Greg Iles – Natchez Burning

Natchez BurningBeschreibung
Penn Cage, Bürgermeister von Natchez, Mississippi, hat eigentlich vor, endlich zu heiraten. Da kommt ein Konflikt wieder ans Tageslicht, der seine Stadt seit Jahrzehnten in Atem hält. In den sechziger Jahren hat eine Geheimorganisation von weißen, scheinbar ehrbaren Bürgern Schwarze ermordet oder aus der Stadt vertrieben.

Nun ist mit Viola Turner eine farbige Krankenschwester, die damals floh, zurückgekehrt – und stirbt wenig später. Die Polizei verhaftet ausgerechnet Penns Vater – er soll sie ermordet haben. Zusammen mit einem Journalisten macht Penn sich auf, das Rätsel dieses Mordes und vieler anderer zu lösen.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
32 h 28 m

Meine Meinung
Nach 32 Stunden und 28 m sollte man eigentlich froh sein, wenn eine Geschichte endlich zu Ende gehört ist. Nicht so hier. Ich hätte noch Stunden weiterhören können, was sicherlich auch mit dem offenen Ende zusammenhängt. Man darf sich also schon auf die Fortsetzung freuen.

Greg Iles nimmt uns bei dieser Geschichte unter anderem mit in die Jahre, in denen der Ku-Klux-Klan sein Unwesen trieb. Geschickt verknüpft er die Vergangenheit mit der Gegenwart und zeigt auf, dass einen die Vergangenheit doch immer wieder einholen kann, dass sie nie ganz abgeschlossen ist.

Den Spannungsbogen baut er gekonnt behutsam auf bis er zum Ende hin derart zum Bersten gespannt ist, dass man kaum noch atmen kann. Mir hat diese Art wieder sehr gut gefallen, denn man erfährt sehr viel von den geschichtlichen Hintergründen, die er aber keineswegs lehrmeisterhaft oder gar langweilig erzählt. Im Gegenteil, er erzählt und erzählt und man hängt förmlich an seinen (bzw. Teschners) Lippen, um ja keine Einzelheit zu verpassen. Grandios.

Die Personen und Schauplätze sind sehr gut beschrieben – ich hatte alles bildlich vor Augen. Auch sind die Handlungen der Protagonisten realistisch und jederzeit nachvollziehbar, so dass bei mir keinerlei Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Story aufkam. Wenn ich auch vieles als äußerst schockierend empfand. Der Rassismus hatte/hat leider sehr schreckliche Auswüchse. (Siehe auch: John Katzenbach – Das Tribunal und Sue Monk Kidd – Die Erfindung der Flügel).

Uve Teschner ist hier wieder zur Bestform aufgelaufen. Somit war Teschner in Verbindung mit dieser tollen Story ein absoluter Hörgenuss, bei dem die über 32 Stunden wie im Flug vergingen. Somit sollte man sich von der Länge des Hörbuchs ganz sicher nicht abschrecken lassen. Im Gegenteil: Man darf sich auf stundenlange beste Unterhaltung freuen.

Klar, dass es auf meine Bestenliste kommt.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Greg Iles – Natchez Burning

Siehe auch: 

 

John Katzenbach – Der Sumpf

Der SumpfBeschreibung
Matt Cowart, Reporter aus Miami, bekommt Post aus der Todeszelle. Der Fall des College-Studenten Robert Earl Ferguson scheint besonders schreiendes Unrecht zu sein. Der junge Schwarze wurde für den Mord an einem elfjährigen weißen Mädchen verurteilt, doch offenbar ist er Rassismus und Korruption innerhalb der Polizei zum Opfer gefallen. Seine Nachforschungen überzeugen Matt von Roberts Unschuld. Seine flammenden Artikel über den Fall Ferguson bringen Matt schließlich sogar den Pulitzer-Preis ein, über Nacht ist er eine Berühmtheit, wird als Bürgerrechtler gefeiert – und bemerkt zu spät, dass er in einem gefährlichen Sumpf aus Hass und Niedertracht zu versinken droht…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
21 h 10 m

Meine Meinung
Endlich mal wieder ein Hörbuch, dass es auf meine Bestenliste geschafft hat. Denn hier stimmt einfach alles: Das Thema, der Aufbau der Story, die Spannung, das verdammt gute Ende und nicht zuletzt die grandiose Leistung des Sprechers.

Wie man aus der Beschreibung oben bereits entnehmen kann, geht es um die Todesstrafe. Ein wahrhaft heikles Thema. Der schwarze Student Robert Earl Ferguson scheint unschuldig im Todestrakt auf seine Hinrichtung zu warten. Er schreibt dem Reporter Matt Cowart einen Brief, in dem er seine Unschuld beteuert. Dieser Brief lässt den Reporter nicht mehr los. Also geht er der Sache auf den Grund. Und bald kommt er zu dem Schluss, dass Ferguson ein Opfer von Rassismus und Vorurteilen ist. Fortan setzt er alles daran, Ferguson frei zu bekommen….

Ich würde ja gerne noch mehr von der Story erzählen, aber das kann ich nicht. Ich würde mit jedem weiteren Satz zu viel verraten.

John Katzenbach hat mit „Der Sumpf“ einen Psychothriller der Extraklasse geschrieben. Ich war von der ersten Minute an in den Bann der Geschichte gezogen, glaubte  und zweifelte  zusammen mit dem Reporter an der Wahrheit oder der Lüge der Aussagen, haderte mit ihm, was nun richtig und was falsch sei. Und ganz bald stellte auch ich fest: Verdammt, wem kann man trauen? Wem nicht?

Die Story ist wahnsinnig spannend aufgebaut und faszinierend erzählt. Die 21 Stunden vergingen wie im Flug und ich verfluchte die Zeiten, zu denen ich pausieren musste wegen so lästiger Dinge wie arbeiten gehen oder schlafen. Schlafen wurde also auf Sparflamme gedreht, da ich unbedingt wissen wollte, ja wissen musste, wie es weitergeht.

Auch mit dem Ende der Story war ich ganz und gar zufrieden.

Uve Teschner hat aus dieser Lesung das reinste Hörspiel inszeniert. Ich war immer wieder von seiner Sprachvielfalt begeistert. Er hat jeden, wirklich jeden Satz perfekt gesprochen. Jede Gefühlsregung hat er sprachlich grandios ausgedrückt.

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Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: John Katzenbach – Der Sumpf

Siehe auch: