Dolores Redondo – Alles was ich dir geben will

Beschreibung
Wie weit geht eine Familie, um ihr Ansehen zu retten?

Als der Schriftsteller Manuel Ortigosa erfährt, dass sein Mann Álvaro bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, eilt er sofort nach Galicien. Die dortige Polizei ist auffallend schnell dabei, die Akte zu schließen. Manuel muss feststellen, dass Álvaro ihn seit Jahren getäuscht und ein Doppelleben geführt hat. Doch was suchte Álvaro in jener Nacht auf einer einsamen Landstraße? Zusammen mit einem eigensinnigen Polizisten der Guardia Civil und Álvaros Beichtvater stellt Manuel Nachforschungen an. Die führen ihn in eine Welt voller eigenwilliger Traditionen – und in die Abgründe einer Familie, die für ihr Ansehen über Leichen geht.

Sprecher
Matthias Koeberlin

Länge
18 h 11 m

Meine Meinung
Dieser Krimi findet sich in der Rubrik Krimi wieder. Ja, es ist wohl ein Krimi, allerdings bekommt man hier sehr viel Story und wenig Krimi. Was aber nicht negativ gemeint ist. Mir hat der Aufbau der Geschichte sehr gut gefallen, wenn es auch manchmal etwas arg langsam voran geht. Doch man soll sich für ein Buch ja bekanntlich Zeit lassen. So what.
Die Tatsachen, die immer  – wie soll ich sagen – „erstaunlicher“ wurden, zeigten sich nur langsam bis man am Ende das gesamte Puzzle zusammensetzen konnte. Und das Ergebnis hätte ich am Anfang nie und nimmer vermutet.
Die Beschreibung der Personen hat mir sehr gut gefallen. Sie waren etwas anders als in den meisten Krimis. Was aber vielleicht auch an ihrer Nationalität lag. Ich fand sie jedenfalls sehr glaubwürdig dargestellt, da ihre Reaktionen sehr menschlich und meist nachvollziehbar waren.
Matthias Koeberlin als Sprecher fand ich für diese Story passend. Er ist ja eher der zurückhaltende Sprechertyp, was hier genau richtig war.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Dolores Redondo – Alles was ich dir geben will

Noah Hawley – Vor dem Fall

vor-dem-fallBeschreibung

Ein Privatflugzeug stürzt ab, nur zwei Menschen überleben: der Maler Scott und ein kleiner Junge namens JJ. „Vor dem Fall“ von Noah Hawley beginnt als Katastrophenthriller, vorangetrieben durch die Frage nach der Ursache des Absturzes.Die Medien stürzen sich gierig auf den Fall, entfalten eigene Spekulationen und manipulieren die Fakten. Vielleicht hat ja auch Scott selbst etwas damit zu tun, ist vielleicht mehr als ein unschuldiges Opfer. Auch den kleinen JJ umgibt ein Geheimnis. So hat jeder Passagier an Bord seine eigene Geschichte und könnte zu diesem Unglück beigetragen haben.

Der Thriller „Vor dem Fall“ bietet überraschende Wendungen, die sich aus dem Leben der Passagiere ergeben. Matthias Koeberlin lässt als Sprecher des ungekürzten Hörbuchs von Noah Hawley einen großen und realitätsnahen Thriller entstehen, der sich nach und nach in eine packende und bewegende Tragödie verwandelt. Das Hörbuch offenbart, was keine Blackbox enthüllen kann: die wahren Ereignisse vor dem Fall.

Sprecher
Matthias Koeberlin

Länge
13 h 07 m

Meine Meinung
Diese Geschichte fängt sehr dramatisch an, nämlich mit dem Absturz eines Privat-Jets. Sehr schnell richtet sich das Augenmerk auf zwei Überlebende: einen Maler und einen kleinen Jungen. Der Maler, der durch ein beeindruckendes Ereignis in seiner Kindheit, seine Leidenschaft zum Schwimmen entdeckt hat, bindet den kleinen Jungen kurzerhand an sich selbst fest und beginnt, mit ihm an Land zu schwimmen – bei völliger Dunkelheit und nur einem Hauch einer Ahnung, wo sich überhaupt Land befindet.

Diese Szene fesselt einen natürlich sofort. Danach geht es unaufgeregter weiter. Der restliche Teil der Geschichte ist der Ermittlung gewidmet, wie und warum das Flugzeug überhaupt abgestürzt ist.

Die Charaktere fand ich sehr gut dargestellt. Besonders der Maler hat mir mit seinen klaren und strukturierten Gedanken sehr gut gefallen. Wäre schön, wenn wir mehr solcher Maler auf der  Welt hätten.

Die Presse wurde natürlich auch dargestellt, wie sie nun mal größtenteils ist: schäbig und menschenverachtend, alles unter dem Deckmäntelchen, dass die Menschheit ein Recht darauf hätte, die Wahrheit zu erfahren – auch wenn sie alles andere als die Wahrheit berichtet.

Dieser wirklich extreme Gegensatz hat mir sehr gut gefallen.

Eigentlich eine wirklich gute Geschichte mit einem eigenwilligen, interessanten Stil. Doch derart öde vom Sprecher vorgetragen! Fast jeder Satz hatte die gleiche Melodie, fing etwas höher an und endete etwas tiefer. Ich fand das schier zum Davonlaufen! Besonders in den Passagen, in denen im Präsenz berichtet wurde.

Eigentlich mag ich Matthias Koeberlin als Sprecher sehr gern, aber hier hat er mich beim ersten Hörversuch wirklich dazu gebracht, das Hörbuch abzubrechen. Beim zweiten Versuch habe ich dann aber ein Glück durchgehalten, auch wenn es mich nicht weniger störte. Aber ich wollte unbedingt wissen, wie die Story ausgeht. Und es hat sich wirklich gelohnt.

Man sollte sich von meiner Sprecherbeurteilung auch nicht allzu sehr beeinflussen lassen. Denn so wie es aussieht, stehe ich damit ziemlich alleine auf weiter Flur. Doch unerwähnt wollte ich es nicht lassen.

Sich die Story „Vor dem Fall“ anzuhören, lohnt sich „in jedem Fall“. 😉

Warum die Story nun keine 5 Pingus von mir bekommen hat? Stellenweise hat sie sich schon etwas gezogen. Ich mag zwar sehr detaillierte Beschreibungen sehr gerne, doch hier waren es für meinen Geschmack ein paar zu viele Details. Na, dafür gibt es aber auch eine gekürzte Version. Vielleicht hätte ich mich hier ausnahmsweise für diese entscheiden sollen.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Noah Hawley – Vor dem Fall 

Andreas Eschbach – Teufelsgold

teufelsgoldBeschreibung
Nach dem Ende der Kreuzzüge taucht er das erste Mal auf: der Stein der Weisen, mit dem man Gold machen kann – gefährliches Gold, radioaktives Gold nämlich. Der Stein erscheint, als ein Alchimist Gott verflucht, und er zieht eine Spur der Verwüstung durch Europa. Die Deutschordensritter erklären es zu ihrer geheimen neuen Aufgabe, ihn zu finden und sicher zu verwahren. Für alle Ewigkeit.
Doch in unserer Zeit kommen zwei Brüder, die unterschiedlicher kaum sein könnten, dem wahren Geheimnis des Steins auf die Spur: Er ist ein Schlüssel – ein Schlüssel, der unser aller Leben zum Guten hin verändern könnte. Oder öffnet er die Pforten der Hölle?

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Matthias Koeberlin

Länge
15 h 44 m

Meine Meinung
Auf Teufelsgold habe ich mich sehr gefreut, liebe ich doch die Geschichten von Andreas Eschbach.  Auch in diesem Hörbuch hat er mich in keinster Weise enttäuscht, auch wenn ich das Thema „Transhumanismus“ an sich  nun nicht ganz so prickelnd spannend finde. Doch der Plot hat mir insgesamt wieder sehr gut gefallen.

Die Story wird in zwei Zeitebenen erzählt. Einmal in der Vergangenheit vor ca. 500 Jahren, als ein Alchemist mit dem Stein der Weisen unterwegs ist und dann gezwungen wird, doch wieder Teufelsgold herzustellen, obwohl er dies auf keinen Fall mehr tun wollte. Und dann in der Gegenwart. Hier haben wir es mit dem Hochstapler Hendrik zu tun, dessen Gier schier nicht zu stillen ist und der jede Chance nutzt, um sich besser zu präsentieren, als er eigentlich ist.

Schöner und spannender fand ich die historischen Beschreibungen. Doch gerade das Zusammenspiel aus Vergangenheit und Gegenwart war wieder gekonnt verknüpft, so dass eine runde Sache dabei heraus kam.

Über das Ende kann man sicherlich streiten. Ich fand es gut, wurde es doch eigentlich ganz zu Anfang bereits von der Wahrsagerin so ungefähr vorhergesagt. Auch wenn mir das erst viel später auffiel, muss ich gestehen. Denn dazwischen lagen so viele Ereignisse, dass ich den Kirmesbesuch zu Beginn bereits wieder verdrängt hatte. Er hatte ja auch sonst nichts mit der Story zu tun.

Matthias Koeberlin hätte zwar ein klein wenig mehr Enthusiasmus an den Tag legen können, aber trotzdem war ich zufrieden mit seiner Leistung.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Andreas Eschbach – Teufelsgold

Wen es interessiert:
Wenige Wochen nachdem ich das Hörbuch gehört hatte, war ich bei einer Lesung von Andreas Eschbach. Er schreibt nicht nur tolle Bücher, er ist auch ein sehr sympathischer Mensch. Und er hat tolle Stellen für seine Lesung ausgewählt. Etwas verwundert war ich, als gefragt wurde, wer das Buch bereits kennen würde, dass ich zu einigen wenigen gehörte, die es bereits kannten. Die meisten kannten es noch nicht. Doch fast alle haben ein Exemplar im Anschluss an die Lesung bei ihm gekauft. So auch meine Schwester. Und ja, es hat ihr auch gut gefallen.

Siehe auch:

Donna Tartt – Der Distelfink

Der DistelfinkBeschreibung
Es passiert, als Theo Decker dreizehn Jahre alt ist. An dem Tag, an dem er mit seiner Mutter ein New Yorker Museum besucht, verändert ein schreckliches Unglück sein Leben für immer. Er verliert sie unter tragischen Umständen und bleibt allein und auf sich gestellt zurück, sein Vater hat ihn schon lange im Stich gelassen. Theo versinkt in tiefer Trauer, die ihn lange nicht mehr loslässt. Auch das Gemälde, das seit dem fatalen Ereignis verbotenerweise in seinem Besitz ist und ihn an seine Mutter erinnert, kann ihm keinen Trost spenden. Ganz im Gegenteil: Mit jedem Jahr, das vergeht, kommt er immer weiter von seinem Weg ab und droht, in kriminelle Kreise abzurutschen. Und das Gemälde, das ihn auf merkwürdige Weise fasziniert, scheint ihn geradezu in eine Welt der Lügen und falschen Entscheidungen zu ziehen, in einen Sog, der ihn unaufhaltsam mit sich reißt.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Matthias Koeberlin

Länge
33 h 25 m

Meine Meinung
Bei diesem Buch hat eindeutig der Titel den Ausschlag gegeben, dass ich es gekauft habe. Wenn man selbst Distel mit Nachnamen heißt, ist das ja wohl Ehrensache. Doch ich hätte im Traum nicht vermutet, was für ein wundervolles Buch ich mir da zugelegt habe!

Die Story im Schnelldurchlauf: Theo Decker verliert bei einem Bombenanschlag in einem New Yorker Kunstmuseum seine Mutter. Noch in dem Trümmern bekommt er von einem alten verwundeten Mann, den er zuvor mit einem jungen Mädchen gesehen hat, ein Bild zugeschoben, das er unbedingt retten soll! Außerdem gibt er ihm noch einen Ring, ein altes Familienerbstück. Der Mann verstirbt kurz darauf im Museum. Theo kommt zu einer Pflegefamilie. Währenddessen geht ihm das Mädchen nicht aus dem Kopf. Aufgrund des Ringes kann er ausfindig machen, wo diese wohnt und besucht sie. Sie ist schwerverletzt, ein älterer Herr – Hoby – pflegt sie. Hoby restauriert alte Möbel mit viel Liebe und Hingabe. Theo und Hoby freunden sich an – Theo lernt eine ganze Menge über das Handwerk. Der alte Mann aus dem Museum führte aber die Verkäufe durch, die seit seinem Tod praktisch brach liegen. Dann taucht plötzlich Theos verschollener Vater mit seiner neuen Flamme auf und meint urplötzlich, sich um seinen Sohn kümmern zu müssen. Er reißt ihn aus seinem gewohnten New Yorker Umfeld heraus und nimmt ihn mit nach Las Vegas. Theo gelingt es, das Bild, das gut eingepackt in einem Bettlaken in seinem Rucksack ruht, mitzunehmen.

In Las Vegas lernt er einen jungen Russen kennen, der mit seinem Vater dort gestrandet ist. Der Vater arbeitet und trinkt – kümmert sich aber nicht um Boris, seinen Sohn. Theo und Boris freunden sich an. Und da Theos Vater und auch seine Lebensgefährtin so gut wie nie da sind, sind die beiden ziemlich auf sich alleine gestellt. Der Vater, trockener Alkoholiker, dafür aber spielsüchtig und tablettenabhängig, kümmert sich recht wenig um die beiden. Die ersten ausufernden Experimente mit Alkohol und Drogen beginnen bei Theo und Boris, die mittlerweile unzertrennlich geworden sind. Doch von dem Bild erzählt Theo Boris nie. Zu groß ist seine Angst, da Kunstraub ja nun kein Kavaliersdelikt ist. Das Bild ist weiterhin gut versteckt, im Bettlaken eingewickelt. Der Vater gerät irgendwann durch seine Spielsucht wieder in Schwierigkeiten, Geldeintreiber stehen vor der Tür… Dann verunglückt Theos Vater tödlich bei einem Verkehrsunfall. Theo bekommt die Panik und reißt Hals über Kopf mit dem Hund der Freundin und natürlich dem Bild im Gepäck im Bus zurück nach New York. Zu seiner alten Pflegefamilie kann er nicht zurück, also versucht er sein Glück bei Hoby. Dieser nimmt ihn in sein Haus auf. Theo wird natürlich auch älter und übernimmt nach und nach die Verkaufsgeschäfte des Antiquitätenladens. Dann taucht plötzlich ein Mann auf, der ihm durch die Blume vorwirft, er habe das Bild „Der Distelfink“ aus dem Museum gestohlen und hätte es verkauft – er könne alles zurückverfolgen…

Donna Tartt, die mir bis dato gänzlich unbekannt war, kann sehr, sehr gut erzählen. Von Anfang an hatte sie mich mit diesem Buch in ihren Bann gezogen. Klar, es fing ja auch verdammt spannend an – nämlich mit der Explosion im Museum. Theo, der 13-jährige Junge ist mir natürlich auch sehr schnell ans Herz gewachsen, steht er doch nun ganz alleine da und ist verzweifelt. Viel Action passiert in diesem Buch nicht. Vielmehr glänzt es durch detaillierte Beschreibungen sowohl der Menschen, der Umgebung, ja selbst der Möbel bis natürlich hin zu den einzelnen Charakteren, die sehr gut gezeichnet wurden. Ich habe jetzt noch genau im Kopf, wie sie aussehen, kenne ihren Charakter, kurz, als würde ich sie persönlich kennen. Auch die Gefühlsschwankungen, die Gedanken und sonstige menschlichen Regungen sind äußerst gut beschrieben.

Theo ist ein eher zurückhaltender Junge – auch als junger Mann noch. Er antwortet immer recht zögerlich, manchmal für meinen Geschmack zu zögerlich – Spontanietät ist nicht gerade seine Stärke.

Boris ist das genaue Gegenteil. Er weiß alles, probiert alles aus – ist ein altkluger Typ, weiß immer eine Lösung. Und er quasselt ohne Ende.

Hoby ist ein alter herzensguter Mann, dessen Lebensfreude und -inhalt darin besteht, seine alten Möbel zu restaurieren. An Geld ist er wenig interessiert – viel glücklicher macht ihn, wenn er das passende Stück Holz findet.

Das Bild „Der Distelfink“ von Fabritius spielt natürlich eine ganz zentrale Rolle in dieser Geschichte, auch wenn es im Vergleich zur Wichtigkeit eher selten Erwähnung findet. Es ist ein wirklich schönes Bild, wie ich finde.

Der Schreibstil von Donna Tartt ist einfach wunderbar. Er ist flüssig, nichts ist überflüssig, trotz der Länge fand ich jeden Satz, jedes Wort wichtig und richtig für die Geschichte. Und es sind ganz wunderbare Gedanken in diesem Buch zu finden. Besonders zum Ende hin wird selbst Boris ein wenig philosophisch, das Gespräch mit Hoby fand ich grandios, die Bildbeschreibung und -erklärung ganz phantastisch und überhaupt hat mich gerade die letzte Stunde nochmals so richtig vom Hocker gerissen. Ich bin wirklich sehr begeistert.

Matthias Köberlin als Sprecher fand ich auch eine sehr gute Wahl. Seine ruhige Stimme passte sehr gut zu Theo, der die Geschichte ja erzählt. Aber auch alle anderen Stimmen hat er wundervoll inszeniert. Es brauchte keine: Hoby sagte oder Xandra meinte… das war schon immer klar durch die jeweilige Stimme. Ja, auch der Sprecher, den ich schon von einigen anderen Hörbüchern her kannte, hat mich überzeugt.

Somit hat Donna Tartt mit „Der Distelfink“ zu Recht einen Platz auf meiner Hörbuch-Bestenliste verdient.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Donna Tartt – Der Distelfink

<<<5 Jahre später>>>
Ich habe mir dieses Hörbuch nochmals angehört und war wieder genauso begeistert, wie im Jahr 2014.

Andreas Eschbach – Todesengel

TodesengelBeschreibung
Erich Sassbeck ist zur falschen Zeit am falschen Ort und gerät in eine brutale Schlägerei. Doch am Ende ist er es, der überlebt, während seine Angreifer tot sind – erschossen von unbekannter Hand. Sassbeck glaubt, dass ihn ein Wunder gerettet hat. Die Polizei dagegen fragt sich, ob nicht er geschossen hat. In Notwehr. Oder schlimmer: in Selbstjustiz.

Der Journalist Ingo Praise findet bald Beweise, dass Sassbecks Geschichte stimmt. Ein Unbekannter streift durch die Stadt und beschützt Unschuldige. Praise macht den „Racheengel“ zum Star – und löst damit eine Katastrophe aus…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Matthias Koeberlin

Länge
16 h 26 m

Meine Meinung
Mit „Todesengel“ hat sich Andreas Eschbach ein sehr heikles Thema zur Brust genommen. Und wie immer hat er daraus eine faszinierte und äußerst interessante Story gebastelt. Doch um was geht es eigentlich in „Todesengel“? Das ist wohl in einem Satz schwer zu sagen. Deshalb will ich etwas weiter ausholen.

Es geht um aggressive Jugendliche, die auf Unschuldige einprügeln. Es geht um einen „Todesengel“, der diese Jugendlichen erschießt, da es Unrecht ist, was sie tun. Es geht um Gewalt, um Selbstjustiz, um die deutsche Rechtsprechung, um Täter- und Opferschutz im Vergleich, es geht um journalistische Arbeit, um die Verarbeitung von Schocks und nicht zuletzt um: wo hört Notwehr auf und fängt Rache an.

Der Journalist Ingo Praise bekommt die Chance, das erste Opfer in dieser Geschichte, den Renter Erich Sassbeck, zu interviewen. Ingo glaubt dem Mann seine Darstellung, dass ein Engel die Jugendlichen erschossen hat und nicht er, auch wenn er früher Grenzpolizist war und sie damals die Dienstwaffen der Marke Makarov nutzten, mit der jetzt die Jugendlichen erschossen wurden. Die Polizei will ihm die Geschichte mit dem Todesengel zunächst nicht abnehmen. Ingo bekommt die Chance, sein Interview in der Zeitungsausgabe von City TV groß herauszubringen. Das schlägt ein wie eine Bombe und Ingo bekommt eine eigene TV-Show. Der Name der Show: Anwalt der Opfer. Ingo scheint am Ziel seiner Träume. Denn er kämpfte schon immer für die Opfer, leider konnte er wenig ausrichten. Doch jetzt mit dieser Show stehen ihm alle Türen offen. Es werden – wie üblich in solchen Talkshows – viele Menschen eingeladen, die ganz kontroverse Meinungen zu diesem Thema haben. Die Show hat Einschaltquoten wie es der Sender noch nie erlebt hat und dann, ja dann passiert der Sugergau.

Mehr will ich hier nicht verraten.

Ich fand dieses Hörbuch derart interessant und informativ, dass ich mich nur schwer davon loseisen konnte. Der Spannungsbogen wird gespannt und gespannt, bis er schier zu platzen droht. Und gerade dann, wenn man denkt, ok, jetzt kann ich etwas verschnaufen passiert das Schlimmste überhaupt. Unglaublich gut hat das Andreas Eschbach gemacht.

Sehr interessant fand ich die Diskussionen während der TV-Shows. Es wurden viele Beispiele genannt, bei denen man wirklich nur den Kopf über die Rechtsprechung schütteln kann. Doch was wäre der richtige Weg, um die Kriminalität einzudämmen? Und wie würde eine gerechtere Rechtsprechung aussehen? Wie hart darf man sich wehren, wenn man angegriffen wird? Leistet man Hilfe läuft man Gefahr, selbst bestraft zu werden – hilft man nicht, kann man wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt werden. Und, und, und…

Die Charaktere wurden durch die Bank weg lebensecht, glaubhaft und jederzeit nachvollziehbar in ihren Handlungen dargestellt. Besonders Ingo Praise ist mir sehr ans Herz gewachsen.

Insgesamt hat Eschbach mit seinem neuesten Buch „Todesengel“ ein topaktuelles Thema aufgegriffen, das er – wie immer – brillant umgesetzt hat. „Todesengel“ ist eine sehr kurzweilige, äußerst interessante und verdammt gut Story. Ich war mal wieder sehr begeistert und bin schon jetzt gespannt darauf, welches Thema er sich für sein nächstes Buch auswählen wird.

Andreas Eschbach und Matthias Koeberlin passen verdammt gut zueinander. Wie Deckel auf Topf. finde ich. Von mir aus könnte er gerne alle weiteren Bücher von ihm ebenfalls sprechen.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Andreas Eschbach – Todesengel

Siehe auch:

Gillian Flynn – Gone Girl: Das perfekte Opfer

Gone GirlBeschreibung
„Was denkst du gerade, Amy? Das habe ich sie oft gefragt. Was denkst du? Wie geht es dir? Wer bist du? Wie gut kennt man eigentlich den Menschen, den man liebt?“

Genau das fragt sich Nick Dunne an diesem sonnigen Morgen seines fünften Hochzeitstages, als seine Frau spurlos verschwindet. Die Polizei verdächtigt sofort Nick. Amys Freunde berichten, dass sie Angst vor ihm hatte. Die Polizei findet immer mehr Indizien, die Nick belasten. Was geschah mit Nicks wunderbarer Frau Amy?

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Christiane Paul, Matthias Koeberlin

Länge
17 h 36 m

Meine Meinung
Böse, bitterböse… Nach dem Hören dieses Hörbuches könnte man zu dem Schluss kommen, dass das Singledasein die einzig richtige Lebensgestaltung ist.  Denn was die beiden Protagonisten sich antun, geht auf keine Kuhhaut mehr – wie man hier in Hessen so schön zu sagen pflegt.

Die Story ist in drei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil erzählt Nick, dass seine Frau am 5. Hochzeitstag verschwunden ist. Von Amy hört man Tagebucheinträge, die über mehrere Jahre in die Vergangenheit reichen und in der Gegenwart – kurz vor dem 5. Hochzeitstag – enden.

In der Wohnung des Ehepaares ist das Wohnzimmer ziemlich verwüstet, auf den ersten  Blick schaut es nach einem Überfall aus – doch auf den zweiten, genaueren Blick schon nicht mehr. Viele Ungereimtheiten sind deutlich zu erkennen. Amy hatte es zur „Tradition“ gemacht, an ihrem Hochzeitstag mit ihrem Mann immer eine Schatzsuche – oder besser gesagt, eine Schnitzeljagd – zu veranstalten. Das lief so ab, dass sie ihm einen Hinweis in Form eines Rätsels gab. Diesem musste er folgen. Hatte er ihn gefunden, war dies wieder in ein Rätsel versteckt, das es wiederum zu lösen galt etc… bis er letztendlich sein Hochzeitsgeschenk in Händen halten durfte.

An diesem 5. Hochzeitstag führten die Lösungen der Rätsel der Schatzsuche jedoch immer zu einem Indiz, das Nick immer mehr in den Fokus der Polizei rückte, das er selbst seiner Frau etwas angetan hatte. Nicks Situation wird zunehmend auswegloser ob der Beweise, die die Polizei mittlerweile gegen ihn in Händen hält.

Bis hierhin war ich zwar interessiert an Story, aber besonders spannend fand ich sie nicht. Es deutete einfach alles zu glatt in eine Richtung. Dass das nicht so bleiben konnte, blieb mir bis dahin nur zu hoffen.

Im 2. Teil kamen dann einige überraschende Wendungen, die ich so nicht vermutet hätte. Die Spannung stieg endlich und mir gefiel das Hörbuch immer besser. Im 3. Teil fiel die Spannung für meinen Geschmack leider wieder ab, da es nun sehr vorhersehbar wurde.

Die Protagonisten wurden sehr klar und gut dargestellt. Und ich muss sagen, dass die mir einzige sympathische Figur in diesem Thriller Nicks Schwester war. Für alle anderen konnte ich mich nicht wirklich erwärmen. Und das finde ich für mich immer etwas schwierig. Mir fehlt da das Fieber, das Herzblut, das ich für einen sympathischen Protagonisten aufbringen kann. Das macht es für mich letztendlich auch schwierig, für dieses Hörbuch ins Schwärmen zu geraten. Mir fehlte einfach meine  eigene Empathie, die ich gerne einem der Protagonisten geschenkt hätte, aber nicht konnte.

Somit ist „Gone Girl“ für mich zwar eine interessante Studie über: „Wie machen wir uns das Leben gegenseitig so richtig zur Hölle“, aber weiterempfehlen möchte ich das Buch nicht wirklich. Sicher, es ist sehr clever aufgebaut und es wartet auch mit einigen Überraschungen auf. Aber für meinen Geschmack ist es mir einfach zu düster, zu hasserfüllt und zu negativ.

Die beiden Sprecher waren sehr gut. Sie spielten ihre ihnen zugewiesenen Rollen hervorragend und haben beide 5 Sterne verdient.

Fazitstars_3 ganz „nett“

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Gillian Flynn – Gone Girl: Das perfekte Opfer

Andreas Eschbach – Herr aller Dinge

Beschreibung
Als Kinder begegnen sie sich zum ersten Mal: Charlotte, die Tochter des französischen Botschafters, und Hiroshi, der Sohn einer Hausangestellten. Von Anfang an steht der soziale Unterschied spürbar zwischen ihnen. Doch Hiroshi hat eine Idee. Eine Idee, wie er den Unterschied zwischen Arm und Reich aus der Welt schaffen könnte. Um Charlottes Liebe zu gewinnen, tritt er an, seine Idee in die Tat umzusetzen – und die Welt damit in einem nie gekannten Ausmaß zu verändern. Was mit einer bahnbrechenden Erfindung beginnt, führt ihn allerdings bald auf die Spur eines uralten Geheimnisses – und des schrecklichsten aller Verbrechen…

Sprecher
Matthias Koeberlin

Länge
577 Minuten

Meine Meinung
Wie die meisten Romane von Eschbach, hat mich auch dieser sofort gefesselt und ich hörte jede freie Minute, die ich zur Verfügung hatte. Den Unterschied zwischen Arm und Reich aus der Welt zu schaffen, ein schöner Gedanke, aber wie soll das bitte funktionieren?

Eschbach hat natürlich wieder eine äußerst geniale Idee. Sein Protagonist entwickelt Roboter, die sich selber nachbauen können, kein Mensch muss mehr arbeiten und somit können alle auf dem gleichen Lebensstandard leben. Das hier genauer erklären zu wollen, wäre vermessen, Eschbach hat dafür ja schließlich auch viele Seiten gebraucht. Deshalb versuche ich es erst gar nicht. Aber absolut genial ist die Idee – keine Frage! Ob es am Ende klappt wird hier natürlich nicht verraten. Nur soviel: die Handlung ist wahnsinnig spannend und äußerst interessant.

Hat man mit dem Buch erst einmal angefangen, wird man kaum aufhören können, bevor es nicht ausgelesen/-gehört ist. Man sollte also lieber an einem Wochenende, an dem man sonst nichts vor hat, damit beginnen.

Der Sprecher Matthias Koeberlin war sehr gut, wenn er auch zum Schluss hin etwas heiser klang. Wahrscheinlich konnte er auch keine Pause machen 😉

Fazit: absolut empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Andreas Eschbach – Herr aller Dinge

Siehe auch:

 

Richard Doetsch – Die 13. Stunde

Beschreibung
Nicholas Quinn sitzt im Verhörraum der Polizei. Seine Frau wurde ermordet, und man hält ihn für den Täter. Doch er ist unschuldig. Ihr Tod ist mit dem Schicksal von 212 Menschen verbunden, die bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sind – denn eigentlich sollte Nicholas‘ Frau an Bord dieser Maschine sein. Doch aus irgendeinem Grund hat sie die Maschine in letzter Minute verlassen. Dieser Grund ist für den Absturz verantwortlich. Und für ihren Tod.

Ein Fremder betritt das Verhörzimmer. „Ihre Frau lebt noch“, sagt er. „Sie können sie retten und die 212 Passagiere des Flugzeugs.“ Er überreicht Nicholas eine goldene Uhr, auf der die Zeit rückwärts zu laufen scheint. „Sie haben dreizehn Stunden.“ Der Countdown läuft.

Sprecher
Matthias Koeberlin

Länge
452 Minuten

Meine Meinung
Was für eine Achterbahnfahrt! Bei diesem Hörbuch muss man aufpassen wie ein Luchs. Es ist sicherlich kein Hörbuch, das man so nebenbei hören kann. Denn durch die stündlichen Zeitreisen verändern sich ständig die Gegebenheiten und natürlich verändert der Protagonist durch seine Aktionen in der Vergangenheit die Zukunft. So wird z. B. ein Mann ermordet, doch in der nächsten Stunde lebt er wieder – irre. Ob es wirklich immer so logisch war, vermag ich nicht zu behaupten, aber es war wirklich vom Anfang bis zum Ende super spannend.

Sehr schön finde ich ja auch immer, wenn die Guten so richtig gut und die Bösen so richtig böse sind. Der Sprecher hat seinen Job auch sehr gut gemacht. Insgesamt war dieser Thriller eine ausgeprochen runde Sache. Toller Schreibstil, spannende Story, sehr schön beschriebene Charaktere und ein klasse Sprecher. Was will man mehr?

Fazit: stars_5 absolut empfehlenswert

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Richard Doetsch – Die 13. Stunde

Andreas Eschbach – Das Jesus-Video

Beschreibung
Stephen Foxx, freiwilliger Ausgrabungshelfer, entdeckt ein 2000 Jahre altes Skelett, mit zwei in den 80er Jahren behandelten Zähnen und, es kommt noch besser, der Bedienungsanleitung einer Sony-Videocamera, die erst in einigen Jahren auf den Markt kommt. Nach und nach wird klar, es gibt nur eine Erklärung für dieses Phänomen: Es handelt sich um einen Zeitreisenden, der Aufnahmen von Jesus Christus gemacht hat. Foxx weiß dies definitiv, denn er hat einen, dem Skelett beigelegten Brief rekonstruieren lassen. Der Medienmagnat John Kaun, der die Ausgrabung des ominösen Professor Wildford-Smith sponsert, ahnt dies nur. Pater Scarfaro schließlich, Abgesandter des Papstes und im Namen der Inquisition unterwegs, wird alles daran setzen, die Aufnahmen zu zerstören. Die Jagd nach der Kamera beginnt. Und mit ihr die Jagd nach Geld, Ruhm und Wahrung der Basis des christlichen Glaubens. Dazwischen agieren der junge, aber recht schlaue Foxx und seine zwei Freunde, Judith und Joshua. Als Gegenspieler von Kaun und dem Vatikan kommt er ziemlich weit: Zusammen mit Judith findet er die Kamera. Doch am Ende bekommt sie doch Kaun in seine Hände, bis sie von Scarfaro zerstört wird!

Hier wäre standardmäßig der Schluss der Story zu vermuten. Nicht jedoch in dieser Inszenierung: Denn es existiert ein zweites, echtes Video. Und die Geschichte beginnt erneut.

Sprecher
Matthias Köberlin

Länge
6 CDs

Meine Meinung
Das war mein erstes Eschbach-Hörbuch und es hat mich vom Autor überzeugt! Geniale Idee und exzellente Durchführung. Klasse!

Fazit:  absolut empfehlenswert

Gehört vor dem 01.01.2008

Siehe auch: