Robert Seethaler – Das Feld

Beschreibung
Was bleibt von einem Leben? Wenn die Toten auf ihr Leben zurückblicken könnten, wovon würden sie erzählen? Einer wurde geboren, verfiel dem Glücksspiel und starb. Einer hat ganz am Ende verstanden, in welchem Moment sich sein Leben entschied. Und eine hatte viele Männer, doch nur einen hat sie geliebt. Sie weiß nicht warum – und gerade das ist ihr größtes Glück.

In Robert Seethalers neuem Roman geht es geht um das, was sich nicht fassen lässt. Es ist ein Hörbuch der Menschenleben, jedes ganz anders, jedes mit anderen verbunden. Sie fügen sich zum Roman einer kleinen Stadt und zu einem Bild menschlicher Koexistenz.

Sprecher
Robert Seethaler

Länge
5 h 21 m

Meine Meinung
Dieses Buch ist ganz anders, als die zwei anderen, die ich bisher von Robert Seethaler gehört habe. Hier erzählt er nicht eine Geschichte mit einem Protagnisten, sondern hier lauscht man verschiedenen Menschen, die alle schon verstorben sind und die aus ihrem und über ihr Leben erzählen. Alle stammen aus dem gleichen Ort, der rote Faden spannt ein alter Mann, der auf dem Friedhof, dem sogenannten Feld, sitzt und seine Gedanken schweifen lässt. Hier schließt sich dann auch wieder der Kreis.

Mir hat diese eigentümliche Art der Erzählung sehr gut gefallen. Die Charaktere waren alle sehr unterschiedlich. Sehr schön fand ich die Verknüpfungen zwischen den einzelnen Personen, die sich nach und nach heraus kristallisierten.

Wenn mir auch „Der Trafikant“ und „Ein ganzes Leben“ besser gefallen haben, so ist auch dieses Hörbuch durchaus hörenswert. Eigentlich kann man es mit den anderen beiden auch gar nicht vergleichen, da es einen völlig anderen Erzählstil und Aufbau hat.

Ich habe es jedenfalls nicht bereut, mir auch dieses Werk von Seethaler angehört zu haben. Es ist natürlich kein heiteres Buch. Immerhin hören wir hier nur Toten zu und doch gibt es interessante Einblicke in völlig verschiedene Lebensentwürfe.

Meist bin ich ja skeptisch, wenn der Autor selbst liest. Aber Robert Seethaler höre ich sehr gerne zu.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Robert Seethaler – Das Feld

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Jutta Profijt – Unter Fremden

Beschreibung
In der Flüchtlingsunterkunft am Niederrhein angekommen, glaubt Madiha, dem Krieg in ihrem syrischen Herkunftsdorf entkommen zu sein. Doch dann verschwindet ihr einziger Verbündeter und sie muss erkennen, dass sie auch in ihrer neuen Heimat nicht in Sicherheit ist. In ihrem neuen Krimi widmet sich die Autorin Jutta Profijt einem brandaktuellen Thema, ohne in Klischees zu verfallen. Einfühlsam erzählt sie die berührende Geschichte Madihas und begleitet sie auf ihrer gefährlichen Suche nach der Wahrheit.

Ihr ganzes Leben lang haben andere über Madiha verfügt. Ihr Vater schickt sie nach Deutschland, auf der Flucht nimmt sie ihr Landsmann Harun unter seine Fittiche und in der Flüchtlingsunterkunft angekommen wird sie als Dolmetscherin verpflichtet. Dann, eines Tages, verschwindet Harun, der Mann, der ihr während der beschwerlichen Reise das Leben gerettet hat. Während die Polizei davon ausgeht, dass Harun abgetaucht ist, glaubt Madiha nicht daran. Zumal er ihr kurz vor seinem Verschwinden seinen Spindschlüssel ausgehändigt hat: »Falls mir etwas zustößt«. In der Nacht, nachdem Madiha seinen Spind ausgeräumt und dabei mysteriöse Dokumente entdeckt hat, wird ein Brandanschlag auf sie verübt. Spätestens jetzt ist sie überzeugt, dass Harun, der vor dem Krieg Ingenieur werden wollte, um Brücken zu bauen, nicht freiwillig gegangen sein kann.

Madiha macht sich auf die gefährliche Suche – als Fremde unter Fremden.

Sprecher
Eva Meckbach

Länge
7 h 40 m

Meine Meinung
Krimis gibt es ja wie Sand am Meer. Doch dieser hier ist anders. Denn er wird aus der Sicht von Madiha erzählt. Madiha ist ein weiblicher Flüchtling aus Syrien. Die Beschreibung oben umreißt schon sehr gut, um was es in diesem außergewöhnlichen Krimi geht. Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass man als Deutscher einmal durch die Augen eines Flüchtlings Deutschland erlebt. Doch nicht nur Deutschland im Allgemeinen, sondern auch das Leben in einem Flüchtlingsheim. Klar hat man schon davon gehört, dass hier viele verschiedene Nationen und Glaubensrichtungen zusammen eingepfercht sind und dass das natürlich zu Reibereien führen kann. Doch so genau und gefühlvoll habe ich das noch nie gehört. Man hat hier einen ganz anderen Einblick in eine für uns fremde Welt und dieser Blick macht einiges wesentlich verständlicher. Denn Madiha ist zwar nicht gebildet, sie ist fest in ihren Glauben und ihre Sitten verwurzelt. Und das wird in den verschiedensten Situationen auch sehr verständlich von ihr geschildert. Bei Dingen, bei denen man sich hier nie Gedanken machen würde, gibt es in ihrer Heimat feste Regeln. Kein Wunder also, dass sie uns und wir ihnen immer noch sehr fremd sind, da ja nur recht wenig Gedankenaustausch stattfindet. Die Flüchtlinge sind nun in unserem Land, also sollen sie sich auch entsprechend verhalten. Gar nicht so einfach, wie man spätestens nach der Lektüre dieses Krimis verstehen wird.

Sehr beeindruckend fand ich auch die Entwicklung Madihas, die in dieser Geschichte nicht nur einmal über ihren eigenen Schatten und auch über ihre Glaubenssätze hinweg springen muss. Sie hat in meinen Augen eine erstaunlich positive Entwicklung gemacht. Auch die Schilderung der Freundschaft mit dem kleinen Jungen, der sie eigentlich beklauen wollte, fand ich toll beschrieben.

Doch nicht nur die vielen Einblicke in eine fremde Welt haben mich hier begeistert. Auch der Kriminalfall, den es hier zu lösen gilt, ist äußerst interessant, kurzweilig und spannend erzählt. Zwar am Ende zunächst verstörend, doch andererseits auch wieder Hoffnung gebend. Vielleicht ist es ja nur Wunschdenken von Jutta Profijt, doch nachvollziehbar und ja auch durchaus stellenweise wünschenswert finde ich es schon.

Zum Thema Action möchte ich zu diesem Krimi sagen: Es ist eigentlich eher ein leiser Krimi, der durch den besonderen Blickwinkel äußerst interessant wird. Doch gibt es auch einige Tote zu beklagen, die Madiha bei ihrer Suche nach Harun begleiten.

Mir hat die Mischung zwischen Krimi und Roman äußerst gut gefallen. Denn es ist endlich mal wieder ein Krimi, dessen Handlung ich nicht am nächsten Tag schon wieder fast vergessen habe. Von all den zum Zeitpunkt des Hörens zwar spannenden Unterhaltungskrimis hebt sich dieser eindeutig hervor. Denn er geht einfach tiefer, hinterlässt Spuren in den eigenen Gedanken und wirkt noch lange nach.

Eva Meckbach als Sprecherin war mir neu. Von ihr habe noch nie ein Hörbuch gehört. Doch ihre Premiere in meinen Gehörgängen hat sie bravourös gemeistert. Ich fand sie sehr passend. Ihre Stimme ist angenehmen und unaufgeregt.

Schon lange hat es kein Krimi mehr auf meine Bestenliste geschafft. Doch dieser hier ist ein klarer Fall für meine Top-Lieblings-Liste.

Langsam wird es wirklich unheimlich. Hatte ich eine ewig lange Durststrecke was wirklich außergewöhnliche Hörbücher betrifft, ist dies nun schon das 4. innerhalb kürzester Zeit. Ich bin begeistert!

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei „Der Audio-Verlag“ Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Jutta Profijt – Unter Fremden

Herzlichen Dank an den Audio-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Siehe auch:

Gregory David Roberts – Shantaram

Beschreibung von Audible
Interpol, Indien und das innere Ich: „Shantaram“ von Gregory David Roberts

Was zählt im Leben und wie finden wir uns wieder? Dass dies nur zwei Aspekte sind, denen Gregory David Robert in „Shantaram“ nachgeht, deutet auf die Vielseitigkeit der Geschichte vor der atemberaubenden exotischen Kulisse Indiens.

In „Shantaram“ spricht Jürgen Holdorf die spannende Geschichte des Australiers Lindsay, der nach zwei Jahren Gefängnis auf der Flucht vor Interpol ist. Er taucht in Bombay unter und trifft dort auf Prabaker, einen jungen Inder, der ihm die Metropole und die Möglichkeiten zeigt, die eigene innere Mitte wiederzufinden. Als Lindsay sich an der Seite der Armen in Sicherheit glaubt, macht ihm die Bekanntschaft einer jungen Frau einen Strich durch die Rechnung.

Dieses Hörbuch lädt Sie ein, das faszinierende Indien kennenzulernen und gleichzeitig einer spannenden Geschichte über den Sinn des Lebens zu lauschen.

Inhaltsangabe
Eine ebenso tollkühne wie bewegende Reise ohne Rückfahrkarte in das Indien abseits der touristischen Routen.

Als der Australier Lindsay mit falschen Papieren in Bombay strandet, hat er einen spektakulären Ausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis hinter sich und ist auf der Flucht vor Interpol. Ohne Sprachkenntnisse und Kontakte ist das Überleben in der chaotischen Metropole jedoch schwer. Zu seinem Glück begegnet Lindsay dem jungen Inder Prabaker, der in den Slums lebt und ihn unter seine Fittiche nimmt.

Auf ihren Streifzügen durch die exotische, schillernde, aber auch zutiefst brutale und gnadenlose Stadt schließen die beiden eine innige Freundschaft. Von Prabaker lernt Lindsay nicht nur die Landessprache, sondern auch, mit sich ins Reine zu kommen und Verantwortung zu übernehmen: Als „Shantaram“, als „Mann des Friedens“ wird er zum Anwalt der Armen und kämpft fortan mutig und aufopferungsvoll für eine menschenwürdigere Welt.

Sprecher
Jürgen Holdorf

Länge
45 h 16 m

Meine Meinung
Shantaram ist eine wundervolle Geschichte mit philosophierenden Gangstern und jeder Menge Gefühle. Stinkig, wohlduftend, elendig, berauschend, gefühlsduselig und schockierend – alles ist vorhanden in diesem 45-Stunden-Werk von Gregory David Roberts, der hier eine halbautobiografische Geschichte zu Papier gebracht hat.

Ich war noch nie in Bombay. Doch jetzt nach diesem Hörbuch habe ich das Gefühl, dass ich den Herzschlag der Stadt kenne, dass ich all die schönen Plätze doch mehr noch die schmutzigen und verwegenen Orte der Stadt kenne. Und fast hatte ich den Eindruck, dass „Prabakers Slum“ der schönste Ort der Welt sein muss… Okay, zurück in die Realtität.

Beim Kauf des Hörbuches dachte ich mir: 45 Stunden, hm, das ist lang, aber ich kann ja zwischendurch etwas anderes hören, wenn es mir gerade zu langatmig wird. Tja, jetzt kann ich berichten, dass ich in jeder freien Minute dieses Hörbuch gehört habe und im Traum nicht auf die Idee kam, es zu unterbrechen. Denn ist absolut spannend. Nicht nur aufgrund der vielen Geschehnisse, die den Protagonisten ereilen, auch von den örtlichen Beschreibungen und von den vielen, vielen Gedankengängen her ist es einfach nie langweilig. Und man merkt wirklich, dass der Autor vieles davon tatsächlich selbst erlebt hat.

Im letzten Fünftel des Hörbuches muss ich allerdings gestehen, dass ich über die immer mehr überbordenden blumigen Metaphern meist nur noch lachen musste. Bollywood hat wohl doch sehr auf ihn und seine Gefühlswelt eingewirkt. Doch es schadet der Gesamtstory ganz und gar nicht. Höhen und Tiefen durchlebt Lin, der Protagonist, mehr als genug, wobei sich die Tiefen eindeutig häufen und die Höhen eher verschwindend gering sind. Doch einer meiner persönlichen Highlights war immer wieder der Auftritt des kleinen immer strahlenden Inders Prabaker, oder auch Prabo, wenn man ein Freund von ihm war. Dieser kleine herzensgute Mensch hat es mir so richtig angetan, ihn habe ich wirklich lieben gelernt. Ein Lieblingsausdruck von ihm: „Viel prima gut“. Hach, das wird mir noch lange in den Ohren klingen. Vor allem da Jürgen Holdorf ihn so genial gesprochen hat. Doch nicht nur ihn, auch alle anderen Personen, und davon gab es verdammt viele – ich fand seine Leistung wirklich bombastisch gut und würde ihm gerne noch ein paar mehr Pingus geben.

Die Geschichte mit der dressierten Maus – nur ein kleiner Absatz in diesem Hörbuch – hat mir sehr zugesetzt. Es geht hier um eine kleine Maus und ich kämpfte mit den Tränen.

Zur Entwicklung des Protagonisten möchte ich sagen, dass ich ihn anfangs sehr bewunderte, wie er seine zunächst wirklich fatale Lage gemeistert hat. Doch im weiteren Verlauf der Story, hätte ich ihm gerne öfter mal in den Allerwertesten getreten, doch bitte nicht immer so blauäugig den Menschen zu vertrauen. Doch ganz am Ende, nach viel Leid und Enttäuschung hat selbst er einiges über das Leben gelernt. Doch da er vermutlich kein Unikat auf dieser Welt ist, der erst ganz harte Prüfungen hinter sich bringen muss, um zu begreifen, will ich das gerne verzeihen.

Sehr köstlich hingegen fand ich die „philosophierenden Debattierstunden“ der Gangster, um nicht zu sagen Schwerverbrecher. Es war immer wieder interessant, diesen Diskussionen und Gedankengängen zu lauschen.

Insgesamt ist Shantaram ein wahrhaft berauschendes Hörbuch, das an Spannung nicht spart, das durch detaillierte Beschreibungen lebhaft und glaubhaft wird und einen leichten Hauch von Bollywood aufzeigt. Letzteres ist auf die gewählte oftmals übertrieben blumige Ausdrucksweise des Autors bezogen – insbesondere, wenn es um seine große Liebe Karla ging. Ich konnte diese Frau – bei mir war sie von Anfang an nur: „Miss Superschlau“ – nicht leiden. Was der Protagonist an ihr so toll fand, war für mich dementsprechend schwer nachvollziehbar. Aber – wo die Liebe hinfällt.

Ich kann dieses Hörbuch also besten Gewissens allen empfehlen, die gerne Spannung, fremde Länder und Erfahrungen und natürlich philosophische Gedanken lieben. Ein Mann auf der Suche nach sich selbst und dem Sinn des Lebens. Eine geniale Mischung von allem bietet diese Geschichte. Von der Länge des Hörbuches sollte man sich wirklich nicht abschrecken lassen. Denn fast jede Minute ist äußerst hörenswert.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Gregory David Roberts – Shantaram

Barbara Wendelken – Die stille Braut (Martinsfehn-Krimi 2)

die-stille-brautBeschreibung
Gerade erst von ihren Verletzungen genesen, nimmt Oberkommissarin Nola van Heerden ihren Dienst wieder auf. Gleich ihr erster Fall führt sie erneut nach Martinsfehn.
An einem Badesee findet man die als Braut zurechtgemachte Leiche einer jungen Frau, die vor vier Jahren aus einer Internatsschule für Gehörlose verschwunden ist. Bei ihren Ermittlungen stößt Nola auf ein düsteres Geheimnis. Bald gibt es weitere Tote und es scheint, als wäre der Täter ihr immer einen Schritt voraus…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Jürgen Holdorf

Länge
15 h 52 m

Meine Meinung
Nachdem ich von ihrem ersten Buch „Das Dorf der Lügen“ sehr begeistert war, holte ich mir natürlich auch den Nachfolgeband. Die Geschichte fängt schon gleich wieder spannend an und spielt natürlich wieder in dem idyllischen Martinsfehn. Doch auch dieses Mal trügt der ländliche Frieden. Denn ein Mädchen wurde tot am See gefunden, herausgeputzt wie eine Braut. Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei der Toten um das seit vier Jahren vermisste Mädchen aus dem nahe gelegenen Internat für Gehörlose handelt.

Somit führt Nola ihr Weg in eben dieses Internat, da sie sich zunächst mit ihrer früheren Zimmergenossin unterhalten will. Auch sie trägt – wie das Opfer – ein CI (Cochlear Implantat), das ihr trotz ihrer Taubheit das Hören ermöglicht.

Lange tappt Nola im Dunkeln und auch ihr Kollege, den sie bereits aus ihrem ersten Einsatz in Martinsfehn bestens kennengelernt hatte, ist wieder mit von der Partie. Doch dieses Mal führen die beiden eine wirklich anstrengende On-/Off-Beziehung. Diese strapaziert nicht nur die Nerven der beiden, sondern auch die des Hörers. Aber es hält sich noch in Grenzen und irgendwie ist dieses „Gezicke“ auch verständlich, wenn man bedenkt, wie der erste Teil endete.

Auch im zweiten Teil wurden die Personen wieder sehr gut beschrieben. Und da man etliche der Beteiligten bereits kannte, war es quasi ein Wiedersehen mit alten Freunden. Nur konnte ich dieses Mal Nolas Handlungen nicht immer nachvollziehen. Aber wer kann schon eine Person im Zickenmodus verstehen.

Insgesamt fand ich „Die stille Braut“ nicht ganz so durchgehend spannend wie „Das Dorf der Lügen“. Doch auch hier gab es etliche überraschende Wendungen und am Ende wurde ich wieder überrascht. Denn viele andere hatte ich in Verdacht, doch nicht den letztendlichen Täter.

Jürgen Holdorf als Sprecher hat mir größtenteils sehr gut gefallen. Allerdings machte mich seine Art, die Rolle der CI-Trägerin zu sprechen, leicht wahnsinnig. Sie klang wie ein Roboter. Ich meine, CI-Träger haben viele verschiedene Eigenarten, wie sie sprechen. Doch mir ist noch keiner begegnet, der wie ein Roboter spricht. Kurz zur näheren Erläuterung: Meine Nichte trägt ein CI, meine Schwägerin ebenfalls, und ich kenne noch etliche andere CI-Träger. Alle sprechen nahezu normal, oder es ist ein Lispeln da, oder die ein oder andere Eigenart zu vernehmen. Doch auch jeder normal hörende Mensch hat so seine Art, wie er spricht. Mir hätte es besser gefallen, wenn Herr Holdorf auch die CI-Trägerin normal hätte sprechen lassen. Aufgrund der Tatsache, dass sie etwas nicht sofort hört oder akustisch versteht, wird man ja immer wieder darauf aufmerksam, dass es sich gerade um die CI-Trägerin handelt, wobei sie natürlich auch einen Namen hat (der mir aber leider gerade entfallen ist).

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Barbara Wendelken – Die stille Braut (Martinsfehn-Krimi 2)

Siehe auch: 

Jeffery Deaver – Die Tränen des Teufels

die-traenen-des-teufelsBeschreibung
Der tödliche Countdown läuft.

Am Silvestermorgen feuert in Washington, D.C. ein Unbekannter in einer U-Bahn-Station wild in die Menge und tötet 23 Menschen. Kurz darauf fordert der Drahtzieher „Digger“ in einem Erpresserbrief 20 Millionen Dollar, andernfalls findet bis Mitternacht alle vier Stunden ein weiteres Blutbad statt. Als der einzige Kontaktmann Diggers bei einem Verkehrsunfall stirbt, kann nur noch einer dem FBI helfen: Handschriftenexperte Kincaid Parker, der mithilfe des Erpresserbriefs Digger auf die Spur kommen soll. Parker wollte seinen Kindern zuliebe eigentlich Abstand von der Verbrecherjagd gewinnen, doch nun wird er bald selbst zur Zielscheibe eines skrupellosen Killers…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Dietmar Wunder

Länge
12 h 56 m

Meine Meinung
Diese Story fand ich durch das Thema Handschrift sehr interessant! Denn was der Experte hier aufgrund von kleinsten Feinheiten alles ans Tageslicht befördert, fand ich schon sehr bewundernswert. Überhaupt erfährt man viel über dieses Thema.

Der Krimi an sich war auch ziemlich kurzweilig und hatte etwas nach der Mitte eine äußerst interessante Wendung, bei der ich dachte: Und nun? Wie soll das denn nun weitergehen? Es gefiel mir, wie sich die Story weiterentwickelte.

Und trotz all dem Positiven wollte der Funken nicht so recht bei mir überspringen. Deshalb gibt es „nur“ 4 von 5 Pingus. Aber das ist ja auch noch verdammt gut.

Sehr gut war natürlich wieder Dietmar Wunder. Ich denke, zu ihm als Sprecher muss man nichts mehr sagen. Er ist einfach klasse.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Jeffery Deaver – Die Tränen des Teufels

Siehe auch:

Lincoln Rhyme-Reihe:

Kathryn Dance-Reihe: 

Andere

 

 

Frank Goldammer – Der Angstmann

der-angstmannBeschreibung
Dresden, 1944: Der letzte Kriegswinter verlangt der Bevölkerung das Äußerste ab, als auch noch ein brutaler Frauenmörder im Kriegschaos sein Unwesen treibt. Kriminalinspektor Max Heller ist alarmiert. Weder sein linientreuer Vorgesetzter noch der regelmäßige Bombenalarm können ihn davon abbringen, sich auf die Suche nach dem kaltblütigen Täter zu machen. Autor Frank Goldammer hat bereits einige Romane über seine Heimatstadt Dresden im Eigenverlag veröffentlicht. »Der Angstmann«, erschienen bei dtv, ist der fulminante Auftakt zu einer historischen Krimi-Serie um Kommissar Max Heller. Die ungekürzte Lesung mit Heikko Deutschmann, erschienen auf 1 mp3-CD, ist bei Der Audio Verlag erhältlich.

Gebt auf Euch acht: Der Angstmann geht um!

Als im Kriegswinter 1944 in Dresden eine grausam zugerichtete Frauenleiche nach der anderen auftaucht, erkennt Kriminalinspektor Max Heller schnell, dass er es mit einem Serienmörder zu tun hat. Auch die Bevölkerung hat eine klare Meinung zu den schrecklichen Morden: Schuld ist der Angstmann, der nachts stöhnend und jaulend durch die Bombenruinen schleicht. Max Heller glaubt nicht an das Ammenmärchen und doch lässt ihm der Fall keine Ruhe. Trotz Gegenwind von Kollegen und stark eingeschränkten Ermittlungsmöglichkeiten versucht er hartnäckig, dem Täter auf die Schliche zu kommen und das Morden zu beenden. Nach dem Bombenhagel auf Dresden im Februar 1945, bei dem die Stadt größtenteils zerstört wird, halten alle den Mörder für tot. Doch der Angstmann kehrt zurück.

Sprecher
Heikko Deutschmann

Länge
10 h 13 m

Meine Meinung
Wie viel ist ein Menschenleben wert, wenn die Welt in Trümmern liegt.

Diese Frage muss sich Kriminalinspektor Max Heller nicht nur einmal stellen. Denn während schier auf der ganzen Welt die Menschen in den Bombenhageln sterben, jagt Heller einen Mörder, der in Dresden sein Unwesen treibt. Ergibt das einen Sinn? Für Heller schon, für die Nazis nicht und dementsprechend behindern diese auch die Nachforschungen, die aufgrund der Kriegssituation sowieso schon schwierig genug sind.

Nach dem Krieg denkt zunächst jeder, dass der Angstmann ganz sicher in der Bombennacht, in der fast ganz Dresden in Schutt und Asche gelegt wurde, auch ums Leben kam. Doch das Morden geht weiter und Heller nimmt erneut seine Spur auf. Kurz darauf verhaften die Russen den vermeintlichen Angstmann und wollen ihn am nächsten Tag hinrichten. Todesmutig wagt sich Heller in die russische Hand, um sich selbst davon zu vergewissern, dass sie tatsächlich den richtigen Mann inhaftiert haben. Doch Heller hat große Zweifel. Fortan ermittelt er zusammen mit einem Russen.

Mehr will ich zu dem spannenden Kriminalfall gar nicht erzählen. Vielmehr möchte ich auf die hervorragende Erzählweise des Romans eingehen. Frank Goldammer hat hier eine Mordermittlung geschickt mit einer gehörigen Portion an Kriegsschilderungen zusammengefügt. Sehr schnell wird einem die Situation in Dresden bewusst, wie die Nazis alles regierten, wie sich niemand traute, etwas zu sagen, wie jeder Angst vor den Nazis doch auch vor Denunziation haben musste. Heller und seine Frau, die hier stellvertretend für Millionen von anderen Menschen stehen, leben völlig verarmt von der Hand in den Mund, haben keine Perspektiven. Einzig Heller hat ein Ziel: Er will den Mörder um jeden Preis fangen. Denn er war niemals ein Nazi, er war und ist zu jedem Zeitpunkt Max Heller mit seiner Auffassung von Gerechtigkeit. Und die passt mit der von den Nazis ganz und gar nicht zusammen. Und das macht es für ihn natürlich unheimlich kompliziert zu agieren, ohne sich selbst und seine Frau dabei in Lebensgefahr zu bringen.

Die Beschreibung der Bombennacht von Dresden kurz vor Kriegsende wurde äußerst beklemmend geschildert. Man fühlte sich mit in dem Keller eingeschlossen, in dem Max Heller und viele andere Zuflucht gesucht hatten. Auch die Szene, als er aus dem Keller herauskam, dann plötzlich völlig alleine in den Trümmern stand und anschließend über die völlig zerstörte und in Flammen stehende Stadt irrte, wurde bildlich außerordentlich gut geschildert. Ich konnte mir das lebhaft vorstellen und hatte die ganze Zeit über eine Gänsehaut.

Überhaupt gibt es viele sehr schöne und auch weniger schöne, aber umso passendere bildliche Situationsbeschreibungen. Sehr gut hat mir das gefallen.

Heikko Deutschmann brillierte hier mit einem ganz hervorragenden Auftritt! Ich fand ihn ja schon immer gut, aber wie er dieses Hörbuch vertonte, übertraf meine kühnsten Erwartungen. Grandios. Wirklich. Das war Kopfkino pur.

Da mich dieses Hörbuch emotional wirklich sehr mit riss und auch der Kriminalfall kaum an Spannung vermissen ließ, kommt dieses Hörbuch auf meine Bestenliste. Und eines ist klar: Ich warte jetzt schon sehnsüchtig auf die Fortsetzung der Krimireihe.

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Herzlichen Dank an D>A<V für das Rezensionsexemplar.

Siehe auch: