Robert Seethaler – Das Feld

Beschreibung
Was bleibt von einem Leben? Wenn die Toten auf ihr Leben zurückblicken könnten, wovon würden sie erzählen? Einer wurde geboren, verfiel dem Glücksspiel und starb. Einer hat ganz am Ende verstanden, in welchem Moment sich sein Leben entschied. Und eine hatte viele Männer, doch nur einen hat sie geliebt. Sie weiß nicht warum – und gerade das ist ihr größtes Glück.

In Robert Seethalers neuem Roman geht es geht um das, was sich nicht fassen lässt. Es ist ein Hörbuch der Menschenleben, jedes ganz anders, jedes mit anderen verbunden. Sie fügen sich zum Roman einer kleinen Stadt und zu einem Bild menschlicher Koexistenz.

Sprecher
Robert Seethaler

Länge
5 h 21 m

Meine Meinung
Dieses Buch ist ganz anders, als die zwei anderen, die ich bisher von Robert Seethaler gehört habe. Hier erzählt er nicht eine Geschichte mit einem Protagnisten, sondern hier lauscht man verschiedenen Menschen, die alle schon verstorben sind und die aus ihrem und über ihr Leben erzählen. Alle stammen aus dem gleichen Ort, der rote Faden spannt ein alter Mann, der auf dem Friedhof, dem sogenannten Feld, sitzt und seine Gedanken schweifen lässt. Hier schließt sich dann auch wieder der Kreis.

Mir hat diese eigentümliche Art der Erzählung sehr gut gefallen. Die Charaktere waren alle sehr unterschiedlich. Sehr schön fand ich die Verknüpfungen zwischen den einzelnen Personen, die sich nach und nach heraus kristallisierten.

Wenn mir auch „Der Trafikant“ und „Ein ganzes Leben“ besser gefallen haben, so ist auch dieses Hörbuch durchaus hörenswert. Eigentlich kann man es mit den anderen beiden auch gar nicht vergleichen, da es einen völlig anderen Erzählstil und Aufbau hat.

Ich habe es jedenfalls nicht bereut, mir auch dieses Werk von Seethaler angehört zu haben. Es ist natürlich kein heiteres Buch. Immerhin hören wir hier nur Toten zu und doch gibt es interessante Einblicke in völlig verschiedene Lebensentwürfe.

Meist bin ich ja skeptisch, wenn der Autor selbst liest. Aber Robert Seethaler höre ich sehr gerne zu.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Robert Seethaler – Das Feld

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Robert Seethaler – Ein ganzes Leben

Ein ganzes LebenBeschreibung
Robert Seethaler erzählt von dem Seilbahnarbeiter Andreas Egger, über den die Zeit hinweggeht, dem Unglück und Glück widerfährt und der am Ende staunend auf die Jahre blickt, die hinter ihm liegen. Es ist eine einfache und tief bewegende Geschichte. Die Geschichte eines ganzen Lebens.

Als Andreas Egger in das Tal kommt, in dem er sein Leben verbringen wird, ist er vier Jahre alt, ungefähr – so genau weiß das keiner. Der Bauer Kranzstocker nimmt ihn widerwillig bei sich auf, als junger Mann schließt er sich einem Arbeitstrupp an, der eine der ersten Bergbahnen baut. Dann kommt der Tag, an dem Egger zum ersten Mal vor Marie steht, der Liebe seines Lebens.

Sprecher
Ulrich Matthes

Länge
3 h 50 m

Meine Meinung
Robert Seethaler kann wunderbar erzählen. In „Ein ganzes Leben“ beschreibt er das Leben Andreas Eggers, dem nichts im Leben leicht gemacht wurde. Als kleiner Junge wurde er von seinem Ziehvater als Arbeitstier eingesetzt, nicht erzogen. Als Jugendlicher traut er sich zum ersten Mal, sich gegen ihn aufzulehnen. Fortan ist er auf sich alleine gestellt. Er findet Anstellung bei dem ersten Seilbahnunternehmen, das sich in dem Dorf niedergelassen hat. Die Arbeit, die kaum härter hätte sein können, macht ihm Spaß – er ist zufrieden. Dann verliebt er sich in Marie. Mit Hilfe seiner Arbeitskollegen macht er ihr einen ganz besonderen Heiratsantrag. Wie sein Leben weiter verläuft, will ich hier nicht verraten. Will ja keinem die gute Unterhaltung rauben.

Robert Seethaler verseht es wunderbar, Geschichten zu erzählen, die einem tief unter die Haut gehen. Man spürt förmlich die eisigen Schneeflocken, die Egger ins Gesicht prasseln und auch die Schwielen an den Händen vermag man selbst zu empfinden. Er erzählt eindringlich und derart bildlich, dass man seine Geschichten so schnell nicht wieder vergisst. Was natürlich auch daran liegt, dass Seethalers Geschichten so außergewöhnlich sind, dass sie sich von anderen deutlich abheben.

Ulrich Matthes als Sprecher passte auch sehr gut. Obwohl mir Seethaler als Sprecher vermutlich noch besser gefallen hätte. Denn in „Der Trafikant“ hat er bewiesen, dass er nicht nur wunderbare Geschichten schreiben, sondern sie auch sehr gut vorlesen kann.

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Weitere Informationen
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Robert Seethaler – Der Trafikant

Der TrafikantBeschreibung
Österreich 1937: Der 17-jährige Franz Huchel verlässt sein Heimatdorf, um in Wien als Lehrling in einer Trafik – einem Tabak- und Zeitungsgeschäft – sein Glück zu suchen. Dort begegnet er dem Stammkunden Sigmund Freud und ist sofort fasziniert von dessen Ausstrahlung. Als sich Franz kurz darauf Hals über Kopf in die Varietétänzerin Anezka verliebt und in eine tiefe Verunsicherung stürzt, sucht er bei Professor Freud Rat.

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Sprecher
Robert Seethaler

Länge
6 h 22 m

Meine Meinung
Dieses Hörbuch gehört für mich in die Kategorie: Du brauchst sechseinhalb Stunden am Stück Zeit, denn du wirst es nicht mehr aus den Ohren nehmen wollen. Nicht weil es so außergewöhnlich ist, sondern vielmehr weil es – trotz der schrecklichen Zeit, in der es spielt – so herzlich, so humorvoll und berührend daherkommt.

Ich will von dieser kurzen Geschichte nicht allzu viel verraten. Nur soviel: Franz ist ein junger Mann, der das Leben noch nicht kennt, den seine erste Erfahrung mit einer Frau in eine völlige Verwirrung versetzt und der die Nazis ganz und gar nicht verstehen kann und auch nicht will.

Die Geschichte wird aus der Sicht des Franz erzählt, der die Welt um sich herum beobachtet und sie immer weniger versteht und der immer wieder das Gespräch mit Prof. Freud sucht. Doch bald scheint es Franz, dass sein ganzes Leben aus Abschied nehmen besteht.

„Der Trafikant“ ist für mich ein kleines Juwel in der Literatur. Es ist wunderbar geschrieben und beschreibt die Anfänge des 2. Weltkrieges durch die Augen des noch sehr jungen Franz, der eine ganz andere Erwartung an sein Leben hatte.

Dass Robert Seethaler die Geschichte selbst liest, hat mir sehr gut gefallen, da es durch die Wiener Aussprache sehr authentisch daherkommt. Zwar sind Autorenlesungen nicht immer die beste Wahl, aber hier hat es mir sehr gut gefallen. Seethaler kann nicht nur schreiben, er kann auch sehr gut vortragen.

Dieses Hörbuch kommt auf meine Bestenliste.

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Weitere Informationen
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