Sebastian Fitzek – Das Paket

das-paketBeschreibung
Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den „Friseur“ nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet. Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der „Friseur“ könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden.

In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen. Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Simon Jäger

Länge
7 h 29 m

Meine Meinung
Mittlerweile vergleiche ich ja Fitzeks Bücher mit dem blinden Kauf einer Pralinenschachtel. Man weiß nie, was man bekommt. Dementsprechend lange zögerte ich auch, bis ich mir seinen neuesten Thriller „Das Paket“ herunterlud.

Dieses Mal wurde ich relativ positiv überrascht. Zwar empfand ich auch dieses Hörbuch wieder als durch und durch konstruiert, aber es war recht spannend, hatte überraschende Wendungen, die ich – mit gutem Willem – nachvollziehen konnte und das Ende hätte ich so nun überhaupt nicht erwartet, weil es einfach – mal wieder – ein riesen großes Konstrukt war. Und natürlich gab es auch wieder völlig übertriebene Szenen. Aber das kennt man ja schon von Fitzek.

Aufgrund der Kürze der Geschichte hatte ich sie auch sehr schnell durch, was ich hier auch sehr schätzte, denn unterbrechen wollte ich sie ungern und viel länger hätte ich diesem „Drama“ auch nicht zuhören wollen. Bei der Stange hielten mich die Ereignisse, die sich schier übereinander stapelten. Also Tempo kann er, der Sebastian Fitzek.

Doch wie schon zuvor erwähnt, sind mir seine Bücher mittlerweile – und hier auch wieder – einfach einen Tick zu konstruiert. Man hat nicht den Eindruck, dass sich die Protagonisten während der Geschichte groß entwickeln dürfen. Jede Persönlichkeit scheint bei Fitzek zu Beginn des Schreibens schon fix und fertig gestylt und charakterisiert zu sein, deshalb gibt es in Sachen Persönlichkeitsentwicklung auch recht wenig zu vermelden. Da fehlt einfach – wie soll ich es ausdrücken – ein wenig die Seele, der Mensch an sich.

Simon Jäger fand ich hier sehr gut. Er hat die einzelnen Personen sehr glaubhaft gesprochen.

Insgesamt fand ich „Das Paket“ eine kurzweilige Unterhaltung, die nett für zwischendurch ist, aber schon morgen wieder aus meinem Gedächtnis verschwunden sein wird. Die Story bleibt nicht haften. Dafür ist sie einfach zu schwach, zu konstruiert und das Thema mittlerweile auch zu abgedroschen.

Vielleicht sollte man Sebastian Fitzek einfach mal wieder mehr Zeit gönnen, um wieder einen richtig guten Thriller schreiben zu können. Denn dass er das kann, hat er ja schon bewiesen. Nur eben die letzten Jahre, seit dem er so beliebt und berühmt geworden ist, nicht mehr. Mich würde es nicht wundern, wenn dies einfach dem zeitlichen Druck zu Schulden wäre, unter dem er höchstwahrscheinlich steht.

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Weitere Informationen
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Karl Olsberg – Delete

DeleteBeschreibung
Sein Bestseller „Das System“ hat Maßstäbe gesetzt, jetzt kommt „Delete“, der lang erwartete neue Technik-Thriller von Karl Olsberg – rasant, klug und atemberaubend!

Vier Studenten werden vermisst. Sie alle haben dasselbe Online-Computerspiel gespielt – und offenbar die reale Welt, in der sie leben, für eine Simulation gehalten. Während Hauptkommissar Eisenberg noch rätselt, ob überhaupt ein Verbrechen vorliegt, verschwindet eine weitere junge Frau spurlos. Gemeinsam mit seiner „Sonderermittlungsgruppe Internet“ beginnt Eisenberg zu recherchieren. Hat ein Serienkiller fünf Menschen auf dem Gewissen? Oder ist das ganze bloß ein perfider Scherz? Doch bald gerät Eisenberg selbst in ein grausames Spiel mit der Realität!

Sprecher
Rainer Fritzsche

Länge
11 h 49 m

Meine Meinung
Nachdem ich vor kurzem erst „Paradox“ von Phillip P. Peterson  gehört hatte, fand ich „Delete“ eine weitere Bereicherung für das Gedankenspiel: Ist die Welt real?

Alles fängt ganz harmlos an. Ein Computerspiel, das eine virtuelle Welt darstellt und in der Spieler eine andere Persönlichkeit annehmen können, als in Echt. In diesem Spiel tummeln sich die seltsamsten Wesen. Klar. Doch plötzlich, kurz vor einem Angriff, sagt ein Mitspieler im Chat-Fenster: Welt am Draht – das ist alles wahr! Von da an fehlt jede Spur von ihm. Nicht nur im Computerspiel, auch in der echten Welt ist er wie vom Erdboden verschluckt. Eine Mitspielerin, die eine Kommilitonin des Vermissten ist, sucht ihn, kann ihn aber nicht finden. Letztendlich wendet sie sich an die Polizei und möchte eine Vermisstenmeldung aufgeben. Doch dort wird sie nur belächelt, er würde schon wieder auftauchen, das käme öfter vor, als man sich das vorstelle – meist wäre alles ganz harmlos. Also versucht sie weiterhin auf eigene Faust, Thomas, so heißt der Vermisste – übrigens bereits der 4. Spieler, der wie vom Erdboden verschluckt scheint, zu finden und gerät bald selbst in Lebensgefahr.

Währenddessen lässt sich Kommissar Adam Eisenberg nach einem verpatzten Einsatz von Hamburg nach Berlin versetzen. Dort soll er der Leiter einer sehr skurrilen Einheit werden, der Segi. Diese soll sich damit befassen, Verbrechen mit Hilfe des Internets aufzudecken, bevor sie begangen werden. Die Truppe die er vorfindet ist ein zerstrittener Haufen von Genies, jeder auf seinem Gebiet ein echter Spezialist. Zunächst hat Eisenberg alle Hände voll damit zu tun, die Gruppe zu versöhnen, so dass man eventuell vielleicht einmal zusammen arbeiten kann. Gar nicht so leicht, wie sich schnell herausstellt.

Doch als ihre Abteilung Wind von den vermissten Personen bekommt, hält die Gruppe zusammen und sie arbeiten Hand in Hand. Was im weiteren Verlauf der Geschichte aufgedeckt wird, fand ich persönlich sehr genial.

Karl Olsberg versteht es gut, den Spannungsbogen immer wieder anzuziehen und dann wieder etwas zu lockern, so dass man ständig am Ball bleibt und keine Minute langweilig wird. Man steht nun nicht unter „Dauerstrom“, und das fand ich sehr angenehm beim Zuhören.

Adam Eisenberg und sein Vater sind mir sehr ans Herz gewachsen, und auch der Autist hat meine Sympathie für sich gewonnen. Alle wichtigen Protagonisten wurden sehr gut beschrieben. Nicht alle fand ich nett, was eine gute Mischung ergab. Die Mischung innerhalb des Teams fand ich sehr interessant und ich kann mir gut vorstellen, dass solch eine Truppe wirklich etwas erreichen kann.

Rainer Fritzsche fand ich im Großen und Ganzen auch sehr gut. Er hätte nur ab und an ein wenig mehr Enthusiasmus in seine Stimme legen können. Den Antagonisten hat er aber ganz wunderbar vertont.

Da mir dieses Hörbuch, welches ich schon sehr lange auf meinem Merkzettel hatte, so gut gefallen hat, werde ich mir ganz sicher weitere Hörbücher von Karl Olsberg anhören. Ich bin schon sehr gespannt auf seine weiteren Geschichten.

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Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Karl Olsberg – Delete

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Joseph Finder – Paranoia

ParanoiaBeschreibung
Adam Cassidy ist ein junger Angestellter bei Wyatt Telecom. Er hat längst die Hoffnung aufgegeben, einmal die Aufmerksamkeit seiner Vorgesetzten zu erregen. Als er sie doch bekommt, fördert das seine Karriere gar nicht. Wegen einer Party, die Adam aus reiner Gutmütigkeit auf Kosten der Firma für einen Lagerarbeiter ausgerichtet hat, wird er vor den Boss zitiert. Und der macht ihm ein Angebot, das Adam nicht ablehnen kann: Entweder er wandert wegen Untreue in den Knast, oder er erklärt sich bereit, den Konkurrenzkonzern Trion auszuspionieren. Es geht um ein Multimillionen-Dollar-Projekt.

Adam bleibt keine Wahl, als zum Spion zu werden. Der Coup gelingt, und er steigt als Star der Branche bei Trion ein. Fortan ist sein Leben eine Lüge, aber die Lüge ist ein Traum: Er ist reich, fährt einen Porsche, lebt in einem Luxusapartment, wird schnell die rechte Hand des Konzernchefs und geht mit einer Traumfrau aus. Doch er spielt ein brandgefährliches Spiel. Er hat eigentlich keine Ahnung von der brisanten Technik und muss trotzdem seinen Ruf als Goldjunge verteidigen, wenn er nicht auffliegen will. Als er versucht, seine Hintermänner abzuschütteln, gerät er vollends zwischen alle Fronten…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Richard Barenberg

Länge
13 h 52 m

Meine Meinung
Dieses Hörbuch hat mir so richtig gut gefallen. Zugegeben, ich habe noch nicht viele (oder fast keine) Spionage-Thriller gehört. Aber ich glaube, ich sollte da zukünftig etwas intensiver nach suchen.

Wie bereits oben beschrieben, hat Adam keine großen Ambitionen mehr, Karriere zu machen. Als er jedoch eine äußerst kostspielige Abschiedsparty für einen Lagerarbeiter auf Firmenkosten veranstaltet, wird er natürlich zum Big Boss zitiert. Die Story, die Adam dem Boss als Erklärung auftischt, hat mir sehr gut gefallen. Doch nicht nur mir. Auch der Boss war sehr begeistert von seinem schauspielerischen Talent und erpresst ihn sogleich: Entweder landet er im Knast oder er spioniert seinen ärgsten Konkurrenten aus. Na, dass Adam keine große Lust auf Knast hat, kann man sich vorstellen. Doch eigentlich ist Spionage auch nicht wirklich sein Ding. Aber er denkt, das sei das kleinere Übel und lässt sich darauf ein.

Sogleich wird er „gebrieft“ was das Zeug hält, um ihn als „Goldjungen“ glaubhaft erscheinen zu lassen. Adam ist nicht dumm, er begreift schnell und kann sich bald bei Trion einen guten Job verschaffen. Die Dinge laufen gut, fast zu gut und Adam ist immer mehr hin- und hergerissen von dem Druck, den sein alter Chef auf ihn ausübt und der Sympathie, die er dem Trion-Boss gegenüber hegt. Es ist wahrlich keine leichte Aufgabe, die er zu bewältigen hat. Als Adam seinem Ex-Boss alle Informationen gegeben hat, die er verlangt hat, will er sich von ihm „befreien“ und sich ganz und gar seiner neuen Aufgabe widmen. Denn sie ist sehr lukrativ und macht ihm auch sehr viel Spaß.

Doch – natürlich – kommt es anders. Adam gerät mächtig unter Druck…

Besonders gut haben mir bei diesem Hörbuch die verschiedenen Protagonisten gefallen. Sie waren alle sehr gut beschrieben und äußerst unterschiedlich. Auch die Beschreibung der brenzligen Situationen  gefiel mir gut und zwar so gut, dass ich ständig mit Adam mitzitterte. Oder viel mehr: ich zitterte glaube ich mehr, als er selbst! Ich meine, die Nerven muss man erstmal haben, in fremden Büros herumzuschnüffeln und Informationen zu klauen und am nächsten Tag den betrogenen Leuten wieder freundlich ins Gesicht lächeln können… Puh. Das ist nicht jedermanns Sache.

Auch den privaten Anteil mit Adams Vater und seinem Betreuer hat mir gut gefallen. Diese Einschübe haben die taffe Wirtschaftsstory zwischendurch „nett“ aufgelockert. Ganz besonders ist mir der Pfleger Antoine ans Herz gewachsen. Den fand ich so richtig klasse.

Das Ende hat mich dann gestern Abend derart überrascht, dass ich es zunächst nicht glauben wollte. Ergo habe ich heute die letzte Stunde nochmals gehört – und nein, ich hatte mich nicht verhört. Also dieses Ende nenne ich mal genial!

Richard Barenberg als Sprecher passte ebenfalls sehr gut zu diesem tollen Spionage-Thriller, so dass ich nur die volle Punktzahl geben kann. Besser geht es meiner Meinung nach fast nicht. Denn was will man mehr: 13 h und 52 m kurzweilige und stellenweise sehr spannende Unterhaltung und ein Ende, das man sich so nun wirklich nicht vorgestellt hat = Bestnote.

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Weitere Informationen

Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Joseph Finder – Paranoia