Dolores Redondo – Alles was ich dir geben will

Beschreibung
Wie weit geht eine Familie, um ihr Ansehen zu retten?

Als der Schriftsteller Manuel Ortigosa erfährt, dass sein Mann Álvaro bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, eilt er sofort nach Galicien. Die dortige Polizei ist auffallend schnell dabei, die Akte zu schließen. Manuel muss feststellen, dass Álvaro ihn seit Jahren getäuscht und ein Doppelleben geführt hat. Doch was suchte Álvaro in jener Nacht auf einer einsamen Landstraße? Zusammen mit einem eigensinnigen Polizisten der Guardia Civil und Álvaros Beichtvater stellt Manuel Nachforschungen an. Die führen ihn in eine Welt voller eigenwilliger Traditionen – und in die Abgründe einer Familie, die für ihr Ansehen über Leichen geht.

Sprecher
Matthias Koeberlin

Länge
18 h 11 m

Meine Meinung
Dieser Krimi findet sich in der Rubrik Krimi wieder. Ja, es ist wohl ein Krimi, allerdings bekommt man hier sehr viel Story und wenig Krimi. Was aber nicht negativ gemeint ist. Mir hat der Aufbau der Geschichte sehr gut gefallen, wenn es auch manchmal etwas arg langsam voran geht. Doch man soll sich für ein Buch ja bekanntlich Zeit lassen. So what.
Die Tatsachen, die immer  – wie soll ich sagen – „erstaunlicher“ wurden, zeigten sich nur langsam bis man am Ende das gesamte Puzzle zusammensetzen konnte. Und das Ergebnis hätte ich am Anfang nie und nimmer vermutet.
Die Beschreibung der Personen hat mir sehr gut gefallen. Sie waren etwas anders als in den meisten Krimis. Was aber vielleicht auch an ihrer Nationalität lag. Ich fand sie jedenfalls sehr glaubwürdig dargestellt, da ihre Reaktionen sehr menschlich und meist nachvollziehbar waren.
Matthias Koeberlin als Sprecher fand ich für diese Story passend. Er ist ja eher der zurückhaltende Sprechertyp, was hier genau richtig war.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Dolores Redondo – Alles was ich dir geben will

Kristina Ohlsson – Sündengräber (Frederika Bergmann 6)

Beschreibung
Das große Finale für Alex Recht und Fredrika Bergman!

Ein Mann wird in seinem Sessel erschossen aufgefunden – mit dem Ehering seiner Tochter am Finger. Ein Bestatter sucht verzweifelt nach seinem verschwundenen Bruder. Eine Frau kämpft darum, die Kontrolle über ihr Leben zu behalten, während ihr Mann von Tag zu Tag gefährlicher wird… Fredrika Bergman und Alex Recht erkennen einen Zusammenhang zwischen diesen Fällen. Sie begeben sich auf eine Spurensuche, die in die Vergangenheit führt – zu Sünden, die längst begraben schienen, und doch tödlicher denn je sind.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
11 h 57 m

Meine Meinung
Das Finale der Frederik-Bergmann-Reihe fand ich mächtig nervenaufreibend! Anfangs fand ich die vielen Namen zwar ziemlich verwirrend, doch im Verlauf der Story konnte ich dann alle zuordnen, ohne nochmals von vorne beginnen zu müssen. Aber man sollte schon sehr aufpassen. Denn hier gibt es wirklich viele Beteiligte – und viele Tote! Und ständig hatte ich Angst, dass es noch mehr werden würden.

Währenddessen tappten Alex und Frederika ziemlich lange im Dunkeln . Natürlich war man auch als Hörer ebenfalls völlig ratlos, wer denn hier sein Unwesen treibt und sich scheinbar wahllos Opfer aussucht, die er umbringt.

Schön fand ich auch die Fährte, die in eine völlig falsche Richtung gelegt wurde. Das erhöhte nochmals meinen Adrenalinspiegel und brachte noch mehr Aufregung in den ganzen rätselhaften Fall.

Mir haben die beiden Protagonisten Alex und Frederika natürlich wieder sehr gut gefallen. Ich fand, Kristina Ohlsson hat überhaupt die mitwirkenden Personen wieder sehr gut dargestellt – sehr menschlich und glaubwürdig. Den Fall an sich fand ich auch äußerst interessant. Anfangs zwar etwas schleppend, doch es wurde immer spannender, so dass mein Abend später endete, als er eigentlich sollte.

Das Ende – ja das Ende. Eigentlich will ich dazu gar nichts schreiben. Denn da würde ich Gefahr laufen, etwas zu verraten. Und das will ich auf keinen Fall.

Nervenaufreibend fand ich auch Uve Teschner. Nicht durchgehend, das sicherlich nicht. Aber wenn er anfängt zu schreien, könnte ich mittlerweile echt wahnsinnig werden. Ich kenne kaum eine Stimme, die mir unangenehmer in den Ohren schrillt, als Teschner wenn er schreit. Aber damit scheine ich ja alleine auf weiter Flur zu stehen. Doch bei mir geht es mittlerweile echt soweit, dass ich mir zweimal überlege, ob ich ein Hörbuch, welches er spricht, überhaupt hören will.

Weitere Informationen
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Siehe auch: 

Frederik-Bergmann-Reihe:

Matin-Benner-Reihe (zweiteilige Serie):

Candice Fox – Crimson Lake

Beschreibung
Sechs Minuten, für die er kein Alibi hat – mehr braucht es nicht, um das Leben von Detective Ted Conkaffey vollständig zu ruinieren. Die Anklage gegen ihn wegen Vergewaltigung der dreizehnjährigen Claire wird zwar fallengelassen, doch alle Welt glaubt zu wissen, dass er schuldig ist.

Um der gesellschaftlichen Ächtung zu entgehen, zieht sich der Ex-Cop nach Crimson Lake im Norden Australiens zurück und trifft dort auf Amanda Pharrell. Auch diese saß wegen eines angeblichen Verbrechens im Gefängnis. Nun tun sich die beiden Außenseiter zusammen und arbeiten als Privatdetektive. Doch ihre Vergangenheit holt sie wieder ein.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
10 h 17 m

Meine Meinung
Diesen Thriller fand ich außergewöhnlich ruhig und trotzdem äußerst spannend. Denn einen großen Teil der Spannung machen hier die Charaktere an sich aus. Zwei Personen, die in keine Schublade passen – zumindest von Amanda kann man das ganz und gar nicht behaupten. Sie ist wirklich sehr speziell. Doch auch Ted ist nicht gerade ein 08/15-Charakter. Sein bester Freund: Eine Graugans mit Nachwuchs. Sein Leben wurde innerhalb von 6 Minuten komplett zerstört. 6 Minuten, in denen er nicht nachweisen kann, wo er war. Er wird zwar freigesprochen, doch wenn die Gesellschaft einen erst einmal verurteilt hat, dann bleibt das haften – egal wie das Gericht entscheidet. Und da hilft ihm auch nicht die Flucht in ein verschlafenes Nest irgendwo im Nirgendwo. Denn hier muss er nicht nur mit Krokodilen kämpfen, sondern einen viel härteren Kampf muss er hier gegen zwei Cops ausfechten, die ihn auf dem Kieker haben. Seine geschäftliche Partnerschaft zu einer verurteilten Mörderin macht ihm das Leben nicht gerade leichter – doch für den Hörer umso interessanter.

Mir hat dieser Thriller sehr gut gefallen. Er ist eine sehr ungewöhnliche Story, die durch ihre toll dargestellten Charaktere sehr an Tiefe gewinnt. Sie kommt ohne viele Gewaltbeschreibungen aus und glänzt mehr durch menschliche Züge, denn durch Blut.

Uve Teschner hat mir hier sehr gut gefallen. Hier gab es auch nicht viel zum Schreien. Ein Glück.

Weitere Informationen
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Siehe auch:

Frank Kodiak – Nummer 25

Beschreibung
Psychopath gegen Psychopath: ein nervenzerrender Thriller, ein unerbittliches Duell auf Leben und Tod.

Der Schriftsteller Andreas Zordan ist Dauergast auf den Bestsellerlisten. Die riesige Fangemeinde kann nicht genug kriegen von seinen Thrillern. Nichts bereitet Zordan mehr Freude als das detailgenaue Beschreiben ausgefallener Tötungsmethoden. Das gelingt dem Einzelgänger nur, weil er sich selbst für einen Psychopathen hält. Er ist kontaktscheu, meidet andere Menschen und lebt einsam in einem ehemaligen Forsthaus im Wald. Er weiß: Würde er nicht in seinen Büchern töten, müsste er auf die Realität ausweichen.

Als er eines Morgens im Garten die übel zugerichtete Leiche eines Mädchens im Teenageralter findet, meldet er es nicht der Polizei, sondern lässt sich auf ein Psychoduell mit einem Mörder ein, der ihn offenbar herausfordert. Und muss erkennen, dass er selbst weit entfernt ist von dessen kaltblütiger Grausamkeit.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Richard Barenberg

Länge
11 h 10 m

Meine Meinung
Ich hatte Lust auf einen richtig spannenden Thriller. Dazu hatte ich mir „Nummer 25“ ausgesucht. Wie sich im Nachhinein herausstellte, war dies genau die richtige Wahl. Es passiert hier sehr viel, immer wieder wurde ich überrascht und über die ganze Geschichte konnte ich gebannt miträtseln, wer denn nun dieser Psychopath wohl sein mag.

Besonders gut hat mir hier die Erzählweise gefallen. Denn Frank Kodiak wechselte ohne spürbaren Übergang von der „Wirklichkeit“ in eine Geschichte, ich lauschte, wurde immer entsetzter und dann kam doch wieder die überraschende Erkenntnis, dass dies nur wieder ein Auszug aus einem Buch war. Nicht selten atmete ich dann sehr erleichtert auf.

Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen. Da wähnt man sich endlich in Sicherheit, denkt alles ist nun gut und jetzt kommt nur noch der Abspann und dann kommt der Hammer. Fand ich klasse.

Richard Barenberg als Sprecher hat mir auch hier wieder sehr gut gefallen. Je mehr Hörbücher ich mit ihm als Sprecher als höre, umso besser gefällt er mir.

Insgesamt fand ich „Nummer 25“ eine kurzweilige und sehr spannende Story, die mir richtig gut gefallen hat.

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Frank Kodiak – Nummer 25

Jeffrey Archer – Die Wege der Macht (Die Clifton-Saga 5)

Beschreibung
Dramatische Zeiten für die Cliftons und Barringtons. Die Erfolgs-Saga geht weiter!

Harry Clifton erfährt bei einem Besuch in New York, dass der mit ihm befreundete Schriftsteller Anatol Babakow in Sibirien gefangen gehalten wird. Harry will alles tun, um Babakow zu helfen – und bringt sich damit in tödliche Gefahr. Währenddessen schlägt für seine Frau Emma, die der Barrington Schifffahrtsgesellschaft vorsteht, die schwerste Stunde…

Erich Räukers tiefe Erzählerstimme lässt das Familien-Epos lebendig werden.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Erich Räuker

Länge
13 h 23 m

Meine Meinung
Es wird einfach niemals langweilig, der Clifton-Saga zu lauschen. Wieder hat Jeffrey Archer sich spannende Situationen für die Familienmitglieder der Cliftons und Barringtons ausgedacht. Besonders beeindruckt hat mich hier der Part um Harry Clifton, der mittlerweile zum Vorstand des PEN gewählt wurde und seinem befreundeten Schriftsteller Anatol Babakow helfen will, der in Sibirien gefangen gehalten wird. Doch natürlich ist auch die Herausforderung für Emma in ihrer Position als Vorstandsvorsitzende der Barrington Schifffahrtsgesellschaft nicht gerade leicht.

Alles in allem ist auch der 5. Teil wieder kurzweilig und rundum spannend. Und natürlich ärgert einen Jeffrey Archer auch hier wieder mit einem derart fiesen abrupten Ende, dass man natürlich wieder der Fortsetzung entgegenfiebert. Und die kommt dann endlich im September 2017.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Jeffrey Archer – Die Wege der Macht (Die Clifton-Saga 5)

Siehe auch:

Die Clifton-Saga:

Kain und Abel:

Andere:

 

 

Meg Wolitzer – Die Ehefrau

die-ehefrauBeschreibung
Der Handel einer Ehe.

Als Joan Castleman beschließt, ihren Mann zu verlassen, befinden sie sich gerade 10.000 Meter über dem Meer auf dem Flug nach Helsinki. Joans Mann Joseph ist ein berühmter amerikanischer Schriftsteller, dem ein angesehener Literaturpreis verliehen werden soll. Joan selbst hat 40 Jahre lang ihr eigenes schriftstellerisches Talent für die Karriere ihres Mannes verleugnet. Damit soll jetzt Schluss sein. Mit genauer Beobachtungsgabe folgt Meg Wolitzer der Ehe der Castlemans: von der jungen Studentin, die sich in ihren Professor verliebt, zum umschwärmten Paar der literarischen Zirkel im New York der 80er Jahre. Bis hin zu dem Punkt, als Joan der Lüge um den umjubelten Schriftsteller ein Ende bereitet…

Gelesen von Hörbuch- und Shakespeare-Company-Darstellerin Gabriele Blum.

Sprecher
Gabriele Blum

Länge
8 h 39 m

Meine Meinung
Den Anfang fand ich zunächst nicht so prickelnd. Dachte erst, wenn das so weitergeht, dann werde ich das Hörbuch wohl nicht fertig hören. Doch da ich eine völlig begeisterte Rezension zu diesem Buch/Hörbuch gelesen  hatte, konnte ich mir nicht vorstellen, dass diese Story einfach so recht banal weitergehen würde. Also hörte ich weiter. Und recht schnell packte mich die Story dann doch. Und wie! Ich hörte bis spät in die Nacht und morgens gleich weiter, bis die Geschichte fertig erzählt war.

Zunächst scheint es lediglich eine Schilderung einer Ehe zu sein. Vom ersten Kennenlernen bis ins hohe Alter und der langersehnten Verleihung des Literaturpreises in Helsinki.

Die Geschichte erzählt das Leben bzw. die Ehe der Castlemans. Er ist der große und erfolgreiche Schriftsteller, sie ist seine Ehefrau, die ihr eigenes schriftstellerisches Talent und Streben für ihn aufgab.

Während des Fluges aus den USA nach Helsinki lässt sie ihr Leben Revue passieren und nimmt uns als Hörer mit auf die Reise – sowohl rückblickend auf ihr Leben als auch vorwärts gen Helsinki und der Preisverleihung zu. Geschickt wurde die Geschichte nach und nach enthüllt.

Besonders gut hat mir hier die eindringliche, sehr deutliche Sprache gefallen, die Gabriele Blum hervorragend interpretierte und darbot.

Für Bücherwürmer ist dieses Hörbuch genau richtig. Denn wer von uns liebt nicht Bücher, in denen es um Bücher geht.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Meg Wolitzer – Die Ehefrau

Jeffrey Archer – Das Vermächtnis des Vaters (Die Clifton-Saga 2)

Clifton 2Beschreibung
Harry Clifton, aufgewachsen bei den Hafendocks in Bristol, und Giles Barrington, Nachkömmling einer großen Schifffahrt-Dynastie, verbindet seit ihrer Jugend eine tiefe Freundschaft.

Aus der Enge des Arbeitermilieus hat Harry es auf eine Eliteschule geschafft und steht als junger Mann jetzt an der Seite seiner großen Liebe Emma, der Schwester von Giles. Mit dem Eintritt Englands in den Zweiten Weltkrieg 1939 werden die Schicksale beider Familien erschüttert. Giles gerät in Kriegsgefangenschaft und Harry verschlägt es von Bristol nach New York, wo er eines Mordes angeklagt und verhaftet wird. Emma macht sich auf, um den Mann zu retten, den sie liebt…

Sprecher
Erich Räuker

Länge
11 h 39 m

Meine Meinung
Im zweiten Teil der Clifton-Saga geht es gleich spannend weiter. Harry und Emma wollen heiraten, Emma ist bereits schwanger. Doch in der Kirche wird ein schockierendes Geheimnis gelüftet, als der Pfarrer diese vermaledeite Frage stellt, ob jemand einen Grund kenne, warum die beiden nicht in den heiligen Bund der Ehe eintreten dürften.

Dann kommt der Krieg und Harry wird für Tod erklärt, da „sein“ Schiff durch einen Bombenangriff unterging. Doch er überlebt und trifft eine folgenschwere Entscheidung. Zuvor wurden etliche anderen Geheimnisse gelüftet, worauf hin Harry diese Entscheidung für die Klügste hält. Dass dieser „Schuss gewaltig nach hinten los geht“, konnte er bis dahin nicht absehen. So landet er unversehens in einem New Yorker Gefängnis – Anklage: Mord.

Emma, die die überbrachte Todesnachricht ihres geliebten Harrys aufgrund diverser Indizien nicht glauben kann/will, reist kurzerhand nach New York, um Harry zu finden und ihm zu helfen.

Auch im 2. Teil der Clifton-Saga geht es wieder turbulent zu. Wie schon im ersten Teil, werden die Szenen aus den verschiedenen Sichtweisen erzählt, was mir nach wie vor sehr gut gefällt. Die Intrigen gehen weiter und man wird Zeuge, wie sich die Protagonisten durch die Gemeinheiten der anderen kämpfen.

Dieser Teil ist ebenso kurzweilig wie Teil 1. Denn es passiert ständig etwas. Harrys und Emmas Sohn ist mittlerweile natürlich geboren und bereitet durch seine Hyperaktivität so etliche Sorgen. Auch muss hier noch die Frage geklärt werden, wer denn nun der wahre Erbe der Schifffahrt-Dynastie Barrington ist. Giles oder Harry. Doch das Gerichtsurteil wird auf den nächsten Tag um 10:00 Uhr vertagt. Damit endet Teil 2! Das war schon ein herber Cut und natürlich lud ich mir gleich den nächsten Teil auf den Player.

Einziger Unterschied zum ersten Teil liegt hier darin, dass es jetzt nur noch einen Sprecher gibt. Erich Räuker ist der Alleinunterhalter und macht seine Sache wieder richtig gut.

Hier eine kleine Wiederholung für alle, die meine Rezi von Teil 1 nicht gelesen haben:
Eine dringende Bitte an das Audible-Team hätte ich: Es ist absolut nicht ersichtlich, dass die Clifton-Saga eine Septologie ist! Ich war der Meinung, es sei eine Trilogie. Erst wenn man auf Jeffrey Archers Website geht, erfährt man, dass die Saga aus insgesamt 7 Teilen besteht. Vermutlich würde die Info im Serientext „Teil 1 von 7“ vollkommen ausreichen, um den Hörer genauer zu informieren. Denn dann wäre sofort klar, dass es – wie hier – 7 Teile gibt und bei Audible halt erst 3 erhältlich sind. Das gilt übrigens für alle Serien.

Wie ich auf Nachfrage bei Audible erfahren habe, wird Teil 4 voraussichtlich im September 2016 erscheinen. Für alle Süchtigen zwar eine lange Zeit, aber ich freue mich schon jetzt wie ein Schneekönig darauf.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Jeffrey Archer – Das Vermächtnis des Vaters (Die Clifton-Saga 2)

Siehe auch:

Die Clifton-Saga:

Kain und Abel:

Andere:

 

 

 

 

Owen Sheers – I saw a man

I saw a manBeschreibung
Der Moment, der dein Leben verändert.

Nach dem Verlust seiner Frau Caroline zieht Michael Turner nach London, in den idyllischen Stadtteil Hampstead Heath, wo er sich bald mit den Nachbarn anfreundet. Die Nelsons und ihre beiden Töchter repräsentieren ein Leben voller Geborgenheit, Stabilität und Nähe, genau das, was Michael verloren hat.

Aber ein Samstagnachmittag verändert schlagartig alles: Als Michael unangekündigt das Haus der Nelsons betritt, scheint niemand zu Hause. Ein fataler Irrtum…

Ein Drama, das zeigt, was mit einer Freundschaft passiert, wenn Geheimnisse und Lügen ihre heimtückische Natur entfalten.

Sprecher
Devid Striesow

Länge
9 h 25 m

Meine Meinung
„I saw a man“ ist ein Roman, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Angelockt von dem wirklich sehr ansprechend gestalteten Cover und dann verführt durch die Rezension von Astrolibrium spielte ich mir das Hörbuch sofort auf meinen Player. Und los ging es.

Michael leidet sehr unter dem Tod seiner geliebten Frau Caroline. Sie war Kriegsjournalistin und somit immer am Ort des Geschehens. Bei einem ihrer Einsätze wurde sie getötet. Michael arbeitet als Schriftsteller. Jedoch ist er nicht so gut im Geschichten erfinden, er hört anderen Menschen viel lieber zu und schreibt dann deren Geschichte nieder. Mit dieser Methode hatte er bislang einmal richtig guten Erfolg. Doch der Tod seiner Frau macht ihm sehr schwer zu schaffen.

Von einem Freund bekommt er das Angebot, doch aus dem Haus auszuziehen, um nicht ständig an die nicht mehr vorhandene Zweisamkeit erinnert zu werden. Ihm wird eine Wohnung in London angeboten. Michael nimmt dieses Angebot an, sieht es jedoch nur als Interimslösung an. Kaum angekommen, lernt er seinen neuen Nachbarn Josh kennen. Schnell entwickelt sich eine Art Freundschaft zwischen Michael und Joshs Familie. Bald ist er ständig zu Gast bei Josh,  Samantha und den beiden Töchtern, die Michael auch sehr ins Herz geschlossen haben.

Fortan gehen Michael und Josh täglich zusammen joggen. Viele Gemeinsamkeiten haben sie eigentlich nicht, trotzdem verbringen sie derart viel Zeit miteinander, so dass man meinen könnte, sie würden sich bereits Jahre kennen und nicht erst ein paar Monate.

Michael tut die Nähe der Familie sehr gut. Hilft sie ihm doch, über den Verlust von Caroline besser hinweg zu kommen – nicht mehr länger an den Verlust zu denken, als vielmehr an die schönen Zeiten mit Caroline zusammen. Dies alles wird in vielen Rückblenden erzählt.

Ein zweiter Erzählstrang ist die des Soldaten, der in den USA den Knopf zum Abschuss der Drohne betätigte, die letztendlich Caroline tötete. Als dieser Soldat von der Armee deshalb entlassen wird, fühlt er sich betrogen und ausgenutzt. Er zieht sich immer mehr in sich zurück und beschließt dann, Michael einen Brief zu schreiben, in dem er erklärt, wie es dazu gekommen ist.

Michael ist zunächst sprachlos ob des Briefes, zeigt ihn Josh. Dieser ist sofort aufgebracht, was dieser Kerl sich nur denkt, er würde ihn… Michael beginnt einen Briefwechsel mit dem Soldaten.

Dann kommt es zu der Szene, die auf dem Cover sehr schön in Szene gesetzt wurde. Michael will sich bei Josh nur kurz seinen Schraubenzieher zurückholen, den er ihm ein paar Tage zuvor ausgeliehen hat, doch es scheint niemand da zu sein. Doch seltsam, die Hintertür steht offen. Ob da jemand eingebrochen ist? Michael geht ins Haus und weiter werde ich hier nicht erzählen.

Dieser Roman ist so spannend wie ein Thriller. Ich verfluchte den Abend, da es immer später wurde und ich leider das Hörbuch ausschalten musste. Dann am nächsten Tag auch noch arbeiten! Endlich war der Feierabend da, sofort hörte ich weiter.

Jedoch ist dieses Buch in keinster Weise reißerisch, ganz im Gegenteil. Es ist eine sehr ruhige Geschichte, in dem die Gefühle und Gefühlsregungen, die Gedanken und alle Beschreibungen sehr sorgfältig ausgearbeitet sind. Sehr schnell fühlte ich mich den Protagonisten sehr nahe. Ich hatte auch sehr viel Verständnis für Michaels Handeln als er in Joshs Haus war. Als Zuhörer ist es ja immer leicht zu sagen: Oh Michael, ob das nun so clever war? Doch dann hält man gleich inne und denkt: Wie hättest du in dieser Situation gehandelt? Urteile nicht zu voreilig!

Owen Sheers hat hier sehr detailliert die Zerrissenheit beschrieben, in die man ungewollt hinein geraten kann. Was ist die richtige Entscheidung? Eine Entscheidung muss getroffen werden und wie lebt es sich danach damit weiter? Ich finde, das hat er wirklich ganz hervorragend beschrieben. Wahrheit, Lüge, was ist besser für alle Beteiligten und kann man mit der getroffenen Entscheidung gut weiter leben?

Am Ende gab es noch eine kleine Verwirrung in meinem Kopf und ich musste die Stelle sage und schreibe dreimal hören, um diesen einen Satz endlich richtig zu verstehen. Und als diese Hürde gepackt war, war ich vollkommen verzückt und begeistert von diesem Buch.

Die Geschichte geht einem tief unter die Haut und bleibt da auch eine ganze Weile haften.

Devid Striesow als Sprecher hat mir wieder sehr gut gefallen. Jedoch hätte ich eine Winzigkeit anzumerken, die mir auch schon bei „Der Sündenfall von Wilmslow“ aufgefallen ist. Er neigt etwas dazu, wenn er verschiedene Stimmen sprechen soll, diese dann ein wenig zu schreien. Also nicht wirklich laut, aber es wirkt so. Das finde ich nicht ganz so gelungen. Aber davon abgesehen – es ist ja auch wirklich nur eine Winzigkeit – hat er einen ganz prima Job gemacht.

Ja, und da ich nun so voller Begeisterung bin, kommt dieses Hörbuch natürlich auf meine Bestenliste.

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Weitere Informationen
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David Morrell – Der Opiummörder

Der OpiummörderBeschreibung
1854, London: Ein grausamer Ritualmörder versetzt die ganze Stadt in Angst und Schrecken. Detective Shawn Ryan verdächtigt den opiumsüchtigen Schriftsteller Thomas de Quincey. Mit seiner Abhandlung „Der Mord als eine schöne Kunst betrachtet“ hatte dieser kurz zuvor einen Skandal ausgelöst und seinen Ruf als Enfant terrible gefestigt.

Als sich Ryans Verdacht als falsche Fährte erweist, schließen sich die beiden zu einem kongenialen Ermittlerpaar zusammen. Schon bald führen ihre Nachforschungen in höchste politische Kreise und in die Schattenwelt des Opiumschmuggels.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Erich Räuker

Länge
14 h 03 m

Meine Meinung
Dieses Hörbuch war für mich eine echte Entdeckung! Ich hatte gar nicht darauf geachtet, von wem es ist, ich las nur die Beschreibung und fand diese äußerst interessant. Als ich es dann auf meinem Player hatte, stellte ich entsetzt fest: Das ist ja von David Morrell! Oh Schreck, dachte ich. Ich hatte bereits zwei Hörbücher von ihm gehört und diese hatten mir überhaupt nicht gefallen. Skeptisch begann ich also zu lauschen. Schnell war vergessen, dass es von David Morrell ist! Im Handumdrehen war ich von der Handlung gefesselt und mitten in der Geschichte, die mir wirklich sehr gut gefiel! Mir hat die Sprache dieses Mal besonders gut gefallen. Auch waren alle Charaktere sehr außergewöhnlich und perfekt beschrieben. Besonders toll fand ich hier die Tochter Thomas de Quinceys, die aufgrund ihrer offenen Weltanschauung regelmäßig die Männerwelt erröten ließ. Doch auch den Schriftsteller selbst fand ich sehr sympathisch, trotz seiner immensen Opiumsucht.

Sämtliche Situationen wurden sehr deutlich beschrieben, so dass ich jederzeit ein klares Bild von den Geschehnissen vor meinen Augen hatte. Ich würde sagen: Perfektes Kopfkino.

Erich Räuker hat mir als Sprecher für dieses Hörbuch auch sehr gut gefallen. Er hat mit seiner sehr eigenwilligen Sprechweise und seiner markanten Stimme die richtigen Akzente gesetzt.

Wieder einmal hat sich bestätigt, dass jeder mehrere Chancen verdient hat! Hätte ich vor dem Herunterladen bewusst wahrgenommen, dass das Hörbuch von Morrell ist, hätte ich die Finger davon gelassen. Ein Glück kam es anders.

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Siehe auch:

Thomas Fuchs – Hemingway – Ein Mann mit Stil

HemingwayBeschreibung
Wie soll man diesen Mann beschreiben? Nobelpreisträger, Großwildjäger, Kriegsreporter, Weiberheld, Trinker und Hochseefischer? Thomas Fuchs, unter anderem auch Titanic-Autor, gelingt eine atemberaubende, lebendige und erfrischende Sicht auf einen „Mann mit Stil“. Und Jürgen Tonkels Stimme zieht den Hörer mittenrein, nach Paris, Key West, Kuba…. „Von allen Büchern über sich selbst hätte Hemingway dieses am besten gefallen, denn es ist so, wie er sich selbst gern gesehen hätte: unterhaltsam, charmant und nicht zu dick.“ Oliver Maria Schmitt.

Sprecher
Jürgen Tonkel

Länge
6 h 25 m

Meine Meinung
Diese Biographie über Ernest Hemingway fand ich sehr unterhaltsam. Hier werden sowohl die Sonnen- als auch die Schattenseiten von Hemingway beleuchtet. Und er war wahrlich nicht immer auf der Sonnenseite unterwegs. Hier werden die verschiedenen Lebensstationen und seine diversen Partnerinnen näher beleuchtet.

Die Biographie fängt bei seinen Eltern an, geht über die Freundschaft oder vielmehr die Zweckfreundschaft zu Fitzgerald und vielen anderen und endet mit seinem Tod viele Jahre später. Man kann sagen, so wie es sich für eine Biographie gehört.

Die Biographie ist stellenweise – nun – ziemlich frech. Thomas Fuchs nimmt kein Blatt vor den Mund. Und das finde ich auch gut so. Denn er beschreibt Hemingway eben genau so, wie er nun einmal war. Nicht immer heldenhaft oder vorbildmäßig. Und genau das hat mir an dieser Biographie so gut gefallen. Hier wurde nichts geschönt sondern einfach die Fakten erzählt.

Somit kann ich nun sagen: Was ich an Hemingway verabscheue: Er war Großwildjäger und Stierkampfanhänger! Damit hat er ganz schlechte Karte bei mir. Doch einen Pluspunkt hatte er auch: Er liebte Katzen! Und davon hatte er einige. Und alle hatten durch eine Mutation 6 Krallen. Ok, ja, das machte ihn mir wieder etwas sympathischer.

Hemingway war auch ein tapferes Stehaufmännlein. Mit derart vielen Rückschlägen immer weiterzukämpfen, dazu gehört schon eine mächtige Portion Ehrgeiz. Und an Ehrgeiz mangelte es ihm wahrlich nicht.

Auch noch erwähnenswert: Hemingway stürzte 1954 gleich 2 x mit einem Flugzeug ab. Hier müssen wohl sämtliche Schutzengel, auch die von anderen Personen kurzfristig als Hilfsengel abgezogen und eingesetzt worden sein. Ich muss sagen, sich im gleichen Jahr nochmals in ein Flugzeug zu setzen, finde ich schon sehr mutig. Ich habe nach einer Notlandung erstmal 10 Jahre lang keinen Fuß mehr in ein Flugzeug gesetzt.

Und jetzt nach dem Ohrenschmaus dieser Biographie kann ich auch verstehen, warum „Der alte Mann und das Meer“ als Allegorie zu verstehen ist. Das war mir vorher nicht bewusst.

Jürgen Tonkel hat dieses Hörbuch genauso frisch und frech vorgetragen, wie es dem Text gebührt. Er war mir als Sprecher bisher noch nicht bekannt. Aber er hat eine sehr angenehme Stimme, der man stundenlang zuhören kann. Seine Art des Vortrages hat mir sehr gut gefallen.

Wem also auch schon mal zu Ohren kam, dass Hemingway ein etwas „komischer Vogel“ war, der aber nicht wirklich weiß, warum eigentlich, wird nach diesem Hörbuch wissen, warum. Mir hat es die Augen geöffnet.

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Mein herzlicher Dank für das Rezensionsexemplar geht an den BONNEVOICE Hörbuchverlag.

Siehe auch: