Steffen Jacobsen – Trophäe (Ein Fall für Lene Jensen und Michael Sander 1)

Beschreibung
Elisabeth Caspersen, steinreiche Erbin eines dänischen Industrieimperiums, findet im Tresor ihres verstorbenen Vaters einen Film, der eine grauenvolle Menschenjagd zeigt. Einer der im Film zu sehenden Jäger hat unverkennbare Ähnlichkeit mit Elisabeths Vater. Um der Sache nachzugehen, heuert sie Michael Sander an, einen exklusiven Privatdetektiv, der auf brisante Fälle spezialisiert ist. Als Sander sich auf die Suche nach der Identität der Opfer macht, stößt er auf eine perfide Welt aus Gewalt und Größenwahn, in der er bald selbst zum Gejagten wird.

Sprecher
Josef Vossenkuhl

Länge
15 h 06 m

Meine Meinung
Gleich mal eines vorneweg: Dieser Thriller ist nichts für zartbesaitete. Was einem hier für eine Geschichte erzählt wird, könnte schlimmer kaum sein. Und so musste ich auch des Öfteren ziemlich schlucken beim Anhören der Story.

Eine Truppe größenwahnsinniger Elitesoldaten ist auch noch nach der Rückkehr aus den verschiedenen Einsatzgebieten eine eingeschworene Gruppe. Sie sind der Meinung, sie können sich alles erlauben, ihnen gehöre die Welt, sie hätten die Macht über alles und jeden.

Lene Jensen von der Polizei untersucht einen rätselhaften Selbstmord eines früheren Elitesoldaten, Michael Sander ist Privatermittler und wird von einer Milliardärin beauftragt, einen auf einer DVD aufgezeichneten Mord aufzuklären. Die privat aufgenommen DVD hat sie im Tresor ihres kürzlich verstorbenen Vaters gefunden.

Und so kreuzen sich die Wege der beiden Ermittler. Die Charaktere der beiden eher außergewöhnlichen Ermittler werden hier sehr gut beschrieben. Sehr schnell wird einem klar, dass man es hier nicht mit 08/15-Charakteren zu hat, sondern dass beide schon sehr harte Typen sind, die sich von Schwierigkeiten und persönlichen Bedrohungen nicht so leicht schockieren oder gar von Ihrem Handeln abhalten lassen.

So nimmt die Story sehr schnell an Spannung zu. Als Hörer stand ich quasi unter Dauer-Adrenalin-Beschuss. Das machte die Geschichte natürlich sehr kurzweilig. Doch stellenweise fand ich schon, dass es vielleicht etwas zu viel des Guten bzw. des Bösen war, was einem hier präsentiert wurde. Die Auflösung ganz am Ende fand ich persönlich etwas unglaubwürdig und eben auch einfach ein bisschen zu viel. Man hätte es auch einfach bei dem „vorherigen“ Ende belassen könnte. Wäre auch schon schlimm genug gewesen. Aber das ist sicherlich Geschmackssache.

Was mir sehr gut gefallen hat, war die Mischung zwischen Charakter- und Landschaftsbeschreibung zwischen den Actionszenen. Nach und nach konnte man sich die Personen sehr gut vorstellen, so dass man am Ende ein abgeschlossenes Gesamtbild vor Augen hatte. Nicht so gut hat mir die oben bereits erwähnte Übertriebenheit in manchen Szenen gefallen. Aber insgesamt fand ich „Trophäe“ einen wirklich verdammt guten Thriller, der einmal eine andere Geschichte präsentiert.

Was auch noch positiv zu erwähnen wäre, ist die Tatsache, dass die Story tatsächlich ganz ohne private Liebesdramen der Ermittler auskommt. Hat man ja heutzutage eher selten.

Den Sprecher fand ich ebenfalls sehr gut. So bekommt dieser Thriller von mir eine Wertung von 4,2 Punkten.

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Steffen Jacobsen – Trophäe (Ein Fall für Lene Jensen und Michael Sander 1)

Siehe auch:

Andreas Winkelmann – Killgame

Kill GameBeschreibung
Das Mädchen hat Angst. Seit Tagen ist sie in einem Verschlag unter der Erde gefangen. Jemand öffnet die Klappe und wirft Laufkleidung herunter. Sie klettert aus ihrem Gefängnis und beginnt zu rennen. In die Freiheit. In den Wald. Da zischt der erste Pfeil haarscharf an ihrem Kopf vorbei…

Dries Torwellen hat geschworen, seine Nichte Nia zu finden, die von zu Hause ausgerissen ist. Die Spur führt ihn zu einer Lodge in den tiefen Wäldern Kanadas. Ihre Betreiber werben mit einem einzigartigen Urlaubserlebnis. Einem Erlebnis, das alle Grenzen sprengt…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Simon Jäger

Länge
11 h 45 m

Meine Meinung
Diese Geschichte ist unglaublich. Oder nennen wir das Kind beim Namen: Ich finde sie von vorne bis hinten unglaubhaft. Schon den Anfang fand ich dermaßen übertrieben, dass ich kurzfristig überlegte, ob ich überhaupt weiter hören sollte. Doch ich tat es.

Weiter geht es dann mit einer Gruppe superreicher Computerfreaks, die einen außergewöhnlichen Kick suchen, um zu neuen Inspirationen zu gelangen. Was einem hier dann präsentiert wurde – nun. Will ich gar nichts dazu sagen.

Und dann haben wir noch den Onkel, dessen Zwillingsschwester verstorben ist, deren Seele ihn aber in Form einer Puppe ständig begleitet. Sehr mystisch.

Ich denke, man merkt durchaus, dass sich meine Begeisterung in Grenzen hält. Unserer Protagonistin Nia wollte ich in jeder Sekunde ihres Handelns wirklich immer nur zurufen: Auch wenn du erst 18 bist, so naiv kann man doch gar nicht sein! Aber sie hat mich ganz offensichtlich nicht gehört. 😉

Das einzige, was ich wirklich sehr gut fand an diesem Hörbuch, war die Spannung. Denn extrem nervenaufreibend ist das Buch allemal. Auch den Sprecher Simon Jäger fand ich wieder klasse. Aber der Plot an sich – nun der hat mich nicht überzeugt.

Wer also einfach nur eine spannende Story hören will und keinen großen Wert auf Glaubhaftigkeit und nachvollziehbare Handlungen der Protagonisten legt, der ist hiermit sicherlich gut bedient. Wenn man allerdings etwas mehr von einem Buch erwartet, dann sind die älteren Bücher von Herrn Winkelmann wesentlich empfehlenswerter.

s5g3

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Andreas Winkelmann – Killgame

Siehe auch: 

 

Zoran Drvenkar – Still

StillBeschreibung
Ein Mann, der seine Tochter sucht und dabei seine Identität verliert. Ein Mädchen, das seit sechs Jahren reglos aus dem Fenster schaut und darauf wartet, dass ihr jemand den Schlüssel zu ihrer Erinnerung bringt. Vier Männer und eine Mission, die aus Hunger und Disziplin besteht und keine Opfer scheut. Ein Winter in Deutschland, ein See im Wald und Schatten, die sich unter dem Eis bewegen.

Wenn es Winter wird und Schnee und Eis alle Spuren verwischen, erwacht in den einsamen Wäldern Brandenburgs das Böse. Über Nacht verschwinden Mädchen und Jungen auf mysteriöse Weise. Kein Kind wird je wiedergesehen. Nur ein Mädchen taucht unerwartet und verstört wieder auf, seine Lippen sind seitdem verschlossen. Erst als ein verzweifelter Vater auf eigene Faust zu ermitteln beginnt, bricht es sein Schweigen. Doch damit dreht sich die Spirale des Bösen nur noch schneller.

Ein brillanter und verstörender neuer Thriller des Bestsellerautors Zoran Drvenkar.

Sprecher
Christoph Maria Herbst

Länge
7 h 36 m

Meine Meinung
Eines vorneweg: Dieses Hörbuch ist nichts für zart Besaitete! Zu unvorstellbar grausam ist das Thema, das hier behandelt wird. Nicht selten musste ich schlucken ob des Gesprochenen. Die Story ist düster und beklemmend und sie wird immer düsterer und beklemmender, je weiter die Geschichte voranschreitet. Unterbrechen konnte ich das Hörbuch nicht, wurde ich doch immer fassungsloser, was da passierte. Ich hörte also immer weiter und hoffte auf eine positive Wende, doch ob diese auch kam, werde ich hier natürlich nicht verraten. Finde es selbst heraus.

Dass Zoran Drvenkar einem keine leichte Kost vorsetzt, wusste ich bereits aus „Sorry“ und „Du“. Doch was er mit „Still“ präsentiert, topt die beiden Geschichten noch.

Christoph Maria Herbst als Sprecher fand ich zunächst – nun, sagen wir – seltsam. Doch wie sich sehr schnell herausstellte, passte er einfach hervorragend zur Story und zum Stil von Drvenkar. Im Nachhinein denke ich, war C. M. Herbst wirklich die beste Wahl für diese Story.

s5g5

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei D>A<V. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Zoran Drvenkar – Still

Danke!
Mein herzliches Dankeschön geht an den Verlag „Eder & Bach“ und an „D>A<V – Der Audio-Verlag“ für das Rezensionsexemplar.

Siehe auch:

Stephen King – Menschenjagd

Beschreibung
Die USA im Jahr 2025: Wer Arbeit hat, kann von Glück reden. Für das Heer der Arbeitslosen gibt’s billiges Rauschgift und kostenloses Fernsehen – Free-Vee. Die Regierung und die öffentlichen Fernsehanstalten arbeiten in großen Allianzen zusammen, die Großstädte sind infolge der jahrelangen Misswirtschaft vollkommen verseucht. Ben Richards, Vater einer totkranken Tochter, lebt mit seiner Familie in der verkommenen Wohnsiedlung Co-Op-City. Um Geld für die Medizin seiner Tochter zu bekommen, bewirbt er sich bei Network Games und wird der beliebtesten Game-Show zugeteilt: Menschenjagd – „Running Man“.

Die Regeln sind denkbar einfach. Sie gewinnen für jede Stunde, die Sie in Freiheit verbringen, hundert Neudollar. Wir statten Sie zu Beginn der Jagd mit 4800 Dollar aus, da wir davon ausgehen, dass Sie es schaffen werden, die Jäger 48 Stunden an der Nase herumzuführen. Wenn Sie dreißig Tage durchhalten, gewinnen Sie den Großen Preis. Eine Milliarde Neudollar. Ben Richards will diese Chance nutzen, um seine Tochter zu retten, doch er weiß genau: Diese Show läuft seit sechs Jahren. Bisher hat kein Mensch sie überlebt. Ben Richards will der erste sein…

Dieses Buch entstand 1982 als Roman, den Stephen King zunächst unter dem Pseudonym Richard Bachmann veröffentlichte.

Sprecher
David Nathan

Länge
522 Minuten

Meine Meinung
Endlich mal ein Stephen-King-Buch, das von der Länge her »normal« ist. Das fand ich schon einmal richtig gut. Die Story ist auch sehr spannend und aufgrund der »Kürze« auch ohne größere Längen. King schafft es immer wieder, dass man mit den Protagonisten mitfiebert, mitzittert und mitleidet. So auch hier. Was dem armen Kerl Ben alles zugemutet wurde, war mal wieder mehr, als ein Normalsterblicher aushalten kann.

Was mich aber wirklich immer furchtbar nervt, ist die maßlose Übertreibung von Grausamkeiten. So hingen bei Ben zum Ende hin seine Gedärme heraus, verfingen sich dann auch mal an einem Fuß eines bereits Toten. Ok, ich bin kein Arzt. Aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man noch leben kann, wenn sämtliche Innereien nach außen gekehrt sind. Oder dass Hirn spritzt, wenn man jemandem eine Kaffeekanne über den Schädel zieht. Bei einem Schuss kann ich mir das vorstellen, aber nicht bei einem Schlag.

Aber davon abgesehen war »Menschenjagd« eine sehr spannende und unheimlich menschenverachtende Geschichte, wie die Zukunft unserer Menschheit einmal aussehen könnte. Mit den ganzen Fernsehshows, mit den riesig großen Unterschieden zwischen Arm und Reich, war es eine furchtbare Zukunftsvision, die Stephen King entwickelt hat. Wobei wir gar nicht mehr weit davon entfernt sind, spielt es ja doch im Jahre 2025. Nun hat King dieses Buch ja bereits 1982 unter dem Pseudonym Richard Bachmann geschrieben. Kann man nur hoffen, dass sich Bin Laden damals nicht dieses Buch zur Inspiration vorgenommen hatte…

David Nathan war wie gewohnt sehr gut. Er und King passen einfach perfekt zusammen.

s5g4

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Stephen King – Menschenjagd

Siehe auch: