Florian Beckerhoff – Frau Ella

Frau EllaBeschreibung
Der dreißigjährige Sascha ist wenig begeistert, als er nach einer Augen-OP kurzfristig sein Krankenzimmer mit einer schnarchenden Oma teilen muss: Frau Ella. Als die aber gegen ihren Willen operiert werden soll, bringt Sascha sie bei Nacht und Nebel in seiner Wohnung unter. Saschas Freunde Klaus und Ute sind von dessen neuer Mitbewohnerin begeistert: Total schräg, so eine WG!

Tatsächlich wird der lethargische Sascha die lebendige, aber einsame Frau Ella so schnell nicht wieder los. Klaus und Sascha nehmen sich der alten Dame an, kleiden sie neu ein, führen sie zum Essen aus und machen Ausflüge in die Sommerfrische. Alles läuft bestens – bis Saschas Freundin Lina braungebrannt aus Spanien zurückkehrt.

Sprecher
Peter Jordan

Länge
4 h 31 m

Meine Meinung
Frau Ella – hach. Diese Geschichte ist so richtig zum Schmunzeln und sehr gut fürs Herz. Sascha rettet heroisch Frau Ella aus dem Krankenhaus und mangels anderer Möglichkeit, nimmt er sie zunächst mit zu sich nach Hause. Und hier prallen zwei Welten aufeinander. Saschas Wohnung ist unordentlich und so ganz anders, als Frau Ella es gewohnt ist, zu leben. Schon beim Kaffee zubereiten scheinen sich reine Schluchten der Unterschiede aufzutun. Doch Frau Ella lernt schnell. Kaffee mit Milch ist bei den jungen Leuten Kaffee mit Macchiato. Und auch sonst ist sie sehr wissbegierig. Herrlich, wie die beiden zwar im gleichen Land leben, beide Deutsche sind und doch völlig verschiedene Sprachen sprechen. Als dann auch noch Klaus und Ute auftauchen, ist das Chaos perfekt. Ich habe sehr viel gelacht. Und dann ist Frau Ella plötzlich spurlos verschwunden…

Frau Ella fand ich eine sehr schöne Geschichte. Sie hatte auch etwas Beispielhaftes. Zum Einen, dass es sich lohnt, sich etwas mehr um seine Mitmenschen zu kümmern und zum Anderen, dass Jung und Alt sehr wohl sehr viel Spaß miteinander haben können. Und wie ich heute entzückt festgestellt habe, wurde die Geschichte auch verfilmt! Mit Matthias Schweighöfer als Sascha und anderen mir zwar bekannten Gesichtern, deren Namen ich aber leider nicht weiß. Ich schaue halt nicht so oft Filme. Aber diesen werde ich mir wohl ansehen.

Den Sprecher fand ich sehr passend zu dieser Story. Somit kann ich nur sagen: Wer eine kurze schöne Geschichte mit viel Charme und Humor sucht, der ist mit „Frau Ella“ genau richtig bedient.

s4g4s4g4

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Florian Beckerhoff – Frau Ella

David Nicholls – Ewig Zweiter

Beschreibung
Stephen C. McQueen war schon sechsmal eine Leiche. Im Klartext: Er ist ein erfolgloser Schauspieler. Das Blatt scheint sich zu wenden, als er den attraktiven Darsteller Josh Harper, zwölftsexiest Mann der Welt und Star des Theaterstücks „Verrückt, verworfen und gefährlich“ im Notfall in seiner Rolle als Lord Byron ersetzen soll. Doch: Josh sieht nicht nur fantastisch aus, ist immer witzig, wortgewandt und einnehmend, er ist auch immer pünktlich und bei frustrierend guter Gesundheit. Dass Stephen sich mit Joshs Frau Nora anfreundet, macht die Sache auch nicht einfacher. Ein umwerfender Held, Situationskomik und Sprachwitz!

Sprecher
Peter Jordan

Länge
284 Minuten

Meine Meinung
„Ewig Zweiter“ ist ein lustiges Büchlein ohne viel Tiefgang. Es wird hier eine kurze Zeitspanne aus dem Leben des ewigen Loosers Stephen erzählt, der immer wieder denkt: „jetzt, jetzt ist sie da, meine große Chance“. Doch immer wieder stellt er fest: „nein, wieder nichts“. Sprachlich fand ich das sehr schön – very british, stellenweise sehr schwarzer Humor – das mag ich. Aber auf die Dauer sind die Missgeschicke dann doch vorauszusehen.

Insgesamt ist dieses Buch eine kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch. Den Sprecher Peter Jordan fand ich sehr gut – er hat das richtig gut vorgetragen.

Fazit: ganz nett

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: David Nicholls – Ewig Zweiter

Siehe auch:

Daniel Glattauer – Darum

Beschreibung
Jan Haigerer ist immer höflich, lacht viel und erfüllt stets alle Erwartungen. Bis zu dem Tag, als er einen Menschen erschießt. Auch wenn alles, insbesondere das Geständnis des Angeklagten, dagegen spricht, wollen die Geschworenen und vor allem die einflussreichen Freunde des Journalisten ihn wieder auf freien Fuß setzen. Es muss ein Irrtum vorliegen, das ist ihnen völlig klar. Während der 43-Jährige alles daran gibt, lebenslang hinter Gitter zu kommen, spinnen seine zahlreichen Freunde ein Netz aus entlastenden Beweismitteln. Haigerer bleibt keine Wahl: Er muss gestehen, warum er unbedingt ins Gefängnis möchte. Der typische Krimi-Plot wird in diesem tragisch-komischen Roman komplett umgekrempelt: Obwohl vom ersten Moment an klar ist, wer den Mord begangen hat, bleibt der Hörer bis zur letzten Sekunde gefesselt von den Fragen, ob er seine Strafe erhalten wird, und warum er sie unbedingt will.

Sprecher
Peter Jordan

Länge
344 Minuten

Meine Meinung
Klar, wenn man von Daniel Glattauer „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“ kennt, sind die Ansprüche an ein weiteres Buch des Autors natürlich sehr, sehr hoch. Und ich habe die zwei o. g. einmal gelesen, einmal gehört und dann auch noch das Bühnenstück von „Gut gegen Nordwind“ gesehen. Alles fand ich bombastisch, einfach genial!

Heute morgen begann ich nun mit „Darum“. Das ist natürlich ein ganz anderes Buch. Es ist ein Krimi der anderen Art. Hier glaubt keinem dem Mörder, dass er das wirklich war. Doch er setzt alles daran, um ewig hinter Gittern zu landen. Da fragt man sich schon: warum ist er so erpicht darauf, weggesperrt zu werden?

Zunächst hatte ich ein wenig Probleme mit dem Protagonisten – er war mir anfangs viel zu depressiv und mies drauf – ich konnte mich mit ihm nicht wirklich anfreunden. Und ständig der Satz: „Ein Glück war ich kein depressiver Mensch“ nervte mich. Aber das dauerte so ca. 1 Stunde, bis ich dann doch Gefallen an ihm fand. Und von da an fand ich die Story spannend. Es ist ein Krimi, der wirklich komplett auf den Kopf gestellt wurde. Und ich finde – im Gegenteil zu anderen Rezensenten – die Story nicht sonderlich konstruiert. Im Gegenteil. Meiner Meinung nach hat sich Glattauer hier sehr viel Gedanken um die Glaubwürdigkeit gemacht und auch richtig gut umgesetzt.

„Darum“ ist ein Krimi, der völlig ohne Gemetzel und literweise Blut auskommt. Das liebe ich ja sowieso. In den amerikanischen Krimis/Thrillern geht mir das mittlerweile nämlich ziemlich auf den Keks. Gerne also mehr von solchen „blutleeren“ Krimis!

Den Sprecher kannte ich bisher noch nicht. Er hat das Hörbuch aber sehr gut intoniert. Besonders die zynischen und tiefschwarzen Redewendungen hat er wirklich ganz toll gemeistert.

Einen Stern Abzug gibt es lediglich für den meiner Meinung nach beschwerlichen Einstieg in das Buch. Den Rest fand ich klasse. Und: „Ein Glück bin ich kein depressiver Mensch“ 😉

Fazit: empfehlenswert

Weitere Informationen
EineHörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de.

Siehe auch: