Margaret Atwood – Die Geschichte von Zeb (Die MaddAddam-Trilogie 3)

Beschreibung
Die wasserlose Flut, eine Pandemie ungeheuren Ausmaßes, ist über die Erde hinweggegangen und hat die Menschheit ausgelöscht. Bis auf einige wenige Überlebende, die sich im Lehmhaus eines verwahrlosten Parks zusammenfinden und den Gefahren einer entvölkerten, anarchischen Welt trotzen. Unter ihnen Toby, die ehemalige Gottesgärtnerin, und Zeb, ein großherziger Draufgänger, der zum Anführer der kleinen Truppe wird.

Während der Flut hat Toby, in einem Spa verschanzt, auf ihn gewartet; beharrlich an seine Rückkehr geglaubt, nun treffen sie, am Ende der Welt, wieder zusammen. Ein Endzeitszenario, so gewaltig und bedingungslos, wie es nur Margaret Atwood entwerfen kann. Eine Welt, die außer Kontrolle geraten ist, die sich selbst bezwungen und auf null zurückgesetzt hat. Wie in „Das Jahr der Flut“ stellt Atwood einmal mehr ihr waches politisches Gespür unter Beweis, ihre Hellhörigkeit für gefährliche Entwicklungen und Strömungen. Möge die Welt auch zugrunde gehen, von Margaret Atwood lassen wir uns bereitwillig an den Abgrund führen. Kein Untergang, dem diese Autorin nicht mit Humor und erzählerischer Verve beikommen würde.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
13 h 18 m

Meine Meinung
Im dritten und letzten Teil der MaddAddam-Trilogie führen alle Stränge zusammen, so dass man dann erst ein Gesamtbild des ganzen Szenarios bekommt. Ich finde, dass hat die Autorin sehr geschickt gemacht. Fand ich in Teil 1 die Beschreibungen der Optimierung der menschlichen Rasse durch Aspekte aus der Fauna sehr faszinierend und in Teil 2 die vielseitige Nutzung der Pflanzen, so fehlen hier in Teil 3 diese Aspekte ziemlich komplett. Hier ging es mehr um die Geschichte von Zeb und um das Überleben der kleinen Truppe, die wir näher betrachten konnten.

Insgesamt kann ich diese Endzeitstory durchaus empfehlen. Ich finde, die Trilogie hat eine ganz besondere Erzählstruktur inne, die man nicht so oft findet. Auch spart sie nicht an genialen Erfindungen und Namensgebungen. Und das erschreckende dabei ist, dass alles durchaus im Rahmen des Vorstellbaren liegt. Denn weit entfernt davon scheinen wir nicht mehr zu sein.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Margaret Atwood – Die Geschichte von Zeb (Die MaddAddam-Trilogie 3)

Siehe auch:

 

Reiner Hänsch – 100.000 Tacken

100-000-tackenBeschreibung
Die Knippschilds und der Ärger mit dem Reichtum
Eine Mietshaustragödie

Die Knippschilds haben geerbt!
Hunderttausend Tacken, wie der Sauerländer sagt – also Euros – von Onkel Günter, dem alten Miesepeter. Alex, Steffi und Max sind also plötzlich reich! Naja, wenigstens sieht es erst mal sehr schön aus auf dem bisher immer recht übersichtlichen Konto der Familie.
Doch Geld einfach so bei der Bank liegen lassen? Geld muss doch arbeiten! Da hat das „Finanzgenie“ Alex Knippschild eine großartige Idee: Man kauft ein Mietshaus. Das nennt man gut angelegt … oder?
Und damit beginnt die tragische Mietshauskomödie um die Sauerländer Familie Knippschild und den großen grauen Kasten in Arnsberg. Das Haus steckt voller … sagen wir mal, interessanter Leute und Abenteuer, die das Leben von Alex, Steffi und Max völlig auf den Kopf stellen. Eine Katastrophe folgt der anderen. Das schöne Haus ist alt, marode und eigentlich unbewohnbar. „Allet im Arsch!“, wie Herr Prankow, der handwerkende Rockerpräsident es vorsichtig umschreibt.
Dass Alex gleichzeitig noch einem ominösen Geldfälscher auf der Spur ist, dessen Blüten das ganze Sauerland überschwemmen, macht die Geschichte hochkriminalistisch, ganz schön aufregend und auf jeden Fall witzig und hochamüsant – bis zum furiosen Ende.

Ein echtes Hörspiel mit vielen Sounds und ner Menge Musik. Wunderbar lebendig gespielt und gesprochen von Reiner Hänsch, dem Autor dieser witzig turbulenten Geschichte um die abenteuerlichen Probleme der Sauerländer Familie Knippschild.

Sprecher
Reiner Hänsch

Länge
11 h 45 m

Meine Meinung
Was habe ich gelacht! Dieses Hörbuch lag eines Tages plötzlich in meinem Briefkasten. Ein Geschenk! Wie schön! Als ich den Klappentext las, war ich zunächst skeptisch. Gekauft hätte ich es mir wohl nie. Doch es war ein Geschenk, also wollte ich zumindest mal reinhören. Tja, und da war es dann auch schon geschehen. Kaum hatte ich angefangen, konnte ich nicht mehr aufhören. Einzig weil es dann schon spät war, unterbrach ich das Hörbuch für die Nacht. Die Mietshausbewohner und die Knippschilds verfolgten mich bis in meine Träume. Herrlich war das. Und morgens hörte ich dann gleich weiter, bis die Story fertig erzählt war. Schade, ich hätte noch stundenlang weiter hören können.

Dieses Hörbuch versprüht einen sehr eigenen Charme, der mich sofort fesselte und mich oft zum Lachen brachte. Man denkt, oh Gott, bitte nicht, und da ist es dann auch schon passiert.  Ok, man ahnt recht schnell, was alles passieren wird, aber das macht überhaupt nichts. Denn wenn es dann tatsächlich passiert – und es passiert wirklich alles, was nur passieren kann – ist es derart toll erzählt, dass man einfach nur grinst und lauscht und lacht und weiter lauscht. Situationskomik gekonnt zu erzählen, ist verdammt schwierig, wie jeder wohl selbst weiß, wenn er etwas Erlebtes, das wirklich urkomisch war, erzählen will. Na, meist gelingt es nicht wirklich gut. Ganz anders bei Herrn Hänsch. Er erzählt solche Geschehnisse einfach nur brillant und gekonnt pointiert und lässt den Hörer kaum zum Verschnaufen kommen. Eine Katastrophe folgt der anderen, doch jede Szene ist liebevoll ausgearbeitet und mit entsprechenden Tönen untermalt. Eine One-Man-Show die sehr pompös gestaltet ist. Humor pur.

Auch die Protagonisten wachsen einem sehr schnell ans Herz. Seien es nun die Knippschilds selbst oder die Bewohner, alle sind toll ausgearbeitet. Man kann gar nicht anders, als sie zu lieben.

Der Autor und Sprecher hat eine sehr angenehme Stimme und hat auch die ganzen fremdländischen Szenen perfekt gesprochen. Das fand ich äußerst bemerkenswert!

Die ganze Welt unter einem Dach vereint – es kann funktionieren! Ein herrlicher Spaß, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Auch wenn man kein Sauerländer ist, so wie ich, so hat man wirklich verdammt viel Spaß damit. Das perfekte Geschenk!

Und wenn mir ein Hörbuch so gut gefällt, dann kommt es natürlich auf meine Bestenliste!

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es z. B. bei Amazon.

Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an FUEGO.

Simon Beckett – Totenfang

totenfangBeschreibung
Die Gezeiten spülen einen Toten auf eine schlammige Sandbank in den Backwaters, einem abgelegenen Mündungsgebiet in Essex. Die Wasserleiche ist stark verwest, Hände und Füße fehlen. Das Gesicht ist nicht mehr zu erkennen. Trotzdem glaubt die Polizei zu wissen, um wen es sich handelt: Ein junger Mann aus dem Ort ist seit Wochen verschwunden, alles deutet auf Selbstmord hin. Doch dem forensischen Anthropologen Dr. David Hunter kommen Zweifel, als am nächsten Tag ein Fuß geborgen wird. Denn dieser gehört zu einer anderen Leiche, da ist er sich sicher. Kurz darauf treibt ein weiterer Toter im Wasser…

Sprecher
Johannes Steck

Länge
15 h 47 m

Meine Meinung
David Hunter ist zurück. Der sympathische forensische Anthropologe wird zu einem Fall hinzugerufen, der sich in seinem schrecklichen Ausmaß erst nach und nach zu erkennen gibt. Die Story spielt in den Backwaters in England und ist durchweg von schlechtem Wetter und Kälte begleitet. Die Erkältung lässt auch nicht lange auf sich warten. David Hunter erleidet diese für Männer meist tödlich verlaufende Krankheit und macht sich große Sorgen um sein Wohlergehen. Doch er begegnet auch einer Frau, die ihn immer mehr fasziniert.

Den Mordfall, der sich zu einem viel größeren Fall entwickelte, als es zunächst den Anschein hatte, fand ich äußerst interessant. Viele verzwickte Situationen trafen hier aufeinander und führten zu einem grausigen Ausmaß an Verzweiflung, Angst und Wut.

Die Naturschilderungen der Gegend der Backwaters fand ich sehr interessant. Ich hatte von diesem Gebiet noch nie etwas gehört und lauschte sehr gespannt den Beschreibungen.

Totenfang empfand ich jetzt nicht als durchweg äußerst spannend. Es gibt zwar durchaus hier und da auch eine gehörige Portion an Spannung, besonders zum Schluss hin, doch insgesamt ist es eher eine ruhige Geschichte, die einen tiefen Einblick in die Gedanken Hunters wirft. Mir hat das sehr gut gefallen. Selbst sein Leiden und seine Erschöpfung aufgrund der Krankheit ließ mich eigentlich mehr schmunzeln, denn ihn allzu ernst zu nehmen. Amüsant wurde die Story dann, als sich Hunter verliebte. Erkältet und verliebt – was für eine Mischung.

Insgesamt war der Plot intelligent und verzwickt aufgebaut und erzählt. Immer mehr Puzzleteilchen (oder hier besser gesagt Leichenteile) setzten sich zu einem Gesamtbild zusammen, das ich anfangs so ganz sicher nicht erwartet hätte. Geschickt verknüpfte hier Simon Beckett selbst zunächst völlig unwichtig erscheinende Handlungsstränge  vom Anfang zu einem fest gezwirbelten  Strang am Ende zusammen. Das hat mich sehr beeindruckt.

Als klassischen spannenden Thriller würde ich die Geschichte nun nicht bezeichnen. Dazu fehlte mir etwas die Action, die Geschichte verlief recht ereignislos über weite Strecken.  Zwar fand ich diese Phasen nicht langweilig, aber ich würde es insgesamt doch eher einfach als einen Kriminalroman bezeichnen, der am Ende in einem straff gespannten Spannungsbogen gipfelt.

Johannes Steck als Sprecher fand ich klasse. Er passt einfach sehr gut zu solchen Geschichten.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Simon Beckett – Totenfang

Siehe auch:

Martin Suter – Der letzte Weynfeldt

Der letzte WeynfeldtBeschreibung
Adrian Weynfeldt, Mitte fünfzig, Junggeselle, großbürgerlicher Herkunft, Kunstexperte bei einem internationalen Auktionshaus, lebt in einer riesigen Wohnung im Stadtzentrum. Mit der Liebe hat er abgeschlossen. Bis ihn eines Abends eine jüngere Frau dazu bringt, sie – entgegen seinen Gepflogenheiten – mit nach Hause zu nehmen. Am nächsten Morgen steht sie außerhalb der Balkonbrüstung und droht zu springen. Adrian vermag sie davon abzuhalten, doch von nun an macht sie ihn für ihr Leben verantwortlich. Immer wieder nötigt sie ihn, sie aus ihren Schwierigkeiten zu befreien. Weynfeldts geregeltes Leben gerät aus den Fugen – bis er schließlich merkt, dass nichts ist, wie es scheint.

Sprecher
Gert Heidenreich

Länge
8 h 21 m

Meine Meinung
Dieses war nun das sechste Buch, das ich von Martin Suter gehört habe. Und wieder bin ich sehr fasziniert von seinem Schreibstil, von seiner gediegenen Art, Geschichten leise aber doch spannend zu erzählen. Ok, der Einstieg dauert hier etwas länger, aber wer Suter kennt weiß, dass es sich lohnt.

Adrian Weynfeldt ist sehr reich, hat ein weltmännisches aber sehr zurückhaltendes Auftreten und erkauft sich Freundschaften damit er nicht immer so alleine ist. Er ist pflichtbewusst und ein wahrer Kunstexperte.

In diesem Hörbuch geht es um ein ganz spezielles Gemälde. Da ich ein paar Wochen zuvor die Verfilmung des Buches gesehen hatte, hatte ich das Gemälde noch sehr gut vor Augen. Und hier muss ich sagen, rein von der Beschreibung hätte ich es mir wohl nicht so gut vorstellen können. Von daher war ich froh, dass ich den Film (der übrigens sehr gut verfilmt wurde) gesehen hatte.

Zurück zu Adrian. Sein Leben läuft sehr geordnet ab, wie auch er sehr geordnet ist. Es passiert nie etwas unvorhergesehenes. Bis zu diesem einen Abend in der Bar… als sich diese junge hübsche Frau zu ihm gesellt… und er sie mit nach Hause nimmt. Von da an wird sein Leben – sagen wir einmal – etwas überraschender und abwechslungsreicher.

Er hilft der Dame immer wieder gerne aus jeder Patsche heraus – immer dreht es sich dabei um Geld – er tut das ganz gentlemanlike. Bis er dann letztendlich… Nein. Stopp. Bis hierhin und nicht weiter.

Dieses Hörbuch ist für mich wieder ein echter Suter und somit natürlich empfehlenswert.

Was für das Duo Stephen King und David Nathan gilt, gilt auch für Martin Suter und Gert Heidenreich. Perfekter geht es nicht.

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Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Martin Suter – Der letzte Weynfeldt

Siehe auch: