Rebecca Gablé – Hiobs Brüder

Hiobs BrüderBeschreibung
England 1147: Eingesperrt in einer verfallenen Inselfestung, fristen sie ein menschenunwürdiges Dasein, weil sie nicht zu den Kindern Gottes zählen: Simon hat die Fallsucht. Edmund hält sich für einen toten Märtyrerkönig. Regy ist ein Mörder und so gefährlich, dass er an einer Kette gehalten werden muss. Losian hat sein Gedächtnis und seine Vergangenheit verloren.

Ausgerechnet Letzterem fällt die Führung dieser sonderbaren Gemeinschaft zu, als eine Laune der Natur ihnen den Weg in die Freiheit öffnet. Er bringt die kleine Schar zurück in die „wirkliche“ Welt, wo Hunger, Not und Rechtlosigkeit herrschen. Auf ihrer Reise gelangt er zu erschreckenden Erkenntnissen über den Mann, der er einmal war. Und gerade als er einer Frau begegnet, mit der ein Neuanfang möglich scheint, beginnt Losian zu ahnen, dass er die Schuld an dem furchtbaren Krieg trägt, der England zugrunde zu richten droht…

Rebecca Gablé schildert in „Hiobs Brüder“ große Emotionen und bewegende Schicksale vor historischer Kulisse. In der Hörbuchfassung wird das vom Bürgerkrieg geplagte mittelalterliche England durch die Lesung von Detlef Bierstedt wieder lebendig.

Wie kann man ohne Gedächtnis und mit Behinderung in einer Zeit voll Hunger, Not und Rechtlosigkeit überleben? „Hiobs Brüder“ erzählt von einer Gruppe, die ihren Weg in einer Welt sucht, die nicht für sie gemacht ist.

Detlef Biersted, bekannt als die deutsche Synchronstimme von George Clooney, ist die ideale Besetzung für dieses Hörbuch, da es ihm gelingt allen Charakteren einen hohen Wiedererkennungswert zu geben. Es zieht Sie direkt ins Geschehen, nicht zuletzt durch den Einsatz von Hintergrundgeräuschen wie Regen, Schlachtenlärm und mittelalterlicher Musik.

Sprecher
Detlef Bierstedt

Länge
14 h 41 m

Meine Meinung
Mit den Hiobs Brüdern habe ich mich echt schwer getan. Die Geschichte um die Protagonisten, die nicht so recht in die Welt passen in der sie leben, ist zwar durchweg interessant, manchmal auch spannend, aber trotzdem wollte bei mir der Funke nicht so recht überspringen. So kam es, dass ich immer wieder andere Hörbücher dazwischen schob, da ich kurzzeitig wieder das Interesse verloren hatte. Aber so ganz ließ mich die Geschichte dann doch nicht los, denn Stück für Stück hörte ich doch immer weiter. Heute habe ich es nun endlich beendet.

Insgesamt gesehen bin ich froh, dass ich es mir zu Ende angehört habe. Denn im Großen und Ganzen ist die Story gut. Doch so originell wie sie anfing, ging sie leider nicht weiter. Irgendwann wurde sie zu einer der „üblichen“ historischen englischen Geschichten, in der es um Macht, Besitz- und Reichtum geht. Trotz der ab und an eingestreuten außergewöhnlichen Episoden, blieb sie im weiteren Verlauf für meinen Geschmack einfach ein wenig blass.

Vermutlich muss man ein eingefleischter Gablé-Fan sein, um in völlige Begeisterung hierfür zu fallen. Detlef Bierstedt hat einen großen Teil dazu beigetragen, dass ich immer wieder ein Stück weiter hörte. Denn er machte einen wirklich guten Job.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Rebecca Gablé – Hiobs Brüder

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Jojo Moyes – Weit weg und ganz nah

BWeit weg und ganz naheschreibung
Einmal angenommen, dein Mann hat sich aus dem Staub gemacht. Du schaffst es kaum, deine Familie über Wasser zu halten. Deine hochbegabte Tochter bekommt eine einmalige Chance. Aber du bist zu arm, um ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Plötzlich liegt da ein Bündel Geldscheine. Du weißt, dass es falsch ist. Aber auf einen Schlag wäre dein Leben so viel einfacher.

Und einmal angenommen, du strandest mitten in der Nacht mit deinen Kindern am Straßenrand – und genau der Mann, dem das Geld gehört, bietet an, euch mitzunehmen. Würdest du einsteigen? Würdest du ihm irgendwann während eures verrückten Roadtrips gestehen, was du getan hast? Und kann das gutgehen, wenn du dich ausgerechnet in diesen Mann verliebst?

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Luise Helm

Länge
12 h 38 m

Meine Meinung
Vor knapp einem Jahr hörte ich „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes und war restlos begeistert. Somit war ich gespannt, was mich bei „Weit weg und ganz nah“ erwarten würde. Ich gebe zu, meine Erwartungen hoch, zu hoch, wie ich nun vermute.

Eine allein erziehende Mutter mit 2 Kindern und einem riesigen Hund, die Tag und Nacht arbeiten muss, damit sie überleben können. Ein stinkreicher Computerspezialist, dem es an nichts mangelt. Zwei Welten prallen aufeinander. Doch dann läuft einiges schief – bei beiden. Und sie treffen in dieser Situation aufeinander. So weit so gut. Doch mir persönlich war in diesem Buch von allem etwas zu viel. Zu viel Pech, zu viel Not, zu viel Leid und zu viel Liebe – eben von allem das Quäntchen zu viel, was es letztendlich zu einer Aneinanderreihung von Klischees anschwellen ließ. Schade.

Aber die Story ist keineswegs langweilig. Sie ist unterhaltsam und ich war natürlich gespannt, wie es ausgeht. Doch – wie konnte es auch anders sein – auch das Ende war natürlich in keinster Weise überraschend.

„Weit weg und ganz nah“ ist ein netter kleiner Roman, der mit keinen großen Überraschungen aufwartet aber doch recht unterhaltsam und kurzweilig ist. Aber an die Genialität von „Ein ganzes halbes Jahr“ reicht es lange nicht heran.

Luise Helm hat mir wieder sehr gefallen. Ihre Stimme fand ich sehr passend und ich mag ihre Art, wie sie Stimmungen rüber bringt.

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Weitere Informationen

Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Jojo Moyes – Weit weg und ganz nah

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Gudrun Pausewang – Kinderbesuch

Beschreibung
Herta und Kurt Köberle, beide Ende Fünfzig, sind zum ersten Mal aus Deutschland zu Besuch bei ihrer seit kurzem in Südamerika verheirateten Tochter. Unbeschwert geniessen sie den Luxus im Hause ihres reichen Schwiegersohns. Sie wundern sich zwar über die hohe Gartenmauer um das herrliche Anwesen im vornehmsten Viertel der Stadt, über die Glasscherben auf der Mauer, die Hunde im Zwinger und die eindringliche Warnung des Chauffeurs, niemanden in die Villa zu lassen, als das junge Ehepaar für ein paar Tage nach Florida reist und zufällig auch alle Hausangestellten übers Wochenende abwesend sind. Aber wie viele Europäer, die als Touristen in Länder der Dritten Welt kommen, sind auch die Köberles über die politischen und sozialen Strukturen, über den wachsenden Gegensatz von Arm und Reich nur unzulänglich informiert. Als Herta Köberle aus Mitleid ein bettelndes kleines Mädchen ins Haus lässt, bahnt sich die Katastrophe an . . .

Seiten
190

Kategorie
Roman

Meine Meinung
Ein klasse Buch, welches einem die abgrundtiefen Unterschiede zwischen Armut und Reichtum vor Augen führt und natürlich die Verbohrtheit der Reichen, die sich noch nie wirklich mit dem Thema Armut auseinander gesetzt haben.

Ich hatte diese grassen Unterschiede mit eigenen Augen sehen müssen, als ich vor ca. 12 Jahren auf Jamaika im Urlaub war. Wir waren in einem wunderschönen Hotel, sehr gepflegte Parkanlage drumherum – ein Traum von Karibik. Eben genau so, wie ich mir das auch immer vorgestellt hatte. Denn auch ich bin blindlings dahin gefahren, ohne mich vorher zu informieren. Bei unserem ersten abendlichen Ausflug ins „Städtchen“ war ich fassungslos, ob dieser Armut! Kleine Hütten mit Wellblechdach, keins größer als ca. 3 m². Und da „lebten“ ganze Familien drin, mit 5, 6 Kindern! Kein Strom, kein fließend Wasser. Gar nichts. Sie hatten einfach nichts! Aber sie waren sehr einfallsreich, wie sie Geld verdienen konnten. Viele angelten im Meer, viele machten mit irgendwelchen Gegenständen, die wir in D einfach weggeschmissen hätte, weil kaputt, die tollsten Kunststücke. Sehr beeindruckend fand ich das schon. Aber das darf natürlich nicht über das Leid hinwegtäuschen, wenn man morgens nicht weiß, ob man den Tag über etwas zu essen bekommen kann oder abends doch mit knurrendem Magen in die Hütte zurückkehren muss.

Wir waren 2 Wochen dort. Anfangs war es in der Hotelanlage ja wirklich schön. Viele Strandläufer kamen vorbei und verkauften Obst, natürlich völlig überteuert, aber ok, ich zahlte das gerne, ich wusste, davon werden nun einige Kinder satt. Allerdings ab der zweiten Woche durften die Strandläufer nichts mehr verkaufen, auf Kuba herrschte eine Bananenkrise, im Hotel gab es auch fast nichts mehr zu essen, Obst schon gar nicht. Und das Militär lief mit Maschinengewehr und Schlagstöcken bewaffnet am Strand zwischen den Liegen ihre Runden. Hier und da wurde einer nieder geknüppelt. Das war alles andere als schön! Und zu guter Letzt wurden dann auch noch unsere Zimmernachbarn komplett ausgeraubt, während sie in dem Zimmer waren schliefen!

Gut, das alles gehört natürlich nicht zum Buch, ich wollte damit einfach nur sagen, dass wir Europäer ja wirklich oft verdammt blind durch die Gegend laufen und auf verdammt hohem Niveau jammern. Und abwegig finde ich die Situation, die im Buch geschildert wird, nach meinen Erfahrungen ganz und gar nicht.

Doch, auch dieses Buch hat mich sehr beeindruckt.

Fazit: stars_5 absolut empfehlenswert

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