überlebenden in einer verschollenen Stadt. Aber wie sollen sie die erreichen, wenn die ganze Erde sich gegen sie verschworen hat? …

Sprecher
Mark Bremer

Länge
6 h 40 m

Meine Meinung
Als erstes: Dies wird eine Trilogie. „Die Stadt der Überlebenden“ ist Teil 1 davon.

Deutsche Jugendliche fliegen zum Schüleraustausch in die USA. 10 Monate soll ihr Aufenthalt dort andauern. Alle sind aufgeregt und freuen sich, doch als sie in den USA ankommen, ist nichts mehr wie es einmal war. Es gibt scheinbar keine Menschen mehr und die Population der Tiere ist enorm angestiegen und sie scheinen die Städte erobert zu haben. Hier und da gibt es noch Roboter, einer trägt einen erheblichen Beitrag dazu bei, etwas Licht in das Dunkel der Geschehnisse zu bringen.

Ich fand diese Geschichte kurzweilig und interessant. Sie ist spannend erzählt und man fiebert mit den Protagonisten mit. Einzig den Stil fand ich stellenweise etwas einfallslos. Denn klar gab es hier sehr viele Dinge, die man so noch nie gesehen hatte. Doch diese auch immer mit den Worten „So etwas hatte sie noch nie gesehen“ zu beschreiben, fand ich etwas langweilig. Da hätte ich mir etwas mehr Ideenreichtum in der Beschreibung gewünscht. Aber das ist nun wirklich nur ein kleines Manko. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, wie es mit den Protagonisten weiter gehen wird und freue mich somit auf die Fortsetzung.

Mark Bremer als Sprecher – na was soll ich dazu noch sagen – ich finde ihn einfach immer klasse! Ich mag seine Stimme und seine Art, die Texte zu sprechen. Ganz besonders hat mir hier gefallen, wie er das „Flüstern der Herrscher“ (ich weiß nicht, wie ich es sonst beschreiben könnte, ohne zu viel zu verraten) gesprochen hat. Das klingt mir jetzt noch in den Ohren. Sehr genial!

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Weitere Informationen
Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Thomas Thiemeyer – Evolution – Die Stadt der Überlebenden

Herzlichen Dank an den Rubikon-Audioverlag für das Rezensionsexemplar!

Siehe auch:

Jonas Karlsson – Das Zimmer

Das ZimmerBeschreibung
Jonas Karlsson erzählt in der Tradition Franz Kafkas von der wundersamen Verwandlung des kleinen Angestellten Björn, der eines Tages im Büro ein geheimes Zimmer entdeckt. Sobald Björn diesen Raum betritt, ist er ein anderer Mensch: Produktiv, kreativ – und glücklich. Doch niemand will ihm glauben, dass dieses Zimmer existiert. Ist er womöglich verrückt geworden, oder ist dies ein geschickter Schachzug seiner Kollegen, um ihn loszuwerden?

Sprecher
Mark Bremer

Länge
3 h 37 m

Meine Meinung
Dieses Hörbuch lässt viel Raum für Spekulationen. Ich denke, man kann es auf diverse Arten interpretieren. Doch womit haben wir es hier eigentlich zu tun:

Das Hörbuch wird in der Ich-Form aus der Sicht unseres Protagonisten Björn erzählt. Schnell wird einem klar, dass man es hier mit keinem einfachen Charakter zu tun hat. Björn ist ein wenig anders. Er ist sehr von sich überzeugt, hat strikte Regeln, an die er sich pedantisch hält und verlangt ein ebenso striktes Verhalten auch von seinen Arbeitskollegen. So wurde er nun mehr oder weniger „strafversetzt“ – die alten Kollegen hatten wohl so ihre Schwierigkeiten mit ihm. Ihm wurde es als „neue Chance“ verkauft, seiner Karriere etwas auf die Sprünge zu helfen. So ist er jetzt in einer Behörde tätig, die akkurat gegliedert ist. Er ist der Stufe 4 zugeordnet, sitzt in einem Großraumbüro und bei seiner Aufgabe trägt er keine Verantwortung. Sofort erkennt er alle Schwächen seiner neuen Kollegen. Keiner ist wirklich imstande, ihm das Wasser zu reichen. Als er dann durch Zufall ein geheimes Zimmer entdeckt, kennt seine Selbstverherrlichung schier keine Grenzen mehr. Denn jedesmal wenn er dieses Zimmer betritt, verwandelt er sich zu etwas noch größerem. Dieses Zimmer gibt ihm Kraft und Selbstüberzeugung und das bekommen die Kollegen inklusive seinem Chef auch direkt zu spüren.

Fortan geht es sehr spannend weiter mit Björn und seinen Arbeitskollegen. Doch mehr will ich von der Geschichte gar nicht erzählen. Denn sie ist einfach zu interessant, zu außergewöhnlich, um hier zu viel vorab zu verraten.

Wie oben bereits erwähnt, kann man hier viel hinein interpretieren. Man könnte sagen, ein Mann versucht, sich in einem Großraumbüro seinen eigenen Freiraum zu schaffen. Man könnte aber auch sagen, der Typ ist einfach nur komplett irre. Vielleicht könnte man auch sagen… ja, man könnte hier so einiges sagen. Doch ich will dich neugierig machen. Denn mich würde interessieren, was du dazu sagst!

Nur eins noch: mich hat dieses Hörbuch direkt gefesselt und meine anderen Pläne für den Abend direkt über den Haufen geworfen. Ich lauschte nur noch gebannt.

Mark Bremer hat diese Story wieder einmal hervorragend vertont. Ich mag seine Art und seine angenehme Stimme sehr. Er hat Björns Charakter perfekt dargestellt.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es u. a. bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Jonas Karlsson – Das Zimmer

Mein herzlicher Dank für das Rezensionsexemplar geht an den Rubikon-Audioverlag.

Michael J. Sullivan – Zeitfuge

ZeitfugeBeschreibung
Für Ellis Rogers kommt die Diagnose wie ein Schock: Er hat nur noch ein paar Monate zu leben. Nachdem er sein Leben lang auf Nummer sicher gegangen ist, setzt Rogers jetzt alles auf eine Karte – denn in seiner Garage hat er eine Zeitmaschine gebaut. Sein Plan: In die Zukunft reisen, um dort nach einem Mittel gegen seine Krankheit zu suchen.

Doch als die Maschine tatsächlich funktioniert, katapultiert sie Rogers in eine Zeit, die mit unserer Gegenwart nichts mehr zu tun zu haben scheint.

Sprecher
Mark Bremer

Länge
11 h 35 m (ungekürzt)

Meine Meinung
Ellis hat nichts mehr zu verlieren. Als er die Diagnose: Unheilbar krank erhält, aktiviert er seine selbst gebastelte Zeitmaschine und startet in eine ungewisse Zukunft. Doch anstatt 200 Jahre in die Zukunft zu reisen, wie eigentlich geplant, landet Ellis über 2000 Jahre in der Zukunft. Diese Welt hat nichts mehr mit der uns bekannten Welt zu tun. Somit muss er sich zunächst einmal zurecht finden, was gar nicht so einfach ist. Zu da er recht schnell Zeuge eines Überfalls wird. Und wenn ich das jetzt gerade so lese, was ich eben geschrieben habe, hat sich doch nicht alles geändert. Überfälle gibt es immer noch. Allerdings sind diese recht selten und somit ein wahres Ereignis.

Ellis wird als Held in der neuen Gemeinschaft aufgenommen. Die „Menschen“ leben nicht mehr auf der Erde, sondern haben sich eine Welt unter der Oberfläche geschaffen. Der Fortschritt ist enorm. Nichts scheint unmöglich. Doch mehr will ich von dieser neuen Welt nicht erzählen.

Ich fand dieses Hörbuch sehr interessant. Die Phantasie des Autors kannte schier keine Grenzen, auch wenn er die Figuren in manchen Dingen dann doch wieder wie Menschen aus der heutigen Zeit agieren ließ. Dies fand ich einen besonders guten Kontrast zu dem was möglich wäre mit all den neuen Errungenschaften und eben dem, was man letztendlich daraus macht.

Ich wurde über die elfeinhalb Stunden bestens unterhalten, wozu nicht zuletzt Mark Bremer als Hörbuchsprecher beitrug. Er hat diese Geschichte ganz fantastisch gesprochen. Nicht zu aufdringlich aber auch nicht zu zurückhaltend. Das war der perfekte Ton für diese abwechslungsreiche Story.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Michael J. Sullivan – Zeitfuge

 

Carla Buckley – Mondscheinjunge

MondscheinjungeBeschreibung
Tylor Lattimore feiert seinen vierzehnten Geburtstag, aber er weiß nicht, wie sich die Strahlen der Sonne auf seiner Haut anfühlen. Tylor kann nur leben, wenn es dunkel ist, Licht fügt ihm unerträgliche Schmerzen zu. Seine Tage verbringt er in einem geschlossenen Zimmer, nur nachts wagt er sich nach draußen. Seine größte Leidenschaft ist seine Kamera, mit der er durch die Dunkelheit streift.

Als Amy, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, plötzlich spurlos verschwindet, gerät Tylors Leben in Aufruhr. Seiner Mutter scheint der Vorfall sehr nahezugehen. Ausgerechnet Tylor sieht jetzt klarer als irgendjemand sonst und entdeckt eine Spur, die geradewegs ins Unheil führt…

Sprecher
Mark Bremer

Länge
12 h 35 m

Meine Meinung
Von der sogenannten „Mondscheinkrankheit“ (Xeroderma pigmentosum – kurz: XP) hatte ich schon einmal gehört, jedoch hatte ich mir dahin gehend nur Gedanken gemacht, dass es ja furchtbar sein muss, niemals die Welt bei strahlendem Sonnenschein bewundern zu dürfen. Der Titel und die Beschreibung weisen natürlich darauf hin, dass Tylor an XP leidet. Die Problematik fand ich somit  schon mal interessant und recht bald hatte ich das Hörbuch auch auf den Ohren.

Die Geschichte fängt bei der Geburtstagsparty von Tylor an. Mit dieser Beschreibung bekommt man schon einen recht guten Eindruck, wie Tylors Leben in der Dunkelheit aussieht. Freunde sind spärlich gesät, da er ja nur per Computer von zuhause am Unterricht teilnehmen kann. Auch kann ihn – mit Ausnahme seines besten Freundes – niemand tagsüber besuchen. Und abends müssen die Kids ja normalerweise daheim sein. Immerhin sprechen wir hier von Jungs im Alter von ca. 14 Jahren.

Die Nachbarschaft ist über die Krankheit des Jungen informiert und somit lebt die ganze Sackgasse ohne Straßenbeleuchtung, da diese Tylor gefährden würde. Auch müssen die Autoscheinwerfer ausgeschaltet werden, wenn sie nachts nach Hause kommen, da auch diese für Tylor lebensbedrohlich sind. In der Nachbarschaft wohnt auch die beste Freundin von Tylors Mutter. Charlotte hat eine 11-jährige Tochter, die vernarrt ist in Tylor und somit viel Zeit bei ihnen verbringt. Als sie plötzlich spurlos verschwindet, wandelt sich die bis dato so vor sich hin dümpelnde Geschichte zu einem Psychothriller. Hier kam dann erstmals Spannung auf. Doch das wurde dann derart absurd, dass ich ziemlich schnell nur noch den Kopf schüttelte. Und das Endkonstrukt – anders kann ich es kaum benennen – fand ich schon mehr als an den Haaren herbeigezogen – und das mit einem kurzen, schmerzhaften Ruck.

Gut gefallen hat mir die Beschreibung der Einschränkungen in Tylors Leben. Man bekam einen recht guten Eindruck, was diese schlimme Krankheit mit dem Leben nicht nur des direkt Betroffenen sondern auch mit dessen Umfeld macht.

Die typisch amerikanische Art, mit der Sensation eines verschwundenen Kindes umzugehen (Reportermassen im Vorgarten und Dauerreportagen im Fernsehen etc.) wurde sehr glaubhaft umgesetzt.

Was mir aber nicht gefallen hat, ist diese absurde Abwärtsspirale, in der sich zum Schluss alle gegenseitig verdächtigt haben. Das fand ich derart überspitzt, dass es wirklich nicht mehr gut war. Und was Carla Buckley einem dann als Auflösung des Falles präsentierte – nun das war ein Konstrukt, das seinesgleichen sucht. Von der pathetischen Charlotte am Ende ganz zu schweigen.

Wäre da nicht der sehr gute Sprecher Mark Bremer, den ich bis dato noch nicht kannte, gewesen, so hätte ich das Hörbuch spätestens nach dem zweiten Drittel in die Ecke gepfeffert.

Wer gerne so richtig typisch amerikanische Geschichten hört, der mag vielleicht etwas mehr Spaß an diesem Hörbuch haben. Für meinen Geschmack war es leider nichts.

Ich habe nun lange überlegt, wie ich dieses Hörbuch bewerten soll. Mein erster Gedanke war: 2 Pingu-Punkte. Dann schwankte ich, ob nicht vielleicht 3 Pps angemessener wären, da man ja doch recht viel über das Leben als „Mondscheinjunge“ erfährt. Da aber der medizinische Aspekt quasi vollkommen außer Acht gelassen wurde, bleibe ich nun bei den 2 Pps für die Story. Der Sprecher, der mich über die zwölfeinhalb Stunden überhaupt bei der Stange gehalten hat, bekommt hingegen die vollen 5 Pingu-Punkte.

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Herzlichen Dank an den Rubikon Audioverlag für das Rezensionsexemplar!

Weitere Informationen
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Bei Audible.de. kann man es natürlich auch herunterladen: Hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Carla Buckley – Mondscheinjunge