John Williams – Augustus

Beschreibung von Audible
Ein wichtiges Kapitel der römischen Geschichte, mitreißend und lebendig erzählt

Der amerikanische Erfolgsautor John Williams erzählt in „Augustus“ die Ereignisse um Augustus‘ Machtergreifung in Form fiktiver Briefe und Senatsprotokolle. Er beleuchtet dabei sehr unterschiedliche Facetten und bietet einen faszinierenden Einblick in die antike römische Kultur.

Octavian ist gerade erst erwachsen geworden, als er durch die Ermordung seines Adoptivvaters Julius Caesar dessen Nachfolger wird. Seine schmächtige Gestalt und schwache körperliche Verfassung, seine Sensibilität, seine Vorliebe für die Wissenschaften – alles spricht gegen ihn, in den der mächtige Caesar so viel Hoffnung setzte. Aber Octavian nimmt das schwere Erbe an und führt als Augustus das Römische Reich in eine lange Zeit des inneren und äußeren Friedens.

Für das Hörbuch konnten die beliebten Schauspieler Christian Redl, Hanns Zischler, Corinna Kirchhoff, Jens Wawrczeck, Ulrich Noethen und Felix von Manteuffel als Sprecher für die unterschiedlichen Protagonisten gewonnen werden. Nicht zuletzt dadurch wird „Augustus“ von John Williams zu einem packenden und aufschlussreichen Hörerlebnis.

Inhaltsangabe
Das neue Meisterwerk von John Williams. Verbündete, Gegner, Feinde – ein Herrscherleben in all seinen Facetten

Octavian ist neunzehn, sensibel, wissbegierig und will Gelehrter werden. Doch als Großneffe und Adoptivsohn Julius Cäsars fällt ihm nach dessen Ermordung ein gewaltiges Erbe zu: Ihm, der von schwächlicher Konstitution, aber enormer Willenskraft ist, wird es durch Glück, List, Intelligenz und Entschlossenheit gelingen, das riesige Römische Reich in eine Epoche des Wohlstands und Friedens zu führen.

Die besten deutschsprachigen Schauspielerstimmen lassen in fiktiven Briefen, Erinnerungen und Senatsprotokollen die Person eines gottgleichen Herrschers lebendig werden. Am Ende aber, von Frau und Tochter entfremdet, sieht er dem Tod so ungeschützt entgegen wie jeder andere Mensch auch.

Sprecher
Christian Redl, Hanns Zischler, Corinna Kirchhoff, Jens Wawrczeck, Ulrich Noethen, Felix von Manteuffel

Länge
14 h 10 m

Meine Meinung
So viele Namen! Ich muss hier zugeben, dass ich mit den ganzen Namen, die meist ja nicht einfach aus einem Namen, sondern durchaus aus zwei oder drei Namen für eine einzige Person bestanden, ziemliche Probleme hatte. Das Buch heißt Augustus, da dachte ich, dass natürlich von Augustus gesprochen wird. Doch nein, es scheint ein gewisser Octavian die Hauptrolle zu spielen. Ich gestehe, ich bin ein absoluter Banause, was die römische Geschichte betrifft. Und so hat es einige Zeit gedauert, bis mir dämmerte, dass eben dieser Octavian Augustus ist. Auch fand ich die unglaublichen Zeitsprünge sehr verwirrend. Mal war 38 v. Chr. Als nächstes kam ein Brief von 4 n. Chr. Dann wieder 27 v. Chr. usw. Das alles fand ich zunächst äußerst mühsam, um der Geschichte folgen zu können. So habe ich dann auch irgendwann das Hörbuch unterbrochen und zunächst ein anderes Hörbuch gehört.

Als ich dann wieder mit Augustus weitermachte – denn interessiert hat es mich ja immer noch – konnte ich zunehmend die Zusammenhänge besser verstehen und das Hörbuch gefiel mir immer besser. Ab da unterbrach ich das Hörbuch nicht mehr und hörte es bis zum Ende durch.

Am Ende hat man einen sehr ausführlichen Überblick über die Geschehnisse damals bekommen. Rückblickend kann ich nun sagen, dass die gewählte Form der fiktiven Briefe eine sehr außergewöhnliche Erzählweise darstellt, die die geschichtlichen Ereignisse kurzweilig präsentiert und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

Somit wurde meine Erwartung hinsichtlich des Informationsgehalts dieses Hörbuches voll erfüllt. Wenn man also ähnlich ahnungslos wie ich dieses Hörbuch in Angriff nimmt, so kann ich nur sagen: Durchhalten! Die Vorhänge, die zunächst völlig blickdicht von der Bühne hängen, lüften sich nach und nach und am Ende präsentiert sich ein herrlicher Ausblick auf eine ganz erstaunliche Epoche der römischen Geschichte.

Aufgrund meiner anfänglichen Probleme, kann ich diesem Hörbuch aus meiner Sicht keine 5 Pingu-Punkte geben. Jeder, der nur etwas Ahnung hat, von wem John Williams hier spricht, sieht das sicherlich berechtigterweise anders. Doch ich kann ja nur für mich sprechen.

Die verschiedenen Sprecher dagegen fand ich durch die Bank weg richtig klasse. Jeder hat seine jeweiligen Rollen genial interpretiert und alle Stimmen fand ich äußerst angenehm im Ohr.

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Jane Gardam – Ein untadeliger Mann

Ein untadeliger MannBeschreibung
Alles an Edward Feathers ist ohne Fehl und Tadel – seine Garderobe, seine Manieren und sein Ruf als glänzender Anwalt. Nun ist er alt und muss mit dem Tod seiner Frau Betty zurechtkommen, so wie er immer mit allem zurechtgekommen ist. Nie hat er darüber gesprochen, wie es war, als Vierjähriger aus einer glücklichen Kindheit in Malaysia gerissen und zu einer hartherzigen Pflegemutter nach Wales verschickt zu werden. Seine perfekte Haltung täuscht alle und manchmal sogar ihn selbst. Doch mit Bettys Tod bricht etwas in ihm auf. Und so setzt er sich an einem Wintermorgen ans Steuer seines Wagens und fährt los, das eigene Leben zu erkunden.

Sprecher
Ulrich Noethen

Länge
9 h 51 m

Meine Meinung
Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich dieses Hörbuch gehört habe. Doch leider fällt es mir wirklich schwer, mich noch daran zu erinnern. Was ja letztendlich bedeutet, dass es ein nicht sonderlich tiefen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Ich weiß noch, dass mir die Sprache sehr gut gefallen hat und dass ich nach Beendigung dachte: Warum wird dieses Buch von den meisten so gut bewertet? Das konnte ich nicht recht nachvollziehen. Mir ging es jedenfalls nicht allzu sehr unter die Haut. Es gibt durchaus die ein oder andere Episode aus dem Buch, die noch sehr präsent ist. Aber in Begeisterungsstürme möchte ich nun nicht ausbrechen.

Ulrich Noethen hingegen fand ich auch bei diesem Hörbuch ganz wunderbar.

Hier meine Gesamtbewertung:

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Hans Fallada – Jeder stirbt für sich allein

Kleiner Mann – was nun?

Jeder stirbt für sich alleinBeschreibung
Ein Berliner Ehepaar wagte einen aussichtslosen Widerstand gegen die Nazis und wurde 1943 hingerichtet. Von ihrem Schicksal erfuhr Hans Fallada aus einer Gestapo-Akte, die ihm durch Johannes R. Becher in die Hände kam. Fieberhaft schrieb Fallada daraufhin im Herbst 1946 in weniger als vier Wochen seinen letzten Roman nieder und schuf ein Panorama des Lebens der „normalen“ Leute im Berlin der Nazizeit:

Nachdem ihr Sohn in Hitlers Krieg gefallen ist, wollen Anna und Otto Quangel Zeichen des Widerstands setzen. Sie schreiben Botschaften auf Karten und verteilen sie in der Stadt. Die stillen, nüchternen Eheleute träumen von einem weitreichenden Erfolg und ahnen nicht, dass Kommissar Escherich ihnen längst auf der Spur ist.

Sprecher
Ulrich Noethen

Länge
9 h 23 m

Meine Meinung
Hans Fallada versteht es ganz wunderbar, Gefühle und Eindrücke zu beschreiben. In diesem Buch gelingt es ihm derart gut, dass ich mich über neuneinhalb Stunden mitten im zweiten Weltkrieg in Berlin wiederfand.

Sehr eindringlich wird hier der kleine Widerstand der Eheleute Quangel gegen das Hitler-Regime beschrieben. Die Protagonisten werden sehr detailliert und glaubhaft geschildert. Auch die Angst, die sie bei ihrem Tun verspüren, kommt sehr direkt beim Hörer an. Denn sie sind sich durchaus dessen bewusst, dass sie das, was sie tun, ihr Leben kostet wird, falls sie je erwischt werden. Es werden natürlich auch viele weitere Berliner Menschen beschrieben, die versuchen, in dieser furchtbaren Zeit ihr Leben zu leben. So gut es eben geht. Ganz verschiedene Charaktere hat Fallada hier aus dem Hut gezaubert.

Die Verhörmethoden erinnerten mich sehr an die Verhöre der Inquisition. Aussagen werden im Mund herumgedreht, Namensnennungen werden sofort so ausgelegt, dass jeder Genannte ein ebenso „dreckiges Schwein“ wie die Quangels selbst ist und somit ebenso hingerichtet werden muss. Rein zum Schutze des Deutschen Volkes versteht sich.

Fallada legt hier nicht das Hauptaugenmerk auf die Grausamkeiten, die Hitler mit den Juden anrichtete. Vielmehr erzählt er die Geschichte von Deutschen, die aufgrund der Tatsache, dass sie nicht in der Partei waren, selbstverständlich Verräter sind und somit ausgemerzt werden müssen. Ohne Rücksicht werden hier Deutsche aufgrund von erzwungenen und erlogenen Geständnissen, die nicht selten durch stundenlange Misshandlungen zustande kamen, hingerichtet.

Ich muss gestehen, in diesem Ausmaß war mir das nicht bewusst. Dass unendlich viele Juden in diesem Krieg grausam ermordet wurden, ist wohl jedem klar. Und auch, dass es gefährlich war, Widerstand zu leisten. Doch wie gefährlich das war, das war mir nicht klar. Denunzianten an jeder Ecke, Rechtschaffenheit konnte lebensgefährlich sein. Und die Gewissheit, dass sich Fallada die Geschichte nicht ausgedacht hat, sondern sie aufgrund einer Gestapo-Akte niederschrieb, macht das ganze nicht nur noch glaubwürdiger, sondern auch um ein vielfaches schlimmer. Denn nur selten bekommt man in der Klarheit zu hören, was die Nazis selbst ihrem eigenen Volk angetan haben.

Ulrich Noethen hat dieses Buch geradezu bravourös vorgetragen. Egal ob „Berliner Schnauze“ oder den „Pinscher“ von einem Richter, ob Mann oder Frau – Noethen hat immer den richtigen Ton angeschlagen. Somit war ich auch mit ihm äußerst zufrieden. Kaum ein anderer hätte diese Geschichte besser vortragen können. Mir fällt jedenfalls niemand ein.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings. Denn es ist gekürzt. Ich wurde auf dieses Buch aufgrund der Erwähnung einer Szene daraus in Michael Bordts Hörbuch „Die Kunst sich selbst auszuhalten“ aufmerksam. Doch genau diese Szene ist in der gekürzten Fassung nicht enthalten. Da frage ich mich: Was fehlt da noch alles?

Doch trotzdem hat dieses Hörbuch einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen. Und somit habe ich endlich wieder ein Buch gefunden, das einen verdienten Platz auf meiner Bestenliste bekommt.

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Audrey Niffenegger – Die Frau des Zeitreisenden

Die Frau des ZeitreisendenBeschreibung
Clare fällt aus allen Himmeln, jedes Mal aufs Neue, wenn Henry vor ihr steht. Denn Henry ist ein Zeitreisender. Plötzlich und unerwartet stürzt er los in eine andere Zeit, aber immer wieder landet er bei Clare, Clare als Kind, als Geliebte und Mutter der gemeinsamen Tochter Alba, Clare als alte Frau, aber da ist er schon lange tot. Seine Zeitreisen sind das Geheimnis, das die Liebenden mit jeder Trennung noch inniger vereint.

Audrey Niffenegger ist es gelungen, über die Schönheit der Dauer und das Staunen der Sehnsucht zu schreiben, von der Liebe wie zum ersten Mal zu erzählen. Ein Roman zum Verlieben.

Sprecher
Maja Schöne, Ulrich Noethen

Länge
5 h 34 m

Meine Meinung
Es ist ja schon eine skurrile Vorstellung, mit einem Zeitreisenden verheiratet zu sein. Im einen Moment ist er bei einem, im nächsten – schwupps – ist er weg. Und immer taucht er wieder auf und zwar zu ganz unterschiedlichen Lebensphasen von Clare, wie schon oben geschrieben steht. Eigentlich ist es ja ganz praktisch, wenn man seinen Ehemann eigentlich schon immer kennt. So hat man genug Zeit um zu entscheiden, ob er auch wirklich der Richtige für einen ist.

Für mich wäre das nichts, ein Mann, der ständig verschwindet und man nicht weiß, wann er wiederkommt. Der arme Tropf weiß es ja selbst nicht und kann es auch in keinster Weise steuern. Doch immer wieder landet er bei Clare. Wenn das mal nicht wahre Liebe ist.

„Die Frau des Zeitreisenden“ fand ich einen kurzweiligen Liebesroman, der aber nicht schnulzig daher kommt.  Gerade durch die ausgefallene Idee der Zeitreise kommen natürlich auch immer wieder witzige Situationen vor, die man sich einfach mal bildlich vorstellen sollte. Ohne Schmunzeln geht es da nicht.

Das Ende fand ich persönlich ein wenig zu dramatisch, aber ein Liebesroman darf ruhig dramatisch enden. Das hat der unterhaltsamen Geschichte an sich nicht geschadet.

Die beiden Sprecher waren perfekt. Ulrich Noethen finde ich eh immer phantastisch und Maja Schöne stand dem in Nichts nach.  Es gibt noch einen dritten Sprecher, der jeweils die einzelnen Kapitel ankündigt. Hier sollte man sehr gut aufpassen, denn durch ihn weiß man, in welchem Jahr man sich gerade befindet.

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Jochen Rausch – Krieg

KriegBeschreibung
Seit Monaten schon lebt Arnold Steins zurückgezogen inmitten der rauen Welt der Berge und kommt nur gelegentlich runter ins Dorf. Doch so einsam und abgeschieden ist das Leben nicht in dieser verwitterten Almhütte mit all ihren Geheimnissen: In einem Moment der Abwesenheit zerstört ein Fremder die letzten Dinge, die ihm wichtig sind, sein Hund wird brutal verletzt – ein Kampf auf Leben und Tod mit unbekanntem Gegner beginnt. Und auf einmal versteht Arnold, wie alles zusammenhängt: das Schicksal seines Sohnes mit der zerstörerischen Trauer seiner Frau und der eigenen Flucht aus einem Leben, in dem er sich nur ein einziges Mal zur Wehr setzte.

Sprecher
Ulrich Noethen

Länge
6 h 04 m

Meine Meinung
Ich ging aufgrund der von mir im Vorfeld gelesenen Rezensionen mit der Erwartung an dieses Buch, dass es wohl eine Mischung aus „Winter in Maine“ und „Das finstere Tal“ sein würde. Beide Bücher fand ich ausgesprochen gut – da fiel die Entscheidung leicht. Kaum gekauft, hatte ich es auch schon auf den Ohren.

Was mir begegnete: Kurze, prägnante Sätze, die wie Pfeilspitzen auf mich abgeschossen wurden. Zumindest empfand ich es so.

Das Buch beginnt mit zwei Handlungssträngen. Zunächst ergab das für mich keinen Sinn, es dauerte etwas, das muss ich zugeben. Dann wird aus verschiedenen Zeiten heraus erzählt, auch das musste ich erst einmal kapieren. Somit war ich stellenweise ziemlich verwirrt.

Nun zur Geschichte: Die Geschichte wird größtenteils aus der Sicht von Arnold Steins erzählt. Sein Sohn hat sich freiwillig für den Einsatz in Afghanistan gemeldet. Man erfährt viel über das Bangen der Eltern und über die so sehr erhofften und gleichzeitig auch gefürchteten eMails ihres Sohnes, die der Vater vor der Mutter stets verborgen hält – ihr gegenüber alles schön malt. Es ist eine gänzlich andere, durchaus sehr interessante Art der Kriegsberichterstattung. Das Leiden der Eltern wird eiskalt, aber äußerst überzeugend dargestellt. Hier musste ich des Öfteren schwer schlucken.

Arnolds Zeit auf der Hütte wurde ihm dann auch nicht gerade leicht gemacht. Denn ein Fremder nahm ihm auch den letzten Rest, den er noch hatte.

Ich glaube, um dieses Buch vollständig zu verstehen, muss man es öfters als ein Mal hören. Da es mich aber nicht wirklich packen konnte, verspüre ich auch nicht den Wunsch, diesem Buch gänzlich auf den Grund zu gehen. Auch wenn mich die ein oder andere Aussage wirklich tief getroffen und Eindruck auf mich gemacht hat, so konnte es mich aber trotzdem nicht genug in seinen Bann ziehen.

Schade. Ich hatte mir etwas anderes erhofft.

Ulrich Noethen als Sprecher fand ich sehr passend für diese Geschichte. Er hat wie immer eine sehr gute Leistung hingelegt.

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Pearl S. Buck – Die gute Erde

Beschreibung
Die ewige Sehnsucht nach dem Glück: Der berühmteste Roman der Literaturnobelpreisträgerin Pearl S. Buck gelesen von Ulrich Noethen.
Es ist die ergreifende Geschichte des armen Bauern Wang Lung, der sich mit Fleiß, Sparsamkeit und Verzicht großen Reichtum erwirbt. Weder Hungersnöte noch Überschwemmungen können den Bauern entmutigen, auf seine „gute Erde“ zu vertrauen. Doch die Freude über sein Glück wird ihm zusehends durch seine drei Söhne genommen, die keineswegs in seine Fußstapfen treten wollen.
Ein epischer Roman aus dem China des 20. Jahrhunderts über die Liebe und darüber, was im Leben wirklich zählt. Neu herausgegeben und mit einem Vorwort von Tilman Spengler.

Auszug aus dem Vorwort der Buchausgabe von Tilmann Spengler

Es bleibt auch heute noch ein Rätsel, warum dieser große Roman, warum die wechselvolle Geschichte des armen Bauern Wang Lung und seiner Frau O-Lan auf Anhieb zu einem so spektakulären, preisgekrönten Bucherfolg werden konnte. „Als ging die Sonne im Westen auf“, soll Pearl S. Buck gesagt haben, als ihr Verleger ihr im Herbst 1931 die ersten Reaktionen kabelte. So reagiert eine Amerikanerin mit chinesischem Herz, wenn sich Wunderliches zuträgt.

Tief im ländlichen China spielt die Handlung von „Die gute Erde“, das ist ein Teil des Rätsels. Denn dieses Land galt in jenen Jahren keineswegs als exotischer Traum, als verlockendes Shangrila. Im Gegenteil, das vormalige Reich der Mitte und seine Bewohner standen spätestens seit der Mitte des vorausgegangenen Jahrhunderts als Chiffre für so ziemlich alle Schattenseiten der menschlichen Existenz. Chinamen, wie man damals gern sagte, gehörten kulturell, gesellschaftlich oder wirtschaftlich eindeutig zu den Verlierern der Geschichte und wurden, gerade weil sie die Verlierer waren, noch als eine fatale und mysteriöse Bedrohung empfunden. Vor Chinesen galt es, sich abzuschirmen, das bewiesen überdeutlich viele Gangsterfilme und Schauerromane, in denen Schlitzausgen namenloses Entsetzen verbreiteten.

Ein weiteres Rätsel um den Erfolg des Romas war literarischer, genauer: literaturpolitischer Natur. „Die gute Erde“ erzählt das Schicksal einer wirtschaftlich aufsteigenden und einer anderen, wirtschaftlich niedergehenden Familie. Aber warum musste die Autorin für dieses ja nicht neue Thema ausgerechnet den Schauplatz China wählen?

Soziale Verwerfungen, Missernten, Hungersnot, das waren wichtige Themen, gewiss, sie wren sogar die zentralen Themen jener Zeit, die nach dem Börsenkrach von 1929 als die Jahre der Great Depression in die Geschichtsbücher eingingen. Doch warum musste der Blick dazu nach China schweifen? Schließlich gab es auch die Bücher von John Steinbeck, um auf das Los entwurzelter Farmer aufmerksam zu machen – nicht irgendein entferntes Los, sondern das Grauen direkt vor der Türe, wie etwa in Oklahoma.

Vielleicht war ihr das Geheimnis offenbart worden, auf krummen Zeilen gerade zu schreiben. Ihr literarischer Stil, das gab sie selber zu, mischte auf ungewöhnliche Weise die Erzählform der Bibel mit den eher schlichten Konstruktionen des klassischen chinesischen Romans. Auch so kann man fesselnd erzählen, nur war vor Pearl S. Buck kein Schriftsteller darauf gekommen oder dazu in der Lage. Ihr Roman steckt voller Details, die sonst nur Volkskundler einer Notiz für würdig hielten.

Doch Pearl S. Buck war eine genaue Beobachterin, und ihre Beschreibungen fallen bei allem Fremdgeschmack nie niedlich oder putzig aus, dafür schenkt sie auch den scheinbar trivialen Umständen zu viel Gewicht. Ihr China ist eben keine Vorstellung von „Holiday on Rice“, ist bittere, nie verklärte, ist zu einem großen Teil eben auch miterlebte Realität. Folglich durchschneidet das Ende des Romans jeden einfältigen Traum des Bauern von einer andauernd „guten Erde“. Das Schicksal heißt hier Fortschritt, und der hat auch in China erschreckend viele verschiedene Gesichter.

Tatsächlich ging durch den Erfolg von Pearl S. Bucks „Die gute Erde“ für manchen Chinesen die Sonne im Westen auf. Jedenfalls ein wenig. Zum ersten Mal kam die chinesische Literatur vor einem großen Publikum zur Sprache, als nämlich die Nobelpreisträgerin in ihrer Dankesrede über deren historische Höhepunkte sprach. Die einander überschlagenden Absatzrekorde des Romans sollen nicht unerheblich zu beigetragen haben, dass sich in Amerika und in dem nicht von den Nazis unterworfenen Europa das Feindbild des schurkischen Chinesen verflüchtigte. Mehr darf, mehr kann man von einem Buch nicht erwarten, selbst wenn es sich um einen weltweiten Verkaufsschlager handelt.

Pearl S. Buck (1892 – 1973)
verbrachte 40 Jahre ihres Lebens in China. Für das Buch „Die gute Erde“ bekam sie 1931 den Pulitzerpreis sowie 1938 als erste amerikanische Frau den Nobelpreis. 1934 verließ sie China und lebte bis zu ihrem Tod 1973 in New York und Pennsylvania.

Kritikerstimmen
„Kein anderes Buch hat das Bild des vorrevolutionären Chinas im Westen so sehr geprägt wie „Die gute Erde“.“
getAbstract, Juni 2007

Sprecher
Ulrich Noethen

Länge
368 Minuten

Meine Meinung
Dieses Buch hat mich sehr fasziniert. Es hat mich in eine mir völlig fremde Welt entführt. Nämlich in das China kurz nach dem Börsenkrach. In ärmlichen Verhältnissen wächst der Junge Wang-Lung als Bauernsohn auf. Als er alt genug für eine Hochzeit ist, kann er sich, da sie arm sind, keine Braut aussuchen. Sein Vater „kauft“ ihm eine Dienerin aus reichem Hause. Und diese Dienerin namens O-Lan erweist sich als wahrer Glückgriff. Denn sie schenkt ihm Kinder, bewirtschaftet mit ihm die Felder, bald haben sie es zu etwas gebracht. Doch dann geht die ganze Ernte kaputt und sie stehen vor dem wirtschaftlichen Aus. Was gleichbedeutend mit einer lebensbedrohlichen Situation ist. Denn sie haben nichts mehr zu essen.

Wie das Leben der beiden, das über mehrere Jahrzehnte erzählt wird, weiter geht, werde ich hier nicht erzählen. Nur soviel: „Die gute“ Erde ist ein berauschendes Buch. Pearl S. Buck beschreibt sehr bildhaft und auch gnadenlos die Zustände im damaligen China. Und das kann sie auch sehr gut, hat sie doch selbst 40 Jahre dort gelebt. Dadurch entsteht eine dicht gepackte Story, die voll ist von Details, die aber niemals überflüssig scheinen. Ganz im Gegenteil, durch diese Detailverliebtheit hat man das China, welches sie sah und in welcher die Geschichte von Wang Lung erzählt, bildlich vor Augen.

Ein Buch mit Tiefgang, mit einer tollen Story und mit sehr glaubhaft dargestellten Personen. Diesen Roman sollte man sich nicht entgehen lassen.

Traumhaft gut war auch die Leistung von Ulrich Noethen. Er hat diese Geschichte mit sehr viel Feingefühl vortragen.

Dieses Hörbuch hat es auf meine Bestenliste geschafft.

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Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Pearl S. Buck – Die gute Erde

Alex Capus – Léon und Louise

Beschreibung
Es ist die große Liebe: Léon und Louise begegnen sich an der Atlantikküste im Ersten Weltkrieg, doch dann reißt ein Fliegerangriff die beiden auseinander. Sie halten sich für tot. Léon heiratet, doch Louise, von leidenschaftlichem Temperament, geht ihren eigenen Weg – bis sie sich 1928 zufällig in der Pariser Métro wiederbegegnen. Der Beginn einer hinreißenden Dreiecks-Geschichte, die den Widrigkeiten des Lebens mit Aufrichtigkeit, Humor und Beharrlichkeit standhält.

Sprecher
Ulrich Noethen

Länge
394 Minuten

Meine Meinung
Ich habe ein neues Lieblingsbuch! Léon und Louise – was für eine wunderschöne Geschichte! Bei dieser Geschichte war ich richtig traurig, dass sie „so kurz“ ist. Ich hätte noch stundenlang weiter zuhören können, wie es den Protagonisten in der Geschichte ergeht, was sie erleben, was sie fühlen.

Alex Capus schreibt mit einer Leichtigkeit und mit einem Charme der mich sofort fesselte. Nicht selten musste ich laut lachen. Eigentlich wollte ich gestern Mittag nur mal kurz reinhören. Aber ich war direkt von der Geschichte  gefangen und hörte erst wieder auf zu lauschen, als die Geschichte dann 6 1/2 Stunden später leider, leider fertig erzählt war.

Ulrich Noethen als Sprecher hat eine sehr, sehr gute Leistung vollbracht.

Ich werde jetzt gleich mal schauen, was es noch für Bücher von Alex Capus gibt. Ich muss sie alle hören oder lesen, falls nicht als Hörbuch zu haben.

Dieses Hörbuch hat es mit einer tollen Geschichte, mit viel Charme und Witz, mit Leidenschaft und Leichtigkeit und einer tollen Sprache verdient, auf meine Bestenliste zu kommen.

s5g5h

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Alex Capus – Léon und Louise

Andreas Eschbach – Ausgebrannt

Beschreibung
Stellen Sie sich vor, der Liter Superbenzin würde über 4 Euro kosten. Ein Albtraum? Ja. Bloß wäre es erst der Anfang. Denn das Ölzeitalter wird nicht erst mit dem letzten Barrel enden. Es endet, sobald mehr verbraucht wird, als gefördert werden kann. Und dieser Moment ist näher, als die meisten ahnen. Das Problem: Niemand hat einen Plan für die Zeit danach. Auch Markus Westermann weiß von all dem nichts, als er es endlich in die USA geschafft hat und mit seiner Karriere voll durchstarten will. Als er Karl Walter Block kennen lernt, sieht er seine Chance gekommen. Der alte Öltechniker behauptet, dass in den Tiefen der Erde noch genug Öl für die nächsten tausend Jahre schlummert – und dass nur er die Methode kennt, wie man es findet. Er braucht nur noch einen kompetenten Geschäftspartner. Jemanden wie Markus.
Nur allzu bereitwillig glaubt die Welt den Versprechungen des Duos. Nach ersten Erfolgen ist gar von einer Renaissance des Ölzeitalters die Rede. Doch der Schein trügt. Als in Saudi-Arabien das größte Ölfeld der Welt versiegt und die Saudis alles daransetzen, die erschreckende Wahrheit zu vertuschen, kommt es nicht nur im Nahen Osten zu Unruhen. Die Menschheit steht plötzlich vor ihrer größten Herausforderung. Das Ende der Welt, wie wir sie kennen, bahnt sich an. Einzig Markus ist überzeugt, das Ruder noch einmal herumreißen zu können…

Sprecher
Ulrich Noethen

Länge
576 Minuten

Meine Meinung
Faszinierend! Ok, bei Andreas Eschbach frage ich mich immer wieder, wie er auf seine grandiosen Ideen kommt – hier ist es naheliegend… man muss ja nur mal zur Tankstelle fahren. Aber was er daraus macht, ist mehr als klasse! Eine geniale Mischung aus Information, Realität und Fiktion. Und heraus kommt ein spannender Thriller, den man nicht mehr vom Ohr nehmen kann und der einem sicherlich immer wieder einfallen wird, sobald man zur Tankstelle fährt.

Ulrich Noethen als Sprecher ist hier auch absolut klasse. Egal welchen Akzent, welchen Dialekt, er gibt in diesem Hörbuch wirklich jeder Person eine eigene Stimme, ohne dass auch nur eine gekünstelt wirkt. Eine sehr gute Sprecherleistung bei einem sehr guten Buch.

Fazit: absolut empfehlenswert

Siehe auch:

 

Andreas Eschbach – Ein König für Deutschland

Beschreibung
Vincent Wayne Merrit ist ein Computergenie. Er entwickelt ein Programm, das Wahlcomputer manipulieren kann. Ohne dessen Wissen kommt dieses Programm bei den Präsidentschaftswahlen in den USA zum Einsatz.

Sein Vater Simon König erfährt davon in Deutschland und gründet mit einigen Mitwissern eine Partei zur Wiedereinführung der Monarchie. Sie wollen die Bundestagswahl gewinnen und die Gefährlichkeit von Wahlmaschinen entlarven. Es kommt, wie es kommen muss: Simon König gewinnt haushoch und soll als König von Deutschland regieren!

Sprecher
Ulrich Noethen

Länge
417 Minuten

Meine Meinung
Absolut genial! Diese Geschichte ist mal wieder ein typischer Eschbach. Eine abgefahrene Idee und diese 100 % überzeugend umgesetzt. Dieses Hörbuch muss man sich einfach anhören! Zum Einen wegen der total abgedrehten aber hypergenialen Geschichte und zum Anderen wegen der super guten Leistung von Ulrich Noethen als Sprecher. Hier passt einfach alles. Auch wenn man sich für Politik im Großen und Ganzen nicht wirklich interessiert, ist dieses Hörbuch einfach ein Muss. Also ich habe es mir heute Mittag bei Audible heruntergeladen und konnte nicht aufhören, bis ich endlich das Ende gehört hatte. Sehr spannend, sehr witzig und einfach ein geniales Gedankenspiel, was passieren könnte, wenn…. 🙂

Fazit: absolut empfehlenswert

Weitere Informationen
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Siehe auch: