Christina Brudereck – Die Teetrinkerin

Beschreibung
Eine grüne Teeplantage in den südindischen Nilgiris. Hier ist Yashi Bhandari zu Hause. Aber es gibt auch die Großstadt am Fuß der Berge. Die knallharten Gesetze der Textilindustrie. Hier arbeitet Yashi als Menschenrechts-Anwältin. Und dann bekommt sie die Chance, ihre Energie noch weit wirkungsvoller einzusetzen: Bei der UNO in New York.

Ein poetisch-politischer Roman. Von Heimat und Freundinnen. Der Schönheit des Rechts. Und vom Mut, den eigenen Platz in dieser Welt zu finden.

Sprecher
Christina Brudereck

Länge
12 h 45 m

Meine Meinung
Yashi, unsere Protagonistin in „Die Teetrinkerin“, wohnt sehr idyllisch auf der Teeplantage ihres Mannes. Sie selbst arbeitet in der nahe gelegenen Großstadt als Menschenrechts-Anwältin. Sie übernimmt neben den Geld einbringenden Fällen auch immer wieder kostenlos Fälle von armen Textilarbeiterinnen, denen schlimmes Leid bei der Arbeit zugefügt wurde,  die sich aber niemals einen Anwalt leisten könnten. Yashi ist eine äußerst überzeugte Menschenrechts-Anwältin und nutzt natürlich ihre Chance, als ihr ein Job bei der UNO in Aussicht gestellt wird.

Dies ist für sie ein großer Umbruch. Von Indien nach New York ist nun keine kleine Veränderung. Doch ihre Schwägerin wohnt bereits seit einigen Jahren in New York und nimmt sich ihrer an. Innerhalb der UNO haben zwar alle ein gemeinsames Ziel, doch um dieses zu erreichen, gehen sie völlig unterschiedliche Wege. Und wie überall sonst auch, gibt es auch hier Neider und Miesepeter. So erfahren wir hier auch einiges über Yashis persönliche Kämpfe.

Die Geschichte ist nun kein klassischer Pageturner und doch entkommt man ihrem Sog nur schwer. Ist man einmal in der Story angekommen, will man so schnell nicht mehr zurück ins eigene Leben. Denn zum einen mochte ich Yashi auf der Stelle, auch die anderen Personen fand ich glaubwürdig beschrieben, so dass man schnell eine konkrete Vorstellung von Yashis Umfeld hatte. Und zum anderen erfährt man hier sehr viel über Fairtrade, über noch ausstehende Menschenrechte und somit über das große Unrecht, das in großen Teilen der Welt immer noch herrscht. Somit ist die „Teetrinkerin“ nicht nur auf menschlicher Ebene hervorragend geschrieben, es ist auch politisch äußerst interessant, brisant und fundiert recherchiert.

Den Erzählstil fand ich flüssig und sehr angenehm zu hören. Einzig dass es eine Autorenlesung ist, fand ich nicht ganz so gelungen. Christina Brudereck macht das zwar im Großen und Ganzen sehr gut, jedoch gibt sie der Schwägerin eine derart schrille Stimme, dass es mich stellenweise wirklich aggressiv machte. Denn die Schwägerin nimmt nicht gerade den kleinsten Teil im Buch ein.

Wer dies nun gar nicht leiden kann, der sollte eventuell besser zum Buch greifen. Aber eins ist klar. Entgehen lassen sollte man sich diese Geschichte nicht.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Christina Brudereck – Die Teetrinkerin

Michelle Obama – Becoming: Meine Geschichte

Beschreibung
Die intime, kraftvolle und inspirierende Autobiografie der ehemaligen First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika.

Mit ihrem bedeutsamen und erfüllten Leben wurde Michelle Obama zu einer der überzeugendsten und beeindruckendsten Frauen der Gegenwart. Als First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika war sie die erste Afro-Amerikanerin in dieser Position und trug in dieser Rolle maßgeblich dazu bei, das wohl gastfreundlichste und offenste Weiße Haus in der Geschichte des Landes zu schaffen. Gleichzeitig wurde sie zu einer mächtigen Fürsprecherin für Frauen und Mädchen in den USA und in der ganzen Welt, trieb in der Familienpolitik den dringend notwendigen gesellschaftlichen Wandel hin zu einem gesünderen und aktiveren Leben voran, und stärkte ihrem Ehemann den Rücken, während dieser Amerika durch einige der schmerzlichsten Momente des Landes führte. Ganz nebenbei zeigte sie uns auch ein paar Moves für die Tanzfläche, glänzte beim „Carpool Karaoke“ und schaffte es außerdem, zwei bodenständige Töchter zu erziehen – mitten im gnadenlosen Blitzlichtgewitter der Medien.

Ihre Autobiografie ist nachdenklich und gleichzeitig voller fesselnder Geschichten. Michelle Obama nimmt uns mit in ihre Welt und berichtet von all den Erfahrungen, die sie zu der Person gemacht haben, die sie heute ist – von ihrer Kindheit an der South Side von Chicago über ihre Jahre als Anwältin und leitende Angestellte, in denen sie das Muttersein mit dem Beruf vereinbaren musste, bis hin zu ihrer Zeit in der berühmtesten Adresse der Welt. Gnadenlos ehrlich und mit flottem Witz schreibt sie sowohl über ihre großen Erfolge als auch über ihre Enttäuschungen, privat wie öffentlich. Sie erzählt ihre ureigene Lebensgeschichte – in ihren eigenen Worten und auf ihre ganz eigene Art. Warmherzig, weise und unverblümt, sind „BECOMING“ die ungewöhnlich intimen Erinnerungen einer Frau mit Herz und Substanz, einer Frau, die den Erwartungen, die an sie gestellt wurden, beharrlich getrotzt hat – und deren Geschichte uns dazu ermutigt, es ihr nachzutun.

Sprecher
Katrin Fröhlich

Länge
18 h 41 m

Meine Meinung
Knapp 19 Stunden wollen erst einmal gehört sein. Michelle Obama, ehemalige First Lady, beschreibt in ihrer Biografie ihr Leben. Manchmal findet auch Barack Erwähnung. Später hin dann öfter.

Doch anfangs erzählt sie stundenlang von ihrer Kindheit, von bald jeder Schulklasse, die sie besucht hat, die kleinen Erfolge, die sie hier hatte. Puh, das fand ich schon anstrengend. Andererseits hat dies natürlich aber auch einen Eindruck ihrer Strebsamkeit vermittelt, die sie von klein auf verfolgte.

Ihr Erwachsenenleben fand ich dann schon wesentlich interessanter. Wie sie z. B. ihren Mann kennengelernt hat. Doch Hauptaugenmerk bleibt auch hier die Familie. Warum auch nicht, ist ja ihre Biografie und nicht die ihres Mannes.

Sie ist eine durchaus bemerkenswerte Frau, die eigene Überzeugungen hat und diese auch versucht, umzusetzen. Doch nicht nur für sich, sondern für alle Frauen, Andersfarbige und sonstige Benachteiligte auf dieser Welt.

Die Aufzählung, was Barack und sie während seiner Präsidentschaft alles erreicht haben, ist eine nette Erinnerung an all die Vorteile, die Barack für die Amis erkämpft hat. Jedoch finden seine – meiner Meinung nach – schlechten Entscheidungen keinerlei Erwähnung. Und doch wird einem dann nochmals bewusster, welch großen Abstieg die USA mit ihrem jetzigen Präsidenten gewählt haben.

Ob man diese Biografie gelesen/gehört haben muss? Hm, sie ist durchaus stellenweise sehr  interessant. Doch ich muss gestehen, dass ich etwas anderes erwartet hatte. Was genau, weiß ich selbst nicht. Eventuell hat mich hier gestört, dass sie hier den Leitspruch: „Tue Gutes und erzähle davon“ äußerst ausgeprägt befolgt hat. Jedoch bin ich nicht so der Fan dieses Spruches / dieser Einstellung.

Doch eines ist nach wie vor klar: Ich finde Michelle Obama eine tolle Frau, die doch bitte so weitermachen soll, wie bisher.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Michelle Obama – Becoming: Meine Geschichte

Sue Monk Kidd – Die Erfindung der Flügel

Die Erfindung der FlügelBeschreibung
Zu ihrem elften Geburtstag erhält Sarah, Tochter reicher Gutsbesitzer, ein ungewöhnliches Geschenk: die zehnjährige Sklavin Hetty, die ihr als Dienstmädchen zur Verfügung stehen soll. Doch Sarah geht das gegen den Strich, und stattdessen bringt sie dem Mädchen Lesen und Schreiben bei – obwohl das streng verboten ist. Gemeinsam kämpfen sie fortan einen schwierigen und mutigen Kampf gegen Zwänge und Konventionen ihrer Zeit – über mehr als dreißig Jahre hinweg. Dabei geht es nicht nur um die Rechte als Frau oder gar als Mensch, um herbe Verluste, unnachgiebige Intriganten und das ein oder andere unerwartete Geheimnis, sondern vor allem um die Kraft der Freundschaft.

Der neue Roman von Bestsellerautorin Sue Monk Kidd („Die Bienenhüterin“) über Frauen, die die Welt verändern.

Sprecher
Inka Friedrich, Bibiana Beglau

Länge
13 h 34 m

Meine Meinung
In meiner Jugend hatte mich die Fernsehserie „Roots“ schon sehr berührt. Ähnlich ging es mir bei diesem Hörbuch. Denn auch hier geht es um das unfassbar grausame Thema Sklaverei. Sarah bekommt zu ihrem elften Geburtstag eine Sklavin – selbst ein zehnjähriges Kind – geschenkt! Das alleine fand ich schon schockierend genug. Doch Sarah tickt anders als ihre Eltern. Ist ja nichts Neues, dass Kinder viel besser zwischen Recht und Unrecht unterscheiden können, als Erwachsene. Doch Sarah bewahrt sich ihre Vehemenz gegen die Sklaverei bis ins Erwachsenenleben hinein – auch wenn ihr Leben dadurch nicht gerade bequem wird. Sie kämpft für ihre Überzeugung und gerät immer wieder an Grenzen, stellt Zweifel an, wird hoffnungs- und mutlos – doch letztendlich weist ihr ihr Herz doch immer wieder den rechten Weg. Der ist zwar steinig, doch sie beschreitet ihn tapfer und zielstrebig.

Unterdessen muss natürlich auch Hetty, die eigentlich Handful heißt, ihr hartes Leben als Sklavin bestreiten. Und dass das natürlich alles andere als ein schönes Leben ist, kann man sich lebhaft vorstellen. Doch sie hat eine starke, eine wirklich toughe Moma, die ihr immer wieder Kraft schenkt. Was auch sonst. Sie haben ja nichts. Absolut nichts. Sie sind der Besitz der reichen Leute und ihnen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Doch sie sind auch einfallsreich, um sich hier und da ein klitze kleines Stück Selbstwertgefühl zu erhalten.

Mich hat diese Geschichte tief berührt. Es geht hier fast ausschließlich um starke Frauen, die für ihre Überzeugungen kämpfen, aber sie stehen für all die armen Sklaven, die nie ein anderes Leben kannten, die nie eine Chance bekamen und deren Leben einfach als unwürdig angesehen und vergessen wurden.

Eine Leichte Kost war dieses Hörbuch für mich nicht. Aber das ist auch gut so. Denn ein seichtes Allerlei findet man leider nur all zu oft. Dieses Hörbuch ist das Gegenteil. Gut so.

Ich fand es sehr gut, dass dieses Hörbuch von zwei Sprechern gesprochen wurde. Eine Stimme war Sarah, die andere Handful. Die Stimme von Sarah fand ich durchweg sehr gut, die Stimme von Handful – also Hetty – fand ich nicht immer angenehm. Diese Stimme ist zwar besonders, aber eben für meinen Geschmack manchmal etwas zu besonders. Doch möchte ich dafür keinen Punkt abziehen, denn insgesamt haben beide Sprecherinnen eine fantastische Leistung gebracht und die Geschichte bildlich erscheinen lassen.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Sue Monk Kidd – Die Erfindung der Flügel