Theresa Hannig – Die Unvollkommenen

Beschreibung
Deutschland, 2057: Als die Systemkritikerin Lila im Gefängnis aus einem künstlichen Koma erwacht, stellt sie fest, dass ihr schlimmster Albtraum wahr geworden ist: Deutschland wird von einer KI regiert. Samson Freitag wird als eine Art Gottkönig verehrt und erpresst von den Bürgern optimalkonformes Verhalten.

Für Lila steht fest, dass sie die Herrschaft der Roboter und die Entmündigung der Menschen beenden muss. Ihr gelingt die Flucht aus dem Hochsicherheitsgefängnis, doch Samson spürt sie auf und bietet ihr einen Deal an, den Lila nicht ausschlagen kann…

Sprecher
Richard Barenberg

Länge
11 h 11 m

Meine Meinung
Dies ist die Fortsetzung von „Die Optimierer“. Es ist ein absolut würdiger Nachfolger wie ich meine. Werden in „Die Optimierer“ noch die Anfänge der immer mehr von Computern und Robotern übernommenen Gesellschaft erzählt, so sind wir hier schon mitten in einer Welt, in der Roboter für ihre Rechte kämpfen, die Bevölkerung nicht mehr nur aus Menschen sondern zunehmend auch aus Robotern besteht und der oberste Chef der Bundesrepublik Europa eine KI ist. Doch eine KI mit einem ganz besonderen Persönlichkeitsprofil, welches von einem verstorbenen Menschen „übernommen“ wurde – Samson Freitag.

Sehr genau wird in diesem Teil beschrieben, welche Auswirkungen die neuen Technologien auf die Menschheit heit. Sehr intensiv wird natürlich auch durchleuchtet, welche Folgen es für Menschen hat, die nicht systemkonform denken und handeln. So gibt es z. B. die „Verwahrung“. Hier wird man kurzerhand ins Koma versetzt und wird erst nach der verbüßten Strafe wieder aufgeweckt. Und schwupps sind 5 Jahre deines Lebens einfach weg. Je nach Strafmaß ist es damit aber noch nicht gut. So bei Lila. Sie kommt im Anschluß an die „Verwahrung“ ins „Internat“. Hier hat man zwar recht viele Freiheiten, doch trotzdem ist man gefangen. Gefangen in einem System, das alles darauf abzielt, dass die Insassen fett und träge werden. Es gibt die besten Schlemmereien, alles umsonst. Eigentlich wird man von früh bis spät gemästet. Sportliche Betätigungen – und sei es nur rennen – sind strengstens untersagt und werden direkt unterbunden. Und immer lauert über einem das Damoklesschwert der unfreiwilligen Rückkehr in die Verwahrung.

Auch wird hier sehr deutlich dargestellt, wie es ist, in einer Gesellschaft zu leben, in der man nicht weiß, wem man trauen kann und wem nicht, wer Freund und wer Feind ist.

Die Protagonistin Lila wurde hier sehr lebensecht beschrieben. Sie ist wütend, sie will immer noch ihr Ziel des Widerstands verfolgen und vertraut einem Mann, der ebenfalls im Internat einsitzt. Beiden gelingt die Flucht. Kaum in der „Freiheit“ angekommen, muss Lila feststellen, dass ihre vermeintliche Freiheit leider doch keine ist.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Theresa Hannig – Die Unvollkommenen

Siehe auch:

Theresa Hannig – Die Optimierer

Beschreibung
MEHRFACH PREISGEKRÖNT! Ausgezeichnet mit dem Stefan-Lübbe-Preis 2016 und dem Seraph 2018 für das beste Debüt.

Im Jahr 2052 hat sich die Bundesrepublik Europa vom Rest der Welt abgeschottet. Hochentwickelte Roboter sorgen für Wohlstand und Sicherheit in der sogenannten Optimalwohlökonomie. Hier werden alle Bürger von der Agentur für Lebensberatung rund um die Uhr überwacht, um für jeden Einzelnen den perfekten Platz in der Gesellschaft zu finden.

Samson Freitag ist Lebensberater im Staatsdienst und ein glühender Verfechter des Systems. Doch als er kurz vor seiner Beförderung beschuldigt wird, eine falsche Beratung erteilt zu haben, gerät er in einen Abwärtsstrudel, dem er nicht mehr entkommen kann. Das System legt alles daran, ihn zu optimieren… ob er will oder nicht.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Richard Barenberg

Länge
9 h 12 m

Meine Meinung
Was für eine Geschichte! Solche Stories liebe ich, die in nicht all zu ferner Zukunft spielen und die eine Welt beschreiben, die nicht völlig unvorstellbar ist, nein, die im Gegenteil durchaus vorstellbar für unsere nahe Zukunft erscheint.

Hier werden auf geniale Weise möglichen Folgen der vielen kleinen Veränderungen der Computerüberwachung und der vollständigen Durchsichtigkeit des Privatlebens in einer Lebensvision beschrieben, wie es gar nicht mal so abwegig ist. Denn ich habe gehört, dass es z. B. in China durchaus schon die Bewertungen mit einem Punkteranking der Bürger gibt.

Sehr schön werden hier die verschiedenen Lebensansichten dargestellt und durchleuchtet. Samson Freitag z. B. ist ein totaler Fan dieser neuen Optimalwohlökonomie. Seine Eltern dagegen sind strikte Gegner dieses Systems. Dies bringt natürlich einige Streitigkeiten mit sich. Sehr gut fand ich auch, wie sich die verschiedenen Bekannten-/Verwandtenbeziehungen auf das eigene Ranking auswirken können. In solch einer Gesellschaft sollte man sich seine Freunde und  ja auch seine Verwandten sehr genau aussuchen. Was in letzterem Fall ja nun unmöglich ist. Mitgefangen, mitgehangen.

„Jeder an seinem Platz“ so der Leitspruch der Gesellschaft. Eigentlich ein netter Gedanke. Jeder soll die Arbeit verrichten, die ihm am meisten Freude bereitet und die er am besten kann. Doch selbst wenn man nichts besonders gut kann oder keine großen Interessen an einem Thema hat, so wird man nicht als Arbeitsloser geächtet. Nein, man muss dann einfach die nächsten Jahre nicht arbeiten. Für die einen eine traumhafte Vorstellung, für die anderen ein Albtraum. Natürlich ist dies alles nur durch die Einführung des BGE, also des Bedingungslosen Grundeinkommens, möglich. Und dies wiederum nur, wenn es viele Roboter gibt, die viele Arbeiten verrichten.

Mir hat diese Art der Zukunftsvision äußerst gut gefallen. Für einen Teil der Menschheit mag sie passend und stimmig sein, doch es gibt eben immer auch die Umkehrseite.

Und das beste an der ganzen Story war dann auch noch der Schluss. Da habe ich trotz allen Vorahnens dann leicht gestaunt.

Richard Barenberg fand ich hier wieder ganz hervorragend.

Und wenn ich von einer Story so hin und weg bin, dann kommt sie natürlich auf meine Bestenliste.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Theresa Hannig – Die Optimierer

Siehe auch:

Marc Goodman – Global Hack

Global Hack

Hacker, die Banken ausspähen. Cyber-Terroristen, die Atomkraftwerke kapern. Geheimdienste, die unsere Handys knacken

Beschreibung
Das Internet als Ort friedlicher Begegnung? Das war einmal. Längst haben global agierende Cyberkriminelle das Netz unterwandert. Sie planen Entführungen, plündern Konten und kapern Atomkraftwerke. Marc Goodman arbeitet für das FBI und ist einer der profiliertesten Experten zu Fragen der Internetsicherheit. In seinem Hörbuch beweist er: Wir haben es immer öfter mit bestens ausgebildeten „Elite-Kriminellen“ zu tun, die neben Terrororganisationen, Geheimdiensten und ausländischen Regierungen mitmischen beim globalen Daten-Monopoly. Sie bereichern sich auf Kosten anderer oder nutzen das Web, um Anschläge zu begehen. Das Internet wendet sich gegen uns. Es wird Zeit, dass wir aufwachen.

Sprecher
Frank Arnold

Länge
23 h 01 m

Meine Meinung
Es kann einem angst und bange werden, wenn man dieses Hörbuch hört. Denn hier wird gnadenlos beschrieben, was durch die unbedachte Nutzung des Internets alles an Übeltaten möglich ist und was auch durchaus praktiziert wird.

Ich denke, jedem ist klar, dass man heutzutage vorsichtig sein muss, wenn man sich im Internet bewegt. Doch dieses Ausmaß an Boshaftigkeit hatte ich nun nicht erwartet. Marc Goodman beschreibt sehr detailliert, was alles möglich ist. Doch dies stellt er nicht einfach als Aussage in den Raum, nein, er gibt auch konkrete Beispiele von Fällen, die bereits geschehen sind. Ich staunte nicht selten. Die Boshaftigkeit mancher Menschen kennt wahrlich keine Grenzen. Das wird einem bei der Lektüre dieses Hörbuches nochmals richtig bewusst.

Dass das Hacken des Bordcomputers eines Autos, um den Insassen zu entführen, ohne dass dieser etwas dagegen tun, da noch die „harmlose“ Variante eines Angriffs darstellt, wird spätestens dann klar, wenn Goodman im weiteren Verlauf erzählt, dass auch Atomkraftwerke leicht gehackt werden können und auch schon wurden. Wie eingangs bereits erwähnt, es kann einem angst und bange werden.

Ich könnte hier endlos Beispiele aufführen, die mich wirklich zum Staunen und Erschauern brachten. Doch genau das will dieses Buch auch erreichen. Endlich mal die Menschheit aufrütteln, damit wir nicht mehr so arglos und gutgläubig durchs Internet spazieren. Und auch der immer wieder gerne verwendete Spruch: „Ich habe nichts zu verbergen“ wird hier mal kräftig durchleuchtet und sollte auch dem letzten, der so denkt, die Augen öffnen.

Sehr schön fand ich auch die immer wieder eingefügten Passagen mit den AGBs… „Sie haben diesen ja schließlich zugestimmt“.

Dieses Hörbuch kann ich nur jedem empfehlen. Denn selbst wenn man nicht viel im Internet unterwegs ist, so hat man doch ein Handy. Und falls nicht, dann hat man ein Auto und falls auch das nicht, dann tut es auch das Fernsehgerät oder das Bankkonto. Alles kann heutzutage gehackt und somit gegen einen verwendet werden.

Frank Arnold ist bei Sachbüchern mein Lieblingssprecher. Und auch hier hat er mich wieder auf ganzer Linie begeistert.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es u. a. bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Marc Goodman – Global Hack: Hacker, die Banken ausspähen. Cyber-Terroristen, die Atomkraftwerke kapern. Geheimdienste, die unsere Handys knacken 

Ramez Naam – Nexus: Das Internet im Kopf

NexusBeschreibung
Die Nano-Droge ermöglicht es einem, sich mental mit anderen Menschen und mit den Datenströmen des Internets zu verbinden. Der US-Behörde ERD ist Nexus jedoch ein Dorn im Auge.Sie zwingen den jungen Programmierer Kaden Lane, einen der Miterfinder von Nexus, sich bei einer skrupellosen chinesischen Wissenschaftlerin einzuschleusen. Sie plant, die gesamte Menschheit zu unterwerfen. Doch auch die Behörden gehen für Nexus über Leichen.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
15 h 09 m

Meine Meinung
„Nexus“, so wird die Nano-Droge genannt, mit der man sich u. a. mental mit anderen Menschen unterhalten kann. Tolle Zukunftsvision oder Horrorszenario? Nun, ich denke, es ist ein wenig von beidem. Jedenfalls finde ich die Vorstellung grandios – solange Nexus „richtig“ eingesetzt wird. Doch wie mit allen großen Erfindungen, birgt es natürlich auch Gefahren, wenn die Erfindung z. B. zur Machterhaltung oder zu Kriegszwecken eingesetzt wird.

Ramez Naam hat sich mit „Nexus“ eine tolle Story einfallen lassen, die eben diese Gratwanderung zwischen Gut und Böse beschreibt. In diesem Szenario wurde Nexus entwickelt, um Patienten die z. B. einen Arm verloren hatten und die nun mit einer Prothese versorgt wurden, lebensechte Bewegungsabläufe mittels Gedanken zu ermöglichen. Dass sie nicht nur einen Gegenstand greifen, sondern auch kleine, filigrane Arbeiten damit verrichten konnten. Eben Feinmotorik statt nur Grobmotorik. Doch die Regierungen sahen auch direkt ihre Chancen, was sie mit Nexus alles anstellen könnten. Nämlich das Volk komplett zu manipulieren und zu unterwerfen. Borg-ähnliche Zustände mit kollektivem Bewusstsein. Das kann gut sein, das kann übelst sein – je nach dem, wer die Führung hat.

Naam hat dies in eine spannende Geschichte gepackt, in der es an Kampfszenen nicht mangelt. Leider waren diese Kampfszenen zu oft, zu detailliert und zu lange für meinen Geschmack. Kürzere Beschreibungen hätten mir da vollkommen ausgereicht. Doch sonst war die Story wirklich irre spannend und sehr nahe an einer vorstellbaren Zukunft. Denn so abwegig ist diese Idee ganz und gar nicht mehr.

In dem äußerst interessanten Nachwort erklärt Ramez Naam, wie er zu der Idee von Nexus kam – auf welchen heute bereits vorhandenen Technologien er aufgesetzt hat. So wurde z. B. auch das Cochlear Implantat erwähnt und erklärt, welches meine Nichte z. B. hat. Sie wurde mit an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit geboren. Mit knapp zwei Jahren hat sie das erste CI (kurz für Cochlear Implantat) bekommen, mit sechs Jahren das zweite. Dank dieser Implantate kann sie hören und sprechen. Gäbe es diese Technologie nicht, könnte sie nichts hören und wir könnten nur mittels Gebärdensprache mit ihr kommunizieren. Gerade heute Abend ist sie auf einem Musikfestival. Das wäre sie als taubes Mädchen sicherlich nicht.

Kurzum, Nexus ist ein geniales, äußerst interessantes Zukunftsszenario, das zwar meiner Meinung nach einige Längen (siehe Kampfszenen) hat, dafür aber mit vielen glaubhaften und vorstellbaren Ideen brilliert.

Warum im Titel allerdings der Zusatz „Das Internet im Kopf“ zu finden ist, leuchtet mir nicht ganz ein. Denn damit hat es nicht sonderlich viel zu tun. Vermutlich steht das da nur, um die Leser/Hörer zu locken.

Uve Teschner bei diesem Hörbuch als Sprecher einzusetzen, war natürlich ebenfalls eine sehr gute Entscheidung. Er war mal wieder perfekt in seiner Rolle.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Ramez Naam – Nexus: Das Internet im Kopf

Siehe auch: