Ildikó von Kürthy – Neuland: Wie ich mich selber suchte und jemand ganz anderen fand

NeulandBeschreibung
„Die Hälfte des Lebens ist vorbei, und es ist noch nicht zu spät. Aber wofür eigentlich: Selbstverwirklichung, Gelassenheit, Idealgewicht? Ist jetzt die Zeit für einen Neuanfang, für ein großes, vielleicht letztes Abenteuer? Oder doch nur für eine Probestunde Pilates und einen anderen Nagellack?
Ein Jahr lang habe ich mich auf die Suche gemacht: nach dem besseren Leben, innerem Frieden und einer neuen Frisur. Schweigen im Kloster. Botox in der Stirn. Fasten mit der Prominenz. Überleben in der Wildnis. Sterbebegleitung im Hospiz. Ich war sehr blond, ziemlich dünn und fast faltenfrei. Ich habe das Abenteuer, meine Mitte und mein Glück beinahe gefunden.“

„Neuland“ ist ein einzigartiger Selbstversuch, bewegend und komisch. Ein Mutmacher für alle, die ihr Leben verändern wollen. Und ein Versprechen: Nachher ist nichts mehr so, wie es mal war.

Sprecher
Ildikó von Kürthy

Länge
5 h 41 m

Meine Meinung
Bei diesem ausgesprochenen Frauenbuch ist beste Unterhaltung garantiert. Die knapp 6 Stunden vergingen wie im Flug und ich hätte ihr noch Stunden lang weiter zuhören können. Sie nimmt uns bei ihrem Selbstversuch mit auf eine Reise auf der Suche nach sich selbst. Sie probiert alles Mögliche (und Unmögliche) aus, nicht alles fand ich gleich interessant, aber alles war äußerst wortgewandt, sehr humorvoll und immer unterhaltsam geschildert. Ihr Wortwitz zieht sich über das gesamte Buch hinweg, so dass es keine Minute langweilig wurde. Und: Sie kann sich herrlich über sich selbst lustig machen. Somit bekommt dieses Buch eine Leichtigkeit, die sicher nicht mit ihren tatsächlichen Erfahrungen immer übereinstimmt. Aber gerade dadurch hat sie sehr viel über sich selbst gelernt und der Hörer wurde bestens unterhalten – und hat auch ein wenig gelernt.

Sehr bewundernswert finde ich auch die Geduld ihres Mannes, der dieses Jahr der Selbstfindung ohne viel Murren an ihrer Seite ertragen hat.

Frau von Kürthy hat ihr Buch selbst gelesen, was ich eine sehr gute Entscheidung fand. Denn sie konnte das wirklich am besten erzählen. Stellenweise musste sie während ihres Vortrags selbst lachen – auch das machte dieses Buch zu einer wunderbaren Unterhaltung.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Ildikó von Kürthy – Neuland: Wie ich mich selber suchte und jemand ganz anderen fand

John Williams – Stoner

StonerBeschreibung
William Stoner wird 1891 als Sohn armer Farmer in Missouri geboren. Das Landwirtschaftsstudium lässt er ohne Reue hinter sich, als er seine Liebe zur Literatur entdeckt. Hart arbeitet er für seinen Aufstieg, bringt es bis zum Professor. Doch sonst ist sein Leben enttäuschungsreich: Seine Ehefrau entpuppt sich als gefühlskalte Intrigantin, die seine enge Beziehung zur Tochter zerstört, die leidenschaftliche Liebe zu einer Studentin muss er aufgeben. Und ein Widersacher an der Uni setzt alles daran, Stoners Reputation zu beschädigen. Ein großartiger Roman über einen Mann, der seine Würde durch alle Widernisse rettet.

Pressestimmen:
Dieses Buch hat mich durchgerüttelt und berührt und mein Herz umgedreht.
Elke Heidenreich

Es gibt Romane, die wirken noch lange über die Lektüre hinaus nach und wenn man sie ein zweites Mal liest, ist der Zauber nicht geringer. Im Gegenteil: Man entdeckt eigentlich erst jetzt, um welch kostbares Werk es sich handelt.
Luzia Stettler, SRF

Sprecher
Burghart Klaußner

Länge
10 h 02 m

Meine Meinung
Am liebsten würde ich das ganze Buch nacherzählen, so faszinierend fand ich jede einzelne Episode. Und so wichtig fand ich jedes einzelne Wort.

In diesem Buch wird die gesamte Lebensgeschichte von William Stoner chronologisch korrekt erzählt. Hm, denkt sich hier wohl der ein oder andere. Was soll daran so spannend sein? Spannend ist hier auch sicherlich nicht der richtige Ausdruck. Es ist interessant, sehr interessant. Die charakterliche Entwicklung des Protagonisten wird derart zurückhaltend und leise geschildert, dass ich nur zu dem Schluss kommen kann: William Stoner war ein bewundernswerter Mann.

In der heutigen Zeit würde man einen Menschen, der sein Leben so lebt wie Stoner es tat, vermutlich als Waschlappen oder Weichei bezeichnen. Jedoch liegt genau hierin meine Faszination für diesen Mann. Denn in unserer Ellbogen-Gesellschaft hätte ein Mann wie Stoner nicht die geringste Chance. Und natürlich war es auch damals nicht wesentlich einfacher, als zurückhaltender und reflektierter  Mensch seinen Platz in der Welt zu finden. Stoner hat es wahrlich nicht leicht.

Schritt für Schritt „erkämpft“ er sich sein Leben, doch immer wieder erleidet er herbe Rückschläge. Er nimmt sie hin und findet sich damit ab. An der ein oder anderen Sache hätte man sicherlich etwas ändern können, doch er arrangiert sich damit. Jedoch tut er das nicht aus Feigheit, sondern vielmehr aus Überzeugung, dass er das Richtige tut – nicht unbedingt für sich, aber für die Sache an sich. Manchmal auch aus Angst vor seiner eigenen Courage. Stellenweise hätte ich meinem lieb gewonnen Protagonisten gerne geholfen.

„Stoner“ ist kein Buch, das einem an Ende glücklich ob des Ausgangs der Geschichte zurücklässt. Vielmehr ist es ein Buch, das man am Ende zuklappt (oder in meinem Fall den Player abschaltet) und nachdenkt. Es ist ein Buch mit außergewöhnlichem Tiefgang und es wird noch sehr lange in mir nachwirken.

John Williams benutzt ausdrucksstarke Wörter, die die Dinge auf den Punkt bringen. Ich möchte sagen, er beschreibt nicht eine Situation, er bringt sie zum Ausdruck. Kurz und prägnant.

Burghart Klaußner als Sprecher für dieses Buch war ebenso grandios, wie die Geschichte selbst. Ich kann mir keinen anderen Sprecher vorstellen, der besser dazu gepasst hätte. Die perfekte Symbiose.

Mit „Stoner“, das ohne viel Action und Spannung daherkommt, habe ich ein neues Buch für meine Bestenliste gefunden. Es ist ein Buch, bei dem ich sage: Schade, dass es schon fertig ist. Ich hätte gerne noch viele weitere Stunden dem Leben Stoners gelauscht.

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Herzlichen Dank an den „Audio-Verlag“ für das Rezensionsexemplar. 

Siehe auch: