Lawrence Hill – Ich habe einen Namen

Ich habe einen NamenBeschreibung
Westafrika, Mitte des 18. Jahrhunderts. Die kleine Aminata lebt mit ihren Eltern in einer friedlichen Dorfgemeinschaft. Doch der Sklavenhandel blüht, auf den Plantagen der neuen Kolonien braucht man Arbeitskräfte, und die britischen Machthaber sind skrupellos.

Als Aminata elf Jahre alt ist, wird ihr Dorf überfallen und sie gefangengenommen. Auf einem Frachter bringt man sie mit vielen anderen Sklaven nach Amerika, wo sie an einen Großgrundbesitzer verkauft wird. Während der Wirren des Unabhängigkeitskriegs gelingt Aminata die Flucht.

Sie folgt ihrem Herzen zurück nach Afrika und von dort nach London, um für die Befreiung der Schwarzen zu kämpfen. Ihre Geschichte ist das eindrückliche Porträt einer unglaublich starken Frau, die es geschafft hat, schwierigste Bedingungen zu überleben und dabei anderen zu helfen. Es ist eine Geschichte, die man nicht wieder vergisst, voller Hoffnung und Zuversicht.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Gabriele Blum

Länge
15 h 55 m

Meine Meinung
Um was es in diesem eindrucksvollen Roman geht, wird bereits oben im Text beschrieben. Deshalb will ich dazu gar nicht mehr viel sagen. Die Person Aminata Diallo gab es nicht im reellen Leben, auch wenn sich die Geschichte anhört wie eine Biografie. Doch trotzdem beruht diese Geschichte auf wahren Geschehnissen, die von dem Autor Lawrence Hill sehr einfühlsam verarbeitet wurden. Als Hörerin wurde ich von der Story direkt gepackt, fühlte jede Minute mit Aminata mit, hatte Angst, hatte Wut, leistete Widerstand, lernte zu schweigen und zu rebellieren.

Aminata hat von ihrem Vater lesen und schreiben gelernt, spricht 2 Sprachen, was sie in ihrem weiteren Leben noch weiter ausweiten kann. Von ihrer Mutter lernte sie den Beruf der Hebamme. Diese beiden „Talente“ verhelfen ihr zu einem etwas besseren Leben, auch wenn es immer noch weit entfernt von selbsbestimmt und frei ist.

Aminatas unfreiwillige Reise bringt sie fort aus ihrem Heimatdorf in Guinea nach South-Carolina, über New York nach Nova Scotia, zurück nach Afrika und letztendlich nach England. Als freier Mensch schreibt sie dort ihre Biografie und unterstützt die Abolitionisten im Kampf um die Abschaffung der Sklaverei.

In diesem Buch hat mich vieles sehr beeindruckt. Zum einen natürlich die Protagonistin Aminata Diallo. Ihr Mut und ihre Willenskraft, ihre Stärke und ihr Kampfgeist haben mich wirklich sehr fasziniert. Und oft dachte ich mir, dass ich diesen Mut vermutlich nie aufgebracht hätte. Aber auch viele andere Personen begeisterten mich. Überhaupt hat der Autor sehr viel Augenmerk auf die Personenbeschreibung gelegt. Und auch die Umstände, in denen sie leben mussten, wurden sehr bildlich dargestellt, so dass man durchaus von Kopfkino sprechen kann.

Sehr beeindruckend fand ich auch die genaue Erklärung, wie Indigo hergestellt wird. Denn Aminata arbeitete lange auf einer Indigo-Plantage und wurde zur wahren Expertin.

Rein historisch gesehen bietet dieser Roman viele Details, die nicht so weitläufig bekannt sind.

Die Sprecherin Gabriele Blum liebe ich! Sie hat eine sehr klare und deutliche, angenehme Stimme. Ich mag ihren Stil, Texte zu vertonen, sehr. Und hier passte sie ganz hervorragend zu der Erzählerin Aminata Diallo.

Und bei so viel Begeisterung kommt dieses Hörbuch natürlich auf meine Bestenliste.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Lawrence Hill – Ich habe einen Namen

Auch interessant
Da wir ja gerne in dem Glauben leben, Sklaverei gäbe es nicht mehr, sollte man sich einmal z. B. diese Seite anschauen: „How many slaves work for me“

Mini-Serie: The Book of Negroes
Bei meinen Nachforschungen zu dem Buch bin ich unter anderem auf die Mini-Serie: „The Book of Negroes“ gestoßen, wie das Buch im Original heißt. Sie besteht aus 6 Folgen. Da mir das Hörbuch so gut gefiel, kaufte ich mir die Serie auf DVD.

Die erste Folge ist genau wie im Buch, der Rest wird dann etwas verändert. Wie in dem „Making of“ zu erfahren ist, war dies notwendig, da eine Mini-Serie anders funktioniert, als ein Buch. Ich fand das zunächst sehr schade, aber die Erklärung leuchtete mir dann doch ein.

Insgesamt gesehen, fand ich diese Mini-Serie ziemlich gut. Hätte ich das Buch zuvor nicht gehört, hätte sie mich wohl sehr beeindruckt. Andererseits wäre ich ohne das Buch vermutlich nie auf diese Serie gestoßen.

Siehe auch:

Mikael Niemi – Die Flutwelle

Die FlutwelleBeschreibung
Wie würdest du dich verhalten? Hoch oben im Norden Schwedens regnet es schon fast den ganzen Herbst. Und dann zeigen sich im obersten Staudamm des Lule älv tatsächlich Risse. Keiner kann sich vorstellen, dass er brechen könnte. Doch dann geschieht genau das – die Katastrophe nimmt ihren Lauf. Inmitten des Infernos eine Gruppe von Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Der Hubschrauberpilot, der kurz vor einem Selbstmord stand. Die Künstlerin, die mit ihrer Malgruppe in den Wäldern umherstreift. Die Schwangere, die an einen Schornstein geklammert um ihr Überleben kämpft und von einem anderen Schiffbrüchigen ins Boot gezerrt wird. Zwei Ingenieurinnen, die schon lange vor der Gefahr gewarnt haben. Sie alle kämpfen nicht nur ums Überleben, sondern auch um ihre eigene Menschlichkeit…

Zum Autor: Mikael Niemi, Jahrgang 1959, wuchs im hohen Norden Schwedens in Pajala auf, wo er heute noch lebt. Im Jahr 2000 erschien sein erster Roman „Populärmusik aus Vittula“, für den er den renommiertesten Literaturpreis seines Landes, den Augustpreis, bekam. Das Buch stand monatelang auf Platz 1 der Bestsellerliste, wurde in 24 Sprachen übersetzt und ebenso erfolgreich verfilmt.

Sprecher
Gerd Köster

Länge
9 h 22 m

Meine Meinung
Als erstes möchte ich hier ein dickes DANKE an Audible aussprechen! Danke, dass ihr endlich den Slogan geändert habt!

Dieses Hörbuch kaufte ich  mir, da ich Storys um Wasserkraft/-gewalt liebe! Das hat für mich etwas übermächtiges, unbezwingbares. Und so war es auch. Der Damm bricht und der Fluss wird zu einer riesigen Flutwelle, die gnadenlos alles mit sich reißt, was sich in der Nähe befindet. Ich fand das sehr gut beschrieben, wie sich die Flutwelle erbarmungslos durchs Tal frisst und nichts dabei stehen lässt.

In dieser Story werden Einzelschicksale beleuchtet. Die einzelnen Charaktere – sie sind wirklich  äußerst unterschiedlich – werden sehr gut ausgearbeitet. Nur leider fand ich nur wenige, die mir einigermaßen sympathisch gewesen wären. Für mich ist das immer etwas schwierig, die Story wirklich gut zu finden, wenn ich fast keine Person habe, mit der ich von Herzen mitfiebern kann. Mir kamen die meisten Protagonisten sehr befremdlich vor, einen äußerst üblen Gesellen gab es natürlich auch. Hier wurden sehr viele menschliche/seelische Abgründe aufgezeigt, die sich selbst im Angesicht des Todes nicht anders verhielten, als sonst auch. Man lebt weiter in Neid und Hass – kann anscheinend nicht aus seiner Haut heraus. Wobei es hier auch keiner wirklich versuchte.

Ich fragte mich dann des öfteren, wie würde ich mich denn in solch einer Situation verhalten? Wäre ich genauso abgebrüht und herzlos? Hm, ich kann es mir nicht vorstellen, aber ich war auch noch nie in solch einer Lage. Somit kann ich das natürlich nicht beurteilen. Die ganze Story hinterlässt einen äußerst düsteren Blick auf die Menschheit.

Mir hat die Spannung der Geschichte recht gut gefallen, denn langweilig war sie nun wirklich nicht. Ich stand die gesamte Zeit „unter Strom“. Nur insgesamt konnte mich die Story nicht wirklich faszinieren, das sie mir einfach zu düster war.

Gerd Köster als Sprecher fand ich gut.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Mikael Niemi – Die Flutwelle