Britta Sabbag – Blackwood – Briefe an mich

Beschreibung

»Blackwood – Briefe an mich« von Britta Sabbag – die ungekürzte Lesung bei Der Audio Verlag

Das Hörbuch von Bestsellerautorin Britta Sabbag entführt in das irische Örtchen Blackwood, das mit seinen schrulligen, aber liebenswerten Bewohnern ein ganz besonders verwunschener Platz auf Erden ist. Ausgerechnet hierhin verschlägt es die 15-jährige Gesine nach dem Tod ihrer Mutter. In Blackwood entdeckt sie nicht nur ihre Gefühle für den attraktiven Arian, sondern auch einen geheimnisvollen Brief von ihrem zukünftigen Ich.

Auf 2 mp3-CDs erleben Hörerinnen und Hörer auf dem Hörbuch »Blackwood – Briefe an mich« Gesines magische Liebesgeschichte hautnah mit. Die ungekürzte Lesung erscheint bei DAV, gelesen von Milena Karas, Tom Linden und Julian Horeyseck. Das gleichnamige Buch ist bei FISCHER FJB erschienen.

Sprecher
Milena Karas, Tom Linden, Julian Horeyseck

Länge
12 h 20 m

Meine Meinung
Hier ist Radio Blackwood: „Hey Leute, habt Ihr schon das Neueste aus unserem kleinen verschlafenen Dorf Blackwood gehört? Nein? Dann wird es höchste Zeit, dass euch Dan auf den aktuellen Stand bringt! Das neueste Buch von Britta Sabbag mit dem Titel „Blackwood – Briefe an mich“ hat bei unserer Stammhörerin Ute voll eingeschlagen! Kaum hatte sie es vom Audio-Verlag erhalten, hatte sie es auch schon auf den Ohren! Man munkelt, sie habe nur eine ganz kurze Hörpause zum Schlafen eingelegt, um direkt am nächsten Morgen begeistert weiter hören zu können! Na, wenn das nicht nach einer echten Insider-Empfehlung klingt, dann weiß ich ja auch nicht! Und das war es auch schon wieder von Radio Blackwood! Wenn ihr wissen wollt, wie sich Utes Begeisterung nach dem Beenden der Story entwickelt hat, dann schaltet wieder ein: Radio Blackwood, Dan hält euch auf dem Laufenden!“

So oder so ähnlich könnte eine Radiomeldung lauten. Blackwood ist ein kleines verschlafenes Nest irgendwo im Nirgendwo in Irland. Früher war dieser Sender die einzige Möglichkeit der Bewohner, miteinander zu kommunizieren. Mit den Jahren hat sich Radio Blackwood zum Klatsch- und Tratschsender entwickelt, der alle Vorkommnisse im Dorf in Windeseile in alle Häuser transportiert. Ausgerechnet hierin verschlägt es Gesine, die fortan bei der ihr völlig unbekannten Tante Wanda leben soll, nachdem ihre Mutter nach einem tragischen Verkehrsunfall in Wien tödlich verunglückt war.

Zwei Welten prallen aufeinander. Kein Wunder, dass sich Gesine, die lieber Ge genannt werden will, zunächst ganz schön schwer tut mit den all den absonderlichen Gepflogenheiten im irischen Dorf. Und so tappt sie munter von einem Fettnäpfchen zum nächsten, macht alles immer nur noch schlimmer, wenn sie versucht, irgendein Fauxpas wieder gut zu machen. Natürlich ist sie auch sehr schnell verliebt. Und das ausgerechnet in den Sohn des Buttermoguls! Erschwerend kommt hinzu, dass dieser schon seit Jahren mit der Tochter der Kristalldynastie verbandelt ist. Eifersüchteleien und Niederträchtigkeiten folgen natürlich auf den Fuß.

Dieses Hörbuch glänzt durch seine äußerst verschiedenen Charaktere, die alle auf ihre Weise sehr interessant und meist liebenswert beschrieben werden. Besonders möchte ich hier Mimi die Bäckerin hervorheben. Essen mit besonders viel Butter wird alles wieder gut machen, so ihr Motto. Sie kocht und backt eher experimentell, doch alle ihre skurrilen Kreationen kommen bei den Bewohnern Blackwoods sehr gut an. Ihre größte Rivalin: Die Köchin des Buttermoguls, die alle Rezepte nach jahrhundertealter Rezeptur kocht.

Ges größte Rivalin ist natürlich innerhalb kürzester Zeit die wunderschöne Tochter der Kristalldynastie. Kleine aber feine Gemeinheiten sind hier schnell an der Tagesordnung. Als Ge eines Abends wieder einmal völlig verzweifelt in ihrem kleinen Zimmerchen bei ihrer Tante an dem verdammt großen antiken Schreibtisch sitzt, findet sie in einer der Schubladen Briefpapier, Tinte und Feder. Sie hat noch nie mit Feder und Tinte geschrieben und will es sofort ausprobieren. Doch wem soll sie schreiben? Ihre Mutter ist tot und außer ihr hatte sie eigentlich nur das Ballett. Also beschließt sie, sich kurzerhand selbst zu schreiben.

Als sie Tage später wieder einmal frustriert und gelangweilt eben diese Schublade öffnet, befindet sich darin ein Antwortbrief geschrieben von ihr selbst in der Zukunft. Fassungslos liest sie den Brief. Wie kann das sein? Erlaubt sich hier jemand einen üblen Scherz mit ihr? Doch das kann eigentlich nicht sein, denn ihre „Sauklaue“ ist so einzigartig, dass man sie nicht so leicht nachmachen kann. Doch welche Auswirkungen diese außergewöhnliche „Brieffreundschaft“ im weiteren Verlauf der Geschichte hat, werde ich hier nicht natürlich nicht verraten.

Die Sprache der Story ist passend in der Form eines Teenagers geschrieben, die Gefühle und Gefühlsverwirrungen sind sehr authentisch und glaubwürdig. Kurzweilig und mit immer wieder neuen Einfällen überrascht uns Britta Sabbag in dieser sehr humorvollen Geschichte. Mir wurde die Story keine Minute langweilig. Und so habe ich das Hörbuch an einem Wochenende durchgehört.

Die Sprecher fand ich auch sehr passend. Die Haupterzählstimme ist Milena Karas, die sehr passend für die Geschichte an sich und insbesondere für Ges Stimme ist. Die beiden männlichen Stimmen für die Radio-Moderation fand ich auch sehr gut gewählt.

Ja, wie man unschwer erkennen kann, hat mir „Blackwood – Briefe an mich“ sehr gut gefallen, so dass ich eine klare Hörempfehlung für vorzugsweise weibliche Hörer ab 14 Jahren und mit nach oben hin offener Grenze aussprechen kann.

Herzlichen Dank an den Audio-Verlag für das Rezensionsexemplar und die Möglichkeit, dieses Hörbuch im Rahmen der Blogger-Aktion: „Vorabhören“ bereits vor dem offiziellen Erscheinungsdatum hören zu dürfen.

Weitere Informationen
Hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Britta Sabbag – Blackwood – Briefe an mich

Siehe auch:

Anne Youngson – Das Versprechen, dich zu finden

Beschreibung
Tina und Anders hatten einmal andere Wünsche ans Leben. Jetzt sind sie Anfang sechzig und haben beide gerade jemanden verloren, der ihnen sehr nahestand und der eine Lücke hinterlässt, die zu füllen ihnen unmöglich scheint. Und auch ihre Hoffnungen und Träume haben sie mit den Jahren aus den Augen verloren – das Leben zog vorbei, und dieser eine Moment kam nie.

Tina und Anders sind sich noch nie begegnet, doch durch Zufall beginnen sie einen Briefwechsel. Sie teilen Glück und Sorgen, tauschen sich über Familie und Arbeit, Kunst und Natur aus. Durch ihre Freundschaft entwickeln sie bald einen Hunger nach Veränderung, der es ihnen unmöglich macht, wieder in ihre alte Rolle zurückzukehren.

Sprecher
Andrea Sawatzki, Wolfram Koch

Länge
7 h 27 m

Meine Meinung
Tina lernt Christian durch einen Zufall kennen. Mit Anfang 60 schreibt sie an einen Museumsleiter, dessen Museum sie als Kind schon besuchen wollte. Da er natürlich nicht mehr lebt, erhält sie Antwort von seinem Nachfolger, einem ebenfalls um die 60-jährigen Mann. Daraus entwickelt sich unverhofft eine innige Brieffreundschaft. Sind die Briefe anfangs noch recht allgemein und Moorleichen und Landschaften betreffend, so werden sie zunehmend privater und vertrauter. Bis die beiden bald eine äußerst innige Beziehung in Form von Briefen führen. Denn gesehen haben sie sich noch nie.

Mir hat die Art der Briefe sehr gut gefallen. Beide könnten kaum unterschiedlichere Laben führen und doch vereint sie ein zartes Band des gegenseitigen Verstehens. Die Freude auf den nächsten Brief des jeweils anderen steigert sich immer mehr, bis plötzlich und völlig unvorhergesehen Tina den Briefwechsel beenden will. Ohne Begründung. Einfach so. Das kann Christian natürlich überhaupt nicht verstehen und bohrt nach – jedoch auf eine sehr feinfühlige Art, so dass ihre Briefe doch wieder aufgenommen bzw. weitergeführt werden. Hier wird es dann sehr tragisch.

Waren die Briefwechsel anfangs noch banalen Themen gewidmet, so wurden sie später hin immer vertrauter. Mir hat dieser Aufbau sehr gut gefallen. Und ich fand ihn absolut glaubwürdig! Denn ich hatte auch solch einen Freund, mit dem ich über Jahre – zwar keine Briefe – aber E-Mails austauschte. Bei uns war die Entwicklung exakt so, wie hier in diesem Buch geschrieben. Leider ist mein E-Mail-Freund dieses Jahr im viel zu jungen Alter von 60 Jahren verstorben. Joschi, ich werde dich nie vergessen! (Dieser absolut private Einschub musste jetzt sein – in Gedenken an ihn.)

Insgesamt hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Sie ist ruhig, manchmal trivial, manchmal aber auch voller Emotionen.

Andrea Sawatzki und Wolfram Koch hier als Sprecher auszuwählen, fand ich die absolut richtige Wahl! Die beiden waren spitzenmäßig.

PS: Den Original-Titel finde ich wesentlich treffender: Meet me at the Museum. Auch das englische Cover gefällt mir viel besser.

Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Anne Youngson – Das Versprechen, dich zu finden

Willi Achten – Nichts bleibt

Beschreibung
Franz Mathys ist Kriegsfotograf. Eines seiner Fotos wurde mit dem World Press Photo Award ausgezeichnet. Doch er hat tiefe Zweifel und Schuldgefühle, denn er profitiert von dem Leid anderer. Mathys spürt, dass sein Leben ihm mehr und mehr entgleitet. Er zieht sich auf einen abgeschiedenen Hof im Wald zurück. Lebt dort mit seinem Vater und seinem Sohn, kommt zur Ruhe und verliebt sich. Doch die Idylle trügt.

Eines Nachts schlagen zwei Männer seinen Vater brutal nieder und er muss schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Mathys will die Täter finden. Der immer stärker werdende Wunsch nach Rache und die Suche nach den Männern entfremden ihn von den Menschen, die er liebt. Wird er nun alles verlieren? In einem zerklüfteten Tal in den Alpen trifft er eine einsame Entscheidung, die sein Leben kosten kann. Willi Achten lotet die Abgründe der menschlichen Psyche aus.

Sprecher
Atilla Akinci

Länge
9 h 35 m

Meine Meinung
Dieses Hörbuch habe ich gleich zweimal hintereinander gehört. Und doch fällt es mir verdammt schwer, hierzu eine Rezension zu verfassen. Denn es hat mich mehr oder weniger sprachlos zurückgelassen.

„Nichts bleibt“ ist ein Hörbuch, das einen mit seinem eiskalten Händchen packt und in die Eiseskälte eines zugefrorenen Sees zieht. Warm wird es einem nicht mehr, wenn man mit diesem Hörbuch begonnen hat. Und doch spürt man unterschwellig die Herzenswärme des Protagonisten, die eigentlich in ihm strahlt. Doch all seine Erlebnisse lassen sein Herz zunehmend erkalten.

Ich habe lange versucht, mich in den Protagonisten hineinzuversetzen. Doch dies war für mich ein unmögliches Unterfangen, denn ich habe ein Glück nicht erlebt, was er alles erlebt hat.

In Rückblicken wird man immer wieder mitten in die schrecklichsten Kriegsverbrechen geschickt, die der Protagonist in diesem Moment mit dem Hörer teilt. Und das natürlich immer hautnah. Denn „ist es kein gutes Foto, warst du nicht nah genug dran“. Er war ein erfolgreicher Kriegsfotograf.

Doch nicht nur seine Erlebnisse in den verschiedenen Kriegsgebieten sind hier das Schlimme. Auch sein jetziges Leben ist ein wahres Drama, das zunehmend immer schlimmer wird. Wie er damit umgeht, ist – denke ich – menschlich nachvollziehbar, wenn auch nicht unbedingt der beste Lösungsweg. Doch das kann man als Außenstehender leicht sagen. Da kann man leicht richten über richtig oder falsch. Ich sage nur: Walking in my shoes… Da sieht die Welt dann plötzlich ganz anders aus.

Also wenn ich ja mittlerweile nicht wirklich hätte einsehen müssen, dass die Menschen einfach unendlich grausam sein können, würde ich sagen: Völlig übertrieben. Doch halt! Ich glaube nicht, dass hier viel erfunden wurde. Denn die Taten, ob im Krieg oder in seinem eigentlich beschaulichen Wald und sonstigen Umfeld, sind einfach zu schlimm, um sie sich auszudenken. Das Leben/der Mensch kann viel grausamer sein, als jede Fantasie eines Autors.

So, das klingt nun alles ganz furchtbar und abschreckend. Und ganz sicher ist das auch keine Lektüre für einen begeisterten „Liebesroman-Hörer“. Aber trotzdem möchte ich es allen Hörern, die gerne tiefgründigere Literatur hören, absolut empfehlen. Denn trotz aller Düsternis ging es mir doch sehr zu Herzen, ist der Protagonist doch eigentlich ein liebenswerter Mensch, den das Leben einfach verdammt schwer gebeutelt hat.

Atilla Akinci hat dieses Hörbuch grandios gelesen! Ok, mir es war einen Ticken zu langsam, aber mit einer Geschwindigkeit von 1,25 war es perfekt für mich. Und seine grandiosen Pausen kamen immer noch punktgenau an den richtigen Stellen. Eigentlich ist es wirklich schwer, seine Art des Vortrags zu beschreiben. Auch das war einzigartig gut und passend für diese Geschichte.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Willi Achten – Nichts bleibt

Andrea Wulf – Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur

alexander-von-humboldtBeschreibung
Die große Biografie eines Universalgenies. Andrea Wulf vergegenwärtigt das pralle Leben des Universalgenies Alexander von Humboldt und zeigt ihn als interdisziplinären Forscher sui generis.

Natur wird bei Humboldt quasi neu erfunden: In ihrer ganzen Fülle als Lebensnetz, als moderne Ausgestaltung der wirkmächtigen Idee von der „great chain of being“. Wulf macht deutlich, worin Humboldt seiner Zeit weit voraus war und unverändert wichtig bleibt: So sah er bereits um 1800 den von Menschen verursachten Klimawandel kommen und gab entscheidende Anstöße zur Theorie der Evolution.

Sprecher
Christian Baumann

Länge
15 h 38 m

Meine Meinung
Kennt jemand eine Stadt, in der es keine Von-Humboldt-Straße gibt? Ich glaube, außer in kleinen Dörfern gibt es diese Straßenbezeichnung überall. Doch wer war eigentlich dieser Von Humboldt genau? Einen kurzen und humorvollen Einblick liefert hier das Buch „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann. Doch wenn man wirklich wissen will, was Alexander von Humboldt umtrieb, wofür er brannte, worin er seine Lebenszeit investierte, dann sollte man diese wirklich äußerst ausführliche Biografie von Andrea Wulf lesen/hören. Und eines kann ich vorab schon verraten: Es lohnt sich!

Ich habe soeben das Hörbuch fertig gehört und plädiere nun an alle Regierungen und Wirtschaftsbosse dieser Welt: Lest Alexander von Humboldt oder zumindest diese Biografie. Denn was Humboldt bereits um das Jahr 1800 von dem unabdinglichen Zusammenspiel der Natur und der Umweltzerstörung verstand, finde ich unglaublich! Vermutlich würde er sich in seinem Grab mittlerweile drehen wie ein Kreisel, wenn er einen Blick auf den heutigen Zustand unseres Planeten werfen könnte.

Alexander von Humboldt lebte in einer Zeit, in der es durchaus noch andere Größen gab. So war er sehr gut mit Goethe befreundet, doch auch Schiller und Kant zählten zu seinem Freundeskreis. Thomas Jefferson, den damaligen amerikanischen Präsidenten, beeinflusste er ebenso nachdrücklich wie später Charles Darwin zu seiner Evolutionstheorie. Ohne Alexander von Humboldts Erkenntnissen, wäre Darwin vielleicht nie auf seine Schlussfolgerungen gekommen. Doch wer weiß das schon.

Ich bin jedenfalls von dem Menschen Von Humboldt äußerst begeistert und sehr froh, dass ich ihn durch diese Biografie besser kennen lernen durfte.

Diese Biografie ist ausführlich. Sie ist sehr ausführlich und dafür bin ich auch äußerst dankbar. Denn hier wird nicht nur das Leben und das Werk von Von Humboldt beschrieben, sie geht weiter. Sie beschreibt auch ausführlich seinen Einfluss auf seine direkten Mitmenschen und auch auf seine Wirkung über seine Bücher weit über seinen Tod hinaus.

Es ist wirklich eine Schande, dass er heutzutage eigentlich kaum noch Erwähnung findet. Denn ihn würde ich mir als „Welt-Umwelt-Minister“ wünschen. Dann hätten vielleicht auch zukünftige Generationen noch die Chance, eine intakte Natur kennenzulernen.

Christian Baumann als Sprecher fand ich auch sehr gut. Er hat diese Biografie unaufgeregt und sehr überzeugend gesprochen. Ich konnte stundenlang unangestrengt seinem Vortrag zuhören, ohne dass mich auch nur das Geringste gestört hätte.

Am liebsten würde ich noch ganz viel aus dieser Biografie erzählen, doch ich empfehle eindeutig: Höre sie dir selbst an! Denn ich finde jeden Satz darin hörenswert. Daher ist es kaum verwunderlich, dass dieses Hörbuch natürlich auf meine Bestenliste kommt.

s5g5h

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Andrea Wulf – Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur

Andreas Winkelmann – Killgame

Kill GameBeschreibung
Das Mädchen hat Angst. Seit Tagen ist sie in einem Verschlag unter der Erde gefangen. Jemand öffnet die Klappe und wirft Laufkleidung herunter. Sie klettert aus ihrem Gefängnis und beginnt zu rennen. In die Freiheit. In den Wald. Da zischt der erste Pfeil haarscharf an ihrem Kopf vorbei…

Dries Torwellen hat geschworen, seine Nichte Nia zu finden, die von zu Hause ausgerissen ist. Die Spur führt ihn zu einer Lodge in den tiefen Wäldern Kanadas. Ihre Betreiber werben mit einem einzigartigen Urlaubserlebnis. Einem Erlebnis, das alle Grenzen sprengt…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Simon Jäger

Länge
11 h 45 m

Meine Meinung
Diese Geschichte ist unglaublich. Oder nennen wir das Kind beim Namen: Ich finde sie von vorne bis hinten unglaubhaft. Schon den Anfang fand ich dermaßen übertrieben, dass ich kurzfristig überlegte, ob ich überhaupt weiter hören sollte. Doch ich tat es.

Weiter geht es dann mit einer Gruppe superreicher Computerfreaks, die einen außergewöhnlichen Kick suchen, um zu neuen Inspirationen zu gelangen. Was einem hier dann präsentiert wurde – nun. Will ich gar nichts dazu sagen.

Und dann haben wir noch den Onkel, dessen Zwillingsschwester verstorben ist, deren Seele ihn aber in Form einer Puppe ständig begleitet. Sehr mystisch.

Ich denke, man merkt durchaus, dass sich meine Begeisterung in Grenzen hält. Unserer Protagonistin Nia wollte ich in jeder Sekunde ihres Handelns wirklich immer nur zurufen: Auch wenn du erst 18 bist, so naiv kann man doch gar nicht sein! Aber sie hat mich ganz offensichtlich nicht gehört. 😉

Das einzige, was ich wirklich sehr gut fand an diesem Hörbuch, war die Spannung. Denn extrem nervenaufreibend ist das Buch allemal. Auch den Sprecher Simon Jäger fand ich wieder klasse. Aber der Plot an sich – nun der hat mich nicht überzeugt.

Wer also einfach nur eine spannende Story hören will und keinen großen Wert auf Glaubhaftigkeit und nachvollziehbare Handlungen der Protagonisten legt, der ist hiermit sicherlich gut bedient. Wenn man allerdings etwas mehr von einem Buch erwartet, dann sind die älteren Bücher von Herrn Winkelmann wesentlich empfehlenswerter.

s5g3

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Andreas Winkelmann – Killgame

Siehe auch: 

 

Jocelyne Saucier – Ein Leben mehr

Ein Leben mehrBeschreibung
Dies ist die Geschichte von drei alten Männern, die sich in die nordkanadischen Wälder zurückgezogen haben. Von drei Männern, die die Freiheit lieben. Eines Tages aber ist es mit ihrer Einsiedelei vorbei. Zuerst stößt eine Fotografin zu ihnen, sie sucht nach einem der letzten Überlebenden der Großen Brände, einem gewissen Boychuck.
Kurze Zeit später taucht Marie-Desneiges auf, eine eigensinnige, zierliche Dame von achtzig Jahren. Die Frauen bleiben. Und während sie dem Rätsel um Boychucks Überleben nachgehen, entsteht etwas unter diesen Menschen, das niemand für möglich gehalten hätte.

„Ein Leben mehr“ ist ein wundersam beseelter und berührender Roman, eine leidenschaftliche Hommage an die Liebe, die Freiheit und die Natur. Ein Roman wie das Leben selbst: traurig und schön.

Sprecher
Beate Rysopp, Wolfgang Berger, André Eckner

Länge
5 h 18 m

Meine Meinung
Bei diesem Hörbuch war es eindeutig das Cover, das mich zum Kauf inspirierte. Das Gesicht des Mannes deutet auf viel Lebenserfahrung hin und eben auch darauf, dass ihn so schnell nichts aus Ruhe bringen kann. Er kennt das Leben mit all seinen Facetten.

Und so geht es den Männern, die sich in Nordkanada in eine Einsiedelei zurückgezogen haben und ihr Leben nach ihrem Gusto gestalten. Nicht wie es ein Altenheim will. Sie kommen gut miteinander aus – sind keine Männer der großen Worte und doch ist nie einer von ihnen einsam, auch wenn er gerade alleine ist.

Doch dann kommt eine junge Fotografin daher und würfelt ihr geruhsames Leben mächtig durcheinander. Sie ist auf der Suche nach Boychuck, der einer der letzten Überlebenden der großen Brände sein soll. Doch leider müssen ihr die Männer mitteilen, dass sie ihn gerade vor kurzem erst beerdigen mussten, zeigen ihr sein Grab. Zunächst etwas misstrauisch findet sie doch schnell Gefallen an den drei Männern im Wald, die ihr Leben in der Wildnis und absoluter Freiheit genießen. Sie verspricht wieder zu kommen, um ihnen die Bilder zu zeigen, die sie von ihnen und der Einsiedelei gemacht hatte.

Doch schnell ward sie vergessen, als eine äußerst zerbrechlich wirkende 80 jährige Dame bei ihnen eintrifft, um ihr dort Schutz zu gewähren. Denn Marie-Desneiges war seit ihrem 16. Lebensjahr in einer psychiatrischen Klinik eingesperrt und hatte bis dato kein eigenes Leben führen können. Schnell werden Pläne geschmiedet, wie man der kleinen, äußerst netten und charmanten Dame helfen könnte. Ein Haus soll für sie gebaut werden. Kaum sind die Pläne fertig, beginnen die 2 Männer mit den Bauarbeiten für das schmucke Häuschen, das natürlich wesentlich mehr Komfort aufweisen muss, als ihre Holzhütten. Mit Eifer und Fleiß sind sie dabei, als die Fotografin wieder auftaucht.

Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft zwischen den 4 Menschen, die alle ihre Eigenheiten und Besonderheiten haben. Die gegenseitige vollkommene Akzeptanz aller Charaktere bildet die Basis für diese außergewöhnliche Konstellation. Es ist ein wahrer Genuss den Gesprächen am Frühstückstisch oder auch eingehüllt in den Bärenfellen lauschen zu dürfen. Und auch die Liebe kommt nicht zu kurz, was wirklich ganz wunderbar beschrieben wurde.

Zum Ende hin gibt es eine tragische Wende in dem kleinen Idyll und ich zitterte wirklich um meine mir mittlerweile sehr lieb gewonnenen Freunde.

Kurzum, ich hatte eine schöne Geschichte erwartet und wurde mit einer zutiefst menschlichen und vor Kraft und Lebenswillen nur so strotzenden Story äußerst positiv überrascht.

Die Sprecher fand ich auch sehr passend. Beate Rysopp fungierte hier als Ich-Erzählerin und somit aus der Sicht der Fotografin, die Sprecher übernahmen die männlichen Episoden. Das gab der ohnehin schon sehr lebhaften und nie langatmig werdenden Geschichte noch einen Extra-Schuss Abwechslung.

s5g5

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Jocelyne Saucier – Ein Leben mehr

Elizabeth Gilbert – Das Wesen der Dinge und der Liebe

Das WesenBeschreibung
Nach ihrem Weltbestseller »Eat, Pray, Love« meldet sich Elizabeth Gilbert mit einem großen Roman zurück. »Das Wesen der Dinge und der Liebe« erzählt die Geschichte von Alma Whittaker, einer Frau, die sich den Pflanzen verschrieb, die Naturgesetze erforschte und versuchte, das Wesen der Liebe zu ergründen.

Am Ende ihres Lebens wird Alma auf ein großes Jahrhundert zurückblicken. Sie wird in die Aufbruchsphase Amerikas geboren, die Welt wird erforscht und erobert, Altes durch Neues abgelöst. Ihr umtriebiger Vater ist mit Pflanzenhandel reich geworden und der jungen Alma wird es an nichts fehlen, auch nicht an Bildung. Und so wächst sie zwischen den Pflanzen der prächtigsten Gewächshäuser heran. Ihre ganze Leidenschaft gilt der Natur, und während ihrer Studien, die sie ihr ganzes Leben begleiten, gelingen ihr ähnlich revolutionäre Einsichten, wie sie dann Charles Darwin der Welt vorführen wird. Doch Alma selbst zweifelt an ihren Erkenntnissen. Warum sehnt sich der Mensch nach Liebe? Was ist Liebe? Warum sind wir selbstlos und uneigennützig, wie ihre Adoptivschwester Prudence, die sich schon früh für die Befreiung der Sklaven einsetzt? Alma wird Antworten finden, ebenso wie die Liebe.

Sprecher
Suzanne von Borsody

Länge
25 h 15 m

Meine Meinung
Selten ist es mir so schwer gefallen, zu einem tollen Buch eine Rezension zu schreiben, wie bei diesem. Ich habe schon etliche Male angefangen und doch habe ich letztendlich alles wieder über Bord geworfen, da es einfach nicht gut genug für dieses wunderbare Buch war. Entweder ich hatte eine Nacherzählung verfasst – die natürlich viel zu lange und zu ausführlich ausfiel, oder ich reihte viel zu herzlos Fakten aneinander, oder, oder, oder. Ich habe keine Ahnung, woran es liegt, dass mir bei diesem Buch die Rezension so schwer fällt, habe ich doch immerhin ganze drei Seiten Notizen gemacht. Vermutlich liegt darin die Krux, dass ich einfach viel zu viel Erwähnenswert finde und ich mich deshalb immer wieder verzettele.

Also hier nun mein nächster Versuch, dieses Buch zu beschreiben. Ich will mit dem Titel beginnen. „Das Wesen der Dinge und der Liebe“ trifft den Inhalt des Buches exakt.

Worum geht es? Es geht um Pflanzen, um Liebe, um Wissenschaft, um Familie, um Forschung, um Geld, um Macht, um Beziehungen, um Krankheit und um Tod. Und noch so manches mehr. Dieses Buch ist äußerst vielschichtig. So wie eine Geschichte, die über ca. 100 Jahre spielt, eben auch sein sollte, damit sie spannend und interessant bleibt.

Spannungsgeladen ist dieses Buch nun nicht gerade, aber es ist ausgesprochen interessant! Ich fand jede Unterbrechung die ich einlegen musste, äußerst bedauernswert, denn ich hätte der Story sehr gerne in einem Rutsch gelauscht. Doch bei 25 Stunden ist das ja leider nicht machbar. Dennoch lauschte ich in jeder freien Minute. Direkt nach dem Aufstehen, in der Mittagspause und abends natürlich auch gleich wieder. Und was soll ich sagen, ich hätte noch weitere 25 Stunden gebannt zuhören wollen, so kurzweilig fand ich den Stil und die durchaus auch humorvolle Art, wie das Buch verfasst ist.

Die Protagonisten, allen voran Alma, um die es hauptsächlich geht, und deren Vater wurden hervorragend ausgearbeitet, so dass ich sie bald schon selbst einschätzen konnte und auch vor Augen hatte. Doch nicht nur die zwei „Hauptpersonen“ wurden toll beschrieben, auch alle anderen Charaktere wurden liebevoll gezeichnet und ich hatte jederzeit ein klares Bild von allen. Über die 25 Stunden wurde ich Teil ihres Lebens, durfte alles mitfühlen, miterleben und fühlte mich richtig wohl dabei.

Und auch das Ende fand ich äußerst genial. Kurz: „Das Wesen der Dinge und der Liebe“ ist ein wundervolles Buch, um sich in eine andere Zeit und in eine ganz andere Welt entführen zu lassen. Ich habe mitgeweint und mitgelacht und fühlte mich komplett in die Geschichte integriert  – selbst in der Bindekammer 😉

Suzanne von Borsody kannte ich bisher als Hörbuchsprecherin noch nicht – nur als Schauspielerin. Und als Schauspielerin finde ich sie toll. Doch als Hörbuchsprecherin habe ich sie lieben gelernt. Sie passte ganz hervorragend zu dieser Geschichte, die Höhen und Tiefen beinhaltet, die eben alle Facetten eines Lebens aufzeigt. Suzanne von Borsody hat all diese Gefühle hervorragend gesprochen, so dass es ein wahrer Genuss war, ihr zuzuhören.

Klarer Fall, dass es dieses Hörbuch auf meine Bestenliste geschafft hat.

s5g5hs5g5h

Herzlichen Dank an den “Audio-Verlag” für das Rezensionsexemplar. 

Und hier gibt es weitere sehr tolle Informationen zum Hörbuch: Das Wesen der Dinge und der Liebe