Kevin O’Brien – Und in dir die Finsternis

Beschreibung
Seattle in den USA. Megan hütet ein Geheimnis. Ein dunkles Geheimnis. Seit dem Tag vor 14 Jahren, als sie ihren Tod vortäuschte, um ihrem sadistischen Ehemann zu entkommen, und ein neues Leben unter neuem Namen begann. Josh, Megans 14-jähriger Sohn, weiß nichts von ihrer schrecklichen Vergangenheit. Doch jemand anderes schon.

Zuerst sind es nur anonyme E-Mails und Anrufe, die nach Lisa, ihrem richtigen Namen, fragen. Aber dann passiert das Unfassbare: Ein maskierter Mann bricht in ihr Zuhause ein und entführt Josh. Um ihren Sohn zu retten, bleibt Megan keine andere Wahl, als sich ihren Dämonen zu stellen.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Nils Nelleßen

Länge
18 h 43 m

Meine Meinung
Dieser Thriller hat mir richtig gut gefallen. Ich fand ihn – trotz der knapp 19 Stunden – keine Minute langweilig. Im Gegenteil, ich lauschte mit gespitzten Ohren jedem einzelnen Satz, jedem Wort. Die Spannung fand ich von Anfang bis Ende ziemlich gleichbleibend hoch, wobei sich der Bogen zum Ende hin natürlich nochmals extrem spannte.

Die Erzählweise fand ich auch sehr interessant gestaltet. Hauptsächlich wurde  in der Gegenwart erzählt, doch durch Rückblicke erfuhr man nach und nach die Vergangenheit, und warum sich was wie zugetragen hat und nun die Situation ist, wie sie ist. Ich fand die einzelnen Rückblicke sehr gekonnt an den jeweils richtigen Stellen eingestreut. Gerade wenn man dachte, das sei doch nun aber vielleicht etwas unlogisch oder übertrieben, wurde man eines Besseren belehrt. Und doch erschien es mir zu keiner Zeit konstruiert – ich fand dies alles zutiefst menschlich und verständlich. Was natürlich jedoch nur begrenzt auf den Antagonisten zutraf.

Lisa, bzw. Megan, wie sie sich seit ihrer Flucht nannte, und ihren Sohn hatte ich sofort in mein Herz geschlossen. Sie wurden natürlich auch entsprechend dargestellt. Aber nichts wurde hier übertrieben oder gar in rosarot gezeichnet. Man hatte ständig im Hinterkopf, dass eine große Gefahr lauert. Doch wie groß diese Gefahr wirklich war, das wird einem selbst und Lisa erst im Verlauf der Geschichte so richtig bewusst.

Psychologisch fand ich den gesamten Plot perfekt aufgebaut. Der Schrecken spitzte sich immer mehr zu und als Hörer war man über weite Strecken ebenso ratlos wie Lisa selbst. Einzig Josh, dem Sohn, hatte man als Hörer einiges an Wissen voraus.

Hatte ich bei „Der Feind in mir“ noch einige Längen zu bemängeln, so kann ich hier nur sagen, dass dieses Hörbuch gänzlich frei von langatmigen Szenen ist.

Auch den Sprecher Nils Nelleßen fand ich hier sehr gut! Er hat den verschiedenen Personen jeweils ihre eigenen Stimmen verpasst, und alle Stimmen passten sehr gut zu den einzelnen Charakteren.

Und schon habe ich wieder ein Hörbuch für meine Bestenliste.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Kevin O’Brien – Und in dir die Finsternis

Siehe auch:

 

 

Marina Heib – Drei Meter unter Null

Beschreibung
Sie tötet, um zu leben.

Sie beobachtet ihre Opfer. Sie plant ihre Morde. Nichts will sie dem Zufall überlassen. Der Weg der Gewalt ist nicht grundlos. Ihr Leben lang bemühte sie sich um ein normales Leben. Doch die Hülle umschloss eine tiefe Verzweiflung, die sie zu verbergen wusste. Bis zu einem nebligen Donnerstag im November. Der Tag, an dem sie eine Mörderin wird. Sie will die Dämonen vernichten. Sie will Rache. Sie empfindet kein Mitleid. Sie sollen leiden. Genau wie sie.

Sprecherin Anna Thalbach blickt in die Abgründe der menschlichen Seele.

Sprecher
Anna Thalbach

Länge
6 h 27 m

Meine Meinung
Drei Meter unter Null ist keine leichte Kost. Ich musste während des Hörens öfters schlucken und ich war manches Mal kurz davor, das Hörbuch ganz abzuschalten. Doch letzteres geht natürlich nicht. Denn das Hörbuch fesselt einen zunehmend, mit jeder Minute, die man weiterhört.

Die Story wird aus der Ich-Perspektive erzählt, aus der Ich-Perspektive einer Mörderin, die ihre Pläne eiskalt durchzieht. Lange steht man im Dunkeln, warum diese Frau denn diese Morde ausüben will, ja förmlich ausüben muss. Sie scheint gar nicht anders zu können, als ihrer Mordlust nachzugeben. Doch warum? Was hat sie dazu getrieben?

Die Sprecherin Anna Thalbach fand ich für die Zeit, als die Protagonistin aus ihrer Kindheit erzählte, sehr passend. Doch als sie dann erwachsen wurde, fand ich ihre kindliche Stimme zunächst unpassend, da sie einfach nicht zu der eiskalten Mörderin so recht passen wollte. Doch auch hier wird es im Laufe der Zeit immer passender, zu da sich Frau Thalbach mächtig ins Zeug legt und gefühlt echte Emotionen in ihre Stimme legt. Hierdurch konnte man die Zerrissenheit der Protagonisten noch besser nachvollziehen, als es durch die geschriebenen Worte eh schon möglich war.

Apropos Sprache. Schon lange habe ich kein so intensives und wortgewaltiges Hörbuch gehört, wie Drei Meter unter Null. Die Autorin verwendet recht außergewöhnliche Metaphern, die aber jederzeit perfekt passen und die düstere Grundstimmung noch unterstreichen.

Auch wenn ich an dem Plot aufgrund der Heftigkeit echt hart zu knabbern hatte, so konnte ich das Hörbuch doch keine Minute von den Ohren nehmen, bis ich das bittere Ende auch gehört hatte. Um 22:30 Uhr war ich mit dem Hörbuch fertig – und auch mit den Nerven.

Insgesamt war das Buch wirklich außergewöhnlich gut – eine Frau, im Inneren zerrissen, erfüllt von dem Gedanken der gnadenlosen Rache.

Mahatma Gandhi hätte sich im Grabe umgedreht.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Marina Heib – Drei Meter unter Null

Sarah Pinborough – Sie weiß von dir

sie-weiss-von-dirBeschreibung
Wie ist als Single-Frau damit umzugehen, wenn die leidenschaftliche Bekanntschaft des Abends sich am Tag danach plötzlich als der neue Vorgesetzte herausstellt? Und was, wenn dann auch noch dessen Ehefrau auftaucht und Freundschaft schließen will? Was zunächst lediglich nach einer komplizierten Affäre klingt, ist für die alleinstehende Louise bald mehr als nur ein verzwicktes Frauenproblem. Denn plötzlich glaubt sie hinter ihrem Liebhaber und seiner Frau Geheimnisse zu erahnen, die die ungewöhnliche Bekanntschaft zu einem lebensbedrohlichen Spiel werden lassen – doch als sie sich dessen bewusst wird, gibt es bereits kein Zurück mehr… Jetzt erscheint der atemraubende Thriller aus Großbritannien in einer ungekürzten Lesung als Hörbuch beim DAV.

»Ein Stimmchen in meinem Kopf rät mir, die Begegnung jetzt und hier zu beenden. Natürlich höre ich nicht darauf.«

Als sich die alleinerziehende Louise von David leidenschaftlich küssen lässt, ahnt sie nicht, dass ihre Begegnung schon bald weitaus mehr sein wird, als eine flüchtige Bar-Bekanntschaft. Nicht nur stellt sich der reizvolle Unbekannte als ihr neuer Chef heraus, sie lernt auch noch seine makellos schöne Ehefrau Adele kennen und die verhält sich schon bald auffallend merkwürdig. Louise wird misstrauisch und erfährt immer mehr über das dunkle Geheimnis des Ehepaars, doch noch bevor sie dessen Ausmaße erahnen kann, überschlagen sich die Ereignisse… Mit »Sie weiß von dir« schafft Sarah Pinborough einen packenden Thriller um Faszination und Besessenheit, dessen Abgründe besonders als Hörbuch ihre markerschütternde Wirkung nicht verfehlen.

Rike Schmid, Maria Koschny und Simon Jäger weben stimmlich gekonnt ein Netz fataler Beziehungen

Sarah Pinborough entwirft mit ihrem neuen Werk nicht nur eine vom ersten Augenblick an fesselnde Geschichte, sondern zeichnet auch Charaktere von einer einzigartigen Undurchschaubarkeit, die stets vage befürchten lassen, dass unter ihrer Oberfläche einiges mehr verborgen liegt, als es zunächst den Anschein macht. Rike Schmid, Maria Koschny und Simon Jäger, die dem DAV bereits für zahlreiche andere Hörbücher ihre Stimme liehen, schaffen ein Geflecht aus Perspektiven, das den Hörer einfängt, in Sicherheit wiegt, und ihn im letzten Moment doch immer wieder im Ungewissen zurücklässt. Das Hörbuch »Sie weiß von dir« erscheint als ungekürzte Lesung auf einer Mp3-CD.

Sprecher
Rike Schmid, Maria Koschny, Simon Jäger

Länge
13 h 25 m

Meine Meinung
Eine Situation, um im nächsten Mauseloch verschwinden zu wollen. Gleich zu Beginn. Ein toller Start für eine erstaunliche Geschichte.

Die alleinerziehende junge Mutter Louise lernt abends in einer Bar den sympathischen und gutaussehenden David kennen. Am Ende des Abends kommt es zu einem leidenschaftlichen Kuss, dann verabschieden sich die beiden.
Am nächsten Morgen wird eben dieser gutaussehende Mann zusammen mit seiner Frau durch die Praxisräume geführt, in der Louise arbeitet. Wie sich herausstellt, wird er ihr neuer Chef sein. Eine Situation zum Davonlaufen. Und das tut Louise auch zunächst. Sie rennt auf die Toilette und schließt sich dort ein.

Ich möchte hier keine kleine Inhaltsangabe machen, denn dazu ist die Story zu vielschichtig, als das man sie knapp zusammenfassen könnte. Sie wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und erst nach und nach lichtet sich der Vorhang und man ahnt zusammen mit Louise, was hier eigentlich für ein perfides Spiel getrieben wird. Doch zunächst tappt man im Dunkeln, zweifelt mal an David (dem Arzt), mal an seiner Frau Adele, mal an Louises Verstand. Durch die verschiedenen Perspektiven erhascht man mal hier ein Fitzelchen, mal da. Doch um aus all den Details ein Ganzes zu machen, braucht man wirklich lange, was aber nicht heißt, dass es langatmig wäre. Ganz im Gegenteil! Man ahnt zwar zunehmend, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt, doch man kann einfach nicht greifen, wo denn der Hund eigentlich begraben liegt. Als man es endlich in seinem ganzen Ausmaß begreift, scheint es bereits zu spät.

Und kaum denkt man, was für eine Story, echt verdammt gut, geht die Geschichte kurzerhand weiter. Ich dachte: Nanu? War das noch nicht das Ende? Nein, weit gefehlt. Ich könnte mir vorstellen, dass sich bei der Weiterführung der Story die Gemüter streiten könnten. Mir hat es jedoch sehr gut gefallen, auch wenn es dabei etwas – ich würde sagen – ins Mystische führt. Jedoch fand ich es im Gesamtbild letztendlich sehr passend. Deshalb findet es meine volle Zustimmung.

Die drei Sprecher für die verschiedenen Perspektiven fand ich äußerst passend gewählt. Zum einen überzeugte jede Stimme in seiner Rolle und zum anderen erleichterte es dem Hörer ungemein nachzuvollziehen, wer gerade erzählt.

Mir hat „Sie weiß von dir“ sehr gut gefallen. Deshalb gibt es eine klare Hörempfehlung meinerseits.

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Herzlichen Dank an D>A<V für das Rezensionsexemplar.

Elisabeth Herrmann – Die Mühle

Die MühleBeschreibung
Wahrheit, Lüge, Tod

„The Court“ – das waren die Coolen. Die Angesagten, die Unerreichbaren, die Helden von Lanas Schulzeit. Wie kann es sein, dass ausgerechnet Lana an eine Einladung zu einem Kurztrip mit der Überflieger-Clique kommt? Jahre, nachdem sie alle ihre alte Schule verlassen haben? Der Trip führt die Clique in eine alte Mühle, umgeben von wilder Natur. Alles hier scheint für sie vorbereitet zu sein. Nur wer hat eigentlich die Einladungen verschickt? Wer begrüßt sie mit schriftlichen Botschaften, hat seltsame Spiele für sie organisiert? Als dann der erste der Freunde verschwindet, wird Lana klar, dass sie in der Falle sitzt. Denn es geht um Leben und Tod…

Laura Maire, beim Deutschen Hörbuchpreis 2011 und 2014 als Beste Interpretin ausgezeichnet, hat bisher sämtlichen Jugendromanen von Elisabeth Herrmann ihre Stimme geliehen.

Sprecher
Laura Maire

Länge
10 h 56 m

Meine Meinung
Warnung! Dieses Hörbuch ist nicht geeignet für Leute mit einem schwachen Herz!

Von Elisabeth Herrmann kenne ich bisher nur „Das Dorf der Mörder“. Das ist nun schon länger her, dass ich das Hörbuch hörte, jedoch blieb mir dieses sehr gut in Erinnerung.

Das Thema des neuesten Werks von ihr interessierte mich. Das Cover fand ich ebenfalls sehr gelungen, der Erscheinungstermin ward sofort notiert. Am selben Tag kam es auf meinen Player. Heute morgen habe ich es fertig gehört. Und ich kann nur sagen: Wow!

Zunächst fängt die Story harmlos an. Die Ich-Erzählerin Lana wird durch Zufall die siebte Teilnehmerin eines Kurzurlaubs. Die Clique, die früher „The Court“ genannt wurde und aus sieben Personen bestand, wollten dieses Wochenende in einem Luxushotel in Tschechien verbringen.  Einer dieser sieben liegt durch einen dummen Zufall im Krankenhaus und gibt seine Einladung an Lana weiter. Sie soll doch bitte für ihn dort hin fahren. Kaum ist sie dort, lernt sie die anderen kennen. Schnell merkt sie, zu wem sie einen Draht hat und zu wem nicht. Die Personen werden clever in die Geschichte eingeführt, schnell hat man selbst einen Eindruck von den verschiedenen Persönlichkeiten. Der Abend verläuft etwas angespannt, da sich alle Beteiligten schon lange nicht mehr gesehen hatten. Und immer steht das Rätsel im Raum: Wer von ihnen hat sie eigentlich alle zu diesem Event eingeladen? Alle bestreiten, der großzügige Gastgeber zu sein. Die Frage lässt sich an diesem Abend jedenfalls nicht mehr klären.

Am nächsten Tag steht ein Ausflug an. Sie versammeln sich alle, eine riesen große Limousine fährt vor und holt sie ab.  Dann geht es ab in die Berge. Irgendwo hält die Limousine an, die Clique samt Lana steigen aus. Dann braust die Limousine davon. Keiner von ihnen hatte bei diesem Ausflug damit gerechnet, dass es eine Bergtour werden würde. Dementsprechend ungeeignet ist die Kleidung, vor allem das Schuhwerk. Was tun? Sie laufen los in die Richtung, die ihnen gezeigt wird. Bald stehen sie vor einem enormen Abgrund der nur über eine Hängebrücke zu überwinden ist. Auf der anderen Seite steht eine reich gedeckte Tafel. Und hier braucht ein herzkranker Zuhörer zum ersten Mal seine Tropfen…

Für mich als ein von Höhenangst geplagter Mensch war diese Szene das pure Horrorszenario. Doch das war erst der Anfang. Weiter führt der Weg zu einer alten stillgelegten Mühle. Und hier beginnt die Story erst so richtig, Fahrt aufzunehmen. Über die nachfolgenden Geschehnisse will ich nichts, aber auch gar nichts verraten. Denn was dann kommt, ist fast nicht mehr an Spannung und Dramatik zu überbieten.

Die psychologischen Aspekte kamen hier auch nicht zu kurz. Lange Zeit kann nicht erklärt werden, wer denn zu dieser apokalyptischen Reise eingeladen hat. Und immer wieder steht die Glaubwürdigkeit von Lana, die ja eigentlich gar nicht zu der Clique gehört, im Vordergrund.

Ich fand dieses Hörbuch äußerst clever aufgebaut. Der Spannungsbogen wurde ab dem Zeitpunkt des Ausflugs konstant straff gehalten, man konnte kaum durchschnaufen. Aber warum sollte man das können, wenn es die Protagonisten aufgrund der ständig lauernden Gefahren auch nicht konnten. Ist doch nur fair.  😉

Das i-Tüpfelchen der Spannung setzte Laura Maire mit ihrem äußerst engagierten Vortrag. Sie durchlebte die Geschichte körperlich, kämpfte mit den Worten, Schrie, als würde sie gerade persönlich angegriffen, verlor sich in tiefster Verzweiflung. Sie versank förmlich in der Geschichte und – so kam es einem vor – in der Person Lana. Einfach klasse.

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David Ellis – Die Anklage

Die AnklageBeschreibung
Der junge Anwalt Jason Kolarich ist auf dem Weg nach ganz oben. Erfolgreich verteidigt er den wegen Mordes angeklagten Senator Almundo. Doch als der Hauptzeuge im Fall Almundo erschossen wird, kommen ihm Zweifel: Hat Kolarich womöglich für einen Verbrecher gearbeitet? Wenig später bricht für ihn eine Welt zusammen: Bei einem Unfall verliert Kolarich Frau und Tochter. In seiner Verzweiflung will er nur noch eins – die Wahrheit. Dafür setzt er alles aufs Spiel.

Sprecher
Bodo Primus

Länge
16 h 26 m

Meine Meinung
Diese Geschichte und ihre Aufdeckung am Ende ist eine überaus interessante Story, die die Machenschaften des FBI aber auch einiger Politiker aufdeckt. Intrigen und Korruption sind an der Tagesordnung, auch vor Mord an wichtigen Zeugen wird nicht zurückgeschreckt.

Jason Kolarich wird hier in eine Sache verwickelt, in die er sich ganz sicher nicht freiwillig hätte einwickeln lassen, wenn ihm nicht sozusagen die Hände gebunden wären. Hat er anfangs noch einige Skrupel so findet er sich im Laufe der Zeit immer besser in seine ungewollte Rolle als Spitzel ein und macht seinen Job hervorragend.

Aber eine Sache fand ich wirklich fast über die gesamte Geschichte hin sehr anstrengend. Die Story wird aus der Ich-Perspekte von Kolarich erzählt. Und dieser Jason Kolarich begründet jede, wirklich jede seiner Handlungen äußerst ausführlich. Manchmal hatte ich wirklich den Eindruck, dass ich seit ca. einer Stunde an der gleichen Stelle bin, denn so war der Fortgang der Geschichte doch recht mühsam und nur selten spannend.

Da sie aber insgesamt sehr interessant war und auch der Sprecher Bodo Primus wirklich eine klasse Leistung hingelegt hat, blieb ich bei der Stange. Und das hat sich im Nachhinein gesehen auch wirklich gelohnt.

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Fiona Barton – Die Witwe

Die WitweBeschreibung
Jean Taylor führt ein ganz normales Leben in einer englischen Kleinstadt: Sie hat ein hübsches Haus und einen netten Ehemann. Glen und sie führen eine gute Ehe. Dann kommt der Tag, der alles ändert: Sie nennen Glen jetzt das Monster. Er soll etwas Unsagbares getan haben. Und Jeans heile Welt zerbricht. Jetzt liegt Glen auf dem Friedhof, und Jean ist frei. Frei, das Spiel endlich nach eigenen Regeln zu spielen.

Sprecher
Andrea Sawatzki, Dietmar Wunder, Tanja Geke, Uve Teschner, Monika Oschek

Länge
10 h 49 m

Meine Meinung
Ein Sonntag in England – Wenn man ein fast 11 Stunden langes Hörbuch in einem Rutsch hört, dann muss es spannend sein. Und oh ja, dieses Hörbuch ist spannend. Es ist ein wahres Verwirrspiel – wem kann man glauben, wem nicht? Wer sagt nun die Wahrheit, wer nicht? Ist die Protagonistin wirklich total naiv oder ist sie das nicht? Ist ihr Mann ein Mistkerl oder nicht? Hat er es getan oder nicht?

Dieses Verwirrspiel der Gefühle und Gedanken fand ich grandios beschrieben. Als Hörer ist man ständig hin und her gerissen, was man nun denken soll, wem man nun glauben soll. Die Beschreibung der Protagonisten war dermaßen genial gemacht, dass man sich seiner eigenen Gefühle derer gegebenüber niemals wirklich sicher sein konnte. Das fand ich außergewöhnlich gut in diesem Buch.

Somit kam natürlich nie Langeweile auf. Ich lauschte und lauschte und konnte das Hörbuch wirklich keine Sekunde abschalten. Ich wollte unbedingt wissen, wie es endete. Am Ende des Tages wusste ich es dann endlich. Und ja, auch das Ende hat mir sehr gut gefallen.

Die verschiedenen Sprecher haben der Geschichte dann nochmals das i-Tüpfelchen aufgesetzt. Jeder hat seinen Part äußerst engagiert und grandios gesprochen.

Deshalb bekommt dieses Hörbuch seine verdienten 5,0 Pingu-Punkte.

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Weitere Informationen
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Kristina Ohlsson – Papierjunge (Frederika Bergmann 5)

PapierjungeBeschreibung
In der Nacht erwacht er zum Leben, erwählt ein Kind und verschwindet mit seinem Opfer in der Dunkelheit. Der Papierjunge. Eigentlich glaubt niemand an die jüdische Sagengestalt – bis an einem eiskalten Wintertag in Stockholm eine Erzieherin vor den Augen von Schülern und Eltern erschossen wird. Als wenig später zwei Kinder verschwinden, fragen sich die Ermittler Frederika Bergman und Alex Recht, ob der Junge aus der Legende etwas mit den Vorfällen zu tun haben könnte. Die Ermittlungen führen Fredrika nach Israel, wo sie mit einem grausamen Verbrechen aus der Vergangenheit konfrontiert wird…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
13 h 24 m

Meine Meinung
Diesen Krimi fand ich ziemlich heftig, sind die Opfer doch mal wieder Kinder. Somit sollte man sich also gut überlegen, ob man sich diese Geschichte „antun“ will. Ich wollte und mir hat die Story auch gut gefallen. Zwar tappt man sehr lange im Dunkeln und möchte manchmal den beiden durchaus sympathischen Ermittlern gerne auf die Sprünge helfen – denn die eigentliche Zusammenführung der einzelnen Handlungsstränge findet wirklich erst ganz zum Schluss statt. Man braucht also durchaus Geduld, um dieser Story mit Spannung zu folgen. Doch im Großen und Ganzen lohnt es sich.

Gut gefallen haben mir hier die Personenbeschreibungen. Sehr ausführlich, manchmal zu detailliert, dass man kurzfristig völlig von der eigentlichen Handlung weggeführt wurde. Doch wenn man es nicht eilig hat, das Buch zu Ende zu hören, sondern sich einfach auf die Story einlässt, dann ergibt das einen durchaus gehaltvollen Roman.

Uve Teschner fand ich wieder sehr gut als Sprecher. Er hat die vielen verschiedenen Personen sehr gut stimmlich interpretiert, so dass es ein Genuss war, ihm zuzuhören.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Kristina Ohlsson – Papierjung (Frederika Bergmann 5)

Siehe auch: 

Frederik-Bergmann-Reihe:

Matin-Benner-Reihe (zweiteilige Serie):

 

Sharon Bolton – Böse Lügen

Böse LügenBeschreibung
Vier verschwundene kleine Jungen. Drei Geständnisse. Zwei Lügner. Ein Killer.

In einer kleinen Gemeinschaft wie der auf den Falklands gehen keine Kinder verloren. Und wenn doch, so kann es sich nur um einen tragischen Unfall handeln, schließlich sind die rauen Küsten der Inselgruppe nicht ungefährlich. Doch als zum dritten Mal ein kleiner Junge verschwindet, glaubt kaum noch jemand an einen Zufall. Die Bewohner müssen befürchten, dass einer von ihnen ein Mörder ist.

Auch Catrin Quinn, die nach dem Tod ihrer beiden Söhne ein zurückgezogenes Leben führt, wird in die Suche hineingezogen. Mit jeder Stunde steigen Misstrauen und Hysterie, bis eine regelrechte Hexenjagd beginnt. In ihrem Zentrum stehen Catrin selbst; Rachel, ihre beste Freundin aus Kindertagen; und Catrins ehemaliger Liebhaber Callum. Alle drei hüten Geheimnisse, die sie bis in ihre Träume verfolgen. Und sie vertrauen niemandem – nicht einmal sich selbst. Schließlich wären sie zu allem fähig…

Sprecher
Cathrin Bürger

Länge
12 h 39 m

Meine Meinung
Dieses Hörbuch holte ich mir, da es mal einen wirklich außergewöhnlichen Schauplatz hat. Die Falkland-Inseln. Ich kannte sie bis dato nur als Kriegsschauplatz vor etlichen Jahren. Doch ein Buch hatte ich darüber noch nie gehört/gelesen.

Das Hörbuch fängt gleich sehr gut an. Es geht um die Überlegung, ob man dazu fähig ist, zu töten. Schluck. Nein! Niemals! War mein erster Gedanke. Doch stimmt das? Stimmt das wirklich? Was wäre wenn….

Na, das hat mir schon mal sehr gut gefallen. Des Weiteren lauscht man nun der Protagonistin, die sich selbst nicht gerade als Mutter Teresa beschreibt. Dann wechselt die Perspektive und jemand anderes erzählt. Ich gestehe, ich hatte anfangs etwas Mühe, das zu kapieren. Aber als ich das dann blickte, war die gute Unterhaltung zu 100 % gegeben. Die Spannung steigerte sich immer weiter und ich konnte/wollte das Hörbuch kaum noch unterbrechen.

Die Protagonisten wurden durch die Bank weg sehr gut beschrieben, auch das Leben und die Mentalität der Menschen auf der Insel kann ich mir jetzt wesentlich besser vorstellen.

Ich will hier gar keine großen Reden schwingen. Diesen Thriller fand ich nicht nur wegen seines außergewöhnlichen Schauplatzes besonders sondern auch aufgrund der ganz anderen Story, die einem hier präsentiert wurde. Das war mal eine echte Abwechslung, die ich wirklich nur empfehlen kann.

Einen Stern Abzug gibt es einzig dafür, dass man meiner Meinung nach in der Hörbuchvariante verschiedene Sprecher für die verschiedenen Perspektiven hätte nehmen sollen. Denn ich fand es wirklich schwierig zu unterscheiden, wer denn nun gerade seine Sichtweise erzählt. Cathrin Bürger hat zwar alles getan, um dieses Hörbuch engagiert und perfekt zu sprechen, aber der Unterschied war mir oft einfach zu spät offensichtlich. Was zu einiger Verwirrung in meinem Kopf führte.

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Arno Strobel / Ursula Poznanski – Fremd

FremdBeschreibung
Stell dir vor, du bist zu Hause, und vor dir steht plötzlich ein Mann. Er behauptet, dein Lebensgefährte zu sein. Aber du kennst ihn nicht. Und nichts in deinem Zuhause deutet darauf hin, dass er bei dir wohnt. Du hast Angst. Und du spürst diesen unwiderstehlichen Drang, ein Messer zu nehmen. Bist du verrückt geworden?

Stell dir vor, du kommst nach Hause, und deine Frau erkennt dich nicht. Sie hält dich für einen Einbrecher. Schlimmer noch, für einen Vergewaltiger. Dabei willst du sie nur beschützen. Aber sie wehrt sich. Sie hält dich offenbar für verrückt. Bist du es womöglich? Oder spielt jemand sein perfides Spiel mit euch?

Sprecher
Sascha Rotermund, Christiane Marx

Länge
7 h 50 m

Meine Meinung
Sehr gespannt war ich auf „Fremd“ – ein Gemeinschaftswerk von Ursula Poznanski und Arno Strobel. Kaum war es erschienen, schon landete es auf meinem Player.

Es fing auch sehr spannend auf. Ok. Das Thema „Nicht wiedererkennen“ ist nun nicht ganz neu, kann ja aber durchaus immer wieder spannend sein. So war es auch. Anfangs zumindest. Ich rätselte etliche Stunden mit, glaubte mal ihren Worten, mal seinen. Stellte selbst meine Theorien auf, was da denn nun passiert sein mochte.

Und dann die Auflösung. Was bitte war das denn? Ich, der normalerweise ein äußerst ruhiger Mensch bin, tobte. Ich wollte und konnte es nicht glauben, dass das nun der Grund für alles sein sollte. Also hörte ich erwartungsvoll weiter, ob noch eine Wendung in dem Buch kommen würde und alles mit Pauken und Trompeten richtig stellen würde. Aber nein. Da kam nichts mehr. Schluss, aus, fertig. Abgespeist mit einer halbgaren Erklärung – so kam ich mir vor.

Schade, denn ich hatte wirklich mehr erwartet. Da mich die ersten Stunden wirklich gut unterhalten haben, bekommt diese Geschichte noch 3 Pingus von mir, sonst wären es wirklich nur 2 geworden.

Die beiden Sprecher hingegen fand ich sehr gut. Sie passten perfekt zu der Story und zu den beiden Protagonisten.

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Siehe auch:

Stephan Ludwig – Zorn: Kalter Rauch

Zorn - Kalter RauchBeschreibung
Es regnet Fische auf die Stadt. Eines Nachts klatschen Aale und Lachse auf die dunklen Straßen und Dächer. Bei den Aufräumarbeiten wird ein künstliches Hüftgelenk gefunden. Doch die Frau, der es eingesetzt wurde, ist spurlos verschwunden. Gregor Zettl, der Ehemann der Vermissten, schweigt beharrlich. Was Zorn und Schröder nicht wissen: Jemand ist hinter Zettl her und droht, ihn umzubringen…

Sprecher
David Nathan

Länge
12 h 58 m

Meine Meinung
Hach, hier menschelt es sehr zwischen Zorn und Schröder. Man darf verraten: Schröder ist jetzt der Chef. Ok, also jetzt ist er es auch offiziell. Und Zorn findet das auch gut so.

Die Story fängt sehr seltsam an. Denn es passiert ja nicht alle Tage, dass es Fische vom Himmel regnet. Doch beim Auflesen der ganzen Fische wird auch ein künstliches Hüftgelenk gefunden. Tja, wem gehört es? Und warum landete es in einem Mülleimer? Was war denn hier passiert? Schröder und Zorn ermitteln. Aber das kommt in der Geschichte eigentlich nur am Rande zur Geltung. Denn schnell weiß man, wem die Hüfte gehört. Doch die Dame ist verschwunden. Und der hilflose Ehemann sitzt alleine zuhause und droht langsam zu verhungern. Denn um solche Sachen – und auch um alles andere Lebensnotwendige – kümmerte sich immer seine Frau.

Fortan erfährt man viel vom Ehemann, Herrn Zettl, wer er früher einmal war und was heute noch von dem früheren Star „übrig“ ist. Auch wird einem schnell klar, dass er bedroht wird. Und in seiner Hilflosigkeit verhält er sich – nun – sagen wir mal, sehr außergewöhnlich.

Unterdessen haben auch Zorn und Schröder ihre persönlichen Kämpfe zu bewältigen. Sowohl jeder mit sich selbst als auch untereinander. Besonders gut gefiel mir hier das nicht enden wollende Lehrstück: Ironie oder Sarkasmus. Überhaupt waren die Wortgefechte, die die beiden austrugen, wieder erste Sahne.

Vieles wurde zum Ende hin aufgeklärt, doch einiges blieb mir doch schleierhaft. So z. B.: Warum heißt das Buch „Kalter Rauch“? Und auch: Warum fielen die Fische vom Himmel? Entweder habe ich es nicht mitbekommen oder es wurde tatsächlich nicht aufgelöst. Aber egal. Selbst mit diesen 2 großen Fragezeichen am Ende hat mir dieser Teil wieder sehr gut gefallen.

David Nathan passte natürlich wieder sehr gut zur Story. Einen anderen Sprecher kann ich mir für Zorn und Schröder auch einfach nicht mehr vorstellen.

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Siehe auch: