Alfred Bodenheimer – Das Ende vom Lied

das-ende-vom-liedBeschreibung
Der zweite Rabbi-Klein-Krimi aus Zürich mit hintergründigem Humor – der reinste Hörgenuss.

Im Bahnhof Zürich-Enge wird eine Frau vom Zug überfahren. Rabbi Klein hat die Tote gut gekannt. Sein Instinkt verrät ihm, dass es weder Selbstmord noch ein Unfall war. Der zweite Fall des gelehrten, beharrlichen und mitfühlenden Rabbi, der das Ermitteln nicht lassen kann, auch wenn er sein engstes Umfeld damit ins Visier der ermittelnden Kommissarin bringt.
Mit hintergründigem Humor erzählt Alfred Bodenheimer, Professor für Jüdische Literatur und Religionsgeschichte an der Universität Basel, eine Kriminalgeschichte, zu der auch Weisheiten aus dem Talmud zur Falllösung beitragen. Thomas Sarbacher liest mit viel Empathie für den weisen Rabbi unter der Regie von Franz Wassmer.

Sprecher
Thomas Sarbacher

Länge
5 h 10 m

Meine Meinung
Der zweite Krimi mit dem sympathischen Rabbi Klein braucht etwas, um in Fahrt zu kommen. Denn zunächst passiert eigentlich nichts, außer dass Rabbi Klein sich endlich alten Briefen eines Juden widmet, der diese Briefe an seine bereits tote Frau schrieb. Diese sind erstaunlich interessant, wie der Rabbi bald feststellt, doch alles andere in seinem Leben ödet ihn gerade etwas an. So plätschert die Story zunächst recht ereignislos vor sich hin.

Doch dann passiert ein schreckliches Unglück. Carmen stürzt im Bahnhof Zürich Enge vor einen vorbeifahrenden Zug und wird natürlich tödlich verletzt. Carmen ist für den Rabbi keine Fremde. Sie war Mitglied in seiner Gemeinde und hatte ihn über längere Zeit gestalked. Eigentlich dachte er, dass sich dieses leidige Thema mittlerweile erledigt hätte, doch dann wird seine Frau wegen dringenden Tatverdachts festgenommen. Rabbi Klein ist außer sich! Und natürlich ist er sofort wieder in seinem Element. Er beginnt, seine eigene Recherchen zum Tathergang zu machen. Schnell hat er einige Unstimmigkeiten entdeckt, doch aufgrund seiner Befangenheit, darf er nicht mehr mit der Polizei kooperieren. Und wieder steckt er in einem großen Dilemma.

Wie schon im ersten Krimi, fand ich die private Seite des Rabbis sehr interessant und humorvoll beschrieben. Man hat einen sehr guten Einblick in die Familie und fühlt sich – trotz völlig anderer Sitten – direkt heimisch bei den Kleins. Ich empfand auch hier den Kriminalfall eher als zweitrangig. Aber natürlich wäre ohne ihn keine Story da. Somit ist das wieder eine sehr gute Kombination aus Unterhaltung und Spannung. Das Ende hätte ich so niemals erwartet. Doch wenn man zurückblickt, dann ja, dann hätte man vielleicht ahnen können…. aber nein, das ginge nun zu weit.

Nur aufgrund des etwas schleppenden Einstiegs bekommt dieser Krimi nicht die volle Punktzahl von mir. Doch es lohnt sich wirklich, am Ball zu bleiben und die Story fertig zu hören.

Thomas  Sarbacher hat auch den zweiten Krimi gesprochen und das ist auch gut so. Er ist für mich die Stimme des Rabbis und hat seinen Job wieder richtig gut gemacht.

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Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es direkt beim Verlag Hörkultur.

Herzlichen Dank an Hörkultur für das Rezensionsexemplar.

Siehe auch: 

Peter Probst – Personenschaden – Schwarz ermittelt

Beschreibung
Nachdem Lokführer Klaus Engler einen jungen Mann überfahren hat, wird er von schweren Schuldgefühlen geplagt. Seit einiger Zeit fühlt er sich von Unbekannten verfolgt und bedroht. Privatermittler Anton Schwarz wird von Engler beauftragt, die Unbekannten zu finden. Doch bereits kurz nachdem Schwarz den Auftrag übernommen hat, springt ein weiterer Selbstmörder vor Englers Zug. Zufall?

Die Spuren führen Anton Schwarz zu einem Mann, der von Hass auf den Lokführer erfüllt ist – und eine grausame Rache inszeniert: In einem Suizidforum im Internet sucht er sich ein williges Opfer, das bereit ist, sich vor einen Zug zu werfen.

Seiten
239 Seiten

Verlag
dtv

Kategorie
Kriminalroman

Meine Meinung
Dieses Buch wurde bei der 4. LitNight vorgestellt und ich fand das Thema auf Anhieb sehr interessant, da ich mir auch schon oft dachte: und wie geht es dem Lokführer nach solch einem Selbstmord? Die Sendung war noch nicht vorüber, da hatte ich das Buch schon bei Amazon bestellt. 2 Tage später war es da und ich begann zu lesen. Am liebsten hätte ich es in einem Rutsch durchgelesen, da die Story wirklich immer spannender wurde, je mehr Details man erfuhr. Der Ermittler Anton Schwarz ist ein wirklich äußerst sympathischer Mann (der würde selbst mir gefallen), der mit Herzblut seinem Job als Privatermittler nachgeht. Und sehr informativ ist das Buch! So erfährt man sehr viel über die Bahn, die Streiks, die Gewerkschaften und zum anderen über Selbstmordforen im Internet. Und das ganze scheint sehr fundiert recherchiert zu sein, denn nichts wirkte hier überzogen oder unglaubwürdig, nur damit die Story passt. Im Gegenteil. Die Geschichte ist derart erschreckend glaubwürdig, dass man keine Minute daran zweifelt, dass so etwas tatsächlich passieren könnte. Man könnte sagen, das Buch nimmt einen mit in die Tiefe der Seele eines Mannes, der von Rachegelüsten völlig aufgefressen wird. Wir du mir so ich dir… mehr wird hier aber nicht verraten 😉

Der Schreibstil von Peter Probst hat mir auch sehr gut gefallen. Klare Sätze, schnell zu lesen und doch mit viel Kraft beschreibt er die einzelnen Charaktere und Orte, die man direkt bildlich vor Augen hat. Auch der hier und da versteckte Witz hat mir sehr gut gefallen.

Das war mein erstes Buch von Peter Probst und es ich fand es klasse. Sicherlich habe ich schon den ein oder anderen Tatort gesehen, bei dem er das Drehbuch geschrieben hat. Da hatte ich aber nie drauf geachtet – das wird sich in Zukunft wohl ändern.

Fazit: stars_5 absolut empfehlenswert

Übrigens:
Die nächste und somit 5. LitNight findet am 14. Juni statt. Mehr Informationen hierzu gibt es z. B. bei Yotta-Player oder auch bei Facebook.