Karl Olsberg – Girl in a strange land

Beschreibung
Überall auf der Welt herrscht ein erbarmungsloser Krieg. Nur im Tal der Erweckten, das von der Außenwelt abgeschottet ist, können die Menschen noch in Sicherheit und Frieden leben. Das glaubt zumindest Sophia. Doch als ihr Freund Mirko verschwindet, beginnt Sophia ihre streng religiöse Gemeinde infrage zu stellen. Sie verlässt das Tal und findet anstelle eines Schlachtfeldes eine scheinbar perfekte, hoch technisierte Gesellschaft vor. Kann es sein, dass Sophias bisheriges Leben eine einzige Lüge war?

Nach seinem Jugendbuch-Debüt „Boy in a White Room“, das für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde, erschafft Bestsellerautor Karl Olsberg auch in der Fortsetzung „Girl in a Strange Land“ wieder ein erschreckendes Zukunftsszenario. Abermals konfrontiert er den Leser schonungslos mit philosophischen Fragen nach Realität und Selbstbestimmung – ein hochspannender Future-Thriller mit Tiefgang!

Sprecher
Julia Stoepel

Länge
8 h 12 m

Meine Meinung
Dies ist die Fortsetzung von „Boy in a white room“. Da mir der erste Band schon richtig gut gefallen hatte, freute ich mich natürlich auf den 2. Band.

Hier hat Olsberg wieder zwei fantastische Welten erfunden. Ein Tal der Erweckten, die nach altem religiösen Glauben lebten – eine Sekte also, aus der es kein Entkommen zu geben schien. Denn die Predigt lautete immer wieder,  dass der Rest der Welt in Schutt und Asche liege und dort  – wenn überhaupt – nur noch Verbrecher leben würden. Also ein Ort, an den man sich freiwillig wohl nicht begeben will. Doch natürlich gab es einen, der zweifelte und plötzlich war er weg. Das war der Freund unserer Protagonistin Sophia. Er hatte ihr Bücher gezeigt, die im Tal natürlich verboten waren. Heimlich las sie darin. Die Bücher waren keine Liebesromane, nein, es waren naturwissenschaftliche Werke, die Sophia immer mehr staunen ließen, wurde ihr ihr ganzes Leben lang doch etwas gänzlich anderes eingetrichtert. Von Neugierde und Sehnsucht nach ihrem Freund getrieben, machte sie sich also auf ins verbotene Land. Und hier erlebte sie eine enorme Überraschung.

Mir hat der krasse Gegensatz der zwei von Olsberg geschaffenen Welten sehr gut gefallen. Etwas unglaubwürdig fand ich zwar die äußerst schnelle Auffassungsgabe unserer Protagonistin, die im Nullkommanichts die neue Welt verstand. Aber gut, das Hörbuch hat nur acht Stunden, da bleibt keine Zeit für stundenlanges Hinterfragen und Fragezeichen über dem Kopf. Immerhin hat Olsberg in Ansätzen ihre anfängliche Verwirrung sehr gut dargestellt.

Insgesamt fand ich die Fortsetzung ebenso gelungen wie den ersten Teil. Es ist kurzweilig und rasant geschrieben und keine Minute langweilig. So soll es sein.

Julia Stoepel als Sprecherin hat mir auch sehr gut gefallen. Sie passte gut zum Charakter von Sophia.

Weitere Informationen
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Stephan Ludwig – Zorn: Blut und Strafe (Zorn 8)

Beschreibung
Im Zentrum einer grausamen Mordserie…

Als Hauptkommissar Claudius Zorn an einem gewöhnlichen Mittwochabend im Dezember seinen wöchentlichen Besuch bei einem älteren Herrn machen will, findet er sich plötzlich mitten in einem Tatort wieder. Der Mann wurde brutal ermordet. Zorn weiß, dass er nun den schwersten Gang seiner ganzen Laufbahn verrichten muss, denn die Tochter des Ermordeten ist niemand anderes als Frieda Borck, Zorns ehemalige Vorgesetzte und feste Freundin.

Zorn und Schröder arbeiten auf Hochtouren daran, den Täter schnell zu finden. Aber dann geschieht ein weiterer Mord und der wichtigste Mensch in Zorns Leben gerät in Gefahr. Er ist kurz davor, den Verstand zu verlieren…

Sprecher
David Nathan

Länge
11 h 37 m

Meine Meinung
Oh mein Gott, an Spannung ist dieser Krimi kaum zu übertreffen. Doch leider auch an Grausamkeiten. Stellenweise fand ich die Beschreibungen der Morde wirklich grenzwertig abartig! Als ich dann zu einer Tötungsmethode aus dem Mittelalter kam, war ich wirklich kurz davor, die Story abzubrechen. Denn das war dann selbst für mich, die ich nun schon so einiges Abartiges gehört habe, kaum zu ertragen.

Wie du siehst, war ich mitten drin in der Story und fühlte mich nicht nur als unbeteiligter Zuhörer. Doch als Zuhörer hatte ich trotzdem die Wahl. Nachdem ich dann mit einer Freundin Rücksprache gehalten hatte, die das Hörbuch schon fertig gehört hatte, versprach sie mir, dass es nun nicht mehr noch schlimmere Szenen geben würde. Ok. Ich hörte also weiter, ich wollte ja schon wissen, was denn hier für eine üble Macht über die Stadt gekommen ist.

Der Showdown war dann allerdings derart spannend, dass ich es keinem Herzkranken empfehlen möchte! Ich hatte Herzklopfen ohne Ende, rannte mit Zorn um die Wette und betete, dass es noch nicht zu spät sein möge.

Doch die Auflösung der ganzen schrecklichen Ereignisse fand ich dann im Vergleich zum zuvor Gehörten leider sehr mau. Da hätte ich eine bessere Erklärung erwartet, irgendwie einen größeren Knalleffekt. Einen echten Überraschungsmoment. Doch wie gesagt, die Auflösung wurde dann der ganzen grausamen Geschichte zuvor nicht wirklich gerecht.

Bleibt nun die schwierige Entscheidung der Bewertung. Also an Spannung hat das Hörbuch eindeutig 5 Punkte verdient. Doch die wirklich furchtbar schrecklichen Schilderungen der Morde und die etwas lahme Auflösung lassen mich der Story insgesamt „nur“ 4,2 Punkte geben.

Davon abgesehen hat David Nathan als Sprecher auch hier natürlich volle 5 Punkte verdient. Er war wieder durchweg klasse.

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Margaret Atwood – Das Jahr der Flut (Die MaddAddam-Trilogie 2)

Beschreibung
In einer am Abgrund stehenden Welt versuchen die „Gärtner Gottes“ eine Parallelgesellschaft aufzubauen und ein Leben im Einklang mit der Natur zu führen. Sie leben auf den Dachgärten der Stadt und folgen Adam One, der das Ende der Menschheit voraussagt. Die junge Toby findet Zuflucht bei den „Gärtnern Gottes“ und steigt mit der Zeit zur Anführerin auf. Ren gehört seit ihrer Kindheit zu der Sekte. Als ein unkontrollierbares Virus in wenigen Tagen den Großteil der Menschheit auslöscht, müssen beide Frauen in einer zukunftslosen Welt ihren Weg finden.

Größtenteils aus Tobys Perspektive erzählt Margaret Atwood von einer Welt, in der die globalisierte Wirtschaft die Kontrolle übernommen, die Forschung jegliche Ethik verworfen hat und in der die Menschheit am Rande ihres Unterganges steht.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
13 h 01 m

Meine Meinung
Der zweite Teil der Trilogie war mir persönlich etwas zu religiös angehaucht. Die Beschreibungen des Sektenlebens der „Gärtner Gottes“ und die ständigen Gebete waren nicht so ganz mein Fall. Doch trotzdem wurde die Story natürlich immer interessanter und rätselhafter, wie sich das am Ende alles zusammenfügen und wie es ausgehen würde.

Äußerst interessant fand ich hier, was man mit einzelnen Pflanzen und Stoffen so alles tun kann. Man lernt hier so einiges über die Botanik und auch einiges über die Wiederverwertbarkeit oder Artentfremdung von künstlich hergestellten Materialien.

Sehr gut gefallen haben mir auch die Namensgebungen. Vielen alten Helden begegnet man hier, zumindest vom Namen her. Ob die Charaktere ähnlich den Namensgebern sind, möchte ich hier nicht verraten.

Uve Teschner als Sprecher hat auch hier wieder eine sehr gute Leistung hingelegt.

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Jussi Adler-Olsen – Verheißung: Der Grenzenlose (Carl Mørck 6)

VerheißungBeschreibung
Eine Tote hing kopfüber in einem Baum und keiner weiß, was damals geschah. Siebzehn Jahre lang hat Polizeikommissar Habersaat versucht, den tragischen Tod der jungen Frau aufzuklären. Doch jetzt, kurz nachdem er das Sonderdezernat Q um Hilfe bittet, kommt er selbst auf schockierende Weise ums Leben – und wenig später stirbt auch sein Sohn.

Die Recherchen bringen Carl Mørck und sein Team auf die Insel Öland, zu einem Mann, der mit seinen Heilsversprechen Sinnsucher aus ganz Europa anlockt. Der neue Fall führt Carl, Assad und Rose weit über ihre Grenzen hinaus. Und lange ahnen sie nicht, in welch tödlicher Gefahr sie sich befinden.

Sprecher
Wolfram Koch

Länge
18 h 21 m

Meine Meinung
Ein neuer Fall für das Sonderdezernat Q. Zwar will Carl – wie eigentlich immer – zunächst nichts von dem Fall wissen, doch schnell packt auch ihn die Neugier und die Gewissheit, dass der Unfall, der bereits 18 Jahre her ist, kein Unfall sondern vielmehr ein eiskalter Mord war. Und so beginnt die Ermittlungsarbeit des genialen Trios mit Carl, Assad und Rose. Anfangs plätschert die Story etwas vor sich hin, doch schnell ist die Einführung gehört und fortan will man den Player nicht mehr abschalten, so spannend beschreibt Jussi Adler-Olsen die Ereignisse.

„Verheißung“ ist ein Krimi, der einige Handlungsstränge gekonnt miteinander verknüpft. War mir anfangs noch völlig schleierhaft, wie sich das alles zu einem Großen und Ganzen fügen soll, dämmert es einem im Laufe der Story und man ist wieder einmal mehr begeistert von Jussis gekonnter Art, vielschichtige Geschichten geschickt und äußerst spannend zu erzählen. Sich solch eine komplexe Story überhaupt erst einmal einfallen zu lassen, ist absolut bewundernswert.

Lange Zeit war ich auf einer falschen Fährte, wurde hierin und dahin gelockt mit meinem Verdächtigungen und doch immer wieder eines Besseren belehrt. Und wie sich das alles am Ende aufklärte, war hochdramatisch, für mich unerwartet und genial überlegt und erzählt.

Einzigartig, wie präzise die Personen und die verschiedenen Schauplätze beschrieben wurden, so dass sich wieder sehr schnell das Gefühl „Kopfkino“ einstellte. 18 Stunden beste und spannende Unterhaltung, die Carl, Assad und Rose nicht selten an den Rand ihrer Kräfte trieb.

Sehr toll war auch wieder der Wortwitz, den die Unterhaltungen boten. Ich habe trotz der Dramatik sehr oft sehr herzhaft gelacht. Und natürlich fehlten auch die Kamelwitze nicht. Äußerst interessant fand ich den kurzen Exkurs eines Professors, dass alle Weltreligionen auf ein und denselben Ursprung zurückzuführen sind.

Somit ist auch der 6. Teil der Carl Mørck-Reihe wieder ein Meisterwerk der Krimikunst. Jussi Adler-Olsen ist in meinen Ohren einer der besten skandinavischen Krimi-Autoren.

Wolfram Koch als Sprecher war wieder perfekt. Keiner könnte diese Reihe besser lesen, als er. Man könnte sagen: Was David Nathan für Stephen King, ist Wolfram Koch für Jussi Adler-Olsen. Eine andere Kombination ist schlichtweg undenkbar!

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Weitere Informationen

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Catherine Chanter – Die Quelle

Die QuelleBeschreibung
In England regnet es nicht mehr, eine Dürre überzieht das ganze Land. Nur auf dreißig Morgen im Westen der Insel fällt noch Regen. Ruth und Mark, denen „die Quelle“, dieses noch fruchtbare Grundstück gehört, haben als Einzige Wasser und könnten sich glücklich schätzen. Doch das vermeintliche Paradies, in dem sie leben, wird zu ihrer ganz persönlichen Hölle. Als dort auch noch ihr Enkelkind ums Leben kommt, kann Ruth nicht einmal mehr sich selbst trauen.

Ein aufwühlender Roman von zwingender Spannung: eine Frau, ein Mann und ihre Familie in einer Extremsituation, die beängstigend nah an der Realität ist.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Gabriele Blum

Länge
15 h 23 m

Meine Meinung
Diese Geschichte wird aus der Sicht von Ruth erzählt, die gerade zur „Quelle“ zurückgekehrt ist. Jedoch ist sie nicht frei, nein, sie steht unter Hausarrest, trägt Fußfesseln und wird von 3 Militärs bewacht, damit sie sich auch ja an die Regeln hält und kein Gebiet betritt, welches ihr untersagt ist. Ruth steht unter Verdacht, ihren Enkelsohn ermordet zu haben. Ruth ist sich selbst nicht sicher, ob sie den kleinen Lucien im Teich ertränkt hat, oder nicht. Denn zum Zeitpunkt des Geschehens stand sie völlig neben sich, eingelullt in den Sog der Rose von Jericho. Die Glaubensgemeinschaft der Rose sind 4 Frauen, die eines Tages auf ihrem Grundstück aufgetaucht sind und sich mit Erlaubnis und ihren 4 Wohnwagen in „der Quelle“ eingerichtet haben. Erst nach und nach dämmert einem, dass „Die Rose von Jericho“ eine nicht zu unterschätzende Sekte ist, die Ruth immer tiefer ins Verderben zieht. Männer sind hier verpöhnt und gelten als bedrohlich. So kommt es nach und nach immer öfter zu heftigen Auseinandersetzungen mit ihrem Mann Mark, der zunächst in die ausgebaute Scheune ausweicht und dann „die Quelle“ ganz verlässt.

Während dessen leidet England unter einer unvorstellbaren Wasserknappheit, denn nirgends regnet es mehr. Außer über der Quelle. Hier ist alles grün und wächst und gedeiht, während in England das normale Leben immer unmöglicher wird. Kein Wunder also, dass die Presse und das Land sehr skeptisch gegenüber „der Quelle“ wird. Für die einen ist Ruth die Verkörperung des Teufels, für viele Frauen jedoch gilt sie als Erlöserin und Auserwählte. Vielmehr möchte ich aber vom Inhalt dieser faszinierenden Geschichte gar nicht erzählen.

Mich hat diese Geschichte ziemlich gleich in ihren Bann gezogen. Man will unbedingt wissen, was denn passiert ist, wie es dazu kam, dass der kleine Lucien ums Leben kam, und warum Ruth dafür verantwortlich gemacht wird. War sie es wirklich? Oder vlt. ihr Mann? Oder gar eine der Schwestern der Glaubensgemeinschaft? Da Ruth es lange Zeit selbst nicht weiß, ob sie schuldig ist oder nicht und die Geschichte ja aus ihrer Sicht erzählt wird, bleibt die Story die ganze Zeit spannend und rätselhaft. Mir kamen die fünfzehneinhalb Stunden jedenfalls äußerst kurzweilig vor, da Catherine Chanter wunderbar erzählen kann. Und obwohl Ruth mir nicht besonders sympathisch war, fieberte ich doch mit ihr mit. Das passiert mir nicht so oft. Mir ist es normalerweise lieber, wenn ich die Charaktere auch sehr gerne mag. Ok, Ruth ist nun nicht gänzlich unsympathisch, nur wollte ich nicht unbedingt eine Freundschaft mit ihr im normalen Leben eingehen.

Die Sprecherin Gabriele Blum hat mir sehr gut gefallen in diesem Hörbuch. Sie hat die Story sehr unaufgeregt aber äußerst intensiv vorgetragen. Sehr gut hat mir auch ihre etwas eigentümliche Betonungsart hier und da gefallen. Hierdurch hat sie ganz ungezwungen manchen Sätzen eine ganz besondere Wichtigkeit gegeben. Ihre Leistung hat mich sehr beeindruckt und hat somit zum Hörvergnügen deutlich beigetragen.

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Ian McEwan – Kindeswohl

KindeswohlBeschreibung
Fiona Maye ist eine angesehene Richterin am High Court in London, bekannt für ihre Gewissenhaftigkeit. Mit ihrem Mann Jack, einem Geschichtsprofessor, ist sie seit mehr als dreißig Jahren verheiratet – harmonisch, wenn auch in letzter Zeit vielleicht ein wenig distanziert. So fällt Fiona aus allen Wolken, als er ihr eröffnet, dass er ihren Segen für eine außereheliche Affäre will. Genau in diesem Moment wird ihr ein eiliger Fall vorgelegt: Ein 17-jähriger Junge, der an Leukämie leidet, benötigt dringend eine Bluttransfusion. Aber seine Familie – Zeugen Jehovas – lehnt das aus religiösen Gründen ab. Genauso wie er selbst. Doch ohne Transfusion wird er qualvoll sterben. Fiona bleiben für ihr Urteil weniger als 24 Stunden. Kann sie jetzt, inmitten ihres emotionalen Tumults, ihre kühle Professionalität bewahren?

Sprecher
Eva Mattes

Länge
6 h 16 m

Meine Meinung
Nachdem ich „Psychopolis“ von Ian McEwan vor einiger Zeit gehört hatte und überhaupt nichts damit anfangen konnte, wollte ich eigentlich von Ian McEwan nichts mehr hören. Doch die Beschreibung zu „Kindeswohl“ fand ich dann doch so interessant, dass ich dachte, ich gebe ihm doch noch eine Chance. Welch ein Glück! Denn „Kindeswohl“ ist das genaue Gegenteil von „Psychopolis“ und hat mich sehr begeistert.

Fiona Maye befindet sich in einem Dilemma. Ihr Mann will von ihr quasi eine „Genehmigung zum Ehebruch“ und beruflich muss sie entscheiden, ob einem 17-jährigen Jungen, der Zeuge Jehovas ist, eine Bluttransfusion gegen seinen Willen gelegt wird. In ihrer Haut möchte ich nicht stecken. Sie besucht kurzerhand den Jungen im Krankenhaus und spricht mit ihm, um sich ein besseres Bild von seiner Situation machen zu können. Und sie trifft sowohl beruflich als auch privat ihre Entscheidungen.

Das klingt nun alles sehr kühl, doch das ist dieses Buch überhaupt nicht. Es ist zutiefst menschlich, tiefgründig und anspruchsvoll erzählt und fesselt von Anfang an. Besonders beeindruckt haben mich die detaillierten Beschreibungen zur Entscheidungsfindung.

Ein Hörbuch mit Anspruch, das man nicht einfach so nebenbei hören kann. Sehr gut gesprochen von Eva Mattes.

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Arno Strobel – Das Dorf

Das DorfBeschreibung
Panik, Todesangst, das ist es, was Bastian Thanner in der Stimme seiner Exfreundin hört, als sie ihn völlig unerwartet anruft. Über zwei Monate ist es her, dass er Anna zuletzt gesehen hat. Jetzt braucht sie dringend seine Hilfe. Bastian macht sich sofort auf die Suche nach ihr und gelangt in ein Dorf an der Müritz, das ihm von Anfang an unheimlich ist. Überall deuten Spuren auf Anna, doch niemand kann oder will ihm weiterhelfen. Bis zu dem Abend, als Bastian Zeuge einer schrecklichen Zusammenkunft wird.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Sascha Rotermund

Länge
8 h 54 m

Meine Meinung
Soeben habe ich das Hörbuch fertig gehört. Was soll ich sagen: Ich bin fasziniert, entsetzt, begeistert, schockiert – und froh, dass ich nun endlich die Auflösung kenne. Diese hat mich allerdings mehr als verblüfft. Meine Ahnung, wohin das führen würde, war mal wieder total falsch. Ein Glück, denn das wirkliche Ende fand ich tausend Mal besser, als mein „Geahntes“.

Wie oben bereits beschrieben, fährt Bastian in ein kleines Dorf an der Müritz, aus dem er einen Hilferuf seiner Exfreundin Anna erhielt. Sein Freund Safir kommt mit und will ihm helfen, Anna wiederzufinden. Doch in dem Dorf ist alles mehr als seltsam. Vieles deutet darauf hin, dass Anna hier festgehalten wird und trotzdem kann er sie nicht finden. Die Dorfbewohner sind mehr als unfreundlich und wollen ihm nicht helfen. Einzig Mia schenkt ihm ein offenes Ohr und hilft ihm. Seltsame Dinge passieren, die Bastian nach und nach immer mehr an seinem Verstand zweifeln lassen. Den Hörer übrigens auch. Die Geschichte ist stellenweise äußerst verwirrend aber nicht so, dass man denkt, was ein Mist, sondern vielmehr so, dass man sagt: Gott, der arme Kerl – was geschieht da.

Ich will von der Geschichte nicht mehr erzählen, denn sie soll für dich ja genauso spannend bleiben, wie die Story für mich war. Ich lauschte jedenfalls gebannt jeder Minute der knapp 9 Stunden und fand sie durchweg spannend und interessant. Zum Ende hin nahm die Story sogar nochmals mehr an Fahrt auf, was meine Nerven schier zum Bersten brachte. Na, und das Ende fand ich toll.

Sascha Rotermund fand ich wieder ganz hervorragend in seiner Rolle des Sprechers. Er passt sehr gut zu Strobels Büchern.

Kurzum, „Das Dorf“ war für mich beste und spannende Unterhaltung, genau so, wie ich mir einen Psychothriller vorstelle.

Dieses Hörbuch kommt auf meine Bestenliste.

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Linda Castillo – Teuflisches Spiel (Kate Burkholder 5)

Teuflisches SpielBeschreibung
Als das gleißende Scheinwerferlicht des entgegenkommenden Fahrzeugs sie blendet, bleibt ihnen nicht einmal mehr die Zeit, um zu schreien. Auf der regennassen Straße im ländlichen Ohio sterben in dieser Nacht drei Menschen. Ein amischer Vater und zwei seiner Kinder. Als Polizeichefin Kate Burkholder die traumatisierte Witwe trifft, kommen ihr erste Zweifel: Es ist eine Freundin aus Jugendtagen, deren Schönheit schon damals das Schlechte magisch anzog. War der Tod ihrer Familie wirklich ein Unfall, oder steckt noch etwas anderes dahinter?

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Tanja Geke

Länge
10 h 02 m

Meine Meinung
Der Einstieg in dieses Hörbuch fängt sofort schockierend an. Ein furchtbarer Unfall mit einem Buggy. Die Schilderung dieses Unfalls hat mich sehr bewegt – ich fand das sehr gut gemacht. Der Schrecken, die Schockstarre – mir gefror das Blut in den Adern. Und trotzdem war die Beschreibung nicht bluttriefend. Natürlich war ich sofort sehr gespannt, wie diese Geschichte nun weitergehen würde.

Die Witwe ist eine ehemalige Freundin von Kate aus ihrer Amish-Zeit. Nach und nach kommen Kate die ersten Zweifel an ihrer damaligen Freundin, ob sie denn auch wirklich in allem die Wahrheit sagen würde. Doch was sich am Ende des Buches als Lösung präsentierte verschlug mir regelrecht die Sprache. Und das ganz ohne unglaubwürdig oder konstruiert zu klingen.

Für mich war „Teuflisches Spiel“ das bisher beste Buch aus der Kate-Burkholder-Reihe (Teil 4 habe ich noch nicht gehört – werde ich aber noch nachholen).

Selbst an Tanja Geke konnte ich dieses Mal nichts aussetzen. Im Gegenteil, ich fand sie hier ausgesprochen gut.

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Brigitte Pons – Celeste bedeutet Himmelblau (Frank Liebknecht 1)

Celeste bedeutet HimmelblauBeschreibung
Als im kleinen Örtchen Vielbrunn im Odenwald ein Bauer tot auf einem Feld gefunden wird, geht die Polizei zunächst von einem Unfall aus. Doch der junge Polizist Frank Liebknecht entdeckt sehr schnell Ungereimtheiten. Weil ihm niemand glauben will, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln – und gerät schon bald in einen Mahlstrom aus Verrat, Mord und fanatischer Verblendung…

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Sprecher
Martin L. Schäfer

Länge
9 h 52 m

Meine Meinung
Zum Kauf dieses Hörbuch verleitete mich zum Einen das interessante Cover und zum Anderen natürlich der Handlungsort Odenwald. Erwartet hatte ich einen netten „Provinzkrimi“, bekommen habe ich einen interessanten Krimi, der mir richtig gut gefallen hat.

Wie oben bereits beschrieben, wird ein Bauer tot auf seinem Feld gefunden. Die Polizei glaubt an einen Unfall, Frank Liebknecht jedoch vermutet hier ein Verbrechen. Da ihn aber keiner wirklich ernst nimmt und die Details, die er wahrgenommen hat, niemanden zu interessieren scheinen, ermittelt er auf eigene Faust. Hilfreich zur Seite steht ihm hierbei ein alter Bildhauer, der sich als der einzige Mensch entpuppt, der Franks Vermutungen Glauben schenkt. Bei etlichen Gläsern Fruchtwein und diversen herzhaften Essen erzählt Frank dem Bildhauer Karl jeweils seine neuesten Gedankengänge. Frank setzt Stück für Stück die Puzzleteile, die er sich mühsam zusammensucht, zusammen und vermutet eine wirklich große Sache hinter dem Bauernmord. Seine Theorie bringt ihn jedoch selbst in Lebensgefahr, was ihn aber nicht davon abhält, die ganze fatale Wahrheit ans Licht zu bringen. Denn hier geht es um viel mehr, als um einen ermordeten Bauern.

Frank Liebknecht, der aus Heppenheim (meinem Heimatort) stammt, zunächst in Darmstadt als Polizist arbeitete und sich dann nach Vielbrunn versetzen lässt, ist ein mir äußerst sympathischer Protagonist. Er ist noch recht jung mit seinen 27 Jahren, hat einen leichten Silberblick, braune dichte Locken und sein Hobby ist Bassgitarre spielen. In dem kleinen Dorf Vielbrunn ist er noch nicht allzu lange, hat entsprechend auch noch keine Freunde gefunden und bei der Arbeit nimmt ihn auch keiner wirklich ernst. Manchmal stellt er sich aber auch einfach dusselig an. Aber immerhin fällt es ihm auch selbst auf, wenn er mal wieder nicht ganz profihaft unterwegs ist. Das führte zu einigen wirklich humorvollen Beschreibungen, die mich des öfteren schmunzeln ließen.

Frank ist ein Mensch, der voll und ganz in seinem Beruf aufgeht und auch stets im Sinne der Gerechtigkeit handeln will. Da Brunhilde, die kurz vor dem Ruhestand steht und deren Position er dann übernehmen soll, seine Bedenken auch nicht wirklich ernst nimmt, teilt er seine Gedanken Karl dem Bildhauer mit. Dieser ist ein interessierter Zuhörer und unterstützt ihn bei seiner Arbeit, wo er nur kann. Bald hat Frank das Gefühl, in Karl einen ersten echten Freund im Dorf gefunden zu haben. Als Zuhörer denkt man bald: oh Frank, ob das wirklich so eine gute Entscheidung ist, Karl alle deine Ermittlungsergebnisse mitzuteilen? Aber andererseits ist es auch wieder verständlich, menschlich.

An diesem Krimi hat mir besonders die menschliche Art von Frank sehr gut gefallen. Er ist eifrig in seinem Job und steht sich dabei aber ab und an selbst im Weg. Doch er lernt dazu und wird im Verlauf der Geschichte immer besser.

Auch den Schreibstil von Brigitte Pons fand ich schön. Stellenweise hatte sie wirklich richtig herrliche Beschreibungen. Z. B. als es um Franks Silberblick ging, beschrieb sie es folgendermaßen: Das eine Auge versucht, das andere Auge anzusehen. Fand ich sehr köstlich und auch sehr treffend.

Trotz der wirklich großen Dramatik, die diese Geschichte aufdeckte und trotz all des Leids, das hier ans Licht kam, kam für mich der Humor nicht zu kurz. Immer wieder flocht sie gekonnt kurze Aufheiterungen in die Story ein. Das hat mir sehr gut gefallen. Denn der Stoff ist nun wirklich harter Tobak und schwer zu verdauen.

Ich fühlte mich mit dieser Geschichte insgesamt bestens unterhalten. Warum die Story trotzdem nicht die ganzen 5 Pingus von mir bekommt, liegt darin begründet, dass ich es sehr seltsam fand, dass die Polizei den Tod des Bauern zunächst als Unfall ansah und nicht sofort als Mord. Denn ich fand das nun wirklich sehr offensichtlich. Aber das ist nun wirklich kein großes Manko (und auch kein Spoiler!).

Die Geschichte insgesamt fand ich sehr spannend. Sie hatte jetzt zwar nicht viele überraschende Wendungen, aber sie wurde immer interessanter, je tiefer man in den Sumpf eintauchte. Einiges war zwar auch vorhersehbar, aber ich bin ja auch immer mal wieder dankbar, wenn ich mit meinen Vermutungen nicht gänzlich falsch liege.

Mit Martin L. Schäfer als Sprecher war ich sehr zufrieden. Ich  kannte ihn bisher noch nicht, aber er passte sehr gut zu der Geschichte und hat sie sehr engagiert gesprochen.

Nachdem dieser Titel mit dem Zusatz „Frank Liebknecht 1“ versehen wurde, darf man ja getrost auf weitere Folgen mit Frank hoffen werden. Also ich werde dabei sein. Und du?

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